Gedanken zur Losung für Freitag, den 21.06.2024

  Andacht anhören:

Du sollst nicht töten.
2. Mose 20,13

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.
Johannes 15,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das fünfte Gebot

Eine andere Übersetzung des heutigen Losungswortes lautet: Du sollst nicht morden. Nun geben sowohl die Worte „töten“ als auch „morden“ nicht genau das wieder, was damit gemeint ist. Es geht darum, dass man weder aus niederen Beweggründen noch aus Fahrlässigkeit töten soll. Wurde jemand allerdings unabsichtlich getötet, so konnte der Täter bzw. die Täterin in eine der Freistädte fliehen, um vor Bluträchern geschützt zu sein. Dort konnte die Person einen fairen Prozess erwarten.

Was aber sagt Jesus Christus dazu? Auch er bezieht dieses Gebot weder auf Notwehr noch auf einen Krieg, sondern geht vielmehr auf die Ursachen ein, die letztendlich zum Töten führen können. So heißt es in einer modernen Übersetzung: „Ihr wisst, dass zu den Vorfahren gesagt worden ist: ‚Du sollst keinen Mord begehen! Wer einen Mord begeht, soll vor Gericht gestellt werden.‘ Ich aber sage euch: Jeder, der auf seinen Bruder ohne Grund zornig ist, gehört vor Gericht. Wer zu seinem Bruder sagt: ‚Du Dummkopf‘, der gehört vor den Hohen Rat. Und wer zu ihm sagt: ‚Du gottloser Mensch‘, der gehört ins Feuer der Hölle. (Matt. 5,21-22 Neue Genfer Übersetzung) Jesus stellt hier die Abwertung eines anderen Menschen auf die gleiche Stufe wie das Töten. Das sollte uns zu denken geben.

Mit dem Wort „Bruder“ in dem gerade zitierten Bibelvers sind sowohl Männer als auch Frauen aus der gleichen Volks- oder Glaubensgemeinschaft gemeint. Ähnlich verhält es sich mit dem Lehrtext, der sich exklusiv an die Jünger Jesu richtet. Sie sind aufgefordert, sich untereinander so zu lieben, wie Jesus Christus sie liebt. Ja, sollen wir denn nicht alle Menschen lieben? Gewiss. Damit diese Liebe von Herzen kommt und nicht nur mit Worten, benötigen wir eine Reihenfolge, in der sich die Liebe entfalten kann. Es beginnt damit, dass Gott uns liebt, setzt sich fort in der Liebe untereinander und mündet in die Liebe zu allen Menschen.(1) Wer so liebt, wird das fünfte Gebot nicht brechen, weder mit Worten noch mit Taten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 2.Petr. 1,3-7

Als Gebet heute einen Chorus:

Lass die Worte meines Mundes
und das Sinnen meines Herzens
wohlgefällig sein vor dir, oh Herr.
Oh, Herr, meine Stärke,
oh Herr, mein Leben.

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Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 20.06.2024

Euer Herz sei ungeteilt bei dem HERRN, unserm Gott.
1. Könige 8,61

Paulus schreibt: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.
Philipper 3,13-14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Ziel vor Augen

Das heutige Losungswort steht im Zusammenhang mit der Einweihung des israelitischen Tempels. Nachdem die Bundeslade dort hineingebracht worden war, wandte sich Salomo an sein Volk und sagte: „Euer Herz sei ungeteilt bei dem HERRN, unserm Gott.“ Damals war Salomos Herz noch ungeteilt bei Gott. Das änderte sich aber, als er alt wurde. Der Grund war seine Liebe zu Frauen. Er hatte 700 Hauptfrauen und 300 Nebenfrauen, von denen viele anderen Göttern dienten, was Salomo schließlich zum Verhängnis wurde. So lesen wir: „Und als er nun alt war, neigten seine Frauen sein Herz fremden Göttern zu, sodass sein Herz nicht ungeteilt bei dem HERRN, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David.“ (1.Kön. 11,4) Das wiederum rief Gottes Zorn hervor, der Salomo ankündigte, er werde sein Reich in zwei Teile zerfallen lassen.

Warum aber fiel Salomo von Gott ab? War es das Verlangen nach Frauen oder nach Erotik? Oberflächlich gesehen, vielleicht. Doch der eigentliche Grund war, dass er Gottes Wort nicht mehr in jedem Punkt ernst nahm. Er sollte nämlich keine Frauen heiraten, die anderen Göttern dienten. Nach meinem Verständnis wusste Gott, dass Salomo zu schwach war, der Kombination von Sexualität und Götzendienst zu widerstehen. Das Gebot sollte dazu dienen, ihn vor seiner eigenen Schwachheit zu schützen.

Auch wir sind schwache Menschen und können ebenfalls auf Abwege geraten. Das war auch dem Apostel Paulus bewusst. Gerade deshalb richtete er sein ganzes Leben auf Jesus Christus und das Ziel aus, einmal zum ewigen Leben aufzuerstehen. So beschreibt es der Lehrtext. Darin ist Paulus uns zum Vorbild geworden – besonders dann, wenn uns irgendetwas von Jesus Christus und seinem Wort wegtreiben will. Salomo hatte das Ziel seines Lebens aus den Augen verloren. Möge Gott uns davor bewahren und, falls es schon geschehen ist, den Weg zurück zeigen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:

Herr Jesus Christus, du bist meine Stärke und mein Leben. Ich weiß aber, dass auch ich auf Abwege geraten kann. Es gibt Kräfte, die manchmal stärker erscheinen als meine Liebe zu dir. So vertraue ich auf deine Liebe zu mir, die mir hilft, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 19.06.2024

Merke auf mich, mein Volk, hört mich, meine Leute! Denn Weisung wird von mir ausgehen, und mein Recht will ich gar bald zum Licht der Völker machen.
Jesaja 51,4

Simeon pries Gott und sprach: Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor den Augen aller Völker bereitet hast, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel.
Lukas 2,28.30-32

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Licht zur Erleuchtung

Die heutigen Bibelverse stammen beide aus Prophetien. Im Losungswort aus dem Buch Jesaja wird eine kommende Zeit angekündigt, in der Gott sein „Recht zum Licht der Völker“ machen will. Gottes Worte und Weisungen sollen also nicht nur an ein Volk, sondern an alle Nationen gehen und sie erleuchten. Wenn wir in unsere Welt schauen, kann man erkennen, dass wir davon noch weit entfernt sind. Längst nicht alle haben von Gott oder seinem Wort gehört. Und auch viele, die davon gehört haben, haben das Licht darin noch nicht erkannt.

Das bedeutet nun keineswegs, dass es sich nicht ereignen wird. Vielmehr ist es noch nicht geschehen. Auf diese Spannung zwischen Glauben, Hoffnung und Erfüllung stoßen wir in unserem Glaubensleben immer wieder. Im Lehrtext wird von einem Mann namens Simeon berichtet, der den neugeborenen Jesus in den Armen hielt. Er hatte ein persönliches Versprechen von Gott erhalten, nicht zu sterben, bevor er den Messias gesehen hatte.

Hier war also ein vermutlich inzwischen alter Mann, der ein Neugeborenes hielt. Wie kam er dazu, in diesem Säugling Gottes Heil zu sehen? Es werden einige Dinge genannt, die bei Simeon besonders waren: Er lebte nach Gottes Willen, hatte Ehrfurcht vor ihm und wartete voller Sehnsucht auf den Retter Israels. Und er war erfüllt vom Heiligen Geist.(1) Als er von ihm geführt im Tempel auf Josef, Maria und ihr Baby traf, wusste Simeon, dass das Warten vorbei war. Vermutlich hatte er schon sein ganzes Leben lang vom Erlöser Israels gehört, aber jetzt sagte er: „Meine Augen haben das Heil gesehen“. Andere an diesem Tag sahen nur ein Baby – doch zwei erkannten den Erlöser.(2) Es war damals so und ist heute nicht anders: Um zu erkennen, wer Jesus ist, brauchen wir Hilfe von Gott – und er will sie uns geben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Luk. 2,25-27 (2) Luk. 2,27-38

Als Gebet heute einen Chorus:

Öffne mir die Augen, ich will Jesus sehen,
mich ausstrecken zu ihm und sagen: „Ich lieb dich!“
Öffne mir die Ohren und hilf mir, zu hören,
öffne das Herz mir, ich will dir gehören.

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 18.06.2024

Ich gab ihnen meine Gebote und lehrte sie meine Gesetze, durch die der Mensch lebt, der sie hält.
Hesekiel 20,11

Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.
1. Johannes 4,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wege zum Leben

Der Begriff „Leben“, um den es in den heutigen Bibelversen geht, hat in der Bibel zwei Bedeutungen. Einerseits ist damit das Dasein hier und jetzt gemeint, andererseits aber auch das geistliche Leben – also die Verbindung zu Gott. In diesem Sinne kann man geistlich tot sein, obwohl man lebt, und umgekehrt kann eine Person geistlich leben, obwohl sie schon verstorben ist.

Nun heißt es im Losungswort, dass Gott uns seine Gebote gegeben hat, „durch die der Mensch lebt, der sie hält.“ Wie ich es sehe, bezieht sich das in erster Linie auf unser Leben hier und jetzt. Tatsächlich brauchen wir nämlich Gebote, um unser Leben zu schützen. Nicht nur Naturgewalten oder Krankheiten bedrohen uns, sondern vor allem der Mensch selbst. Die Zehn Gebote sollen vor Übergriffen, Untreue und Ausnutzung der Schwachen schützen, vorausgesetzt, dass Menschen sich daran halten. Alles beginnt damit, dass man Respekt vor Gott hat und sich ihm gegenüber verantwortlich weiß.

Der Lehrtext wiederum handelt vom ewigen Leben. Er beschreibt die Erlösung, die wir in Jesus Christus finden können. Jesus selbst sagte einmal: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Joh. 11,25b) Warum aber werden hier Gottes Gebote nicht mehr erwähnt? Spielen sie keine Rolle mehr, wenn jemand an Jesus Christus glaubt? Ich denke das nicht, sagte Jesus doch: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten außer Kraft zu setzen.“ (Matt. 5,17a) Die Gebote führen aber nicht zum ewigen Leben und können auch nicht eine zerstörte Verbindung zu Gott heilen.

Was bedeutet das nun für uns? Ich meine, wir tun gut daran, Gott und seine Gebote ernst zu nehmen. Doch am wichtigsten ist es, Gottes Liebe zu uns nicht auszuschlagen, sondern durch seinen Sohn zu leben. Dieses neue Leben befähigt uns, seine Gebote immer mehr zu verstehen und zu erfüllen. Gott helfe uns dabei.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Ein Dankgebet:
Vater im Himmel, ich bin immer wieder von deiner Liebe überwältigt. Herr Jesus Christus, du schenkst mir ein neues Leben, das nie vergeht. All meine Schuld hast du auf dich genommen. Wie soll ich dir nur danken? Danke für deinen Geist. In ihm schenkst du mir täglich neue Kraft, so zu leben, wie es dir entspricht. Danke Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 17.06.2024

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.
Psalm 98,1

Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.
Johannes 1,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Musik

Musik spielt unter gläubigen Menschen eine große Rolle. Wer könnte sich einen Gottesdienst ohne gemeinsame Lieder vorstellen? In letzter Zeit erlebe ich allerdings, dass Menschen, denen die Kirche fremd geworden ist, auf Beerdigungen nur noch Musik abspielen lassen – in der Regel Musikstücke, die der verstorbenen Person gefallen haben. Ganz anders sind da Beerdigungen unter gläubigen Christen. Sie singen Lieder der Hoffnung wie z.B. „So nimm denn meine Hände“ oder „Die Ewigkeit ist mein Zuhause“.

Auch in der Bibel spielt Musik eine große Rolle. Viele Texte sind uns unter anderem in den Psalmen überliefert. Nun fordert uns das heutige Losungswort auf, ein neues Lied zu singen. Alte Lieder sind gut, weil sie uns mit dem Leben von Christen verbinden, die vor uns waren. Doch Gott wirkte nicht nur in der Vergangenheit. Seine Wunder geschehen auch hier und heute. Wer das erlebt, will dem auch einen Ausdruck geben – zum Beispiel in einem neuen Lied. Ich meine, wir sollten sowohl die alten als auch die neuen Lieder mit Freuden singen. Gut ist es, wenn jüngere Leute lernen, auch alte Lieder zu spielen, und ältere wiederum, auch neuere Lieder zu spielen, „denn Jesus Christus ist immer derselbe - gestern, heute und in alle Ewigkeit.“ (Hebr. 13,8)

Nun werden wir im Losungswort nicht in erster Linie dazu aufgefordert, das zu singen, was anderen gefällt. Vielmehr soll es der Ausdruck unseres Herzens sein, besonders dann, wenn wir von Gottes Güte und Liebe überwältigt sind. „Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade“, heißt es im Lehrtext. Diese Fülle sucht sich einen Weg nach außen. Ein neues Lied kann solch ein Weg sein.

Wenn ich ein solches Lied höre, geht es nicht darum, ob es mir vom Stil oder von der Darbietung her gefällt. Nein, es geht darum, dass ich an dem Anteil nehme, was in dem Herzen meiner Schwester oder meines Bruders vorgeht. Ich bin davon überzeugt, dass das der eigentliche Grund ist, weshalb Gott uns Musik geschenkt hat: Sie verbindet uns mit ihm und miteinander.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Als Gebet heute die Übersetzung der englischen Hymne: „I love the Lord, he heard my cry“

Ich liebe den Herrn, er hörte mein Schreien
und erbarmte sich meines Seufzens.
Solange ich lebe und wenn Sorgen in mir aufsteigen,
werde ich zu seinem Thron eilen.
Amen.

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 16.06.2024

Es wartet alles auf dich, HERR, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.
Psalm 104,27-28

Jesus sprach zum Volk: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Johannes 6,35

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wer an ihn glaubt

In Psalm 104, aus dem das heutige Losungswort stammt, wird Gott als großer und wunderbarer Schöpfer gepriesen. So heißt es: „HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.“ (Ps. 104,24) Die Fülle und Komplexität unserer Welt ist immer wieder so erstaunlich, dass auch Menschen, die gar nicht an die Schöpfung oder einen Schöpfer glauben, die Genialität darin erkennen und bewundern. Auf der anderen Seite sehen wir viele Nöte auf dieser Erde, sodass mitunter auch bei Christen leise Fragezeichen auftauchen, ob Gott überhaupt da ist – vielleicht nicht grundsätzlich, aber eben gerade in dieser Situation.

Auch zu Jesu Zeiten gab es Zweifler, die irgendwie glaubten, und Gläubige, die insgeheim zweifelten. Jesus hatte für alle die Botschaft, die wir im heutigen Lehrtext lesen: „Ich bin das Brot des Lebens.“ Es macht keinen Unterschied, woher wir kommen, wenn wir mit Jesus und dem, was er sagt, konfrontiert werden. Seine Jünger hatten keineswegs ständig den Durchblick.(1) Dagegen gab es Außenstehende – eigentlich „Ungläubige“ – die großen Glauben zeigten.(2) Über einen sagte Jesus selbst: „Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden!“ (Matt. 8,10)

All das zeigt, so denke ich, dass Jesus mehr auf die innere Haltung eines Menschen schaut als auf die äußere Position. Vor diesem Hintergrund bekommen diese Verse aus dem Lehrtext etwas Unmittelbares: „Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ Der Schlüssel liegt in der persönlichen Hinwendung zu ihm. „Wer zu mir kommt“, heißt es – das ist eine Einladung. Wer auf sie reagiert, wird eine Versorgung kennenlernen, die über alles, was uns bekannt ist, hinausgeht. Wagen wir es, daran zu glauben?

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Mark. 6,47-52 (2) Matth. 8,5-10; Matth. 15,22-28

Gebet:

Herr Jesus Christus, danke, dass ich zu dir kommen darf, wie ich bin. Du kennst die Zeiten, in denen es mir leicht fällt, zu glauben, aber auch die Situationen, in denen Zweifel aufsteigen. Danke, dass du durch alles mit mir hindurchgehst. Wie die Jünger will ich dir folgen, auch wenn ich wie sie nicht immer alles verstehe. Deine Gegenwart soll mir dann genügen. Ich will darauf vertrauen, dass du mich mit allem versorgst, was ich brauche. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 15.06.2024

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!
Hosea 10,12

Es war ein reicher Mensch, dessen Land hatte gut getragen. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr!
Lukas 12,16-17.19-20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Saat und Ernte

In der Bibel wird an mehreren Stellen das Bild von Saat und Ernte verwendet, um eine geistliche Wahrheit zu verdeutlichen. Wie es im Natürlichen keine Ernte ohne Saat gibt, so ist es auch im Geistlichen. Im heutigen Losungswort geht es um Gerechtigkeit, die von uns ausgehen soll. Was aber werden wir ernten?

Zunächst ist es so, dass eine Saat noch nicht die Ernte garantiert. Wir säen also auf Hoffnung und jede Ernte ist letztendlich ein Geschenk. Das wird im Losungswort dadurch deutlich, dass wir nach dem Maß der Liebe ernten. Andere Übersetzungen schreiben „nach dem Maß der Gnade“ oder auch „der Güte“.

Wäre es eigentlich nicht für jeden Menschen selbstverständlich, gerecht zu handeln? Da niemand ungerecht behandelt werden möchte, müsste es doch auf der Hand liegen, ebenso mit anderen umzugehen. Offensichtlich gibt es Dinge, die uns zum Gegenteil verleiten, wie etwa den persönlichen Vorteil. Der ist allerdings nur kurzfristig, da ungerechtes Handeln irgendwann auf einen selbst zurückfällt. Auch da gilt das Prinzip von Saat und Ernte. Eine weitere Versuchung besteht darin, andere innerlich abzuwerten, indem man das eigene Wohl höher stellt als das der anderen.

Der Lehrtext handelt von einem reichen Mann, dem es ebenfalls um das eigene Wohl ging. Doch was wird er einmal ernten, wenn er vor Gott steht? Seine Saat war auf Wohlstand aus, jedoch nicht auf Gerechtigkeit. Wie aber kann Gerechtigkeit von uns ausgehen? Sind wir nicht genauso fehlerhaft wie der reiche Mensch? Nun, es gibt noch eine andere Saat, nämlich die, die Gott in uns hineinlegt. Diese Saat ist sein Wort. Wenn wir sie im Herzen aufnehmen, sodass sie wachsen kann, wird sie Gerechtigkeit hervorbringen. Das führt dazu, dass wir irgendwann auch nach dem Maß der Liebe Gottes ernten werden. Auf diese Ernte dürfen wir uns freuen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 13,3-8 Matt. 13,18-23

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir für dein Wort. Dadurch wurde mein Leben komplett verändert. Es hat Kraft, ja es ist Geist und Leben – das erfahre ich jeden Tag neu. Halte mich bitte fest in deinem Wort und lass Gerechtigkeit von mir ausgehen. Dafür danke ich dir, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 14.06.2024

Das ganze Volk jauchzte laut beim Lobe des HERRN, weil der Grund zum Hause des HERRN gelegt war.
Esra 3,11

Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
1. Korinther 3,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein Grund zur Freude

Im heutigen Losungswort heißt es, dass sich die Menschen freuten, als der Grund zum Tempel Gottes gelegt war. Nun, der Grund, also das Fundament, ist ja erst der Anfang. Weshalb jubelten die Menschen darüber? Sollte man den Tag besser nicht vor dem Abend loben, also erst dann jubeln, wenn der Tempel wirklich fertiggestellt ist? Ich denke, die Menschen sahen im Fundament den Beginn einer neuen Zeit, in der Gott in ihrer Mitte wohnt und sie in seinen Geboten leben. Ich meine aber, es gibt noch mehr Gründe, sich über solch ein Fundament zu freuen.

Weltweit gibt es viele faszinierende Gebäude aus alter und neuer Zeit. Wir bestaunen die Architektur, die Gestaltung der Wände und atemberaubende Innenräume. Wenn allerdings ein Unwetter oder gar ein Erdbeben kommt, ist es nicht entscheidend, wie ein Gebäude von außen wirkt. Entscheidend sind Fundament, Statik, die Materialien und deren Verstrebungen. Man sieht sie zwar nicht, doch sie sind es, die alles zusammenhalten.

Im Lehrtext überträgt der Apostel Paulus dieses Bild eines Gebäudes auf unser Leben. Das Fundament ist Jesus Christus. Dieser Grund übersteht jedes Erdbeben und jeden Sturm des Lebens. Allein das ist schon ein Grund zur Freude – einer Freude, die uns nichts und niemand nehmen kann. In der Fortsetzung fordert Paulus dazu auf, auf diesen Grund mit guten Materialien unser „Lebenshaus“ zu bauen.(1) Ich verstehe das so, dass sich unsere Entscheidungen und Taten auf Gottes Wort gründen sollen. Sagte nicht Jesus selbst: „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ (Mark. 13,31)? Wenn wir unser Leben auf sein Wort aufbauen, wird es Bestand haben.

Doch dann geht Paulus noch weit über den Erfolg unseres Lebens hinaus. Er schreibt: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1.Kor. 3,16) Gott selbst bereitet sich in uns eine Wohnstätte. Unfassbar – aber wahr!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Kor. 3,11-15

Gebet:
Vater im Himmel, ich kann es kaum glauben, dass du in mir wohnen willst und ich ein Tempel deines Heiligen Geistes bin. Herr Jesus Christus, du bist das Fundament dieses Tempels und das meines Lebens. Hilf mir bitte, gut darauf zu bauen und mein Leben auf dein Wort auszurichten. Wirke durch deinen Geist in mir zum Wohl für andere Menschen und lass mich so ein Segen für andere sein. Das bitte ich in Jesu Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 13.06.2024

Mose sprach: Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Du sollst nichts dazutun und nichts davontun.
5. Mose 13,1

Jesus spricht: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede.
Johannes 7,16-17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Worte von Gott

Dem heutigen Losungswort folgen Anweisungen, die sich ziemlich martialisch anhören. Unterm Strich ging es darum, jeden Menschen, der einen irgendwie von Gott abbringen will, auf dessen Geheiß hin zu töten – egal, ob Mann oder Frau, Freund oder Fremder. Sogar ganze Städte sollten vernichtet werden, wenn sie in ihrer Mitte solche duldeten, die Götzendienste ausübten und andere dazu brachten, es auch zu tun.(1)

All das mag uns heute als zu extrem erscheinen. Glücklicherweise haben wir auch gar nicht den Auftrag, so zu handeln. Leider führt das aber mitunter dazu, dass Gott und das, was er sagt, ins Bedeutungslose versinkt oder mit anderem gleichgestellt wird. Dem widersprechen die heutigen Bibelverse entschieden. Was von Gott kommt, ist unverrückbar. „Du sollst nichts dazutun und nichts davontun“, heißt es im Losungswort. Doch wie kann man erkennen, was von Gott kommt?

Die Menschen um Jesus herum versuchten ebenfalls, das herauszufinden. Die Ergebnisse waren sehr verschieden. Einige meinten, er wäre gut, andere sagten, er verführe das Volk.(2) Die geistliche Führung versuchte, ihn zu töten, weil er am Sabbat geheilt hatte; das Volk wiederum glaubte an ihn.(3) In all diesem Wirrwarr erklärte Jesus, wie man herausfinden kann, ob das, was er sagt, wirklich von Gott kommt: Wer bereit ist, dessen Willen zu tun, soll schnell erkennen können, ob Jesu Lehre von ihm selbst oder von Gott ist. Nun waren die Pharisäer und Schriftgelehrten der Meinung, Gottes Willen schon zu kennen. Weil Jesus aus ihrer Sicht von Gott abbrachte, hörten sie ihm gar nicht mehr zu, sondern kamen zu dem Schluss, dass er den Tod verdiente.

Wie ist das bei uns? Meinen wir, alles schon zu wissen? Gott schenke uns, nicht vorschnell zu urteilen, sondern seinen Willen in Jesus zu erkennen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 5.Mose 13,13-17 (2) Joh.7,12 (3) Joh. 7,25-31

Gebet:

Herr Jesus, schenke mir ein offenes Herz und geöffnete Ohren für dich. Du weißt, dass ich dir folgen will. Hilf mir, zu verstehen, was du zu mir sagst, und korrigiere mich, wenn ich falsch liege, damit ich nicht in die Irre laufe. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 12.06.2024

Du hast den Menschen zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan.
Psalm 8,7

Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.
1. Korinther 6,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Freiheit und Verantwortung

Es stimmt, was wir im heutigen Losungswort lesen: Der Mensch gestaltet die gesamte Erde nach seinen Vorstellungen und Bedürfnissen. Wir legen Felder an, züchten Pflanzen und Tiere, bauen Städte, begradigen Flüsse und schaffen Wege, wo es vorher keine gab. Man könnte diese Aufzählung noch lange fortsetzen. Doch das ist nur eine Botschaft des Losungswortes. Die zweite lautet: Gott hat dem Menschen das anvertraut, was er als Schöpfer geschaffen hat. Das wiederum bedeutet, dass wir Gott gegenüber verantwortlich sind.

Die Herrschaft über Gottes Schöpfung liegt nicht nur in unserem Belieben. Doch wie sieht ein verantwortungsvoller Umgang damit eigentlich aus? Soll man Müll trennen oder reduzieren, gegen Atomkraftwerke sein, sich ein Elektroauto kaufen oder am besten gleich alles mit dem Fahrrad erledigen, sich eine Wärmepumpe einbauen, Plastik vermeiden und sich gegen Raubbau aussprechen? Ich denke, der Lehrtext hat eine verblüffende Antwort auf all diese Fragen.

Der Apostel Paulus betrachtet dort Verantwortlichkeit von einer anderen Seite. Sie besteht nicht aus einem (ständig wachsenden) Katalog von Regeln, sondern in unserer Beziehung zu Gott. „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten“, schreibt er. Er legt es also in unsere Hände, wie wir vor Gott handeln. Doch dann erklärt er, wo das eigentliche Problem liegt: „Alles ist mir erlaubt, aber nichts soll Macht haben über mich.“ Wenn ich bemerke, dass etwas nicht zum Guten führt, so habe ich in Christus die Freiheit, es zu lassen. Habe ich diese Freiheit nicht, weil ich z.B. finanzielle Verluste befürchte, hat in diesem Fall das Geld Macht über mich bekommen. Gott will aber, dass wir frei sind, Dinge zu tun oder auch zu lassen. Wie gut, dass wir diese Freiheit bei Jesus Christus finden können. Er macht es möglich, verantwortungsbewusst mit dem umzugehen, was Gott uns anvertraut hat.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir für alles, was du mir anvertraut hast. Ich bitte dich aber darum, mir immer wieder zu zeigen, was zum Guten dient und was nicht. Schenke mir die Freiheit, das loslassen zu können, was nicht zum Guten führt, auch wenn ich dadurch Nachteile habe. Ich will dir vertrauen, dass du meinen Mangel ausfüllst. In Jesu Christi Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 11.06.2024

Die zum Frieden raten, haben Freude.
Sprüche 12,20

Ist‘s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden.
Römer 12,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Frieden

Frieden – ein großes Thema in der heutigen Zeit. Auch die heutigen Bibelverse beschäftigen sich damit. Schnell denken wir an den Krieg in der Ukraine oder in Israel und im Gazastreifen. Doch auch woanders finden Kriege statt, z.B. im Sudan. Gibt es für diese Kriege überhaupt eine Lösung? Ich weiß es nicht. Fest steht nur: Echten Frieden müssen beide wollen, ansonsten gibt es immer wieder Gewalt.

Doch was können wir Christen da tun? Ich meine, es beginnt in den alltäglichen Herausforderungen. Frieden zu fordern, ist das eine, ihn im persönlichen Umfeld zu schaffen, das andere. Da ist z.B. eine Frau, deren Nerven regelrecht zerrüttet sind, weil der Hahn ihres Nachbarn Tag und Nacht ständig kräht. Gespräche haben nichts bewirkt. Ein Gang zum Ordnungsamt oder zum Gericht könnte vielleicht helfen – doch ob dadurch Frieden zwischen den Nachbarn geschaffen wird?

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten. Wenn wir etwa die Person mit dem Hahn wären, könnten wir ihn z.B. nachts in einen schallgeschützten Raum setzen. Allgemein gesprochen bedeutet das: Wir versuchen, das Ärgernis zu beseitigen, wenn es in unserer Hand liegt. Was ist aber, wenn wir es sind, der wegen der Kräherei kaum noch schlafen kann?

Jesus erzählte in einem Gleichnis von einer bittenden Witwe, die solange vor der Tür eines ungerechten Richters ausharrte, bis er ihr Recht verschaffte.(1) Wenn wir dementsprechend die Bitte, mit dem Hahn etwas zu unternehmen, freundlich aber beständig wiederholen und dabei unser persönliches Leid schildern, erreichen wir vielleicht irgendwann das Gewissen unseres Gegenübers. So etwas habe ich in einem anderen Fall schon erlebt. Es gibt zwar keine Erfolgsgarantie, doch einen Versuch ist es wert. Außerdem macht diese Vorgehensweise etwas mit uns: Wir werden nicht bitter, rachsüchtig oder schadenfroh.

All das löst vielleicht nicht die großen Konflikte. Wenn aber mit Jesu Christi Hilfe und Vorbild Frieden im Kleinen möglich ist, so haben wir auch im Großen Hoffnung.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Luk. 18,1-5

Als Gebet ein Segensvers:
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. (Phil. 4,7). Amen.

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 10.06.2024

Mose und Aaron gingen hinein zum Pharao und sprachen zu ihm: So spricht der HERR: Lass mein Volk ziehen, dass es mir diene!
2. Mose 10,3

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Galater 5,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Umkämpfte Freiheit

Das heutige Losungswort stammt aus dem Bericht über den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Diesem gingen wiederholte Aufforderungen an den Pharao voraus, Gottes Volk freizugeben, da es inzwischen von den Ägyptern versklavt worden war. Obwohl Gott den Ägyptern durch schlimme Plagen zeigte, dass es ihm ernst war, weigerte sich der Pharao nach zunächst gegebener Zustimmung immer wieder, Israel ziehen zu lassen. Als er sie dann endlich gehen ließ, überlegte er es sich noch einmal und verfolgte sie mit seinem Heer.(1) Doch was hat all das mit uns heute zu tun?

Nun, ich denke, jeder Mensch, der sich Jesus Christus anvertraut, erlebt ebenfalls eine Befreiung aus einer Gefangenschaft oder Versklavung.(2) Im Lehrtext aus dem Galaterbrief setzt sich der Apostel Paulus genau damit auseinander. Er warnt davor, sich wieder „das Joch der Knechtschaft auflegen“ zu lassen. Nun könnte man denken, dass er von der Knechtschaft durch die Sünde spricht. Das tut er jedoch nicht, zumindest nicht vorrangig. Tatsächlich rang Paulus darum, dass die Galater ihre Hoffnung nicht auf das Gesetz des Mose, sondern auf Christus setzten. Ist das Gesetz denn falsch?

Nein – doch es kann nicht frei machen. Das kann nur Jesus Christus. Um es einmal an der Geschichte der Israeliten zu verdeutlichen: Bevor Mose kam, standen sie unter Pharaos Gesetz. Als sie Mose folgten, verließen sie den Herrschaftsbereich Ägyptens. Nun gehörten sie zu Gott. So auch bei uns: Bevor Jesus Christus kam, stand die Welt unter dem Gesetz. Durch ihn können wir im übertragenen Sinn den Herrschaftsbereich der Welt verlassen und gehören dann zu Gottes Reich. Doch wie der Pharao nicht locker lassen wollte, so greift auch das, was uns früher beherrscht hat, nach uns. Deshalb ermahnte Paulus, festzustehen und nicht in alte Muster zurückzufallen. Es ist und bleibt Jesus Christus allein, der frei macht. Er genügt.(3)

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Mose 14,5-8 (2) Röm. 7, 4-6 (3) Joh. 8,36

Als Gebet heute einen Chorus:
Allein auf Christus traue ich,
nur in der Kraft des Kreuzes rühme ich mich.
Und wenn ich siegreich bin, sollen die Menschen seh‘n:
Die Quelle meiner Stärke ist Jesus allein.

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 09.06.2024

Sieht Gott nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte?
Hiob 31,4

Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen.
Lukas 12,6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nicht vergessen

Das heute Losungswort und der dazu gewählte Lehrtext klingen zwar ähnlich, bringen aber Unterschiedliches zum Ausdruck. Im Losungswort verteidigt sich Hiob gegen die Sichtweise seiner Freunde. Sie meinten, dass Hiob sich gewiss vor Gott versündigt haben muss, sonst hätte Gott dieses Leid nicht zugelassen. Hiob hingegen sagte, er habe sich schon immer davor gehütet, sich zu versündigen. Gott sei gewissermaßen sein Zeuge, denn er kenne Hiobs Wege und zähle alle seine Schritte.

Im Losungswort geht es also darum, dass wir uns nicht vor dem Allmächtigen verstecken können. Im Lehrtext hingegen geht es um Gottes Schutz für die Seinen. Sogar Sperlinge, die in den Augen der Menschen nur einen sehr geringen Wert haben, sind von ihm nicht vergessen. In beiden Fällen sieht uns Gott, jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Die Frage ist: Wie sieht Gott uns? Oder persönlich gefragt: Wie sieht er mich? Wie bewertet er das, was ich tue und was ich denke? Ich kann mich ja selbst für völlig schuldlos halten – doch tut Gott das auch? Umgekehrt kann ich mich auch selbst anklagen und verurteilen – doch spricht Gott mich ebenfalls schuldig? Ich denke, Hiob hatte recht: Wir müssen diese Frage an Gott abgeben, der uns durch und durch kennt. Weder Hiobs Selbstwahrnehmung noch die Sicht seiner Freunde waren letztendlich entscheidend.

Doch wo finden wir eine Antwort? Ich meine, wir finden sie im Römerbrief. Dort schreibt der Apostel Paulus: „Wer nun mit Jesus Christus verbunden ist, wird von Gott nicht mehr verurteilt.“ (Röm. 8,1) Ich formuliere das oft so: Gott sieht uns durch Jesus Christus, der unsere Schuld ein für alle Mal auf sich genommen hat. Das ist mehr als ein Freispruch, es führt zu einer völlig neuen Beziehung zu Gott. So fuhr Jesus fort: „Auch sind die Haare auf eurem Haupt alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid kostbarer als viele Sperlinge.“ (Luk. 12,7) Die Verbindung mit Jesus Christus ändert alles. Wollen wir darin leben?

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Entscheidung bei der heutigen Europawahl wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass ich dich Vater nennen darf. Du bist ein guter Vater, und ich darf wissen, dass ich kostbar in deinen Augen bin.
Herr Jesus Christus, wie kann ich dir nur danken, dass ich durch dich mit dem Vater verbunden bin. Danke für dein Opfer, danke für deine Liebe.
Und ich danke dir für den Heiligen Geist, durch den du zu mir gekommen bist. Du hast mich nie vergessen, selbst dann, als ich dich vergessen hatte. Bleibe bei mir und lass mich immer mehr erkennen, wie du wirklich bist. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 08.06.2024

Mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf.
Psalm 27,10

Paulus schreibt: Obwohl meine leibliche Schwäche euch eine Anfechtung war, habt ihr mich nicht verachtet oder vor mir ausgespuckt, sondern mich wie einen Engel Gottes aufgenommen, ja wie Christus Jesus.
Galater 4,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Menschenwort und Gotteswort

Das heutige Losungswort ist ein großer Trost für Menschen, die in ihrer direkten Umgebung Ablehnung, vielleicht sogar seelischen oder körperlichen Missbrauch erlebt haben. Manchmal sagen mir Christen, sie finden keinen Zugang zu Gott dem Vater, weil ihr leiblicher Vater so schlecht mit ihnen umging. Doch Gott ist nicht ein Mensch und verhält sich auch nicht so. Wenn Menschen uns auch ablehnen oder verlassen, nimmt der HERR uns doch auf.

Nun kann manch einer schlechte Erfahrungen mit Eltern oder Prägepersonen nicht einfach so abschütteln – besonders, wenn sie im Namen Gottes oder Jesu Christi geschahen. Diese Worte prägen einen Menschen oft mehr als die Worte der Bibel. Muss man jetzt solchen Personen vergeben, um freizukommen? Nein, ich glaube, der umgekehrte Weg ist richtig: Man muss freikommen, um vergeben zu können.

Kurz nachdem ich gläubig wurde, sagte mir ein älterer Christ: „Wenn jemand zu dir sagt: ‚Der Herr hat mir Folgendes über dich gesagt …‘, dann antworte ihm: ‚Danke, aber mir hat der Herr das nicht gesagt.‘“ Worte von Menschen sind nicht automatisch Worte Gottes, auch wenn sie von anerkannten Christen kommen. Einen festen Halt geben uns die Bibel und die Leitung des Heiligen Geistes.

Das bedeutet jedoch nicht, dass wir uns von Menschen komplett unabhängig machen können. Gott redet durch Menschen – die ganze Bibel ist ein Beleg dafür. Deren Autorität besteht meiner Erkenntnis nach darin, dass Gott ihr Wort bestätigt. Als der Apostel Paulus nach Galatien kam, war er sehr krank. Rein äußerlich wirkte er nicht wie ein vollmächtiger Vertreter Gottes. Doch die Galater erkannten in ihm einen Boten Jesu Christi – davon handelt der Lehrtext. Sie nahmen ihn auf, als wäre er Jesus selbst. Wenn Gottes Geist also das Wort eines Menschen in unserem Herzen bestätigt, sollten wir es auch ernst nehmen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass du selbst dafür sorgst, dass dein Wort und dein Wille bei uns ankommen. Hilf uns, zu unterscheiden, was von dir kommt und was nicht. Mach uns auch frei von Prägungen, die nicht von dir kommen. Schenke, dass die Worte, die von mir ausgehen, deinem Willen entsprechen und dich ehren. In Jesu Namen bete ich, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 07.06.2024

Der HERR spricht: Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.
2. Mose 23,20

Als die Weisen aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir‘s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen.
Matthäus 2,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Behütet und geleitet

Im heutigen Losungswort versprach Gott den Israeliten, sie durch einen Engel zu behüten, damit sie an den Ort kämen, den er für sie bestimmt hatte. Gleichzeitig erhielten sie aber auch die Warnung, den Anweisungen, die sie durch den Engel erhielten, unbedingt zu gehorchen. Warum war das so wichtig? Weil der Engel im Namen Gottes – also in dessen Auftrag – sprach.(1) Sich dem Engel zu widersetzen, bedeutete, sich Gott zu widersetzen. Wer so handelt, wird am Ziel seines Lebens vorbeigehen.

Wir sehen hier also nicht nur einfach eine Zusage, dass Gott sich schon um alles kümmern wird. Es kommt auch auf das an, wie man auf ein Reden Gottes reagiert. Sehr deutlich wird das in dem Geschehen, von dem der Lehrtext berichtet. Nach der Geburt Jesu geriet die junge Familie in große Gefahr, denn Herodes, der amtierende König, hatte gehört, dass ein neuer König geboren worden wäre. Also suchte er das Kind, um es umzubringen. Doch Gott schickte einen Engel mit klaren Anweisungen zu Josef.(2)

Wie ernst hätten wir an Josefs Stelle so etwas genommen? Ich kenne einige Menschen, die sich solch ein deutliches Reden Gottes wünschen. Es bleibt allerdings die Frage, ob man dem dann auch nachkommt. Josef, Maria und Jesus erlebten Behütung, weil Josef sich leiten ließ. Es war Gottes Plan, dass Jesus leben sollte, also sorgte er dafür, dass es geschah. Josefs Anteil darin war, das umzusetzen, was Gott ihm gesagt hatte.

Auch für unser Leben hat Gott einen Plan, den wir nur stückweise kennen. Das neue Leben durch Christus ist der Anfang, die Ewigkeit mit ihm das Ziel. Vertrauen wir ihm, dass er uns „auf dem Wege behütet“ und an den Ort bringt, den er für uns bestimmt hat?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Mose 23,21-22 (2) Matth. 2,1-14

Gebet:

Lieber Vater im Himmel, ich danke dir, dass du einen Plan für mein Leben hast. Auch wenn ich nicht immer weiß, wie er aussieht, ich will dir vertrauen. Hilf mir, deine Stimme zu hören und dem zu folgen, was du mir zeigst. Danke, dass du selbst dafür sorgst, dass ich ans Ziel komme. In Jesu Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 06.06.2024

So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir.
Jesaja 43,5

Es sprach der Herr durch eine Erscheinung in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden.
Apostelgeschichte 18,9-10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott ist mit uns

Zwischen all den Gerichtsbotschaften an Israel verkündeten die Propheten auch immer wieder Zusagen Gottes. Im heutigen Losungswort heißt es: „So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir.“ Gott spricht es zu denen, die er zuvor vertrieben hatte. So lautet die Fortsetzung des Losungswortes: „Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln.“ Strafe, Vertreibung und Tod sind nicht der eigentliche Wille Gottes, sondern Annahme und Leben.

Neben meinem Beruf als Pastor arbeitete ich für eine begrenzte Zeit als Mathematiklehrer in einer Gemeinschaftsschule. Eine siebte Klasse bereitete mir schlaflose Nächte, da die Kinder extrem respektlos waren. Ich fühlte mich völlig hilflos. Dennoch hatte ich sie alle in mein Herz geschlossen, die Lernwilligen genauso wie die Störer. Ich denke, wie es mir damals im Kleinen erging, so ergeht es Gott im Großen. Er liebt uns Menschen, die Gerechten und ebenfalls die Sünder. Deshalb hat er seinen eigenen Sohn gegeben, „damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ (Joh. 3,16)

Diese Liebe Gottes war es, die die Apostel antrieb, die frohe Botschaft von Jesus zu allen Menschen zu tragen. Dabei wurden sie nicht immer freundlich aufgenommen. So kam der Apostel Paulus nach Korinth und erfuhr dort zunächst Ablehnung. Doch Gott sprach Paulus zu, ihn zu beschützen, wie wir im Lehrtext lesen. Er ließ Paulus wissen: Denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.“ Gott sah schon die Menschen, die auf seine Liebe reagieren werden, wenn sie davon erfahren.

Was bedeutet das für uns? Ich meine, wir sind ebenfalls gerufen, die frohe Botschaft von Jesus Christus zu verbreiten, auch bei denen, von denen wir nicht vermuten würden, dass sie einmal an Jesus glauben werden. Dabei brauchen wir uns nicht vor Menschen zu fürchten: Gott wird mit uns sein.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Als Gebet oder als Inspiration dazu heute das Lied: „Wir durchschreiten alle Grenzen“

Wir durchschreiten alle Grenzen,
öffnen weit jedes Tor,
Herzen vereint, erfüllt mit Liebe
verkünden wir: Jesus ist Herr!

Wir zerstör’n das Joch der Sünde,
treten für die Schwachen ein
und proklamier’n die Herrschaft Jesu
auf dieser Erde überall.

Und wir bringen ein die Ernte,
solang‘ der Tag noch währt.
Auch wenn wir unter Tränen säen,
ernten wir mit Freudenklang.

Uns’re Augen werden schauen
das Lamm in Herrlichkeit,
wenn Er aus allen Ländern heimführt
Seine bluterkaufte Braut.
Dann rufen wir: Jesus ist Herr!
Wir rufen aus: Jesus ist Herr!

Von: Graham Kendrick, (c) 1991 Make Way Music,
East Sussex, UK Original: (We will) „Cross every border“

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 05.06.2024

Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir.
Jona 2,8

Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
Philipper 4,6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Sorgt euch um nichts“

„Sorgt euch um nichts“, so lesen wir es im heutigen Lehrtext. Was ist damit gemeint, gerade in Anbetracht der Hochwasserkatastrophen im Süden Deutschlands? Viele Menschen sind in große Not geraten, haben Hab und Gut verloren. Wirkt solch eine Aufforderung da nicht wie Hohn? Nun, ich meine, hier geht es um mehr als um einen leichtfertigen Zuspruch.

Viele verbinden mit dem Begriff „Sorgen“ eine innere Unruhe, in der man furchtsam nach vorn blickt. Gründe dafür gäbe es ja genug. Was kommt da alles auf uns zu? Umweltkatastrophen, Kriege, Gewalttaten, Inflation, drohende Armut und vieles mehr. Wie soll man sich da nicht Sorgen machen? Dennoch glaube ich, dass Menschen, die mit Gott verbunden sind, sich nicht sorgen müssen. Doch warum?

Im Losungswort finden wir ein Gebet des Jona, als er sich im Bauch des Fisches befand. Auf der Flucht vor Gott war er auf ein Schiff gegangen. Doch dann kam seinetwegen ein Sturm auf. So warfen ihn die Seeleute ins Wasser, um Gott zu besänftigen. Dort wurde Jona von einem Fisch verschlungen – war das nun sein Ende? Nein, Jona entdeckte mitten in seinem Unglück die rettende Hand Gottes. Genau das ist der Schlüssel zu einer anderen Sicht auf alles, was geschieht. Jonas Seele war zwar verzagt, doch anstatt an Gott zu zweifeln, wandte er sich an ihn und betete zu ihm. Der Lehrtext fordert ebenfalls dazu auf, in aller Not Gott um Hilfe anzurufen, jedoch nicht mit einem vorwurfsvollen Unterton, sondern mit Danksagung.

Es geht offensichtlich nicht darum, sorgenvolle Gefühle loszuwerden. Vielmehr sollen wir – ungeachtet unserer Gefühle – darauf vertrauen, dass wir in Gott geborgen sind. All das verhindert nicht, dass unser Leben durch schwere Zeiten und tiefe Täler gehen kann. Trotzdem halten wir daran fest, dass unser Erlöser lebt! Gott hat einen Ausweg, auch wenn wir ihn noch nicht sehen können. Deshalb, glaube ich, brauchen wir uns nicht zu zu sorgen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:

Herr Jesus Christus, du bist unser Erlöser und versprichst uns, immer bei uns zu sein. Ich bitte dich jetzt besonders für diejenigen, die in große Not geraten sind. So viele Menschen in nah und fern haben vieles oder sogar alles verloren. Andere schauen mit großer Sorge in die Zukunft. Herr, hilf uns allen, dass wir uns an dich wenden, gerade dann, wenn unsere Seele verzagt. Lass uns deine Wege mit uns erkennen, damit wir nicht den Mut verlieren. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 04.06.2024

Der HERR sprach: Mein Angesicht soll vorangehen; ich will dich zur Ruhe leiten.
2. Mose 33,14

Es ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes.
Hebräer 4,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Noch nicht am Ziel

Als Mose von Gott den Auftrag erhielt, die Israeliten aus Ägypten herauszuführen, war das in so ziemlich jeder Hinsicht eine komplette Überforderung. Mose hatte weder Macht über den Pharao noch über das Volk. Von daher gesehen war es ein aussichtsloses Unterfangen, was bei Mose erst einmal zu kritischem Hinterfragen führte.(1) Er sah sich nicht als befähigt, was sowohl mit der Ansicht der Israeliten als auch mit der Meinung des Pharaos übereinstimmte. Doch Gott sagte immer wieder zu ihm: „Ich will mit dir sein.“ (2.Mos. 3,12) All das, was danach geschah, ereignete sich deshalb, weil Mose Gott mehr glaubte als sich selbst oder anderen.

Im heutigen Losungswort lesen wir nun, wie Gott Mose zusagt: „Mein Angesicht soll vorangehen; ich will dich zur Ruhe leiten.“ Diese Zusage kam nicht aus dem Nichts, denn Mose hatte Gott zuvor darum gebeten, ihm seinen Weg zu zeigen und mit ihnen zu gehen.(2) Mose wollte nicht eigenmächtig leiten, er wollte Gott „nachfolgen“. Durch diese Einstellung, die sich in Krisensituationen immer wieder zeigte, brachte er das Volk bis an die Grenze zum Gelobten Land. Doch die versprochene „Ruhe“ – ein Leben im Gelobten Land – erlebte er nicht. Hält Gott denn seine Versprechen nicht ein?

Mit dieser Thematik setzte sich auch der Verfasser des Lehrtextes auseinander. Er stellte klar, dass Gottes Ruhe mehr als das Gelobte Land auf Erden bedeutete, indem er in Bezug auf Moses Nachfolger Josua sagte: „Denn wenn Josua sie zur Ruhe gebracht hätte, wäre hernach nicht von einem andern Tag die Rede.“ (Hebr. 4,8) Diese Ruhe ist etwas, was Gott für uns bereithält, etwas, das noch kommt. Und dennoch haben wir hier schon einen Vorgeschmack. Wie die Israeliten von Gottes Angesicht geleitet wurden, werden auch wir, die wir an Jesus Christus glauben, von ihm geleitet. Wir sind auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel. Doch der, der das Ziel kennt, ist bei uns. Wenn wir ihm nachfolgen, werden wir ankommen, denn er geht uns voran. Folgen wir ihm?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Mose 3,11-13 (2) 2.Mose 33,12-16

Als Gebet die Übersetzung eines Gospelsongs:

Eine Krone steht dort für mich bereit!
Alles wird vorbei sein, alles wird vorbei sein.

Ich werde IHN dort seh’n, werde IHN dort seh’n!
Alles wird vorbei sein, alles wird vorbei sein.

Ich zieh‘ an mein Kleid und werd‘ erzählen,
wie ich durchkam …

Endlich bin ich da!

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 03.06.2024

HERR, du bist allein Gott über alle Königreiche auf Erden, du hast Himmel und Erde gemacht.
2. Könige 19,15

Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.
Römer 10,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Reich für alle

„HERR, du bist allein Gott über alle Königreiche auf Erden“ – so lautete ein Teil eines Gebetes des Königs Hiskia, als er und ganz Jerusalem von den Assyrern bedroht wurden. Für Hiskia war es eine Überlebensfrage, dem Gott Israels, dem Schöpfer aller Dinge, zu vertrauen. Es ging ihm nicht darum, mit Vertretern anderer Religionen zu streiten, sondern sich darauf zu verlassen, dass Gott über allem steht, und vor allem, ihm beisteht.

Nun war Hiskia ein gottesfürchtiger König, und das war ein Segen für das ganze Volk. Ich denke, es ist immer ein Segen für die Menschen, wenn Regierungen und einflussreiche Personen aufrichtig gottesfürchtig sind. Doch jetzt wurde Hiskias Vertrauen zu Gott auf die Probe gestellt. Der Mundschenk des Königs von Assyrien schickte ihm einen Brief, in dem er schrieb: „Du weißt doch, was die Könige von Assyrien mit den anderen Ländern gemacht haben. Sie haben alle verwüstet, und da willst ausgerechnet du dem Untergang entrinnen?“ (2.Kön. 19,11) Es kam für Hiskia somit darauf an, sich auf Gottes Macht und Güte zu verlassen.

Auch für Christen gibt es Herausforderungen. In etlichen Ländern werden sie verfolgt, in anderen Ländern immer weniger ernst genommen. Die Frage, ob wir der Bibel vertrauen, spaltet teilweise Gemeinden und Bewegungen. Kurz nachdem ich gläubig geworden war, fragte ich mich selbst, weshalb Gott sich gerade in der Bibel offenbart. Die Antwort, die ich fand, lautete: Der Jesus, der mich gerufen und mein Leben zum Guten verändert hat – dieser Jesus täuscht mich nicht. Wenn er der Heiligen Schrift als Gottes offenbartes Wort vertraut, dann tue ich es ebenfalls.

So vertraue ich auch dem, was im Lehrtext steht. Bei Jesus Christus gibt es keinen Unterschied zwischen den Menschen, und „es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.“ Der Weg zu ihm steht immer offen – und das für alle Menschen und natürlich auch für uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du reich für alle bist, die dich anrufen. Daran will ich festhalten, auch wenn es manchmal so aussieht, als ob alle Türen verschlossen sind. Die Tür zu dir ist immer offen. Danke Jesus. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 02.06.2024

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
Psalm 23,6

Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk.
Apostelgeschichte 2,46-47

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wohlwollen beim ganzen Volk

Der heutige Losungsvers aus dem 23. Psalm ist vielen bekannt. David berichtet hier vom Einfluss der Güte Gottes auf sein Leben. So war er voller Vertrauen, dass Gott ihn mit Gutem versorgen wird. Diese Zuversicht gründete sich auf dessen Barmherzigkeit. So schrieb David: „Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.“ (Ps. 23,3) „Um seines Namens willen“ bringt zum Ausdruck, dass Gott aus eigenem Entschluss heraus handelt. Für David bedeutete das wiederum, dass ihn nicht einmal sein Versagen von Gottes Güte trennen konnte. Selbst in einem finsteren Tal musste er nicht befürchten, dass Gott ihn verlassen hätte. So mündet der Psalm in eine kaum zu überbietende Glaubensgewissheit: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“

Wenn nun schon David diese Gewissheit hatte, weil er sich auf die Barmherzigkeit Gottes verließ, wie viel mehr konnten sich die ersten Christen freuen. Denn in Jesu Christi Tod und Auferstehung ist Gottes Gnade ein für alle Mal besiegelt. Entsprechend gestaltete sich ihr Leben mit geradezu ansteckender Freude. Sie hielten gemeinsam „die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott.“ Das bedeutete unter anderem: Sie waren ohne Hintergedanken, ohne heimliche Absichten – kein Wunder, dass sie „Wohlwollen beim ganzen Volk“ hatten.

Sie hatten jedoch nicht deshalb Wohlwollen, weil sie den Leuten nach dem Mund redeten. Es war vielmehr die Auswirkung des Evangeliums, das eine sichtbare Veränderung im Menschen hervorruft. Sehnen wir uns auch nach dieser ansteckenden Freude und Lauterkeit? Dann hilft es, wie ich meine, wenn wir uns wie David vor allem auf Gottes Barmherzigkeit und Liebe konzentrieren.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Als Gebet heute zwei Verse aus dem Lied: „Ich bete an die Macht der Liebe“

Ich bete an die Macht der Liebe,
die sich in Jesus offenbart;
ich geb‘ mich hin dem freien Triebe,
wodurch auch ich geliebet ward;
ich will, anstatt an mich zu denken,
ins Meer der Liebe mich versenken.

Wie bist du mir so sehr gewogen
und wie verlangt dein Herz nach mir.
Durch Liebe sanft und stark gezogen
neigt sich mein alles auch zu dir,
du große Liebe, gutes Wesen,
du hast mich, ich hab dich erlesen.

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 01.06.2024

Ich habe mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet.
1. Samuel 1,15

Die Frau trat von hinten an das Fußende des Polsters heran, auf dem Jesus lag. Sie weinte so sehr, dass seine Füße von ihren Tränen nass wurden. Mit ihrem Haar trocknete sie ihm die Füße, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.
Lukas 7,38

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ausgeschüttet

Heute geht es um zwei Frauen: Hannah, die Mutter Samuels, und eine Frau, von der es heißt, dass sie „eine Sünderin“ war. (Luk. 7,37) So unterschiedlich ihre Lebensumstände auch waren – Hannah war Ehefrau, die andere bekannt für ihren unmoralischen Lebenswandel – beide Frauen erlebten Ablehnung, als sie sich Gott näherten und ihr Herz vor ihm öffneten. Diese Ablehnung kam allerdings nicht von Gott, sondern von denen, die ihm dienen sollten. Hannah brachte ihr Herzensanliegen vor Gott, indem sie stumm betete, aber dabei ihre Lippen bewegte. Daraufhin hielt der Priester Eli sie für betrunken und tadelte sie: Sie solle erst einmal wieder nüchtern werden, bevor sie vor Gott erscheint.(1) Die Frau, die Jesus die Füße salbte, erlebte, dass ein Pharisäer ihre Handlung innerlich scharf verurteilte, da sie nun mal „eine Sünderin“ war.(2)

Beide Berichte zeigen, wie schnell man sich eine Meinung macht – und wie sehr man damit daneben liegen kann. Wir Menschen sehen eben schneller das Äußere als das Innere. Gott jedoch sieht das Herz an. Er sah Hannah und wusste um ihren verzweifelten Wunsch, ein Kind zu bekommen. Eli hingegen sah eine Frau, die schwankend vor sich hinmurmelte. Ebenso sah der Pharisäer eine stadtbekannte Prostituierte, die er am liebsten gar nicht in seinem Haus gehabt hätte. Jesus sah eine Frau, die ihm vertraute, denn er vergab ihr ihre Sünden und sagte zu ihr: „Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden!“ (Luk. 7,50)

Wie gehen wir mit anderen um, die uns erst einmal negativ auffallen? Von denen wir vielleicht sogar negative Dinge wissen? Ich für meinen Teil wünsche mir, allen Menschen mit Annahme und Respekt begegnen zu können. Sollte es nicht auf Anhieb gelingen, ist hier der Priester Eli ein gutes Vorbild: Er tat Hannah nicht ab, sondern hörte ihr zu und segnete sie. Bei Gott sind alle willkommen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Sam. 1,12-14 (2) Luk. 7,37-39

Gebet:

Danke, Herr Jesus, dass du mich angenommen hast, wie ich bin. Hilf mir, dass ich andere ebenso annehmen kann. Vergib mir, wo ich aufgrund von menschlichen Eindrücken und schlechten Erfahrungen an deinem Willen vorbeigehe. Leite mich darin durch deinen Geist, um das zu erkennen, was du möchtest. Erfülle mich immer wieder neu mit deiner Liebe. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 31.05.2024

Alle, die dem HERRN widerstehen, werden zu ihm kommen und beschämt werden.
Jesaja 45,24

Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin‘s; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.
Markus 14,61-62

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Eine Frage der Gesinnung

Das heutige Losungswort bezieht sich auf alle Menschen. Zuvor macht Gott unmissverständlich klar, dass es keinen anderen Gott gibt als den Gott Israels. Nun dachten etliche Leute vielleicht: „Was hier gesagt wurde, ist die persönliche Meinung von Jesaja. Ob der Gott Israels wirklich der alleinige Gott ist, der Himmel und Erde geschaffen hat, ist damit nicht gesagt.“ So bleibt dann jeder bei dem, was er oder sie glaubt – oder auch nicht glaubt. Genau auf diese Denkströmung geht das Losungswort ein. Es deutet die Relativierung oder Ablehnung dessen, was Jesaja verkündet, als Widerstand gegen Gott. Doch eines Tages wird Gott offenbar, und alle, die ihm widerstanden haben, müssen ihren Irrtum er- und bekennen.

Die Frage ist: Wie kann man denn erkennen, dass der Gott Israels der alleinig wahre Gott ist? Woran erkennt man, dass Jesus Christus der Sohn des lebendigen Gottes ist? Im Lehrtext stellt der Hohepriester diese Frage. Doch aus der Antwort Jesu kann man herauslesen, dass der Hohepriester nicht wirklich nach Erkenntnis suchte, sondern nach einem Grund, Jesus zu verurteilen. So sagte Jesus ähnlich wie Jesaja: Es kommt der Tag, an dem alle sehen werden, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

Ich denke, es ist eine Frage der Gesinnung. Suchen wir aufrichtig die Wahrheit, oder suchen wir nach Argumenten gegen alles, was uns nicht passt? Jesus sagte, dass diejenigen, die die Wahrheit suchen, sie auch finden werden.(1) Ebenso heißt es: „Gott schaut herab vom Himmel auf die Menschen, zu sehen, ob da ein Verständiger sei, einer, der nach Gott fragt.“ (Ps. 53,3) Es gibt also eine Möglichkeit, Gott zu erkennen – doch nicht jeder will das. Wie tröstlich ist es, dass Gott sogar denen begegnen will, die ihn nicht gesucht haben.(2) Mögen noch viele zu ihm finden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 7,7 (2) Röm. 10,20

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass du dich uns zu erkennen gibst. Danke für deine Schöpfung; danke, dass du in Christus Mensch geworden bist; danke, dass du Gebet erhörst und antwortest, wenn wir zu dir rufen. Auch wenn ich dich nicht sehen kann, sehe ich, was von dir ausgeht. Halte mich bitte fest in diesem Glauben. Suche bitte auch die, die nicht nach dir suchen. Und lass dich von denen finden, die dich suchen. (Hier können wir die Namen derer einsetzen, für die wir beten.) Das bitte ich in Jesu Christi Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 30.05.2024

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.
Psalm 126,1

Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht.
1. Korinther 13,8.12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wie die Träumenden

Auf welchen Hintergrund bezieht sich Psalm 126, aus dem das heutige Losungswort stammt? Zunächst ist der Psalm ein Wallfahrtslied. Diese wurden auf dem Weg zum Tempel gesungen. Es gibt Berichte, nach denen auf jeder Stufe zum Tempel hinauf je ein Wallfahrtslied gesungen wurde. Inhaltlich geht es im Losungswort darum, dass Gott die Gefangenen seines Volkes erlösen wird. Das kann auch rückblickend gemeint sein, nachdem ein großer Teil der Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft nach Israel zurückkehren durfte.

Welches Ereignis der Psalm auch immer beschreibt, es geht um etwas Überwältigendes. „Wie die Träumenden“ bedeutet, dass gerade etwas Unvorstellbares und Schönes geschieht, sodass man meint, man träume. Um solch ein Ereignis geht es auch im Lehrtext. Der Apostel Paulus spricht hier davon, dass wir einmal Jesus Christus von Angesicht zu Angesicht sehen werden. Wir werden einmal schauen, was wir hier geglaubt haben. Heute halten wir an allem fest, was auf die Wiederkehr Jesu hindeutet. Doch eines Tages wird es soweit sein, und auch wir werden dann vermutlich „sein wie die Träumenden“. Alles, was geschehen wird, ist so unfassbar, dass Paulus nur noch schreiben konnte: „Kein Auge hat je gesehen, kein Ohr hat je gehört, und kein Mensch konnte sich jemals auch nur vorstellen, was Gott für die bereithält, die ihn lieben.“ (1.Kor. 2,9)

An vielen Stellen der Bibel werden Ereignisse angekündigt, die in der gegenwärtigen Situation unmöglich erscheinen. Dazu zählt auch die Wiederkehr Jesu Christi. Diese Ankündigungen fordern uns heraus, aus unserem irdischen Alltag auf- und in Gottes Dimension einzutauchen. Dort bekommt alles einen Sinn und einen Wert. Von dort bekommen wir auch die Kraft, im Glauben durchzuhalten und uns auf diesen Moment zu freuen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Als Inspiration zum Gebet heute ein Vers aus dem Lied: „Dein Wort“

Eines Tages werden wir seh‘n:
Gott wird sein Wort erfüll‘n.
Himmel und Erde werden vergeh‘n,
doch sein Wort bleibt besteh‘n.
Wenn Gott spricht, wird es Licht,
was er sagt, das geschieht –
von Anfang an war das so.
Dein Wort gibt meinem Leben Kraft.

Ja, dein Wort gibt meinem Leben Kraft.

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 29.05.2024

Mose sprach: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge. Denn es ist nicht ein leeres Wort an euch, sondern es ist euer Leben.
5. Mose 32,46.47

Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch vermag nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.
Johannes 6,63

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Worte des Lebens

Im heutigen Losungswort ermahnte Mose das Volk Israel, sich die Worte, die Gott zu ihnen geredet hatte, zu Herzen zu nehmen. Er erklärte ihnen, dass es nicht irgendwelche bedeutungslosen Worte waren, sondern dass ihr Leben davon abhing. Wenn sie diese beachteten, würden sie lange in dem Land leben können, das Gott ihnen geben wollte. Nun wissen wir aus der Bibel, dass die Israeliten in manchen Zeiten Gottes Worte sehr ernst nahmen. Zu anderen Zeiten handelten sie jedoch entgegengesetzt, sodass ihnen oft erst im Nachhinein klar wurde, welchen Preis sie dafür zahlten: Kriege, Vertreibung, Gefangenschaft, Tod. Gottes Wort ist eben „nicht ein leeres Wort“, wie es im Losungswort heißt. Es abzulehnen, bedeutet letztlich, das Leben abzulehnen.

Im Lehrtext geht es nun um die Worte, die Jesus zu den Menschen geredet hatte. Von ihnen sagte er, dass sie Geist und Leben sind. Doch was bedeutet das? Es bedeutet, dass sie relevant dafür sind, dass wir Leben haben. Ohne sie wird unser Dasein leblos sein. Zwar mögen wir atmen, das Blut mag durch unsere Adern fließen und unser Herz in unserer Brust schlagen, doch all das bleibt letztlich ohne Bedeutung, denn „das Fleisch vermag nichts“, wie es im Lehrtext heißt. Anders gesagt: Menschliche Kraft nützt nichts.

Es gibt jedoch einen, der alles verändern kann: Gottes Geist. Durch ihn treten wir in eine völlig neue Welt ein. Er bestätigt uns in unserem Innersten, dass wir Gottes Kinder sind.(1) Er legt das, was Gott uns sagen will, tief in unser Herz hinein.(2) Deshalb geht es in der Botschaft Christi nicht mehr um geschriebene Gesetze, sondern um das neue Leben durch Gottes Geist. „Denn der Buchstabe tötet, Gottes Geist aber schenkt Leben.“ (2.Kor. 3,6 Hfa)

All dem entnehme ich, dass wir für ein Leben aus Gott sowohl sein Wort als auch seinen Geist brauchen. Geben wir ihnen Raum?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Röm. 8,16 (2) Jer. 31,33

Gebet:

Danke, Herr Jesus, dass du Worte des Lebens für uns hast. Danke für den Heiligen Geist, der sie uns in Erinnerung ruft. Herr, auf deine Gegenwart in meinem Leben will ich immer wieder neu vertrauen. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 28.05.2024

Ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die macht beide der HERR.
Sprüche 20,12

Philippus lief hin und hörte, wie der Mann laut aus dem Buch des Propheten Jesaja las. Er fragte ihn: „Verstehst du denn, was du da liest?“Der Äthiopier sagte: „Wie kann ich es verstehen, wenn mir niemand hilft!“Und er forderte Philippus auf, zu ihm in den Wagen zu steigen.
Apostelgeschichte 8,30-31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hören und sehen

Im heutigen Losungswort geht es um Hören und Sehen. Was wir hören, sind Schallwellen. Wir nehmen sie wahr, ohne ihren Ursprung zu sehen. Wir hören sogar durch Wände hindurch, was manchmal auch zu Konflikten mit den Nachbarn führen kann. Beim Sehen ist es ähnlich und doch anders. Zwar kann man Helligkeit wahrnehmen, ohne die Lichtquelle direkt zu sehen. Das meiste aber, was wir betrachten, sind die Lichtreflexionen eines Gegenstandes, eines Tieres oder einer Person. Wir erkennen diese nur dann, wenn sie beleuchtet sind und nichts dazwischen ist.

Übertragen wir diese beiden Sinne auf unser geistliches Leben, so können wir Gott „hören“, ohne ihn zu sehen. Selbst, wenn sich „Gedankenwände“ dazwischenschieben, nehmen wir noch etwas von ihm wahr. Ich glaube, das geht vielen Menschen so, wenn sie plötzlich das Gefühl haben, jemand klopft an ihre innere Tür – jedoch reagieren nicht alle darauf.

Auch das Sehen kann man geistlich deuten. So wird Jesus Christus als das Licht der Welt beschrieben. Wenn wir unsere Augen nicht verschließen, können wir in diesem Licht erkennen, wie Gott uns sieht – ja noch mehr, dass nämlich Jesus Christus der Schöpfer und Herr der Welt ist. Doch auch dann, wenn jemand das Licht Christi nicht sehen kann, so sieht er bzw. sie doch uns Christen. Ist Jesus Christus im übertragenen Sinne die Sonne, so sind wir der Mond, der in einer dunklen Zeit Jesu Licht widerspiegelt.

Im Lehrtext lesen wir von Philippus. Er sah den Wagen, in dem ein äthiopischer Kämmerer saß. Er hörte, womit dieser Mann sich gerade beschäftigte, nämlich mit Aussagen des Propheten Jesaja, und brachte das Licht Jesu in das Leben des Kämmerers. Gott hat uns Ohren und Augen sowohl körperlich als auch geistlich geschenkt. Machen wir davon Gebrauch.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir für unsere Augen und Ohren. Vor allem danke ich dir für geistliche Augen und Ohren. Danke, dass wir dich in deinen Werken erkennen können. Danke, dass du durch dein Wort zu uns redest. Herr, bitte segne unsere geistlichen Augen und Ohren, damit wir sie nicht verschließen, sondern immer deutlicher erkennen, wie du wirklich bist. Das bitte ich in Jesu Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 27.05.2024

Mit Gott wollen wir Taten tun.
Psalm 60,14

Ich bitte euch nun, liebe Brüder und Schwestern, bei der Barmherzigkeit Gottes: Bringt euren Leib dar als lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer - dies sei euer vernünftiger Gottesdienst!
Römer 12,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mit

Das heutige Losungswort beginnt mit dem Wörtchen „Mit“. Wir lesen: Mit Gott wollen wir Taten tun“, weder „für Gott“ noch „vor Gott“, sondern „mit Gott.“ Das bedeutet gleichzeitig: Gott muss mit dem einverstanden sein, was wir tun. Er ist ja kein Talisman, den man aus der Tasche zieht, um erfolgreich zu sein. Er lässt sich weder manipulieren noch instrumentalisieren. Wenn wir aber seinem Willen gemäß handeln, wird auch das Unmögliche möglich.

In unserer Gemeinde haben wir ein geistliches Prinzip, wenn wir etwas planen: Unser erster Blick geht zu Gott. Handeln wir in seinem Auftrag? Anders gefragt: Ist Gott in dem, was wir vorhaben? Erst dann schauen wir auf unsere finanziellen und personellen Möglichkeiten. Wir wollen weder, dass uns viel Geld dazu verleitet, Dinge zu tun, die Gott gar nicht möchte, noch dass wenig Geld uns davon abhält, das zu tun, was er getan haben will. Das ist natürlich nicht immer ganz einfach und erfordert Gebet, Hinhören auf Gott sowie Einheit unter den Beteiligten. All das steckt für mich in diesem kleinen Wort „Mit“ – „Mit Gott“.

Nun stellt sich vielleicht jemand die Frage: Wie erfahre ich, was Gott mit mir bzw. mit uns vorhat? Grundsätzlich können wir Gottes Absichten in der Bibel finden, jedoch nicht für spezielle Vorhaben wie z.B. eine Reise oder wie wir unser Geld verwenden sollen. In all dem brauchen wir Orientierung von Gott. Die bekommen wir, wenn wir uns ihm zur Verfügung stellen. Dazu fordert uns der Lehrtext auf.

Als Student habe ich häufig als sogenannte ZBV-Kraft gejobbt – ich stand zur besonderen Verfügung. Das bedeutete, dass ich immer in Rufbereitschaft war. Genauso stelle ich mir ein Leben mit Jesus Christus vor. Er sagte einmal: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir.“ (Joh. 10,27) Wenn dieses Wort Jesu auf uns zutrifft, können auch wir sagen: „Mit Jesus wollen, ja werden wir Taten tun!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich möchte für dich verfügbar sein. Nicht mein Wille, sondern dein Wille soll in meinem Leben geschehen. So bitte ich dich: Lass mich deine Stimme hören. Sprich zu mir, Herr, und schenke mir Glauben wie auch Mut, das zu tun, wozu du mich aufforderst. Ich kann und will es nur mit dir tun. Denn mit dir ist alles möglich. Danke, Jesus. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 26.05.2024

HERR, du siehst es ja, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen.
Psalm 10,14

Als Jesus die verkrümmte Frau sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.
Lukas 13,12-13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

In seinen Händen

In den heutigen Bibelversen finden wir sowohl die Aussage als auch eine Bestätigung dafür, dass Gott die Bedürftigen sieht und ihnen hilft. Nicht selten regt sich bei so etwas Widerspruch, gibt es doch so viel Not in dieser Welt, manchmal auch in unserer direkten Umgebung. Demnach scheint Gott – falls überhaupt – nur gelegentlich zu helfen. Vielleicht sagt man es nicht laut, denkt aber doch im Stillen: „Ich habe schon so oft gebetet und nichts ist passiert …“ Im übertragenen Sinne sinken dann die Hände, die man zum Himmel heben wollte, müde herab.

Der Verfasser des Psalms, aus dem das Losungswort stammt, rang ebenfalls mit seiner Situation und sparte dabei auch nicht mit Fragen an Gott. „Warum bist du so weit weg? Warum lässt du uns im Dunkeln umherirren, wenn wir dich am nötigsten brauchen?“ (Ps. 10,1 Hfa) Er fragte, warum Gott es bösen Menschen gestattete, andere auszubeuten und zu bedrücken, und forderte ihn auf, etwas dagegen zu unternehmen.(1) In all dem ließ er sich zwei Dinge jedoch nicht rauben: Nämlich das Vertrauen, dass Gott da ist und alles sieht. Und ebenso, dass er zu seiner Zeit eingreifen wird.

Im Lehrtext wird geschildert, wie das im Leben einer Frau geschah, die seit achtzehn Jahren an einer Verkrümmung ihres Rückens litt. Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und heilte sie. Wir wissen nicht, ob die Frau schon innerlich aufgegeben hatte. Wir können aber sehen, dass Gott sie nicht aufgegeben hatte. Merkwürdigerweise reagierten einige mit Missbilligung, da es an einem Sabbat geschah, der ja der Ruhetag sein sollte.(2) Offensichtlich kann nicht einmal Gott es allen recht machen.

Ich möchte uns ermutigen, unser Vertrauen immer wieder auf Gott zu setzen, ob nun in Freude oder im Leid. Alles steht in seinen Händen, und wir dürfen wie der Psalmist sagen: „Du siehst es ja!“

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 10,2-12 (2) Luk. 13,14

Als Gebet heute ein Zuspruch aus Jesaja 40,31:

„Aber alle, die ihre Hoffnung auf den Herrn setzen, bekommen neue Kraft. Sie sind wie Adler, denen mächtige Schwingen wachsen. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und sind nicht erschöpft.“ (Jes. 40,31)
Herr Jesus, darum bitte ich dich. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 25.05.2024

HERR, sei mir gnädig! Heile mich; denn ich habe an dir gesündigt.
Psalm 41,5

Paulus schreibt: Ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen.
1. Korinther 15,9-10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Was Gnade bewirkt

Im heutigen Losungswort bittet David: „HERR, sei mir gnädig! Heile mich; denn ich habe an dir gesündigt.“ Ist denn Krankheit oder Unheil eine Folge von persönlicher Sünde? Nun, zunächst beschreibt das Gebet von David nicht eine geistliche Regel, sondern ist Ausdruck seiner momentanen Lage. Krankheit und Not sind nicht automatisch eine Folge von persönlicher Sünde.(1) Trotzdem ist es gut, Gott zu fragen, wie er das sieht, was wir gerade tun und denken – jedoch unabhängig davon, ob es uns gut oder schlecht geht.

Die wichtigste Botschaft der heutigen Bibelverse ist aber, mit Gottes Gnade zu rechnen – um sie zu bitten und sie dankbar anzunehmen. Davon berichtet insbesondere Paulus im Lehrtext. Als ein Verfolger der Gemeinde Jesu hatte er direkt oder indirekt den Tod etlicher Christen mit verursacht. Doch dann begegnete ihm Gottes Gnade und blieb nicht wirkungslos. Zunächst sah sich Paulus in einem ganz anderen Licht: als „der geringste unter den Aposteln.“ Dann beschreibt er, was die Gnade Gottes in ihm ausgelöst hat. Wie ich es verstehe, hat sie ihn zu guten Werken freigesetzt.

Vor Kurzem fragte mich ein Christ in einem Gespräch, inwieweit man andere Christen dazu anhalten sollte, sich christlich zu verhalten. Brauchen Christen Regeln, Gebote und Maßnahmen, um einander zu ermahnen oder zu disziplinieren? Meine Sicht dazu ist: Das brauchen nur diejenigen, die Gottes Gnade noch nicht wirklich erfahren oder angenommen haben. Denn all das, was man durch Gebote und Bestrafungen erreichen möchte, schafft die Gnade aus sich heraus. Das mag manch einem unrealistisch vorkommen, weil wir es gewohnt sind, dass Menschen sich nur unter Druck ändern. Die Gnade Gottes aber ist stärker. Sie erzeugt in uns den Wunsch, für den zu leben, von dem diese Gnade kommt: Jesus Christus.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joh. 9,2-3

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir von Herzen für deine Gnade. Bevor ich dich kannte, warst du schon da. Obwohl ich völlig an dir vorbeigelebt habe, mich gegen dich und an Menschen versündigt habe, hast du mich nicht verworfen. Und dann bist du mir in deiner Gnade begegnet, hast meine Schuld vergeben und mir ein neues Leben geschenkt. Wie soll ich dir nur danken? Ich will für dich leben. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 24.05.2024

Das sei ferne von uns, dass wir den HERRN verlassen!
Josua 24,16

Simon Petrus antwortete: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.
Johannes 6,68

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Am Glauben festhalten

Im Vorfeld zum heutigen Losungswort stellte Josua das Volk Israel vor die Wahl, entweder Gott, den Göttern ihrer Vorfahren oder denen der umliegenden Völker zu dienen. Eine Entscheidung für Gott bedeutete in diesem Fall, sich von dem zu trennen, was vielleicht noch die Eltern und Großeltern geglaubt hatten. So etwas ist meistens mit familiären Konflikten verbunden. Zudem isoliert man sich von dem, was um einen herum üblicherweise geglaubt wird.

Was glaubt man heute üblicherweise? Ein großes Vertrauen liegt auf der wissenschaftlichen Forschung. Diese ist allerdings im Fluss und bezieht sich auf alles, was messbar ist. Der Glaube geht jedoch darüber hinaus. Etliche haben eine atheistische Weltauffassung, während andere durchaus glauben, dass es etwas außerhalb unserer Wahrnehmung und Messbarkeit gibt. Nun glauben wir Christen ja nicht einfach an ein unbekanntes höheres Wesen, sondern an einen Gott, der sich uns offenbart. Deshalb spielt die Bibel als Gottes Wort solch eine wesentliche Rolle in unserem Glaubensleben. Sie wird aber zunehmend relativiert, sodass jemand, der die Bibel als Gottes Wort versteht, oft allein damit dasteht.

Warum halten trotzdem viele Christen am Glauben an Jesus Christus und seinem Wort fest? Nun, nach meiner Erkenntnis ist Glaube immer eine Antwort auf Gottes Wirken. Oft übernimmt man das, was man für wahr hält, zunächst vom Elternhaus und später von der jeweiligen Umgebung. Glaubensgewissheit bekommen wir aber nur, wenn Gott selbst in unser Leben hineinspricht. Genau das erlebten die Jünger Jesu, wovon im Lehrtext die Rede ist. Kurz davor sprach Jesus Worte, die von seinen Zuhörern vehement abgelehnt wurden, sodass sie ihn verließen. Daraufhin fragte Jesus seine Jünger, ob sie ihn auch verlassen wollten. Doch in ihrem Herzen befand sich offensichtlich ein inneres Wissen, dass Jesus Worte des ewigen Lebens hatte, auch wenn sie diese nicht gleich verstanden. Diesen Glauben möge Gott uns schenken und erhalten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Als Gebet ein christliches Lied aus Indien:

Ich bin entschieden, Jesus zu folgen.
Niemals zurück, niemals zurück.

Wenn niemand mit mir geht, will ich doch folgen.
Niemals zurück, niemals zurück.

Die Welt liegt hinter mir, das Kreuz steht vor mir.
Niemals zurück, niemals zurück.

Amen.

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 23.05.2024

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Jesaja 9,1

Da die Weisen den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an.
Matthäus 2,10-11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes helles Licht

Die heutigen Bibelverse sind uns mitunter eher im Zusammenhang mit Advent oder Weihnachten bekannt. Das liegt daran, dass sie sich auf die Ankunft des Erlösers Gottes, nämlich Jesus Christus, beziehen. Er ist sowohl das Licht, von dem im Losungswort die Rede ist, als auch das Kind, von dem im Lehrtext berichtet wird. Wie so oft bezieht sich die Botschaft des Losungswortes zunächst einmal auf die Israeliten. Sie werden hier als „das Volk, das im Finstern wandelt“ bezeichnet, da sie immer wieder Gottes Wege aus freien Stücken verlassen hatten. Damit hatten sie aber auch das Licht verloren und waren nun ohne jede Orientierung. Jesaja schreibt: „Denn die Leiter dieses Volks wurden Verführer, und die sich leiten ließen, wurden verwirrt.“ (Jes. 9,15)

Dieser Zustand der Irreführung und Verwirrtheit beschreibt, so meine ich, ein Leben ohne Gottes Licht sehr treffend. Die gute Nachricht ist, dass durch Jesus Christus dieses Licht auf die Erde kam. Nun muss niemand mehr in der Finsternis umherirren(1) Doch wie beim Volk Israel liegt die Entscheidung bei jedem persönlich, ob man im Dunkeln wohnen will oder im Licht.

Ein für mich immer wieder inspirierendes Beispiel sind da die Männer, die im Lehrtext „die Weisen“ genannt werden. Sie waren keine Israeliten, sondern kamen von weit her aus dem ferneren Orient. Zudem waren sie nicht auf der Suche nach Gott, sondern nach einem König, den sie anbeten wollten. Ein Stern hätte sie geführt, so erzählten sie, denn Sterne zu deuten, war ihr Handwerk:(2) Insgesamt nicht das, was man als Christ gemeinhin für richtig hält. Die Männer handelten so, wie sie es kannten – und Gott führte sie zu seinem Licht.(3) So ist Gott. Er benutzt das, was wir kennen, um uns das zu zeigen, was er für uns bereithält: Jesus Christus. Die Frage ist, ob wir uns darüber freuen oder es ignorieren.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Joh. 8,12 (2) Matth. 2,1-2 (3) Matth. 2,9

Als Gebet heute ein Liedvers, der nicht nur an Weihnachten gilt:

Herbei, o ihr Gläubigen, fröhlich triumphierend,
o kommet, o kommet nach Bethlehem!
Sehet das Kindlein, uns zum Heil geboren!
O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten,
o lasset uns anbeten den König, den Herrn!

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 22.05.2024

Er sandte Erlösung seinem Volk und gebot, dass sein Bund ewig bleiben soll.
Psalm 111,9

Jesus Christus selbst ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.
1. Johannes 2,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Versöhnt

Heute gehe ich einmal vom Lehrtext aus, in dem es heißt, dass Jesus die Versöhnung für die Sünden der ganzen Welt ist. Wirklich der ganzen Welt? Eingeleitet wird der Vers folgendermaßen: „Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.“ (1.Joh. 2,1) Es geht also nicht darum, einfach so weiterzuleben wie zuvor. Trotzdem gilt die Versöhnung für alle Menschen zu allen Zeiten an allen Orten. Davon sprach auch Johannes der Täufer, als er über Jesus sagte: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!“ (Joh. 1,29) Kommen jetzt alle Menschen in den Himmel? Nach diesen Aussagen muss ja niemand mehr die ewigen Konsequenzen seiner bzw. ihrer Schuld selbst tragen.

Dem gegenüber stehen allerdings Verse wie: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“ (Mark. 16,16) Nach meinem Verständnis gibt es eine Botschaft, die für alle Menschen gilt: Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden. Doch dann gibt es ebenfalls eine persönliche Reaktion auf diese Botschaft: Will ich überhaupt mit Gott versöhnt sein? Versöhnung muss von beiden Seiten ausgehen. Unser Anteil daran ist, Gott zu vertrauen und an Jesus Christus zu glauben. Gott übergeht uns also nicht, sondern beteiligt uns an der Versöhnung mit ihm selbst.

Unterm Strich haben wir eine frohe Botschaft für alle Menschen. Darüber dürfen wir uns zunächst einmal freuen und Gott danken, denn sie gilt ja auch für uns. Diese Freude wird ebenfalls im Losungswort zum Ausdruck gebracht. Doch nicht jeder nimmt diese Botschaft für sich in Anspruch. Einige meinen, dass es Gott überhaupt nicht gibt, andere halten eine Versöhnung mit ihm für unnötig. Doch wir dürfen wissen: Jesus Christus ist das Beste, was uns geschehen konnte! Daran lasst uns festhalten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Als Gebet heute das Lied: „Ist‘s wahr, dass Jesus starb für mich“

Ist’s wahr, dass Jesus starb für mich
und büßte meine Schuld?
Dass Gottes Sohn am Kreuz verblich?
O wundersame Huld!

Trug meine Sünd das Gotteslamm?
Galt mir sein Schmerzensschrei?
Dann seh ich erst am Kreuzesstamm,
was Gottes Liebe sei.

O Herr, mit Tränen kann ich nie
die Schuld dir zahlen ab.
So nimm mich Jesus selber an,
‘s alles, was ich hab.

An dem Kreuz, an dem Kreuz brach der Morgen mir an,
und des Blinden Auge ward aufgetan,
denn ins Herze ließ ich den Heiland ein,
Hosianna, nun ist der Friede mein!

Text: Isaak Watts (1674 - 1748)

Übersetzung: Walter Rauschenbusch (1861 - 1918)

 

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