Gedanken zur Losung für Freitag, den 10.04.2020

Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Freude hat an seinen Geboten!
Psalm 112,1

Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.
1. Petrus 2,24-25

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Hüter unserer Seelen

Die heutigen Verse scheinen auf den ersten Blick im Kontrast zu dem zu stehen, was wir zurzeit in unserem Land und auch weltweit erleben. „Große Freude an seinen Geboten“ - wo können wir das sehen? Und was bedeutet: „Durch seine Wunden seid ihr heil geworden“? Ist damit gemeint, dass wir nie wieder krank werden? So behaupten einige, dass Corona einem Christen nichts anhaben könne.

Da wir uns in der Karwoche befinden, möchte einmal darüber nachdenken, wie Christus selber mit diesen Fragen umging. Nicht nur die Gebote, sondern jedes Wort Gottes bestimmten sein Leben. So sagte er, als er vom Teufel versucht wurde: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“ (Matt. 4,4) Auch bezeichnete er es als seine Nahrung, den Willen Gottes zu tun.(1) Dass er sich damit Schwierigkeiten einhandelte, brachte ihn nicht von seinem Kurs ab. Er ging seinen Weg, unabhängig davon, ob es leicht oder schwer war.

Ebenso wenig können wir in der Bibel lesen, dass Jesus seine Gesundheit und sein Leben über alles ging. Wie hätte er sonst diesen sicherlich anstrengenden Dienst, die Anfeindungen und schließlich das Kreuz ertragen können? Nein, weder war er noch sind seine Nachfolger aus dem ausgeklammert, was der Welt widerfährt, sei es gut oder schlecht. Und doch gibt es einen entscheidenden Unterschied: Wir als seine „Schafe“ haben in ihm einen „Hirten“, der unsere Seelen - unser Leben und Sein - behütet. Das bedeutet, dass wir uns in den guten Tagen freuen und für sie dankbar sein können.

Doch auch in den schweren Tagen hat er einen Weg für uns. So lässt er uns nie allein.(2) Wir brauchen nicht mehr umherzuirren, denn durch den Weg ans Kreuz sorgte er dafür, das wir immer mit Gott verbunden sein können. In allem geht Christus uns voran und behütet uns, damit wir nicht untergehen.

Einen gesegneten Karfreitag wünscht
Angela Mumssen

(1) Joh. 4,34 (2) Matth. 28,20


Diese Andachten sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 09.04.2020

Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir wollen mit euch gehen.
Sacharja 8,21

Als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
Markus 14,26

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Dein Wille geschehe“

Ich möchte heute am Gründonnerstag vom Lehrtext ausgehen. Nach der Einsetzung des Abendmahls und einem gemeinsamen Loblied ging Jesus Christus mit seinen Jüngern zum Ölberg, um „den HERRN anzuflehen und zu suchen“, wie wir es auch im heutigen Losungswort lesen. So kamen sie zum Garten Gethsemane, wo er drei seiner Jünger mitnahm und sich ihnen in seiner Angst offenbarte. Dann bat er sie, zu beten und zu wachen. Er selbst ging noch ein paar Schritte weiter, fiel zu Boden und betete.

In all dem ging Jesus bewusst Schritte in Richtung Kreuz. Doch auf diesem Weg kam er in einen tiefen Konflikt zwischen seinem Mensch-Sein und seiner göttlichen Berufung. So kam es zu diesem eindrücklichen Gebet: „Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst!“ (Mark. 14,36) Jesus wünschte sich so sehr, diesen schrecklichen Weg zum Kreuz nicht gehen zu müssen. Nur eines war ihm noch wichtiger - nämlich, dass der Wille des Vaters geschieht.

Während nun Jesus im Gebet rang, fielen die Jünger in tiefen Schlaf. Irgendwie war das, was auf sie zukam, noch nicht richtig bei ihnen angekommen. Als es dann geschah, liefen fast alle weg - doch Jesus blieb. Er wusste, was auf ihn zukam, aber er ließ es geschehen, weil der Vater es so wollte.

Kann dieses Gebet Jesu auch unsere Gebete beeinflussen? Im Vaterunser beten wir ja „Dein Wille geschehe“. Dabei gehen wir gewöhnlich nicht von einer schweren Wegstrecke aus. Gottes Wille ist doch gut. Das ist er auch. Er war es auch bei Jesus Christus, denn Karfreitag war nicht das letzte Wort Gottes, sondern Ostern! Doch gibt es auch umgekehrt kein Ostern ohne Karfreitag.

Wie wichtig ist uns also der Wille Gottes? Das merken wir dann, wenn er nicht unseren Wünschen entspricht. Wenn wir uns aber wie Jesus dazu durchringen, den Willen des Vaters an oberste Stelle zu stellen, werden wir am Ende auch die Freude ernten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 08.04.2020

Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
Psalm 51,14

Eure Traurigkeit soll zur Freude werden.
Johannes 16,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Freude von Gott

Der Psalm, aus dem das heutige Losungswort entnommen wurde, ist ein Bußpsalm Davids. Ihn hatte gerade der Prophet Nathan wegen seines Ehebruchs mit Batseba und dem verschleierten Mord an ihrem Ehemann überführt. Und tatsächlich, David erkannte und bekannte seine Schuld. Er begriff auch, dass er sich nicht nur an Menschen versündigt hatte, sondern an Gott selbst. So sagte er: „An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan.“ (Ps. 51,6a)

Ich glaube, vielen ist nicht bewusst, dass Gott mitleidet, wenn wir jemandem etwas antun. Gott sitzt nicht weit entfernt von allem Geschehen und betrachtet das Handeln der Menschen, wie wir uns einen Spielfilm anschauen. Nein, er verbindet sich besonders mit denjenigen, denen Unrecht geschieht. Wenn wir also Gott lieben, wie es ja im obersten Gebot gefordert wird, so beinhaltet das auch Nächstenliebe.

Im Laufe des Psalms erkannte David aber noch etwas anderes. Dass nämlich Gott selber ihm helfen musste, wieder in die Spur zu kommen. David war anscheinend klar, dass Beteuerungen, so etwas nie wieder zu tun, nicht halfen. Er benötigte etwas anderes, nämlich einen willigen Geist. Und den konnte er sich nicht selber geben. Deshalb bat er Gott darum.

Auch der Lehrtext spricht davon, dass Gott uns Freude schenken will. Doch der Hintergrund war ein völlig anderer. Hier ging es nicht darum, dass jemand vor Gott schuldig geworden war, sondern dass Jesus Christus sein Sterben ankündigte. Das würde seine Jünger maßlos erschrecken und traurig machen. Doch ihre Traurigkeit sollte sich in Freude verwandeln. Diese Ankündigung bezieht sich, wie ich es sehe, auf zwei Ereignisse. Zum einen auf Jesu Auferstehung und zum anderen auf das Kommen des Heiligen Geistes.

Ob unsere Traurigkeit nun durch eigene Schuld erzeugt wurde oder durch das Gefühl, von Gott verlassen zu sein, sie soll sich auf jeden Fall in Freude verwandeln. Denn Gott hat uns in Christus vergeben und ist uns nicht fern. Darüber dürfen wir uns freuen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 07.04.2020

Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.
Zefanja 3,15

Jesus sprach zu den Jüngern: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?
Markus 4,40

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Habt ihr noch keinen Glauben?

Der Hintergrund zum heutigen Losungswort ist, dass der Prophet Zefanja Israel und den Völkern ein Strafgericht prophezeite, auf das danach eine Zeit der Gnade folgen sollte. Die Menschen werden zu Gott umkehren, doch nicht einfach so. Er selber wird bewirken, dass sie ihn suchen und in seinem Willen leben wollen. Diesen begnadigten Menschen spricht Gott dann zu, dass sie sich nicht mehr fürchten brauchen, denn er ist bei ihnen.

Auch wir Christen haben ja den Zuspruch, dass Gott bei uns ist. Bedeutet das nun, dass kein Unheil mehr über uns kommen kann? Nein - was uns zugesprochen wird, ist, dass wir uns vor keinem Unheil zu fürchten brauchen. Das bedeutet, ein Unheil kann sehr wohl geschehen, doch wir müssen uns trotzdem nicht davor fürchten.

Der Lehrtext schildert solch eine Situation. Als Jesus und die Jünger in einem Boot unterwegs waren, kam ein gewaltiger Sturm auf. Doch Jesus schlief. Die Jünger weckten ihn voller Angst. Er stillte den Sturm und tadelte sie dann, wie wir im Lehrtext lesen. Furcht und mangelnder Glaube bedingen sich offensichtlich. Doch wie hängen sie zusammen?

Nun, wie und was wir glauben, hat etwas mit unserem Weltbild zu tun. Glauben wir, dass diese Welt erbarmungslos nach ihren eigenen Regeln abläuft? Dann ist Gott für uns derjenige, der quasi von außen zuschaut und vielleicht ab und zu eingreift, wenn wir ihn darum bitten. Ich glaube nicht, dass Jesus Christus solch ein Weltbild hatte. Das andere Weltbild ist, dass Gott alles gestaltet bzw. bewusst zulässt. In diesem Sinne war es gar nicht möglich, dass das Boot mit Jesus und den Jüngern unterging, denn ihr Auftrag war noch nicht erfüllt.

Das zu glauben, ist schon eine Herausforderung. Doch denke ich, dass Jesus genau das meinte, als er seine Jünger nach ihrem Glauben fragte. Diese Art von Glauben nimmt uns nicht nur die Angst, sondern gibt uns den Mut, anderen Zusagen Gottes auch zu vertrauen.

Einen glaubensvollen Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 06.04.2020

Wenn ich auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre.
Hosea 8,12

Jesus spricht: Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme.
Johannes 18,37

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Aus der Wahrheit

Das heutige Losungswort stammt aus einer Prophetie Gottes an das damalige Israel. Mit deutlichen Worten wird hier aufgezeigt, dass das von Gott auserwählte Volk nicht an ihm interessiert war. Sie hatten ihren Schöpfer vergessen.(1) Hoseas Worte sind jedoch nicht nur Anklage, sie kündigen auch Gottes Gericht an. Die Frage ist nun, ob Gott auch heutzutage noch so handelt. Dazu gibt es höchst verschiedene Meinungen. „Nein“, sagen die einen. „Gott ist ja barmherzig und vergibt.“ Andere wiederum reden von Buße, Umkehr, Gericht und Hölle. Was ist denn nun die Wahrheit?

Im Lehrtext lesen wir, wie Jesus Christus seinen Auftrag erklärt, nämlich die Wahrheit zu bezeugen. Und jeder, der „aus der Wahrheit ist,“ würde seine Stimme hören. Das mag sich vielleicht philosophisch anhören, der Kontext, in dem Jesus das sagte, war es nicht. Er war gerade gefangen genommen und zu Pontius Pilatus, dem römischen Statthalter, gebracht worden. Der sollte nun darüber entscheiden, was mit ihm geschehen sollte.

Sehr schnell merkte Pilatus, dass Jesus unschuldig war. Er wusste aber auch, dass die Juden Jesu Tod wollten. Mit einem Wort, Pilatus kannte die Wahrheit, aber er zögerte, für sie einzustehen, da er Nachteile befürchtete. Obwohl er nach Möglichkeiten suchte, Jesus freizulassen, kam es zur Kreuzigung. Pilatus hatte die Wahrheit gekannt, hatte mit der personifizierten Wahrheit - Jesus - gesprochen, hatte die Stimme der Wahrheit gehört - und war an ihr vorbeigegangen. Was bedeutet das nun für uns?

Ich meine, es genügt nicht, die Wahrheit zu wissen. Wir müssen „aus der Wahrheit“ sein, wie Jesus sagt, damit wir ihn hören können. Es geht nicht um Regeln, es geht um eine untrennbare Verbindung mit Christus. Er bringt uns Gnade statt Gericht, versöhnt uns mit Gott und schenkt uns seinen Geist. Wer ihn kennt, kennt „die Wahrheit“.(2)

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hosea 8,14 (2) Joh. 14,6

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 05.04.2020

Lobet Gott in den Versammlungen.
Psalm 68,27

Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!
Johannes 12,12-13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Lobet Gott

Heute ist Palmsonntag und wir denken an Jesu Einzug in Jerusalem. Eine große Menschenmenge jubelte ihm zu. Auch im heutigen Losungswort geht es um ein gemeinsames Lob in der Versammlung der Gläubigen. Doch an diesem Palmsonntag 2020 sind in den meisten Ländern dieser Welt ein gemeinsames Lob in der Versammlung und überhaupt Menschenansammlungen nicht erlaubt. Corona hat die Welt im Griff.

Gerade in diesen Zeiten ist das Gebet für Entscheidungsträger besonders wichtig. Welche Maßnahme ist richtig, welche falsch, welche zu lasch und welche übertrieben? Beten wir doch für diejenigen, die das entscheiden und durchsetzen müssen, und rechnen wir damit, dass Gott unsere Gebete erhört. Das gemeinsame Lob, das können wir auch praktizieren, wenn wir zwar „dem Leibe nach“ getrennt, im Geist aber verbunden sind.

Manchmal werden uns in solchen besonderen Zeiten Dinge bewusst, die uns davor verborgen waren. Zum Beispiel die Frage, wie abhängig wir von anderen Menschen sind, um Gott zu loben. Brauchen wir ihre Inspiration oder ist in uns selbst ein Drang vorhanden, Jesus Christus die Ehre zu geben? Vielleicht waren uns auch Dinge für unser geistliches Leben wichtig, die im Grunde gar nicht so notwendig sind - wie z.B. der Klang einer Kirchenorgel oder moderne Lobpreislieder. Im Grunde brauchen wir eigentlich nur unsere Stimme, um Gott zu loben, und ein Herz, das sich nach seiner Nähe sehnt.

In diesen Zeiten dürfen wir erleben, dass Jesus Christus nicht nur in Gottesdiensten zugegen ist, sondern ganz persönlich auch bei uns. Und wenn er bei uns ganz persönlich ist, dann können wir ihn auch so begrüßen, wie es die Menschen damals am Palmsonntag taten. Auf diese Weise loben wir Gott in der Versammlung all derer, die das auch gerade tun. Und selbst, wenn wir uns gegenseitig nicht sehen können - Gott sieht uns.

Einen gesegneten Palmsonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 04.04.2020

Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.
Psalm 115,2.3

Gottes unsichtbares Wesen - das ist seine ewige Kraft und Gottheit - wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken.
Römer 1,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Wo ist denn ihr Gott?“

Der Psalm, aus dem das heutige Losungswort stammt, ist eine Gegenüberstellung von Gott und den Götzen anderer Völker. Die Frage der Heiden „Wo ist denn ihr Gott?“ war so gemeint, dass man die Götzen sehen konnte, den Gott Israels aber nicht. Deshalb lautete die Antwort auch: „Unser Gott ist nicht hier, sondern im Himmel.“

Götzen kann man zwar sehen - sie selbst jedoch können weder sehen noch hören noch irgendetwas tun. Sie sind das Werk von Menschen. Dagegen kann man Gott nicht sehen, doch er hat alle Macht zu handeln, wie er will. Er ist nicht unser, sondern wir sind sein Werk.

Nun gibt es bei uns keinen Götzendienst, wie er zu biblischen Zeiten existierte oder in Indien immer noch praktiziert wird. Obwohl so mancher an seinen Talisman glaubt oder bei sich zu Hause einen Schrein aufgebaut hat … Doch im Großen und Ganzen wird hier eher die menschliche Vernunft gepriesen als ein Götze. Trotzdem ist die Frage „Wo ist denn dein Gott?“ immer noch aktuell. Wo können Menschen Gott entdecken?

Auf diese Frage geht der Apostel Paulus im Römerbrief ein. Seine Antwort ist: in dem Geschaffenen. Wir können zwar Gott nicht sehen, jedoch sein Werk. Wenn ich am Strand spazieren gehe und dort eine Strandburg sehe, weiß ich, dass da jemand sein muss, der diese Strandburg gebaut hat. Diese simple Logik wendet Paulus auch auf das Universum an. Die Schöpfung führt uns dahin, nach dem Schöpfer zu fragen.

Doch damit sollte es nicht aufhören. Die eigentliche Frage ist, wie ich meine, nicht, ob Gott ist, sondern, wie Gott ist. Genau dahin führt Paulus die Leser des Römerbriefes. Wie Gott wirklich ist, erkennen wir an Jesus Christus. Wenn uns also jemand fragen sollte: „Wo ist denn dein Gott?“, dann können wir getrost die Bibel dort aufschlagen, wo etwas von Jesus Christus steht, und sagen: „Da ist unser Gott!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 03.04.2020

Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln.
Psalm 89,16

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5,8-9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kinder des Lichts

„Wohl dem Volk, das jauchzen kann!“ Wie sollen wir dieses Wort verstehen? Es ist einem doch nicht immer zum Jauchzen zumute - besonders in dieser Zeit. Zwar kursieren etliche Corona-Witze, doch jauchzen ist mehr, als über einen Witz zu lachen oder zu schmunzeln. Es ist eher ein Ausdruck von überschäumender Freude.

Versetzen wir uns nun einmal in den Psalmisten. Er beschreibt in dem Psalm, aus dem das heutige Losungswort stammt, Gottes Allmacht. Da ihm bewusst war, dass dieser sein Volk erwählt hatte, rühmte er ihn für seine Treue und Gnade. Schaute er nun auf die Berge und Täler, auf Winde und gewaltige Wellen - eben auf die Schöpfung - so erkannte er dahinter denselben Gott, der ihn und sein Volk erwählt hatte. Das erfüllte sein Herz. Denn über den gigantischen Kräften des Universums sah er den Gott, der gleichzeitig sein Freund war. Da kann man auch schon mal jauchzen.

So verstehe ich auch die Fortsetzung des Losungswortes: „HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln.“ Jauchzen können wir, wenn wir nicht nur auf das schauen, was uns vor Augen steht, sondern auf den, der über allem steht. Im Licht seines Antlitzes bekommt alles andere einen anderen Stellenwert.

Sein Licht erzeugt aber nicht nur Freude, sondern verändert auch unser Wesen. Davon lesen wir im Lehrtext. Hier wird erst einmal deutlich gemacht, dass wir Christen Kinder des Lichts sind. Der Allerhöchste ist unser Vater, der uns lieb hat. Wenn wir nun aber seine Kinder sind, so besitzen wir ja auch etwas von ihm. Und genau das soll nach außen sichtbar werden. Es geht also in diesem Vers nicht darum, zu versuchen, sich besonders christlich zu verhalten. Vielmehr wollen oder sollen wir das ausleben, was wir sind - nämlich Kinder des Lichts. Und weil unser Vater voller Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit ist, schlummern diese Eigenschaften auch in uns. Das gilt es, wie ich es sehe, zu entdecken und zu entfachen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 02.04.2020

Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.
Psalm 71,17

Simeon nahm das Kind Jesus auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.
Lukas 2,28-30

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Im Alter

In den heutigen Bibelversen schwingt etwas mit, das in unserer Kultur sehr ambivalent betrachtet wird: das Älterwerden des Menschen. Jemand sagte einmal: „Wir wollen am besten ewig leben, aber keiner will alt werden.“ Die ersten Falten werden schnell kaschiert, graues Haar übertönt und man kleidet sich lieber flott und jugendlich. Jemanden - Mann oder Frau - nach dem Alter zu fragen, unterlässt man lieber.

Im Umfeld unserer Verse wurde nichts kaschiert. Dem Schreiber des Psalms war vor allem eines klar: ob jung oder alt, Gott war bei ihm. Er wusste auch, was es bedeutete, älter zu werden.(1) Deshalb betete er: „Auch im Alter, Gott, verlass mich nicht, und wenn ich grau werde, bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.“ (Ps. 71,18)

Wir wissen nicht, ob Simeon, von dem im Lehrtext die Rede ist, auch solch ein Gebet gesprochen hatte. Wir wissen aber, dass er sein Leben lang darauf gewartet hatte, den Messias zu sehen. Gott hatte ihm nämlich versprochen, „er solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen.“ (Luk. 2,26) Im Lehrtext lesen wir nun, wie sich erfüllte, worauf Simeon sein Leben lang gehofft hatte. Nun war er bereit, diese Erde zu verlassen.

Die Frage, die ich heute einmal stellen will, ist: Wie kommen wir mit der Vergänglichkeit in unserem Leben klar? Worauf schauen wir, wenn unsere Jugend, unsere Schönheit, unsere Kraft und unsere Gesundheit schwinden? Ich denke, es ist gut, wenn wir wie der Psalmist und auch Simeon auf das schauen können, was Gott uns gegeben hat. Der Psalmist wollte verkündigen, was er mit Gott erlebt hatte. Denn was Gott tut, ist unvergänglich. Simeon, der den Erlöser in seinen Armen halten durfte, erkannte das und freute sich. Wie viel mehr dürfen wir das mit dem Erlöser in unserem Herzen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 71,9

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 01.04.2020

Ich will mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.
Jesaja 65,19

Jesus sprach zu den Jüngern: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
Johannes 16,22

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

In der Zwischenzeit

Manchmal höre ich Leute sagen: „Alles wird gut!“ Nun, wenn Menschen das sagen, heißt das nicht unbedingt, dass es auch so wird. Manchmal ist es nur ein Ausdruck von Hilflosigkeit. Wenn allerdings Gott uns so etwas zuspricht, dürfen wir sicher sein, dass es auch so kommt. Und genau davon handelt das heutige Losungswort. Am Ende des Buches Jesaja verheißt Gott seinem Volk eine herrliche Zukunft.

Davor aber lesen wir von Gerichtsandrohungen, von dem Kommen eines Retters und von einem stellvertretenden Opfer für die Schuld anderer. Das Gute, das kommt, ist also nicht das Verdienst von Menschen, sondern ein Geschenk unseres barmherzigen Gottes. Alles, was an uns liegt, ist, Gott zu vertrauen und unser Leben auf ihn auszurichten. Ganz ähnlich schildert dies auch das Buch der Offenbarung. Am Ende wird Gott all unsere Tränen abwischen.(1)

Das Problem ist „nur“ die sogenannte Zwischenzeit - wenn also das Ziel noch nicht erreicht ist. In dieser Zeit müssen wir durch mancherlei Nöte gehen und erzeugen auch selbst Nöte. Ich beobachte in der gerade stattfindenden Corona-Pandemie, dass viele bereits an das Danach denken. Man macht schon Berechnungen, welchen Schaden wir zu erwarten haben und wie lange das alles dauern wird. Nun, ob das so stimmt, werden wir sehen. Bei Gott können wir jedoch nicht berechnen, wie lange noch alles dauern wird. Dafür schenkt er uns aber etwas anderes.

Im Lehrtext kündigt Jesus Christus seinen Jüngern das Kommen des Heiligen Geistes an. Dieser wird uns mit Freude erfüllen, obwohl sein Kommen noch nicht das Ende aller Dinge ist. Vielmehr begegnet uns Christus genau in dieser Zwischenzeit und hilft uns, sie zu bestehen. Im Grunde schenkt Gott uns eine Art Vorschuss. Auch wenn jetzt noch nicht alles gut ist, etwas ist es schon: Jesus Christus ist bei uns!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Offb. 21,4

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 31.03.2020

Jene, die fern sind, werden kommen und am Tempel des HERRN bauen.
Sacharja 6,15

Durch Jesus Christus werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.
Epheser 2,22

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Eine Wohnung Gottes im Geist

Das heutige Losungswort ist eine Prophezeiung des Propheten Sacharja. Sie deutet darauf hin, dass der Tempel Gottes wieder aufgebaut wird. Nun lebte Sacharja in der Zeit, in der etliche Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft in ihr Land zurückkehrten. Viele machten sich daran, den Tempel wieder aufzubauen und es schien so, als ob Sacharjas Prophezeiung diesen Aufbau flankierte. War seine Prophezeiung also erfüllt, als der Tempel fertig war?

Ich meine nicht. Die eigentliche Erfüllung stand noch aus. Wie ich es verstehe, kam sie erst durch Jesus Christus. Auffallend ist, dass sie ganz anders vonstattenging, als es die Leute erwarteten. Jesus Christus hat nämlich nicht einen Tempel aus Stein erbaut, sondern eine völlig neue Wohnstätte für Gottes Geist geschaffen. Der Tempel Gottes, wie der Lehrtext es beschreibt, sind jetzt alle, die an Jesus Christus glauben und noch glauben werden. Und tatsächlich bauen seitdem viele von nah und fern an diesem Tempel mit.

Was bedeutet das nun für uns? Ich meine zunächst, dass wir uns dessen bewusst werden, wer wir eigentlich sind. Wir können ja erst in unsere Berufung hineinwachsen, wenn wir wissen, wozu wir überhaupt berufen sind. Wenn der lebendige Gott in uns wohnt, dann sind wir ja ein Ort, an dem andere Menschen Gott finden können.

Dabei ist nicht entscheidend, wie wir nach außen erscheinen, sondern vielmehr, wer in uns wohnt. Nach außen sind wir fehlbare Menschen mit Ecken und Kanten - mit Macken, Ängsten, manchmal auch schlechten Manieren oder sogar selbstgerechten Zügen. Und dennoch wohnt der dreieinige Gott in uns. Der Apostel Paulus drückte das einmal so aus: „Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.“ (2.Kor. 4,7) Je mehr wir also auf Gott und seine Gnade bauen und nicht auf unser eigenes Können, je mehr wird Christus in uns sichtbar werden. Dazu möchte ich uns ermutigen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 30.03.2020

Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?
Jeremia 8,4

Jesus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Johannes 6,37

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Tür ist offen

Das heutige Losungswort ist erstaunlicherweise der Beginn einer Anklage. Es folgt nämlich die Feststellung, dass das Volk Israel nicht aufstehen und auch nicht wieder zurechtkommen will. Obwohl es auch ein Thema wäre, weshalb Menschen im Irrtum verharren, möchte ich hier einmal die positive Seite des Losungswortes betrachten.

Gehen wir also davon aus, jemand wäre gefallen und möchte wieder aufstehen, jemand hätte sich in seinem Leben verirrt und sucht den Weg zurück. Ich denke da nicht nur an Menschen, die ohne Gott leben, sondern auch an viele Christen, die irgendwann einmal gestrauchelt sind. Manchmal ist es so, dass in christlichen Gemeinden denen, die gerade im Glauben anfangen, Vergebung zugesprochen wird - was immer auch vorher gelaufen ist. Wenn jemand aber als Christ strauchelt, z.B. in der Ehe oder im Umgang mit Geld, dann wird es schon schwieriger. Gilt also die Zusage Jesu Christi im Lehrtext nur für diejenigen, die das erste Mal zu Jesus kommen? Ich glaube nicht.

Ich glaube, diese Zusage gilt immer, wenn wir aufrichtig und vielleicht mit zerschlagenem Herzen zu ihm kommen. Es ist ja nicht so, dass Christen sich nicht mehr verfehlen oder nur noch „kleine Sünden“ begehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir vom Anfang bis zum Ende aus Gnade leben. In dem berühmten Lied „Amazing Grace“ heißt es in der dritten Strophe: „Die Gnade hat mich bis hierher gebracht und die Gnade wird mich nach Hause bringen.“

Das Einzige, was uns meiner Ansicht nach von Gottes Gnade trennen kann, ist, wenn wir sie nicht wollen. Doch selbst da hat er noch Wege, damit wir erkennen, wie sehr wir seine Gnade brauchen. Eigentlich sagt Jesus im Lehrtext: „Meine Tür ist offen!“ Wenn also jemand wieder aufstehen möchte oder einen Weg aus Irrtum und Lüge sucht, so soll er bzw. sie wissen: Die Tür ist offen. Ich muss sagen, das begeistert mich immer wieder an unserem Gott - diese offene Tür.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 29.03.2020

Wenn mein Geist in Ängsten ist, so kennst du doch meinen Pfad.
Psalm 142,4

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis.
2. Korinther 1,3-4

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

In aller Bedrängnis

Die heutigen Losungsverse thematisieren, dass auch Menschen, die mit Gott leben, in große Nöte geraten können. Der Losungsvers stammt aus einem Psalm Davids, den dieser verfasste, als er sich - verfolgt und vertrieben - vor seinen Feinden in einer Höhle versteckte. Menschliche Hilfe war nicht mehr in Sicht: „Schau zur Rechten und sieh: da will niemand mich kennen. Ich kann nicht entfliehen, niemand nimmt sich meiner an.“ (Ps. 142,5) In dieser ausweglosen Lage setzte David seine Zuversicht auf den, der auch dann noch kann, wenn nichts mehr geht: auf den allmächtigen Gott.

Nun taucht immer wieder die Frage auf, warum Gott diejenigen, die ihm vertrauen, überhaupt in solch eine Lage kommen lässt. Könnte er sie nicht einfach davor bewahren? Ich glaube schon, dass Gott das kann. Ich glaube auch, dass er es ganz oft tut und wir es nicht einmal bemerken. Schwierigkeiten machen uns die Situationen, die so ganz anders sind.

Auch der Apostel Paulus kannte solche Situationen zu Genüge. Im Lehrtext schreibt er an die Korinther, dass er Gott für den Trost „in aller unserer Bedrängnis“ dankt. Da ging es nicht um Kleinigkeiten. Sondern um Schläge im Gefängnis, Steinigung, Schiffbrüche, Gefahren durch Hochwasser und Räuber, durch Volksgenossen und Fremde, durch vermeintliche „Brüder“, durch Hunger und Durst.(1) In alldem, so bezeugt er, hatte ihn der „Gott allen Trostes“ getröstet, damit er die trösten kann, „die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.“ (2.Kor. 1,4)

Was kann das nun für uns bedeuten, gerade auch in der aktuellen Situation? Ich meine, wir können ebenfalls in jeder noch so ausweglosen Lage unsere Zuversicht auf Gott setzen, nicht nur für uns, sondern auch für andere, indem wir für sie beten. Diese Zuversicht zu Gott und das Gespräch mit ihm sind in aller Bedrängnis unsere großen Privilegien.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Kor. 11,24-27

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 28.03.2020

Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.
Psalm 147,11

Jesus spricht: Wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.
Markus 3,35

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Was Gott gefällt

Das heutige Losungswort beschäftigt sich mit dem, was Gott gefällt. Einen Vers zuvor wird aber erst einmal deutlich gemacht, was Gott nicht beeindruckt, nämlich: „Er hat keine Freude an der Stärke des Rosses und kein Gefallen an den Schenkeln des Mannes.“ (Ps. 147,10) Wobei Ross und Reiter in der damaligen Zeit das Zeichen für Stärke und Überlegenheit waren.

In die heutige Zeit übersetzt kann dieser Satz etliche Bedeutungen haben. Was macht Menschen überlegen? In gewissen Situationen ihre Kraft und Geschicklichkeit. In anderen Situationen ihre Intelligenz oder Schläue. In wieder anderen Situationen ihr Reichtum und ihre Wirtschaftsmacht. Doch was auch immer es sei - es beeindruckt Gott nicht sonderlich, denn alles was wir haben und können, kommt ja von ihm.

Gott sucht offensichtlich etwas ganz anderes an uns. Er sucht die Beziehung zu uns. Im Losungswort wird diese Beziehung mit dem Begriff „Fürchten“ beschrieben. Dabei geht es aber nicht um Angst, sondern um eine respektvolle Zuwendung. Deshalb gefällt es Gott auch, wenn wir auf seine Güte hoffen.

Im Lehrtext drückt Jesus Christus dies ganz persönlich aus. Draußen standen gerade seine Mutter, seine Brüder und seine Schwestern. Sie wollten mit ihm sprechen. Doch er ging nicht gleich raus zu ihnen, sondern sagte etwas Bedeutungsvolles: Die Gottes Willen tun, die sind es, die ihm ganz nahestehen. Auch hier geht es um Beziehung und um eine respektvolle Zuwendung zu Gott.

Nun sagte einmal jemand zu mir: „Von einer Beziehung zu Jesus Christus kann man sich nichts kaufen!“ Menschliche Stärke scheint mehr zu bringen als Gottesfurcht und Hoffnung auf seine Güte. Ich denke aber, dass wir Christen eine andere Entscheidung getroffen haben. Wir leben nicht nur für den Moment, sondern für Christus. Was uns an ihn bindet, ist nicht der persönliche Erfolg, sondern die gegenseitige Liebe. Genau das gefällt Gott und ist letztlich das, was zählt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 27.03.2020

Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun.
Jeremia 17,9-10

Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge.
1. Johannes 3,19-20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott ist größer

In der heutigen Losung möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. Der Apostel Johannes gibt uns hier ein Kriterium, an dem wir erkennen können, ob wir aus der Wahrheit sind - ob also Gottes Wahrheit in uns wirksam ist. Nun könnte man ja sagen: „Wenn ich ganz ehrlich bin, mir nichts vorzuwerfen habe, keine heimlichen Gedanken oder Absichten hege oder kein schlechtes Gewissen habe, bin ich aus der Wahrheit.“ Mit solchen Worten messen wir die Dinge an uns selbst.

Ganz anders bemisst Johannes, ob die Wahrheit Gottes in uns wirksam ist. Wenn wir nämlich aufrichtig sind, entdecken wir immer irgendwelche Ungereimtheiten in unserem Inneren. Sind wir wirklich so selbstlos, wie wir nach außen erscheinen? Suchen wir vielleicht mit dem, was wir tun und sagen, die Anerkennung anderer? Betrachten wir uns vielleicht selbst als Prototyp eines guten Menschen? In Wahrheit ist unser Herz tatsächlich ein „trotzig und verzagt Ding“. Wer durchschaut schon seine wahren Motive?

Nun, Gott durchschaut sie, so sagt es das Losungswort. Genau davon geht auch Johannes aus, nur mit einem Zusatz: Nicht Gott der Richter durchschaut unser Herz, sondern Gott der Erlöser! Wir sind also dann aus der Wahrheit, wenn wir darauf vertrauen, dass Gott uns in Christus gnädig ist, selbst wenn unser Herz uns verdammt. Da kann man richtig aufatmen und aufhören, sein Inneres zu sezieren. Gott ist größer!

Dieser Vers im Lehrtext gilt natürlich allen, die Jesus Christus vertrauen. Doch solche Menschen haben oft ein empfindliches Gewissen. Die Liebe Gottes hat ihr Herz weich gemacht. Gerade dieses empfindliche Gewissen zeigt uns jedoch auch Abgründe unserer selbst. Deshalb ist die heutige Losung ein wichtiger Baustein für unseren Glauben: Gott ist größer als unser Herz!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 26.03.2020

Ich bekenne meine Schuld, bekümmert bin ich meiner Sünde wegen.
Psalm 38,19

Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemanden reut.
2. Korinther 7,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Traurigkeit nach Gottes Willen

Im heutigen Losungswort kommt indirekt zum Ausdruck, dass David, der Autor des Psalms, sich in seinem Schuldbekenntnis an ein Gegenüber wendet. Am Anfang des Psalms spricht er Gott mit Namen an. Er sagt: „HERR“ (Ps. 38,2a), was im Grundtext Jahwe bzw. Jehova bedeutet. Gott selber ist also sein Gegenüber.

Ein Bewusstsein für Schuld hat meiner Erkenntnis nach unmittelbar etwas damit zu tun, in welcher Beziehung ich mich zu meinem Gegenüber sehe. Die Frage ist, ob ich mein Gegenüber als jemanden betrachte, dem ich auf Augenhöhe begegne, der oder die die gleiche Lebensberechtigung hat wie ich, das gleiche Recht auf Glück, Respekt, Unversehrtheit, Schutz und Liebe. Sieht man den anderen hingegen unter sich, sind seine bzw. ihre Rechte im Konfliktfall geringer als die eigenen.

Was es bedeutet, wenn Menschen so gesehen werden, sehen wir überall in dieser Welt. Wenn Frauen z.B. nur als Ware betrachtet werden und Menschen sich noch nicht einmal schuldig dabei fühlen. Wenn bestimmte Menschen als Menschen zweiter Klasse gesehen werden, deren Leid noch nicht einmal betroffen macht. Die Liste ist riesig und beinhaltet so manch eine Schreckenstat ohne Unrechtsbewusstsein.

Doch auch Gott selbst wurde oft lediglich zum Erfüllungsgehilfen für eigene Pläne oder zum Wünscheerfüller gemacht. David sah Gott jedoch anders. Er war betroffen von dem, was er Gott mit seinem Fehlverhalten angetan hatte. Seit dem Kreuzestod Jesu Christi wissen wir, wie sehr Gott selber aufgrund unserer Schuld gelitten hat. Wir sind ihm nicht egal, das wissen wir. Doch wie wichtig ist er uns?

Wenn uns die Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen wirklich wichtig ist, wenn wir diese so wichtig nehmen wie uns selbst, dann geschieht das, was der Lehrtext beschreibt. Wir werden traurig, wenn wir sie verletzt haben. Doch genau diese Traurigkeit führt uns zum Bekenntnis unserer Schuld, zur Bitte um Vergebung - und damit zur Versöhnung und Heilung.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 25.03.2020

Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht! und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!
Jesaja 29,16

Alle miteinander bekleidet euch mit Demut.
1. Petrus 5,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Einordnungen

Das heutige Losungswort stammt aus einer Prophezeiung des Propheten Jesaja, die an das Volk Israel gerichtet war. In ihr finden wir sowohl Gerichtsworte, aber auch Verheißungen der Wiederherstellung.

Nun erlebe ich immer wieder, dass Worte, die Gott an das Volk des ersten Bundes richtete, einfach in heutige Zusammenhänge übertragen werden. Das gilt sowohl für Gerichtsrufe als auch für landesweite Verheißungen. Dabei sollte man jedoch Folgendes bedenken: Israel war die Nation, unter der Gott wohnte. Die Zugehörigkeit zu Gott war also eine nationale. Heute wohnt Gott jedoch in den Herzen seiner Kinder, die aus völlig verschiedenen Nationen stammen. Sein Volk ist demnach keine irdische Nation mehr. Die Mahnung des Losungswortes galt auch nicht denen, die von Gott nichts wussten. Sie galt denen, die ihn kannten.

Nicht wenige Christen meinen, gerade die, die von Gott scheinbar nichts verstehen, müssten solch eine Mahnung hören. Die jüngste Krise, die ja die ganze Welt betrifft, ist für manche ganz klar ein Weckruf Gottes, andere sehen darin gar ein Strafgericht, wieder andere ein Wirken des Teufels. Entsprechend fallen dann die Handlungsanweisungen aus.

Ist es aber nicht so, dass mit Jesus Christus eine ganz neue Zeit begann? Er nahm die Strafe auf sich!(1) Er entmachtete den Teufel!(2) Er selbst sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

Der Weg zu Gott führt nun ausschließlich über Christus Jesus. Er ist Gottes ultimatives Wort an die Menschen. Es wird nichts mehr hinzugesetzt werden. An ihm muss sich alles messen lassen. Auch der Umgang miteinander, von dem im Lehrtext die Rede ist. Christus ist hier ebenso der Maßstab unseres Handelns. Durch ihn hat sich Gott mit uns versöhnt „und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.“ (2.Kor. 5,18)

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Kor. 15,3 (2) Kol. 2,15

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 24.03.2020

Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken.
Psalm 145,17

Darum lassen auch wir nicht ab, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht.
Kolosser 1,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erfüllt mit Erkenntnis

In dem Psalm, aus dem das heutige Losungswort stammt, beschreibt David die Güte Gottes. Unter anderem sagte er: „Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind.“ (Ps. 145,14) Und weiterhin: „Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen.“ (Ps. 145,18)

Nun schrieb mir jemand aufgrund der gestrigen Losungsandacht:
„In dieser Krisenzeit mit täglich Hunderten von Toten in Italien, verursacht durch einen natürlichen Virus, fällt es schwer, daran zu glauben, dass ein Gott dies im Griff hat und segnend eingreifen könnte, denn er tut es sichtbar nicht! Gott hat auch diesen Virus gemacht! Das Gute daran kann ich nicht erkennen und mein Herz wird nicht mit Freude erfüllt, eher mit Sorge und Angst.“

Ich glaube, dass in einer Zeit, in der die Not so dicht an uns herankommt, diese und ähnliche Fragen vermehrt aufflammen. Wie können wir das aktuelle Geschehen damit in Einklang bringen, dass der HERR gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken ist?

Ich meine, überhaupt nicht! Im Lehrtext bittet Paulus darum, dass Gott die Christen mit „der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht“ erfüllen möge. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, wie ich meine, dass wir Gottes Wege nicht verstehen können. Wir müssen sie aber auch nicht verstehen, sondern nur dem vertrauen, was er uns von sich offenbart. Das mag einigen vielleicht zu simpel erscheinen, doch der ständige Versuch, Gott in die Karten schauen zu wollen, führt am Ende nur zu einem geistlichen Kollaps. Deshalb halte ich im Vertrauen daran fest, dass Gott gerecht ist. Und im Vertrauen gehe ich davon aus, dass er meine Gebete um Christi willen erhört. Gerade in schweren Zeiten ist es wichtig, Gott nicht analysieren zu wollen, sondern ihm zu vertrauen.

In diesem Sinne wünsche ich uns einen Tag voller Vertrauen,
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 23.03.2020

HERR, du bist‘s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist.
Nehemia 9,6

Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.
Apostelgeschichte 14,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nicht unbezeugt

Das heutige Losungswort ist der Anfang eines Gebetes von Rückkehrern aus der Babylonischen Gefangenschaft. Es beginnt mit einer Beschreibung Gottes. Er ist der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat.

Auch der Lehrtext beschreibt genau diesen Schöpfergott. Der Apostel Paulus war gerade in der Stadt Lystra. Dort versuchte er, den Menschen zu vermitteln, wer und wie Gott ist. Er erklärte ihnen, dass Gott nicht nur die Welt geschaffen hat, sondern sich immer noch durch sein Wirken bezeugt. Aber die Menschen hielten Paulus selber für einen Gott, denn ein Mann war durch ihn gesund geworden. Trotz seiner Worte waren sie nicht davon abzubringen.

Damals war es der Glaube an andere Götter, der dem Glauben an den lebendigen Gott entgegenstand. Ich denke, heute ist es primär nicht mehr der Glaube an andere Götter, sondern das Negieren von Gottes Existenz oder zumindest von seinem aktuellen Wirken. Alles, was in den Losungsversen Gott zugerechnet wird, würde heute völlig anders gedeutet werden. Das Universum brauchte scheinbar keinen Gott, um zu entstehen, und Regen, Fruchtbarkeit und Freude benötigen ebenfalls keinen Gott.

Oft fragen sich Christen, wie sie denn ihre Mitmenschen von der Existenz Gottes überzeugen können. Doch es ist heute wie damals: Gott muss sich selbst im Leben eines Menschen bezeugen. Außerdem muss jemand bereit sein, seine bisherige Sicht der Dinge zu hinterfragen. Wichtig für uns Christen ist, wie ich meine, dass wir selbst davon überzeugt sind, dass Gott diese Welt geschaffen hat und jederzeit segnend eingreifen kann und will. Das schenkt uns nämlich eine Hoffnung, die über das Menschenmögliche hinausgeht. Und - vielleicht ergreift sie auch Menschen, die Gott bisher noch nicht kannten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 22.03.2020

Es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.
Daniel 2,28

In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
Kolosser 2,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Verborgene Schätze

Der Hintergrund zum heutigen Losungswort ist die Geschichte Daniels, der mit seinen Freunden ins babylonische Reich verschleppt und dort zu einem Berater des Königs gemacht worden war. Dieser hatte einen Traum und verlangte von seinen Beratern, ihm sowohl den Traum als auch die Deutung mitzuteilen. Das konnten sie aber nicht. Doch Daniel und seine Freunde baten Gott, es ihnen zu offenbaren, was auch geschah. Nun stand Daniel vor dem König und sagte: „Das Geheimnis, nach dem der König fragt, vermögen die Weisen, Zauberer, Zeichendeuter und Sternkundigen dem König nicht zu sagen. Aber es ist ein Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart.“ (Dan. 2,27-28a)

Der König hatte die Fachleute und Experten der damaligen Zeit völlig überfordert, da sie keinen Zugang zum lebendigen Gott hatten. Nur er allein weiß, wie sich die Dinge verhalten und was sie bedeuten. Dem König war es sehr wichtig, nicht irgendeine menschliche Deutung seines Traumes zu erhalten. Er wollte wissen, was dieser wirklich bedeutet. Das finde ich bemerkenswert. Er suchte nach Wahrheit und nicht nur nach Meinungen.

Auch heute kursieren viele Meinungen und auch Prophetien über das, was gerade geschieht. Aber sind sie wirklich Gottes Offenbarung oder nur menschliche Sichtweisen? Der Lehrtext kann uns da weiterhelfen: Weisheit und Erkenntnis finden wir nicht irgendwo - sondern in Christus. Oft suchen wir nach Erklärungen, warum alles so ist, wie es ist. Doch die Weisheit Christi vermittelt uns vor allem, was wir in seinem Namen tun sollen und können. Doch wie kommen wir an diese verborgenen Schätze heran?

Die Antwort ist verblüffend: Nicht wir kommen an sie heran, sondern sie kommen in uns hinein. Ein paar Verse vorher lesen wir: „Christus in euch - die Hoffnung auf Gottes Herrlichkeit!“ (Kol. 1,27) Die verborgenen Schätze der Weisheit und Erkenntnis sind also in uns. Wenn wir dem Geist Christi Raum in uns geben, kommen sie ans Licht. Und so werden wir selbst zur Antwort Gottes.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 21.03.2020

Der Herr spricht: Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke.
3. Mose 26,6

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.
Philipper 4,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Höher als alle Vernunft

Das heutige Losungswort steht in einem sehr ernsten Zusammenhang. Gott stellte den Israeliten großen Segen in Aussicht, den er ihnen geben wollte, wenn sie seinen Anweisungen folgten. Doch ebenso, wie er ihnen Segen in Aussicht stellte, zeigte er unmissverständlich auf, was sie erwartete, wenn sie eigene Wege gingen.

Nun sollte man meinen, dass damit alles für die Israeliten klar gewesen wäre. Immerhin war Gott ja derjenige gewesen, der sie aus den Klauen der Ägypter befreit und in der Wüste versorgt hatte. Buchstäblich jede und jeder Einzelne hatte gesehen und erlebt, dass Gott mächtiger war als alles andere. Da wäre es doch eine Sache des gesunden Menschenverstandes, sich an ihn und das, was er sagte, zu halten.

Doch mit dem Menschen ist es so eine Sache: Er ist längst nicht so vernünftig, wie er meint. Wissen schützt nicht automatisch vor Torheit. Wir brauchen uns nur in unserer Welt umzusehen, dann sehen wir, dass es mit dem Menschenverstand nicht so weit her ist. Obwohl wir um so viele Nachteile wissen, die unser Lebensstil mit sich bringt, nehmen wir nicht selten Schäden billigend in Kauf. Nein, die menschliche Vernunft hat nicht die Kraft, die wir gerade im Krisenfall so dringend bräuchten. Das sehen wir in der aktuellen Situation ganz deutlich.

Im Lehrtext schreibt der Apostel Paulus über etwas, das „höher ist als alle Vernunft“. Für ihn war die Vernunft nicht die höchste Instanz. Denn über ihr steht der Friede Gottes. Er übersteigt das, was wir verstehen - und auch das, was wir nicht verstehen. Er übersteigt das, was wir können - und auch das, was wir nicht können. Da ist ein Gott, der größer ist als wir. Er wird auch heute unsere „Herzen und Sinne“ bewahren, wenn wir ihm vertrauen. Wir müssen nicht besorgt sein, denn er sorgt für uns. Lassen wir unsere „Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!“ (Phil. 4,6) Sein Friede sei mit uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 20.03.2020

Der HERR deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.
Psalm 27,5

Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.
2. Korinther 12,10

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Guten Mutes

Psalm 27, aus dem das heutige Losungswort entnommen wurde, strotzt geradezu vor Zuversicht. Schon im ersten Vers lesen wir: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?“ (Ps. 27,1a) In den folgenden Versen beschreibt David, der Autor des Psalms, was es bedeutet, mit Gott verbunden zu sein. Da muss man sich nicht vor seinen Feinden fürchten, denn Gott ist stärker als sie. Und selbst in bösen Zeiten sind wir bei ihm geschützt.

Im Grunde fürchtete David in diesem Psalm nur eines - dass die Verbindung zu Gott unterbrochen sein könnte. Deshalb schreibt er später: „Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!“ (Ps. 27,9a) David sagte also mit anderen Worten: Solange unsere Beziehung zu Gott in Ordnung ist, brauchen wir uns vor nichts und niemandem zu fürchten. Ich denke, dass wir hier etwas von David lernen können.

Aber wann ist unsere Beziehung zu Gott in Ordnung? Einige ziehen den Umkehrschluss: Wenn es ihnen gut geht, so sei das ein Zeichen dafür, dass zwischen Gott und ihnen alles in Ordnung wäre. Geht es ihnen aber schlecht, stimme irgendetwas in ihrem Leben nicht. Nun, hätte der Apostel Paulus so gedacht, gäbe es gewiss nicht die Zeilen, die wir im Lehrtext lesen. Es ging Paulus nämlich nicht gut - und dennoch war er guten Mutes. Denn eines hatte er verstanden: In Christus ist unsere Beziehung zu Gott immer in Ordnung! Gott verbirgt sein Antlitz nicht vor uns, wie es noch David befürchtete. In Christus sind wir immer geborgen.

So erhoffte sich Paulus noch nicht einmal nur den äußeren Schutz. Vielmehr wusste er seine Seele auch dann in Christus bewahrt, wenn er durch Schwachheit, Misshandlungen, Nöte, Verfolgung und Ängste gehen musste. So sollen auch wir wissen: Wenn wir Christus haben, dürfen wir - wie Paulus - in jeder Situation guten Mutes sein.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 19.03.2020

Der HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.
2. Könige 13,23

Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.
Römer 11,29

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Zuwendung

In der Vorgeschichte zum heutigen Losungswort ging es darum, dass israelitische Könige Abgötterei und Götzenkult zuließen und pflegten. Dieses Verhalten führte immer wieder dazu, dass Gott sein Volk strafte, indem er ein feindliches Heer über sie kommen ließ. Doch immer wieder erbarmte er sich, wie wir es im Losungswort lesen.

Die Frage, die sich einige Christen immer wieder stellen, lautet: Handelt Gott heute noch genauso? Ist das, was wir gerade erleben, Gottes Antwort auf Götzenkult, Abgötterei oder Stolz? Die Logik hinter solch einem Gedanken ist: Wenn die Menschen sich Gott dann wieder zuwenden, verschwinden auch die Plagen. Ich muss zugeben, ich habe keinen Einblick in die geistlichen Ursachen der zurzeit stattfindenden Pandemie. Was ich aber habe, ist ein Einblick in die Barmherzigkeit Gottes. Der Grund, dass Gott sich - wie im Losungswort beschrieben - Israel wieder zuwandte, lag nämlich nicht darin, dass Israel umgekehrt war. Der Grund lag vielmehr in dem, was wir im Lehrtext lesen: „Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.“

Wenn wir die Geschichte Israels in biblischen Zeiten betrachten, findet dort ein ständiges Auf und Ab statt. Mal betrieben sie Abgötterei und es folgte eine Strafe Gottes. Darauf schrien sie zu ihm und er schickte ihnen Rettung. Dann begann alles wieder von vorn. Offensichtlich treibt Not zwar ins Gebet, jedoch nicht wirklich zu Gott. Was aber treibt uns zu Gott?

Ich kenne da nur eine Antwort: seine überwältigende Liebe und Barmherzigkeit, die er uns ohne unser Zutun zukommen lässt. Diese Erkenntnis führte z.B. zu dem Lied: „Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart.“ Diese Liebe macht uns lebendig und verbindet uns mit Christus für immer und ewig. So bete ich dann auch, dass Gott uns gerade in der jetzigen Zeit um seiner Barmherzigkeit willen hilft und beisteht.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 18.03.2020

Es wartet alles auf dich, HERR, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.
Psalm 104,27-28

Ihr habt schon geschmeckt, dass der Herr freundlich ist.
1. Petrus 2,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Schmecken, dass der Herr freundlich ist

Das heutige Losungswort ist Teil einer Aufzählung, wie wunderbar Gott alles geschaffen hat. Wie perfekt alles ineinander spielt - das Meer, das Land, die Flüsse, der Regen, Pflanzen und Tiere, Tag und Nacht. All das führt dazu, dass alle leben können. Der Psalmist sieht dieses Zusammenspiel nicht als ein Produkt des Zufalls an, sondern als ein Wirken Gottes. So ist er es, der allen ihre Speise zu seiner Zeit gibt - auch uns.

Allerdings wird dieses wunderbare Zusammenspiel in der Natur heute von vielen Menschen nicht mehr als Gottes Werk gesehen. Sie klammern ihn aus. Alles kommt irgendwie von selbst oder ist ein Produkt der Naturgesetze. Für Gott ist da kein Raum mehr und natürlich auch nicht für ein Dankgebet. Doch wenn wir Gott ausklammern, wie wollen wir ihn in der Not plötzlich wieder einklammern?

Im Vaterunser beten wir: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Dort gehen wir also davon aus, dass Gott uns versorgt. Doch in Zeiten des Überflusses mussten wir uns eigentlich nicht wirklich darum sorgen, ob wir am nächsten Tag noch etwas zum Essen haben. So kann es passieren, dass wir unser Frühstück, Mittag- oder Abendessen, das Stück Kuchen am Nachmittag oder den Cracker am Abend nicht wirklich als Gebetserhörung betrachten. Wenn wir aber die Dinge in Zeiten der Fülle nicht bewusst und dankbar aus Gottes Hand nehmen, fehlt uns plötzlich der Glaube, dass Gott uns auch in Zeiten des Mangels versorgen kann und will.

Deshalb schlage ich vor, vom Brötchen bis zum Cracker Gott dafür zu danken, dass er unser Gebet - „Unser tägliches Brot gib uns heute“ - erhört hat. Dann können wir wie der Apostel Petrus im heutigen Lehrtext im wahrsten Sinne des Wortes sagen: „Wir haben geschmeckt, dass der Herr freundlich ist.“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 17.03.2020

Dein Knecht lässt sich durch deine Gebote warnen.
Psalm 19,12

Übe dich darin, den Willen Gottes zu tun!
1. Timotheus 4,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Geistlich geübt

In den heutigen Bibelversen werden wir auf Gottes Gebote und seinen Willen aufmerksam gemacht. Das stellt uns vor die Frage, wie relevant sie für unser Leben sind. Halten wir seine Gebote noch für zeitgemäß? Und was ist überhaupt sein Wille?

Die Autoren unserer Verse - König David und der Apostel Paulus - hatten diese Fragen für sich geklärt. Gottes Gebote waren für sie die Richtschnur ihres Lebens. Ebenso wollten sie sich in seinem Willen bewegen. Der Losungsvers macht deutlich, dass David die Gebote als Regulativ verstand: „Achtung, wer hier weiter geht, bringt sich in Gefahr, manchmal auch noch andere.“ Nun liegt es an dem, der diese Warnung hört, ob er sich danach verhält oder stur weiter geht. Gott gibt eine Weisung - die Entscheidung liegt jedoch mit bei uns.

Ich sage „mit“, weil fast jeder von seiner Umgebung mitgeprägt wird. Zurzeit erleben wir in unserem Land und sogar weltweit, wie wir durch den Coronavirus plötzlich Abstand zu unserer Umgebung halten müssen. Vermutlich wird vielen schmerzhaft bewusst, welch ein Verzicht das für sie bedeutet. Das betrifft die Gemeinde Christi genauso wie alle anderen. Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen fallen aus, und wir sind auf andere Wege zur Kommunikation angewiesen, die es glücklicherweise auch gibt.

Doch manchmal ist das, was wir gerade unfreiwillig erleben - nämlich der Abstand zur Umgebung - genau das Richtige. Im Umfeld des Lehrtextes erklärt Paulus Timotheus, worauf dieser achten sollte. Da waren nämlich Menschen, die angeblich kluge und fromme Ratschläge gaben und andere damit beeinflussten.(1) Da diese Ratschläge aber nicht dem Glauben an Gottes Wort entsprachen, sollte Timotheus Gottes Wort entgegensetzen. Im Übrigen sollte er sich nicht weiter mit diesen Falschmeldungen abgeben, sondern sich darin üben, „den Willen Gottes zu tun“.

Das macht mir Mut, auch in dieser Zeit zuerst den Willen Gottes zu suchen. Ich bin gewiss, dass er jedem, der das tut, antworten wird. Er wird uns geistlich starkmachen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Tim. 4,1-3

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 16.03.2020

Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.
Psalm 57,3

Wer beharrt bis an das Ende, der wird selig.
Markus 13,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein gutes Ende

Alles, was wir kennen, hat einen Anfang und ein Ende. Nur Gott selbst war schon immer und wird immer sein. Das ist für uns unvorstellbar, doch Gott ist noch nicht einmal der Zeit unterworfen. Wir jedoch leben in der Zeit, in der eben alles einen Anfang und ein Ende hat. Im heutigen Losungswort schreibt David, der Verfasser des Psalms, dass Gott seine Sache zu einem guten Ende führen wird. David behielt also das Ende und damit auch das Ziel im Auge. Das ist, wie ich meine, auch für unser geistliches Leben wichtig.

Betrachten wir einmal unser Leben. Es hat einen Anfang und auch ein Ende. Den Zeitpunkt dafür bestimmen nicht wir, doch ob wir bereit für das Ende sind, daran wirken wir mit. Da wir nicht wissen, wann es kommt, kann es nicht das Ziel unseres Lebens sein, alle unsere Pläne und Vorhaben realisiert zu haben. Es geht viel mehr darum, bereit für das zu sein, was dann kommt.

Im Lehrtext ermahnt Jesus Christus seine Jünger, im Glauben und Vertrauen auf ihn auszuharren, bis das Ende kommt. Wir sind also dann bereit, wenn wir schlichtweg auf Jesus Christus warten und unser Leben auf diese Begegnung ausrichten.

Nun kann gerade der Lehrtext auch Angst auslösen. „Wird Gott mich annehmen? Wird er mit mir zufrieden sein?“ Vielleicht erinnern wir uns an die vielen Defizite in unserem Leben: Zuwenig gebetet, zu wenig geliebt, zu wenig Menschen in Not geholfen, Versprechen gebrochen, Menschen ungerecht behandelt, zu viel Zeit und Geld für unnütze Dinge verbraucht - diese Aufzählung könnte man immer weiter fortsetzen. Doch Beharren meint nicht, immer alles richtig gemacht zu haben, sondern daran festzuhalten, dass Gott uns in Jesus Christus gnädig ist.

Deshalb glaube ich: Gott wird nicht nur die eine oder andere Sache, sondern unser ganzes Leben zu einem guten Ende bringen. In diesem Sinne schrieb der Apostel Paulus: „Ich vertraue darauf, dass er, der bei euch das gute Werk begonnen hat, es auch vollenden wird bis zum Tag Christi Jesu.“ (Phil. 1,6)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 15.03.2020

Gott sprach zu Salomo: Weil du weder um langes Leben bittest noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod, sondern um Verstand, auf das Recht zu hören, siehe, so tue ich nach deinen Worten.
1. Könige 3,11-12

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
Matthäus 6,33

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Wichtigste zuerst

Der Hintergrund zum heutigen Losungswort war, dass Gott in einem Traum zum jungen König Salomo sprach: „Bitte, was ich dir geben soll!“ (1.Kön. 3,5b) Das war ja besser als ein Sechser im Lotto: Salomo konnte sich wünschen, was er wollte. Was würden wir uns in solch einem Fall wünschen?

Naheliegend für Salomo waren ein langes Leben, Reichtum und der Tod seiner Feinde. Was wünschen sich Menschen heute? Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2015 wünschen sich Menschen aus der westlichen Welt vor allem: Liebe, mehr Gesundheit, Geld und eine eigene Familie. In der östlichen Welt ist die Reihenfolge: mehr Gesundheit, Geld, eine eigene Familie und beruflichen Erfolg.(1)

Nun, Salomo entschied sich für etwas, das auf keiner dieser Wunschlisten stand. Er wünschte sich Verstand, auf das Recht zu hören - mit anderen Worten, er wünschte sich Weisheit.

Ich denke, wir alle müssen früher oder später Grundsatzentscheidungen treffen. Da zeigt sich dann, was uns wirklich wichtig ist. Ich denke da an einen Mann, dessen Frau durch eine Gehirnblutung zu einem Pflegefall wurde. So etwas durchkreuzt die gesamte Lebensplanung. Was war ihm jetzt am wichtigsten? Nun, er wollte bei seiner Frau bleiben und stellte seine anderen Wünsche zurück.

Salomo wollte ein guter und gerechter König sein. Und was wollen wir sein? Jesus Christus bringt es im Lehrtext auf den Punkt. Wir sind nicht dazu berufen, für uns zu leben, sondern für das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit. Wenn wir darauf eingehen, verspricht uns Jesus Christus, dass Gott sich um das kümmern wird, was wir zum Leben benötigen. Können wir das glauben?

Bei Salomo war es so, dass Gott ihm seinen Wunsch nach Weisheit erfüllte und ihm obendrauf sogar noch alles andere schenkte. Sollte Gott mit uns nicht ähnlich umgehen?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Quelle: www.yougov.de/news/2015/12/25/was-sich-die-menschen-vom-leben-wunschen-liebe-im-/

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 14.03.2020

Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
Psalm 36,10

Wer den Sohn hat, der hat das Leben.
1. Johannes 5,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

In seinem Licht

Zurzeit dreht sich alles um das Corona-Virus. Aktien brechen ein, Schulen und Kitas werden geschlossen, Gottesdienste und Großveranstaltungen abgesagt und vieles mehr. Was aber hat das alles mit dem heutigen Losungswort zu tun? Nun, ich meine, das Losungswort und der Lehrtext stoßen uns darauf, was in unserem Leben das eigentlich Wesentliche ist: nämlich eine Verbindung zur Quelle des Lebens zu haben. Diese Quelle ist der Sohn des lebendigen Gottes - Jesus Christus. Wer ihn hat, der hat das Leben - so lesen wir es im Lehrtext.

Doch hat dieses Wort irgendeine Auswirkung auf das, was gerade um uns herum vor sich geht? Ich erlebe verschiedene Stimmen. Die einen warnen vor einer sich wild ausbreitenden Epidemie, die anderen halten das alles für weit übertrieben und für Panikmache. Doch weder Großreden noch Kleinreden ist ein Ausdruck unseres Glaubens. Der Glaube betrachtet die Dinge aus einer völlig anderen Perspektive. Im Losungswort heißt es: „In deinem Lichte sehen wir das Licht.“ Das bedeutet für mich ganz praktisch: Selbst wenn wir vor einer weltweiten Katastrophe stehen sollten, erkenne ich in diesem Licht, dass ich das wirkliche Leben gar nicht verlieren kann. Es hat den Tod schon überwunden und kann nicht mehr sterben.

In einem alten Kirchenlied heißt es: „Jesus lebt, mit ihm auch ich!“ Mit diesem inneren Wissen können wir in guten und auch in schweren Zeiten das tun, was Jesus Christus uns lehrt. Das ist unter anderem: Für andere zu beten und für sie da zu sein, uns weder von Angst noch von Übermut leiten zu lassen und unsere Entscheidungen mit Gottvertrauen und Vernunft zu treffen. In Jesu Christi Licht sehen wir sein Licht. Mit den Füßen stehen wir auf dem Boden der Tatsachen, doch in unseren Herzen scheint schon sein Licht und schenkt uns eine Hoffnung, die weit über den Tod hinausgeht. Deshalb ist es, wie ich meine, jetzt an der Zeit, unsere Häupter zu erheben, fröhlich unserem Gott zu vertrauen und ihn darum zu bitten, Wunder zu tun.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 13.03.2020

Du sollst dem Tauben nicht fluchen und sollst vor den Blinden kein Hindernis legen, denn du sollst dich vor deinem Gott fürchten.
3. Mose 19,14

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Galater 6,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Gesetz Christi

Das heutige Losungswort klingt fast wie eine Selbstverständlichkeit. Würde denn jemand einem hilflosen Menschen Schaden zufügen, eben dort, wo er hilflos ist? Wie auch immer die Verhaltensweisen unter dem Volk Israel waren, wir brauchen nur in die Geschichte der Menschheit bis in die heutige Gegenwart zu schauen, um festzustellen: Ja, der Schwächere wird vom Stärkeren ausgebeutet und unterdrückt, eben weil er schwächer ist. Mitgefühl scheint ein Luxus zu sein, den man sich leistet, wenn es drin ist. Ansonsten heißt es für den anderen: Pech gehabt!

„Mein Hemd ist mir das nächste“, sagte einmal jemand zu mir. Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass im Zweifelsfall der eigene Vorteil entscheidet. Dagegen klingt das, was wir in den heutigen Bibelversen lesen, wie aus einer anderen Welt. Und so ist es auch, denn es stammt aus dem Reich Gottes. Es ist nicht von ungefähr, dass die Begründung im Losungsvers lautet: „denn du sollst dich vor deinem Gott fürchten.“ Ich möchte das einmal so ausdrücken: „Fürchte Gott mehr als deinen Nachteil.“ Das bedeutet nicht, dass mein Nachteil das Erstrebenswerte ist. Er ist aber auch nicht das Entscheidende. Das ist nämlich Gott.

Im Umfeld des Losungsverses finden wir viele praktische Anweisungen, aber auch ganz grundlegende. Eine davon lautet: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. (3.Mos. 19,18) Es geht also nicht mehr nur um „mein Hemd“. Das „Hemd“ meines Nächsten soll mir genau so wichtig sein. Das macht manchem Angst. Für andere da zu sein, erscheint ihnen nur möglich, wenn Überfluss vorhanden ist, doch genau der fehlt. Eine Aufforderung wie im Lehrtext wird dann zu einer Schreckensvorstellung. Doch wie soll man „das Gesetz Christi“ erfüllen?

Ich meine, indem wir auf Christus vertrauen. Er macht möglich, was uns Menschen nicht möglich ist. Er hilft uns, die Last des anderen nicht nur zu sehen, sondern auch mitzutragen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 12.03.2020

HERR, führe meine Sache und erlöse mich; erquicke mich durch dein Wort.
Psalm 119,154

Philippus lief hin und hörte, dass der Mann aus Äthiopien den Propheten Jesaja las, und fragte: Verstehst du auch, was du liest? Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.
Apostelgeschichte 8,30-31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kraft im Wort

Der ganze Psalm 119, aus dem das heutige Losungswort stammt, ist dem Wort Gottes gewidmet und hat eine besondere Form. Er ist in 8er-Gruppen unterteilt, die jeweils einem Buchstaben des hebräischen Alphabets zugeordnet sind. Innerhalb einer 8er-Gruppe beginnt jeder Vers mit demselben Buchstaben. Form und Inhalt weisen hier also gleichermaßen auf die Wichtigkeit des Wortes Gottes hin.

Welche Rolle aber spielt das Wort Gottes in unserem Leben? Ohne sein Wort könnte sich jeder seinen Gott formen, wie er will. Doch den lebendigen Gott kann man nicht von seinem Wort trennen. Wenn jemand Gott ernsthaft sucht, wird er sich auch mit dessen Wort auseinandersetzen müssen.

Genau das tat der Schreiber des Psalms. Er bat Gott nicht nur darum, ihm zu helfen und ihn aus irgendwelchen Schwierigkeiten zu erlösen, sondern er suchte diese Hilfe und Erlösung in Gottes Wort. Er ging also davon aus, dass Gott durch sein Wort handelt. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns als Christen immer wieder daran erinnern. In den Worten der Bibel liegt eine ungeheure Kraft.

Im Lehrtext wird von einem Mann aus Äthiopien berichtet, der gerade im Buch des Propheten Jesaja las. Ihm war, wie ich denke, schon klar, wie wichtig Gottes Wort ist - doch er verstand es nicht. Auch darin steckt eine Botschaft an uns. Gottes Wort wird nicht erst dann relevant, wenn wir es verstehen, sondern es ist relevant, und deshalb versuchen wir, es zu verstehen. Dazu benötigen wir Hilfe vom Autor selbst - von Gott. Dem Äthiopier half Gott, indem er Philippus zu ihm schickte. Es lohnt sich also, die Bibel nicht zur Seite zu legen, sondern sie kontinuierlich zu lesen, selbst, wenn wir Teile davon nicht verstehen. Gewiss schickt Gott auch uns einen Philippus, der es uns dann erklärt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 11.03.2020

All sein Tun ist Wahrheit, und seine Wege sind recht, und wer stolz einherschreitet, den kann er demütigen.
Daniel 4,34

Jesus spricht: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.
Matthäus 11,29

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ruhe für die Seele

Worauf verlassen wir uns? Was gibt uns das Gefühl von Sicherheit und Ruhe? Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Zeiten, in denen der Mensch dachte, die Dinge in den Griff zu bekommen. So begann z.B. Anfang des 18. Jahrhunderts die Zeit der Aufklärung. Man wollte durch rationales Denken alle den Fortschritt behindernden Strukturen überwinden. Die Vernunft löste Mystik und Aberglauben ab und wurde für viele zur letzten Instanz. Einige Resultate der Aufklärung waren die Abwendung von Vorurteilen, Hinwendung zu den Naturwissenschaften, religiöse Toleranz, Menschenrechte und Emanzipation. Alles Dinge, die unser heutiges Lebensgefühl ausmachen. Außerdem beeinflusste sie maßgeblich den christlichen Glauben und seine Theologie.

Auf der einen Seite vermittelt uns Vernunft tatsächlich ein Gefühl der Sicherheit. Auf der anderen Seite aber beansprucht sie für sich, die Wahrheit zu sein. Und genau in diesem Punkt widerspricht ihr das heutige Losungswort. Es stößt quasi die menschliche Vernunft vom Thron und gibt ihr weiter unten ihren Platz. Wahrheit finden wir nur bei Gott. Und Gott wird all das, was versucht, seinen Platz einzunehmen, demütigen. Wer also wirklich Ruhe für seine Seele sucht, sollte sie nicht in der Vernunft suchen.

Doch wo finden wir nun Ruhe und Sicherheit? Die Antwort auf diese Frage vermittelt uns der Lehrtext. Die Verbindung zu Jesus Christus verschafft unserer Seele Ruhe. Denn sie erhebt sich nicht über Gott, sondern bindet sich vielmehr an ihn. Jesu Sanftmut und Demut erscheinen vielleicht nicht so stark - doch sie sind wie ein Fels in der Brandung. Auch wenn die Vernunft unterzugehen droht, ja selbst wenn die Welt in Flammen steht, sind wir auf diesem Felsen sicher, denn er trägt und hält uns. Deshalb bin ich davon überzeugt: Wenn wir uns allein auf Christus verlassen, kommt unsere Seele zur Ruhe.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

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