Gedanken zur Losung für Sonntag, den 27.09.2020

Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Psalm 98,2

Als Barnabas und Paulus in Antiochia angekommen waren und die Gemeinde versammelt hatten, berichteten sie, was Gott alles durch sie getan und dass er allen Völkern die Tür zum Glauben aufgetan habe.
Apostelgeschichte 14,27

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gute Nachricht für alle

In den heutigen Bibelversen lesen wir, dass Gottes Heil allen Völkern gilt. Damit gehören noch nicht alle automatisch zu Gott, ob sie nun wollen oder nicht. Es bedeutet aber, dass Gott seine Gnade in Christus allen Menschen anbietet. Es gibt niemanden, den Gott ausklammert - kein Volk, keine Nation und keinen einzigen Menschen. Christus ist für alle gekommen.

„Aber was ist mit denen, die noch nie von ihm gehört haben? Das ist ja ungerecht, wenn die dann verloren gehen …“, hört man manchmal, wenn es um die Verbreitung des Evangeliums geht. Ich glaube, wir sollten uns nicht so viele Gedanken um die machen, die wir nicht erreichen können, sondern um diejenigen, die wir erreichen können. Überlassen wir es doch Gott, wann und wo „er sein Heil verkündigen“ lässt und „seine Gerechtigkeit offenbar“ macht. Das sieht übrigens manchmal anders aus, als wir es uns vorstellen.

Im Lehrtext lesen wir, wie Barnabas und Paulus begeistert davon berichteten, „was Gott alles durch sie getan und dass er allen Völkern die Tür zum Glauben aufgetan habe.“ Da könnte man vermuten, dass alles leicht war und sich überall alle Menschen Gott zugewandt hätten - quasi ein Siegeszug des Evangeliums. Was Paulus und Barnabas erlebten, sah jedoch sehr anders aus. Sie wurden missverstanden, verfolgt und angefeindet, Paulus wurde sogar gesteinigt, sodass seine Feinde dachten, nun wäre er endlich tot.(1)

Und dennoch: Letztlich trug alles dazu bei, dass Menschen die gute Nachricht von Jesus Christus hörten. Die Reaktion darauf fiel jedoch verschieden aus: Während einige sie freudig aufnahmen und sich Christus öffneten, erzeugte sie bei anderen Ablehnung. Noch steht „die Tür zum Glauben“ offen. Sagen wir es weiter - dort, wo wir können. Wie es aufgenommen wird, müssen wir den Hörern selbst überlassen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Apg. 14,11-19


Diese Andachten sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)

Gedanken zur Losung für Samstag, den 26.09.2020

Ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dir helfe.
Jeremia 30,11

Paulus schreibt: Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich.
2. Timotheus 4,16-17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott steht uns bei!

Heute geht es um den Beistand Gottes, und ich möchte einmal vom Lehrtext ausgehen. Dort berichtet der Apostel Paulus, der sich bereits in Gefangenschaft befand, von seinem Verhör, in dem ihm niemand beistand. Angeklagt wurde er von jüdischen Geistlichen, die seine Lehre als ketzerisch und verderblich ansahen.

Bis zum heutigen Tag werden Christen verfolgt, gefangen genommen, gefoltert und sogar umgebracht, nur weil sie sich zu Jesus Christus und zu seinem Wort bekennen. Doch warum wollen einige politische und religiöse Systeme eigentlich verhindern, dass Menschen an Jesus Christus glauben? Ich finde dazu nur eine Erklärung: weil sie für sich selbst einen göttlichen Status in Anspruch nehmen.

Für Paulus und viele andere bedeutete und bedeutet das, dass sie oft schutzlos diesen Kräften ausgeliefert sind. Doch einer ist bei ihnen: Jesus Christus. Das hieß für Paulus jedoch nicht, dass er freikam oder sich einflussreiche Christen für ihn einsetzten. Doch Gott selber war da und stärkte Paulus von innen her, wie wir im Lehrtext lesen.

Nun befinden wir uns nicht unbedingt in solch lebensbedrohlichen Situationen wie Paulus. Doch auch uns kann es passieren, dass wir mit Vorwürfen und Anschuldigungen überschüttet werden und uns keiner beisteht. Allerdings muss man hier zwei Dinge auseinanderhalten. Der Apostel Petrus schrieb einmal, dass niemand deshalb leiden sollte, „weil er ein Mörder, ein Dieb oder sonst ein Verbrecher ist oder weil er die Rechte anderer missachtet.“ (1.Petr. 4,15b) Es gibt also auch gerechtfertigte Anschuldigungen. Doch selbst da steht uns Jesus Christus bei, indem er uns vergibt und wir unser eigenes Versagen bekennen können, anstatt es unter den Teppich zu kehren.

In diesem Sinne steht uns Gott immer bei, egal ob wir zu Recht oder zu Unrecht beschuldigt werden. Er ist und bleibt unsere Zuversicht.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 25.09.2020

Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln.
Psalm 119,165

Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit.
Kolosser 3,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Worte Christi

Psalm 119, aus dem das heutige Losungswort stammt, ist eine Hymne auf das Wort Gottes. Von allen Seiten und Perspektiven wird dort beschrieben, welche Auswirkungen Gottes Wort auf unser Leben hat. Heute heißt es, dass diejenigen, die Gottes Gesetz oder auch Wort lieben, Frieden haben und nicht straucheln werden.

Worte können unter anderem dazu führen, dass man Fehler vermeidet, indem man aus den Erfahrungen anderer lernt. Das geschieht aber nur dann, wenn man deren Worte ernst nimmt. Ganz ähnlich ist es mit dem Wort Gottes. Es entfaltet erst seine Kraft, wenn wir ihm Glauben schenken. Wie das funktioniert, möchte ich anhand eines Beispiels illustrieren.

Als ich so ca. 6 Jahre alt war, konnte ich noch nicht schwimmen. Während eines Urlaubs am Meer nahm mein Vater mich ins tiefere Wasser mit, wo er gerade noch stehen konnte, ich aber nicht. Dann legte er mich waagerecht auf seine Arme und versprach mir, mich zu halten. Nun sollte ich meine Schwimmbewegungen üben, doch das klappte nicht, denn ich traute den Worten meines Vaters nicht so recht. Ich befürchtete, er würde mich plötzlich loslassen, damit ich auch ohne Hilfe schwimme. Dieses Gefühl, eventuell unterzugehen, versetzte mich in ständige Panik.

Ich denke, nicht viel anders ist das bei Gott. Er will uns halten, beistehen und tragen. Doch trauen wir dem auch? Wenn wir das tun, hat das eine große Wirkung, denn dann können wir tatsächlich erleben, wie Gott uns trägt. Das sind unvergessliche Erfahrungen. Die Voraussetzung ist natürlich, dass wir sein Wort kennen.

Genau dazu fordert uns der Lehrtext auf. Es erscheint vielleicht nicht immer attraktiv, sich mit den Worten Jesu Christi zu beschäftigen, besonders, wenn es sich um Ermahnungen handelt. Doch in Wahrheit ist es ein großes Privileg. Denn diese Worte verändern unser Leben und helfen uns, im Gottvertrauen auch durch schwierige Zeiten zu gehen. Darauf sollten wir, wie ich meine, nicht verzichten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 24.09.2020

Sie gieren alle, Klein und Groß, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: „Friede! Friede!“, und ist doch nicht Friede.
Jeremia 6,13-14

Ein jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn man pflückt nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den Hecken. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens.
Lukas 6,44-45

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Herz und Mund

Die heutigen Bibelverse haben eine, wie ich meine, sehr klare Botschaft: Es kommt nicht nur auf unsere Worte an, sondern auch auf unser Handeln. Wo diese nicht übereinstimmen, klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Sowohl im Losungsvers als auch im Lehrtext ist davon die Rede. Es nützt nichts, vom Frieden zu reden, wenn Konflikte nur oberflächlich behandelt werden. Ebenso gut könnte man versuchen, an Dornenbüschen köstliche Früchte zu finden.

„Ein jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt“, heißt es im Lehrtext. Jesus stellte in der Bergpredigt damit klar, dass ein frommes Lippenbekenntnis nicht genügt, und fragte: „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?“ (Luk. 6,46) Damit zeigt er ein Dilemma auf: Wer Frommes sagt, kann dennoch gegensätzlich handeln. Nun glaube ich nicht, dass Jesus kleinlich auf jeden Fehler schaut, den wir machen. Er ist ja für unsere Sünden gestorben. Nein, es geht um eine tiefere Ebene, um den Ort, wo unser Handeln herkommt. Es geht um unser Herz. Die Menschen, um die es im Losungsvers ging, hatten in ihrem Herzen beschlossen, ihren eigenen Regeln zu folgen. Wenn Gott zu ihnen sprach, war ihre Antwort: „Wir wollen's nicht tun!“ (Jer. 6,17) Was sie nicht bedachten, war, dass sie sich selbst dadurch von Gott abschnitten - und damit von der Chance auf echten Frieden.

„Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über“, auch dieser Ausspruch Jesu gehört zu dem Vers, aus dem Lehrtext stammt. Es lohnt sich also, sich selbst einmal zuzuhören, um zu merken, welche Früchte bei uns entstehen. Gott helfe uns, dass wir von seinem Geist inspirierte Früchte hervorbringen - in Wort und Tat.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 23.09.2020

Er wird den Tod verschlingen auf ewig.
Jesaja 25,8

Wir sind bedrückt und stöhnen, solange wir noch in diesem Körper leben; wir wollen aber nicht von unserem sterblichen Körper befreit werden, sondern in den unvergänglichen Körper hineinschlüpfen. Was an uns vergänglich ist, soll vom Leben verschlungen werden.
2. Korinther 5,4

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hoffnung

Das heutige Losungswort beschreibt eine Zeit, auf die alles einmal hinauslaufen soll - im Grunde ein riesiges Happy End. Der Tod wird nicht mehr sein. Menschen werden Gott erkennen und vertrauen - wahrscheinlich viel mehr, als wir im Moment so sehen. Denn einen Vers vorher lesen wir: „Er zerreißt auf diesem Berg die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt.“ (Jes. 25,7) Ich gehe davon aus, dieser Vers kündigt an, dass viele Gott erkennen werden. Unser Glaube lebt ja davon, dass Gott erfahrbar und sein Wort für unser Leben relevant ist. Diese Erfahrbarkeit Gottes können wir zwar nicht produzieren, doch er will sie den Menschen schenken. Trotzdem müssen wir uns auch entscheiden, ihm zu vertrauen. Glaube ist, wie ich meine, kein Automatismus.

Es geht hier aber nicht nur um eine ferne Zukunft. Mit der Auferstehung Jesu Christi hat alles schon begonnen. Er hat den Tod überwunden, und auch wir glauben und hoffen, dass wir mit Christus leben, selbst wenn wir sterben. Genau an diesen Punkt knüpft der Lehrtext an. Der Apostel Paulus bringt hier zum Ausdruck, dass wir am liebsten überhaupt nicht sterben, sondern sofort in das ewige Leben hineingleiten würden. Doch dafür gibt es keine Garantie. Der Weg ins ewige Leben geht nun einmal normalerweise durch den Tod.

Nun frage ich mich, welche Bedeutung dieses Losungswort für uns hier und heute hat. Nun, ich meine, unsere Hoffnung hat schon eine starke Auswirkung auf unser jetziges Leben. Sie erklärt uns zwar nicht, wie wir das eine oder andere aktuelle Problem lösen können, doch sie schenkt uns eine positive und zuversichtliche Einstellung zu allen Herausforderungen des Lebens. Was uns heute vielleicht noch bedroht, wird morgen nicht mehr sein. So können wir in dieser Hoffnung getrost nach vorn schauen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 22.09.2020

HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen? Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?
Psalm 13,2

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Johannes 16,33

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Weder vergessen noch verlassen

Das heutige Losungswort ist ein Hilfeschrei an Gott. David schrieb diesen Psalm, als er in großer Not war. Offensichtlich fühlte er sich von Gott allein gelassen. Allerdings schien er trotz all seiner Not zu glauben, dass Gott zumindest in Rufweite war. Sonst hätte er sich seinen Hilferuf ja sparen können. Gott war also nicht verschwunden, er tat nur nichts oder handelte nicht so, wie David es sich gewünscht hätte.

Ich denke, viele von uns kennen solch eine Situation. Dann rufen oder denken wir: „Warum greift Gott nicht ein? Warum rettet er nicht? Warum heilt er nicht?“ Da helfen weder großartige theologische Erklärungen noch Wunderberichte von anderswo. Was allerdings trösten kann, ist ein Entschluss, wie ihn David am Ende des Psalms fasste: „Ich aber traue darauf, dass du so gnädig bist.“ (Ps. 13,6a)

Ich glaube, wir müssen damit leben, dass jeder bzw. jede von uns in solch eine Situation geraten kann. Wir können Gottes Handeln - oder besser gesagt sein „Nicht-Handeln“ - nicht immer erklären. Wir können ihm nur vertrauen. Und noch ist ja nicht aller Tage Abend. Wenn heute nichts geschieht, heißt das nicht, dass es auch morgen so ist. Der heutige Lehrtext geht jedoch noch einen Schritt weiter.

Dass wir in der Welt Angst haben, wie Jesus Christus hier sagt, ist uns wohl bekannt. Wieso aber soll es uns trösten, dass er diese Welt überwunden hat? Das ist ja schön für ihn, doch was ist mit uns? Nun, einige Verse zuvor redete Jesus vom Kommen des Heiligen Geistes. Jesus Christus wollte seine Jünger nicht allein lassen, sondern im Geist in und unter ihnen wohnen. Das gilt für alle, die an ihn glauben - auch für uns. Unsere Hilfe kommt gewissermaßen von innen. Christus in uns hat die Welt überwunden, deshalb werden auch wir sie überwinden. Daraus können wir Mut schöpfen, weil wir wissen: Niemand von uns ist vergessen oder von Gott verlassen, selbst wenn es sich manchmal so anfühlt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 21.09.2020

Ich liege gefangen und kann nicht heraus, mein Auge vergeht vor Elend. HERR, ich rufe zu dir täglich.
Psalm 88,9-10

Jesus betet: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen.
Johannes 17,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gebete

Im heutigen Losungsvers ruft der Psalmist aus tiefster Not zu Gott. Er hält sein Klagen nicht zurück, sondern schüttet sich geradezu vor Gott aus. Im gesamten Psalm 88 finden wir kein Wort des Trostes oder der Zuversicht. Hier ist ein Mensch an seinem tiefsten Punkt, ohne Freunde und Verwandte, die ihm beistehen, ohne Kraft, nur noch den Tod vor Augen. Er ruft zu Gott, seinem Heiland, und bezeugt gleichzeitig, dass es dessen Zorn ist, der über ihn hinweggeht.(1)

So etwas ist schwer verdaulich. Wo bleiben da Gottes Liebe, Hilfe und Errettung? Müsste er nicht die Lage des Elenden zum Guten wenden? Ich kenne Menschen, die sich daran festklammern, dass in jeder noch so großen Not etwas Positives stecken müsste. Doch manchmal ist etwas tatsächlich einfach nur schlecht. Als Hiob in seinem Elend saß, gab es daran nichts schönzureden.

Deshalb liegt meiner Meinung nach die Kraft dieses Psalms darin, dass die Dinge beim Namen genannt werden. Hier singt jemand sein ungeschöntes Trauerlied - seinen „Blues“. Nicht vor Menschen, sondern vor Gott. Auch darin liegt eine Kraft, dass die Bürde, die auf der Seele liegt, auf Gott geworfen wird.(2) Natürlich wünschen wir uns und bitten auch darum, dass Gott uns aus Nöten befreit. Dennoch gibt es solche Zeiten, wie der Psalmist sie beschreibt, die auch nicht nur einen Moment dauern.

Im Lehrtext lesen wir nun, wie Jesus den Vater im Himmel für seine Jünger bittet. Dieses Gebet sprach er in dem Wissen, dass er bald nicht mehr bei ihnen in der Welt sein würde, die ihnen ebenso feindlich gesinnt war wie ihm. Sein Anliegen war Schutz - nicht vor der Welt, sondern „vor dem Bösen“. Was heißt das für uns? Ich denke, wir tun gut daran, die Welt nicht zu verteufeln. Immerhin hat Gott sie so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie gab. Doch alles, was uns von Gott abbringen will, ist böse. Und davor möge er uns bewahren.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 88,1.8 (2) 1.Petr. 5,7

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 20.09.2020

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
2. Mose 20,12

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.
Römer 15,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das vierte Gebot

Das heutige Losungswort ist das vierte Gebot. Ursprünglich dachte ich, es gälte für Kinder - besonders für Teenager. Ich denke, in diesem Alter hat so mancher dieses Gebot häufig zu hören bekommen oder später selbst vor den eigenen Kindern zitiert. Doch heute glaube ich, der Sinn dieses Gebotes besteht besonders darin, dass erwachsene Kinder ihre inzwischen alt gewordenen Eltern ehren sollen.

In biblischen Zeiten waren alte Menschen davon abhängig, dass ihre Kinder sie versorgten. Man ehrte also Vater und Mutter, indem man sie versorgte, eventuell pflegte und nicht vereinsamen ließ. Einen Hinweis auf diese Sicht der Ehrung finden wir in der Fortsetzung des Gebotes: „… auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.“ (2.Mos. 20,12) Ich denke, damit ist nicht nur gemeint, dass Gott einen strafen könnte, wenn man Vater und Mutter nicht ehrt, sondern dass die Fürsorge für die eigenen Eltern ein Vorbild für die eigenen Kinder wird, dem diese später nacheifern. Denn wenn Eltern im späten Alter noch arbeiten müssen, weil sich niemand um sie kümmert, schuften sie sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode.

Nun ist das bei uns ja alles anders. Wir haben eine Versorgungskultur, die nicht nur von den eigenen Kindern abhängig ist. Trotzdem bleibt der Geist dieses Gebotes bestehen: „Ihr erwachsenen Kinder, ehrt eure Eltern und kümmert euch um sie!“ Das ist jedoch nicht immer leicht - besonders, wenn Kinder mit ihren Eltern gebrochen haben oder die Kinderjahre ein Martyrium waren. Wie soll beispielsweise eine Tochter ihren Vater ehren, wenn dieser sie als Kind missbraucht hat? Leider kommen solche Dinge immer wieder vor. Ich glaube, nur ein erlösendes Wirken Gottes kann uns dazu befähigen, auch bei solch einer Vergangenheit vergeben zu können.

Trotz allem wünsche ich uns, dieses Gebot mit Leben ausfüllen zu können. Wie wir im Lehrtext lesen, spiegelt es nämlich ganz praktisch etwas von dem wider, wie Christus mit uns umgeht.

Ich wünsche uns einen gesegneten Sonntag,
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 19.09.2020

Gott ist weise und mächtig; wer stellte sich ihm entgegen und blieb unversehrt?
Hiob 9,4

Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug.
Römer 12,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Weisheit

Das heutige Losungswort ist eine Antwort Hiobs an seine Freunde. Hiob klagte zuvor über sein Leid. Er verstand Gott nicht, weshalb ihm soviel Schreckliches widerfahren musste. Aber die Klage Hiobs missfiel seinen Freunden. Wollte er etwa Gott belehren oder gar anklagen? Das wollte Hiob jedoch nicht und so bekannte er sich im heutigen Losungsvers dazu, dass Gottes Weisheit weit höher ist als alle menschliche Weisheit und Logik.

Wenn wir einmal genau hinschauen, so hielten sich Hiobs Freunde für weise. Sie meinten, Gottes Gedanken verstanden zu haben, die in ihren Augen eine Ansammlung von Prinzipien, Gesetzen und Regeln war. Genau das Schicksal Hiobs brachte aber sämtliche Prinzipien, Gesetze und Regeln durcheinander. Für viele ist das eine Katastrophe, weil sie Gott nicht mehr verstehen. Letztlich kann jedoch genau hier eine echte Beziehung beginnen. Ich möchte das kurz erläutern.

In einer Anzeige bei eBay sah man ein Foto von einem Motorrad. Darunter stand: „Ein Bild von einem Motorrad!“ Das ersteigerte dann auch jemand für, meine ich, 7.000 EURO. Er erhielt das Foto - mehr nicht. Das war natürlich Betrug oder vielleicht auch nur ein Scherz. Doch wenn es um Gott geht, müssen wir uns entscheiden: Möchten wir lediglich ein Bild von ihm - also einen Gott, wie wir ihn uns vorstellen und verstehen - oder möchten wir Gott, wie er wirklich ist? Das beinhaltet auch die Seiten Gottes, die wir nicht verstehen oder vielleicht auch nicht mögen und auf die wir keine Antwort haben.

Im Lehrtext werden wir aufgefordert, uns nicht selbst für klug zu halten. Gerade unsere Beziehung zu Gott kann schnell ins Wanken geraten, wenn wir uns für klug halten und meinen, seine Wege durchschaut zu haben. Es geht aber nicht nur ums Verstehen, sondern um die Beziehung zu ihm. Diese ist möglich dank Jesus Christus: In ihm reicht Gott uns seine Hand. In ihm erkennen wir Gottes Weisheit und gleichzeitig seine Nähe.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 18.09.2020

Ich bin der HERR, der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst.
Jesaja 61,8

Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel. Denn der Herr straft dies alles.
1. Thessalonicher 4,6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ermahnung

Die heutigen Verse klingen recht streng und wollen nicht zum Bild eines barmherzigen und vergebenden Gottes passen. Doch Gott ist kein Bild, das wir uns irgendwie schönfärben können. Er war, ist und bleibt der Gott, „der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst.“ Wo Menschen sich als zu ihm gehörig ansehen, sollen sie sich gegenseitig in Ehrfurcht vor ihm behandeln.

Im Umfeld des heutigen Losungsverses bekräftigte Gott seine Treue zu Israel und versprach, ihnen doppelt zu ersetzen, was Feinde ihnen genommen hatten. Sie sollten wieder im verheißenen Land Kanaan wohnen. Andere Nationen sollten erkennen, „dass sie ein Geschlecht sind, gesegnet vom HERRN.“ (Jes. 61,9) Bis heute hat Israel viele Feinde. Auch in unserem Land sind furchtbare Dinge an den Juden geschehen. Nichts davon ist Gott verborgen geblieben.

„Niemand gehe zu weit“, lesen wir nun im Lehrtext, denn „der Herr straft dies alles.“ So mancher fragt da: „Wieso greift er dann nicht ein, wenn etwas geradezu zum Himmel schreit?“ Täuschen wir uns nicht: Es wird einen Tag der Strafe geben. Doch bevor wir an die Ungerechtigkeiten anderer denken, sollten wir uns selbst ansehen. Vor Gott gibt es keine „großen“ oder „kleinen“ Sünden. Als Christus starb, trug er alle Sünden am Kreuz. Wer an ihn glaubt, dessen Leben wird von Gott persönlich „bereinigt“. Damit geht einher, dass wir nun nach seinen Regeln spielen.

Was das bedeutet, finden wir in den Folgeversen des Lehrtextes: „Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinheit, sondern zur Heiligung. Wer das nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen Heiligen Geist in euch gibt.“ (1.Thes. 4,7-8) „Heiligung“ statt „Unreinheit“ - wo findet da in unserem Leben ein Konflikt statt? Es gibt jemanden, der uns das zeigen kann und will: der Heilige Geist. Er lässt uns damit nicht allein, sondern hilft uns ebenfalls, damit wir nicht „zu weit“ gehen. So werden wir gesegnet, um für andere ein Segen zu sein.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 17.09.2020

Ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!
Jesaja 41,13

Als Petrus den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn.
Matthäus 14,30-31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Ich bin der HERR, dein Gott“

Das heutige Losungswort endet mit einem Zuspruch Gottes: „Fürchte dich nicht, ich helfe dir!“ Dieser Zuspruch ist berührend und macht vielen Hoffnung, doch entscheidend ist meiner Meinung nach der Anfang des Losungswortes: „Ich bin der HERR, dein Gott.“ Hier wird nämlich deutlich, wer diesen Zuspruch gibt: Gott. Doch nicht irgendein Gott, auch kein selbst gemachter oder erdachter. Nein, es ist der Gott, der alles in der Hand hält. Nichts geschieht, was nicht von ihm veranlasst oder zugelassen wurde. So lesen wir es in den Versen vor dem Losungswort.

Nun macht genau diese Beschreibung Gottes etlichen Christen Mühe. Sie schauen auf das Leid und das Elend dieser Welt und verstehen nicht, wieso Gott das zugelassen oder vielleicht sogar veranlasst hat. Ich kann diese für mich sehr nachvollziehbaren Fragen nicht beantworten, doch gibt es noch einen ganz anderen Blickwinkel. Gott wäre nicht allmächtig, wenn ihm die Dinge aus den Händen gleiten würden. Und damit wäre auch sein Zuspruch lediglich eine Willenserklärung mit unbekanntem Ausgang. Wie sollen wir uns dann darauf verlassen?

Die Auswirkungen von Gottes Allmacht und seiner rettenden Fürsorge werden uns im Lehrtext vor Augen geführt. Dort kam Jesus Christus seinen Jüngern während eines Sturms auf dem Wasser entgegen. Petrus hatte plötzlich die Kühnheit und den Glauben, auch er könnte auf dem Wasser gehen, wenn Jesus ihn herausrufen würde, was Jesus dann auch tat. Und Petrus ging auf dem Wasser - doch nur eine kurze Strecke. Dann überwältigten ihn seine Ängste und er begann, zu sinken. Doch glücklicherweise benötigen wir keinen starken Glauben an Gott, sondern lediglich Glauben an einen starken Gott. Jesus zog Petrus heraus. Genauso, denke ich, können auch wir uns auf Gottes Zusagen verlassen, weil er eben allmächtig und uns zugewandt ist.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 16.09.2020

Ehre den HERRN mit deinem Gut.
Sprüche 3,9

Leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein.
Lukas 6,35

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott und Geld

Die heutigen Gedanken zur Tageslosung möchte ich mit einem Zitat von Hans-Christian Knuth (ev.-luth. Bischof) einleiten: „Geld ist was Materielles - der Umgang mit Geld was Spirituelles.“ Es gibt viele Lebensbereiche, die wir als Christen fast schon automatisch auf Gott beziehen - das Gebet vor dem Essen, den Gottesdienstbesuch, das Lesen in der Bibel oder von geistlicher Lektüre und auch das Einhalten von Geboten der Nächstenliebe. Es gibt aber auch Bereiche, in die wir Gott nicht so gerne hineinschauen lassen. Dazu gehört zum Beispiel unser Intimleben oder eben auch das Thema Geld.

Doch genau auf Letzteres kommt sowohl das heutige Losungswort als auch der Lehrtext zu sprechen. Irgendwie denken einige, dass Gott uns womöglich nicht so viel gönnt, wie wir gerne hätten. Lesen wir aber die Umgebung des Losungswortes, so ist genau das Gegenteil der Fall. Dort heißt es nämlich: „Ehre den Herrn mit deinem Besitz und schenke ihm das Beste, was dein Land hervorbringt. Dann werden sich deine Scheunen mit Korn füllen, und deine Fässer von Wein überfließen.“ (Spr. 3,9-10)

Nun wissen wir ja alle, dass Gott von uns kein Geld braucht. Doch Menschen brauchen es. Und gerade Freigiebigkeit macht uns frei von Raffgier und egoistischem Verhalten in Bezug auf Geld und Besitz. Wenn jemand z.B. mein Auto leihen möchte, denke ich heimlich: „Und wer bezahlt den Schaden, wenn diese Person irgendwo gegen fährt?“ Ohne es zu merken, habe ich vergessen, dass Gott unser Versorger ist, und dass ich gerade dabei bin, mich an meinen Besitz zu binden.

Deshalb mahnt uns auch der Lehrtext, keine Geldgeschäfte mit persönlichen Leihgaben zu machen, sondern im Zweifelsfalle sogar auf die Rückzahlung zu verzichten. Wenn wir glauben, dass Gott unser Versorger ist, müssen wir nicht krampfhaft an dem festhalten, was er uns schenkt. Vielleicht gibt er es uns ja, damit wir es weitergeben. Tatsächlich sprechen beide Verse von einem Lohn, den Gott uns geben will. Können wir das glauben?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 15.09.2020

Abram zog aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte.
1. Mose 12,4

Die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder.
Galater 3,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Auf dem Weg

Dem heutigen Losungswort ging voraus, dass Gott Abram dazu aufforderte, sein Heimatland und seine Familie zu verlassen, um in ein Land zu ziehen, dass Gott ihm zeigen wollte. Zudem versprach Gott Abram, der später Abraham hieß, ihn und seine Nachkommen über die Maßen zu segnen, und schließlich durch sie alle Nationen.(1)

Für Abram bedeutet das nicht weniger, als alles Vertraute hinter sich zu lassen und ins Ungewisse zu ziehen. Wo lag das Land, von dem Gott sprach? Was erwartete ihn unterwegs? Reisen war damals ja nicht ungefährlich. Wie war das mit der Versorgung? Und die Nachkommen, die gesegnet werden sollten, waren überhaupt noch nicht da …

Alles in allem schien es aus menschlicher Sicht also eher unklug, solch einer Aufforderung zu folgen. Es gab keinen Plan und keine Sicherheiten. Wer würde da schon losgehen? Und doch lesen wir, dass Abram genau das tat: Er „zog aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte.“ Nun können wir heute in der Bibel nachlesen, wie Gott all das erfüllte, was er Abraham versprochen hatte. Doch Abraham steckte mittendrin und sah nicht immer das Ende. Das hatte auch Auswirkungen auf sein Handeln, und Gott musste so manches Mal eingreifen.

Das geht uns in unseren Herausforderungen nicht anders. Und hier zeigt sich meiner Meinung nach, wie es um unseren Glauben steht. Wie Abraham sind wir herausgerufen, in ein Land zu gehen, das wir noch nicht sehen - Gottes Reich. Das erfordert von uns mitunter, sich ins Ungewisse zu bewegen. Menschliche Sicherheiten und Pläne bringen uns hier nicht weiter - das Vertrauen zu Gott hingegen schon. Im Lehrtext lesen wir, wie der Apostel Paulus die Galater davor warnte, dieses Vertrauen gegen die vermeintliche Sicherheit des Gesetzes einzutauschen. Paulus erklärte ihnen, dass sie nur durch den Glauben mit Abraham verbunden und gesegnet waren.

Bis heute bedeutet Glaube, zuerst auf Gott zu vertrauen. Er ist unsere Sicherheit auf dem Weg, der vor uns liegt. Er kennt das Ziel und sorgt dafür, dass wir dort ankommen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Mose 12,1-3

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 14.09.2020

Du wirst fröhlich sein über den HERRN und wirst dich rühmen des Heiligen Israels.
Jesaja 41,16

Wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben.
Römer 5,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Unsere Freude

Im Vorfeld des heutigen Losungswortes wird dem bedrohten Volk Israel Mut zugesprochen. Sie sind nur eine kleine Schar, wörtlich ein „Würmlein“ und ein „armer Haufen“, doch Gott wollte sie mächtig machen und selber für sie kämpfen, sodass sie ihre Feinde besiegen. Dann werden sie „fröhlich sein über den HERRN“ und sich „des Heiligen Israels rühmen“.

Manchmal sind Christen irritiert, dass in der Bibel - besonders im Alten Testament - so viel vom Kampf und von der Niederschlagung der Feinde gesprochen wird. Wir versuchen, unsere Konflikte eher durch Diplomatie und Kompromisse zu lösen. Allerdings kennen wir auch heute Feindschaften wie beispielsweise den IS-Terror, der sich mit so ungeheuren Grausamkeiten ausgebreitet hat, dass scheinbar nur noch ein militärisches Vorgehen dagegen hilft. Das ist aber nichts anderes als das, was wir in der Bibel an verschiedenen Stellen lesen. Da werden Menschen vertrieben, getötet oder gefangen genommen.

Als Nachfolger Jesu Christi geht es jedoch nicht mehr um den Kampf gegen Menschen. Wir sollen ja sogar unsere Feinde lieben. Bei uns geht es um etwas ganz anderes. Wir sind nicht die „Guten“, die gegen die „Bösen“ in den Kampf ziehen. Unser Sieg besteht auch nicht darin, dass wir die Welt von der Bosheit der anderen befreien. Nein, wir selber sind es, die vor Gott nicht bestehen könnten, wenn nicht jemand für uns in den Riss getreten wäre: Jesus Christus, unser Erlöser.

Deshalb rühmen wir Gott nicht dafür, dass er uns von unseren Feinden befreit, sondern dass er sich mit uns versöhnt hat. Denn auch wir waren Feinde Gottes. Ein Vers vor dem Lehrtext schreibt der Apostel Paulus: „Wir sind ja durch den Tod seines Sohnes mit Gott versöhnt worden, als wir noch seine Feinde waren.“ (Röm. 5,10a) Das ist also unsere Freude, dass wir durch Jesus Christus „die Versöhnung empfangen haben.“ Ich denke, es ist gut, sich immer wieder daran zu erinnern.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 13.09.2020

Ach HERR, siehe, du hast Himmel und Erde gemacht durch deine große Kraft und durch deinen ausgereckten Arm, und es ist kein Ding vor dir unmöglich.
Jeremia 32,17

Jesus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Matthäus 28,18-20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Darum …

Das heutige Losungswort ist der Anfang eines Gebets des Propheten Jeremia. Er bekennt und proklamiert Gottes Größe, seine Schöpfermacht und dass ihm kein Ding unmöglich ist. Nun muss niemand Gott daran erinnern, dass er allmächtig ist. Uns jedoch müssen wir immer wieder daran erinnern, damit wir nicht nur mit dem Menschenmöglichen rechnen, sondern mit dem, was Gott möglich ist.

Gottes Macht ist es also, die uns mutig macht, Schritte zu gehen, die uns menschlich gesehen unmöglich erscheinen. Genau solch ein Schritt wird im Lehrtext beschrieben. Jesus Christus sandte seine Jünger aus, der gesamten Menschheit das Evangelium nahezubringen. Wie sollten sie das schaffen? Wovon sollten sie überhaupt leben? Und wie sollten sie das bei all den Anfeindungen überleben?

Genau aus diesem Grund, denke ich, begann Jesus Christus nicht mit dem Missionsbefehl, sondern mit der Botschaft, dass ihm alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist. Weil das so ist, können seine Jünger auch das tun, wozu er sie aufforderte. Außerdem beendete er den Missionsbefehl mit den Worten: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matt. 28,20) Jesus hat also nicht nur alle Macht, sondern wird auch bei ihnen sein.

Das gilt auch für uns Christen. Versuchen wir nur mit unseren menschlichen Möglichkeiten zu missionieren, sind Manipulationen oder ein aufgezwungener Glaube nicht fern. Viele haben deswegen schon resigniert. Doch Gottes Möglichkeiten sind größer und schöner. Er wirkt durch seinen Heiligen Geist tief in den Herzen derer, die sich ihm öffnen. Wir müssen niemanden zu Jesus Christus treiben. Es reicht, wenn wir uns zu ihm bekennen und das Evangelium bekannt machen - den Rest tut der Allmächtige!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 12.09.2020

Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.
Psalm 24,1

So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise.
Epheser 5,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Quelle der Weisheit

Der heutige Losungsvers wirkt auf mich wie ein Paukenschlag in einem Orchester, der etwas ankündigt. Und tatsächlich ist gleich der erste Vers des Psalms 24 eine echte Ansage: Gott gehört alles! Nehmen wir diesen Anspruch ernst, so hat das großen Einfluss darauf, wie wir mit dem umgehen, was Gott uns anvertraut. Das können Güter sein, aber auch Menschen. Denn Gesundheit, Wohlstand, Begabungen, Regierungsgewalten, nichts wäre möglich ohne Gott. Kein Mensch wird geboren, ohne dass Gott es weiß und auf ihn schaut.

Doch wie ist es möglich, dass Gott für so viele Menschen offensichtlich kaum eine Rolle spielt, wenn ihm doch alles gehört? Viele halten das, was er ihnen schenkt, für selbstverständlich oder meinen, es wäre ihr eigener Verdienst. Nun, Gott gibt uns eben die Freiheit, unser Leben nach unserem Gutdünken zu gestalten. Im Lehrtext lesen wir aber davon, dass wir unser Leben „nicht als Unweise, sondern als Weise“ führen sollen. Was ist damit gemeint? Der Apostel Paulus, der diese Aufforderung an die Epheser schrieb, gab ihnen folgende Hilfestellung: „Dient Gott, solange ihr es noch könnt, denn wir leben in einer schlimmen Zeit. Seid nicht verbohrt; sondern begreift, was der Herr von euch will!“ (Eph. 5,16-17 Hfa)

Es geht also darum, Gottes Willen zu erkennen und dann auch zu tun. Das hört sich vielleicht erst einmal abstrakt an. Wenn wir aber davon ausgehen, dass Gott alles gehört - auch unser Leben, unser Besitz, unsere Zeit usw. -, wäre es da nicht wichtig, herauszufinden, was er mit uns vorhat? Wir müssen gar nicht von vornherein wissen, was klug wäre, denn: „Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden.“ (Jak. 1,5)

Weise zu leben ist also keine Frage des eigenen Vermögens, sondern der Verbindung mit Gott. Und diese ist möglich, dank Jesu Christi, für jeden und überall - auch heute.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 11.09.2020

Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen.
Psalm 39,13

Die kanaanäische Frau fiel vor Jesus nieder und sprach: Herr, hilf mir!
Matthäus 15,25

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Herr, hilf mir!“

Wer hat nicht schon einmal zu Gott um Hilfe gebetet? Die heutigen Bibelverse handeln von solch einem Hilfeschrei zu Gott, den sogar Menschen ausrufen, die eigentlich gar nicht an ihn glauben. Besonders, wenn uns das Wasser bis zum Halse steht, rufen wir nach jemandem, der außerhalb dieses Wassers steht und uns herausziehen kann. Das ist natürlich Gott.

Doch wie hat Gott bzw. Gottes Sohn auf diese Hilferufe reagiert? Nun, im Losungswort ist es David, der um Hilfe ruft. Erstaunlicherweise sollte Gott ihn von seiner eigenen Strafe retten. Die umliegenden Verse lauten so: „Wenn du den Menschen züchtigst um der Sünde willen, so verzehrst du seine Schönheit wie Motten ein Kleid. Wie gar nichts sind doch alle Menschen. Höre mein Gebet … Lass ab von mir, dass ich mich erquicke, ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin.“ (Auszüge aus Ps. 39,12-14) Dass Gott antwortete, lesen wir dann im ersten Vers des nächsten Psalms: „Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien.“ (Ps. 40,2) Ja, Gott hört uns und reagiert, wenn wir zu ihm rufen. Darauf dürfen wir fest vertrauen.

Im Lehrtext wird von einer Frau berichtet, deren Tochter von bösen Geistern gequält wurde. Jesus wies sie erst einmal ab, weil sie keine Israelitin war. Doch als sie nicht aufhörte, ihn anzuflehen, erhörte er ihre Bitte und heilte ihr Kind. Diese Begebenheit kann so einige Fragen aufwerfen. Wieso wies Jesus die Frau ab? Ist er nicht barmherzig zu allen Menschen? Davon bin ich überzeugt, trotzdem waren seine Taten nur ein Vorgeschmack auf das, was er uns erworben hat. Er kam nicht, um alle Kranken der damaligen Zeit zu heilen. Jedoch zeigte sein Handeln an der Frau: Jesus Christus hilft auch dann, wenn es „gerade nicht passt“.

Ich denke, die Losungsverse können auch uns Mut machen, Gott um Hilfe anzurufen, wenn wir in Not geraten. „Herr, hilf mir!“ bleibt gewiss nicht unbeantwortet.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 10.09.2020

Gott sprach: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.
1. Mose 9,13

So sollten wir einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung.
Hebräer 6,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein starker Trost

Ich denke, viele von uns kennen die Geschichte von der Sintflut. Gott gab damals ein Zeichen: den Regenbogen. Dieser erscheint nur, wenn Wolken und Sonne aufeinandertreffen. Durch ihn sollen wir wissen, dass Gott nicht noch einmal eine Sintflut kommen lässt.

Der Regenbogen soll uns also Gewissheit und Hoffnung geben. Das wird aber nur geschehen, wenn wir dem damit verbundenen Geschehen Glauben schenken. Vielen fällt es allerdings schwer, zu glauben, dass es tatsächlich einmal eine Sintflut gab. Ich kenne diese Diskussion, dennoch glaube ich daran, dass Gott alle Dinge möglich sind. Vor allem aber vertraue ich darauf, dass er uns keine falschen Botschaften schickt. Ich kann bei Weitem nicht alles erklären, trotzdem will ich Gott und seinem Wort vertrauen.

Jemand fragte mich einmal: „Glaubst du etwa der Bibel wortwörtlich?“ Solch eine Frage ist in meinen Augen zu platt. Die Bibel hat eine enorme Tiefe und vieles darin ist sehr geheimnisvoll - z.B. die Gottessöhne, die mit den Frauen der Menschen die Helden der Urzeit zeugten. (siehe 1.Mos. 6,4) Auch das gehört mit zur Geschichte der Sintflut. Ich möchte aber die Botschaft verstehen, die Gott uns durch sein Wort mitteilt. In diesem Sinne versuchen wir auch, diese Andachten zu schreiben.

Nun geht es sowohl im Losungswort als auch im Lehrtext um Trost. Was bewirkt Trost eigentlich? Er befähigt uns, Leiden besser aushalten zu können. Zum einen vermittelt uns Gottes Trost seine Nähe, so, wie eine Mutter oder ein Vater ihr Kind in den Arm nehmen und trösten. Zum anderen steckt im Trost auch Hoffnung: Es wird nicht immer so weitergehen. Trost und Glauben sind also fest miteinander verbunden. Genau das vermittelt uns auch der Lehrtext. So lasst uns an diesem Glauben festhalten, dass Gott in Christus bei uns ist und eine gute Zukunft für einen jeden von uns bereithält.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 09.09.2020

Es sollen hertreten und dir helfen die Sterngucker, die an jedem Neumond kundtun, was über dich kommen werde! Siehe, sie sind wie Stoppeln, die das Feuer verbrennt.
Jesaja 47,13-14

Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.
Hebräer 13,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wirklich stark

Das heutige Losungswort stammt aus einer Prophetie Jesajas über das Reich und die gleichnamige Stadt Babel. Babel wird hier als junge Frau angesprochen, die ohne Gnade in der Überzeugung herrschte, sie würde für immer auf dem Thron sitzen.(1) Mit allerlei Zauberei und auch Handelsverbindungen meinte sie, dies zu erreichen. In beiden Bereichen war Babel federführend. Doch Gott ließ ihr durch Jesaja sagen, dass er es war, der ihr die Macht gegeben hatte, und er würde sie ihr auch wieder nehmen. Die „Sterngucker“ und alle Magie sowie alle Kontakte würden sich als wertlos und ohne Kraft erweisen. Denn wer kann vor Gott bestehen?

Als Christ könnte man hier nun schnell über Astrologie oder auch über die Jagd nach dem Mammon herziehen. Leider gibt es diese Dinge auch im „frommen Gewand“, gerade im charismatischen Bereich. Da haben mitunter Propheten Konjunktur, die mich persönlich stark an die besagten „Sterngucker“ erinnern. Und vom Wohlstandsevangelium will ich gar nicht erst reden. Ich meine vielmehr, es geht um die Frage, was uns einerseits in Bewegung versetzt und andererseits Halt gibt.

Im Lehrtext finden wir einige Hinweise dazu. Angestrebt ist „ein köstlich Ding“, nämlich „dass das Herz fest werde“. Es ist nicht falsch, sich danach auszustrecken. Im Lehrtext lesen wir aber auch, wie das geschieht: „durch Gnade“. Dieser Gnade von Gott stehen jedoch immer wieder Dinge von außen entgegen wie z.B. in unserem Text bestimmte Speisegebote, die denen, die sie einhielten, gar nichts nützten.(2) Gottes Gnade durch unsere Handlungen erhalten zu wollen, bringt uns nicht näher zu ihm hin, sondern treibt uns von ihm ab. Deshalb, denke ich, ist es gut, sich immer wieder klar zu machen, wodurch unser Herz stark und fest wird: nur durch Jesus Christus.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Jes. 47,6.7 (2) Hebr. 13,9

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 08.09.2020

Ihr werdet erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich so an euch handle zur Ehre meines Namens und nicht nach euren bösen Wegen und verderblichen Taten.
Hesekiel 20,44

Er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Lukas 6,35

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gütig gegen Böse

In dem Kapitel, aus dem das heutige Losungswort stammt, spricht Gott immer wieder von der Ehre seines Namens. Wiederholt wird berichtet, dass Israel sich gegen Gott versündigte, Götzen anbetete, Gebote brach und sogar seine Kinder durchs Feuer gehen ließ, um heidnischen Göttern ein Opfer zu bringen. Immer wieder prophezeite Hesekiel, wie sehr Gott darüber zornig wurde, sich dann aber doch entschied, Israel nicht nach seinen „bösen Wegen und verderblichen Taten“ zu bestrafen. Die Völker um Israel herum sollten daran erkennen, dass Gott sein Volk nicht verwirft.

Das ist, wie ich meine, eine ganz wichtige Botschaft. Sie erklärt nämlich, weshalb Gott mit Menschen, die sich schuldig machen, nicht gleich ins Gericht geht. So sagte mir einmal jemand: „Wie kannst du an einen Gott glauben, der zum Beispiel einen König David bestehen ließ, obwohl dieser ein Mörder war?“ Doch das ist genau das Besondere an Gott. Wo wären wir, wenn Gott nicht gnädig wäre? Genau dafür ging Christus ja ans Kreuz, damit unsere Schuld nicht auf uns zurückfällt. Wenn ein Mensch das erkennt, wird er auch dazugehören wollen - und ich glaube, genau das ist Gottes Absicht.

Auch Christen sind manchmal irritiert, wenn sich jemand, der sich Christ nennt, total daneben benimmt oder sogar schwer versündigt. Die Kirchengeschichte ist voll davon. Bis zum heutigen Tag hört man von Skandalen, Missbrauch und vielem mehr. Manches wird sogar noch fromm begründet. Kann Gott sich zu so einer Christenheit stellen? Ich meine, ja, zur Ehre seines Namens.

Dabei glaube ich nicht, dass Gott alles gutheißt. Ich verstehe die Bibel so, dass wir uns hüten sollten, seine Barmherzigkeit zu missbrauchen. Wünsche ich mir aber ein unbarmherziges Gericht, so wird es auch mich treffen. Wünsche ich Gottes Barmherzigkeit, gilt sie auch jedem anderen. So müssen wir uns ein Stück aushalten, und selber nicht aufgeben, Gott zur Ehre zu leben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 07.09.2020

Deine Augen stehen offen über allen Wegen der Menschenkinder.
Jeremia 32,19

Wir haben unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen.
1. Timotheus 4,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Frohe Botschaft

Das heutige Losungswort ist ein Gebet des Propheten Jeremia. Gott hatte ihm zwei Dinge gezeigt, die fast widersprüchlich erschienen. Zunächst hatte Jeremia prophezeit, dass der König von Babel Jerusalem einnehmen und jede Gegenwehr umsonst sein wird. Das erzürnte den damaligen König von Juda so sehr, dass er Jeremia im königlichen Wachhof einsperren ließ. Doch dort empfing Jeremia die zweite Prophezeiung: In Israel sollten wieder Häuser gekauft werden, die Verschleppten würden also wieder zurückkehren.

Jeremia erkannte darin die Allmacht Gottes, der sowohl so als auch genau umgekehrt handeln konnte. In den Versen vor dem Losungswort beschreibt er diese Allmacht: „O Herr, mein Gott! … Dir ist nichts unmöglich! Tausenden kommst du voller Güte entgegen - dennoch lässt du auch Kinder und Enkel für die Schuld ihrer Eltern büßen. Du bist ein großer und mächtiger Gott.“ (Jer. 32,17-18) Jeremia beschreibt also, dass Gott gütig, aber auch nachtragend sein kann - sogar bis in Folgegenerationen. Es ist nicht möglich, ihn einzugrenzen. Seine Augen sehen alles, was wir tun.

Soll uns das nun Angst machen oder mit Zuversicht erfüllen? Das kommt darauf an, ob Gott für uns ist, - dann bedeuten diese Verse nämlich Schutz - oder gegen uns - dann bedeuten sie Kontrolle und Gericht. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir uns auf Gottes Seite stellen. Wir können ihn nicht zwingen, für uns sein zu müssen.

Dass Gott tatsächlich für uns ist, ist sein eigener Entschluss. Die Botschaft des Evangeliums, das Erscheinen Jesu Christi ist wirklich eine Zeitenwende, denn durch ihn erfahren wir, wie Gott wirklich ist. Wer immer will, erhält Vergebung und neues ewiges Leben. Auf Christus können wir unsere ganze Hoffnung setzen, wie uns der Lehrtext vermittelt. Er ist ein Retter aller Menschen und besonders derer, die ihm vertrauen. Gott stellt sich auf unsere Seite - das ist wirklich eine frohe Botschaft.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 06.09.2020

Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Psalm 121,7

Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für das Kommen unseres Herrn Jesus Christus.
1. Thessalonicher 5,23

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Unversehrt

In den heutigen Bibelversen lesen wir von Behütung und Bewahrung. Je nach Lesart der jeweiligen Bibelübersetzung finden wir im Losungsvers eine Bitte um Bewahrung oder aber die Aussage, dass Gott es tut. Beim Lehrtext bleibt es einheitlich bei der Bitte. Doch ebenso einheitlich heißt es dann im Folgevers: „Treu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.“ (1.Thes. 5,24), wenn auch natürlich nicht wortgleich. Überall finden wir die Zusage, dass Gott selbst dafür sorgen wird. Und im Lehrtext finden wir auch das Ziel, weshalb er das tut: „für das Kommen unseres Herrn Jesus Christus.“

Vielleicht muss der eine oder andere das erst einmal verdauen. Es geht nicht nur um Bewahrung an sich. Es geht um Bewahrung für etwas. Das ist ein großer Unterschied. In unserem Fall bedeutet das, Gott selbst wird dafür sorgen, dass wir bis zu diesem Ziel gelangen. Dass wir es nicht nur irgendwie oder mit Ach und Krach und lädiert gerade noch so schaffen, sondern „unversehrt“ und „untadelig“, wie es im Lehrtext heißt. Das klingt für mich nach der vollen Punktzahl.

„Im Prinzip ja, aber …“, mag man da denken. „Was ist mit denen, die eben nicht unversehrt bleiben? Die vielleicht sogar um Christi willen getötet werden?“ Ich muss gestehen, dass ich darauf keine Antwort weiß. Was ich aber weiß, ist Folgendes: Wenn Gott etwas verspricht, kann ich mich darauf verlassen. Er hat einen Weg, aus Verletzten Unversehrte zu machen. Wohlgemerkt - er hat ihn, nicht ich. Er wird es tun. So, wie er aus Sündern Gerechte nicht nur machen kann, sondern es auch tut. So, wie er aus geistlich Toten Menschen macht, die das ewige Leben haben. Nein, ich weiß nicht, wie Gott es macht, dass wir an „Geist samt Seele und Leib“ für das Kommen Christi bewahrt bleiben. Doch wer auf ihn vertraut, wird erleben, wie es in seinem Leben geschieht, davon bin ich überzeugt. Denn genau das ist das Ziel unseres Daseins.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 05.09.2020

HERR, du bist der Armen Schutz gewesen in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten.
Jesaja 25,4

Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut.
Offenbarung 2,8-9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Erste und der Letzte

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. Er stammt aus einem Sendschreiben an die Gemeinde in Smyrna, dem heutigen Izmir. Diese Sendschreiben, die der Apostel Johannes prophetisch empfing, gingen von dem auferstandenen Jesus Christus aus. Er sprach als der Erste und der Letzte, ein Ausdruck dessen, dass er die gesamte Geschichte in seiner Hand hält. Also auch unsere persönliche Lebensgeschichte, Vergangenheit, Gegenwart und - das ist wichtig - auch unsere Zukunft.

In dieser Vorstellung wird deutlich, dass nicht irgendjemand uns Trost und Verständnis zuspricht. Wir Menschen können uns natürlich auch Trost und Verständnis zusprechen. Da wir aber weder die Auswirkungen der Vergangenheit ändern noch das zukünftige Schicksal eines Menschen bestimmen können, kann unser Trost bei weitem nicht das, was Jesus Christus vermag. Der Zuspruch, den die Christen in Smyrna erfuhren, war also nicht nur ein frommer Wunsch, sondern hatte große Macht.

Das benötigten die Christen auch, denn ihr Leben war aufgrund ihres Glaubens bedroht. Allerdings wurde ihnen nicht zugesprochen, verschont zu bleiben. Im Gegenteil, es heißt dort: „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ (Offb. 2,10c) Ihr Trost bestand darin, dass derjenige zu ihnen sprach, der von den Toten auferstanden war. Dadurch hat der Tod seine Macht verloren.

Ich glaube, für uns Christen ist es immer wieder wichtig, den Tod nicht als Endpunkt zu sehen. Im Losungswort lesen wir, dass Gott die Armen in der Trübsal schützt und vor dem Zugriff wütender Despoten. Doch dieser Schutz besteht ja nicht darin, unverletzlich oder gar unsterblich zu sein. Natürlich erleben wir auch Bewahrung. Doch den eigentlichen Schutz sehe ich darin, dass Gott uns in Christus etwas geschenkt hat, das keine Macht dieser Welt vernichten kann: das ewige Leben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 04.09.2020

Der HERR segne dich und behüte dich.
4. Mose 6,24

Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.
Johannes 1,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Segen wirkt

Das heutige Losungswort ist der Anfang des sogenannten aaronitischen Segens. Viele kennen ihn aus Gottesdiensten, wo er häufig direkt nach dem Vaterunser gesprochen wird. Doch was ist eigentlich genau damit gemeint? Wie wirkt sich dieser Segen auf unser Leben aus? Einige stellen sich sogar die Frage: Verläuft das Leben eines Menschen ohne diesen Segen anders als das Leben eines Menschen mit ihm?

Tatsächlich sollten wir einen Segen dieser Art nicht nur kurzfristig betrachten. Auch Christen, die ihn jeden Sonntag empfangen, erleben Unfälle, finanzielle Schwierigkeiten oder fühlen sich schutzlos. Denken wir aber einmal langfristiger, so können wir den Segen, der auf unserem Leben liegt, oft besser entdecken. Immer wieder sagen meine Frau und ich zueinander: „Bis hierhin hat uns der Herr gebracht.“ Wir blicken staunend zurück und sehen durch alle Probleme und Engpässe hindurch Gottes gütiges Handeln. Für mich ist es oft ein Geheimnis, wie der Segen Gottes wirkt - doch dass er wirkt, ist für mich keine Frage!

So durchlebten wir mit der Gemeinde vor ca. 20 Jahren eine enorme finanzielle Krise. Doch genau in dieser Zeit erlebten wir auch Unglaubliches - bis hin zu einem Scheck aus Kanada von jemandem, der die Gemeinde überhaupt nicht kannte. Gott hatte es ihm einfach aufs Herz gelegt. Nun kann nicht jeder so etwas glauben, doch der Scheck war real und rettete uns damals vor einer Zahlungsunfähigkeit. Ich begriff, dass der Segen Gottes real ist, sein Zustandekommen jedoch oft geheimnisvoll bleibt.

Letztendlich aber mündet alles in das, was wir im Lehrtext lesen: Die Fülle der Gnade Gottes liegt auf unserem Leben. Irgendwann blicken wir zurück und werden staunen. Deshalb ist es, wie ich meine, gut, diesen Segen und auch die Gnade Gottes immer wieder in Anspruch zu nehmen, selbst wenn wir nicht sofort eine Änderung wahrnehmen. Und wenn wir glauben, dass Gottes Segen wirkt, können wir auch diejenigen segnen, die uns nahestehen oder die Gott uns aufs Herz legt.

In diesem Sinne wünsche ich uns einen gesegneten Tag,
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 03.09.2020

Sorge im Herzen bedrückt den Menschen; aber ein freundliches Wort erfreut ihn.
Sprüche 12,25

Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Epheser 4,32

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Vom Umgang miteinander

In den heutigen Bibelversen finden wir konkrete Anweisungen, wie wir miteinander umgehen sollen. Ein Schwerpunkt liegt darauf, freundlich zu sein. Wieso ist das so wichtig? Nun, offensichtlich ist es Gott wichtig. Er möchte, dass seine Kinder so sind wie er: freundlich und barmherzig. So lehrte Jesus seine Jünger: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Luk. 6,36)

Barmherzigkeit, so möchte ich es einmal ausdrücken, ist Freundlichkeit in Wort und Tat. Ohne Freundlichkeit wird es keine Barmherzigkeit geben. Das können wir beispielsweise an den Freunden Hiobs erkennen. Als sie ihren Freund Hiob besuchten, nachdem er nicht nur Hab und Gut, sondern auch seine Kinder und seine Gesundheit verloren hatte, setzten sie sich erst einmal betroffen zu ihm.(1) Dann aber passierte eine Veränderung mit Folgen. Es begann damit, dass sie ihm Vorwürfe machten. Anstatt ihn zu trösten und freundliche Worte zu ihm zu reden, wie es im Losungswort heißt, gab es Unterstellungen, Angriffe, Rechthaberei. Als Hiob darauf versuchte, sich zu wehren, eskalierte die Situation mehr und mehr. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde …

Leider geschieht es immer wieder, dass auch Christen so miteinander umgehen. Anstatt zu verzeihen, werden Dinge unterstellt. Liegt einer am Boden, wird nachgetreten. Misstrauen und Verdächtigungen führen dann schließlich zu Entzweiungen, oft begleitet von übler Nachrede. Für die Gemeinde Christi ist das ein Trauerspiel, denn wie soll so die Liebe Christi sichtbar werden? Ganz besonders schlimm finde ich es, wenn alles dann noch mit frommen Worten übertüncht wird.

Vor diesem Hintergrund bekommen Freundlichkeit, Barmherzigkeit und Versöhnungsbereitschaft für mich ein neues Gewicht. Wo diese in unserem Leben Raum finden, findet der Geist Christi Raum. Und wo er Raum findet, wird Gottes Reich gebaut. Gott helfe uns immer wieder dazu.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hiob 2,11-13

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 02.09.2020

Lobet ihn, Sonne und Mond, lobet ihn, alle leuchtenden Sterne! Denn er gebot, da wurden sie geschaffen.
Psalm 148,3.5

Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen waren sie und wurden sie geschaffen.
Offenbarung 4,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Freude am Schöpfer

Woher kommt alles, was ist? Diese Frage wurde zu allen Zeiten gestellt. Für lange Zeit war klar: Es gibt keine Schöpfung ohne Schöpfer. Die Vorstellungen, wie unser Universum erschaffen wurde, mochten unterschiedlich sein, doch dass es erschaffen wurde, stand fest. Dann allerdings kam eine Zeit, in der Gottes Existenz infrage gestellt wurde. Alles mündete in die These des berühmten Physikers Stephen Hawking, dass das Universum keinen Gott benötigte, um zu entstehen.

Wie anders klingen da Losungswort und Lehrtext: Sie preisen Gott, denn alles, was ist, kommt von ihm - er hat sie gewollt. Im Römerbrief geht der Apostel Paulus fest davon aus, dass jeder Mensch Gott erkennen könnte - und zwar an der Schöpfung. Wörtlich schrieb er: „Seit Erschaffung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und können daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem göttlichen Wesen klar erkennen.“ (Röm. 1,20a) Verliert diese Aussage heute an Gültigkeit, weil anscheinend alles auch ohne Gott geht?

Man könnte nun lange diskutieren, ob man in der Schöpfung einen Gottesbeweis findet oder nicht. Doch Gott beweist sich viel direkter - und zwar hier und jetzt. Z.B. in einem erhörten Gebet. Beim Lesen der Bibel. In einem Gottesdienst oder auch ganz unerwartet. Ich persönlich habe Gottes Gegenwart das erste Mal in einem Gottesdienst gespürt - und seit dem immer wieder. Gott selber war in mein Leben getreten. Und nun wurde mir klar, dass er der Schöpfer des Universums war. Ja noch mehr: Ich wusste, dass ich gewollt war. Dass mein Leben einen Sinn und ein Ziel hat und dass Gott nicht fern von mir ist.

All das ist, meine ich, ein Anlass zu großer Freude. Einer Freude, von der wir auch in den heutigen Losungsversen lesen: der Freude an unserem Schöpfer!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 01.09.2020

Es wird geschehen zu der Zeit, dass die Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker.
Jesaja 11,10

Als Jesus aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.
Markus 1,10-11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein Zeichen für alle

Das heutige Losungswort ist eine der vielen Ankündigungen des kommenden Messias. Als Christen leben wir in der Gewissheit, dass damit Jesus Christus gemeint ist. Und tatsächlich hat sich der Glaube an ihn weltweit verbreitet. Damit ist Jesus zu einem Zeichen für alle Völker geworden. Doch wie kommt es eigentlich, dass wir in jedem Volk und in jeder Kultur Menschen finden, die an Jesus Christus glauben?

Bei dieser Frage gehen die Meinungen weit auseinander. Die einen meinen, der Grund sei, dass man den Menschen diesen Glauben aufgezwungen hat. In diesem Sinne hat das Wort „Mission“ ja auch einen schlechten Beigeschmack bekommen. Schaut man sich aber einmal die Missionstätigkeit des Apostels Paulus an, so wird deutlich, dass er das Evangelium weder mit Zwang noch durch Manipulation oder falsche Versprechungen weitergab. Im Gegenteil, er sagte von sich: „Was meine Verkündigung kennzeichnete, waren nicht Überredungskunst und kluge Worte; es war das machtvolle Wirken von Gottes Geist. Denn euer Glaube sollte sich nicht auf Menschenweisheit gründen, sondern auf Gottes Kraft.“ (1.Kor. 2,4-5) Wenn Menschen also aus diesen Gründen glauben, scheitern alle anderen Erklärungsversuche.

Im Grunde geht es um Gottes Wirken und nicht um menschliche Kraftanstrengungen. Genauso geschah es auch an Jesus Christus selbst, wie wir im Lehrtext erfahren. Er musste die Menschen nicht davon überzeugen, wer er war - Gott selber tat es. Ich denke, so gesehen erscheint Mission in einem ganz anderen Licht. Wir Christen berichten und bekennen, doch Gott ist es, der handelt. Das ist, wie ich finde, spannend und auch entspannend. Zudem lässt es jedem die freie Wahl, persönlich nach Gott zu fragen - in meinen Augen bis heute ein starkes Zeichen dafür, dass Jesus Christus wirklich Gottes Sohn ist.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 31.08.2020

Erkennet, dass der HERR Gott ist!
Psalm 100,3

Er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.
Apostelgeschichte 17,27-28

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott ist nicht fern

Die heutigen Bibelverse haben zum Thema, Gott zu erkennen, und das nicht allgemein, sondern ganz konkret. Im Kontext des Losungsverses geht es darum, Gott zu suchen, ihn als den einzig wahren Gott zu erkennen und zu wissen, dass man zu seinem Volk gehört. Im Lehrtext lesen wir einen Vers aus einer Rede des Apostels Paulus in Athen. Er war in der Stadt umhergewandert und hatte dort die vielen Statuen von Göttern gesehen, die von den Athenern verehrt wurden. Daraufhin begann er, von Jesus und dessen Auferstehung zu erzählen, was einige aufhorchen ließ. Andere jedoch hielten ihn einfach für einen Schwätzer.

Dennoch wollten etliche mehr darüber erfahren. Deshalb baten sie Paulus, ihnen mehr davon zu erzählen.(1) Er begann damit, ihre Frömmigkeit positiv zu erwähnen. Anstatt ihnen einen Vortrag über Götzendienst und dessen Gefahren zu halten, kam er auf den Gott zu sprechen, „der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist.“ Er erklärte: „Er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.“ (Apg. 17,24) In kurzen Worten umschrieb er den Sinn und Zweck unseres Daseins: Wir sollen nach Gott fragen, damit wir ihn erfahren können.

Die Botschaft des Lehrtextes, dass Gott jedem nah ist, zeigen auf, wie umfassend dessen Handeln am Menschen ist: „Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ Mit anderen Worten: Alles, was wir tun und sind, findet in Gott statt. Es gibt keine Welt ohne ihn. Es mag Menschen geben, die ohne Gott leben, dennoch ist er da. Und zwar nicht irgendwo in der Ferne, sondern ganz nah.

Unter diesem Aspekt wird die Aufforderung aus dem Losungsvers ganz aktuell. Zu erkennen, „dass der HERR Gott ist“, ist nicht nur für einige besonders Fromme gedacht, denn Gott ist nicht nur einigen wenigen nah, sondern „einem jeden unter uns“, wie Paulus schreibt. Ich wünsche jedem Menschen, diese Nähe wahrzunehmen und mit Gott in Verbindung zu treten, um das Leben zu finden, das Gott in Christus schenkt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Apg. 17,19

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 30.08.2020

Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und die Frucht des Rechtes Sicherheit auf ewig.
Jesaja 32,17

Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.
Römer 14,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gerechtigkeit bringt Frieden

Die Botschaft des heutigen Losungswortes lautet: Gerechtigkeit schafft Frieden. Doch auch der umgekehrte Fall gilt. Wo Unrecht herrscht, da wird in absehbarer Zeit kein friedliches Zusammenleben möglich sein. Zu allen Zeiten und weltweit hat sich diese Wahrheit bestätigt. Da nützt es auch nichts, Unrecht mit Gewalt aufrechtzuerhalten. Wollen Menschen in Sicherheit und Frieden zusammenleben, so ist es unabdingbar, gerecht miteinander umzugehen.

Nun ist der Hintergrund zum Losungswort eigentlich eine Verheißung auf eine Zeit hin, in der Gerechtigkeit herrschen wird. Wie das geschehen kann, wird uns im Lehrtext vermittelt - nämlich überall dort, wo das Reich Gottes in den Herzen der Menschen Raum bekommt. Doch was für eine Art von Gerechtigkeit ist das, die in der Lage ist, Frieden zu schaffen? Ich möchte das an einem Beispiel beleuchten.

Nehmen wir an, in einem Mehrparteienhaus wird jede Mietpartei zu gleichen Teilen verpflichtet, das Treppenhaus zu reinigen. Das erscheint ja zunächst einmal gerecht. Doch in einer Wohnung wohnt eine alleinstehende hochschwangere Frau. Sie schafft das kräftemäßig nicht mehr. Was ist jetzt gerecht? Wenn man sie unter Druck setzt, das Treppenhaus zu reinigen? Oder wenn die Reinigung einfach ausfällt? Nein, gerecht wäre in meinen Augen, wenn jemand für sie einspringt. Denn nur so erfüllt sich das Wort: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Gal. 6,2) Das ist also die Gerechtigkeit, die in der Lage ist, Frieden zu schaffen. Wenn Nachbarn so miteinander umgehen, - und nicht nur in Bezug auf das Treppenhaus - dann wird es wohl kaum Streit geben.

Diese Art der Gerechtigkeit schenkt uns Jesus Christus. Er selbst sprang für uns ein und bezahlte für unsere Schuld. Nun haben wir Frieden mit Gott. Jetzt dürfen wir sein Werk in der Kraft seines Geistes fortsetzen und schaffen so Frieden untereinander.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 29.08.2020

Hiskia wurde todkrank; und er betete zum HERRN. Der redete mit ihm und gab ihm ein Wunderzeichen. Aber Hiskia vergalt nicht nach dem, was ihm geschehen war; denn sein Herz überhob sich.
2. Chronik 32,24-25

Einer unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm.
Lukas 17,15-16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das menschliche Herz

Als ich das erste Mal die Geschichte von König Hiskia las, von seiner Treue zu Gott, seiner schweren Krankheit und von dem Wunder der Heilung, war ich fasziniert - besonders vom Heilungswunder. In einem Gespräch mit einem anderen Christen hörte ich jedoch: „Die Heilung war für Hiskia überhaupt nicht gut, denn danach wurde er stolz und untreu gegenüber Gott.“ Das erstaunte mich, doch genauso lesen wir es im heutigen Losungswort.

Die Frage ist: Weshalb wurde Hiskia stolz, anstatt dankbar zu sein? Nun, den Ursprung fand ich in seinem Gebet, als er noch krank war. Dort betete er: „Ach, HERR, gedenke doch, dass ich vor dir in Treue und mit rechtschaffenem Herzen gewandelt bin und getan habe, was dir wohlgefällt.“ (2.Kön. 20,3) Danach weinte er sehr. Wer könnte solch ein Gebet und den damit verbundenen Schmerz nicht nachvollziehen? Und doch wurden hier die Weichen in Richtung Stolz gestellt. Einerseits war Hiskia von der Gnade Gottes abhängig, denn er konnte sich ja nicht selbst heilen. Doch andererseits klingt in seinem Gebet an, dass Gott ihm gewissermaßen etwas schuldig war. Man könnte es so formulieren: „Gott, das alles tat ich für dich, was tust du nun für mich?“

Als Gott ihn dann heilte, empfing Hiskia das wie einen Lohn - und wer dankt schon seinem Arbeitgeber für den Lohn? Der steht einem doch zu. Ganz ähnlich war es wohl auch bei den zehn Aussätzigen, die Jesus heilte. Nur einer kehrte zurück, wie wir im Lehrtext lesen. Die anderen dachten wahrscheinlich wie Hiskia, dass Gott ihnen etwas schuldig sei. Ihre Heilung war also nicht Gnade, sondern Lohn.

Wie schnell versucht doch das menschliche Herz, die Gnade Gottes umzudeuten und deren Auswirkung sich selbst zuzuschreiben. Ich denke, davor sollten wir uns hüten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 28.08.2020

Gott, du bist mein Gott, den ich suche. Es dürstet meine Seele nach dir.
Psalm 63,2

Jesus spricht: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!
Johannes 7,37

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Suchen und finden

Der Vers, aus dem das heutige Losungswort stammt, lautet in der Fortführung: „Mein ganzer Mensch verlangt nach dir aus trockenem, dürrem Land, wo kein Wasser ist. (Ps. 63,2) David, der Psalmist, befand sich in der Wüste Juda, als er diesen Psalm verfasste. Das, was er äußerlich vor sich sah, benutzte er als Bild, um sein Inneres auszudrücken. Mit allem, was er war, verlangte ihn nach Gott. Deshalb suchte er ihn. Natürlich hatte David auch konkrete Anliegen, die er benannte: Da waren Feinde, die ihm nach Leben trachteten.(1) Doch sein Hauptanliegen war, Gott nahe zu sein.

Im Lehrtext finden wir nun eine Einladung Jesu an alle, die es in diesem Sinne „dürstet“. Doch kurz zuvor hatte er seinen Zuhörern gesagt: „Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen.“ (Joh. 7,33-34) Suchen und nicht finden, wie war das gemeint?

Das fragten sich auch die Menschen damals. Dann aber sprach Jesus eben diese Einladung aus, die wir im Lehrtext lesen. Er versprach denen, die ihm vertrauen, dass aus in ihnen selbst Ströme von lebendigem Wasser fließen sollen.(2) Damit bezog er sich auf den Heiligen Geist, der zu allen kommen soll, die an ihn glauben. Heißt das nun, wir müssen nie wieder dieses Verlangen haben, wie David es beschrieb?

Ich denke, nein. Tatsächlich glaube ich, das Kennzeichen eines geistlich gesunden Lebens ist, Gott immer wieder zu suchen. Die gute Nachricht jedoch lautet, dass wir ihn in Christus finden und er durch den Heiligen Geist direkt in uns ist. Er wird unsere Seele sättigen und es möglich machen, dass von uns Segen ausgeht. Denn er lässt uns nicht nur suchen - er lässt sich auch finden. Das lebendige Wasser, von dem Jesus sprach, hat seine Quelle bei ihm. Wenn wir daraus trinken, sind wir direkt mit ihm verbunden. Und indem wir es weitergeben, helfen wir anderen, Christus zu finden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 63,10 (2)Joh. 7,38

 

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