Gedanken zur Losung für Sonntag, den 25.02.2024

  Andacht anhören:

Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden.
5. Mose 6,6-7

Jesus spricht: Der Fürsprecher, der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, er wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Johannes 14,26

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hören und Glauben

In den heutigen Bibelversen geht es unter anderem um die Frage: Wie vermitteln wir Gottes Wort und Willen anderen Menschen und der nachfolgenden Generation? Es ist Gott wichtig, dass sie sein Wort hören, glauben und entsprechend handeln. Dabei sollen wir zunächst selbst seine Worte zu Herzen nehmen, bevor wir sie an andere weitergeben.

Der Begriff „einschärfen“ im Losungswort macht deutlich, dass Gottes Worte mit Nachdruck an die nächste Generation vermittelt werden sollen. So heißt es direkt davor: „Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ (5.Mos. 6,4-5)

Das alles klingt recht streng und erinnert im Negativen an Begebenheiten, in denen Kinder unter Druck zum Glauben erzogen wurden. Nicht selten führte dies dazu, dass sich die betroffenen Personen später vom Glauben abwandten. Auch in Israel blieben viele nicht bei Gott. War die Anweisung des Mose also falsch? Ich glaube nicht. Das Scheitern, einen Menschen zum Glauben erziehen zu können, zeigt allerdings, dass wir etwas anderes brauchen, um glauben zu können.

Genau davon spricht Jesus im Lehrtext. Gott selber kommt uns zu Hilfe. Für die Jünger Jesu gab es damals nur ein Gebot, nämlich Jesus zu folgen und seine Worte ernst zu nehmen. Verstanden und umgesetzt haben sie das oft erst auf dem Weg mit ihm. Diesen Weg setzt Gott mit uns fort, wenn wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen. Er vermittelt bzw. erinnert uns nicht nur daran, was Gott für unser Leben will, er gibt auch die Kraft, es auszuführen. Vertrauen wir also dem Wirken Jesu in seinem Wort und im Heiligen Geist. Wenn wir das an andere weitergeben und sie ebenfalls Gott vertrauen, sorgt Gott selbst dafür, dass sie im Glauben wachsen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir für den Heiligen Geist. Danke, dass er mir dein Wort aufschließt und mich an die Worte Jesu Christi erinnert. Danke, dass du mir durch denselben Geist Kraft und Weisheit schenkst, Täter des Wortes zu werden. Ich danke dir in Jesu Namen, Amen.

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Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)

Gedanken zur Losung für Samstag, den 24.02.2024

Ich will euch mehr Gutes tun als je zuvor, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.
Hesekiel 36,11

Paulus schreibt: Ich weiß aber: Wenn ich zu euch komme, werde ich mit dem vollen Segen Christi kommen.
Römer 15,29

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mehr als je zuvor

Dem heutigen Losungswort geht eine Ankündigung Gottes voraus: „Denn siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden.“ (Eze. 36,9a) Gott will also seinem Volk gnädig sein – doch dann folgt im Losungswort dieser Satz: „Und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.“ Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass die Angesprochenen erfahren sollen, dass Gott souverän ist. Er kann tun, was er will, und niemand kann ihn daran hindern. Diese Deutung entnehme ich dem Namen Gottes, der sich hinter dem Wort „HERR“ verbirgt und „Ich bin“ bedeutet. Dieser Name bezeichnet nicht eine spezielle Eigenschaft Gottes wie seine Güte, seine Gerechtigkeit, seinen Zorn oder seine Barmherzigkeit, sondern stellt nur fest: Gott war, ist und wird immer sein.

Wieso sollten die Menschen gerade das erfahren? Kann einem das nicht Angst machen? Hätte ein Mensch diese Macht, gewiss. Doch bei Gott ist es genau umgekehrt, denn das, was er für uns will, ist gut. Selbst unser Fehlverhalten hält ihn nicht davon ab, gleichzeitig gerecht und doch gnädig mit uns umzugehen. Die Botschaft Gottes, die er durch seinen Sohn Jesus Christus an uns richtet, bestätigt das: Er sendet seinen Sohn und gibt ihn für uns hin, damit wir eine gute, ja eine ewige Zukunft haben.(1) Der Segen Christi, von dem wir im Lehrtext lesen, ist demnach die Vergebung, ein neues und ewiges Leben sowie die direkte Verbindung mit dem allmächtigen Gott. Das alles hat Gott in seiner Souveränität möglich gemacht.

Gott will uns Gutes tun, und zwar mehr als je zuvor. Diesem Wort können wir voll und ganz vertrauen. Besonders in schwierigen Lebenslagen lohnt es sich, an dieser Zusage festzuhalten. Am schwersten erscheint es jedoch, wenn wir uns vor Gott und Menschen versündigt haben. Intuitiv erwarten wir dann häufig, dass Gott sich von uns abwendet. Doch genau das tut er nicht, sondern bleibt uns in Jesus Christus zugewandt.(2)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joh. 3,16-17 (2) 1.Joh. 1,9 1.Joh. 2,1-2 1.Joh. 3,19-20

Als Gebet heute das Lied: „Wo ist solch ein Gott so wie du“

Wo ist solch ein Gott, so wie du,
der die Sünden vergibt und erlässt die Schuld seines Volkes?
Der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er ist barmherzig,
wo ist solch ein Gott, so wie du?

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 23.02.2024

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
Psalm 22,2

Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus.
Markus 15,38

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der zerrissene Vorhang

Die heutigen Bibelverse lesen sich wie eine Vorlage für Karfreitag. Das ist der Feiertag, an dem wir an den Kreuzestod Jesu Christi denken. Dort am Kreuz rief er die Worte aus, die wir im Losungswort lesen: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Doch auch weitere Verse aus Psalm 22 finden wir im Geschehen um Jesu Tod wieder: Verachtung und Verspottung durch andere, die höhnten, wenn er Gott etwas bedeutete, würde dieser sich zu ihm stellen.(1) Der Psalmist beschreibt die Todesangst, das körperliche Leiden, die Verteilung der Kleider durch das Los – all das geschah, als Jesus gefangen genommen, misshandelt und getötet wurde.(2)

Auch als Christ mag man sich nicht unbedingt permanent mit dem Leiden Christi auseinandersetzen, selbst jetzt in der Passionszeit nicht. Und doch kommt man nicht daran vorbei, wenn man Gott ernst nehmen will. Ohne Karfreitag gäbe es kein Ostern. Ohne Christi Leiden keine Erlösung, ohne seinen Tod keine Vergebung der Sünden. Ohne seine Auferstehung hätten Tod und Teufel den besiegt, der von sich sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

Vor diesem Hintergrund ist das, was im Lehrtext geschildert wird, enorm bedeutend: Als Jesus starb, riss im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten von oben bis unten durch. Dieser Vorhang stand für den Zugang zu Gott und war nun geöffnet, und zwar durch den Tod Christi. Durfte vorher nur ein Hohepriester ein einziges Mal im Jahr in das Allerheiligste kommen, hat nun jeder, der an Jesus glaubt, jederzeit Zugang zu Gott. Was für eine Zeitenwende!

Die Frage ist, was das für uns bedeutet. Für den römischen Hauptmann, der bei der Kreuzigung Jesu Dienst hatte und deshalb alles mitbekam, war klar: „Das war wirklich Gottes Sohn!“(3) Andere sahen einfach einen weiteren Hingerichteten. Was sehen wir in dem Mann am Kreuz? Glauben wir, dass der Vorhang auch für uns zerrissen ist?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 22,9 Matth. 27,43 (2) Mark. 15,16-37 (3)Mark. 15,39

Gebet:

Vater im Himmel, danke, dass du deinen Sohn Jesus Christus zu uns gesandt hast. Herr Jesus, ich danke dir, dass du den schweren Weg ans Kreuz gegangen bist, damit auch ich Zugang zum Vater haben kann. Danke, dass du Sünde und Tod besiegt hast, dass du nicht im Grab geblieben, sondern auferstanden bist. Auf dich allein vertraue ich. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 22.02.2024

Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
Psalm 100,2

Lasst uns Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen.
Galater 6,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott dienen

„Dienet dem HERRN mit Freuden“, heißt es im heutigen Losungswort. Dienen und Freude – passt das überhaupt zusammen? Einige sehen Dienen eher als notwendiges Übel. Wie kann man sich da freuen? Andere meinen, wer dient, unterwirft sich einem anderen oder wird von ihm unterworfen. Bei Menschen kann das auch zutreffen, doch nicht bei Gott.

Gott zu dienen, ist eine Würdigung. Er vertraut uns etwas an. So sind z.B. alle Menschen berufen, die Schöpfung mitzugestalten. Hierzu lesen wir in der Schöpfungsgeschichte: „Füllt die Erde und macht sie euch untertan!“ (1.Mos. 1,28b) Gott vertraut uns sein Eigentum an. Allerdings wird dieser Vers auch missverstanden, wenn man verantwortungslos und selbstherrlich mit dem Leben und der Erde umgeht. Am Ende der Bibel lesen wir, wie Gott auf so etwas reagiert. Dort heißt es: „Aber die, die die Erde zugrunde richten, werden nun selbst zugrunde gerichtet werden.“ (Offb. 11,18c) Dienen wir jedoch Gott, gestalten wir das uns anvertraute Gut in seinem Sinn – und das kann sehr erfüllend sein.

Nun geht unser Auftrag als Christen noch darüber hinaus. Wir dienen Jesus Christus, indem er uns mit in sein Werk hineinnimmt. So dienen wir ihm darin, dass er durch das, was wir sind und tun, sichtbar wird. Jesus selbst wird folgendermaßen beschrieben: „Denn durch Mose wurde uns das Gesetz gegeben, aber durch Jesus Christus sind die Gnade und die Wahrheit zu uns gekommen.“ (Joh. 1,17) Auf uns übertragen verstehe ich das so, dass diese Gnade und Wahrheit nun durch uns zu anderen getragen werden sollen.

Im Lehrtext steht, dass wir nicht müde werden sollen, Gutes zu tun. Auch dadurch spiegeln wir Jesus Christus wider. Doch das fällt nicht immer leicht, besonders, wenn noch nicht einmal ein Dank zurückkommt. Wir investieren quasi mit guten Taten in die Seelen anderer, ohne sofort etwas zurückzuerhalten. Trotzdem können wir es freudig tun, denn irgendwann werden wir auch ernten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass ich dir dienen darf. Du legst deinen Geist in mich hinein, vertraust mir dein Wort an und gibst mir Gaben, um anderen zu dienen. Schenke, dass auch ich dazu beitragen kann, dass Menschen dir vertrauen. Schenke ebenfalls, dass ich dir freudig diene und nicht widerwillig. All das bitte ich in deinem Namen, Jesus, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 21.02.2024

Wer kann sagen: „Ich habe mein Herz geläutert und bin rein von meiner Sünde“?
Sprüche 20,9

Als aber Jesus ihre Gedanken erkannte, antwortete er und sprach zu ihnen: Was denkt ihr in euren Herzen?
Lukas 5,22

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Ziel nicht verfehlen

Das heutige Losungswort macht zwei Dinge klar: Zum einen kann niemand von sich behaupten: „Ich bin frei von Sünde.“ Zum anderen kann auch niemand sagen: „Ich bin geistlich so gereift – ich werde nicht mehr sündigen.“ Doch was ist eigentlich mit dem Wort „Sünde“ gemeint? Eine mögliche Deutung ist: „Das Ziel verfehlen.“ Diese Deutung gibt uns, so denke ich, einen tieferen Einblick, worum es überhaupt geht.

Einige meinen, das Leben sei wie eine Art Springturnier. Gott stellt die Hürden in Form von Geboten auf und wir müssen sie überspringen. Das Ziel wäre demnach, alle Hürden möglichst schnell ohne Fehler zu überspringen. Wer das schafft, wäre dann ohne Sünde. Doch ist das wirklich Gottes Ziel mit uns – dass wir alle Gebote halten? Ich glaube, nicht. Es geht nicht um die Gebote an sich, sondern weswegen sie gegeben wurden.

Wenn ein Ziel etwa darin besteht, in Frieden zusammenzuleben, führen unter anderem Diebstahl, Lügen, Gewalt, Untreue, Neid und Respektlosigkeit daran vorbei. Selbst wenn man es noch nicht ausgeführt, sondern nur im Herzen erwägt hat, bewegt man sich schon auf einem falschen Weg. Deshalb achtete Jesus Christus sehr darauf, was sich im Herzen eines Menschen abspielt – wie es z.B. im Lehrtext beschrieben wird. Jesus hatte gerade einem kranken Menschen seine Sünden vergeben, da dachten die anwesenden Pharisäer und Schriftgelehrten: „Wer ist der, dass er Gotteslästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben als allein Gott? (Luk. 5,21) Sie zogen es noch nicht einmal in Erwägung, dass Jesus vielleicht von Gott kommt. Ihre Gedanken waren von Ablehnung geprägt und führten letztendlich zu einem Mord.

Es lohnt sich also, einmal darüber nachzudenken, welches Ziel Gott mit unserem persönlichen Leben hat. Je mehr wir es erkennen, desto klarer wird uns, wie häufig wir vom Wege abgekommen sind und wahrscheinlich auch noch abkommen werden. Deshalb kommen wir ohne Gnade und Vergebung nicht aus.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du mir vergeben hast. Mit und in dir werde ich das Ziel erreichen, auch dann, wenn ich selbst nicht stark genug bin, immer den richtigen Weg einzuschlagen. Manchmal biege ich falsch ab, entdecke, dass mich dieser Weg von Gott und Menschen trennt. Doch deine Gnade erreicht mich immer wieder und bringt mich zurück zu dir. Ich danke dir von ganzem Herzen. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 20.02.2024

Der HERR sprach zu Elia: Ich will übrig lassen siebentausend in Israel, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal.
1. Könige 19,18

Ihr aber, meine Lieben, baut euer Leben auf eurem allerheiligsten Glauben und betet im Heiligen Geist und bewahrt euch in der Liebe Gottes und wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben.
Judas 1,20-21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nicht allein

Dem heutigen Losungswort gingen dramatische Ereignisse voraus. Der Prophet Elia hatte die Priester des Götzen Baal nach einem öffentlichen Duell besiegt und getötet.(1) Darauf trachtete ihm Isebel, die Königin, nach dem Leben. Auf der Flucht geriet Elia in eine tiefe Mutlosigkeit und wollte nur noch sterben.(2) In seiner Verzweiflung war er davon überzeugt, völlig allein für Gott zu stehen.(3) Gottes Antwort war überwältigend: Er offenbarte sich Elia in unglaublicher Weise und setzte dessen „Ich bin ganz allein“ siebentausend weitere Menschen entgegen, die sich ebenfalls nicht vor Baal gebeugt hatten.

Dieses Gefühl, in einer gottfeindlichen Umgebung ganz allein zu sein, ist vielleicht manchem vertraut. So etwas kann am Arbeitsplatz, in der Schule oder auch im Privaten geschehen, ja sogar in Kirchen und Gemeinden. Elia lebte immerhin im Gelobten Land und sagte: „Nur ich bin noch da!“ Was kann man da schon tun?

Der Apostel Judas gibt im Lehrtext eine Leitlinie für diejenigen, die mit Ansichten und Haltungen zu tun haben, die Gott entgegenstehen. Er warnt davor, Gottes Gnade zu missbrauchen, indem man ein Leben führt, das sich gar nicht um ihn kümmert. Anstatt nun über die Schlechtigkeit von anderen zu klagen, wies Judas die Christen an, wie sie ihr Leben führen sollten: Sie sollten sich auf den Glauben an Jesus Christus gründen, im Heiligen Geist mit Gott verbunden und in seiner Liebe fest bleiben, im Vertrauen auf Jesus Christus, der das ewige Leben schenkt.

Judas hatte jedoch nicht nur die Christen im Blick, denn alle Menschen sollen mit Gottes Erbarmen in Berührung kommen. Auch wir mögen uns manchmal allein fühlen, doch wer Jesus Christus kennt, kann vielen helfen, die ihn noch nicht kennen. Und auf diesem Weg werden wir nicht alleine bleiben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Kön. 18,19-40 (2) 1.Kön. 19,1-4 (3) 1.Kön. 19,14 (4) Jud. 1,22-23

Gebet:
Herr, du weißt, dass ich mich manchmal wie auf einem verlorenen Posten fühle. Hilf mir, nie zu vergessen, dass du selbst immer bei mir bist. Öffne mir die Augen für die, die dich bereits kennen, aber auch das Herz für diejenigen, die dich brauchen. Bewahre mich in deiner Liebe und hilf mir, diese an andere weiterzugeben. In Jesu Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 19.02.2024

HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.
Psalm 92,6

Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker.
Offenbarung 15,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Überwältigt von Gott

Manchmal fahre ich für ein paar Tage ans Meer, um dort zu beten und Gott zu suchen. Ich spüre und sehe dann den Wind, die Wellen, das Land, das Meer, die Sonne und den Regen. Dann denke ich: „Wie unglaublich genial hat Gott doch alles gemacht!“ Überall, wo man hinschaut, in den Mikro- oder auch Makrokosmos, entdecken wir Strukturen. Alles steht auf geheimnisvolle Weise in Verbindung miteinander. Die Genialität der Schöpfung übersteigt schier unser Fassungsvermögen. Ich kann David, den Psalmisten, gut verstehen, wenn er im heutigen Losungswort schreibt: „HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.“

Und doch höre ich immer wieder Stimmen, die in diesem Wunderwerk der Schöpfung den Schöpfer nicht entdecken. Aber bin ich selbst eigentlich angesichts der Schöpfung zum Glauben gekommen? Nein – vielmehr war es ein Wirken Gottes in meinem Herzen, was mich zu ihm gezogen hat. Nicht das Gigantische hat dazu geführt, nach Gott zu fragen, sondern das Persönliche. Vielleicht geht es anderen auch so.

Im Lehrtext wird eine Szene beschrieben, die sich im Himmel abspielt. Dort stehen die vielen Menschen, die trotz großer Entbehrungen Satans Lügen, Drohungen und Verführungen widerstanden haben. Sie singen ein Lied, in dem sie die großen Werke und gerechten Wege Gottes preisen. Wie kann man sich das praktisch vorstellen? Wie ich es verstehe, ist der Satan ein für uns unsichtbarer Geist, der versucht, über Menschen zu herrschen.(1) Sein Ziel ist die Loslösung von Gott und die Hinwendung zu ihm.(2) Dem wären wir schutzlos ausgeliefert, hätte nicht Jesus Christus am Kreuz und in der Auferstehung die Herrschaft Satans zunichtegemacht.(3) So wird Jesu Sieg auch unser Sieg, indem wir an ihn glauben.(4)

Das alles hatten die Menschen erlebt und entdecken nun im Himmel eine noch viel größere Tiefe, wie wunderbar Gott alles geführt hat. Sie sind überwältigt von ihm. Sind wir es auch?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Petr. 5,8 (2) Matt. 4,9 (3) Kol. 2,14-15 Hebr. 2,14-15 (4) 1.Joh. 4,4 Offb. 12,10-11

Gebet:
Vater im Himmel, du hast dieses riesige Universum geschaffen, die Naturgesetze, Galaxien, die Sonne, den Mond, die Erde, das Leben und uns Menschen. Trotz deiner Größe wendest du dich mir ganz persönlich zu. Ich danke dir für das, was du aus meinem Leben gemacht hast. Ich danke dir für die Erlösung, für deinen Sohn Jesus, für das ewige Leben und dafür, dass dein Geist in mir wohnt. Bitte lass noch viele Menschen erkennen, wie gut du es mit uns meinst. Berühre ihr Herz, wie du auch das meine berührt hast. Das bitte ich in Jesu Christi Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 18.02.2024

Die Gerechten freuen sich und sind fröhlich vor Gott und freuen sich von Herzen.
Psalm 68,4

Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!
Matthäus 25,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Tiefe Freude

Freude ist nicht gleich Freude. Es gibt eine oberflächliche Freude, die aber schnell vergeht und eine tiefe Freudlosigkeit oder gar Traurigkeit nicht auflösen kann. Und es gibt eine tiefe Freude, die selbst mitten in einer Zeit von Trauer und Angst nicht vergeht. Ein amerikanischer Gospelsong lautet sinngemäß: „Die Freude, die mich erfüllt, kommt nicht von dieser Welt. Die Welt hat sie mir nicht gegeben, die Welt kann sie mir auch nicht nehmen.“ Von solch einer tiefen Freude handeln die heutigen Bibelverse.

Im Losungswort heißt es, dass die Gerechten sich von Herzen freuen. Doch was löst diese Freude in ihnen aus? Im Vorvers lesen wir: „Wie Wachs im Feuer zerschmilzt, so vergehen alle, die Gott verachten, wenn er ihnen begegnet.“ (Ps. 68,3b) David, der Schreiber des Psalms, beschreibt hier einen Moment, der auf jeden Menschen zukommt: eine Begegnung mit dem Schöpfer. Diese wird stattfinden, ob man nun daran glaubt oder nicht, das ist eine der Grundaussagen der gesamten Bibel. Wer kann da bestehen? David sagt: der Gerechte. Deshalb ist der Glaube an Jesus Christus so wichtig, denn dieser ist unsere Gerechtigkeit.(1) Auch wenn wir die Vergebung unserer Schuld nicht immer spüren können, wir werden sie erleben, wenn wir einmal vor Gott stehen.

So schildert es auch das Gleichnis Jesu, von dem der Lehrtext handelt. Dort geht es darum, ob wir den Auftrag, den Gott jedem von uns gibt, gemäß unseren Möglichkeiten und Gaben ausgeführt haben. Wer so lebt, darf sich schon auf die Freude im Himmel freuen. An Jesus Christus zu glauben und für ihn zu leben, erzeugt deshalb meiner Erkenntnis nach eine tiefe Vorfreude auf das, was Gott für uns bereithält. Diese Vorfreude kommt direkt von ihm und signalisiert uns, dass wir angenommen sind. Sie kann nicht plötzlich verschwinden oder wegdiskutiert werden. Sie schenkt uns die Gewissheit: Das Beste kommt noch!

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Kor. 1,30

Als Gebet heute ein Vers aus dem Lied: „Jesu meine Freude“

Weicht, ihr Trauergeister,
denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein.
Denen, die Gott lieben,
muss auch ihr Betrüben lauter Sonne sein.
Duld ich schon hier Spott und Hohn,
dennoch bleibst du auch im Leide:
Jesu meine Freude.

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 17.02.2024

Ihr Berge Israels, siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet.
Hesekiel 36,9

So seid nun geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen.
Jakobus 5,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Warten auf die Erfüllung

Das heutige Losungswort kann etwas irritieren: Gott spricht hier nicht das Volk Israel an, sondern die „Berge Israels“. Ihnen will er sich wieder zuwenden und dafür sorgen, dass sie „angebaut und besät“ werden. Dies offenbart etwas von der Andersartigkeit Gottes, dass er mit einem Landstrich so spricht, als wäre dieser eine Person. Mir persönlich zeigt es einmal mehr, dass Gott der Schöpfer aller Dinge ist. Land, Meere, Pflanzen, Tiere, Menschen, Himmel, Erde, Sterne – es gibt nichts, was nicht von ihm kommt. Was er gemacht hat, ist mit Leben erfüllt. Dementsprechend ist es nicht nur für den Menschen fatal, wenn Gott sich abwendet, denn die Verbindung zu ihm ist die Verbindung zum Leben.

Die Verbindung zwischen Schöpfung und Schöpfer finden wir in der Bibel immer wieder. So heißt es beispielsweise in Psalm 96: „Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist; das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; jauchzen sollen alle Bäume im Walde vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich.“ (Ps. 96,11-13) Es warten also nicht nur Menschen darauf, dass Jesus Christus wiederkommt. So schrieb der Apostel Paulus, dass die ganze Schöpfung sehnsüchtig auf den Tag wartet, an dem Gott zeigt, wer zu ihm gehört.(1)

Von dieser Sehnsucht spricht der Apostel Jakobus im Lehrtext, wenn er ermutigt, geduldig auf das „Kommen des Herrn“ zu warten. Dabei gebraucht er das Bild des Bauern, der auf die Ernte wartet und weiß, dass sie zuerst den Regen braucht. Und nicht nur der Bauer wartet, nein, auch das Land und die Frucht selber warten auf den Segen des Himmels. Wenn nun schon Dinge, denen wir es gar nicht zutrauen, sich nach dem Schöpfer sehnen, sollten wir, die wir ihn kennen, nicht mit Geduld auf ihn warten?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Röm. 8,19-23

Gebet:
Vater Gott, je mehr ich über deine Schöpfung nachdenke, umso mehr bin ich beeindruckt. Du hast alles gemacht und alles gehört zu dir. Schenke mir, dass ich dein Eigentum mit Respekt behandle. Vergib mir, wo ich gedankenlos bin, sei es gegenüber Menschen oder auch anderen Bereichen deiner Schöpfung. Herr Jesus, lehre mich, geduldig auf dein Kommen zu warten und so zu leben, wie es dir gefällt. In Jesu Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 16.02.2024

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
Psalm 90,12

Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.
Römer 14,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Leben und Sterben

In beiden heutigen Bibelversen ist die Rede vom Sterben. Allerdings bezieht sich das Losungswort nicht auf den Prozess des Sterbens, sondern auf die Endlichkeit unseres Lebens. Nun weiß ja jeder, dass dieses begrenzt ist. Doch nicht bei jedem beeinflusst diese Erkenntnis die persönliche Lebensgestaltung. Das geht schon damit los, ob wir unserer Nachwelt ein „aufgeräumtes Haus“ überlassen oder eher nach dem Motto leben: „Nach uns die Sintflut.“ Viel grundsätzlicher ist aber die Frage nach dem Danach. Hat unser Leben vor dem Tod eine Auswirkung auf unser Leben nach dem Tod? Von der Bibel her: eindeutig ja. Deshalb macht es das Herz weise, wenn wir nicht so leben, als ob mit dem Tod alles zu Ende wäre.

Jemand sagte einmal: „Vor dem Tod habe ich keine Angst, aber vor dem Sterben.“ Tatsächlich hat Sterben oft mit Leid zu tun. „Nun ist er bzw. sie erlöst“, wird häufig gesagt, wenn ein Mensch sehr gelitten hat. Doch eigentlich weiß man das ja gar nicht. Ist nach dem Tod immer alles gut? Dazu erzählte Jesus Christus die Geschichte von einem reichen Mann und dem armen Lazarus. Diese endete so, dass der Reiche im Totenreich Qualen erlitt, während der Arme in Abrahams Schoß liegen durfte.(1) Nehmen wir dieses Gleichnis Jesu ernst, so hat das auch Auswirkung auf unsere Lebensgestaltung.

Nun könnte man ja erschrecken und angsterfüllt darauf warten, was wohl auf einen zukommt. Paulus jedoch schreibt im Lehrtext, dass wir, wenn wir mit Jesus Christus vereint sind, es sowohl im Leben als auch im Sterben sind – und vor allem danach. Wir brauchen also keine Angst zu haben: Die Gnade und Barmherzigkeit, die wir hier bei Jesus finden, werden wir auch dort finden. Hier glauben wir daran, dass Jesus Christus am Kreuz unsere Schuld auf sich genommen hat, dort werden wir es erleben. Wenn Jesus im Leben bei uns ist, wird er es auch im Sterben sein. Mit dieser Zuversicht können wir ohne Furcht nach vorn schauen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Luk. 16,19-31

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du mit mir durch Leben und Sterben gehst. Du trägst mich heute und wirst es auch morgen tun. Hilf mir bitte, dass ich weder ängstlich noch gleichgültig werde, und sei auch in den dunkelsten Stunden bei mir. Dafür danke ich dir, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 15.02.2024

Das Volk kam zu Mose, und sie sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir gegen den HERRN und gegen dich geredet haben. Bete zum HERRN, damit er uns von den Schlangen befreit. Und Mose betete für das Volk.
4. Mose 21,7

So bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!
2. Korinther 5,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Lasst euch versöhnen mit Gott!

In der Vorgeschichte zum heutigen Losungswort wird berichtet, dass die Israeliten während ihrer Wüstenwanderung klagten: „Warum habt ihr uns aus Ägypten geholt? Damit wir in der Wüste sterben? Es gibt kein Brot, es gibt kein Wasser, nur immer dieses armselige Manna. Das hängt uns zum Hals heraus!“ (4.Mos. 21,5) Daraufhin ließ Gott Schlangen kommen, die das Volk bissen, sodass viele starben. Im Losungswort lesen wir, wie sie Mose baten, für sie zu Gott zu beten.

Das tat er auch und wurde erhört – allerdings anders als erwünscht. Gott befreite Israel nicht von den Schlangen, sondern ließ eine bronzene Schlange anfertigen und an einer langen Stange hochheben. Dann sollte Mose sagen: „Jeder, der gebissen wird und sie ansieht, bleibt am Leben.“ (4.Mos. 21,8b)

Diese Maßnahme ist bemerkenswert. Die Folgen der Sünde – nämlich die Schlangen – verschwanden nicht. Um nicht zu sterben, mussten die Israeliten auf die aufgerichtete Schlange blicken. Auf diese Begebenheit bezog sich Jesus Christus, als er zu dem Pharisäer Nikodemus sagte: „Und wie Mose damals in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss auch der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.“ (Joh. 3,14-15) Der Glaube, der uns ewiges Leben bringt, bezieht sich also auf Jesus Christus, den Gekreuzigten. Sein Opfer zur Vergebung unserer Sünden bildet den Kern des Evangeliums.

In diesem Licht bekommt der Lehrtext ein enormes Gewicht. „Lasst euch versöhnen mit Gott!“, ist keine Anregung, doch mal mit Gott klarzukommen. Ohne diese Versöhnung holen uns die Folgen unserer Sünden ein. Das Weltgeschehen derzeit scheint diese Tatsache gerade zu bestätigen. Nur der Glaube an Jesus Christus, den Gekreuzigten, kann bewirken, dass unsere Seele darin nicht untergeht. Gott schenke uns und unseren Mitmenschen diesen Glauben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du uns Leben schenkst. Du heilst unsere Seele von den Folgen der Sünde. Was immer wir oder andere getan haben – wir werden nicht untergehen, wenn wir dir vertrauen. Du bist unsere Hoffnung, dir vertraue ich. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 14.02.2024

Was bin ich? Was ist mein Volk, dass wir freiwillig so viel zu geben vermochten? Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir‘s gegeben.
1. Chronik 29,14

Umsonst habt ihr‘s empfangen, umsonst gebt es auch.
Matthäus 10,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Grundlage zum Geben

Das heutige Losungswort stammt aus einem Dankgebet von König David. Damit sein Sohn Salomo einen Tempel für Gott bauen konnte, hatte David schon im Vorwege so viel Baumaterial wie möglich beschafft: Gold, Silber, Bronze, Eisen und Holz, verschiedene Edelsteine, Mosaiksteine sowie weißen Marmor in großen Mengen. Zudem hatte er noch aus seinem persönlichen Besitz Gold und Silber hinzugefügt. Ebenso machten es auch viele andere.(1) In seinem Gebet spricht David eine fundamentale Wahrheit aus: Alles, was sie besaßen, hatten sie zuvor von Gott empfangen. Aus dieser Fülle konnten sie nun geben.

Im Lehrtext lesen wir, was Jesus seinen Jüngern sagte, bevor er sie aussandte. Er sprach dabei aber nicht von irdischem Besitz. Die Jünger sollten den Menschen die Botschaft von Gottes Reich bringen. Damit einher ging folgende Aufforderung: „Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch.“ (Matt. 10,8) Außerdem sollten sie keinerlei Reisegeld mitnehmen.

Wie würden wir auf solch eine Aufforderung reagieren? Predigen, das mag ja noch angehen – aber Kranke heilen, Tote auferwecken, Dämonen austreiben? Das können wir doch gar nicht. Nun, die Jünger konnten das auch nicht. Dass sie es dann dennoch machten, lag daran, dass Gott sie dazu befähigte. Wenn er uns einen Auftrag gibt, sorgt er nämlich auch dafür, dass wir ihn ausführen können. Was wir dafür benötigen, können wir uns nicht verdienen, er teilt es uns zu. Wir bekommen es „umsonst“, so heißt es im Lehrtext, und so sollen wir es auch weitergeben.

Doch hier kommt es manchmal zu einem Stau. Wir schauen dann mehr auf das, was wir nicht haben, als auf das, was Gott uns schon gegeben hat. Dabei vergessen wir völlig, dass er derjenige ist, der alles möglich machen kann. Er wird nichts von uns fordern, was er uns nicht zuvor in die Hände gelegt hat.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Chr. 29,2-9

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir für all das, was mir durch dich geschenkt wurde. Zeige mir, wo und wann ich etwas von deiner Liebe und Gnade weitergeben kann, damit ich ein Segen für andere bin. Danke, dass auch ich die Botschaft von deinem Reich durch Wort und Tat zu den Menschen um mich herum bringen darf. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 13.02.2024

Der HERR spricht: Entweiht nicht meinen heiligen Namen.
3. Mose 22,32

Jesus spricht: Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?
Lukas 6,46

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Name des Herrn

Im heutigen Losungswort geht es um den Namen Gottes. Er soll nicht entweiht werden. Ähnliches lesen wir in den Zehn Geboten. Dort heißt es: „Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen.“ (2.Mos. 20,7a) Auch im Vaterunser beten wir: „Dein Name werde geheiligt.“ (Matt. 6,9b) Doch weshalb ist es wichtig, Gottes Namen zu heiligen?

Da Gott unsichtbar ist, ist es sein Name, durch den wir mit ihm in Verbindung treten. Wir rufen seinen Namen an, beten und handeln in seinem Namen und bekennen uns zu ihm. Der Name Gottes macht deutlich, wen wir meinen, wenn wir beten oder in seinem Auftrag handeln. Manchmal reicht es aus, einfach nur „Gott“ zu sagen, etwa im persönlichen Gebet oder unter Gleichgesinnten. Doch in anderen Fällen ist es wichtig, klarzustellen, wen wir mit dem Begriff „Gott“ meinen. Der Name, den Gott sich im Alten Testament selbst gab, lautete Jahwe bzw. Jehova.(1) In der Lutherbibel wird er mit dem großgeschriebenen „HERR“ wiedergegeben.

Mit Jesu Christi Kommen ist uns Menschen allerdings ein neuer Name gegeben worden, durch den wir Zugang zu Gott bekommen – der Name Jesus Christus. Dieser Name steht für das gesamte Evangelium, für die Vergebung unserer Schuld, für Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, für den Gott Israels und aller Menschen und für ein ewiges Leben.

Diesen Namen sollen wir heilighalten und nicht für andere Zwecke gebrauchen, als dafür, uns zu ihm zu bekennen und mit Gott in Verbindung zu treten. Als die Israeliten sich ein goldenes Kalb gemacht hatten, rief der Priester Aaron aus: „Morgen ist ein Fest für Jahwe!“ (2.Mos. 32,5b) Sie brachten also den Namen Gottes mit einem Götzen in Verbindung. Im Lehrtext wiederum wird Jesus zwar als „Herr“ bezeichnet, doch praktisch wird seine Herrschaft abgelehnt. Dies verschließt jedoch den Zugang zu Gott, da er mit menschlichen Vorstellungen und Lebensweisen verbunden wird. Doch Gott ist Gott. Deshalb ist es wichtig, seinen Namen nicht zu entweihen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 2.Mos. 3,13-15

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir für deinen Sohn Jesus Christus. Ich danke dir, dass sich in seinem Namen der Himmel öffnet und ich zu dir beten kann. Ich danke dir, dass ich in seinem Namen Vergebung finde. Bewahre mich bitte davor, diesen Namen zu missbrauchen. Ich danke dir dafür. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 12.02.2024

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn‘s ihr wohlgeht, so geht‘s euch auch wohl.
Jeremia 29,7

Als Jesus in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und fragte: Wer ist der?
Matthäus 21,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Antwort bei Gott suchen

Das heutige Losungswort ist Teil eines Briefes, den der Prophet Jeremia an die Personen schrieb, die aus Israel in das babylonische Reich verschleppt worden waren. Wie sollten sie sich dort verhalten? Es gab Propheten, die sagten, Israel werde die Babylonier besiegen. Jeremia widersprach dem. Er sagte, dass Gott selbst sein Volk in diese Gefangenschaft geführt hatte,(1) und kündigte an, dass sie 70 Jahre dauern werde.

Vorhersagen, die ein schnelles Ende ankünden, ohne sich zu erfüllen, können ein Volk zermürben. Doch genau für diese schwere Zeit gab Gott Anweisungen, wie die Menschen das Joch, das auf ihnen lag, erleichtern konnten. Sie sollten „der Stadt Bestes“ suchen, für sie zu Gott beten, Häuser bauen, Gärten anlegen und beackern, Familien gründen und Kinder zur Welt bringen. In diesem Sinne wird klar, was es bedeutet, der Stadt Bestes zu suchen, nämlich, daran mitzuwirken, dass sich der Wohlstand dort vermehrt. Sie sollten sich also nicht querstellen oder verweigern, auch nicht die Leute wegen ihrer religiösen Ansichten anklagen, sondern ein Teil der Kommune werden, ohne aber den Glauben an Gott zu verleugnen. Könnte das auch für uns ein Hinweis Gottes sein, wie wir uns dort einbringen sollen, wo wir leben? Ich meine, ja.

Der Lehrtext beschreibt eine völlig andere Situation. Jesus zog damals in Jerusalem ein, doch nicht still und leise. Vielmehr erfüllte sich gerade eine Prophezeiung, dass der Messias einmal auf einem Eselsfohlen in Jerusalem einziehen wird.(2) Dieser zeichenhafte Einzug Jesu wurde zum Stadtgespräch. „Wer ist dieser Jesus?“, fragte man sich.

Auch heute fragen sich das viele Menschen. Sie suchen nicht nur ein paar Worte oder Erklärungen, sondern eine Antwort, die ihnen tiefe Gewissheit gibt. Diese Antwort kann aber nur Gott selbst geben. So verbinden sich Losungswort und Lehrtext darin, in jeder Lebenslage und Lebensfrage Gott um eine Antwort zu bitten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Jer. 29,4 (2) Sach. 9,9

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 11.02.2024

Mein Geist soll unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht!
Haggai 2,5

Jesus spricht: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Johannes 16,33

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Fürchtet euch nicht!

Die heutigen Bibelverse enthalten einen starken Zuspruch für gerade die Zeiten, in denen wir uns fürchten. In diesen Tagen trifft das meiner Wahrnehmung nach auf viele Menschen zu. Große Mengen versammeln sich auf den Straßen und demonstrieren aus verschiedensten Gründen. Doch eines haben fast alle gemeinsam: Es treibt sie die Sorge um die Zukunft. Wie passt da die Aussage hinein: „Fürchtet euch nicht“?

Zunächst einmal geht solch ein Wort nicht pauschal an alle, die sich fürchten. Im Losungswort spricht Gott zu den Israeliten. Er versprach ihnen, mit ihnen zu sein, wie damals, als sie aus Ägypten zogen.(1) Sie konnten also durchaus etwas damit anfangen, denn als Volk hatten sie das schon einmal erlebt, mit allen Höhen und Tiefen. Im Lehrtext wiederum sprach Jesus seinen Jüngern Mut zu, nachdem er ihnen eröffnet hatte, dass man sie schon bald mit Gewalt auseinander treiben und verfolgen würde.(2) Wer hätte da keine Angst? Genau darauf ging Jesus ein, indem er sagte: „In der Welt habt ihr Angst.“

Dies zeigt, dass Gott um unsere Ängste weiß und uns nicht dafür tadelt. Vielmehr setzt er ihnen etwas entgegen: seine unmittelbare Gegenwart. Er ist stärker als alles, was uns bedroht. Die Israeliten konnten den Ägyptern nichts entgegensetzen – aber Gott konnte und tat es. Er führte sie aus der Sklaverei heraus. Er versorgte sie in der Wüste und brachte sie schließlich in das verheißene Land. Wenn er es einmal tun konnte, warum dann nicht noch einmal? Sein Versprechen war: „Mein Geist soll unter euch bleiben.“

Dieses Versprechen gibt Gott durch Jesus Christus auch heute. Er will bei uns sein „alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matt. 28,20) Wenn wir das ernst nehmen, wird es unsere Ängste und Sorgen nicht automatisch eliminieren. Wir dürfen uns aber immer wieder bewusst machen, dass der bei uns ist, der alles in der Hand hält. Er weiß wirklich, was die Zukunft bringt. Ihn versetzt die Welt nicht in Angst, denn er hat sie bereits überwunden.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hagg. 2,4-5 (2) Joh. 16,32

Gebet:
Herr Jesus Christus, du bist mein Fels und mein Schutz. Danke, dass du immer bei mir sein willst und mich in meinen Ängsten nicht alleine lässt. Ich will lernen, dir gerade in solchen Zeiten mehr zu vertrauen. Führe mich durch alles hindurch, auch wenn es um mich herum drunter und drüber geht. Daran will ich mich festhalten: Du hast die Welt schon überwunden. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 10.02.2024

Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann.
Psalm 71,15

Maria sprach: Er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.
Lukas 1,49

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Große Dinge

Es gibt eine Grundbotschaft, die ich, seitdem ich an Jesus Christus glaube, in mir trage. Sie lautet: „Gott meint es gut mit uns!“ Es gibt Leute, die glauben, dass der Mensch im Grunde gut sei. Daran habe ich so meine Zweifel. Ich glaube eher, dass der Mensch erlösungsbedürftig ist. Doch an einer Sache zweifle ich nicht: Gott meint es gut mit uns. Davon waren bestimmt auch der Psalmist und Maria überzeugt, als sie von Gottes Wohltaten sprachen.

Doch warum soll man das verkünden, was Gott Gutes getan hat? Ich meine, weil wir fest davon ausgehen dürfen, dass er es auch weiterhin tun wird – ja dass er sogar ein gutes Ziel mit uns ansteuert, wenn wir ihm vertrauen. So fährt Maria fort: „Und seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten.“ Maria war vermutlich völlig überrascht, als ein Engel ihr mitteilte, sie werde Gottes Sohn zur Welt bringen.(1) Die großen Dinge, die Gott an ihr getan hat, überstiegen Marias Vorstellungen. Sie waren viel größer, als sie es sich hätte wünschen können.

So erging es ebenfalls mir, als Gott mir das erste Mal begegnete. Eigentlich wollte ich nur Gospelmusik hören. Was mir überhaupt nicht in den Sinn gekommen wäre, war, dass sich dort mein ganzes Leben verändern wird. Völlig unangemeldet kann Gott uns Dinge schenken, die wir im Traum nicht erbeten hätten. Dabei sollten wir aber nicht vergessen: Das größte Geschenk Gottes ist Jesus Christus, der für uns starb, von den Toten auferstanden ist und uns ewiges Leben bei Gott schenkt.

Nun erzählte mir jemand, dass er sich damit beschäftigt, wie ein liebender Gott so viel Leid zulassen kann. Tatsächlich gibt es viele Dinge, die wir bei Gott nicht verstehen. Doch wenn wir schon vieles nicht verstehen, sollten wir uns dann nicht vor allem auf das konzentrieren, was wir verstehen? Seine Wohltaten preisen und in der Gewissheit leben, dass Gott es gut mit uns meint? Ich meine, das sollten wir.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Luk. 1,35

Als Gebet heute das Lied: „Gott hat etwas Gutes mit uns vor“

Gott hat etwas Gutes mit uns vor, etwas Gutes hat er vor,
etwas Gutes plant Gott mit uns.

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.
Gott hat etwas Gutes mit uns vor.

Denen, die Gott lieben, wird alles zum Besten dienen.

Gott hat etwas Gutes mit uns vor, etwas Gutes plant Gott mit uns.

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 09.02.2024

Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist.
Jesaja 40,2

Allen Völkern muss im Namen des Christus verkündet werden: „Ändert euer Leben! Gott will euch eure Schuld vergeben.“ Fangt in Jerusalem an!
Lukas 24,47

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die gute Botschaft

Der gesamte Sinnzusammenhang zum heutigen Losungswort lautet: „Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden.“ (Jes. 40,1-2) Gott spricht hier seinem Volk Vergebung zu und fordert dazu auf, tröstend und freundlich mit Jerusalem zu reden sowie Israel zu segnen. Das sollten wir, wie ich meine, in den heutigen Tagen besonders tun, unabhängig davon, ob wir das aktuelle Vorgehen Israels in Gaza befürworten oder kritisch sehen.

Die Übersetzung des Lehrtextes finde ich heute ungünstig. Dort heißt es: „Ändert euer Leben!“ Eigentlich steht dort aber das Wort „Umkehr“ oder auch „Buße“. Umkehr führt zwar zu einer Veränderung des Lebens, doch zunächst ist damit die Umkehr zu Gott gemeint, also die Entscheidung, auf ihn bezogen zu leben und an Jesus Christus zu glauben. Was sich dann ändert, ergibt sich, je mehr jemand Gottes Willen für sich erkennt.

Dieser Aufruf zur Umkehr sollte zuerst in Jerusalem gepredigt werden. Das heißt für mich, dass es auch für die Menschen in Israel keinen anderen Weg zur Vergebung der Sünden gibt als für alle anderen Menschen auf dieser Erde. Steht aber nicht im Losungswort, dass Gott ihre Schuld schon vergeben hat?

Nun, ich sehe da einen Unterschied zwischen kollektiver und persönlicher Schuld. So hat sich Deutschland durch den Holocaust kollektiv schuldig gemacht. Entsprechend verstehe ich den Mauerfall 1989 just am Tage der Reichskristallnacht als ein Zeichen, dass Gott uns vergeben hat. Diese kollektive Vergebung macht aber die Vergebung meiner persönlichen Schuld nicht überflüssig. Genau dazu ruft uns Jesus auf: selber aus dieser persönlichen Vergebung zu leben und die Botschaft an andere weiterzugeben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du am Kreuz meine Schuld auf dich genommen hast. Ich danke dir auch, dass du unserem Volk, das sich so schwer an deinem Volk versündigt hat, vergeben hast. Dennoch suchen dich trotz deiner großen Güte aber nur wenige in unserem Land. Schenke bitte eine neue Offenheit für dein Evangelium und gib uns Mut, uns zu dir zu bekennen. Das bitte ich in deinem Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 08.02.2024

Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen.
Klagelieder 3,26

Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.
Hebräer 12,1-2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ausdauer und Geduld

Die heutigen Bibelverse beschäftigen sich mit einem Zustand, den wir natürlicherweise vermutlich eher meiden wollen. Es geht um Zeiten der Not, die uns extrem herausfordern. Wenn wir vielleicht das Gefühl haben, dass unsere Gebete überhaupt nicht zu Gott durchdringen. Der Verfasser des Losungswortes beschrieb das noch schlimmer: „Und wenn ich auch schreie und rufe, so stopft er sich die Ohren zu vor meinem Gebet.“ (Klgl. 3,8) Das hört sich ja so an, als wolle Gott gar nicht hören – eine erschreckende Vorstellung.

Interessanterweise hielt das den Beter nicht davon ab, weiter zu Gott zu rufen und auf ihn zu hoffen. So sagte er: „Die Güte des HERRN ist's, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.“ (Klgl. 3,22-23) In all seinem Elend sah er, dass es Gottes Güte war, die ihn erhielt. Dies schenkte ihm Hoffnung, dass Gott sich seiner annehmen und ihn hindurchbringen wird.(1)

Im Lehrtext ist die Rede von einem „Kampf, der uns bestimmt ist“. Zuvor werden viele Personen aus der Bibel aufgezählt, die durch ihren Glauben extreme Situationen überstanden und Wunder erlebten, wie etwa Noah, Abraham oder Mose.(2) Es wird aber auch von denen gesprochen, die glaubten und dennoch durch schwere Leiden gehen mussten.(3) Sie gehören ebenso zu den Glaubensvorbildern, denn alle sahen in ihren Nöten auf den „Anfänger und Vollender des Glaubens“, offenbart in Jesus Christus.

Auch heute besteht in ihm unsere Hoffnung. Ganz besonders zeigt sie sich in Situationen, wo die menschliche Hoffnung uns verlässt. Wir wissen nicht immer, wie der Kampf aussieht, der uns bestimmt ist. Eines aber dürfen wir wissen: Derjenige, der uns den Glauben geschenkt hat, wird dafür sorgen, dass wir es schaffen. Sogar das, was uns unmöglich ist.(4) Bleiben wir an ihm dran.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Klgl. 3,55-59 (2) Hebr. 11,4-35 (3) Hebr. 11,36-38 (4) Matth. 19,26

Als Gebet:

Jesu, geh voran
auf der Lebensbahn,
und wir wollen nicht verweilen,
dir getreulich nachzueilen.
Führ uns an der Hand
bis ins Vaterland.

Soll’s uns hart ergehn,
lass uns feste stehn
und auch in den schwersten Tagen
niemals über Lasten klagen,
denn durch Trübsal hier
geht der Weg zu dir.

Ordne unsern Gang,
Jesu, lebenslang.
Führst du uns durch rauhe Wege,
gib uns auch die nöt’ge Pflege.
Tu uns nach dem Lauf
deine Türe auf.

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 07.02.2024

Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Psalm 118,18

Es war dort ein Mensch, der war seit achtunddreißig Jahren krank. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin.
Johannes 5,5.8-9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das „Ewigkeitssyndrom“

Heute gehe ich einmal vom Lehrtext aus. Ein bekanntes Bibelwort aus Psalm 103 lautet: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Ps. 103,2) Für den Menschen, der seit 38 Jahren krank war, klang das vermutlich wie Hohn. Er lag am Teich Betesda, weil dort ein Engel von Zeit zu Zeit das Wasser bewegte. Immer, wenn das geschah, wurde die erste Person, die es schaffte, ins Wasser zu kommen, geheilt. Das machte die Lage des Kranken noch aussichtsloser, denn keiner half ihm, und er selbst kam immer zu spät.

Dieser Bericht schildert einen Zustand, in den auch wir hineingeraten können. Der Kranke sah eine einzige Heilungschance: in den Teich zu kommen, wenn sich das Wasser bewegte. Dass Gott auch ganz anders eingreifen kann, kam ihm gar nicht in den Sinn. Genau das geschah aber, als Jesus Christus ihn erblickte. Auf die Frage, ob er gesund werden wollte, erklärte er Jesus, weshalb das nicht ginge. Wie sollte er gesund werden, wenn er es nie rechtzeitig zum Wasser schaffte? Doch Jesus sprach gar nicht vom Wasser – er heilte ihn direkt dort, wo er gerade war.

Rechnen wir eigentlich mit Gottes außergewöhnlichen Möglichkeiten, wenn es uns schlecht geht? Oder klammern wir uns ebenfalls an einer Lösung fest – vielleicht an Geld, bestimmte Medikamente oder Heilungsmethoden? Oft schleicht sich dann noch etwas ein, was ich das „Ewigkeitssyndrom“ nenne: der Gedanke, dass sich auch in Zukunft nichts ändern wird. Vielleicht kam dem Schreiber des Losungswortes auch solch ein Gedanke. Doch er setzte dem etwas entgegen, indem er die Gegenwart zwar nicht beschönigte – „Der HERR züchtigt mich schwer“ –, doch trotzdem zuversichtlich nach vorn blickte: „Aber er gibt mich dem Tode nicht preis.“ Ich denke, wir sollten immer mit Gott rechnen, selbst wenn bisher noch nichts geschehen ist.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Als Gebet heute einen Vers aus dem Lied: „Komm und mach dich bereit“

Komm und mach dich bereit,
Gott schenkt eine neue Zeit.
Schaue nicht, was gestern war,
Gott ist heute für uns da.
Fürchte dich nicht vor dem Morgen,
Gott wird auch dort für uns sorgen.
Öffne deinen Sinn und dein Herz,
richte deinen Blick - himmelwärts.

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 06.02.2024

Der HERR spricht: Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.
2. Mose 19,6

Hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben.
2. Timotheus 4,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Krone der Gerechtigkeit

Was ist mit dem heutigen Losungswort gemeint? Gilt es auch für Christen? Tatsächlich gibt es im Neuen Testament ein Bibelwort, in dem es heißt: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum.“ (1.Petr. 2,9a)

Ein Priester ist eine Person, die eine Verbindung zwischen Gott und den Menschen herstellt. Im Alten Bund brachten Priester vor Gott z.B. Opfer zur Vergebung von Sünden. Sie waren ihm direkt verantwortlich – quasi als Diener in seinem Königreich. Heute kennen wir einen Priesterdienst etwa bei der Beichte, wenn einem Menschen nach dem Schuldbekenntnis im Namen Jesu Christi Vergebung zugesprochen wird.

Nun lesen wir im Losungswort, dass wir alle zu einem königlichen Priesterdienst berufen sind. Offensichtlich sucht Gott Menschen, die auf ihn bezogen leben und gleichzeitig eine Verbindung zu anderen herstellen. Ist uns das bewusst? Christen sind nicht dazu berufen, nur unter sich zu bleiben. Jesus Christus sagte am Anfang der Bergpredigt: „Ihr seid das Licht der Welt. … So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. (aus Matt. 5,14-16) Wie aber können wir unseren Mitmenschen priesterlich dienen?

Ich meine, wir können für sie beten und die gute Botschaft verbreiten, denn Jesus Christus hat auch ihre Schuld bezahlt. Selbst wenn sie völlig anders denken und leben als wir – vielleicht sogar Dinge gutheißen, die wir von der Bibel her als falsch ansehen; unsere Aufgabe ist es nicht, zu richten, sondern sie mit Gott in Verbindung bringen. So sollen wir denen Gutes tun, die uns hassen, uns derer erbarmen, die in Not sind, und anderen gütig begegnen.(1) Am Ende können wir uns dann wie Paulus auf „die Krone der Gerechtigkeit“ freuen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Luk. 6,27-28 Phil. 4,5

Gebet:

Vater im Himmel, ich danke dir, dass du uns berufen hast, ein Königreich von Priestern zu sein. Bitte hilf mir, in dieser Berufung zu leben. Segne meinen Umgang mit anderen, hilf mir, andere nicht zu verurteilen, sondern für sie zu beten. Schenke es, dass deine Güte auf mich abfärbt und ich ebenfalls mit anderen gütig umgehen kann. Ich danke dir in Jesu Christi Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 05.02.2024

Der HERR harrt darauf, dass er euch gnädig sei.
Jesaja 30,18

Wir glauben doch, dass wir durch die Gnade des Herrn Jesus gerettet werden.
Apostelgeschichte 15,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Gnade

Wie verstehen wir eigentlich einen Satz wie das heutige Losungswort? In ihm heißt es, dass Gott darauf wartet, seinen Kindern gnädig zu sein. Damit wird gleichzeitig ausgesagt, dass dieser Zustand der Gnade noch nicht da ist. Liest man diesen Bibelvers in verschiedenen Übersetzungen, so wird dieses Harren Gottes unterschiedlich interpretiert: Es geht von einem sehnsüchtigen Warten bis zu einem bewussten Hinauszögern. Zudem steht diese Schriftstelle im Zusammenhang mit der Ankündigung eines Gerichtes Gottes, in dem er mit seinem abtrünnigen Volk, aber auch mit dessen Feinden abrechnen will. Inmitten dieser furchtbaren Dinge, die geschehen sollen, leuchtet plötzlich das Wort von seiner Gnade auf. Wer auf ihn hofft, wird nicht enttäuscht werden, sondern erleben, dass Gott ihn hört und durch alles hindurchbringt.(1)

Im Klartext bedeutet das: Gottes Gnade zeigt sich dadurch, dass er bei uns ist. In Freud und Leid. Auf dem Berg und im Tal. In guten und in schlechten Zeiten. Das heißt, wir werden nicht nur Freude erleben, nicht immer oben sein, nicht nur Erfolg kennen. Schmerz, Konflikte, Leid, Krankheit, Tod und vieles mehr werden ebenfalls zu unserem Leben gehören. Sie bedeuten jedoch nicht, dass Gott uns nicht liebt oder uns verworfen hätte. Doch wir sind all dem nicht hilflos ausgeliefert, denn es gibt eine Hilfe: Jesus Christus.

In ihm hat Gott seine Gnade offenbart. Davon sprach im Lehrtext der Apostel Petrus, als es zu einem großen Streit innerhalb der Gemeinde Christi kam. Einige waren nämlich der Meinung, zum echten Glauben gehöre auch die Einhaltung aller mosaischen Gesetze. Die Antwort des Petrus war deutlich: Wenn sie andere mit dem beschwerten, worin sie selber versagten, forderten sie Gott heraus.(2) Nicht die Einhaltung von Geboten, sondern „die Gnade des Herrn Jesus“ war es, auf die es ankam.

Ich meine, das gilt auch für uns. Durch Jesus Christus will Gott uns gnädig sein. Glauben wir das? Dann wird er uns durch alles hindurch ans Ziel bringen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Jes. 30,18-26 (2) Apg. 15,7-10

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir, dass du durch deinen Sohn Jesus Christus in mein Leben gekommen bist. Deine Gnade ist es, auf die ich baue. Hilf mir, wenn ich schwach und mutlos werde. Stärke mich durch deinen Geist und schenke mir neue Kraft. Ich will dir folgen, wohin du mich auch führst, im Vertrauen darauf, dass deine Gnade in allen Lebensumständen genügt. In Jesu Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 04.02.2024

Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten?
Jesaja 50,8

Jesus sagte zu ihr: Frau, wo sind sie? Hat keiner dich verurteilt? Sie sagte: Keiner, Herr. Da sprach Jesus: Auch ich verurteile dich nicht. Geh, und sündige von jetzt an nicht mehr!
Johannes 8,10-11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Auch ich verurteile dich nicht“

„Er ist nahe, der mich gerecht spricht“, sagt der Prophet Jesaja; und im nächsten Vers: „Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen?“ Wie kam Jesaja darauf? Hat er sich nie vor Gott schuldig gemacht? Den Grund finden wir in einer Vision, als er sich selbst vor Gottes Thron gesehen hatte und über die Maßen erschrocken war. So rief er aus: „Ich bin verloren! Denn ich bin ein Sünder und gehöre zu einem Volk von Sündern." (Jes. 6,5a) Doch dann erlebte er in dieser Vision, dass Gott ihm seine Sünden vergab. Es war also Gottes Gnade, die Jesaja gerecht sprach.

Genau diese Gnade verdeutlichte Jesus Christus, als man eine Ehebrecherin zu ihm brachte. Nach dem mosaischen Gesetz hätte man sie steinigen müssen. Auf die Frage, was nun geschehen solle, sagte Jesus den bekannten Satz: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“ (Joh. 8,7b) Er machte den Anklägern deutlich, dass sie selber von der Gnade und Barmherzigkeit Gottes abhängig waren. Wie konnten sie es da wagen, gegenüber einer anderen Person ungnädig zu sein? Ich meine, hier zieht Gott eine rote Linie. Wer aus der Vergebung lebt, sie anderen aber nicht gewähren will, überschreitet diese Linie.(1)

Leider höre ich immer wieder, dass Christen, die ja ihr ganzes Leben auf die Gnade Gottes aufbauen, andere verurteilen, verächtlich über Leute reden und sich selbst zum Maßstab machen. Sie überschreiten in meinen Augen diese rote Linie. „Ja, muss man denn alles richtig finden, was andere machen?“, fragte mich jemand. Nein, muss man nicht. Auch Jesus ermahnte die Ehebrecherin mit den Worten: „Geh, und sündige von jetzt an nicht mehr!“ Doch zunächst sagte er: „Auch ich verurteile dich nicht.“

Wie ist das bei uns? Wie reden und denken wir über andere? Ich meine, wir sollten die Gnade Gottes nie vergessen, die er uns in Jesus hat zukommen lassen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 6,14-15 Matt. 18,23-35

Als Gebet nehme ich heute eine Übersetzung der ersten Strophe von „Amazing Grace“:

Erstaunliche Gnade, wie sanft ist dein Klang,
die einen elenden Menschen wie mich errettet hat.
Ich war verloren, doch nun bin ich gefunden.
Ich war blind, doch nun kann ich sehen.

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 03.02.2024

Ich will dich mit meinen Augen leiten.
Psalm 32,8

Jesus sprach zu Simon und Andreas: Kommt, folgt mir nach!
Matthäus 4,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Von Gott geleitet

Das heutige Losungswort ist Gottes Antwort auf ein Problem, das David, der Schreiber, in den Versen davor schildert. So heißt es: „Freuen dürfen sich alle, denen der HERR die Schuld nicht anrechnet und deren Gewissen nicht mehr belastet ist! HERR, erst wollte ich meine Schuld verschweigen; doch davon wurde ich so krank, dass ich von früh bis spät nur stöhnen konnte.“ (aus Ps. 32,2-3 Gute Nachricht Bibel) Es ging also um Schuld und Vergebung. Die Frage ist, wie man verhindern kann, sich immer wieder neu vor Gott schuldig zu machen.

Einige sagen: „Das geht nicht – wir sind halt Menschen.“ Ja, das stimmt. Und dennoch redete Gott zu David und sagte: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“ Hier geht es nicht mehr um fehlgeschlagene Versuche, Gottes Gebote zu halten, sondern darum, sich von Gott leiten zu lassen.

Man kann die Gebote mit einem Brückengeländer vergleichen. Dieses schützt davor, herunterzufallen. Nimmt mich jedoch ein Kundiger an die Hand, verlieren die Brückengeländer ihre Bedeutung, weil ich jetzt sicher geleitet werde. In diesem Sinne verstehe ich das Losungswort. Doch wie nimmt Gott uns an die Hand? Die Antwort finden wir im Lehrtext: Jesus rief Simon und Andreas auf, ihm zu folgen. Wenn Jesus den richtigen Weg geht, werden auch seine Nachfolger den richtigen Weg gehen.

Wie aber folgt man ihm heute? Nun, durch Unterweisung und direkte Leitung. Deshalb sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Ich lasse euch nicht allein zurück. Ich komme wieder zu euch.“ (Joh. 14,18) Wir können Jesus heute folgen, indem wir auf sein Wort eingehen und uns von seinem Geist leiten lassen. Wenn wir das tun, stehen wir nicht in Gefahr, uns zu versündigen. Falls es dann doch geschieht, nützt es wenig, sich fest vorzunehmen, es in Zukunft anders zu machen. Vielmehr sollten wir Gott bitten, uns mit seinen Augen – also durch seinen Geist – zu leiten. Wir werden staunen, wie sich unser praktisches Leben dadurch verändert.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:

Herr Jesus Christus, ich bitte dich, mich auf deinem Weg zu leiten. Schenke, dass ich deine Worte nicht vergesse oder ignoriere. Schenke auch, dass ich sensibel für das Wirken deines Geistes bin. Ich danke dir dafür. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 02.02.2024

Viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des HERRN, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen!
Jesaja 2,3

Als Jesus das Volk sah, ging er auf einen Berg. Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf und lehrte sie.
Matthäus 5,1-2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kommt, lasst uns hinaufgehen!

Im heutigen Losungswort wird von vielen Völkern berichtet, die zu Gott kommen, weil sie etwas erwarten. Ihnen geht es um Gottes „Wege“, und darum, dass sie „auf seinen Steigen“ gehen wollen. Es ist eine Verheißung, die sich in der letzten Zeit vollständig erfüllen wird. Die Menschen werden nicht plötzlich auf geheimnisvolle Weise erleuchtet, sondern werden sich danach ausstrecken, von Gott zu lernen.

Im Lehrtext sehen wir, wie man sich das vorstellen kann. Als Jesus mehr und mehr bekannt wurde, sammelten sich immer mehr Leute um ihn. Er lehrte in den Synagogen und heilte viele Kranke, die man zu ihm brachte. Auch zu ihm kamen die Menschen mit Erwartungen, und vor einer großen Menge hielt er eine Ansprache, die wir die „Bergpredigt“ nennen. So heißt es im heutigen Lehrtext: „Und er tat seinen Mund auf und lehrte sie.“ Gewiss heilte er auch an diesem Tag, was die Menschen jedoch völlig überwältigte, war die Art, wie er lehrte: „mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten.“ (Matt. 7,29) Sie müssen förmlich an seinen Lippen gehangen haben.

Wie ist das bei uns? Sehnen wir uns danach, von Gott zu lernen? Auch wenn sich die Prophezeiung aus dem Losungswort noch nicht erfüllt hat, dass viele Leute kommen und sagen: „Kommt“, kann jeder, der es will, auch schon heute von Gott hören. Dazu braucht es nur eines: den Wunsch, ihm nahe zu sein. Als das Volk zu Jesus kam, schwieg er nicht, sondern öffnete seinen Mund, weil er dazu bevollmächtigt war. Ob er heilte oder lehrte, immer spiegelte es den Vater wider, der sich in Jesus Christus uns Menschen offenbart hat.

Bis heute hat Gott nicht aufgehört, sich zu offenbaren. Die Frage ist, ob wir uns innerlich zu ihm aufmachen. Er erwartet uns bereits. Wer ihn sucht, wird ihn finden und von ihm empfangen.(1)

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Matth. 7,8

Als Gebet heute einen Liedvers:

Kommt und lasst uns ziehn hinauf zum Berge unseres Herrn,
zum Hause Gottes lasst uns gehn.
Und er wird uns seine Wahrheit lehr’n,
und wir werden seine Wege geh’n,
und Weisung wird ausgeh’n aus Zion
und das Wort unsres Herrn von Jerusalem.

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 01.02.2024

Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.
Psalm 14,2

Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus.
2. Petrus 3,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wachsen in der Gnade

Im Grunde geht es in den heutigen Bibelversen darum, ob jemand nach Gott fragt oder nicht. David, der Schreiber des Losungswortes, leitet es mit folgenden Worten ein: „Die Toren sprechen in ihrem Herzen: ‚Es ist kein Gott.‘ Sie taugen nichts; ihr Treiben ist ein Gräuel; da ist keiner, der Gutes tut.“ (Ps. 14,1) Wieso spricht er so hart über diese Menschen? Ich verstehe es so, dass David Personen meint, die im Herzen glauben, sich vor keinem Gott rechtfertigen zu müssen. Manche rechtfertigen sich zwar, aber vor einem selbst gemachten Gott. In meinen Augen führt es darauf hinaus, dass man sich eigene Gesetze macht und andere ohne irgendein Unrechtsbewusstsein schädigt. Bis heute bin ich immer wieder fassungslos, wenn Menschen so handeln.

Ganz anders ist es, wenn jemand ernstlich nach Gott fragt. Wo immer sich ein solcher Mensch gerade befindet, und was immer er gerade glaubt, sein Leben steuert auf Gott zu. Hat Jesus Christus nicht selber gesagt: „Wer sucht, wird finden“? (Luk. 11,10b) Ich habe gelernt, mehr darauf zu achten, wohin sich jemand bewegt, als darauf, wo er gerade steht. „Nach Gott fragen“ ist eine innere Bewegung, ja geradezu ein Kennzeichen von Christen oder von denen, die es einmal werden sollen.

Entsprechend ist auch der Lehrtext. Er fordert uns auf, nicht stehen zu bleiben, sondern in der Gnade und der Erkenntnis Jesu Christi zu wachsen. Davor schrieb Petrus von Leuten, die meinten, dass wir Christen vergebens auf die Wiederkehr Jesu Christi warten. Wenn wir aber vergeblich auf Jesus warten, scheint schnell auch unser Glaube vergeblich. „In der Gnade wachsen“ setzt diesem Denken etwas entgegen. Auch wenn sich noch nicht alles erfüllt hat, können wir Gottes Gnade jeden Tag neu erleben – beim Betrachten seines Wortes, beim Beten und wenn er uns gerade in schweren Zeiten nahe ist. All das stärkt unseren Glauben und schenkt uns Geduld. In seiner Gnade zu wachsen, lohnt sich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gebet:
Herr Jesus Christus, du forderst uns auf, dir zu folgen. Verzeih mir, Herr, wenn ich stehen geblieben bin. Ich möchte in deiner Gnade wachsen, selber gnädiger mit anderen umgehen und deine Güte immer wieder erleben. Ich bitte dich: Segne mich und alle, die nach dir fragen, auf diesem Weg. Amen.

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 31.01.2024

Wahrlich, es hat Israel keine andere Hilfe als am HERRN, unserm Gott.
Jeremia 3,23

Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes.
Lukas 1,46-47

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Hilfe

Der vollständige Vers der heutigen Losung lautet in einer modernen Übersetzung: „Es ist wahr: Die Götter, zu denen wir auf den Hügeln laut geschrien haben, helfen uns nicht. Nur bei dir, Herr, dem Gott Israels, finden wir Rettung!“ (aus Hoffnung für alle) Der Vers schildert, wie den Menschen die Augen aufgetan wurden und sie erkannten, dass nur bei Gott Hilfe zu finden ist. Dagegen war der Glaube an die Götter der reinste Betrug. So lautet die Fortsetzung: „Wir haben diesem schrecklichen Gott Baal gedient und ihm alles hergegeben, was wir seit Generationen mühsam erworben haben: unseren ganzen Besitz, unsere Schafe und Rinder. Ja, sogar unsere Söhne und Töchter haben wir ihm geopfert. Nun liegen wir am Boden und schämen uns.“ (Jer. 3,24-25a)

Diese Verse erinnern mich an einen Spielsüchtigen, der sich immer den großen Gewinn erhofft, jedoch am Ende nur Schulden hat. Eine finanzielle Not sollte uns nicht dazu verleiten, unsere Rettung im Glücksspiel zu suchen. Auch nicht jede angebotene Heilungsmethode macht tatsächlich gesund – manche machen nur arm. Nicht jede Waffengattung bringt tatsächlich die erhoffte Wende in einem Krieg. Vor allem uns Christen sollte bewusst sein, dass wir nur bei Gott wirkliche Hilfe finden.

Wie aber funktioniert die Hilfe Gottes? Das Umfeld des Lehrtextes kann uns diesbezüglich einen Einblick schenken. Dort dankte Maria Gott in überschwänglicher Weise, dass sie Jesus, den Erlöser der Welt, unter ihrem Herzen tragen durfte. Er ist die Hilfe für alle Menschen – und sie kommt ausschließlich von Gott. Trotzdem haben auch Menschen daran mitgewirkt, wie eben Maria, die bereit war, dieses Kind von Gott zu empfangen.(1) An ihrem Leben und Handeln entdecke ich, wie Gottes Hilfe funktioniert: Zunächst ist es Gott, der handelt – doch dann sind auch wir gefragt, uns auf Gottes Leitung einzulassen. So suchen wir unsere Hilfe ausschließlich bei ihm, sind aber dennoch auch aktiv mit dabei.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Luk. 1,38

Als Gebet heute der Psalm 121:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.
Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!
(Ps. 121,1-8)

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 30.01.2024

Isai sprach zu David: Sieh nach deinen Brüdern, ob‘s ihnen gut geht.
1. Samuel 17,18

Da brachten Männer einen Gelähmten auf einer Trage herbei. Sie wollten ihn in das Haus bringen und vor Jesus niederlegen.
Lukas 5,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Fürsorge

Das heutige Losungswort stammt aus einem biblischen Bericht, der inzwischen sprichwörtlich geworden ist: David gegen Goliath. Doch heute geht es um das, was überhaupt dazu führte, dass der Hirtenjunge David auf den Riesen Goliath traf und ihn anschließend im Kampf besiegte. Es war die Fürsorge Isais, der wissen wollte, ob es seinen Söhnen, die für Israel kämpften, gut ging. Deshalb schickte er seinen jüngsten Sohn – David – dorthin, um ihm Bericht zu erstatten.

Als David ankam, sah er jedoch, dass es nicht nur seinen Brüdern, sondern dem gesamten Heer Israels mehr als schlecht ging. Seit vierzig Tagen sahen sie sich mit einem Gegner konfrontiert, der sie in Furcht und Schrecken versetzte: Goliath.(1) Sie waren wie gelähmt. Doch durch David, den nicht einmal die eigenen Brüder für fähig hielten, ja dem sie sogar niedrige Absichten unterstellten(2), kam die entscheidende Wende und der unmöglich geglaubte Sieg.

Im Lehrtext geht es um einen Mann und seine Freunde. Sie wollten zu Jesus, damit er ihren Freund, der gelähmt war, heilte. Auch hier war es die Fürsorge anderer, die zur entscheidenden Wende im Leben des Gelähmten führte: Jesus heilte ihn nicht nur, er vergab ihm auch seine Sünden.(3) Doch auch hier gab es Kritiker, die Jesus böse Motive unterstellten, nämlich einige Pharisäer und Schriftgelehrte. Wie die Brüder Davids sprachen sie Jesus innerlich sowohl die Fähigkeit als auch das Recht ab, so zu handeln.

Dabei übersahen sie eine wesentliche Tatsache: Jesus war vom Vater gesandt worden. So heißt es im Galaterbrief: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen.“ (Gal. 4,4-5) Die Fürsorge Isais sowie die der Freunde sind lediglich ein Abglanz der Fürsorge Gottes. Er schenkt uns durch Jesus Christus die entscheidende Wende und macht alles neu.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Sam. 17,1-16 (2) 1. Sam. 17,28 (3) Luk. 5,18-25

Gebet:

Vater im Himmel, immer wieder hast du in deinem Wort gezeigt, dass du in der Lage bist, eine Situation von einem Moment auf den nächsten zu verändern. Hilf mir, zu denen zu gehören, die dir vertrauen, und nicht zu denen, die dich anzweifeln. Hab Dank für deinen Sohn Jesus Christus, durch den du auch mir Vergebung und ein neues Leben geschenkt hast. In Jesu Namen, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 29.01.2024

Alle Völker auf Erden sollen erkennen, dass der HERR Gott ist und sonst keiner mehr!
1. Könige 8,60

Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Matthäus 28,19-20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mission

Das heutige Losungswort ist aus einem Gebet Salomos, das dieser bei der Tempeleinweihung betete. Darin bat er nicht nur darum, dass Gott sein Volk schützt, auf sie hört, wenn sie zu ihm flehen, und ihnen vergibt, wenn sie sich versündigt haben. Er bat auch darum, dass alle Völker auf Erden erkennen mögen, dass der Gott Israels der einzige und wahre Gott ist.

Ich denke, Salomo ging es in diesem Gebet nicht darum, mit anderen Religionen zu streiten. Vielmehr erlebten er und das Volk gerade die Macht und Herrlichkeit Gottes. So heißt es: „Als aber die Priester aus dem Heiligtum gingen, erfüllte die Wolke das Haus des HERRN, sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.“ (1.Kön. 8,10-11) Gott war so spürbar gegenwärtig, dass niemand den Tempel betreten konnte. Auch war Gottes Wort gegenwärtig, denn die beiden Steintafeln mit den Zehn Geboten lagen in der Bundeslade.(1) Diesen Gott zu erkennen, war das Höchste, was allen Völkern geschehen konnte. Deshalb, so meine ich, betete Salomo dieses Gebet.

Ähnlich verhält es sich mit dem Missionsbefehl Jesu Christi, von dem der Lehrtext handelt. Meiner Überzeugung nach war er nicht dazu gedacht, anderen den Glauben an Jesus Christus aufzuzwingen oder sie gegen ihren Willen zu taufen. Vielmehr geht es um Vergebung, Rettung und Erlösung, die Jesus Christus für uns am Kreuz erworben hat. Dennoch kann eine Taufe zu Anfeindungen führen, wenn jemand Jesus Christus als seinen Erlöser angenommen hat. In Indien wurde z.B. eine Frau, die ich selber in einem Fluss getauft habe, von ihrer Familie massiv bedroht. Trotzdem ging sie ihren Weg, weil Jesus Christus ihr Herz ergriffen hatte. Ohne etwas zu sagen, war allein schon ihr freundliches Handeln missionarisch. Gott schenke uns solch eine Art der Mission.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Kön. 8,9

Gebet:
Herr Jesus Christus, du sendest uns zu allen Menschen, um ihnen die frohe Botschaft nahezubringen. Hilf mir bitte, dass andere auch durch mich erfahren, welch eine Gnade du uns Menschen schenkst. Hilf mir besonders, dabei nicht rechthaberisch zu sein, sondern lass vielmehr deine Erlösung an meinem Verhalten, an meiner Liebe, Treue und Geduld erkennbar werden. Ich danke dir dafür, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 28.01.2024

Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren.
Psalm 86,9

Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.
Offenbarung 21,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Ziel unseres Lebens

Zum besseren Verständnis des heutigen Losungsverses nehme ich den vorlaufenden Vers dazu. Er lautet: „Herr, es ist dir keiner gleich unter den Göttern, und niemand kann tun, was du tust.“ Hier wird die Einzigartigkeit Gottes beschrieben. Sie gilt auf Erden und auch im Himmel. Wen immer David mit „den Göttern“ meinte, ob Engel, Gewalten oder auch erdachte Götter wie die damaligen Götzen – sie alle kommen nicht an Gott heran. Das werden auch alle Völker auf Erden einmal erkennen. Ob sie Gott nun aus Liebe ehren oder aus Furcht, sie werden es tun, wenn Gott sich in seiner Größe und Herrlichkeit offenbart. So verstehe ich den Losungsvers.

In diesem Sinne ist dieser Vers kein Beleg dafür, dass am Ende alle Menschen Gott die Herrschaft über ihr Leben geben werden. Allerdings wünsche ich es jedem, denn Gott meint es gut mit uns. Das geht deutlich aus den Versen nach dem Lehrtext hervor. Dort lesen wir: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb. 21,4-5a)

Wenn nun im Lehrtext von Völkern gesprochen wird, so sind damit diejenigen gemeint, die ihr Leben auf Jesus Christus ausgerichtet haben. Vielleicht mussten sie aufgrund ihres Glaubens durch viel Leid gehen, doch am Ende werden sie von Gott selbst getröstet. Als Christen haben wir also allen Grund, uns darauf zu freuen. Und doch sehne ich mich danach, dass niemand diese Gnade Gottes ausschlägt. Sie wird uns nicht aufgezwungen, steht aber für jeden und jede bereit, wie hoffnungslos ihr Leben auch aussehen mag. So möchte ich auch uns bitten, diese frohe Botschaft nicht für uns zu behalten. Jeder Mensch braucht sie.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Als Gebetsimpuls zitiere ich den Text eines deutschen Gospelsongs:

Leben ohne Gott ist lebendig tot.
Leben ohne Gott bringt uns oft in Not.
Leben ohne Gott macht das Herz nicht frei.
Leben ohne Gott führt am Ziel vorbei.

Doch mit Gott leben, heißt ewig leben.
Frei von Sünden, können wir verkünden:
Leben mit Gott macht frei.
Leben mit Gott macht stark.

Leben mit Gott erfüllt das Herz mit Herrlichkeit.

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 27.01.2024

Gott sprach zu Salomo: Weil du weder um langes Leben bittest noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod, sondern um Verstand, auf das Recht zu hören, siehe, so tue ich nach deinen Worten.
1. Könige 3,11-12

Paulus schreibt: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
Römer 12,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Unterscheidungsfähigkeit

Das heutige Losungswort stammt aus einem Traum Salomos, als dieser noch nicht lange König war. In diesem Traum erschien ihm Gott und sagte: „Bitte, was ich dir geben soll!“ (1.Kön. 3,5) Salomo, der sich in seinem Amt aufgrund seiner Jugend und der Größe des Volkes sehr unsicher war, bat um ein Herz, das auf Gott hörte, damit er den Unterschied zwischen Recht und Unrecht erkennen könnte. Wie wir im Losungsvers sehen, gefiel Gott diese Antwort. Aus Salomos Traum wurde Wirklichkeit, und bis heute ist seine Weisheit sprichwörtlich.

Interessanterweise erinnert Salomos Bitte an das, was Adam und Eva sich einfach nehmen wollten, als sie im Paradies vom verbotenen Baum aßen: die Unterscheidung von Gut und Böse.(1) Doch sie mussten das Paradies verlassen. Misst Gott etwa mit zweierlei Maß? Ich glaube das nicht. Er will uns vieles schenken. Doch wenn wir uns die Dinge einfach ohne ihn nehmen, gehen wir an ihm vorbei. Adam und Eva kostete es die unmittelbare Nähe zu Gott. Und Salomo, der so gut begonnen hatte, handelte im hohen Alter mehr als töricht, weil er Gott nicht mehr an die erste Stelle setzte.(2) Damit hatte er die Quelle der Weisheit verlassen, denn echte Weisheit beginnt damit, dass wir Gott ernst nehmen.(3)

Im Lehrtext spricht der Apostel Paulus von einer Erneuerung des Sinnes, um prüfen zu können, „was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ Offensichtlich ist es nicht das Ziel Gottes, uns unwissend zu lassen. Dass er dem Volk Israel das Gesetz gab, dass er sich in Jesus Christus offenbarte, dass er seinen Geist sandte – all das zeigt, wie sehr er uns mit hineinnehmen möchte. Die Frage an uns ist, ob wir temporär oder immer mit ihm leben wollen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Mos. 2,16-17 1.Mos. 3,1-6 (2) 1.Kön. 11,1-4 (3) Ps. 111,10

Gebet:
Herr Jesus Christus, zeige mir deine Wege und schenke mir, dass ich darauf bleibe. Hilf mir, meine Entscheidungen aus der Verbindung mit dir zu treffen. Bewahre mich vor voreiligen und unklugen Handlungen. Gib mir die Bereitschaft, umzukehren, wenn ich mich verirrt habe, und hilf mir, mein Denken dir gemäß zu erneuern. Ich danke dir dafür, Amen.

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 26.01.2024

Du tust mir kund den Weg zum Leben.
Psalm 16,11

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Wer sein Leben erhalten will, der wird‘s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird‘s finden.
Matthäus 16,25

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Weg zum Leben

„Du tust mir kund den Weg zum Leben“ – was mag dieser Ausspruch Davids bedeuten? Ging es darum, sein Leben zu erhalten, also nicht frühzeitig zu sterben? Oder ging es eher um Lebensqualität, ein Leben in Fülle? Einen weiteren Aspekt finden wir in dem Vers vor dem Losungswort: „Denn du wirst meine Seele nicht dem Tode lassen und nicht zugeben, dass dein Heiliger die Grube sehe.“ Offensichtlich spricht David hier vom ewigen Leben.

Im Lehrtext erklärt Jesus Christus, wie dieser Weg dahin genau aussieht. Nach meinem Verständnis vergleicht er unser Leben und unsere Lebensqualität hier mit dem ewigen Leben. Was wir hier festhalten, werden wir am Ende verlieren. Was wir aber um Jesu willen hier loslassen, bringt uns etwas viel Wertvolleres: das ewige Leben. Dieser Ausspruch Jesu mag zunächst schockieren. Er fordert aber dazu auch heraus, sich Gedanken zu machen, was uns das Wichtigste im Leben ist.

Um Jesu willen lassen wir schlechte Angewohnheiten los, wie z.B., andere zu belügen, zu schädigen oder zu verleumden. Vieles ergibt sich allerdings erst auf dem Weg, wenn wir Jesus Christus folgen. Dort lernen wir, zu segnen statt zu hassen, zu geben statt zu verlangen, geduldig zu sein statt zu bedrängen und zu verzeihen statt zu streiten.

Nun wissen wir, dass etliche Christen in dieser Welt sogar ihre Freiheit, Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen, weil sie nicht bereit sind, ihr Bekenntnis zu Jesus Christus aufzugeben. Man könnte sagen, dass Jesus es einem nicht gerade leicht macht. Doch der Gewinn ist so überaus wertvoller. Die Frage ist: Sind wir bereit, diesen Weg zu gehen? Nach meiner Erfahrung gibt es immer wieder Momente, in denen wir uns entscheiden müssen, wie wir handeln sollten. Im Sinne Jesu oder nach unserem eigenen Dafürhalten? In solchen Momenten hilft es, sich zu vergegenwärtigen, was wir gewinnen, wenn wir nicht an unseren Wegen festhalten: Friede mit Gott und Hoffnung auf die Ewigkeit.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 5,39-41

Gebet:
„Egal, was du mir gibst, egal, was du mir nimmst, du bist und bleibst mein Gott, nur dir gehört mein Lob.“
Herr Jesus Christus, dieser Liedvers ist ebenfalls mein Bekenntnis. Ich brauche aber deine Hilfe, um auch danach leben zu können. Du weißt, woran ich so hänge. Und ich weiß, dass du etwas Gutes für mich bereithältst. So will ich nicht an etwas festhalten, wenn du mir zeigst, dass ich es loslassen soll. Bitte zeige mir Tag für Tag den Weg zum Leben. Ich danke dir dafür, Amen.

 

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