Herzlich willkommen
Auf ein Wort:
Jesus sagt in Markus 11,24: „Darum sage ich euch: Wenn ihr betet und um etwas bittet, dann glaubt, dass ihr es empfangen habt, und die Bitte wird euch erfüllt werden, was immer es auch sei.“
Warum Gebete manchmal erhört werden und manchmal nicht, das weiß ich nicht. Der Bibelvers hier klingt sehr einfach: Wir müssen einfach nur glauben, dann wird unser Gebet erhört. Aber genau an dieser Stelle merke ich, dass das gar nicht so einfach ist. Mit einigen Anliegen kommen wir in tiefster Verzweiflung zu Gott und können nur noch hoffen, dass er uns erhört. Je nachdem, was uns gerade umgibt, kann es entsetzlich schwer werden, weiter an dieser Hoffnung festzuhalten, weiterhin zu glauben, dass Gott uns helfen wird.
Erst letztens hatte ich so ein dringendes, verzweifeltes Anliegen und flehte Gott an, uns (meiner Familie und mir) zu helfen. Guten Mutes hoffte ich, dass er das tun wird, doch als ich einen Anruf erhielt, zeichnete sich ab, dass meine Hoffnung vergebens war. Während einer Autofahrt wurde ich dann so wütend auf Gott, weil ich das Gefühl hatte, dass er uns Hilfe an dieser speziellen Stelle verweigerte beziehungsweise uns im Stich lässt. Im Gebet drückte ich meinen Frust aus und fühlte mich wie in folgendem Psalm: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe.“ (Psalm 22,2-3)
In der Predigt am vergangenen Sonntag bin ich darauf eingegangen, dass wir erst im Nachhinein wissen, ob ein Reden Gottes zu uns wirklich von ihm war oder nicht. In der oben beschriebenen Situation erging es mir am Ende ähnlich: Wenige Stunden nach der Autofahrt hat sich entgegen allen Erwartungen plötzlich doch alles gewendet. Gott hat unser Anliegen erhört. Ich selbst konnte nicht mehr glauben, was ich sah. Gott ist gut! Wir waren unendlich glücklich – und ich war zutiefst beschämt. Wie hatte ich nur so wütend auf Gott werden und an ihm zweifeln können?
Was soll ich sagen? Ich bezweifle, dass mein Glaube dafür gesorgt hat, dass unser Anliegen erhört wurde. Doch eines habe ich wieder neu gelernt: Es lohnt sich, auf Gott zu vertrauen! Er handelt, wann er handelt. Das kann auch mal später sein, als wir es für nötig halten – aber bei Gott gibt es nicht so etwas wie „zu spät“: Er kann sogar die Toten wieder auferwecken. „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ (Lukas 18,27)
Ich wünsche uns eine gesegnete Woche,
Euer Peter Seeling
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