Hanjo Gäbler: Geborgen

2026-09-08T18:34:43+02:0004. September 2026|Allgemein, Auf ein Wort, Veröffentlichungen|

Geborgen

Hanjo Gäbler

Ich möchte Euch grüßen mit Psalm 131, einem Wallfahrtslied von König David:

„HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die mir zu wunderbar sind. Ja, ich ließ meine Seele still und ruhig werden; wie ein kleines Kind bei seiner Mutter, wie ein kleines Kind, so ist meine Seele in mir. Israel, hoffe auf den HERRN von nun an bis in Ewigkeit!“

Dieser Psalm bestehend aus drei Versen und hat das Potenzial, uns einmal kräftig durchatmen zu lassen. David beschreibt, dass er seiner Seele Ruhe und Stille verordnet hat. Wie tut er das? Das ist ja im heutigen Trubel gar nicht mal so einfach. Damals war es übrigens genau so. Ein König zu sein über ein Volk, das zu seiner Regierungszeit von jedem seiner Nachbarländer mindestens einmal angegriffen wurde -– das nenne ich mal Trubel. Und dann noch die familiären Umstände, die Davids Leben prägten. Dieser Mann hatte einiges unter die Füße zu bekommen, und wir lesen immer wieder über ihn in der Bibel, wie er Gottes Nähe sucht. Er nennt es häufig „Fliehen“ oder „Harren“, wenn er von der Nähe Gottes schreibt.

Nun, was tut er hier genau im Psalm? Er bringt seine Gedanken zur Ruhe, indem er Stolz ablehnt, eine unangebrachte Überheblichkeit oder Selbstsicherheit ablegt. Er schätzt sich selbst so ein, dass er jetzt schweigen sollte, weil ihm Gottes Plan, SEIN Wirken zu wunderbar ist. – Was für ein herrlicher Modus, oder? Ich übertrage es auf mich, indem ich mir heute im Jahr 2026 sage, dass ich mein Tagwerk, meine Gedanken, mein Können und Wollen nicht selbst entwerfen kann. Ich bin hundertprozentig auf Gottes Güte angewiesen. David wusste das ebenfalls! Und wir rufen es uns auch immer wieder in Erinnerung, weil wir diese Einsicht vergessen könnten.

David wird nun also still und ruhig. Er beschreibt es mit „wie ein kleines Kind bei seiner Mutter“. Seine Seele ruht in ihm, und er schließt mit einer tiefen, ewigen Hoffnung für sein Volk. Einfach stark.

Ich möchte mir diese Ruhe und Stille auch verordnen. Meine Seele beruhigen in der Überzeugung und Erinnerung, dass Gott Dinge tun kann, die mir zu wunderbar sind.

Ich wünsche uns allen, dass wir das in der kommenden Zeit immer wieder erleben!

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