Gedanken zur Losung für Samstag, den 28.11.2020

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Jesaja 66,13

Jesus spricht: Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.
Johannes 14,18.19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Niemals allein

Das heutige Losungswort zeigt uns besonders deutlich, wie mitfühlend Gott ist. Doch er ist noch mehr. Er ist spürbar anwesend - wie eben eine Mutter, die ihr Kind nicht nur von ferne tröstet. Das Gleiche vermittelt uns ebenfalls der Lehrtext. Jesus Christus verspricht den Seinen, sie nicht allein zu lassen. Was das in unserem Leben bedeuten kann, berichtete z.B. Pastor Wilhelm Busch. Er war Leiter des deutschen CVJM und erzählte 1964 in einem Vortrag von seiner Gefangenschaft unter den Nazis:

„Und ich ging in die Zelle hinein - nun, müssen Sie denken diese Zellen - wir kamen nie in ordentliche Gefängnisse, sondern in die Gefängnisse der Staatspolizei. Das waren besondere Gefängnisse. Ich hatte meistens, außer einmal, eine Zelle, die war so breit, dass, wenn ich die Arme anwinkle, da hatte ich beide Wände in der Hand. So. Da oben ein Fenster; zweieinhalb Schritte hin. Da werden sie nach zwei Tagen wahnsinnig. Nichts zu lesen. Kaum zu essen. Ich dachte, ich werde verrückt in diesen Zellen. - Und dann erlebte ich immer dasselbe. Dass mir auf einmal, an der Grenze des dunklen Reiches, aufging: Mensch, du gehörst doch dem, der dich erkauft hat für Gott. Und Gott lässt sein Eigentum nicht los. Und ich kann es nur so ausdrücken: Dann kam Jesus zu mir in die Zelle.“

So erlebte jemand die Zusage Gottes in einer extremen Situation. Gott lässt uns nicht allein. Er tröstet uns mit seiner Nähe und mit seinem Mitgefühl. Ich denke, dass Jesus gewiss wusste, was seine Jünger und Nachfolger noch alles durchmachen müssen. Manchmal ist es eine äußere Not, manchmal auch eine innere. Was es auch immer sei: Weder Gott der Vater noch der Sohn, Jesus Christus, lassen uns allein. Weil Jesus lebt, sollen auch wir leben. Und was wir erleben, erlebt Christus in uns gleichermaßen mit. Diese Erkenntnis kann uns trösten und lässt uns zuversichtlich nach vorn schauen - denn eines bleibt gewiss: Er verlässt uns nicht.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen


Diese Andachten sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)

Gedanken zur Losung für Freitag, den 27.11.2020

Herr, vor dir liegt all mein Sehnen, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.
Psalm 38,10

Wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt.
Jakobus 1,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Zeiten der Bewährung

Das heutige Losungswort aus einem Psalm Davids gibt uns einen Einblick, wie wir beten können. David schüttet hier sein Herz vor Gott aus, ohne etwas zu beschönigen oder zu dramatisieren. Er spricht von seinen Sünden, die ihn bedrücken, und von seinen Sehnsüchten. Im Grunde kann man sagen, dass David in Gott einen guten Vater sieht, dem man alles erzählen kann. Können wir das auch?

Es kann nämlich passieren, dass wir sowohl Gott als auch anderen Menschen gegenüber nicht ganz aufrichtig sind. Ein falsches Verständnis vom Glauben kann solch ein Verhalten sogar noch beflügeln. Nehmen wir z.B. den Lehrtext, in dem es um Bewährung im Glauben und Geduld geht. Nun, wer möchte nicht als bewährt erscheinen? So kommen wir in Gefahr, einen Glauben vorzuspielen, den wir gar nicht haben, um uns besser darzustellen, als wir sind. Doch ist das überhaupt Glauben? Ich meine, wahrer Glaube führt dazu, dass wir uns weder verstellen noch verstecken müssen. Er lässt nämlich nicht uns als stark dastehen, sondern Gott.

Einen Vers vor dem Lehrvers heißt es: „Meine Brüder und Schwestern, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtung fallt.“ (Jak. 1,2) Anfechtungen sind es nur dann, wenn sie uns fast dazu bringen, vom Weg abzugleiten. Deshalb konfrontieren uns gerade Anfechtungen mit unseren Schwachheiten, unserer Angst und unseren Begierden. Bewährter Glaube, wie ich ihn verstehe, tut nicht so, als ob einem das alles gar nichts ausmacht, sondern vertraut in der eigenen Schwachheit, vielleicht sogar im Versagen, auf die Gnade in Jesus Christus.

Und so kommen wir wieder zurück zu Davids Gebet. Wie er können auch wir uns Gott anvertrauen. Unser Sehnen und Seufzen dürfen wir ihm bringen, unsere Anfechtungen, Zweifel, Siege und Niederlagen. Und weil sich nicht immer alles sofort ändert - weder wir noch die Welt um uns herum - brauchen wir Geduld. So bewährt sich unser Glaube, der sich allein auf die Gnade Gottes in Jesus Christus stützt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 26.11.2020

Nun, unser Gott, wir danken dir und rühmen deinen herrlichen Namen.
1. Chronik 29,13

Sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.
Epheser 5,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott sei Dank!

In den heutigen Bibelversen geht es um Dankbarkeit gegenüber Gott. Für manche Menschen ist das befremdlich. Zwar hört man die Worte „Gott sei Dank!“ häufig, doch nicht selten sind sie eher abstrakt gemeint, im Sinne von „glücklicherweise“. König David, von dem der Losungsvers stammt, meinte jedoch Gott ganz konkret und persönlich. David und sein Volk hatten viel zusammengetragen, um einen Tempel bauen zu können. Dafür dankte er nun Gott. Was er und die Menschen geleistet hatten, sah er aus folgender Perspektive: „Denn was bin ich? Was ist mein Volk, dass wir freiwillig so viel zu geben vermochten? Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir's gegeben.“ (1.Chr. 29,14)

David sah also das, was er hatte und konnte, nicht als Eigenverdienst an, sondern nahm es aus Gottes Hand. Das machte ihn dankbar. Was ist aber, wenn das, womit wir zu tun haben, gar nicht etwas ist, wofür wir dankbar sein können? Im Lehrtext lesen wir eine Aufforderung des Apostels Paulus, die für manchen sperrig klingt. Dank sagen ja - aber „allezeit“ und „für alles“? Müssen wir jetzt mit verkrampftem Lächeln durch schwierige Situationen marschieren, auch wenn es uns innerlich schier zerreißt?

Ich glaube das nicht. Gott ist unser Vater und in Christus unser Erlöser. Diese Tatsache bleibt immer und ist mit ein Grund, warum wir immer dankbar sein können. Das in herausfordernden Umständen nicht aus den Augen zu verlieren, ist geistlich überlebenswichtig. Große Not kann manchmal verursachen, dass wir Gott nicht mehr als Vater erkennen können und an der Erlösung durch Christus zweifeln. Alles andere als die Not erscheint fern und unwirklich. Auch in der Bibel finden wir Menschen, denen es so ging. Wenn sie jedoch begannen, ihr Herz vor Gott auszuschütten, brach nach dem Kummer der Dank hervor.

So dürfen auch wir, wie ich meine, vor Gott kommen und aussprechen, wie es uns geht. Christus in uns wird uns helfen, weiterzugehen - Gott sei Dank!

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 25.11.2020

Ihr trinkt den Wein kübelweise und verwendet die kostbarsten Parfüme; aber dass euer Land in den Untergang treibt, lässt euch kalt.
Amos 6,6

Den Reichen in der gegenwärtigen Welt aber gebiete, nicht überheblich zu sein und ihre Hoffnung nicht auf den flüchtigen Reichtum zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles in reichem Maße zukommen und es uns genießen lässt. Sie sollen Gutes tun, reich werden an guten Werken, freigebig sein und ihren Sinn auf das Gemeinwohl richten. So verschaffen sie sich eine gute Grundlage für die Zukunft, die dazu dient, das wahre Leben zu gewinnen.
1. Timotheus 6,17-19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die richtigen Prioritäten

Die heutigen Losungsverse sprechen eigentlich eine eindeutige Sprache. Man darf aber, wie ich meine, diese Verse nicht so interpretieren, als ob Reichtum oder Wohlstand an sich schon Sünde sei. Es geht vielmehr um die Prioritäten, die sich ein Mensch für sein Leben setzt. Allerdings kann Reichtum eine falsche Sicherheit vermitteln oder dazu führen, dass jemand wie im Losungswort beschrieben nur noch für sein Vergnügen lebt. Davor sollten wir uns hüten. Doch wann sollten wir freigiebig sein und wann dürfen wir das Leben auch mal genießen? Wann sollten wir unsere Zeit in andere investieren und wann auch Zeit für uns haben?

Stellen wir uns einmal einen Tisch vor, auf dem nebeneinander Münzen liegen, sodass sie die gesamte Tischplatte bedecken. Die Tischplatte steht für unsere Zeit, unsere Kraft oder auch die Mittel, die wir haben. Nun geschieht etwas, was meine Zeit, meine Kraft oder meine Mittel in Anspruch nehmen würde, wenn ich darauf eingehe. Ich könnte jetzt sagen: „Der Tisch ist schon voll - da geht nichts mehr.“ Ich könnte mir aber auch Zeit nehmen, Kraft oder Geld investieren. Das wäre dann in dem Bild vom Tisch wie eine weitere Münze, für die ich in der Mitte des Tisches andere Münzen beiseiteschiebe. Das kann dazu führen, dass Münzen am Rand des Tisches herunterfallen. Das nehme ich in Kauf, denn das sind die nicht so wichtigen Dinge, für die ich jetzt weder Zeit noch Mittel mehr habe.

Es geht also darum, heute das zu tun, was heute aus Gottes Sicht wichtig und richtig ist.

Dazu wünsche ich uns Weisheit und Mut,
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 24.11.2020

Aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Psalm 98,3

Zündet man denn ein Licht an, um es unter den Scheffel oder unter die Bank zu setzen? Und nicht, um es auf den Leuchter zu setzen?
Markus 4,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Alle sollen es sehen

Ich kann Menschen verstehen, die erst einmal skeptisch auf das Evangelium Jesu Christi reagieren. Vieles klingt für sie fremd, wie z.B., dass Jesus stellvertretend für uns starb, oder die Wunder, die in der Bibel beschrieben werden. Dazu kommen noch Entartungen in Kirchen und in der Kirchengeschichte oder zweifelhaftes Verhalten von bekennenden Christen. Für Außenstehende sind die Aussagen der Bibel zunächst einmal nur Behauptungen. Gerade heute wird häufig im Brustton der Überzeugung auch sehr Gegensätzliches behauptet. Ist das Evangelium auch nur eine Mutmaßung unter vielen?

Die heutigen Bibelverse haben darauf eine aufschlussreiche Antwort. Gott selber macht sich erkennbar! Nicht nur für Gläubige, sondern für alle Menschen. Wie der Psalmist erwarten auch wir Christen, dass eine Zeit kommen wird, in der „aller Welt Enden das Heil unsres Gottes“ sehen werden. Und ich glaube, zu einem Teil ist diese Zeit schon da - das können wir im Umfeld des Lehrtextes entdecken.

Dem Sinn nach geht es in dieser Bibelstelle darum, dass alles ans Licht kommen wird. Unter anderem auch, wes Geistes Kind wir sind. Dieselbe Aussage des Lehrtextes taucht ebenfalls in der Bergpredigt auf, wo Jesus sie noch einmal genauer erläutert. Zunächst sagt er etwas über diejenigen, die an ihn glauben: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Matt. 5,14) Dann erklärt er, was dieses Licht bewirkt: „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matt. 5,16) Hier schließt sich der Kreis: Menschen werden erkennen, dass Gott durch uns wirkt. Deshalb preisen sie nicht uns, sondern ihn, wenn sie unsere guten Werke sehen.

Wir müssen weder Gott noch die Wahrheit des Evangeliums beweisen. Gott beweist sich selbst - teilweise aber auch durch uns. Deshalb finde ich es wichtig, Christi Wort und Geist in uns Raum zu geben, damit seine Liebe in Wort und Tat aus uns herausleuchtet.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 23.11.2020

Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.
Jesaja 57,15

Jesus sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Markus 6,34

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes tiefes Mitgefühl

In den heutigen Bibelversen kann man sehr gut erkennen, dass Gott ganz besonders auf diejenigen achthat, die erschöpft, ausgelaugt und schutzbedürftig sind. Bei ihnen will er wohnen, ihnen will er nahe sein und sich um sie kümmern, damit sie wieder aufatmen können, so die Botschaft des Losungsverses. Im Lehrtext sehen wir, dass es Jesus nicht kalt ließ, als die Menschen ihm verzweifelt nachliefen. Ursprünglich hatte er sich mit den Jüngern zurückziehen wollen, die kaum mehr zum Essen kamen, da ständig so viele Leute kamen und gingen. Deshalb fuhren sie mit dem Boot an eine einsame Stelle. Doch das Volk hatte das mitbekommen, machte sich von überallher auf den Weg und kam sogar vor ihnen am Zielpunkt an.(1)

Auf der einen Seite waren nun die Jünger, völlig ausgelaugt vom Dienst. Auf der anderen Seite waren Menschen, die ebenfalls zutiefst bedürftig waren. Immerhin hatten sie sich ja voller Erwartung auf den Weg gemacht. Was würde Jesus nun tun? An dieser Stelle zeigt sich, wes Geistes Kind er war: Er war der Sohn dessen, der bei denen wohnen will, die traurig und bedrückt sind. Ihnen will er neuen Mut geben und sie wieder mit Hoffnung erfüllen. Mit anderen Worten: Gottes Mitgefühl galt sowohl den Jüngern als auch dem Volk. Jesus versorgte sie alle. Zuerst nahm er sich viel Zeit, ihnen Gottes Botschaft zu erklären. Und dann vollbrachte er ein Wunder und versorgte sie mit Essen.(2) Doch was bedeutet all das für uns?

Ich glaube, Gott ist heute noch derselbe. Sein Mitgefühl, seine Zuwendung und seine Versorgung gelten immer noch denen, die sie brauchen und auch haben wollen. Das sind zum einen die, die ihm als Jünger nachfolgen. Aber auch diejenigen, die einfach dazukommen, um Hilfe zu erfahren - auch sie sollen die gute Nachricht hören, dass Gott es gut mit ihnen meint.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Mark. 6,31-33 (2) Mark. 6,37-44

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 22.11.2020

Ich, ich bin der HERR, und außer mir ist kein Heiland.
Jesaja 43,11

Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.
Epheser 4,5-6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Eine und Einzige

Die heutigen Losungsverse betonen die Einzigartigkeit Gottes. Im Losungswort steht: „Außer mir ist kein Heiland.“ Die meisten Übersetzungen benutzen statt „Heiland“ das Wort „Retter“. Allerdings macht das Wort „Heiland“ besonders deutlich, worum es bei der Rettung geht: Gott heilt die Verbindung zwischen ihm und uns. Das kann nämlich nur er tun.

Im Lehrtext geht es erst einmal um die Einheit der Gemeinde in Glauben und Bekenntnis. Kurz zuvor heißt es: „Setzt alles daran, die Einheit zu bewahren, die Gottes Geist euch geschenkt hat; sein Frieden ist das Band, das euch zusammenhält.“ (Eph. 4,3) Interessant ist, dass wir diese Einheit nicht erzeugen, sondern wie ein Geschenk bewahren sollen. Was das beinhaltet, beschreibt der Lehrtext.

„Ein Herr“ - damit ist Jesus Christus gemeint.

„Ein Glaube“ - das bedeutet im Kern, dass wir Jesus Christus als Sohn Gottes und unseren Herrn und „Heiland“ erkennen und ihm und seinem Wort völlig vertrauen.

„Eine Taufe“ - da wird es schon schwieriger. Nach meinem Verständnis geht es hier jedoch nicht um die Taufform, sondern um die Taufbedeutung. So heißt es z.B.: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.“ (Gal. 3,27) Die Taufe ist also ein äußerliches Zeichen für ein inneres Geschehen, dass wir uns nämlich eindeutig mit Jesus Christus verbinden - sowohl im Sterben als auch in der Auferstehung.(1) Damit bekennen wir, dass die Einzigartigkeit Gottes untrennbar mit der Person Jesu Christi verbunden ist.

Zum Schluss heißt es: „ein Gott und Vater aller“, der über allen, durch alle und in allen ist. Gott ist nicht nur Schöpfer, sondern auch Vater. Was für eine Botschaft! Gott ist also absolut einmalig und einzigartig. Und wir dürfen durch Jesus Christus zu ihm gehören. Auch das ist einzigartig. Daran lasst uns festhalten, wenn wir uns in unserer Verschiedenartigkeit begegnen. Wenn wir zu diesem Gott gehören, gehören wir auch zusammen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 21.11.2020

Gott, deine Güte ist besser als Leben.
Psalm 63,4

Wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.
1. Johannes 4,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die wahre Natur Gottes

Die heutigen Losungsverse sprechen zentrale Eigenschaften Gottes an - seine Güte und seine Liebe. Dabei ist die Liebe nicht nur eine von vielen Eigenschaften, sondern so zentral, dass der Apostel Johannes im heutigen Lehrtext Gott selber damit identifizierte: „Gott ist Liebe!“

Das hat weitreichende Auswirkungen - z.B. auf die Frage: Wann ist ein Mensch mit Gott verbunden? Wenn er betet? Oder wenn er sich zu Gott bekennt? Oder wenn er gottgemäß lebt? All das ist zwar richtig, trifft aber nicht den Kern. Der Kern ist: „Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ Wann also sind oder bleiben wir in der Liebe?

Zunächst einmal spricht Johannes nicht von unserer Liebe zu Gott, sondern von dessen Liebe zu uns.(1) Oft meinen wir, dass jemand besonders gläubig oder hingegeben ist, wenn er Gott und Jesus Christus über alles liebt. Doch Johannes stellt klar, dass wir Gott nicht lieben könnten, hätte Gott uns nicht zuerst geliebt. Unser Glaube besteht also nicht in dem, was wir für Gott tun, sondern in dem, was er für uns getan hat und immer noch tut.

Doch bleibt Johannes an diesem Punkt nicht stehen. Er sagt, dass diese geschenkte Liebe weiterfließen muss. So lesen wir: „Meine Freunde, da Gott uns so sehr geliebt hat, sind auch wir verpflichtet, einander zu lieben.“ (1.Joh. 4,11) Das bedeutet es also, in der Liebe zu sein und zu bleiben. Einander so zu lieben, wie Christus uns liebt - in Hingabe, sich selbst zurückstellend und indem wir unseren Nächsten in unser Leben mit einbeziehen.

Wenn wir nun sehen, dass wir Probleme damit haben, so nützt es meiner Ansicht nach kaum etwas, die Zähne zusammenzubeißen und uns zur Liebe zu zwingen. Wir können nur das weitergeben, was wir empfangen haben. Strecken wir uns also erneut nach dieser Liebe Gottes, ja nach Gott selbst aus, denn „Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Joh. 4,10

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 20.11.2020

Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein.
Daniel 2,21

Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker. Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen?
Offenbarung 15,3-4

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott regiert

Die heutigen Bibelverse weisen darauf hin, dass Gott - und nur er - die Dinge in seiner Hand hat. Selbst der mächtigste Mensch auf der Erde hat nur so lange Macht, wie Gott sie ihm zugesteht, auch diejenigen, die an der Macht kleben oder versuchen, sie an sich zu reißen. Gott ist es, der Gewalt über Zeiten und Veränderungen hat. Das mag uns manchmal aufgrund der Vergangenheit und auch Gegenwart anders erscheinen. Offensichtlich gab und gibt es viele, die mit aller Macht herrschen wollen.

Zur Zeit Daniels, von dem der Losungsvers stammt, herrschten die Babylonier. Daniel, der an den Hof des damaligen Königs Nebukadnezar verschleppt worden war, deutete diesem einen Traum, der den König sehr beunruhigt hatte. Letztlich ging es um verschiedene Herrschaftsreiche, die aufeinanderfolgten, angefangen bei den Babyloniern. In dem Traum und auch in der Deutung waren sie das stärkste Reich. Und doch waren sie die Ersten, die verschwinden sollten. Auch die darauf folgenden Reiche würden nur zeitweilig bestehen.(1)

Dann aber kündigte Daniel eine Wende an: „Aber zur Zeit dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und zerstören; aber es selbst wird ewig bleiben.“ (Dan. 2,44) Christen deuten dies als Hinweis auf das Kommen Christi. Als Jesus Christus auf die Erde kam, war das römische Weltreich an der Macht. Vor seiner Kreuzigung stand Jesus dann vor dem Römer Pilatus, der ihn mit einem Hinweis auf seine Macht zum Reden bringen wollte. Jesus antwortete: „Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben her gegeben wäre.“ (Joh. 19,11)

Das Römische Reich und Pilatus sind längst vergangen. Doch Christus ist auferstanden und sein Reich wächst täglich! Ja, Gott regiert.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Dan. 2,31-43

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 19.11.2020

Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!
Psalm 34,9

Kommt, alles ist schon bereit!
Lukas 14,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Freundlichkeit Gottes

Psalm 34, aus dem das heutige Losungswort stammt, ist ein Loblied Davids. Gott hatte ihn aus großer Not errettet, als er vor Saul in das Land Gat geflohen war. Da jedoch erkannten ihn einflussreiche Leute und meldeten es ihrem König. Deshalb stellte David sich wahnsinnig, um nicht getötet oder gefangen genommen zu werden. Man muss sich einmal die Spannung vorstellen, in der er sich in diesem Moment befand. Würde der König von Gat ihm das abnehmen und ihn verschonen? Tatsächlich geschah es und so entstand dieser Psalm.

Den sang er aber nicht nur für sich, sondern ermutigte alle anderen, Gott zu vertrauen: „Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!“ David sah seine Rettung nicht als einen Beweis dafür, dass Gott es gut mit ihm meinte. Sie war vielmehr eine Bestätigung dessen, was David schon immer glaubte. Deshalb kam er auch nicht auf den Gedanken, sich selbst oder seine Schauspielkunst zu rühmen. Nein, es war Gottes Freundlichkeit, die David rühmte.

Es gibt etliche Begriffe, mit denen Menschen manchmal versuchen, Begebenheiten ohne Gott zu erklären. Einer davon ist das Wort „Zufall“. Ein anderer ist „Fügung“. Doch wenn wir Gott vertrauen, so vertrauen wir darauf, dass wir seine Freundlichkeit erleben dürfen. Was sind schon Zufall oder Fügung? Beide können wir weder ansprechen noch spüren. Doch Gott können wir sowohl ansprechen als auch spüren. Deshalb heißt es: „Schmecket und sehet …“, und nicht nur „Glaubet …“

Auch im Lehrtext geht es um das Vertrauen in die Freundlichkeit Gottes. Er ist Teil eines Gleichnisses Jesu und handelt von einem Herrn, der seine Gäste zu einem Mahl einladen wollte. Alles war bereit - doch keiner kam. Jeder hatte eine gute Entschuldigung, aber unterm Strich kam keiner in den Genuss des Mahls. Dann lud der Herr noch einmal irgendwelche Leute ein. Die kamen und hatten Anteil.

So komme ich heute zu dem Schluss: Wenn wir vertrauen, haben wir Anteil an Gottes Freundlichkeit!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 18.11.2020

HERR, unser Gott, es herrschen wohl andere Herren über uns als du, aber wir gedenken doch allein deiner und deines Namens.
Jesaja 26,13

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Apostelgeschichte 5,29

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Keine leichten Entscheidungen

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. In ihm wird die Antwort der Apostel vor dem Hohen Rat der Juden beschrieben, als man ihnen vorwarf, trotz Verbot immer noch im Namen Jesu zu predigen. Daraufhin gab Petrus zu verstehen, dass der Hohe Rat hier seine Befugnisse überschreitet. Niemand kann etwas verbieten, was Gott zuvor befohlen hat. Das wussten im Grunde auch die Mitglieder des Hohen Rates. Sie glaubten nur nicht, dass es Gottes Auftrag war, den Namen Jesu zu verkündigen.

Dieser Konflikt ist bis heute aktuell. Es gibt Länder, in denen es verboten ist, das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen. Den Christen dort geht es so, wie es im heutigen Losungswort beschrieben wird. Sie werden von anderen Herren beherrscht, lassen sich aber nicht von Jesus Christus abbringen. Wer die Liebe Gottes in Christus einmal erlebt hat, kann sie nicht einfach wieder wegleugnen. Den Glauben kann man nicht verbieten. Er verbindet uns mit Gott, und dieses Band ist stärker als alle weltliche Macht.

Trotzdem stellt sich die Frage, ab wann wir denn Gott mehr gehorchen sollen als Menschen. Bis wohin sollen wir staatlichen Anordnungen folgen? Es gibt viele Beispiele, wo Christen den Anordnungen der Regierungen widerstanden haben, wie z.B. im Dritten Reich, in der DDR oder auch in der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Aber wie ist es bei einem Arzt, der sich weigert, Abtreibungen vorzunehmen? Und dann gibt es ja auch noch Leute, die dieses Gebot als Freibrief benutzen, um ihr ungesetzliches Handeln zu rechtfertigen. All das erleben wir hier und heute.

Nun, wir sind vor Gott und vor Menschen verantwortlich. Oft ist das Ganze eine Gratwanderung und wir brauchen einmal mehr den Geist Christi, Weisheit und Demut, damit wir nicht unsere eigenen Ansichten und Neigungen mit Gottes Auftrag verwechseln. Doch ebenso brauchen wir Mut, unseren Glauben an Jesus Christus nicht durch unser Handeln zu verleugnen.

Gott schenke uns diesen Mut,
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 17.11.2020

Um meines Namens willen halte ich meinen Zorn zurück, und um meines Ruhmes willen bezähme ich mich zu deinen Gunsten, dass ich dich nicht ausrotte.
Jesaja 48,9

Gott hat uns errettet und uns berufen mit heiligem Ruf, nicht aufgrund unseres Tuns, sondern aufgrund seiner freien Entscheidung und seiner Gnade, die uns in Christus Jesus zugedacht wurde.
2. Timotheus 1,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Aufgrund seiner freien Entscheidung

In den heutigen Bibelversen sehen wir mehr als deutlich, dass Gottes Gnade in keinster Weise auf Menschen zurückzuführen ist, sondern ausschließlich auf ihn selbst. Der Losungsvers war an die Israeliten gerichtet. Gott ließ ihnen durch Jesaja sagen: „Ich weiß, dass du hart bist und dein Nacken eine eiserne Sehne ist und deine Stirn ehern.“ (Jes. 48,4) So ignorierten sie beispielsweise Dinge, die er ankündigen ließ, und forderten dadurch Gottes Zorn heraus. Wie wir aber dem Losungsvers entnehmen können, beschloss Gott bei sich selbst, seine Handlungen nicht vom Fehlverhalten seiner Kinder bestimmen zu lassen. Sein Name und seine Ehre sollten entscheidend sein und bleiben.

Das ist die Basis für das, was wir im Lehrtext lesen. Gottes Errettung geschieht „aufgrund seiner Entscheidung“. Was wir tun oder auch lassen, hat keinen Einfluss darauf. Denn der Plan zur Errettung ist sehr viel älter als wir. Lange, bevor es die Welt gab, entschied Gott, „uns durch Christus Jesus seine Gnade zu zeigen.“ (2.Tim. 1,9 Neues Leben Bibel)

Die Frage ist also nicht, was wir tun können, damit Gott uns rettet, oder lassen müssten, damit er uns nicht verdammt. Sondern was wir tun, wenn er uns seine Rettung durch Christus offenbart. Der Apostel Paulus, von dem der Lehrtext stammt, war da in seinem Brief an Timotheus sehr klar. Er wusste sich berufen und war bereit, alles zu tun, was nötig war, um Christi Botschaft zu verbreiten. Alles - das beinhaltet auch Leiden. Aus der Apostelgeschichte wissen wir, dass Paulus‘ Weg Leid mit einschloss.

Doch derjenige, durch den wir die Errettung empfangen, nämlich Jesus Christus, war ebenfalls bereit, alles für uns zu geben, und das aus freien Stücken. Er sagte „Ja“ zu uns. Wie wird unsere Antwort ausfallen?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 16.11.2020

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR.
3. Mose 19,18

Bleibt fest in der brüderlichen Liebe. Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.
Hebräer 13,1-2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nächstenliebe

Das heutige Losungswort ist ein zentrales Gebot des Neuen Testaments, stammt aber interessanterweise aus dem Alten Testament. Jesus Christus bezeichnet es zusammen mit dem Gebot der Liebe zu Gott als das Gebot, in dem sich alle anderen Gebote einschließen. Alles, was wir also in der Bibel an zwischenmenschlichen Geboten und Anordnungen lesen, sollte im Licht dieses Gebotes betrachtet werden. Doch was bedeutet es eigentlich?

Im Grunde geht es hier um zwei Begriffe: „Der oder die Nächste“ und „Liebe“. So fragte jemand einmal Jesus Christus, wer denn unser Nächster sei. Man kann dieses Gebot ja auch aushebeln, wenn man in bestimmten Personen einfach nicht den „Nächsten“ sieht. Daraufhin erzählte Jesus das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Zum Schluss kam eine überraschende Frage: „Wer von den dreien - der Priester, der Levit oder der Samariter - war nun deiner Meinung nach der Nächste für den Mann, der von Räubern überfallen wurde?“ (Luk. 10,36) Jesus definiert hier den Nächsten also nicht als die Person, der ich mich nahe fühle, sondern als die Person, die mich braucht. Darüber kann man schon einmal länger nachdenken.

Der andere Begriff ist „Liebe“. Auch das Gebot der Liebe kann man aushebeln, indem man sagt: „Ich kann ja meinen Nächsten nicht lieben wie mich selbst, wenn ich mich selbst nicht liebe.“ Es gibt aber noch eine andere Formulierung dieses Gebotes: „Geht so mit anderen um, wie die anderen mit euch umgehen sollen.“ (Matt. 7,12a) Wenn ich in der Haut des anderen stecken würde, wie würde ich wünschen, dass man mit mir umgeht? Durch diesen Perspektivwechsel wird sehr schnell klar, wie ich denken und handeln sollte.

Wenn wir nun all das beherzigen, ist der Lehrtext fast selbsterklärend. Wer freut sich nicht über geschwisterliche Liebe oder darüber, eingeladen zu werden? Also tun wir es. Wer weiß, ob nicht auch wir dabei unwissentlich Boten Gottes aufgenommen haben?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 15.11.2020

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.
Micha 6,8

Jage nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen.
2. Timotheus 2,22

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Aus reinem Herzen

Das heutige Losungswort bringt auf den Punkt, was Gott von jedem Menschen erwartet. Betrachten wir diesen Vers allerdings genau, so fällt auf, dass in dieser Aufzählung religiöse Zeremonien und Opferhandlungen gänzlich fehlen. Diese hatte der Prophet Micha jedoch nicht vergessen. Zwei Verse zuvor sagte er: Das Volk fragt: „Wie können wir dem Herrn, dem großen Gott, begegnen? Sollen wir einjährige Rinder als Opfer für ihn verbrennen, wenn wir ihn anbeten wollen?“ (Mich. 6,6) Die Menschen zu Michas Zeit wollten Gott also mit ihren Opfergaben zufriedenstellen. Doch darum geht es Gott nicht, wie wir im Losungsvers erkennen können. Gott geht es vor allem um unser Herz.

Aufforderungen wie „Gottes Wort halten“, „Liebe üben“ oder „demütig vor Gott sein“ sind keine direkten Handlungsanweisungen. Um z.B. Gottes Wort zu halten, müssen wir den Sinn seines Wortes auf die jeweilige Situation übertragen können. Das ist nicht immer leicht. Doch wenn uns die Liebe zu Gott und zu Menschen treibt und wir uns selbst nicht so wichtig nehmen, können wir getrost dem folgen, was wir als richtig erkennen.

Auch der Lehrtext spricht von Gesinnungen, denen wir nachjagen sollen. „Gerechtigkeit“, „Glauben“, „Liebe“ und „Frieden“ müssen in einer konkreten Situation erst mit Inhalt gefüllt werden. Deshalb ist unsere Herzenshaltung so wichtig - „aus reinem Herzen“.

Wer nun minutiös wissen möchte, was Gott von ihm will, und für jede Situation eine genaue Handlungsanweisung haben möchte, wird hier keine Antwort finden. Doch wenn wir Christen uns unter die Leitung des Geistes Christi begeben, werden sich all diese Begriffe mit Inhalt füllen. Dann werden wir z.B. wissen, wie wir konkret den Frieden mit unserem Nachbarn suchen können. In diesem Sinne, meine ich, können wir zuversichtlich unser Leben als Christen gestalten.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 14.11.2020

HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.
Psalm 92,6

Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann, dem sei Ehre und ewige Macht! Amen.
1. Timotheus 6,15-16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Einzigartig und Ehrfurcht gebietend

In den heutigen Bibelversen wird Gott in einer Weise beschrieben, die zeigt, dass er mit nichts und niemandem vergleichbar ist. Seine Werke sind gewaltig, seine Gedanken unermesslich. Er ist der Herrscher aller Herren, die ja doch alle sterben müssen. Gott ist derjenige, „der allein Unsterblichkeit hat“, wie es im Lehrtext heißt. Was bedeutet all das für uns, die wir eben nicht so sind?

Im Folgevers des Losungsverses sagt der Psalmist: „Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr begreift es nicht.“ (Ps. 92,7) Mit anderen Worten: Man kann Gottes Macht auch abstreiten. Es ist jedoch nicht klug, das zu tun. Denn ob etwas existiert, hängt nicht davon ab, ob wir daran glauben, sondern ob es da ist oder nicht. Sollte Gott nicht existieren, wäre es unsinnig, an ihn zu glauben.

Der Apostel Paulus, von dem der Lehrtext stammt, argumentierte zu diesem Thema einmal so, dass Christen die bedauernswertesten Menschen auf Erden sein müssten, wenn Christus nicht von den Toten auferstanden wäre. Unser Glaube wäre dann vergeblich.(1) Doch dann heißt es geradezu triumphierend: „Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten.“ (1.Kor. 15,20)

Der Glaube an Christus und seine Auferstehung ist das Tor zur Realität Gottes. Wer Christus erkennt, erkennt Gott. Eben den Gott, wie er im Lehrtext beschrieben wird, den ich nur als einzigartig und Ehrfurcht gebietend bezeichnen kann. Und gleichzeitig ist Gott derjenige, der uns in Christus mit Liebe und Barmherzigkeit begegnet. Wer das glaubt und in seinem Innern begreift, kann mehr und mehr verstehen, was der Psalmist meinte, als er sagte: „HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.“ Gott wie Paulus für alles die Ehre zu geben, ist meiner Meinung nach dann die einzig angemessene Reaktion.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Kor. 15,17-19

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 13.11.2020

Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen.
Jesaja 44,3

Petrus sprach: Euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.
Apostelgeschichte 2,39

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Geist Gottes

Das heutige Losungswort ist eine der prophetischen Ankündigungen für die Ausgießung des Heiligen Geistes. Der Lehrtext berichtet von ihrer Erfüllung. Als zu Pfingsten der Heilige Geist über die Jünger Jesu kam, versammelten sich viele Menschen. Viele von ihnen wollten wissen, was sie jetzt tun sollen. Die Antwort des Petrus war: „Kehrt um, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ (Apg. 2,38) Dann machte er ihnen Mut, wie wir im Lehrtext lesen können.

Was bedeutet es eigentlich, die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen? Ist Gott nicht sowieso immer anwesend? Und was ist so besonders daran, dass der Heilige Geist nun für alle da ist? Ich möchte das an einer biblischen Begebenheit verdeutlichen:(1)

Als das Volk Israel sich noch in der Wüste befand, fingen sie wieder einmal an, sich zu beklagen. Sie wollten Fleisch essen, doch da war keines. Das machte Mose große Mühe und er beklagte sich bei Gott, warum er allein die Bürde dieses Volkes tragen soll. Zwar waren da viele Helfer, doch keiner trug wirklich die Bürde für die Menschen und deren Belange. Daraufhin sagte Gott, Mose solle sich 70 Leiter aussuchen. Er würde vom Geist des Mose nehmen und ihn auf die anderen 70 ausgießen.

Auf diese Weise wurden aus Helfern Mitträger, die im Herzen die gleiche Bürde trugen wie Mose. Vor diesem Ereignis war Mose zwar präsent, doch erst nach dieser Ausgießung wurde sein Herzensanliegen auch das Herzensanliegen seiner Leute. Genauso sehe ich die Ausgießung des Heiligen Geistes. Er ist ja der Geist Jesu, der nun sein Herzensanliegen in unsere Herzen legt. Das ist, wie ich meine, die Essenz dessen, was zu Pfingsten begann. Jeder ist eingeladen, daran teilzuhaben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 4.Mos. 11,4-29

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 12.11.2020

Wir, dein Volk, die Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für.
Psalm 79,13

So lasst uns nun durch Jesus Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.
Hebräer 13,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Frucht der Lippen

Der Psalm, aus dem das heutige Losungswort stammt, beginnt mit einem Aufschrei. Der Autor Asaf beschreibt die Schrecken eines Krieges, als er miterleben musste, wie Menschen einfach niedergemacht und selbst im Tod noch entwürdigt wurden. In seinem Gebet fließen zwei Bitten zusammen. Zum einen die schlichte Bitte um Hilfe und Rettung vor den feindlichen Horden. Doch zum anderen appelliert er an die Ehre Gottes. Nach dessen Namen war ja Asafs Volk benannt. Die umgebenden Völker wissen, dass Israel an den unsichtbaren Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs glaubt. Deshalb fragt Asaf: Warum lässt du die Heiden sagen: „Wo ist nun ihr Gott?“ (Ps. 79,10a)

Doch auch in seiner Not und Verlassenheit hält er daran fest, dass sein Volk zu Gott gehört. Deshalb klingt das Losungswort so, als ob es in einem ergreifenden Gottesdienst oder nach einer gelungenen Ernte gesungen wäre. In Wahrheit aber lobt Asaf Gott inmitten von Schrecken und Tod.

Was wir sagen, ist offensichtlich nicht unerheblich. Der Lehrtext spricht von der Frucht der Lippen. Im Vorfeld finden wir hier erstaunliche Aussagen: „So litt und starb auch Jesus außerhalb der Stadttore, um sein Volk durch sein vergossenes Blut zu heiligen. Lasst uns deshalb zu ihm hinausgehen, vor das Lager, und die Schande tragen, die er auf sich nahm. Denn diese Welt ist nicht unsere Heimat; wir erwarten unsere zukünftige Stadt erst im Himmel.“ (Hebr. 13,12-14) Wir werden also aufgefordert, um Christi Willen auch zu leiden oder verachtet zu werden. Denn wir blicken nicht nur auf das Leben hier, sondern auf das ewige Leben bei Gott.

Wenn ich das auf mich wirken lasse, so glaube ich, dass „die Frucht der Lippen“ nicht nur ein schönes Lied oder Gebet in einer warmen Kirche ist, sondern wahrhaftige Worte der Dankbarkeit und der Liebe, unabhängig davon, wie gut es uns gerade geht. Daran möge man uns als Christen erkennen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 11.11.2020

Besser wenig mit der Furcht des HERRN als ein großer Schatz, bei dem Unruhe ist.
Sprüche 15,16

Was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele?
Markus 8,36

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Schaden an der Seele

Die heutigen Losungsverse beschäftigen sich damit, welche Prioritäten uns nutzen und welche uns schaden. Der große Schatz, von dem im Losungsvers die Rede ist, ist nicht von vornherein etwas Schlechtes. Und auch „die ganze Welt zu gewinnen“, wie es im Lehrtext heißt, ist nicht unbedingt verwerflich. Meiner Meinung nach geht es um das, was da möglicherweise mit im Schlepptau ist.

Im Losungsvers selbst wird das mit „Unruhe“ bezeichnet. In den umliegenden Versen wird benannt, wie das aussehen kann: unglücklich sein, erfüllt von Zorn und Hass. Aber auch Faulheit wird da genannt.(1) Welcher große Schatz ist so etwas wert? Glück, Liebe und Versöhnlichkeit sind nicht mit allem Geld der Welt aufzuwiegen. Sie sind auch nicht mit einem noch so großen Schatz zu kaufen, da sie ihren Ursprung nicht in dieser Welt, sondern bei Gott haben.

Im Umfeld des Lehrtextes geht Jesus Christus auf diese Zusammenhänge ein. Als er den Jüngern von seinem zukünftigen Leidensweg erzählte, nahm ihn Petrus beiseite. Leiden - das konnte doch nicht Gottes Wille sein. Doch Jesus sagte: „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's erhalten.“ (Mark. 8,34-35) Dann stellte er die Frage, was es dem Menschen nützt, wenn er die Welt gewinnt, aber seine Seele Schaden nimmt.

Ich halte das für eine der grundlegendsten Herausforderungen in unserem Glaubensleben. Es zeigt, dass es möglich ist, Wesentliches zu vertauschen - mit fatalen Folgen. Immer dann, wenn der große Schatz, das Gewinnen der Welt oder die Sorge um das eigene Wohl sich in den Vordergrund schiebt, besteht die Gefahr, dass unsere Nachfolge Christi darunter leidet und wir Schaden an unserer Seele nehmen. Wie gut, wenn Gott dann zu uns redet und wir auf ihn hören.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Spr. 15,15-19

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 10.11.2020

Wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft!
Psalm 86,16

Mein Gott aber wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.
Philipper 4,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Eine Frage der Perspektive

Liest man Psalm 86 - aus dem das heutige Losungswort stammt - als Ganzes, so wird deutlich, dass David sich völlig von der Hilfe Gottes abhängig fühlte. Er bat eigentlich wie ein Kind, das nicht in der Lage ist, sich selber zu helfen. Doch beten wir heute noch so? Sind wir nicht größtenteils in der Lage, uns selber zu helfen? Selbst das Coronavirus hat bisher noch nicht dazu geführt, dass alle Glocken läuten und in der Zeitung steht: „Jetzt hilft nur noch beten!“

Wir fühlen uns den Dingen bei weitem nicht mehr so ausgeliefert, wie das vielleicht früher einmal der Fall war. Insofern stellt sich die Frage, welche Relevanz die heutige Losung überhaupt noch für uns hat. Welche Gnade und Kraft benötigen wir in heutiger Zeit eigentlich von Gott und welchen Mangel füllt denn die Herrlichkeit Christi aus? Haben wir nicht fast mehr als genug?

Ich meine, alles hängt davon ab, aus welchem Blickwinkel wir unser Leben betrachten. Schauen wir darauf, ob wir gesund sind, ein gutes Einkommen und eine intakte Beziehung haben, könnten viele sagen, dass sie keinen Mangel haben. Natürlich könnte man von allem noch mehr gebrauchen, doch ich glaube nicht, dass es darum in den Losungsworten geht. Es geht hier eher um eine existenzielle Hilfe, die nur Gott uns geben kann.

Schauen wir aber einmal auf unsere Berufung, auf die Frage, wofür wir überhaupt leben, so sieht das alles schon anders aus. Ein Lebensziel für uns Christen ist, wie ich meine, in den Charakter Jesu Christi hineinzuwachsen. In diesem Punkt sind wir völlig von Gott abhängig. Hier brauchen wir seine Gnade, seine Kraft, und dass er unseren Mangel ausfüllt. Übrigens auch ganz praktisch. Denn wer zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachtet, vertraut darauf, dass Gott den materiellen Mangel, der daraus entstehen kann, ausfüllt. Solch ein Weg ist nicht einfach aus eigener Kraft machbar, doch er ist sinnerfüllt und unvergänglich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 09.11.2020

Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten, ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten.
Jesaja 65,1

So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.
Römer 3,28

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Finden, ohne gesucht zu haben

Das heutige Losungswort ist ein gewaltiger Zuspruch Gottes an alle Menschen. Es ist schon erstaunlich, was der Prophet Jesaja hier empfing. Sehr viele Botschaften im Alten Testament lauten ungefähr so: „Wenn du so und so handelst, dann wird Gott so und so handeln.“ Es sind sogenannte „Wenn-dann“ Botschaften. Doch hier im Losungswort ist alles anders: Gott öffnet seine Tür ohne Vorbedingungen.

Die gleiche Botschaft lesen wir im Lehrtext. Auch hier wird unsere Gerechtigkeit nicht an Vorbedingungen festgemacht. Wir müssen einfach nur dem glauben, was Gott uns hier zuspricht. Doch wie funktioniert das eigentlich, dass jemand Gott sucht, der gar nicht nach ihm fragt? Dass jemand Gott findet, der eigentlich nicht nach ihm sucht?

Ich will es einmal an einem Beispiel verdeutlichen. In einer Zeitschrift las ich einen Artikel über sogenannte Scheidungskinder. Hatte die Scheidung ihrer Eltern Auswirkungen auf ihr späteres Leben? Ein Mann berichtete, dass er sehr gut mit dem Leben zurechtkam. Doch dann wurde er einmal zu einer Familie zum Essen eingeladen. Dort erlebte er eine intakte Familie, in der alle zusammenhielten. Das beeindruckte ihn so tief, dass er von nun an auch solch eine Familie anstrebte. Er hatte nicht gefragt und doch wurde er plötzlich suchend. Er hatte nicht gesucht und hat doch etwas gefunden.

So, glaube ich, können wir das Losungswort verstehen. Menschen - vielleicht ja wir selbst -, die es nicht für nötig hielten, nach Gott zu fragen, kommen in Kontakt mit der Liebe Christi. Plötzlich wird alles anders. Es ist, als ob sich eine neue Dimension in unserem Leben auftut. Gott ist wirklich da, er liebt uns und lässt sich finden. Im Grunde haben nicht wir Gott gefunden, sondern er hat uns gefunden. So verstehe ich die Botschaft hinter den heutigen Losungsversen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 08.11.2020

Josef sprach zur Frau des Potifar, die ihn verführen wollte: Wie sollte ich ein so großes Unrecht begehen und wider Gott sündigen?
1. Mose 39,9

Paulus schreibt an Timotheus: So sei nun stark, mein Kind, durch die Gnade in Christus Jesus.
2. Timotheus 2,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Stark sein und bleiben

Der heutige Losungsvers stammt aus einer sehr bekannten Begebenheit aus dem Alten Testament. Josef, ein junger Hebräer, war nach Ägypten verschleppt worden und diente nun als Sklave im Haus eines vornehmen Ägypters namens Potifar. Dessen Frau sah, dass Josef jung und schön war. Sie versuchte, ihn zu verführen, aber Josef weigerte sich mit der Begründung, die wir im Losungswort lesen. Auch als sie es immer wieder versuchte, blieb er standhaft bei dem, was er gesagt hatte: „Wie sollte ich ein so großes Unrecht begehen und wider Gott sündigen?“

Nun ist es ja eine Sache, ein Mal zu widerstehen. Eine ganz andere ist es, wenn die Versuchung immer und immer wiederkehrt. Noch schwieriger ist es, wenn man durch seine Haltung in noch größere Schwierigkeiten kommt. Bei Josef war das der Fall: Aus Rachsucht, dass er ihrem Begehren nicht nachgab, sorgte Potifars Frau dafür, dass er ins Gefängnis kam, indem sie ihn verleumdete.(1) Unrecht und Ausbeutung auf der ganzen Linie - und das, obwohl Josef sich an Gott hielt und sich eben nicht versündigte.

Im Lehrtext geht es ebenfalls um einen jungen Mann, nämlich um Timotheus, an den der Apostel Paulus einen väterlichen Brief schreibt. Er forderte Timotheus auf, „stark“ zu sein, und zwar „durch die Gnade in Christus Jesus“. Es geht also offensichtlich um eine Kraft, die nicht in einem Menschen, sondern in Christus liegt. Wir können sie uns nicht nehmen. Doch wir bekommen sie durch den Glauben an Christus geschenkt, damit sie in Herausforderungen und Versuchungen zum Einsatz kommen kann. Zum einen sind das die Richtlinien, wie wir Gott gefällig leben sollen. Es ist gut, wie Josef zwischen richtig und falsch unterscheiden zu können. Doch wir brauchen noch etwas anderes: Wir brauchen Gottes Hilfe, um stark zu sein und auch zu bleiben. Unsere Gedanken auf Christus auszurichten, wird uns dabei helfen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Mose 39,10-20

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 07.11.2020

Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir.
Jona 2,8

Tut es denen gleich, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben.
Hebräer 6,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Dranbleiben

Das heutige Losungswort ist Teil eines Gebetes des Propheten Jona. Dieser war ursprünglich auf der Flucht gewesen. Gott hatte ihn nach Ninive gesandt, um dort das Gericht Gottes anzukündigen. Stattdessen floh Jona jedoch in die entgegengesetzte Richtung. Dort geriet er während einer Schifffahrt in einen gewaltigen Sturm. Er erkannte, dass der Sturm seinetwegen stattfand, und bat die Mannschaft, ihn über Bord zu werfen, was diese dann tat. Tatsächlich beruhigte sich der Sturm darauf. Nur Jona war kurz vor dem Ertrinken. Doch dann lesen wir: „Und der HERR bestellte einen großen Fisch, Jona zu verschlingen; und Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches.“ (Jona. 2,1)

Dort betete Jona und dankte Gott für seine Rettung. Er erlebte, dass Gott einen nicht fallen lässt, selbst wenn man sich auf einem falschen Weg befindet. Alles, was geschah - der Sturm, der Fisch -, führte letztendlich dazu, dass Jona Gott wieder von Neuem vertraute. Nun ging er nach Ninive und verkündigte den Menschen dort das drohende Gericht Gottes. Danach erwartete er erstaunlicherweise, dass Gott diese Stadt nun zerstören würde. Dass er eine wunderbare Rettung trotz eigener Schuld erlebt hatte, übertrug er nicht auf die Menschen in Ninive. Doch Gott tat es.

Im Lehrtext lesen wir, dass wir durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben. Wir sollen also nicht aufgeben, denn Gott gibt uns auch nicht auf. Jona erlebte das in zweifacher Weise, und ich denke, das können auch wir erleben. Vielleicht beten wir schon länger für eine Sache oder für Menschen, die uns nahestehen. Das kann möglicherweise zu Ermüdungserscheinungen führen. Bei einigen kommt auch der Gedanke auf, Gott wolle unser Gebet gar nicht erhören. Natürlich ist es wichtig, Gott auch solch eine Frage zu stellen. Trotzdem ermutigt uns gerade die heutige Losung, dranzubleiben. Denn „als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir.“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 06.11.2020

Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.
Jesaja 45,6-7

Der Herr richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf das Warten auf Christus.
2. Thessalonicher 3,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott und Mensch

Gott, auf dessen Liebe wir unser Herz richten sollen, macht Licht und schafft Finsternis, gibt Frieden und schafft Unheil. Wie passen diese Losungsverse zusammen?

Ich verstehe es so, dass Gott sich auf zwei verschiedenen Ebenen offenbart. Die eine Ebene ist die des Schöpfers, der über allem steht und alles in der Hand hält. Er ist an nichts gebunden, weder an die Zeit noch an irgendeine Ethik. Wenn er sich an sein eigenes Wort bindet, dann nur, weil er es selbst so entschieden hat. In seiner Hand stehen Leben und Tod, Licht und Finsternis, Friede und Unheil. Wir als seine Geschöpfe können ihn nicht verstehen. Unsere Logik ist nicht die seine, ebenso wenig unser Denken. Deshalb heißt es auch: „Wer kann die Gedanken des Herrn erkennen, oder wer könnte gar Gottes Ratgeber sein?“ (1.Kor. 2,16a)

Die zweite Ebene ist, dass Gott uns als Mensch begegnet. Hier wird bei aller Allmacht deutlich, dass er uns liebt, denn er begibt sich in unsere Dimension. Er redet mit Menschen, bezeichnet einige sogar als Freund.(1) Er teilt uns seine Gefühle mit, geht auf unsere Gebete ein und ändert sogar sein Vorhaben, wenn wir ihn darum bitten.(2) Diese Eigenschaft Gottes wird schon im Alten Testament beschrieben, doch in der Person Jesu Christi kommt sie zur Blüte. In ihm wurde Gott Mensch. Er allein verbindet uns Menschen mit dem ewigen Gott, wenn wir ihm vertrauen.

Deshalb ist Jesus Christus der Dreh- und Angelpunkt. Er ist Gott und er ist Mensch wie du und ich. Er allein zeigt uns, dass Gott uns liebt. Und genau das ist die Fortsetzung des oben zitierten Verses: „Nun, wir haben den Geist Christi empfangen und können ihn verstehen.“ (1.Kor. 2,16b) Deshalb sollten wir unsere Herzen auf ihn richten. Selbst wenn wir Gott in seiner Größe nicht verstehen, so verstehen wir doch Jesus Christus - und er versteht uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 2.Mos. 33,11 (2) 2.Mos. 32,11-14

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 05.11.2020

Von all dem Guten, das der HERR dem Haus Israel zugesagt hatte, war nichts dahingefallen; alles war eingetroffen.
Josua 21,45

Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verheißung.
Galater 4,28

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Verheißen

Im heutigen Losungsvers wird bekräftigt, dass Gott das, was er den Israeliten versprochen hatte, nach und nach erfüllt hatte. Er hatte sie aus der Sklaverei befreit, einen Bund mit ihnen geschlossen, durch den sie zu ihm gehörten, und ins Gelobte Land gebracht. Nichts davon war leicht gewesen und schnell gegangen. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn noch einmal betont wird, dass „nichts dahingefallen“ war.

Wir Menschen haben ja so unsere Schwierigkeiten mit Gottes Verheißungen. Eine davon ist, darauf zu warten, bis sie sich erfüllen, ohne sie zu vergessen oder die Hoffnung zu verlieren. Eine andere ist, Verheißungen ernst zu nehmen, ganz besonders dann, wenn wir sie noch nicht richtig verstehen. Ebenso ist es eine große Herausforderung, wenn wir etwas für schlichtweg unmöglich halten. Und dann gibt es noch die Neigung, der Verheißung „auf die Sprünge“ zu helfen.

Wer die Geschichte des Volkes Israel kennt, weiß, dass auch sie mit all diesen Dingen zu kämpfen hatten. Hoffnung und Furcht, Glaube und Unglaube, Gehorsam und Ungehorsam, Siege und Niederlagen, Erfolge und Versagen begleiteten sie auf ihrem Weg. Und das, obwohl Gott sichtbar bei ihnen war. So wie ich es sehe, wird dadurch deutlich, dass es nicht an ihnen, sondern an Gottes Treue lag, dass sie das Ziel erreichten. Denn was Gott verspricht, erfüllt er auch.

Im Lehrtext schreibt der Apostel Paulus, dass wir „wie Isaak Kinder der Verheißung“ sind. Isaak war ja ein von Gott verheißener Sohn, im Gegensatz zu Abrahams anderen Söhnen, die er vor und auch nach Isaak zeugte.(1) Auch diese Verheißung war von den üblichen Schwierigkeiten begleitet. Dennoch wurde Isaak schließlich geboren - allein, weil Gott es versprochen hatte.

Wenn wir nun ebenfalls „Kinder der Verheißung“ sind, haben wir allen Grund, darauf zu vertrauen, dass Gott auch in unserem Leben seine Zusagen erfüllt. Denn sein Wort gilt - gestern, heute und morgen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Mose 16,15; 25,1.2

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 04.11.2020

Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der HERR hat deine Strafe weggenommen.
Zefanja 3,14-15

Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.
1. Johannes 2,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Freude der Versöhnten

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. Dort lesen wir, dass Jesus Christus die Versöhnung für die Sünden aller Menschen ist. Das wirft ein bestimmtes Licht auf die Versöhnungstat Gottes. Sie wird nicht erst dann gültig, wenn jemand an Jesus Christus glaubt. Wir vertrauen Christus also nicht, damit er uns vergibt, sondern weil er uns vergeben hat. Das ist das ganz Besondere am Evangelium.

Nun möchten einige wissen: Was ist denn mit denen, die nicht an Jesus Christus glauben? Kommen jetzt alle Menschen automatisch in den Himmel? Nach meiner Überzeugung ist die Versöhnung Gottes wie ein offenes Tor, durch das wir zu Gott kommen. Doch wenn wir diesem Angebot nicht vertrauen, bleiben wir vor diesem Tor stehen. Wie wichtig der Glaube ist, erkennen wir an folgendem Vers: So bitten wir nun an Christi statt: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2.Kor. 5,20) Obwohl sich Gott mit uns schon versöhnt hat, bitten wir Menschen trotzdem darum, diese auch anzunehmen.

Der Losungsvers kündigte die Versöhnung an. „Freue dich, Tochter Zion, denn Gott nahm deine Strafe von dir.“ Erfüllt hat sie sich durch das Opfer Jesu Christi. Alle dürfen sich freuen. Niemand ist ausgeschlossen. Doch was machen wir damit? Leben wir weiter wie zuvor oder vertrauen wir uns Gott und seinem Wort an? Das ist, wie ich meine, die entscheidende Frage.

Ich entdecke aber noch eine andere Botschaft im Losungswort: Freuen kann sich nur jemand, der sich seiner Schuld bewusst ist. Wer sich selber für gerecht hält, wird mit der Versöhnung Gottes nichts anfangen können. So weit gingen aber noch nicht einmal die Pharisäer. Als Jesus sagte, dass derjenige den ersten Stein werfen soll, der ohne Sünde ist, warf niemand einen Stein. Die Freude an der Versöhnung und das Wissen um die eigene Schuld gehören also zusammen.

Diese Freude wünsche ich uns allen,
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 03.11.2020

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.
Jesaja 66,10

Hanna pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Lukas 2,38

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Jerusalem

Heute drehen sich beide Losungsverse um Jerusalem. Diese Stadt spielt sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament eine besondere Rolle. Viele Christen fühlen sich sehr mit ihr verbunden. Andere betrachten sie eher aus politischer Sicht als einen Zankapfel der Religionen. Nun wird aber in beiden Versen die Liebe zu Jerusalem beschrieben. Und am Ende der Bibel lesen wir sogar von einem neuen Jerusalem, der Stadt Gottes, die aus dem Himmel kommt.(1) Was also hat das alles zu bedeuten?

In Jerusalem begegnen sich zwei Dimensionen unseres Glaubens. Die übertragene Dimension: Jerusalem als Ort, an dem Gott wohnt sowie sein Volk und von dem aus er regiert. Dieses Jerusalem wird auch mit einer Braut verglichen. Gemeint sind natürlich die Menschen, die wie eine Braut mit dem Bräutigam Christus verbunden sind. Kurz gesagt, Jerusalem ist der Ort, an dem sich Himmel und Erde begegnen.

Doch es gibt auch noch die direkte Dimension: Das Jerusalem, das bis zum heutigen Tag existiert und immer noch die Welt in Atem hält. Menschen spüren, dass diese sichtbare Stadt und der unsichtbare Gott unmittelbar etwas miteinander zu tun haben. Das reale Jerusalem bringt Gott in unsere Realität, was ja ein Kern des Evangeliums ist. In Jesus Christus kam Gott zu uns. Über Jerusalem weinte Jesus und vor seinen Toren starb er für uns.

Jerusalem ist und bleibt also etwas Besonderes. Ich denke, wir tun gut daran, eine innere Beziehung zu dieser Stadt aufzubauen. Sie verbindet unseren Glauben sowohl mit seinen geistlichen als auch historischen Wurzeln. Sie verbindet uns ebenfalls mit unserer Zukunft. Im neuen Jerusalem wird es weder Tod noch Leid noch Schmerz noch Geschrei geben.(2) In einer erlösten Stadt dürfen dank Jesus Christus erlöste Menschen leben. Ich denke, das ist schon ein Anlass zur Freude oder besser gesagt zur Vorfreude.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Offb. 21,2 (2) Offb. 21,3-4

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 02.11.2020

Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.
Psalm 14,3

Da ist kein Unterschied: Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verspielt. Gerecht gemacht werden sie ohne Verdienst aus seiner Gnade durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.
Römer 3,22-24

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ohne Verdienst gerecht

Die heutigen Bibelverse haben schon etwas Ernüchterndes. „Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer“, heißt es im Losungsvers. Und im Lehrtext lesen wir: „Da ist kein Unterschied: Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verspielt.“ Deutlicher kann man es nicht sagen. Ja, sind wir Menschen denn so schlecht?

Im Vergleich mit anderen schneidet der eine oder andere vielleicht gar nicht so schlecht ab. Doch hier geht es darum, dem reinen und heiligen Gott standzuhalten. Und das ist schlichtweg unmöglich. Er ist „ein verzehrendes Feuer.“ (Hebr. 12,29) Nur das, was ebenfalls so rein und heilig ist wie er, kommt nicht in diesen Flammen der Heiligkeit um. Der Prophet Jesaja und auch der Apostel Johannes beschrieben, wie sie bei einer Begegnung mit dieser Herrlichkeit meinten, vergehen zu müssen.(1)

Vor diesem Hintergrund wären die heutigen Verse niederschmetternd - wenn da nicht Gottes Gnade wäre. Sie zeigt sich nicht, indem Gott fünfe grade sein lässt, sondern „durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist“, wie es im Lehrtext heißt. Nicht unsere Taten sind entscheidend - weder die schlechten noch die guten. Es ist Gottes Handeln, das uns einen Ausweg aus diesem Dilemma anbietet, und zwar für alle, die dies im Glauben annehmen. Der Glaube an Jesus Christus ist wie ein Portal, durch das wir gereinigt in Gottes Gegenwart kommen können.

Dieser Glaube schließt mit ein, dass die Erlösung durch Christus genügt. Da ist nichts, womit wir uns in irgendeiner Weise daran beteiligen könnten, weil es eben gar nicht nötig ist. Die gute Nachricht lautet: „Es ist alles bereit!“ Die Einladung steht: „Komm!“ Wir dürfen entscheiden, ob wir an diesem „Portal“ vorbei- oder hineingehen. Auch wenn wir es nicht verdient haben, Gott will uns dabeihaben. Er wartet auf uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Jes. 6,5 Offb. 1,17

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 01.11.2020

Der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht.
Psalm 18,29

Jesus antwortete dem Blinden und sprach: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde. Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.
Markus 10,51-52

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Zum Guten gewendet

„Gott macht meine Finsternis licht“, so lesen wir es im heutigen Losungswort. Das bedeutet unter anderem, dass Gott eine Lebenssituation zum Guten hin wendet - und zwar konkret. David, der dieses Losungswort schrieb, spricht nicht nur von Gefühlen, obwohl die ja auch einen großen Einfluss auf unser Leben haben. David berichtet von konkreten Ereignissen.

Als Kleinster unter seinen Brüdern wurde er von der Weide geholt und zum König gesalbt. Später besiegte er den Riesen Goliath. Doch seinen Ruhm konnte er kaum genießen, denn er wurde von allen Seiten angefeindet und verfolgt. Über Jahre war er auf der Flucht, bis Gott ihn dann aus allem herausrettete. David wusste, wofür er Gott dankte. Er kannte Todesängste und die Finsternis der Hoffnungslosigkeit. Doch Gott machte seine Finsternis licht.

Auch im Lehrtext lesen wir, wie Jesus Christus konkret etwas zum Guten führte. Er machte einen Blinden wieder sehend, als dieser ihn darum bat. Es ging nicht nur um eine innere Erleuchtung. Auch die ist ja wichtig. Doch hier ging es um das Augenlicht eines blinden Mannes. Deshalb denke ich, auch wir dürfen damit rechnen, dass Gott Dinge zum Guten führt, wenn wir ihn darum bitten.

Vor längerer Zeit kam ich einmal mit einem Pastorenkollegen ins Gespräch darüber, wie wir Gott so erleben. Ich erzählte, wie wir als Gemeinde vor etlichen Jahren in großer finanzieller Not waren, und wie dann plötzlich ein Wunder nach dem anderen geschah - bis dahin, dass jemand der Gemeinde Geld spendete, der die Gemeinde weder kannte noch darum gebeten worden war. Daraufhin sagte mein Kollege: „Na, Herr Mumssen, da haben Sie ja mal etwas richtig Greifbares mit Gott erlebt.“ Tatsächlich glaube ich, dass wir alle in der einen oder anderen Sache solch ein Handeln Gottes erleben können.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 31.10.2020

Ich will des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.
Psalm 59,17

Am Morgen, noch vor Tage, stand Jesus auf und ging hinaus. Und er ging an eine einsame Stätte und betete dort.
Markus 1,35

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott sei Dank!

Es gibt ein Sprichwort, das lautet: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.“ Tatsächlich weiß man erst am Ende, ob sich eine Sache gut entwickelt hat oder nicht. Das ist unser normaler menschlicher Realismus. Doch es gibt noch einen anderen Realismus - den göttlichen. Da bei Gott alle Dinge möglich sind, können wir ihn am Morgen schon dafür loben, dass er unser Schutz und Zuflucht in der Not ist und auch sein wird. Das genau besagt in meinen Augen das heutige Losungswort.

Jetzt gehen wir als ganzes Land wieder in einen Teil-Lockdown. Die meisten von uns hoffen, dass so der Vormarsch des Corona-Virus gestoppt wird. Doch wir wissen es nicht. Heute wird noch heftig diskutiert, ob diese Maßnahmen verhältnismäßig sind und was sie am Ende bewirken. Doch wissen werden wir es erst in einem Monat. Was wir als Christen aber wissen dürfen, ist, dass Gott so oder so unser Schutz und unsere Zuflucht ist. Wir können heute schon mit einem dankbaren Herzen und mit viel Zuversicht nach vorn schauen, denn unsere Sicherheit beruht nicht auf menschlichen Möglichkeiten, sondern auf Gottes Güte.

Am heutigen Reformationstag denken viele an Martin Luther. Auch er wusste nicht, wie das alles ausgehen wird, als er die 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelte oder nageln ließ. Doch seine Zuversicht war ebenfalls der gnädige Gott - und seine Rechtfertigung das Wort Gottes. Menschlich gesehen war das ein Spiel mit dem Feuer, doch göttlich gesehen dringend notwendig.

Im Lehrtext lesen wir, dass Jesus Christus schon früh losging, um zu Gott zu beten. Ich bin fest davon überzeugt: Wenn wir unseren Tag in die Hand Gottes legen, werden wir am Ende des Tages nicht vor einem Scherbenhaufen des Glaubens stehen. Ob wir nun am Morgen beten oder es auf andere Weise tun, ist, glaube ich, nicht so wichtig. Doch unseren Gott können wir schon vor dem Abend loben - Gott sei Dank!

Einen gesegneten Reformationstag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 30.10.2020

Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du ruhen.
2. Mose 34,21

Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken!
1. Timotheus 4,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hab acht auf dich selbst

In den heutigen Losungsversen finden wir deutliche Hinweise darauf, dass wir uns auch um uns selbst kümmern sollen. Gott legt es in unsere Hände, wie wir mit uns selbst umgehen, gibt dabei jedoch auch klare Anweisungen. Im Losungsvers finden wir eine Regelung für Arbeits- und Ruhephasen. Vollständig lautet der Vers: „Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du ruhen, auch in der Zeit des Pflügens und des Erntens.“ (2.Mos. 34,21)

Hier sehen wir deutlich, dass es nicht Gottes Plan für uns ist, unter „Dauerstrom“ zu stehen. Sowohl unser Körper als auch unsere Seele brauchen Zeiten des Atemholens. Deshalb ist es wichtig, gerade in Phasen, in denen es hoch hergeht, immer wieder zur Ruhe zu kommen. Eine Hilfe ist dabei sicherlich ein äußerer Rahmen wie der Unterschied zwischen Arbeit und Freizeit. Auch Werk- und Feiertage können dazu beitragen, eine Balance zwischen Arbeit und Ruhe zu finden.

Im Lehrtext schreibt der Apostel Paulus an Timotheus, er solle darauf achten, wie er sein Leben führt. Interessanterweise wird das hier in einem Atemzug mit der Lehre genannt. Geht es hier also um etwas rein Theologisches? Nun, die Ausführungen des Paulus beziehen sich auf sehr viele verschiedene Bereiche. Einige von ihnen sind äußerst praktisch. So schrieb er beispielsweise: „Trinke nicht mehr nur Wasser, sondern nimm ein wenig Wein dazu um des Magens willen und weil du oft krank bist.“ (1.Tim. 5,23) Das hört sich für mich nach praktischer Fürsorge an. Was bedeutet das nun für uns?

Ich meine, es zeigt uns, dass Gott nicht nur ein Teil von uns wichtig ist. Er sieht uns als ganzen Menschen. Alle Bereiche sind ihm wichtig. Das Sabbatgebot, auf das der Lehrtext sich bezieht, gehört da mit dazu, denn: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“ (Mark. 2,27) Wenn Gott so praktisch für uns sorgt, sollten wir da nicht unseren Teil dazu beitragen und darauf achten, wie wir mit uns selbst umgehen?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 29.10.2020

Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes.
5. Mose 4,2

Meine Lieben, ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr von Anfang an gehabt habt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt.
1. Johannes 2,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Wort ernst nehmen

Das heutige Losungswort ist eine Warnung. Sie bezieht sich erst einmal auf die Gebote, die Mose an das Volk Israel weitergegeben hat. Interessanterweise taucht so eine Warnung aber auch am Ende des Neuen Testaments auf, nämlich in der Offenbarung.(1) Auch diese Warnung bezieht sich erst einmal auf das Buch der Offenbarung. Doch wie ist es mit der gesamten Bibel? Gilt das heutige Wort auch für die anderen Bücher? Und welche Bücher der Bibel meinen wir damit?

Einigen ist vielleicht bekannt, dass die katholische Bibel mehr Verse und Bücher als die evangelische hat. Außerdem gibt es Bibelübersetzungen, die stark interpretierend sind. Ist das schon ein Ergänzen oder ein Wegnehmen?

Ich meine, es ist hilfreich, nach dem sinngemäßen Inhalt der Bibel zu fragen. In diesen Andachten versuchen wir herauszufinden, was Gott uns durch sein Wort mitteilen will und bestimmte Bibelworte uns zu sagen haben. Dabei gehen wir von den zentralen Aussagen des Neuen Testaments aus und versuchen, die Bibel in deren Licht zu verstehen. Das sind vor allem das Kommen Jesus Christi, seine Worte, sein Handeln, sein Sterben, seine Auferstehung, seine Gegenwart im Heiligen Geist und das kommende Gericht Gottes. Weiterhin die Bindung an Christus und die damit gewonnene Freiheit von Gesetzlichkeit. Und natürlich das Gebot der Liebe.

Im Lehrtext bezeichnet der Apostel Johannes die Botschaft des Evangeliums als „das alte Gebot“. So zumindest verstehe ich diesen Vers. Dieses geht vor allem darum, zu Gott umzukehren und an Jesus Christus zu glauben. Das ist kein einmaliger Akt, sondern durchdringt Stück für Stück alle Lebensbereiche. Es wird immer wieder Situationen geben, in denen uns Gottes Wort herausfordert. Sind wir bereit, es ernst zu nehmen und darauf einzugehen?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Offb. 22,18-19

 

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