Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 12.05.2021

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.
Psalm 91,1-2

Das ist die Zuversicht, mit der wir vor ihm reden: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.
1. Johannes 5,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mit Zuversicht beten

Das heutige Losungswort möchte ich vom Lehrtext aus beleuchten. Dort beschreibt der Apostel Johannes, was eigentlich unsere Zuversicht ist, wenn wir Gott um etwas bitten. Für Johannes war die Erhörung von Gebeten keine vage Hoffnung, sondern Gewissheit, was er im nächsten Vers noch einmal betont: „Und weil wir wissen, dass er unsere Bitten erhört, können wir sicher sein, dass er uns das Erbetene gibt - so sicher, als hätten wir es bereits bekommen.“ (1.Joh. 5,15) Nach diesen Versen ist der Schlüssel für erhörte Gebete, dass wir im Willen Gottes beten.

Nun verstehen einige solche Verse als eine Art Gebetsstrategie mit Erhörungsgarantie. Das funktioniert dann so: Man muss nur herausbekommen, was Gottes Wille ist, dann erlebt man eine Erhörung nach der anderen. Da sein Wille ja in der Bibel steht, wird diese wie eine Gebrauchsanleitung für erhörliches Gebet studiert. Nun glaube ich kaum, dass Johannes seine Worte so verstanden haben wollte. Wie ich es sehe, geht es um etwas ganz anderes - nämlich um Synchronität. Das möchte ich einmal näher erläutern:

Menschen, die zutiefst miteinander verbunden sind, stellen sich so aufeinander ein, dass sie im Sinne der anderen Person Entscheidungen treffen können, die auch wirklich im Sinne der anderen Person sind. Genauso können wir im Sinne Jesu Christi beten, umso länger und intensiver wir mit ihm verbunden sind. Sein Wort ist dann keine Gebrauchsanweisung, sondern dient dazu, ihn immer besser kennenzulernen. Seine Herzensanliegen werden dann zu unseren Herzensanliegen. Das wiederum prägt unsere Gebete.

Diese Nähe zu Gott finden wir auch im Losungswort wieder. Dort geht es einerseits um Schutz und Geborgenheit, andererseits aber auch um Zuversicht. Und so komme ich zu dem einfachen Schluss: Wer Gottes Nähe sucht, darf mit Zuversicht beten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen


Diese Andachten sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 11.05.2021

Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des HERRN, deines Gottes.
5. Mose 10,14

Betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!
Offenbarung 14,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Größe

Das heutige Losungswort beschreibt, dass Gott der Schöpfer aller Dinge ist und alle Dinge zu ihm gehören. Im Lehrtext werden wir dazu aufgefordert, diesen Schöpfer ernst zu nehmen und anzubeten. Nur einen Vers nach dem Losungsvers lesen wir etwas sehr Interessantes: „Doch nur deinen Vorfahren hat der HERR sich zugewandt, und sie hat er geliebt, und euch, ihre Nachkommen, hat er erwählt aus allen Völkern, wie es heute der Fall ist.“ (5.Mos. 10,15) Obwohl Gott Herr über alles ist, wendet er sich diesem kleinen Volk Israel zu, um es zu erwählen. Gott ist unvorstellbar groß - und doch ganz persönlich.

Gerade rückt Israel einmal wieder in den Fokus der Welt. Wir hören von Straßenkämpfen und Raketenbeschuss in Jerusalem und viele fragen sich, welche Stellung sie in diesem Konflikt einnehmen sollen. Ich persönlich glaube nicht, dass wir mit Schuldsprüchen oder Rechtfertigungen weiterkommen. Wenn Gott sich dem Volk Israel zuwendet, heißt das nicht, dass sie alles richtig machen. Ebenso machen andere nicht alles falsch. Es geht, wie ich meine, nicht um falsch oder richtig, sondern vielmehr darum, dass der allmächtige Gott persönlich wird und letztendlich uns allen nahekommen will.

Was damals nämlich für Israel ausgesprochen wurde - die persönliche Zuwendung Gottes - gilt heute für jeden Menschen, der an Jesus Christus glaubt. Ich möchte es einmal mit der Sonne vergleichen. Sie hat eine gigantische Größe und produziert eine unvorstellbare Hitze. Doch trotz ihrer enormen Größe treten wir an einem Frühlingstag vor die Tür und genießen ihre Strahlen. Genauso können wir durch Jesus Christus in die Gegenwart Gottes treten und erleben dort das wärmende Licht seiner Vergebung, Liebe und des ewigen Lebens.

Diese Botschaft ist meiner Überzeugung nach wirklich wichtig für alle Menschen. Egal, woher wir kommen, wichtig ist letztendlich nur, wohin wir gehen. Möge Gott unser aller Herzen erreichen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 10.05.2021

Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis.
Sprüche 1,7

In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.
Kolosser 2,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Verborgene Schätze

Immer wieder finden wir in der Bibel den Vergleich mit einem Schatz, wenn es um das Reich Gottes geht. Jesus erzählte beispielsweise ein Gleichnis, in dem er das Himmelreich mit einem Schatz verglich.(1) Auch im Buch der Sprüche, aus dem das heutige Losungswort stammt, sowie in den Psalmen finden wir solche Vergleiche.(2)

Nun löst ein Schatz, von dem man nichts weiß, keinerlei Reaktionen aus. Und selbst wenn man davon erfährt, wird man ihn nicht automatisch suchen. Es muss bei dem, der davon hört, auf ein Interesse stoßen. In dem oben genannten Gleichnis Jesu heißt es: „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. (Matt. 13,44) Der Mensch reagierte also nicht nur mit Interesse, er wurde aktiv und investierte seinen gesamten Besitz, um den Schatz zu bergen.

Übertragen wir dieses Verhalten einmal auf den Umgang mit dem, was Gott uns in Christus anbietet. In ihm liegt laut Lehrtext nicht nur ein Schatz verborgen, sondern „alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.“ Sie liegen allerdings „verborgen“. Um sie zu bergen, muss etwas geschehen. Es reicht nicht, von dem Schatz zu wissen und wo er liegt. Wie ein Schatzsucher müssen wir aktiv werden und Zeit und Energie investieren, um diese verborgenen Schätze in Christus zu finden. Das Losungswort gibt uns einen Hinweis, womit alles beginnt: mit „der Furcht des HERRN“. Sie ist der Schlüssel für unsere Schatzsuche.

Das bedeutet, Gott wirklich ernst zu nehmen. Es bedeutet, dem, was er in seinem Wort offenbart, in unserem Denken und Handeln Raum zu geben. Manchmal bedeutet es auch, das aufzugeben, was wir vorhatten, um das zu tun, was Gott möchte. Vor allen Dingen aber bedeutet es, ihn immer wieder zu suchen und sich nach ihm auszurichten. Wenn wir das tun, werden wir Schätze entdecken, die weit über unsere Vorstellung hinausgehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Matt. 13,44 (2) Ps. 119,98

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 09.05.2021

Zuflucht ist bei dem Gott, der von alters her ist.
5. Mose 33,27

Sein Erbarmen hört niemals auf; er schenkt es allen, die ihn ehren, von einer Generation zur andern.
Lukas 1,50

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein Gott der Zuflucht

Unser Gott ist ein Gott der Zuflucht, davon handelt das heutige Losungswort, mit dem Mose sein Volk segnete. Nun verstehen wir gewöhnlich unter Zuflucht einen Ort, an den man fliehen kann und vor seinen Feinden sicher ist - also einen Rückzugsort. Umso erstaunter war ich, als ich den ganzen Losungsvers las: „Zuflucht ist bei dem Gott, der von alters her ist, und unter seinen ewigen Armen. Er hat vor dir her deinen Feind vertrieben und geboten: Vertilge!“ Das klingt so gar nicht nach einem Rückzugsort.

Ein wenig Licht bringt uns der Vers davor: „Es ist kein Gott wie der Gott Jeschuruns, der am Himmel daherfährt dir zur Hilfe und in seiner Hoheit auf den Wolken.“ (5.Mos. 33,26) Mit dem Namen Jeschurun ist Israel gemeint. Hier wird beschrieben, dass Gott überall dort zur Hilfe kommt, wo man gerade ist. Er bietet also Schutz auch mitten im Kampf. Damit erweitert sich die Bedeutung von „Zuflucht“. Es ist nicht nur ein Ort, zu dem wir hinfliehen können, sondern auch der Schutz Gottes an Ort und Stelle.

Wir lesen jedoch auch etwas von Feinden, die vertilgt werden sollen. Das lässt viele zurückschrecken. Wieso wollte Gott, dass Menschen vertilgt werden? Nun, wir können Gott keine Vorschriften machen, auch wenn wir manche seiner Handlungen nicht verstehen. Allerdings hat sich im Neuen Bund etwas grundlegend geändert. Wir Christen kämpfen nicht gegen Menschen!(1) Unser Kampf ist es, den Glauben zu bewahren. Gott hat sich zwar nicht verändert, aber der Bund, in dem wir mit ihm stehen.

Der Kampf, in dem wir uns befinden, ist also ein geistlicher Kampf. Das heißt: Auch wir benötigen einen Zufluchtsort - doch nicht einen, an dem wir uns mit unserem Glauben verstecken. Gott schützt uns auch da, wo unser Glaube an Jesus Christus abgelehnt oder infrage gestellt wird. Er ist sogar ein Zufluchtsort, wenn wir selber ins Zweifeln kommen. Sein Erbarmen hört niemals auf und ist immer dort, wo auch wir gerade sind.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Eph. 6,10-19

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 08.05.2021

Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!
Psalm 44,27

Sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.
Lukas 17,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Alles inklusiv

Wie passen die heutigen Bibelverse eigentlich zusammen? Das Losungswort ist ein Hilferuf zu Gott. Offenbar waren Menschen in Not geraten, aus der Gott sie erlösen sollte. Der Hintergrund des Lehrtextes wiederum war, dass Pharisäer Jesus Christus fragten, wann denn nun das Reich Gottes käme. Vermutlich versuchten sie, ihn damit als falschen Messias bloßzustellen. Doch Jesus nannte weder einen Zeitpunkt noch ein Zeichen, vielmehr sagte er: „Es ist schon da.“ Einige übersetzen „mitten unter euch“, womit Jesus sich selbst gemeint haben könnte. Oder „inwendig in euch“, womit er dann diejenigen meinte, die an ihn glauben. Ich denke, beide Möglichkeiten stimmen.

Damit ist der Lehrtext gewissermaßen eine Inklusiv-Erhörung auf die Bitte im Losungswort. Ich möchte diese Art der Erhörung einmal mit jemandem vergleichen, der in finanzielle Not geraten ist und einen Freund bittet, ihm zu helfen. Erstaunlicherweise gibt dieser ihm aber kein Geld, sondern schenkt ihm eine Kreditkarte, die immer gedeckt ist. So verstehe ich das inwendige Reich Gottes. Es ist kein einmaliges Wirken Gottes von außen, sondern die dauerhafte Gegenwart Gottes in uns. Wir haben jederzeit Zugang zu ihm, zu seiner Gerechtigkeit, seiner Kraft und seinen Gaben.

Vor einiger Zeit hörte ich einmal folgende Geschichte: Vor zweihundert Jahren wollte jemand nach Amerika auswandern. Er trug alles Geld, was er hatte, zusammen, um das Schiffsticket damit bezahlen zu können. Außerdem nahm er für die Zeit der Überfahrt Brot und einige andere Lebensmittel mit. Jeden Mittag nun strömten die Leute ins Schiffsrestaurant, um dort zu speisen. Nur der arme Mann saß draußen und verzehrte sein Brot allein. Am Ende der Reise fragte ihn jemand, warum er denn immer draußen säße. Er antwortete: „Ich hatte nur das Geld für die Überfahrt.“ „Ja, wissen Sie denn nicht“, antwortete der andere, „dass das Essen auf dem Schiff im Preis inbegriffen ist?“ Nun, bei Jesus Christus bekommen wir alles inklusive. Die Frage ist: Nutzen wir es?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 07.05.2021

Du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.
Psalm 25,5

Wir wissen, dass er uns hört.
1. Johannes 5,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Tägliche Hilfe

Verse wie die heutigen - und auch die gestrigen - erzeugen in uns mitunter: „Ich glaube ja, dass Gott hilft - aber warum gibt es so viel Leid, auch unter Christen? Ich glaube an Gebetserhörungen - aber warum bleiben manche Gebete unerhört? Ich glaube, dass Gott uns versorgt - aber warum hungern dann so viele Menschen?“ Letztendlich kann nur Gott diese Fragen beantworten. Sie können allerdings unseren Blick auf ihn versperren.

„Täglich harre ich auf dich“, heißt es im Losungsvers, der von David stammt. Nun war es ja nicht so, dass in Davids Leben die Dinge immer glatt liefen. Allein in diesem Psalm nennt er schon mehrere seiner Schwierigkeiten: eigene Sünde und Schuld, Ängste und Herzensnöte, Kummer, Einsamkeit und Bedrohung durch Feinde. All das führte David jedoch nicht dazu, weniger auf Gott zu vertrauen, sondern fachte seine Sehnsucht und sein Verlangen nach Gott geradezu an.

Dabei ging es gar nicht nur um dessen Hilfe. Der vollständige Losungsvers gibt das sehr gut wieder: „Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.“ (Ps. 25,5) David suchte also auch Gottes Unterweisung und Leitung. Diese innere Einstellung ist meiner Meinung nach besonders dann entscheidend, wenn Probleme uns zwingen wollen, nur noch auf sie zu starren. David ließ sich trotz aller Schwierigkeiten nicht den Blick auf Gott nehmen. Wie sieht das bei uns aus?

Im Lehrtext schreibt der Apostel Johannes von der Gewissheit, dass Gott „uns hört“. Und er nennt noch etwas: „Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns.“ (1.Joh. 5,14) Ist das nun die geheime Formel, damit unsere Gebete erhört werden? Ich denke eher, es ist der Grund, wenn Gebete erhört werden. Es ist jedoch immer richtig, Gottes Willen zu suchen und, wenn wir ihn erkennen, zu tun. Dazu gehört, sich täglich mit Gottes Wort auseinanderzusetzen. Auch wenn es dabei zu Irritationen kommt, lassen wir uns nicht den Blick auf ihn versperren. Wir dürfen darauf vertrauen, „dass er uns hört.“

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 06.05.2021

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen.
Psalm 145,15-16

Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um den Leib, was ihr anziehen sollt. Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. Seht die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keinen Keller und keine Scheune, und Gott ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr als die Vögel!
Lukas 12,22-24

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Versorgt!

Das heutige Losungswort ist ein Danklied Davids an Gott, in dem er bestaunt, wie Gott sich um seine Geschöpfe kümmert. David betrachtet die Schöpfung als gesamtes Werk und ist begeistert, wie Gott letztendlich alles am Leben erhält. Bis zum heutigen Tag können wir, wie ich meine, dieses Wunder des Lebens bestaunen.

Im Lehrtext baut Jesus Christus genau auf dieses Wunder auf. Wenn Gott die Tier- und Pflanzenwelt schon so versorgt, wie viel mehr wird er es mit seinen Kindern tun. Können wir das glauben? Nun, in den Köpfen vieler Menschen erscheint heute die Natur und das Leben wie eine hochkomplexe Maschine, die niemanden benötigt, der sie versorgt. Sie ist programmiert, sich selber zu versorgen. In diesem Sinne sind wir umgeben von einer im wahrsten Sinne des Wortes „gottlosen“ Sicht vom Leben. Als Christen glauben wir zwar, dass Gott alles geschaffen hat und sich auch um seine Geschöpfe aktiv kümmert, doch gleichzeitig fällt es etlichen schwer, der Argumentation Jesu im Lehrtext zu folgen. Denn wenn es gar nicht Gott ist, der die Vögel versorgt, sondern nur ihr angeborener Instinkt, wie sollte er dann uns versorgen?

Nun bin ich nicht der Typ, der die Augen vor den heutigen Erkenntnissen verschließt. Allerdings halte ich sie für nicht vollständig. Sie analysieren quasi den Computer, wir aber schauen auf den, der aktiv an der Schreibkonsole sitzt und etwas in unser Leben hineinschreibt. Auf diese Weise kümmert er sich auch um unsere Versorgung. Es sieht alles ganz natürlich aus, hat aber seinen Ursprung im Himmel. Kurz gesagt: Es ist immer noch Gott, der uns versorgt - darauf können wir bauen!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 05.05.2021

Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind, durch meine große Kraft und meinen ausgereckten Arm und gebe sie, wem ich will.
Jeremia 27,5

Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Matthäus 5,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Anvertraut

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. Dort heißt es, dass die Sanftmütigen einmal das Erdreich besitzen werden. Das Losungswort wiederum macht klar, dass Gott seine Schöpfung dem anvertrauen kann, den er will. Das war in diesem Fall der babylonische König Nebukadnezar. Er war das krasse Gegenteil eines sanftmütigen Menschen. Er eroberte ganze Völker mit großer Gewalt und auch Israel konnte ihm nicht widerstehen. Irgendwie scheinen hier Losungswort und Lehrtext nicht zusammenzupassen. Auf der eine Seite der Gewaltherrscher und auf der anderen Seite die Sanftmütigen - und beiden vertraut Gott seine Schöpfung an?

Nun, ich denke, Gott vertraut einem Menschen nicht etwas an, weil dieser so gut ist, sondern er tut es, um zu sehen, ob er gut damit umgeht. Im Umgang mit dem anvertrauten Gut zeigt sich, welche Gesinnung in uns steckt. Davon handeln auch etliche Gleichnisse, die Jesus Christus seinen Zuhörern erzählte. Oft ging es da um Menschen, denen Geld oder Gut anvertraut worden war.(1) Am Ende kam dann immer der Besitzer, um zu schauen, wie sie damit umgegangen waren.

Wie gehen wir nun mit dem uns anvertrautem Gut um? Dazu zählen unter anderem die Natur, Besitz, Geld, technische und geistige Errungenschaften und natürlich Personen, die Gott uns anvertraut hat. Nichts und niemand ist ja unser Eigentum, sie sind alle ein Teil der Schöpfung Gottes. Am Ende wird Gott all das denen anvertrauen, die in Verantwortung vor ihm damit umgehen, und das sind, wie wir im Lehrtext gelesen haben, die Sanftmütigen.

Ich denke, in der heutigen Losung wird deutlich, dass Sanftmut keine Schwäche ist. Wir müssen weder Besitz noch Positionen an uns reißen. Gott selbst wird sie uns zu seiner Zeit anvertrauen, wenn wir mit dem, was wir jetzt schon haben, vertrauenswürdig umgehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Mark. 12,1-9 Matt. 25,14-30 Luk. 12,42-48

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 04.05.2021

Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft.
Psalm 138,3

Es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.
Römer 10,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott anrufen

Die heutigen Bibelverse zeigen deutlich, dass Gott auf diejenigen reagiert, die sich an ihn wenden. Im Losungsvers ist es David, der berichtet, was in seinem Leben passierte, als er das tat. In vielen Bibelübersetzungen wird diese Hinwendung als ein Rufen oder sogar Schrei beschrieben. Nun glaube ich, dass Gott jedes Gebet hört, auch den stummen Herzensschrei. Dennoch denke ich, dass es wichtig ist, Dinge auszusprechen, sowohl vor sich selbst als auch vor Gott. Dies kann gerade dann von elementarer Bedeutung sein, wenn sich in unserem Kopf nur noch ein Gedankenkarussell dreht. David hatte erlebt, wie Gott ihm in einer Krise große Kraft geschenkt hatte, sodass er etwas ertragen konnte, was seine Seele zuvor niedergedrückt hatte.

Wenn wir Gott anrufen, geht es nicht so sehr um die Lautstärke, sondern vielmehr um die innere Ausrichtung auf ihn. Wir beten dann nicht halbherzig oder nebenbei, auch nicht formelhaft oder unschlüssig. Sondern zielgerichtet und entschlossen - eben so, wie man rufen würde, wenn man gehört werden will. Der oben genannte stumme Herzensschrei hat nichts Halbherziges oder Unentschlossenes, er ist Ausdruck einer inneren Not und wendet sich an den Einzigen, der ihn hören und helfen kann, nämlich Gott.

Im Lehrtext erklärt der Apostel Paulus den römischen Christen, dass Gott alle, „die ihn anrufen“, beschenken will. Egal, aus welcher Nation und welchem Hintergrund. Entscheidend ist, ob ein Mensch auf Gott vertraut. „Denn: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.“ (Röm. 10,13) Einmal mehr wird hier deutlich, dass es um ein ganz persönliches Verhältnis zu Gott geht, das sich unter anderem auch in unserer Kommunikation mit ihm widerspiegelt. In diesem Sinne möchte ich uns Mut machen, unsere Herzen und unseren Mund immer wieder vor Gott zu öffnen: im Gebet, in der Anbetung, in der Fürbitte und nicht zuletzt im Dank. All das gehört dazu, wenn wir „ihn anrufen“. Er kann auch unserer Seele „große Kraft“ geben.

Einen gesegneten Tag wünscht

Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 03.05.2021

Der HERR ward mein Halt. Er führte mich hinaus ins Weite.
2. Samuel 22,19-20

Jesus sah einen Menschen am Zoll sitzen, der hieß Matthäus; und er sprach zu ihm: Folge mir! Und er stand auf und folgte ihm.
Matthäus 9,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hinaus ins Weite

Das heutige Losungswort stammt aus einem Loblied Davids, als er Ruhe vor seinen Feinden hatte. In vielen Gefahren und Engpässen hatte er schon oft um sein Leben fürchten müssen. Doch nun schreibt er, dass Gott ihn „hinaus ins Weite“ geführt hat. Bedrohungen und Ängste hatten ihn in die Enge geführt, doch Gott half ihm aus allem heraus. Davids Seele konnte durchatmen. Ich glaube, das war es, was er unter Weite verstand.

Im Lehrtext lesen wir, wie Jesus Christus den Zöllner Matthäus in die Nachfolge rief. Ging Matthäus nun von der Enge in die Weite oder eher umgekehrt? Als Zöllner verdiente er ja viel Geld, besonders, weil Korruption damals etwas Alltägliches war. Da man sich mit Geld vieles leisten kann, betrachten Menschen Reichtum häufig als Weite. Warum also verließ Matthäus diese Art von Weite? Ich glaube, weil er erkannt hatte, dass sein Reichtum gar nicht in die Weite führt. Geld kann man verlieren. Reiche haben genauso mit Ängsten und Bedrohungen zu kämpfen wie Arme. Jesus hingegen ist der Erlöser schlechthin. Er erlöst uns von Schuld und gibt unserem Leben eine neue Ausrichtung. Sein Frieden schenkt uns Ruhe selbst im Sturm und seine Liebe überwindet die Angst. Deshalb glaube ich, dass Jesus Christus uns in eine Weite führt, die unabhängig von unseren Lebensumständen ist.

Die Frage ist: Erleben wir das auch so? Manch einer bekommt in der heutigen Zeit schon fast einen Corona-Koller. Die ständigen Einschränkungen, das Tragen der Maske, Kontaktvermeidung und vieles mehr empfinden viele als große Enge. In einem alten afro-amerikanischen Spiritual heißt es: „I‘ve got peace like a river in my soul“ - „Ich habe Frieden wie ein weiter Strom in meiner Seele.“ Dieses Spiritual wurde von Sklaven gesungen, die gewiss in einer viel größeren Enge lebten als wir jetzt. Was war ihr Geheimnis? Es war Jesus Christus. Er führte sie und führt auch uns in eine Weite, die uns niemand nehmen kann.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 02.05.2021

Mose sprach: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge. Denn es ist nicht ein leeres Wort an euch, sondern es ist euer Leben.
5. Mose 32,46.47

Jesus spricht: Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben.
Johannes 6,63

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Geist und Leben

„Worte sind Schall und Rauch“, lautet ein Sprichwort. Im heutigen Losungswort heißt es jedoch, dass Gottes Wort unser Leben ist. Etwas Ähnliches lesen wir im Lehrtext: Jesu Worte sind Geist und Leben. Doch weshalb ist das so?

Dafür habe ich zwei wesentliche Gründe gefunden. Zum einen, dass wir ohne Gottes Wort überhaupt nicht leben würden. Das wird besonders zu Beginn des Johannesevangeliums deutlich: „Am Anfang war das Wort; das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Der, der das Wort ist, war am Anfang bei Gott. Durch ihn ist alles entstanden; es gibt nichts, was ohne ihn entstanden ist. In ihm war das Leben, und dieses Leben war das Licht der Menschen.“ (Joh. 1,1-4) Wir sind also kein Zufallsprodukt der Natur, sondern leben, weil Gott uns Leben zugesprochen hat. Das gilt auch für das neue, ewige Leben. Der Apostel Petrus schrieb: „Euer neues Leben hat keinen vergänglichen, sondern ewigen Ursprung, nämlich das lebendige und ewig bestehende Wort Gottes.“ (1.Petr. 1,23)

Gottes Wort schafft aber nicht nur Leben, es erhält es auch. Jedes Lebewesen versucht sich in irgendeiner Weise vor allem zu schützen, was es tötet oder beeinträchtigt. Nun ist es ein weitverbreiteter Irrtum, Gottes Gebote sollten Menschen nur unter religiösen Druck stellen. Vielmehr sollen sie uns vor den Konsequenzen dessen schützen, wenn wir sie missachten würden. Das Problem ist nur, dass wir es oft nicht schaffen, sie zu halten. Genau aus diesem Dilemma rettet uns Jesus Christus. Er nahm die schlimmste Konsequenz unseres Handelns auf sich, nämlich die Trennung von Gott. Damit verändert sich alles. Die Worte Jesu sind dann nicht mehr bloße Worte, die wir sowieso nicht umsetzen können. Nein, sie sind voller Kraft, voller Vergebung, voller Barmherzigkeit und Weisheit, weil wir mit Gott verbunden sind und sein Geist uns zu Hilfe kommt. Sie sind Geist und bringen uns Leben!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 01.05.2021

Der HERR wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich.
Psalm 9,19

Der Hausherr sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Verkrüppelten und Blinden und Lahmen herein.
Lukas 14,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein Fest für Bedürftige

Gott und die Armen - ein Thema, das wir in der Bibel vielfältig wiederfinden. Bereits in den ersten Büchern Mose wird klar, dass Gott die Armen und Bedürftigen nicht egal sind. Er hört ihr Schreien, sieht ihr Elend und greift sowohl selbst als auch durch Menschen ein, um zu helfen. Dennoch - zu allen Zeiten gab es Arme, bis heute. Und fast ausschließlich ist es so, dass sie sich hinten anstellen müssen, in der Hoffnung, ein bisschen von dem abbekommen zu können, was andere mitunter für selbstverständlich erachten. Ebenso ist es fast immer so, dass sie sich mit den Resten zufriedengeben müssen.

In unseren Versen geht es jedoch nicht nur um soziale Not. Es geht um Unterdrückte und Vergessene, um Menschen, die Unrecht erdulden mussten und gesellschaftlich gesehen kaum eine Perspektive hatten. Im Losungsvers waren es Gläubige, die unter Anfeindungen litten. Im Lehrtext sind es Menschen am Rande der Gesellschaft, die nicht als Erste auf einer Gästeliste standen. Tatsächlich standen sie gar nicht darauf und doch werden sie plötzlich eingeladen. Und sie kommen, im Gegensatz zu denen, die als Erste eingeladen waren.(1) Auf dem Fest geschieht etwas ganz Erstaunliches: Die Armen und Bedürftigen bekommen nicht die Reste - sie erhalten das, was der Gastgeber für seine geladenen Gäste bereithält: nur das Beste. Über diejenigen, die es nicht nötig hatten, zu kommen, heißt es vom Gastgeber: „Aber von denen, die ich zuerst eingeladen habe, wird keiner auch nur einen einzigen Bissen bekommen.“ (Luk. 14,24 Hoffnung für alle)

Jesus erzählte dieses Gleichnis, um zu zeigen: Gott lädt uns ein. Die Frage ist, ob wir dieser Einladung folgen. Die ursprünglich geladenen Gäste hatten offensichtlich Besseres zu tun - und verpassten alles. Die Bedürftigen jedoch kamen und erhielten alles. Wozu wollen wir gehören?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(2) Ps. 9,20.21

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 30.04.2021

Seine Herrschaft wird groß und des Friedens kein Ende sein.
Jesaja 9,6

Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.
Apostelgeschichte 10,36

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Herrschaft zum Frieden

Fast jeder Mensch wünscht sich Frieden oder sehnt sich danach. In diesem Sinne schenken uns die heutigen Bibelworte Hoffnung. Das Losungswort ist eine Prophezeiung auf Jesus Christus. Er ist der Friedefürst, das bekennen wir Christen und glauben daran. Gleichzeitig wird jedoch aus beiden Versen deutlich, dass Friede unmittelbar damit verbunden ist, dass Jesus Christus herrscht. Für uns, die wir Jesus „Herr“ nennen, gilt das schon, doch viele nennen ihn noch nicht Herr. Andere nennen ihn so, leben aber nicht danach. Das Resultat ist leider immer das Gleiche: In einem Interessenskonflikt kann der Frieden nicht gehalten werden.

In vielen Fällen findet dann ein Machtkampf statt, in den auch andere mit hineingezogen werden. Ob Kriege, Wirtschaftskriege oder Sanktionen, immer leiden auch unbeteiligte Menschen darunter. Natürlich brachte Jesus Christus uns in erster Linie den Frieden mit Gott. Doch dieser Friede bleibt nicht ohne Folgen, wie ich meine. Er setzt sich fort in unseren Umgang mit anderen Menschen. Was nützt es, wenn wir sagen, dass Jesus Christus uns Frieden bringt, und unter uns immer noch Machtkämpfe stattfinden?

Deshalb möchte ich anhand der heutigen Losung einmal meiner Hoffnung Ausdruck geben, dass Jesus Christus nicht nur unser Verhältnis zu Gott, sondern auch das zu unseren Mitmenschen verändert. Das hängt meines Erachtens davon ab, ob er wirklich Herr in unserem Leben ist. Wenn er das ist, dann lernen wir von ihm, denn er ist sanftmütig und von Herzen demütig. (aus Matt. 11,29) Vielleicht können wir dadurch nicht die großen Kriege verhindern, jedoch die kleinen. Sanftmut und Demut sind nicht auf Machtgewinn aus. Sie ducken sich auch nicht vor anderen, doch sie verzichten auf die Möglichkeit, die eigene Sicht mit menschlichen Mitteln durchzusetzen. Wenn der Friede Christi bei uns sichtbar wird, geben wir auch anderen Menschen Hoffnung, dass in Christus Frieden möglich ist.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 29.04.2021

Mose wollte den HERRN, seinen Gott, besänftigen und sprach: Ach, HERR, kehre dich ab von deinem glühenden Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst.
2. Mose 32,11.12

Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.
1. Johannes 2,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Fürsprecher

Der Hintergrund zum heutigen Losungswort ist, dass Israel ein goldenes Kalb gemacht und es angebetet hatte. So machten sie sich ein Bild von Gott, denn sie sagten über dieses goldene Kalb: „Hier ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Land Ägypten herausgeführt hat! … Morgen ist ein Fest für Jahwe!“ (aus 2.Mos. 32,4.5) Im Grunde vermischten sie die religiösen Vorstellungen, die sie aus Ägypten kannten, mit dem Glauben an den allmächtigen Gott.

Das machte Gott sehr zornig, sodass er das ganze Volk vernichten wollte. Weshalb aber reagierte Gott überhaupt so zornig? Viele Menschen leben ja heute in dem Verständnis, dass jeder seine eigenen religiösen Vorstellungen hat und auch haben darf. Was störte Gott denn daran, wenn sich die Israeliten ein Bild von ihm machten?

Betrachten wir das einmal menschlich. Wenn eine Frau sich von ihrem Mann ein Bild macht, das gar nicht dem entspricht, wie er wirklich ist, oder wenn ein Mann seine Vorstellungen von einer Frau seiner Frau überstülpt, ist dann nicht ihre Beziehung im Kern schon tot? Beide sind ja dann nur ein Platzhalter. Gott will aber kein Platzhalter für unsere Vorstellungen von Gott sein. Genauso wenig stülpt er uns ein Bild über, das uns gar nicht entspricht.

Was aber geschieht, wenn wir durch unser Verhalten die Verbindung zu Gott zerstört haben? Wer tritt für uns ein? Für Israel war es Mose. Ihm war das Leben seines Volkes wichtiger als sein eigenes. Damit tat Mose etwas für sein Volk, was Jesus Christus für die gesamte Menschheit getan hat und immer noch tut. Er hat den Weg zurück zu Gott freigemacht und tritt bis zum heutigen Tag für uns ein. Ja noch mehr: Wir benötigen kein Bild von Gott - wir haben etwas viel Wertvolleres. Jesus sagte einmal: „Wer mich sieht, der sieht den Vater!“ (Joh. 14,9) In Jesus Christus erkennen wir Gott!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 28.04.2021

Ich hatte Ephraim laufen gelehrt und sie auf meine Arme genommen. Aber sie merkten nicht, dass ich sie heilte.
Hosea 11,3

Seid euch bewusst, dass die Langmut unseres Herrn eure Rettung bedeutet.
2. Petrus 3,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes große Geduld

Es ist immer wieder interessant, wenn wir in der Bibel lesen, wie Gott seine Fürsorge für sein Volk mit der eines Vaters oder einer Mutter vergleicht, wie z.B. im heutigen Losungsvers. Hier schwingen jedoch noch Enttäuschung und Frustration mit, und zwar darüber, dass all das, was aus dieser Zuwendung entstanden war, als etwas selbst Erreichtes angesehen wurde. Vergessen war das, was Gott getan hatte: seine Versorgung und alles Hindurchtragen. Tatsächlich merkten sie nicht einmal, dass er es war, der „sie heilte“.

Schauen wir einmal darauf, wie Gott seine Reaktion beschreibt: Auf der einen Seite brach ihm schier das Herz vor Mitleid, auf der anderen empfand er glühenden Zorn.(1) Das sind schon starke Extreme, die eigentlich nicht zu vereinen sind. Doch Gott ist kein Mensch wie wir. Er ist seinen Gefühlen nicht ausgeliefert - und so sagt er hier: „Denn ich bin Gott und nicht ein Mensch; ich, der heilige Gott, komme, um dir zu helfen, und nicht, um dich zu vernichten.“ (Hos. 11,9 Gute Nachricht)

Hier wird etwas von Gottes Wesen sichtbar: seine Liebe, die sich in seinen Plänen zur Rettung und seiner großen Geduld zeigt. Durch die gesamte Bibel hindurch können wir sehen, wie Gottes Erbarmen seinen Zorn immer wieder überflügelte. Den stärksten Ausdruck fand dies, als Gottes Sohn sich für uns kreuzigen ließ. In Christus traf Gottes Zorn auf sein Erbarmen, und das Ergebnis ist unsere Errettung - ein Geheimnis, das menschlich nicht zu erfassen ist. Doch selbst, wenn wir dieses Geheimnis nicht völlig erfassen können, hilft uns Gott, indem er uns über unser Verstehen hinaus zu Christus zieht.(2)

Wer das erlebt, wird dem, was der Apostel Petrus im Lehrtext sagt, aus vollem Herzen zustimmen. Weder unser Glaube noch unser Verstehen noch unsere guten Taten haben unsere Rettung bewirkt, sondern allein „die Langmut unseres Herrn“. Gott sei Dank für seine große Geduld!

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hos. 11,8.9 (2) Joh. 6,44

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 27.04.2021

Israel, du sollst mein Knecht sein; ich erwähle dich und verwerfe dich nicht.
Jesaja 41,9

Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne!
Römer 11,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Israel

König Friedrich der Große von Preußen fragte einmal seinen General Ziethen: „Nennen Sie mir einen Beweis dafür, dass es Gott gibt!“ Ziethen antwortete: „Majestät, die Juden.“ Tatsächlich ist das Volk Israel etwas Besonderes. Auch in unserem Glauben als Christen spielt Israel eine besondere Rolle. Das heutige Losungswort beleuchtet einige Aspekte davon.

Zunächst ist Israel das von Gott erwählte Volk. Er hat es erwählt, ihm zu dienen - so lesen wir es hier. Das ist etwas Einmaliges. Mir fällt allerdings immer wieder auf, dass Christen manchmal von ihrer Nation so sprechen, als ob diese ähnlich wie Israel eine Gottesnation wäre. Doch das kann ich in der ganzen Bibel nicht entdecken. Ich weiß, dass dieses Thema sehr kontrovers betrachtet wird. Ich sehe das so: Einige bezeichnen Deutschland als eine christliche Nation, die gerade dabei ist, ihre Wurzeln zu verlieren. Ich sehe uns jedoch als Christen in unserer Nation. Statt zu klagen oder anzuklagen, sollten wir, wie ich meine, unser Licht lieber leuchten lassen.

Zu welchem Dienst aber hat Gott Israel erwählt? Zum einen, sein Wort zu empfangen und zu bewahren. Doch das Größte ist, dass aus diesem Volk der Retter der Welt hervorgehen sollte. Abraham wurde einmal Folgendes zugesprochen: „Alle Völker der Erde werden durch ihn gesegnet werden.“ (1.Mos. 18,18b) Die Erfüllung dieser Verheißung sehe ich in Jesus Christus.

Nun lesen wir in der Bibel viele Geschichten, in denen sich Israel vor Gott versündigt hat. Trotzdem hat Gott sein Volk nie verstoßen, wie wir es im Lehrtext sehen und bis auf den heutigen Tag erleben. Diese Treue Gottes kann uns ermutigen. Jesus sagte einmal zu seinen Jüngern: „Nicht ihr habt mich erwählt, ich habe euch erwählt.“ (Joh. 15,16a) Auch wir sind also Erwählte Gottes. Auch wir machen Fehler. Und auch wir leben von derselben Gnade Gottes wie Israel. Er wird auch uns trotz unserer Fehler nicht verstoßen, sondern durchtragen. Wir können also zuversichtlich nach vorne schauen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 26.04.2021

Es wird ein einziger Tag sein - er ist dem HERRN bekannt! -, es wird nicht Tag und Nacht sein, und auch um den Abend wird es licht sein.
Sacharja 14,7

Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.
1. Johannes 1,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Ende der Tage

Das gesamte Kapitel, aus dem das heutige Losungswort stammt, beschreibt einen Tag, an dem Gott in das Weltgeschehen eingreifen wird. Einige Verse vor dem Losungsvers wird beschrieben, wie Gott selber auf dem Ölberg vor Jerusalem erscheint und gegen alle, die sich gegen Israel versammelt haben, kämpfen wird. Dabei wird sich der Ölberg unter seinen Füßen spalten.(1) All das deutet auf das zweite Kommen Jesu Christi hin und wird, wie das Losungswort es beschreibt, ganz plötzlich geschehen. Auch Jesus Christus beschreibt sein zweites Kommen so: „Denn wenn der Menschensohn kommt, wird es sein wie ein Blitz, der den ganzen Himmel erhellt.“ (Matt. 24,27)

Über solche Prophezeiungen gibt es sehr verschiedene Auffassungen. Einige deuten sie als ein nah bevorstehendes Ereignis der damaligen Zeit. Für andere sind sie ein Ausdruck der Hoffnung, dass das Unrecht irgendwann einmal ein Ende hat. Und wieder andere erwarten Jesu Wiederkommen genau so, wie es hier beschrieben wird. Auch ich erwarte es so. Allerdings erfüllen sich die Dinge manchmal anders als wir meinen. Z.B. wurde prophezeit, dass der kommende Messias aus Bethlehem kommen wird.(2) Tatsächlich wurde Jesus Christus auch in Bethlehem geboren, das wusste aber kaum jemand, denn er wuchs in Nazareth auf und wurde dementsprechend auch „Jesus von Nazareth“ genannt.

Nun heißt es im Lehrtext, dass Gott Licht ist. Wenn wir durch Jesus Christus mit Gott verbunden sind, strahlt das Licht, von dem im Losungswort die Rede ist, schon heute in unsere Herzen. Dieses Licht macht alles sichtbar, auch Schlechtes. Doch genau in diesem Licht finden wir auch Vergebung.(3) Wie ich es sehe, bedeutet das für uns, dass unser Tag schon gekommen ist. Deshalb müssen wir uns vor dem Ende der Tage nicht fürchten. Es wird dort nur sichtbar, was schon heute in uns existiert: sein Licht!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Sach. 14,5 (2) Mich. 5,1 (3) 1.Joh. 1,7

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 25.04.2021

Dieser ist Gott, unser Gott für immer und ewig. Er ist‘s, der uns führet.
Psalm 48,15

Paulus schreibt: Ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird‘s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.
Philipper 1,6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Über den Tod hinaus

Die heutigen Losungsverse spiegeln ein starkes Vertrauen auf Gott wider. Im Losungswort aus dem Alten Testament waren es die Söhne Korachs, die ihre Verbundenheit zu Gott formulierten. Für sie war er nicht irgendein Gott, nein, er war ihr Gott. Deshalb sagten sie: „Er ist‘s, der uns führet.“ Damit waren nicht nur die jetzigen Wege gemeint, sondern der gesamte Lebensweg - also bis zum Tod, und da Gott ja ewig ist, sogar darüber hinaus.

Im Lehrtext ist es der Apostel Paulus, der seine Zuversicht zum Ausdruck bringt, dass Gott keine halben Sachen macht: Wem er Glauben schenkt, den bringt er auch hindurch, „bis an den Tag Christi Jesu.“ Das ist der Tag, an dem Jesus wiederkommen wird. Dann wird alles, was wir kennen, ein Ende haben und etwas völlig Neues wird beginnen.(1) Das Ende wird also gar kein Ende sein, sondern ein Anfang.

Und doch fängt dieses Neue schon hier an, und zwar immer dann, wenn ein Mensch sich mit Christus verbindet. Jesus erklärte das einmal so: „Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Joh. 3,3) Dieses „neu“ werden kann man nicht selbst erzeugen, genauso wenig, wie man sich selbst zeugen kann. Deshalb fragte der Gesprächspartner Christi, Nikodemus, auch, wie das denn geschehen soll. Die Antwort war, dass es durch Wasser und den Geist Gottes geschieht.(2) Die Taufe auf Christus, die ja mit Wasser geschieht, steht häufig am Anfang eines Lebens mit Christus, sie macht jedoch noch keinen Christen. Kommt jedoch Christi Geist in unser Leben, fängt etwas an, das nie mehr aufhören wird. „Das gute Werk“, von dem Paulus spricht, hat dann begonnen.

Was ist nun unser Teil in diesen Dingen? Ich denke, wenn wir mit diesem neuen Leben in Kontakt kommen, sollten wir es freudig annehmen. Dieser Gott ist dann auch „unser Gott“ - und wir sind sein. Für immer und ewig.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2. Petr. 3,10-13 (2) Joh. 3,5

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 24.04.2021

Ich, der HERR, habe dich gerufen, dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker.
Jesaja 42,6.7

Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!
Markus 10,49

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Jesus, der Heiler

Das heutige Losungswort ist eine prophetische Ankündigung des kommenden Messias, also von Jesus Christus. Hier wird beschrieben, was er einmal tun wird - und genauso geschah es. Ein Kennzeichen Jesu Christi war, dass durch ihn Kranke gesund, Blinde sehend und besessene Menschen frei wurden. So beschrieb es auch Petrus, als er einem römischen Hauptmann etwas von Jesus erzählte: „Und ihr wisst auch, dass Gott Jesus von Nazareth mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt hat. Er zog umher, tat Gutes und heilte alle, die vom Teufel bedrängt waren, denn Gott war mit ihm.“ (Apg. 10,38) Offensichtlich war überall bekannt, was Jesus getan hatte.

Im Lehrtext lesen wir von solch einer Heilung. Ein blinder Bettler saß am Wegrand und erfuhr, dass Jesus vorbeikommen würde. Darauf schrie er: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ (Mark. 10,47b) Er rief nicht „Jesus, du Sohn Josefs“ oder „Jesus, du Sohn Marias“, sondern „Jesus, du Sohn Davids.“ Damit bezog er sich darauf, dass der Messias ein Nachkomme Davids sein sollte. Er erkannte also in diesem Jesus von Nazareth den Messias. Ich denke, für den Blinden bedeutete dies, dass gerade der bei ihm vorbeikam, von dem es hieß, dass er Blinden die Augen öffnen wird. Kein Wunder, dass er nach Jesus schrie und sich auch nicht davon abbringen ließ.

Doch welche Bedeutung hat dieses Wort für uns heute? Heilt Jesus Christus immer noch? Macht er immer noch Menschen frei? Davon bin ich überzeugt und verstehe diese Berichte nicht nur gleichnishaft. Kindliches Vertrauen kann uns da helfen, wie ich meine. Wir müssen nicht die „Heilungsformel“ entdecken, sondern uns nur an Jesus Christus halten. Ein einfaches Gebet fand ich in einem alten Spiritual. Dort heißt es sinngemäß: „Herr, du hast den Blinden geheilt, bitte heile auch mich!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 23.04.2021

Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt.
Jesaja 7,4

Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark!
1. Korinther 16,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Glauben im Alltag

Die Vorgeschichte zum heutigen Losungswort war, dass Jerusalem von dem König der Aramäer und dem des Nordreichs belagert wurde. Deshalb erschraken alle, die in Jerusalem wohnten, auch der damalige König Ahas. Der Prophet Jesaja erhielt nun von Gott den Auftrag, Ahas zu sagen, er solle sich nicht fürchten, das Schicksal dieser beiden Könige sei schon besiegelt.

Im Losungswort lesen wir: „Hüte dich und bleibe still.“ Andere übersetzen: „Fasse dich, und bewahre die Ruhe!“ (Zürcher Bibel) Ahas sollte sich nicht vor einer Person oder vor Gott hüten, sondern davor, in Panik zu geraten. Tatsächlich kamen die Angreifer nicht weit, denn kurze Zeit später wurden ihre Länder von den Assyrern erobert. Doch als Jesaja diese Prophetie aussprach, war noch nicht klar, was tatsächlich geschehen würde, ob sich seine Worte überhaupt erfüllen würden. Ahas musste dem, was der Prophet hier sagte, glauben, um ohne Angst und unverzagt zu sein.

Auch im Lehrtext lesen wir etwas über Glauben. Ähnlich wie bei Ahas geht es darum, mutig und stark zu sein. Doch worauf genau bezieht sich hier der Glaube? Worauf sollte geachtet werden? Konkret ging es darum, dass die Gemeindemitglieder Timotheus aufnehmen und nicht verachten sollten, wenn er zu ihnen kommt, vermutlich, da er noch sehr jung war. Außerdem sollte alles, was sie taten, in Liebe geschehen.(1)

Es geht hier also nicht so sehr um das, was wir im Glauben bekennen, sondern eher darum, was wir durch den Glauben an Jesus Christus praktisch tun. Schlichtes Gottvertrauen befähigt uns z.B., in bedrohlichen Momenten die Ruhe zu bewahren. Es befähigt uns auch, Menschen zu lieben und zu schätzen, egal, ob sie uns sympathisch sind oder nicht. Dieser gelebte Glaube im Alltag spricht meist lauter als unser Bekenntnis. Ich denke oft, dass die wahren Glaubenshelden diejenigen sind, die ihre menschliche Natur im Alltag überwinden und so handeln, wie es Jesus Christus entspricht. Dort erkenne ich wahren Mut und wahre Stärke.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Kor. 16,10-14

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 22.04.2021

Die auf den HERRN sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.
Psalm 34,6

Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.
Römer 12,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Fundamente

Liest man den heutigen Losungsvers als für sich allein stehende Aussage, käme man niemals auf die Idee, unter welch dramatischen Umständen er entstand. Am Anfang des Psalms 34 steht jedoch: „Von David, als er sich wahnsinnig stellte vor Abimelech und dieser ihn von sich trieb und er wegging.“ (Ps. 34,1) Eines ist damit klar: Hier redet nicht ein Mensch, der immer auf der Sonnenseite des Lebens steht und nichts anderes kennt, als „vor Freude“ zu „strahlen“. Davids Glaube gründete sich nicht darauf, ob er in seinem Leben gerade einen Grund zur Freude hatte. Vielmehr war es seine Freude, die sich auf seinen Glauben gründete.

Das ist, wie ich meine, ein im wahrsten Sinne des Wortes „fundamentaler“ Unterschied. Natürlich wünschen wir uns alle, gesund und erfolgreich zu sein. Das war bei David gewiss nicht anders. Doch das Leben ist, wie wir wissen, mitunter alles andere als ein Wunschkonzert. Jetzt kommt es auf das Fundament an, auf dem unser „Lebenshaus“ steht. Davids Fundament bestand nicht nur aus seiner Beziehung zu Gott - also seinem Glauben - sondern auch aus Gottes Beziehung zu ihm. Gott ging mit ihm durch die guten und die schlechten Zeiten. So bezeugte David: „Der Gerechte muss viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR.“ (Ps. 34,20) Was kann das nun für uns bedeuten?

Auch für uns ist die Frage nach dem Fundament existenziell wichtig, ganz besonders dann, wenn wir mit Herausforderungen zu kämpfen haben. Im Lehrtext schreibt der Apostel Paulus: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ Wie kann er das so einfach sagen? Ich denke, auch er wusste, dass Glaube nicht eine einseitige Beziehung vonseiten des Menschen ist. Weil Gott da ist, haben wir Hoffnung selbst in schweren Zeiten. Weil er da ist, erhalten wir Kraft, Dinge zu ertragen. Weil er da ist, kommen wir mit allem, was uns bewegt, zu ihm. Das Fundament unseres Glaubens ist, dass Gott sich uns in Jesus Christus zuwendet.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 21.04.2021

Siehe, ich habe dich geprüft im Glutofen des Elends.
Jesaja 48,10

Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tage und tanzt; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel.
Lukas 6,22-23

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Bewährt

„Freut euch an jenem Tage und tanzt; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel.“ Diese Worte am Ende des heutigen Lehrtextes hören wir gern. Doch alles, was wir davor zu lesen bekommen, kann einen schon erschrecken. Wer möchte schon gern gehasst, ausgestoßen, geschmäht, verworfen, als böser Mensch bezeichnet oder „im Glutofen des Elends“ geprüft werden? Was also erwartet uns, wenn wir uns an Jesus Christus halten - Freude oder Leid?

Nun, ich meine beides. Steigen wir beispielsweise in ein Flugzeug, so gehen wir davon aus, dass es sicher ist. Dafür sorgen sogenannte Stresstests, dass z.B. die Flügel bis zu 90° gebogen werden, ohne zu zerbrechen. Weiterhin werden Flüge unter extremen Bedingungen absolviert, bevor das Flugzeug zum Einsatz kommt. Ganz ähnlich erwarten wir von Menschen, denen wir unser Geschick anvertrauen, dass sie bewährt sind. Ob nun Piloten, Politiker, Generäle, Bergführer oder Fallschirmspringer beim Tandemsprung, diese Personen sollten auch schwierige Situationen meistern können.

Doch weshalb will Gott, dass auch wir bewährt sind? Den Grund liefert uns Jesus Christus in der Bergpredigt: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Matt. 5,14a) Und weiter: „So soll auch euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Matt. 5,16) Wie kann nun jemand erkennen, dass wir Böses nicht mit Bösem vergelten? Ich denke, wir wissen die Antwort. Die Bewährung unseres Glaubens gehört zum Glauben dazu, genauso wie die Freude, wenn wir Glauben bewahrt haben. In allem können wir jedoch zuversichtlich sein, denn wir lesen ebenfalls: „Gott ist treu; er wird euch in keine Prüfung geraten lassen, die eure Kraft übersteigt. Wenn er euren Glauben auf die Probe stellt, wird er euch auch einen Weg zeigen, auf dem ihr die Probe bestehen könnt.“ (1.Kor. 10,13b)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 20.04.2021

Gott sprach zu Noah: Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen und mit allem lebendigen Getier, dass hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.
1. Mose 9,9-10.11

Weicht nicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel.
Kolosser 1,23

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der neue Bund

Das heutige Losungswort ist ein Versprechen Gottes, das er Noah und dessen Familie direkt nach der Sintflut gab. Dieses Versprechen wird hier „Bund“ genannt. Nun stellen wir uns darunter für gewöhnlich einen Vertrag vor, der erst gültig wird, wenn er von beiden Vertragspartnern unterzeichnet wurde. Offensichtlich war das hier nicht so. Man könnte ihn eher als eine Verbindung sehen, die Gott von seiner Seite aus mit seiner Schöpfung einging. Deshalb mussten weder Noah noch seine Familie diesem Bund zustimmen, damit er gültig wird. Ihre Zustimmung bestand eher darin, dass sie Gott glaubten.

Diese Gedanken möchte ich einmal auf den Lehrtext übertragen. Das Evangelium ist auch ein Bund - der Neue Bund. Auch dieser Bund geht erst einmal einseitig von Gott aus. Der Apostel Paulus schreibt dazu: „Ja, in der Person von Christus hat Gott die Welt mit sich versöhnt, sodass er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnet.“ (2.Kor. 5,19a) Nun geht der Text aber noch weiter: „Wir sind also Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!“ (2.Kor. 5,20) Gott erwartet also, dass wir ihm glauben und auf die Versöhnung reagieren.

Ich denke, das ist das Geheimnis des Evangeliums. Gott schenkt uns seine Gnade und wir sind aufgefordert, darauf zu reagieren. Es ist vergleichbar mit unserem Leben. Niemand von uns wurde gefragt, ob wir überhaupt leben wollen. Doch jeder von uns muss ein Ja zum Leben finden - und zwar dauerhaft. So verstehe ich auch die Aufforderung, nicht von der Hoffnung des Evangeliums zu weichen. Genauso wie wir an unserem Leben festhalten, halten wir an Jesus Christus fest. Nur mit einem Unterschied: Unser Leben hier wird irgendwann zu Ende sein - die Gnade Gottes ist nie zu Ende!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 19.04.2021

Der HERR festigt dem die Schritte, dessen Weg ihm gefällt. Kommt er zu Fall, so stürzt er doch nicht, denn der HERR stützt seine Hand.
Psalm 37,23-24

In dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.
Römer 8,37

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

An Gottes Hand

Würde man nur den ersten Teil des heutigen Losungswortes lesen, könnte man meinen, wer Gott gefällt, habe keine Schwierigkeiten in seinem Leben zu erwarten. Doch schon der nächste Vers zeigt auf, dass es durchaus Probleme geben kann. Allerdings sorgt Gott selbst dafür, dass man nicht darin untergeht: Er nimmt seine Kinder an die Hand und stützt sie. Was kann das für uns konkret bedeuten?

Zum einen, so meine ich, ist der Weg - also das, worauf wir uns zu bewegen - ein wichtiger Faktor. Bewege ich mich in Gottes Willen oder darauf zu? Dann mögen meine Schritte vielleicht noch unsicher und wackelig sein, doch Gott wird sie festigen. Ich möchte das einmal mit einem Vater vergleichen, der sein Kind ermutigt, das Laufen zu lernen. Selbst der ungeschickteste Versuch wird mit Lob belohnt. Stolpert das Kind, hält der Vater es fest an der Hand und verhindert Schlimmeres. Bei Misserfolgen gibt es Trost und Zuspruch. Nicht anders geht Gott mit uns um, wenn wir anfangen, uns in seinen Willen hineinzubewegen.

Das Umfeld des Lehrtextes zeigt nun die ganze Bandbreite von Herausforderungen, die uns auf unserem Weg mit Christus begegnen können: Not, Angst, Verfolgung, Hunger, Entbehrungen, Gefahr, sogar bis dahin, getötet zu werden.(1) All das waren und sind Dinge, die ein Mensch nicht freudig und freiwillig wählt. Dennoch geschahen und geschehen sie. Und ich glaube, gerade dann ist es wichtig, zu wissen: Ich bin an Gottes Hand. Er ist mein Halt. Er ist meine Sicherheit. Er sorgt dafür, dass ich es schaffe, auch wenn ich stolpere.

Der Apostel Paulus begründete seine Zuversicht mit der Liebe Jesu Christi. Denn dieser ist es, „der uns geliebt hat“, wie es im Lehrtext heißt. Laut Paulus kann uns nichts, aber auch gar nichts, von der Liebe Gottes, die er durch Christus schenkt, trennen.(2) An seiner Hand konnten die Apostel weit „überwinden“ - und als seine Kinder auch wir.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Röm. 8,35 (2) Röm. 8,38.29

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 18.04.2021

Wer bin ich, Herr HERR, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher gebracht hast?
2. Samuel 7,18

Paulus schreibt: Gottes Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen.
1. Korinther 15,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Von Gnade entzündet

Das heutige Losungswort hat einen interessanten Hintergrund. Nachdem Israel Ruhe hatte und nicht mehr angegriffen wurde, kam König David auf die Idee, Gott einen Tempel zu bauen. Er fand es unpassend, selbst in einem Palast zu leben, während Gottes Bundeslade nur in einem Zelt stand. Sein Wunsch war nicht ungewöhnlich. In vielen Religionen wollen Menschen ihrer Gottheit ein prächtiges Haus bauen.

Doch wie reagierte Gott auf diesen Wunsch? Durch den Propheten Nathan ließ er sagen: „Seit dem Tag, an dem ich die Israeliten aus Ägypten herausgeführt habe, habe ich noch nie in einem Tempel gewohnt. Bis heute ist meine Wohnung immer ein Zelt gewesen, mit dem ich umhergezogen bin. Und ich habe mich nie bei den führenden Männern Israels, den Hirten meines Volkes Israel, darüber beklagt. Ich habe sie nie gefragt: ‚Warum habt ihr mir kein Haus aus Zedern gebaut?‘“ (2.Sam. 7,6-7) Gott legt offensichtlich keinen Wert darauf, in einem Prunkpalast zu wohnen. Seine Größe wird nicht dadurch sichtbar, dass wir ein Gebäude, das ihm gewidmet ist, bestaunen. Es ist sowieso niemand größer als er - doch seine Größe uns gegenüber erkennen wir in seiner Gnade!

Anstatt dass David Gott ein Haus bauen sollte, baute Gott das Haus David. Davids Thron sollte auf immer bestehen. Diese Verheißung erfüllte sich letztendlich in Jesus Christus, dem „Sohn Davids“. Obwohl Salomo einen Tempel baute, der allerdings später zerstört wurde, wurde der eigentliche Tempel Gottes von Jesus Christus gebaut. Dieser lebendige Tempel sind wir, die wir an ihn glauben. All das ist, wie ich meine, eine unfassbare Gnade Gottes.

So wundert es mich nicht, dass genau diese Gnade Gottes den Apostel Paulus zutiefst berührte. Er, der die Christen früher verfolgt hatte, wurde ein Verkündiger dieser Gnade. Und das nicht halbherzig, sondern mit allem Fleiß. Gottes Gnade hatte in ihm etwas entzündet. Wie ist es mit uns? Hat Gottes Gnade auch in uns etwas entzündet?

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 17.04.2021

Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen.
Psalm 19,9

Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit.
Kolosser 3,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Worte des Lebens

Das heutige Losungswort erwähnt den Wert der Gebote Gottes. David, der Psalmist, stellt klar, dass sie gut sind. Sie sind ohne Hintergedanken und lassen uns erkennen, was im Leben wirklich zählt. Ich denke, es ist sehr wichtig, sich immer wieder darauf zu besinnen, dass Gottes Gebote keine willkürlichen Einschränkungen des Lebens sind. Ihr Ziel ist, Leben zu erhalten und nicht, es zu vernichten. Sie regeln unsere Zukunft und nicht nur den Augenblick. Kurzfristige kann eine Lüge einen Vorteil verschaffen, langfristig zerstören Lügen unser Vertrauen zueinander. Als Kind brachte mir meine Großmutter folgendes Sprichwort bei: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, selbst wenn er dann die Wahrheit spricht.“ Ähnliches kann man zu den anderen zwischenmenschlichen Geboten sagen.

Doch was ist mit den Geboten, die sich auf Gott beziehen? Keine anderen Götter, kein Bildnis von Gott und das Verbot, seinen Namen zu missbrauchen? In einer multireligiösen Gesellschaft mag manch einer denken: „Wieso beharrt jede Religion darauf, dass ihr Gott bzw. ihre Götter die einzig wahren sind?“ Nun, es ist ja nicht so, dass wir festlegen, wer der einzig wahre Gott ist. Vielmehr hat Gott sich uns zu erkennen gegeben. In Jesus Christus sehen wir, wie Gott ist. Er ist der Schöpfer des Lebens. Deshalb sind auch seine Worte Worte des Lebens. Selbst gemachte Götter oder Gottesvorstellungen können weder Leben schaffen noch es erhalten.

So führen also die Gebote Gottes und besonders die Worte Jesu Christi ins Leben. Trotzdem gelingt es uns oft nicht, sie zu befolgen. Von außen gesehen erscheinen sie wie Anweisungen, mit denen wir mehr oder weniger gut zurechtkommen. Doch von innen gesehen entwickeln sie aber verbunden mit unserem Glauben eine große Kraft. So verstehe ich auch den Sinn des Lehrtextes, die Worte Christi reichlich unter uns wohnen zu lassen. Sie schenken uns immer wieder Weisheit und Kraft und befähigen uns, das zu tun, was zum Leben führt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 16.04.2021

Nicht werde jemand unter dir gefunden, der Wahrsagerei, Hellseherei, geheime Künste oder Zauberei treibt. Denn wer das tut, der ist dem HERRN ein Gräuel.
5. Mose 18,10.12

Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.
Epheser 5,9-11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Frucht des Lichts

Im heutigen Losungsvers wird das Volk Israel davor gewarnt, sich in irgendeiner Form auf die Bräuche und Riten einzulassen, denen die Bewohner des Landes Kanaan anhingen. Diese gingen sogar so weit, dass sie ihre Kinder opferten.(1) Ob es nun Totenbeschwörungen oder andere okkulte Praktiken waren, die Israeliten sollten sich deutlich davon absetzen, indem all das bei ihnen nicht stattfinden sollte. Wer es dennoch tat, legte sich mit Gott an, dem diese Dinge „ein Gräuel“ sind - und auch der, der sie tut, wie wir im Losungsvers lesen können.

Solche Verse haben unter Christen häufig Warnungen vor den Gefahren durch okkulte Dinge erzeugt, was wiederum zu Ängsten und zum Teil bizarren, vermeintlich „geistlichen“ Handlungen führte. Als Gott den Israeliten untersagte, die Praktiken ihrer heidnischen Nachbarn zu übernehmen, ging es jedoch in erster Linie darum, sich keinem anderen als ihm unterzuordnen. Er war und ist stärker als alles, was im Okkulten - im Geheimen, Verborgenen - oder im Dunkel geschieht. Deshalb sollten wir nicht auf die Finsternis starren, sondern auf den schauen, der mit seinem Licht in die Finsternis gekommen ist: Jesus Christus. Er ist es, von dem es heißt: „Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen.“ (Joh. 1,5)

Im Lehrtext werden wir aufgefordert, uns nicht an „den unfruchtbaren Werken der Finsternis“ zu beteiligen, sondern sie als solche zu entlarven. Um das zu tun, brauchen wir Christi Licht in unserem Leben. Wo sein Licht hinscheint, werden die Dinge als das sichtbar, was sie sind. Durch Christus geschieht das zuerst in uns und dann sogar durch uns. „Die Frucht des Lichts“ in uns zeigt sich dann in allem, was gut, gerecht und wahr ist.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 5.Mose 18,10

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 15.04.2021

Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben!
Psalm 5,12

Die Jünger wurden erfüllt von Freude und Heiligem Geist.
Apostelgeschichte 13,52

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Fröhlich in allem

Das heutige Losungswort steht nicht für sich. Der Schreiber, David, bildet einen Gegensatz zwischen den Menschen, die Gott lieben, und denen, die ihn in ihrem Handeln verachten. Über die Letzteren sagt er: „Sprich sie schuldig, Gott. Lass sie durch ihre eigenen Pläne zu Fall kommen. (Ps. 5,11a) Ihr eigenes Handeln soll sie also zu Fall bringen. Das bedeutet für mich praktisch: Wer lügt, kommt durch eine Lüge zu Fall. Wer stiehlt, wird bestohlen. Wer Menschen mit Härte begegnet, wird Härte erleben. Der Apostel Paulus drückte es einmal so aus: „Was der Mensch sät, das wird er auch ernten.“ (Gal. 6,7b)

Dieses Wort gilt aber meiner Erkenntnis nach auch im Guten. Wer Liebe sät, wird Liebe ernten. Wer Barmherzigkeit sät, wird Barmherzigkeit ernten. Wer also den Namen Gottes liebt und versucht, seinem Wort gemäß zu leben, kann wirklich fröhlich sein. Das Gute, was so jemand einmal ausgesät hat, wird auf ihn zurückkommen.

Das kann man besonders gut im Lehrtext entdecken. Er handelt davon, dass die Jünger Jesu auf ihrer Missionsreise in einer Stadt abgelehnt wurden. Dass so etwas passieren kann, hatte Jesus Christus schon zuvor angekündigt, indem er sagte: „Wenn ihr das Haus betretet, grüßt die Bewohner und wünscht ihnen Frieden. Sind sie es wert, so soll der Frieden, den ihr bringt, bei ihnen einziehen. Sind sie es jedoch nicht wert, so soll euer Frieden zu euch zurückkehren.“ (Matt. 10,12-13) Der Friede kehrte in diesem Fall also wieder zu den Jüngern zurück und das, so meine ich, spürten sie. Anstatt sich zu ärgern und den Leuten, die sie ablehnten, Böses zu wünschen, wurden sie mit Freude und Heiligem Geist erfüllt.

Das bedeutet für uns Christen, dass alles, was wir um Jesu willen in Menschen investieren, nie vergeblich ist. Es wird immer etwas zurückfließen. Entweder die Freude, weil jemand durch uns Segen empfangen hat, oder die Freude, die Gott uns zukommen lässt, wenn wir abgelehnt werden. So können wir in allem, was wir tun, fröhlich sein.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 14.04.2021

Der HERR hatte sie fröhlich gemacht.
Esra 6,22

Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.
Lukas 10,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Anlass zur Freude

Der Hintergrund zum heutigen Losungswort war, dass etliche Israeliten aus der Babylonischen Gefangenschaft in ihr Land zurückkehren durften, um dort Jerusalem und den Tempel wieder aufzubauen. In dieser Zeit feierten sie gemeinsam eine Woche lang das Fest der ungesäuerten Brote, das sie wiederum an den Auszug aus Ägypten erinnerte. Zwei Worte fallen mir dabei ins Auge: „Feiern“ und „fröhlich“. Woran denken wir gewöhnlich, wenn wir diese beiden Worte hören? Vermutlich eher an eine Geburtstagsfeier, Hochzeit oder größere Familienfeier als an eine gottesdienstliche Feier. Da isst und trinkt man ja auch nicht. Doch im Volk Israel war und ist das anders. Essen und Trinken bei einer Feier bekommen dort einen direkten Bezug zu Gott.

Bei den ersten Christen war es ebenso. So lesen wir: „Tag für Tag versammelten sie sich einmütig im Tempel, und in ihren Häusern hielten sie das Mahl des Herrn und aßen gemeinsam, mit jubelnder Freude und reinem Herzen.“ (Apg. 2,46) Die Freude an ihrer Erlösung und Zugehörigkeit zu Gott war so groß, dass ihr normales Leben einen direkten Bezug zu Jesus Christus hatte. Wie ist das bei uns? Bei welcher Art von Feier werden wir richtig fröhlich?

In der Vorgeschichte zum Lehrtext schickte Jesus Christus seine Jünger in verschiedene Orte, um dort Menschen zu heilen, böse Geister auszutreiben und das Evangelium zu verkünden. Voller Freude kamen die Jünger zurück und erzählten ihm: „Herr, sogar die bösen Geister gehorchen uns, wenn wir uns auf deinen Namen berufen!“ (Luk. 10,17) Das übernatürliche Wirken Gottes durch uns ist schon etwas Faszinierendes. Doch Jesus lenkte ihre Gedanken auf etwas, das noch viel wichtiger war: dass ihre Namen im Himmel geschrieben waren. Das sollten die Jünger nicht nur wissen, sondern das sollte der Anlass ihrer Freude sein.

Ich glaube, das ist auch für uns sehr wichtig. Ich schließe mich da bewusst mit ein. Es gibt vieles, an dem ich mich erfreuen kann. Doch am meisten will ich mich darüber freuen, dass Gott meinen Namen kennt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 13.04.2021

Wasche dein Herz von der Bosheit, auf dass dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?
Jeremia 4,14

Johannes sprach: Bringt also Früchte, die der Umkehr entsprechen!
Lukas 3,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Spreu oder Weizen?

Die heutigen Bibelverse zeigen deutlich auf, dass Gott mehr möchte als eine halbherzige Umkehr von Menschen. Die gesamte Person soll sich auf das ausrichten, was vor Gott richtig ist. Dies beginnt im Inneren, soll aber nicht da bleiben, sondern auch nach außen dringen, also sichtbar werden.

Nun geschieht es immer wieder, dass Menschen versuchen, äußerlich etwas darzustellen, was sie innerlich noch gar nicht sind. Im Losungsvers lesen wir, wie Gott sein Volk Israel durch den Propheten Jeremia aufforderte, sich innerlich von Bosheit zu trennen, „auf dass dir geholfen werde.“ Damit sagt er zum einen, dass sie eine Veränderung brauchten. Und zum anderen, dass ihnen geholfen werden muss.

Diese beiden Aussagen möchte ich einmal mit dem Lehrtext verknüpfen. Die Aufforderung nach Früchten, „die der Umkehr entsprechen“ stammt aus dem Mund Johannes des Täufers. Johannes war ein Wegbereiter für Christus. In diesem Sinne taufte er zur Buße und predigte auch so. Er machte den Menschen unmissverständlich klar, dass eine äußerliche Waschung ohne einen inneren Wandel nicht helfen wird.(1) Seine Botschaft bewirkte, dass etliche fragten, was sie denn konkret ändern müssten, und seine Antworten waren ebenso konkret.(2)

Ebenso deutlich sprach er über das, was der Christus tun würde: „Er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen“ (Luk. 3,16-17) Mit anderen Worten: Christus suchte und sucht Frucht - der Rest ist Abfall. Wenn wir diesen Maßstab an uns heranlassen, merken wir sehr schnell, dass auch uns geholfen werden muss. Ohne Christus wären wir verloren. Doch durch und in ihm gibt uns Gott, was wir selbst nicht hervorbringen können: Gerechtigkeit und eine neue Gesinnung. Wie gut, dass Christus uns verspricht, in der Verbindung mit ihm gute und bleibende Frucht zu bringen.(3)

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1)Luk. 3,7-9 (2) Luk. 3,10-14 (3) Joh. 15,16

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 12.04.2021

Das soll mein Ruhm und meine Wonne, mein Preis und meine Ehre sein unter allen Völkern auf Erden, wenn sie all das Gute hören, das ich Jerusalem geben will.
Jeremia 33,9

Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.
Lukas 2,29-32

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Warten auf die Erfüllung

Das heutige Losungswort ist eine prophetische Zusage Gottes an sein Volk Israel. Schauen wir in dessen Geschichte, so sehen wir, dass sich diese und andere Zusagen einerseits mehrfach erfüllt haben. Andererseits liegt aber oft ein langer Zeitraum zwischen einer Prophetie und ihrer Erfüllung, teilweise sogar über Generationen hinweg. Das bedeutete, dass Menschen den Glauben und die Hoffnung aufrechterhielten, ohne selber die Erfüllung zu sehen. Aus diesem Grund möchte ich heute einmal nicht über die Erfüllung einer Zusage Gottes nachdenken, sondern über das Warten darauf.

Der Lehrtext macht es noch deutlicher. Simeon, der hier Gott in einem Gebet dankt, hatte viele Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte darauf gewartet, den kommenden Messias zu erleben. Ich vermute, er wäre nicht im Traum auf die Idee gekommen, den Retter der Welt einmal als kleines Baby in seinen Armen zu halten. Nun stand Simeon mit Gott in einer direkten Verbindung - und zwar durch den Heiligen Geist. Dieser zog ihn in den Tempel, in dem sich gerade Maria und Josef mit dem Jesuskind befanden, und ließ Simeon erkennen, wer dieses Baby in Wahrheit war.

Gibt es eigentlich etwas, worauf wir warten? Einige Christen warten z.B. auf ein Wunder in ihrem persönlichen Leben. Wenn wir aber lange auf etwas warten und es geschieht nichts, werden wir oft ungeduldig oder wir geben auf. Simeon tat weder das eine noch das andere. Ich glaube, das lag an dieser Verbindung, die er zu Gott hatte. Er konnte darauf vertrauen, dass Gott selber ihn erkennen lässt, wann es so weit ist. Und genau darauf können wir, wie ich meine, auch vertrauen. Warten gehört zu unserem Glauben genauso dazu wie die Erfüllung von Zusagen Gottes.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

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