Gedanken zur Losung für Samstag, den 21.05.2022

Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben.
Prediger 5,9

Haben wir Nahrung und Kleidung, so soll uns das genügen. Die aber reich werden wollen, geraten in Versuchung und in die Schlingen vieler törichter und schädlicher Begierden.
1. Timotheus 6,8-9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Vom Streben nach Geld

„Geld regiert die Welt“, so lautet ein bekanntes Sprichwort. Dahinter steckt der Gedanke, dass jemand, der viel Geld hat, auch Macht und Einfluss hat. Ein anderes, ebenfalls sehr bekanntes Sprichwort stammt aus dem Jiddischen: „Ohne Moos nix los!“ Es bringt zum Ausdruck, dass man ohne Geld nicht viel machen kann. Welches Motiv auch immer, viele, wenn nicht sogar die meisten Menschen wünschen sich mehr Geld.

Deshalb halte ich die heutigen Bibelverse für sehr wichtig. Im Losungswort sehen wir die Jagd nach noch mehr, obwohl schon Masse da ist. Und im Lehrtext schildert der Apostel Paulus eine unheilvolle Dynamik, die das Streben nach Reichtum häufig mit sich bringt. Heißt das nun, dass wir am besten nichts mit Geld zu tun haben sollen?

Natürlich nicht. Es geht vor allen Dingen darum, welchen Stellenwert wir all dem geben. Woran hängt unser Herz, wofür setzen wir unsere Kraft, unser Können, unsere Zeit ein? Kreisen unsere Gedanken nur noch um unseren Kontostand, befindet sich unser Leben in einer Schieflage. Das gilt für den Reichen ebenso wie für den, der nicht weiß, wovon er leben soll. „Haben wir Nahrung und Kleidung, so soll uns das genügen“, schreibt Paulus. Haben wir es jedoch nicht, so muss uns das nicht genügen. Wir dürfen den Vater im Himmel dann voller Vertrauen darum bitten, dass er unseren Mangel ausfüllt, denn er ist unser Versorger.(1)

Gott an die erste Stelle zu setzen und das, was er uns gibt, dankbar aus seiner Hand zu nehmen, diese Kombination finden wir auch im Umfeld des Lehrtextes. Paulus drückt dies so aus: „Ein großer Gewinn aber ist die Frömmigkeit zusammen mit Genügsamkeit.“ (1.Tim. 6,6) Beides erfordert Gottvertrauen. Genau das aber wird bei der Jagd nach Geld oft ausgehebelt. Ich denke, es ist gut, sich daran zu erinnern, wer wirklich auf dem Thron sitzt: Gott!

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Petr.5,7


Falls Sie auf diese Andacht reagieren möchten, schreiben Sie bitte an losung@cza.de

Die Gedanken zur Tageslosung sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)

Gedanken zur Losung für Freitag, den 20.05.2022

Meine Schuld ist mir über den Kopf gewachsen; sie wiegt zu schwer, ich kann sie nicht mehr tragen.
Psalm 38,5

Gott hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet.
Kolosser 2,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wege heraus aus persönlicher Schuld

Das heutige Losungswort stammt von David, der in dem gesamten Psalm Gott darum bittet, ihn nicht zu strafen. Doch wie kam David darauf, seine eigene Schuld so gravierend zu sehen, dass er sie nicht mehr tragen kann? Viele Menschen neigen doch eher dazu, eigene Schuld zu bagatellisieren und die Schuld anderer emporzuheben. Schlug David das Gewissen? Hatte er Mitleid mit denen, an denen er sich schuldig gemacht hatte? Interessanterweise wird das in diesem Psalm nicht als Grund angegeben. Vielmehr schreibt David: „Denn deine Pfeile haben mich getroffen und deine Hand liegt schwer auf mir.“ (Ps. 38,3) Es war die Reaktion Gottes, die David erschüttert hatte.

Was bedeutet das für uns? Ich meine, wenn Gott auf unser Handeln und Denken reagiert - und wenn es sein muss, mit Zucht -, dann können wir uns glücklich schätzen. All das geschieht, damit wir zu ihm kommen und Vergebung finden. In diesem Sinne bekommt für mich ein sperriger Satz aus dem Neuen Testament einen lebensspendenden Sinn: „Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt." (Hebr. 12,6) Der Schreiber des Hebräerbriefes argumentiert dann so: Wenn Gott nicht auf uns reagieren würde, wären wir auch nicht seine Kinder.

Schuld entsteht in unserem Leben häufig durch einen Mangel an Empathie. Wir behandeln andere so, wie wir selbst nicht behandelt werden möchten - sehen uns und unsere Belange also als wichtiger an als die des anderen. Dieser Mangel an Empathie versperrt jedoch ebenso unser Unrechtsbewusstsein. Meistens argumentieren wir uns dann aus unserer Schuld heraus, anstatt sie zu erkennen und zu bekennen. Doch genau an dieser Stelle hilft Gott. Er rüttelt uns auf und zeigt uns gleichzeitig den Ausweg.(1) Von dem lesen wir im Lehrtext: Unser Schuldbrief ist getilgt, weil Jesus Christus für uns starb. Gott sei Dank!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joh. 16,8-11

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 19.05.2022

Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, hat er sein Erbarmen im Zorn verschlossen?
Psalm 77,10

Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.
Römer 5,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott ist größer

Im heutigen Losungswort wird deutlich, wie Asaf, der Verfasser des Psalms, mit Schicksalsschlägen umging. Ihm ging es offensichtlich sehr schlecht. Interessanterweise brachte er jedoch alles in Beziehung zu Gott. Gott war es, der alles wirkte oder zuließ. Und eben weil es Gott war, konnte er es auch ändern. Ich meine, das ist eine starke Botschaft, die von diesem Losungswort ausgeht.

Gewöhnlich gehen wir sehr verschieden mit schwer zu ertragenden Situationen um. Die einen rebellieren, klagen Gott oder Menschen an: „Wenn dieser Arzt mehr aufgepasst hätte …“ Andere ergeben sich in ihr Schicksal, manchmal auch mit frommen Worten: „Ich nehme das alles aus Gottes Hand …“ Asaf nahm sein Leid aber nicht nur aus Gottes Hand, sondern erinnerte sich daran, dass dieser schon Menschen aus auswegslosen Situationen gerettet hatte. Das war, wie ich es verstehe, keine Anklage, sondern eine Ermutigung des eigenen Glaubens. Gott kann zwar in ausweglose Situationen hineinführen, jedoch auch aus solchen wieder herausführen.

Nun gibt es eine Art von Leid, das viele erst in seinen Auswirkungen als Leid empfinden. Ich meine damit die Sünde. Sie erzeugt nicht nur Leid, sie selbst ist ein Leid, denn wir können sie nicht einfach abstellen. Gott hat eine Welt geschaffen, in der Verführung zur Sünde möglich ist. Außerdem ist der Mensch offensichtlich zu schwach, dem zu widerstehen. Davon berichtete schon der Apostel Paulus: „Wenn ich Gutes tun will, tue ich es nicht. Und wenn ich versuche, das Böse zu vermeiden, tue ich es doch.“ (Röm. 7,19)

Sollen wir Gott nun Vorwürfe machen, dass er uns so geschaffen hat? Nein, denn derselbe Gott, der uns so geschaffen hat, dass wir in Sünde fallen können, kann uns dort auch herausholen. Und das geschieht durch Gnade, wie wir im Lehrtext erfahren. Deshalb sollten wir nie aufgeben und uns auch nicht ergeben. Nichts muss so bleiben, wie es ist - denn Gott ist größer und seine Gnade mächtiger.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 18.05.2022

Der Welt Grundfesten sind des HERRN, und er hat die Erde darauf gesetzt.
1. Samuel 2,8

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
Johannes 1,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Grundfesten der Welt

Das heutige Losungswort stammt aus dem Gebet einer Frau namens Hanna, als diese ihren Sohn Samuel in den Tempel brachte, wo er aufwachsen sollte. So etwas mag für uns heute schwer nachvollziehbar sein, doch Hannas Gebet können wir entnehmen, dass sie voller Vertrauen auf Gott war. Sie hatte ihn als denjenigen erlebt, der ihrer Kinderlosigkeit ein Ende gesetzt und ihr Samuel geschenkt hatte.(1) Von Anfang an sah sie für ihren Sohn die Verbindung zu Gott, die sich dann in Samuels Leben mehr und mehr zeigte. Das Losungswort weist darauf hin, woraus sich Hannas Vertrauen speiste: aus dem Glauben an den ewigen Gott, den Schöpfer und Erhalter.

Dabei war Hannas Glaube nicht theoretisch, denn er hatte ja ganz konkreten Einfluss auf ihr Leben, ja sogar auf ihre Familienplanung, aber auch ihre Lebensgestaltung. Wie sieht das bei uns aus? Bringen wir Gott unsere Wünsche, fragen wir nach seinem Willen, halten wir ein, was wir ihm versprechen? Glauben wir, dass er einen Plan für uns hat? Und glauben wir auch, dass er einen Plan für die Welt hat? Gerade wenn es äußerlich anders erscheint, ist es sehr wichtig, das Vertrauen auf Gott nicht loszulassen.

Doch worauf kann man bauen, wenn es um einen herum drunter und drüber geht? Auf das, was ewig ist. Besser gesagt: auf den, der ewig ist. Der schon im Anfang war und über das Ende hinaus da sein wird. Das ist kein anderer als Jesus Christus, das fleischgewordene Wort Gottes. Im Lehrtext lesen wir den Anfang des Johannesevangeliums, wo in einem kurzen Satz die unfassbare Tiefe des Wortes beschrieben wird. Und Johannes führt es noch weiter aus: „Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“ (Joh. 1,3) Alles steht also in Beziehung zu Jesus, es gibt nichts, was nicht mit ihm zu tun hätte.

Wenn wir das begreifen und in unser Leben herunterbrechen, ist es da nicht das Natürlichste von der Welt, Gott in alles mit hineinzunehmen?

Einen Tag voller Vertrauen wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Sam. 1,1-28

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 17.05.2022

Des HERRN Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.
Jesaja 28,29

Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.
Epheser 2,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Friede mit Gott

Der Hintergrund zum heutigen Losungswort war, dass Gott durch den Propheten Jesaja die Herrschenden in Israel warnte. Sie meinten, weil Gott nicht gleich eingreift, wäre er schwach oder gar ein wenig dümmlich. Wie kamen sie dazu? Nun, da die Israeliten damals immer wieder in den Götzendienst verfielen, war Gott in ihren Augen nur einer von vielen. Ein Gott aber, der scheinbar nichts tut, galt für sie als schwach.

Doch Jesaja warnte seine Landsleute. Gott ist weder schwach noch dumm. Sein Rat ist wunderbar und das, was er sich vorgenommen hat, führt er auch aus. Erstaunlich ist nur, wie Gott das tut. Es ging ja zunächst darum, die gottlosen Leiter zu richten. Doch mitten in den Gerichtsandrohungen prophezeit Jesaja plötzlich: „Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist.“ (Jes. 28,16b) Dieser Vers bezieht sich auf Jesus Christus. Womit keiner gerechnet hatte, war, dass das Gericht Gottes nicht diejenigen treffen sollte, die es eigentlich betraf - unter anderem auch die gottlosen Leiter -, sondern seinen Sohn: „Die Strafe liegt auf ihm [Christus], auf dass wir Frieden hätten.“ (Jes. 53,5b)

Das Wunderbare an Gottes Rat ist also, dass es ihm um Frieden und nicht um Vernichtung geht. Wie wir im Lehrtext erfahren, hält Gott diesen Frieden für jeden Menschen bereit, der an den Sohn Gottes glaubt. Doch wünschen wir uns eigentlich Frieden mit Gott, und noch viel mehr Frieden unter den Menschen? Ich glaube allerdings, ohne Frieden mit Gott wird es nie wirklichen Frieden unter den Menschen geben. Es ist der Friede Christi, der unser Herz dazu befähigt, Böses nicht mit Bösem zu vergelten, die andere Wange hinzuhalten, freundlich zu bleiben, wenn uns jemand beleidigt und die zu segnen, die uns Böses wollen. Nur dieser Friede durchbricht den Kreislauf der Gewalt. Gott schenkt ihn uns in Christus. Die Frage ist: Nehmen wir ihn an?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 16.05.2022

Als die drei Freunde Hiobs all das Unglück hörten, das über ihn gekommen war, kamen sie und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.
Hiob 2,11.13

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Galater 6,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Tröster in der Not

Im heutigen Losungswort wird geschildert, dass Hiobs Freunde zu ihm kamen, um ihn zu trösten, als sie von seinem unsagbaren Leid hörten. Ihre Absicht war also durch und durch lauter. Auch die Art, wie sie mit Hiob umgingen, war zunächst vorbildlich. Sie redeten nicht auf ihn ein, wünschten ihm nicht verlegen gute Besserung, sondern waren einfach nur da - sieben Tage und sieben Nächste.

Doch dann begann Hiob zu reden. Wörtlich heißt es: „Danach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag.“ (Hiob. 3,1) Er hinterfragte sogar Gott selbst: Weshalb hatte dieser ihm überhaupt Leben gegeben, wenn er jetzt so leiden musste? Dieses Fragen veränderte alles. Nun ging es den Freunden nicht mehr darum, Hiob zu trösten, denn was er sagte, widersprach ihrer geistlichen Sichtweise. Also wollten sie ihm ihre Sicht der Dinge aufdrücken. Für sie war es undenkbar, dass Gott jemanden unschuldig leiden lässt. Die Freunde wurden zu Rechthabern, denen die eigene Sicht wichtiger war als Hiobs Not.

Nun lesen wir im Lehrtext, dass wir das Gesetz Christi erfüllen, wenn einer des anderen Last trägt. An der Geschichte Hiobs mit seinen Freunden wird aber deutlich, dass es nicht nur um den Anfang, sondern um etwas Dauerhaftes geht. Unser Leben mit Christus und miteinander ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Oft beklagen wir das Leid von Menschen nur für eine gewisse Zeit. Dann haben wir uns daran gewöhnt.

Natürlich können wir uns nicht um alles Leid in dieser Welt kümmern, doch vielleicht um jemanden, dessen Leid nicht nach einem Besuch beendet ist. Mit Gottes Hilfe kann es ebenfalls gelingen, Menschen zu trösten, die nicht unsere Auffassungen vertreten. Dabei hilft, wie ich meine, darauf zu schauen, mit welcher Geduld Jesus Christus mit seinen Jüngern umgegangen ist. Gott möge uns dabei helfen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 15.05.2022

Wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden.
Joel 3,5

Petrus spricht von Jesus: In keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.
Apostelgeschichte 4,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kein anderer Name

Die heutigen Bibelverse sind umrahmt von dramatischen Ereignissen. Das Losungswort aus dem Buch Joel ist umgeben von Prophezeiungen über die letzte Zeit der Erde, bevor Gott Gericht über die Völker halten wird. Wer dann den Namen des Herrn anruft, soll errettet werden. In den ersten Versen dieses Kapitels geht es um die Ausgießung des Heiligen Geistes, die dann zur Zeit der Apostel in Jerusalem geschah.(1)

Diese Ausgießung hatte enorme Auswirkungen. Aus den verschreckten Jüngern, die geflohen waren, als Jesus gefangen genommen wurde, wurden entschlossene Männer, die sich ohne Zögern zu ihm bekannten. Nach einer Heilung brachte ihnen ihr Bekenntnis jedoch große Schwierigkeiten mit den führenden Geistlichen ein, die sie gefangen setzten. Anstatt zurückzuweichen, wurden die Apostel, allen voran Petrus, mehr als deutlich, in wessen Namen sie gehandelt hatten: „So sei euch allen und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch.“ (Apg. 4,10)

Das war unmissverständlich - Jesus von Nazareth, „den ihr gekreuzigt habt“. Der Weg zu Jesus Christus führt ausschließlich über das Kreuz. Das bedeutet, zu begreifen, dass nicht nur andere, sondern auch wir selbst mit dazu beigetragen haben, dass Jesus am Kreuz starb. An dieser Stelle ist das Evangelium ganz eng: Es gibt nur einen Weg zu Gott, nur einen, der unsere Schuld auf sich nahm, nur einen Namen, durch den wir gerettet werden können. Die gute Nachricht ist, dass dieser Name für die ganze Welt gegeben wurde. Da wird das Evangelium ganz weit: Wer den Namen Jesu Christi anruft, darf zu ihm gehören und erhält ewiges Leben. Der folgende Liedvers bringt es auf den Punkt: „Welch ein Name voller Kraft, voller Herrlichkeit und Macht, du bist Jesus, du bist Herr, du bist Gott!“

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Apg. 2,1-21

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 14.05.2022

Die Barmherzigkeit des HERRN hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.
Klagelieder 3,22-23

Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.
2. Korinther 4,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nicht müde werden

Die erste Zeile eines Gospelsongs, der zu meinem Lebenslied geworden ist, lautet: „I don‘t feel no ways tired.“ - „Ich fühle mich keineswegs müde.“ Wenn jemand körperlich und seelisch müde geworden ist, muss das nicht heißen, dass er bzw. sie auch geistlich müde ist. Es war wohl der Prophet Jeremia, der die Klagelieder verfasste, aus denen das heutige Losungswort stammt. Er lebte in einer Zeit, in der Jerusalem gefallen war. Der Tempel war zerstört, die Bewohner nach Babylon verschleppt und die Zurückgebliebenen hungerten.

All das beklagte der Prophet mit folgenden Worten: „Bitteres Leid und Erschöpfung haben mich überwältigt, er [Gott] hat es über mich gebracht. In Dunkelheit lässt er mich zurück, als wäre ich schon lange tot.“ (Klgl. 3,5-6) Man kann aus diesen Worten die Müdigkeit Jeremias spüren. Doch geistlich war er hellwach. Er gab einfach nicht auf, ließ die Hoffnung nicht fallen und proklamierte die Barmherzigkeit Gottes.

Etwas ganz Ähnliches berichtet im Lehrtext der Apostel Paulus. Äußerlich war er mitgenommen, oft dem Tode nahe und kurz davor aufzugeben. Doch in ihm war eine Quelle, die ihn von innen her immer wieder neue Kraft gab. So kann es sehr wohl sein, dass auch wir vielleicht äußerlich am Ende sind, innerlich jedoch voller Leben. Eine weitere Zeile des oben erwähnten Liedes lautet: „Nobody told me the road would be easy.“ - „Keiner versprach mir, dass der Weg leicht sein würde.“ Als Christen geht es uns nicht in erster Linie darum, leicht und schön zu leben, sondern mit Christus verbunden zu sein.

Die letzte Zeile des Liedes lautet schließlich: „I don‘t believe he brought me this far to leave me.“ - „Ich glaube nicht, dass er mich so weit gebracht hat, um mich jetzt allein zu lassen.“ Jesus Christus ist bei uns in guten und schlechten Tagen, ja seine Treue ist es, die uns geistlich wach hält.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Kor. 1,8

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 13.05.2022

HERR, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund.
Psalm 30,3

Jesus sprach zu dem Geheilten: Geh hin in dein Haus zu den Deinen und verkünde ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan und wie er sich deiner erbarmt hat.
Markus 5,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Zwei Heilungen

Die heutigen Bibelverse berichten von einer Heilung bzw. von einer Befreiung. David, der Autor des 30. Psalms, sah die Not, in die er geraten war und aus der Gott ihn gerettet hatte, aus einem bestimmten Blickwinkel und schrieb Folgendes: Als ich mich sicher fühlte, dachte ich: „Was kann mir schon geschehen?“ Durch deine Güte, HERR, stand ich fester als die Berge. Doch dann verbargst du dich vor mir und stürztest mich in Angst und Schrecken. Ich schrie zu dir um Hilfe, HERR. (Ps. 30,7-9a) Gott zeigte also, wie sehr David von ihm abhängig war und dass Sicherheit und Erfolg nicht das Resultat eigener Leistung sind.

Der Heilung, von der wir im Lehrtext lesen, ging hingegen etwas Extremes voraus. Es wird von einem Mann berichtet, der von vielen unreinen Geistern beherrscht wurde und nicht zu bändigen war. Er entwickelte übermenschliche Kräfte, die dazu führten, dass selbst Ketten und Fesseln ihn nicht halten konnten. Doch Jesus Christus trieb diese Geister aus und ließ sie in eine Schweineherde fahren, die sich dann den Abhang hinunterstürzte und im Meer ertrank. Ein dramatisches Geschehen. Am Ende wollte der Geheilte mit Jesus gehen. Dieser schickte ihn aber in sein Haus zurück, damit er dort berichtet, was Gott Gutes an ihm getan hat.

Solch eine Schilderung erzeugt bei vielen etliche Fragezeichen. Gibt es so etwas wie Besessenheit? Können Geister ausgetrieben werden? In unserer aufgeklärten Welt haben wir, wie ich meine, oft das Bewusstsein dafür verloren, dass es solche Mächte gibt und diese versuchen, uns in unseren Gedanken und Handlungen fremdzubestimmen. Vielleicht geht es uns wie David und wir wähnen uns in einer trügerischen Sicherheit. Doch ohne Gottes Hilfe sind wir sowohl uns selbst als auch diesen Mächten schutzlos ausgeliefert. Umso mehr danke ich Jesus Christus: Er hat die Macht, uns zu schützen und zu befreien, darauf vertraue ich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 12.05.2022

Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt.
Hiob 10,12

Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.
Jakobus 5,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Geduld

„Herr, schenke mir Geduld - und zwar sofort!“, so beschrieb mir einmal jemand sein persönliches Ringen um Geduld. Zwar mit einer gewissen Selbstironie, dennoch machte es deutlich, wie schwer es fällt, Geduld zu haben, wenn die Umstände geradezu danach schreien, dass jetzt - jetzt! - etwas passieren muss. Durchzuhalten, wenn schlechte Dinge nicht besser und vielleicht sogar noch schlechter werden, kann uns auch als Christen auf eine harte Probe stellen. Allzu gern gibt man sich der Vorstellung hin: Problem erkannt - gebetet - Problem weg.

Nun bin ich überzeugt davon, dass Gott uns hört, wenn wir beten. Das bedeutet jedoch nicht, dass unser Leben ein Spaziergang durchs Tulpenfeld ist. Hiob, von dem das Losungswort stammt, hatte das wie kaum ein anderer erfahren. Sein Leben war ein einziger Scherbenhaufen, sodass er Gott fragte: „Warum hast du zugelassen, dass ich geboren wurde? Wäre ich doch gleich gestorben, kein Mensch hätte mich je gesehen!“ (Hiob 10,18 Hfa) Sieht so Geduld aus? Und wie passt das mit den Worten des Losungsverses zusammen, die ja ganz positiv klingen?

So merkwürdig es sich erst einmal anhört, hier kommen wir der Bedeutung von Geduld auf die Spur. Geduld ist keine Momentaufnahme, auch nicht nur, dass man Dinge still erträgt. Vielmehr ist Geduld ein inneres Ringen, ein Überwinden von Gefühlen, die durch äußere Umstände hervorgerufen werden. Und zwar auch dann, wenn es länger dauert, als wir wollen. Unsere Geduld wird dann auf die Probe gestellt, wenn uns Dinge massiv herausfordern.

Bei Hiob kann man dieses Ringen um die richtige Haltung vor Gott deutlich erkennen. Wie sieht das bei uns aus? Glauben wir, dass Gott uns durch alle Prüfungen hindurchbringt, weil er „barmherzig“ ist, wie es im Lehrtext heißt? Trotz aller Zweifel und Fragen an Gott festzuhalten, das ist es, was wir von Hiob lernen können, „denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.“

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 11.05.2022

Der HERR war mit Samuel und ließ keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.
1. Samuel 3,19

Jesus spricht: Wer euch hört, der hört mich.
Lukas 10,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Menschenwort und Gotteswort

Im heutigen Losungswort lesen wir eine höchst erstaunliche Aussage über den Propheten Samuel. Gott redete zu ihm so deutlich, dass sich dessen prophetische Aussagen alle erfüllten. Daraus kann man schließen, dass andere Propheten öfters mal Dinge verkündeten, die nicht eintrafen. Das ist, wie ich meine, bis heute ein Problem. Auch im christlichen Glauben gibt es Propheten. Jesus Christus hatte seinen Jüngern deutlich angekündigt: „Doch wenn der Helfer kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch zum vollen Verständnis der Wahrheit führen. Denn was er sagen wird, wird er nicht aus sich selbst heraus sagen; er wird das sagen, was er hört. Und er wird euch die zukünftigen Dinge verkünden.“ (Joh. 16,13) Wir dürfen also damit rechnen, dass Gott uns Einblicke in die Zukunft geben will.

Es irritiert jedoch, wenn angekündigte Voraussagen nicht eintreffen. Einige wollen deshalb mit prophetischen Aussagen überhaupt nichts zu tun haben. Was aber war bei Samuel so besonders? Nun, es gab eine Situation, da war Samuel anderer Meinung als Gott. Das war, als Israel einen König haben wollte, was Samuel aber als eine Abkehr von Gott verstand. Trotzdem vertrat er das, was Gott ihm sagte, und gab Israel einen König.(1) Offensichtlich hütete er sich davor, Dinge in Gottes Namen zu sagen, die nur seine Meinung widerspiegelten.

Diese Gesinnung benötigen wir auch als Christen, denn Jesus Christus will ebenfalls durch uns zu den Menschen sprechen, wie wir im Lehrtext erfahren. Wenn wir ihnen aber lediglich unsere Meinungen mitteilen, wie sollen sie dann an Christus glauben? Wir stehen da alle in der Verantwortung vor Gott, sein Reden und sein Wort nicht mit unseren Sichtweisen zu vermischen. Natürlich können wir, wie ich denke, zu allem unsere Meinung sagen, doch immer mit dem Vorbehalt, dass wir uns irren können. Viel wichtiger allerdings als unsere Meinung ist, auf Gott zu hören, sein Wort zu verstehen und an andere weiterzugeben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Sam. 8,1-10

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 10.05.2022

Es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR.
Jeremia 31,34

Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, dass wir Gottes Werke wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
Johannes 6,28-29

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Von innen her verändert

Im heutigen Losungswort wird eines der größten Wunder Gottes angekündigt: Menschen werden Gott erkennen, wie er wirklich ist - und zwar von sich aus. Niemand muss mehr den anderen lehren, Gott selber gibt sich dem Menschen zu erkennen. Doch könnte dann nicht jeder behaupten, Gott erkannt zu haben?

Ich meine, es spielt keine Rolle, was andere von sich behaupten. Wer lediglich behauptet, Gott erkannt zu haben, ohne dass es wirklich geschehen ist, schadet sich nur selbst, denn niemand wird mehr von der „Gotteserkenntnis“ anderer abhängig sein. Viel interessanter ist es, ob man selber Gott erkannt hat.

Im Vers vor dem Losungsvers sagt Gott: „Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz, es soll ihr ganzes Denken und Handeln bestimmen.“ (Jer. 31,33b) Gott erkennen bedeutet eigentlich, von ihm erkannt worden zu sein. Sein Gesetz in unseren Herzen gibt unserem Leben eine völlig neue Ausrichtung. Das bleibt weder uns noch anderen verborgen. Diese neue Ausrichtung wurde uns weder anerzogen noch aufgedrückt. Sie kommt aus der Tiefe unseres Herzens und sehnt sich danach, Gottes Willen zu tun.

Doch wie kommt all das in unser Herz? Wachen wir irgendwann morgens auf und alles ist plötzlich anders? Nein - der Lehrtext macht deutlich, dass der Glaube an Jesus Christus daran maßgeblich mitwirkt. Interessanterweise beschreibt sich Jesus dort als den, den Gott gesandt hat, ohne sich selbst mit Namen zu nennen. Und genau darum geht es, wie ich meine: Gott macht sein Wort wahr, doch nicht einfach so, sondern er sendet seinen Sohn Jesus Christus. In ihm, schreibt der Apostel Paulus, finden alle Zusagen Gottes ihre Erfüllung.(1) Durch den Glauben an ihn können wir also erleben, wie Gott uns von innen her begegnet und verändert.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 2.Kor. 1,20

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 09.05.2022

Der HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb.
Psalm 11,7

Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Epheser 4,23-24

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Vorbild

Im heutigen Losungswort lesen wir etwas über Gottes Wesen: Er ist gerecht und liebt gerechtes Tun. Das schließt diejenigen mit ein, die entsprechend handeln. Von ihnen heißt es, dass sie ihn sehen werden.(1) Doch auch Gott blickt auf uns Menschen: „Der Herr prüft Gerechte und Ungerechte und hasst alle, die Unrecht und Gewalt lieben.“ (Ps. 11,5 Neues Leben Bibel)

Solche Aussagen haben manchmal etwas Erschreckendes. Denn wer kann schon von sich behaupten, diesem Maßstab von göttlicher Gerechtigkeit zu entsprechen? Und kommt es nicht sowieso mehr auf das an, was wir glauben, als auf das, was wir tun? Ich denke, es ist gut, solch eine Spannung einmal auszuhalten. Im Lehrtext finden wir eine Aufforderung des Apostels Paulus, die zeigt, dass es sehr wohl auch auf uns ankommt. Wer glaubt, soll dem Glauben entsprechend handeln. Im Klartext: Wer an Christus glaubt, soll sich an Christus orientieren.

So etwas kann nicht passiv laufen. Es erfordert, auf Christus zu schauen, und auch den Willen, ihn nachzuahmen. Genau das passiert übrigens, wenn ein Baby anfängt, seine Eltern zu imitieren. Wo das nicht stattfindet, redet man von einer tief greifenden Entwicklungsstörung. Nun gibt es im Geistlichen jedoch ein Grundproblem: Verhaltens- und Denkmuster, die man im Laufe seines Lebens erworben hat, die Christus aber nicht entsprechen. Paulus benennt diese ganz konkret: Lüge, anhaltender Zorn und Unversöhnlichkeit, Diebstahl, schlecht über andere reden sowie unnützes Gerede sollen in unserem Leben keinen Raum mehr haben.

Das heißt, wir sollen uns davon trennen wie von einem Kleidungsstück, das wir ablegen, und „den neuen Menschen“ anziehen. Dieser neue Mensch ist nach einem ganz konkreten Vorbild geschaffen: Gott. Es mag zwar mitunter dauern, bis wir das Alte hinter uns lassen können. Doch Christus selbst hilft uns in den neuen Menschen hinein. Und mit ihm ist alles möglich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 11,7 (2) Eph. 4,25-31

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 08.05.2022

Die Blinden will ich auf dem Wege leiten, den sie nicht wissen; ich will sie führen auf den Steigen, die sie nicht kennen.
Jesaja 42,16

Gott hat euch berufen aus der Finsternis in sein wunderbares Licht.
1. Petrus 2,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Neue Wege

In dem Kapitel, aus dem das heutige Losungswort stammt, beschreibt der Prophet Jesaja, wie Gott Recht schaffen will. Unter anderem will er sich um schwache Menschen kümmern, hier speziell um Blinde. In der Bibel hat Blindheit auch eine übertragene Bedeutung, wenn Personen, die den Weg Gottes nicht erkennen, geistlich im Dunkeln tappen. Von solch einer Blindheit spricht auch das berühmte Lied Amazing Grace. Dort heißt es in einer Zeile: „Was blind but now I see.“ - „Ich war blind, doch nun kann ich sehen.“ Im Lehrtext lesen wir von einer Finsternis, in der auch Sehende blind sind. Es geht also immer um die gleiche Ausgangslage: blind für Gottes Wege.

Nun heißt es weiter, dass Gott auf neue Wege führen will. Was mag das in der Übertragung bedeuten? Ich deute es auf Jesus Christus. Er führt uns aus der Finsternis in Gottes Licht, in dem viele Dinge anders erscheinen. Dann erkennen wir nicht nur, was richtig und was falsch ist, wir bekommen auch die Kraft, das Richtige zu tun. Eigentlich ist es nicht so schwer, richtig und falsch zu unterscheiden, zumindest für unser eigenes Handeln. Das oberste Gebot Jesu lautet: „Behandelt eure Mitmenschen in allem so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt. Das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern.“ (Matt. 7,12) Möchte ich also nicht belogen werden, lüge ich nicht. Möchte ich nicht angegriffen werden, greife ich nicht an. Möchte ich respektiert werden, respektiere ich andere. Obwohl das so einfach klingt, wird genau dieses Gebot ständig im Großen und Kleinen gebrochen. Es fehlt einfach die Kraft, durchgängig so zu handeln.

Die neuen Wege, die in Gottes Licht führen, bringen etwas in unser Leben, das Unmögliches möglich macht. Wir sehen Gottes Wege nicht nur, wir können sie auch gehen. Es ist der Geist Christi in uns, der alles verändert. Unser Teil ist lediglich, uns von Jesus Christus leiten zu lassen. Sind wir dazu bereit?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 07.05.2022

O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!
Psalm 118,25

Der Gott des Friedens rüste euch aus mit allem Guten, dass ihr seinen Willen tut.
Hebräer 13,20.21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Abhängigkeiten

Der Psalm, aus dem das heutige Losungswort stammt, ist alles andere als ein Hilferuf an Gott. Die Verse strotzen nur so von Zuversicht. So heißt es.z.B.: „Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.“ (Ps. 118,17) Einige Verse deuten sogar auf Jesus Christus hin: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.“ (Ps. 118,22-23) In den Versen vor und nach dem Losungsvers wird Gott und der kommende Erlöser gelobt und gepriesen.(1) Welche Bedeutung hat also dieser Ruf um Hilfe?

Nun, ich meine, in diesem Vers verbinden sich Zuversicht und das Wissen um Abhängigkeit von Gott. Die Bitte um Hilfe ist keine verzweifelte Bitte, nachdem alles andere versagt hat. Sie entspringt eher der Erkenntnis, die Salomo einmal so ausdrückte: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, ist die Arbeit der Bauleute vergeblich.“ (Ps. 127,1a) Gott muss immer helfen und wohlgelingen lassen, selbst da, wo wir meinen, keine Hilfe zu benötigen.

Die letzten Wochen haben uns gezeigt, wie abhängig wir von anderen Ländern sind. Wer hat sich davor schon groß überlegt, wo das Gas für unsere Gasthermen herkommt? Jetzt könnte es passieren, dass wir plötzlich ohne Heizung und Warmwasser auskommen müssen. Mir war auch nie bewusst, wie viel Getreide gerade für Afrika aus der Ukraine und Russland kommt. Doch auch wenn mir diese Abhängigkeiten nicht bewusst waren, sind sie trotzdem da. Wie viel mehr gilt das für Gott. Wir alle sind abhängig von ihm.

Im Lehrtext lesen wir, dass Gott ein Gott des Friedens ist. Er will uns nichts vorenthalten von all dem Guten, was von ihm kommt. Ohne Frieden sind Abhängigkeiten allerdings bedrohlich, doch mit Frieden ein Segen. In Jesus Christus hat sich Gott mit uns versöhnt. Von ihm abhängig zu sein, ist nicht bedrohlich, sondern segnet uns in allem, was wir tun. Mit dieser Erkenntnis können wir zuversichtlich vorangehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Ps. 118,24 Ps. 118,26

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 06.05.2022

Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.
Prediger 12,14

Jeder von uns wird für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten.
Römer 14,12-13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Rechenschaft

Das heutige Losungswort ist der letzte Vers des Buches Prediger und zeigt, worauf alles letztlich hinausläuft: Jeder Mensch wird sich einmal vor Gott verantworten müssen, nichts wird verborgen bleiben. Denkt man an all die ungeahndeten Ungerechtigkeiten, mag man vielleicht sagen: „Endlich!“ Es geht jedoch nicht nur um das, was andere tun, sondern auch um alles, was wir selbst getan haben. Vor seiner Schlussaussage nennt der Prediger noch einmal den Maßstab, der für jeden gilt und an dem jeder gemessen wird: „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.“ (Pred. 12,13)

Auf die Fehler der anderen zu sehen und sich daran zu reiben oder darauf zu zeigen, damit kämpfte auch der Apostel Paulus. Im Umfeld des Lehrtextes ringt er darum, dass Christen nicht diejenigen verurteilen, die Dinge anders handhabten als sie selbst. In ihrem Fall ging es um den richtigen Umgang mit Nahrung, was man essen darf und was nicht. Fleisch oder lieber nur Pflanzliches war schon damals ein Thema. Ein weiteres Streitthema war, ob es bestimmte Tage gibt, für die besondere Regeln gelten. Sonntag oder Sabbat, Feiertag oder normaler Tag, all das wird auch heute immer wieder diskutiert. Und gerade unter Christen kommt es da zu Verwerfungen, aber auch, dass man diejenigen verurteilt, die es anders sehen.

Paulus warb darum, dass jeder so handelt, wie er es richtig findet, andere jedoch nicht verachten oder verurteilen soll.(1) Das fällt manchem sehr schwer, doch Paulus stellte klar, dass die Ausrichtung auf Gott entscheidender ist, als äußerliche Regeln und Normen zu befolgen. Für das, was wir tun, sind wir zuallererst vor Gott verantwortlich, der auch unsere Motive kennt. Sind wir auf ihn ausgerichtet, begreifen wir uns und andere als von ihm angenommen. Wie wäre es, wenn wir andere als seine Kinder respektieren, statt sie geringzuschätzen? Denn auch danach wird Gott uns fragen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Röm. 14,3

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 05.05.2022

Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand.
Jesaja 42,6

In Christus Jesus, unserem Herrn, haben wir Freiheit und Zugang zu Gott.
Epheser 3,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Zugang zu Gott

Heute möchte ich einmal mit dem Lehrtext beginnen. Dort wird uns gesagt, dass wir in Christus Zugang zu Gott haben. Wie wirkt sich das eigentlich aus? Was verändert sich im Leben einer Person, die Zugang zu Gott hat?

Manchmal sagen Leute scherzhaft zu mir: „Du hast doch einen besonderen Draht zum lieben Gott. Kannst du nicht mal dafür sorgen, dass es morgen nicht regnet?“ Bedeutet also der Zugang zu Gott, dass er auf uns hört? Ich meine, ja. Jesus Christus verspricht seinen Jüngern mehrfach, dass er ihre Gebete erhören will.(1) Dabei denke ich an ernsthafte Gebete, wie Jakobus in seinem Brief äußert: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ (Jak. 5,16b)

Wenn wir Zugang zu Gott haben, ist das Besondere, dass er auch Zugang zu uns hat. Nicht, weil er allmächtig ist, sondern weil wir ihn darum gebeten haben. Unsere Beziehung zu ihm ist keine Einbahnstraße. Das hat z.B. Auswirkungen auf unsere Gebete. Viele Menschen reden zu Gott, erwarten jedoch nicht, dass er auch zu ihnen redet. Auf diese Weise kann Gebet regelrecht zur Qual werden, da man nicht ständig „gebetsmühlenartig“ etwas sagen kann. Andere versenken sich in Stille. Doch weder Stille noch permanentes Reden kennzeichnet unseren Zugang zu Gott. Ich persönlich verstehe Beten als ein Gespräch mit Gott - reden und hören, hören und reden.

Diesen Zugang hat Jesus Christus möglich gemacht. Von ihm handelt auch das Losungswort. Es bezieht sich auf den Messias, den Gott in Gerechtigkeit gerufen hat. Er ist der Auserwählte Gottes. „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ (Jes. 42,3a) Jesaja spricht hier prophetisch von Jesus Christus.

Doch nicht nur Jesus wurde von Gott gerufen, er ruft auch wiederum uns.(2) Deshalb bedeutet für mich Zugang zu Gott eine echte Gemeinschaft mit ihm. Geben und nehmen, lieben und geliebt werden, reden und hören, handeln und erleben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 7,8 Mark. 11,24 Joh. 16,24 (2) Joh. 20,21

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 04.05.2022

Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN.
Psalm 127,3

Jesus nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie und herzte es und sprach zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
Markus 9,36-37

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Eine überraschende Offenbarung

Das heutige Losungswort ist für so manchen eine Herausforderung. Sind Kinder eigentlich eine Gabe des HERRN oder ein Fluch? Wie ich es erlebe, versuchen viele Menschen heutzutage zu planen, ob und wann ein Kind erwünscht ist. Nun können Geschenke Gottes aber auch überraschend kommen. Und selbst wenn alles wie geplant verläuft, kann das Ergebnis völlig anders aussehen, als man dachte. Das gilt für eigene Kinder genauso wie für Kinder, für die wir aus irgendeinem Grund plötzlich verantwortlich sein können. Kinder als Geschenk Gottes anzusehen, kann unsere Einstellung zum Leben und vor allem zu Kindern grundlegend verändern.

Im Grunde hat Gott uns so erschaffen, dass aus der intimen Gemeinschaft von Frau und Mann Kinder hervorgehen können. Der Schutzraum dafür ist das gegenseitige Treuegelöbnis, zusammenzubleiben, füreinander zu sorgen und diese „Gabe des HERRN“ gemeinsam zu begleiten. Was geschieht aber, wenn man sexuelle Kontakte von der Möglichkeit abkoppelt, dass daraus ein Kind hervorgehen kann? Sind Kinder dann noch eine Gabe Gottes, also ein willkommenes Geschenk, oder eher ein Störfaktor in unserer Lebensplanung?

Im Lehrtext beleuchtet Jesus Christus noch einen weiteren Aspekt - vielleicht den wichtigsten überhaupt. Kinder dienen uns als Vorbild in unserem Verhältnis zu Gott und zueinander. Die Jünger hatten erhitzt darüber diskutiert, wer wohl der Größte unter ihnen sei. Als Antwort nahm Jesus ein Kind und herzte es. Dieses Kind war garantiert nicht der Größte. Doch in solch einem Kind begegnet uns Gottes Größe. Wer es aufnimmt, nimmt Jesus auf, und wer Jesus aufnimmt, der nimmt den allmächtigen Gott auf. Im Kind offenbart sich Gott! Kinder - nicht nur die eigenen - sind tatsächlich eine unglaubliche Gabe Gottes. Sie lassen uns Gott verstehen und machen unser Leben reich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 03.05.2022

Singet dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm an den Enden der Erde.
Jesaja 42,10

Lasst euch nicht abbringen von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt. Überall auf der Welt, so weit der Himmel reicht, ist es verkündigt worden.
Kolosser 1,23

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Lasst euch nicht abbringen

Das heutige Losungswort stammt aus einem Kapitel des Buches Jesaja, in dem von einem kommenden Diener des Herrn gesprochen wird. So lautet der erste Vers: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich halte, und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen.“ (Jes. 42,1) Erinnert das nicht an die Taufe Jesu? Da sagte eine Stimme aus dem Himmel: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ (Matt. 3,17).

Die Hoffnung, von der im Lehrtext die Rede ist, ist keine andere als die auf Jesus Christus. Sein Evangelium war es, das der Apostel Paulus verkündigte. Wie umfassend dieses Evangelium ist, wird in folgenden Versen deutlich: „Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.“ (Kol. 1,19-20) In Christus ist Gottes Fülle und Versöhnung mit ihm, „so weit der Himmel reicht“.

Für die einen ist das reine Theorie. Für andere ist es jedoch das Fundament, auf das man sich stellen kann. Gerade in Zeiten der Not, wenn sich das, worauf man sich gestern noch verlassen konnte, auflöst, erweist sich die Kraft der „Hoffnung des Evangeliums“. Sie ist nicht erklärbar, dennoch kann man sie erfahren. Überall, wo Christus verkündigt wird, bezeugen Menschen diese Hoffnung auf Gott. Sie galt nicht nur zur Zeit Jesajas. Sie hörte auch nicht mit Paulus auf und sie bleibt auch nicht bei uns stehen. Weltweit erleben Menschen, wie durch Christus etwas Neues und ewig Gültiges in ihnen aufbricht. Selbst in der größten Dunkelheit hat die Botschaft von Christus die Kraft, Hoffnung zu erzeugen. Die Ermunterung des Paulus, sich davon nicht abbringen zu lassen, ist für uns als Christen auch in der heutigen Zeit von großer Bedeutung. Bleiben wir dran!

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 02.05.2022

HERR, deine Ratschlüsse von alters her sind treu und wahrhaftig.
Jesaja 25,1

Aus Liebe hat Gott uns dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu werden - durch Jesus Christus.
Epheser 1,4-5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Ratschlüsse

In der heutigen Losung preist der Prophet Jesaja Gottes Ratschlüsse. Sie waren und sind treu und wahrhaftig. Was Jesaja damit meinte, erklärte er in den nachfolgenden Versen. Gott hat die Städte der Starken und Unterdrücker zerstört, jedoch dem Geringen und Schwachen Schutz und Zuflucht in schweren Zeiten gegeben. Jesaja begeisterte also an Gott, dass bei ihm nicht das Recht des Stärkeren gilt.

Nun lesen wir im Lehrtext, dass Gott uns aus Liebe und durch Jesus Christus dazu bestimmt hat, seine Söhne und Töchter zu sein. Diese Kindschaft ist nicht nur symbolisch gemeint. Jesus Christus erklärte es einmal so: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Joh. 3,3) Es geht um eine neue Geburt aus Gott heraus. Wir Christen nennen Gott nicht nur Vater, er ist unser Vater. Wir tragen gewissermaßen Gottes geistliches Gengut in uns. Ich finde das unfassbar, dass Gott uns nicht nur angenommen hat, sondern wir sogar ein Teil seiner selbst geworden sind. Denn das gilt ja für alle, die an Jesus Christus glauben.

Wenn das aber alles wahr ist, so sind ja auch die Eigenschaften Gottes ein Teil von uns geworden - auch diejenigen, die Jesaja beschreibt, nämlich das Erbarmen Gottes und dass wir dem Geringen und Schwachen Schutz und Zuflucht geben. Was es allerdings nicht bedeutet, ist, dass wir an Gottes Stelle Menschen richten. Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament lesen wir: „Rächt euch nicht selbst, liebe Freunde, sondern überlasst die Rache dem Zorn Gottes. Denn es heißt in der Schrift: „Das Unrecht zu rächen ist meine Sache, sagt der Herr; ich werde Vergeltung üben.“ (Röm. 12,19) Was wir stattdessen tun sollen, lesen wir gleich im nächsten Vers: Mehr noch: „Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen, und wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken. Ein solches Verhalten wird ihn zutiefst beschämen.“ (Röm. 12,20)

All das sind Ratschlüsse Gottes. Begeistern sie uns auch?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 01.05.2022

So viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
Jesaja 55,9

Unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.
1. Korinther 13,9-10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes höhere Gedanken

Das heutige Losungswort macht deutlich, dass wir Gott nicht begreifen können. Auf der anderen Seite will Gott aber, dass wir ihn verstehen. Wie ich es sehe, will er nicht das unbekannte Wesen sein, das völlig außerhalb unseres Denk- und Vorstellungsvermögens existiert. Immerhin sind wir ja nach seinem Bild geschaffen. Gott hat offensichtlich Eigenschaften, die auch wir besitzen. Wir sind ihm also ähnlicher, als wir vielleicht denken, und doch ist er ganz anders, wie wir gerade gelesen haben.

Je mehr ich mich frage, was für Gedanken Gottes das sein mögen, die so anders als unsere Gedanken sind, umso mehr entdecke ich: Es müssen seine Gedanken der Gnade sein. Es gibt im Alten Testament eine große Abhandlung über Segen und Fluch. Segen, wenn die Menschen sich in Gottes Ordnungen bewegen, Fluch, wenn sie diese Ordnungen verlassen.(1) Ich denke, diese Gedanken können wir gut nachvollziehen. Wer Gutes tut, wird belohnt, wer Schlechtes tut, bestraft. Doch Gottes Gedanken sind hier noch nicht zu Ende. Es geht ihm nicht nur darum, Sünde zu verhindern, er will einen Rückweg aus der Sünde heraus schaffen. Bei Gott gibt es noch ein Danach: seine Gnade. Wenn Israel umkehrt, wird Gott sie zurückholen und ihnen helfen, anders leben zu können.(2)

Gottes Danach hatte jedoch einen enormen Preis. Wer hätte jemals gedacht, dass er in Jesus Christus selber den Preis für unsere Sünden am Kreuz bezahlt? Im Lehrtext wird von dem Vollkommenen gesprochen, durch das wir das Ganze erkennen können. Ich glaube, dieses Vollkommene ist Jesus Christus, die menschgewordene Gnade Gottes. Auch wenn wir noch nicht alles verstehen, können wir es heute schon zumindest teilweise erleben. Denn je mehr wir diese Gnade Gottes in unserem Leben erkennen, je mehr entdecken wir Gottes höhere Gedanken.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 5.Mos. 28,1-69 (2) 5.Mos. 30,1-6

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 30.04.2022

Der HERR sprach zu Mose: Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.
2. Mose 33,17

Jesus spricht: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.
Johannes 10,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nähe zu Gott

Die Beziehung des Volkes Israel mit Gott war von Anfang an sehr wechselhaft. Mal waren sie voller Hingabe, dann wieder rebellisch, wenn ihnen etwas nicht passte. Je nach Umständen wandelten sich ihre Hoffnung und ihr Vertrauen in Wut und Verzweiflung, sodass ihr Glaube von Wankelmütigkeit und Misstrauen geprägt war. Das war so extrem, das Gott sie zwar in das verheißene Land bringen wollte, sie jedoch wissen ließ: „Ich selbst will nicht mit dir hinaufziehen, denn du bist ein halsstarriges Volk; ich würde dich unterwegs verzehren.“ (2.Mose 33,3)

An dieser Stelle erleben wir Mose als jemanden, der vor Gott um sein Volk ringt, ja geradezu mit Gott ringt.(1) Er wagt es, Gott zu widersprechen, zitiert dessen Versprechen und besteht darauf, dass Gott bei ihnen bleibt. Mose wollte keinen Engel als Ersatz für Gottes Gegenwart, und er wollte auch nicht Gottes Stellvertreter sein. Gott selbst sollte mit ihnen gehen.

Über diese Haltung kann man lange nachdenken. Gottes Nähe war Mose wichtiger als alles andere. Wie ist das bei uns? Geben wir uns mit weniger als Gottes Nähe zufrieden? Auch heute stellen manche Menschen das Übernatürliche manchmal über die Nähe zu Gott oder verwechseln es damit. Doch weder Engel noch Propheten noch andere stehen über Gott. Er ist der „Ich bin“, wie er sich als der immer Seiende Mose vorgestellt hatte.(2)

Im Lehrtext lesen wir, wie Jesus Christus, Gottes Sohn, etwas davon aufschlüsselt. In einem Gleichnis hatte er erklärt, was der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Hirten ist.(3) Und dann sagt er: „Ich bin der gute Hirte.“ Der „Ich bin“ enthüllte damit etwas von sich. Er kennt diejenigen, die zu ihm gehören. Und sie kennen ihn. Beziehung und Nähe zu Gott ist keine Einbahnstraße, weder aus der einen noch aus der anderen Richtung. In Christus kommt er uns nahe - und wir ihm. Der „Ich bin“ trägt seinen Namen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Mose 33,12-17 (2) 2.Mose 3,14 (3) Joh. 10,1-4

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 29.04.2022

Keiner ersinne Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten, und liebt nicht falsche Eide; denn das alles hasse ich, spricht der HERR.
Sacharja 8,17

Seid untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Epheser 4,32

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Es kann gelingen

Das gesamte Kapitel des Buches Sacharja, aus dem das heutige Losungswort stammt, handelt von der Wiederherstellung Israels. Was Menschen unmöglich erschien, wollte Gott für sein Volk tun. Doch eines erwartete er von ihnen: „Sagt einander die Wahrheit. Fällt an euren Gerichtshöfen gerechte Urteile, die für Frieden sorgen. Schmiedet keine bösen Pläne gegeneinander und schwört keine Meineide.“ (Sach. 8,16-17a aus Neues Leben Übersetzung) All das sind Verhaltensnormen, für die man sich entscheiden muss. Sie sind nicht abhängig von unserem Persönlichkeitstyp oder unseren Befindlichkeiten.

Wenn wir unsere Welt mit offenen Augen betrachten, müssen wir allerdings feststellen, dass vielen - vielleicht auch uns selbst - diese Verhaltensnormen mitunter Mühe machen. Auch Christen haben zuweilen Probleme mit der Wahrheitsliebe. Man kann ja die Wahrheit so lange biegen, bis sie einem nicht mehr zum Nachteil gereicht. Und so manch ein Plan wird gemacht, selbst wenn er anderen schadet. Wenn wir also schon Probleme mit diesen einfachen Normen haben, wie kann es uns dann gelingen, das zu erfüllen, was wir im Lehrtext lesen?

Ich meine, es kann dann gelingen, freundlich, herzlich und versöhnungsbereit mit anderen umzugehen, wenn die Botschaft am Ende des Lehrtextes tief in uns verwurzelt ist. Wie kann ich jemandem die Vergebung verweigern, wenn Gott mir vergeben hat? Wie kann ich unfreundlich zu meinen Mitmenschen sein, wenn Gott freundlich zu mir ist? Auch müssen wir andere weder belügen noch unsere wahren Absichten vor ihnen verbergen, denn Gott hat uns angenommen. Nicht was die Leute über uns sagen oder denken, bestimmt unseren Wert, sondern was Gott über uns sagt. Das Handeln Gottes an uns kann also enorme Auswirkungen darin haben, wie wir mit uns selbst und mit anderen umgehen. Möge diese Gnade und Güte Gottes tief in uns verwurzelt sein.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 28.04.2022

Der HERR wird zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln.
Jesaja 2,4

Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.
Apostelgeschichte 10,36

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Frieden ist möglich!

Im heutigen Losungswort beschreibt der Prophet Jesaja eine Zeit, in der Menschen aus allen Nationen zum Tempel Gottes kommen werden, um Rat und Weisung zu erhalten. In dieser Zeit wird Gott in das Weltgeschehen eingreifen, richten und zurechtbringen. Schwerter werden zu Pflugscharen und Spieße zu Sicheln. Am Ende des Losungsverses heißt es sogar: „Und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Jes. 2,4c)

Ist das alles nur ein Traum? Der Beginn des Ukraine-Krieges hat viele aus dem Traum vom friedlichen Zusammenleben aufgeschreckt. Kanzler Scholz sprach von einer Zeitenwende, andere, von denen man es früher nie vermutet hätte, rufen nach schweren Waffen. Ich glaube tatsächlich, dass nachhaltiger Frieden ohne Gott nur ein Wunschtraum ist. Doch mit Gott ist alles möglich und genau darum geht es in der heutigen Losung.

Manchmal schreiben Leserinnen und Leser, wenn sie die Gedanken zur Losung kommentieren statt „Losung“ „Lösung“. Vielleicht liegt es an der Autokorrektur. Aber „Lösung“ passt zur heutigen Losung. Jesus Christus ist die Lösung, ich glaube sogar, die einzige Lösung. Davon handelt der Lehrtext. Christus besiegte Gewalt nicht mit mehr Gewalt, sondern indem er die Ursache für alles Leid auf sich nahm. In einem späteren Kapitel schreibt Jesaja: „Er wurde gestraft, damit wir Frieden haben.“ (Jes. 53,5b)

Am Ende des Lehrtextes heißt es: „Welcher ist Herr über alles.“ Diesen Satz halte ich für sehr wichtig. Frieden hat etwas damit zu tun, Jesu Herrschaft in unserem Leben zuzulassen. Das gilt für alle Menschen, auch für Christen. Frieden beginnt im Kleinen, nämlich in uns - Kriege übrigens auch. Was jedoch im Kleinen beginnt, kann große Auswirkungen haben. Jeder Mensch, der diesen Frieden gefunden hat, gibt der Welt Hoffnung, dass Frieden nicht nur ein Wunschtraum ist. Denn bei Gott ist alles möglich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 27.04.2022

Haltet dem HERRN, eurem Gott, die Treue, so wie ihr es bisher getan habt.
Josua 23,8

Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott.
2. Korinther 3,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott treu sein

Das heutige Losungswort stammt aus einer Rede Josuas, in der er am Ende seines Lebens dem Volk Israel noch einmal entscheidende Dinge ans Herz legte. So sollten sie unter anderem Gott unbedingt die Treue halten. Leider dauerte es nicht lange, bis diese Treue erste Risse bekam, wodurch die Beziehung zu Gott immer wieder instabil wurde. Das gesamte Buch der Richter bezeugt diesbezüglich ein ständiges Auf und Ab. Treu sein zu wollen führt offensichtlich nicht automatisch dazu, dass man auch wirklich treu ist.

Bei den Israeliten lag es zum Teil daran, dass sie es mit bestimmten Anweisungen nicht so genau nahmen. So sollten sie sich beispielsweise nicht mit den umliegenden Völkern vermischen, da das zu Götzendienst führen würde. Vermutlich hielten sie sich für widerstandsfähiger, als sie waren, denn genau in diese Falle tappten sie.

Bis heute geht vielen Verfehlungen genau dieses Denken voraus. Ich kenne nicht wenige, die auf andere herabschauten, die mit Problemen zu kämpfen hatten. Doch nur kurze Zeit später steckten diejenigen, die sich so souverän wähnten, in genau diesen Schwierigkeiten. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Deshalb sollten wir uns davor hüten, über andere zu urteilen und zu meinen: „Das könnte mir nie passieren!“

Der Apostel Paulus bringt es im Lehrtext auf den Punkt: Wir wären nicht in der Lage, etwas zu bewirken, wenn Gott uns nicht dazu befähigen würde. Die gute Nachricht ist, dass er das tut! „Er hat uns befähigt, Diener seines neuen Bundes zu sein, eines Bundes, der nicht auf schriftlichen Gesetzen beruht, sondern auf dem Geist Gottes. Der alte Weg führt in den Tod, aber auf dem neuen Weg schenkt der Heilige Geist Leben.“ (2.Kor. 3,6 Neues Leben)

Das neue Leben in Christus, der Glaube an ihn, die Verbindung zu Gott - nichts davon können wir aus uns selbst hervorbringen. Umso mehr können wir uns darüber freuen, dass Gott uns befähigt - auch zur Treue.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 26.04.2022

Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe, der seine Seele errette aus des Todes Hand?
Psalm 89,49

Der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.
Römer 6,23

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Sünde Sold

Im heutigen Losungswort stellt der Psalmist fest, dass vor dem Tod alle gleich sind. Welche Position jemand auch haben mag, wie mächtig jemand auch sein kann, dem Tod kann niemand entfliehen. Auch im Lehrtext lesen wir über den Tod. Dort geht es jedoch um den geistlichen Tod - die Trennung von Gott.

Der Lehrvers bringt diesen Tod direkt mit der Sünde in Verbindung, denn Sünde trennt uns von Gott. Doch Jesus Christus verbindet uns wieder mit Gott, weil er unsere Sünde auf sich nahm. Sind wir aber mit Gott verbunden, dann auch mit der Quelle des Lebens. Deshalb sagte Jesus Christus einmal: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Joh. 11,25)

Dieser Grundbotschaft des Evangeliums stimmen viele Christen zu. Allerdings stelle ich fest, dass eine gewisse Unklarheit in Bezug auf Sünde besteht. Viele meinen, Sünde und Schuld seien das Gleiche, doch es gibt Unterschiede zwischen beiden. Von Schuld sprechen wir gewöhnlich, wenn jemand ein Gebot oder eine Regel übertreten hat. Sünde hingegen bedeutet wörtlich „Zielverfehlung“. Das geht viel weiter als das Brechen eines Gesetzes. Wenn ich z.B. auf der Autobahn einen Drängler nicht an mir vorbeilasse, bin ich zwar im Recht, provoziere aber eventuell einen Unfall. Oder wenn ein Ehemann seine Familie mit seiner Rechthaberei geradezu terrorisiert, so versündigt er sich, selbst wenn er in jedem Punkt recht hat. Das Ziel einer Ehe und einer Familie ist nämlich der Zusammenhalt in Liebe, und das wurde verfehlt.

Ein zentrales Ziel Gottes mit uns ist Barmherzigkeit. Könnte es nun sein, dass Christen ihr Ziel verfehlen, wenn es ihnen an Erbarmen fehlt? All das macht mir deutlich, dass auch wir Christen dem geistlichen Tod oft näher stehen als wir meinen, wenn da nicht die Gabe Gottes wäre, die uns aus der Sünde heraus rettet. Wir sind angewiesen auf seine Gnade. Das möchte ich nie vergessen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 25.04.2022

Es freue sich der Himmel, und die Erde sei fröhlich, und man sage unter den Völkern, dass der HERR regiert!
1. Chronik 16,31

Jesus spricht: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Völker zu Jüngern: Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe.
Matthäus 28,18-20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Alle Macht

Das heutige Losungswort ist dem Lobgesang entnommen, den die Priester Israels sangen, nachdem die Bundeslade Gottes nach Jerusalem gebracht worden war. Alle sollten fröhlich sein, denn der HERR regiert.

Doch woran können wir erkennen, dass Gott tatsächlich regiert - besonders in einer Zeit wie der heutigen? Der Lehrtext kann uns da einen interessanten Aufschluss geben. Jesus Christus teilte seinen Jüngern kurz vor seiner Himmelfahrt mit, dass ihm alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist. Was würden wir eigentlich machen, wenn uns alle Macht im Himmel und Erden gegeben wäre? Würden wir die Kriege stoppen, es nicht mehr gestatten, dass Unrecht geschieht, die Güter dieser Erde gerechter verteilen und den Raubbau beenden? Es ist schon merkwürdig, dass Jesus all diese Dinge nicht auf die To-do-Liste seiner Jünger schrieb. Stattdessen beauftragte er sie, Menschen in die Nachfolge Jesu zu rufen, sie zu taufen und zu lehren, christusgemäß zu leben.

Offensichtlich benutzt Jesus seine Macht dazu, dem Menschen eine Chance zu einem neuen, veränderten Leben zu geben. All das Unrecht, das wir auf dieser Erde erleben, hat nämlich seinen Ursprung in uns Menschen selbst. Wir sind nicht die Lösung des Problems, sondern ein Teil davon. Die Lösung ist die Erlösung, die wir in Christus finden können. Wo können wir also erkennen, dass Gott regiert? Ich meine, wenn er in uns regiert. Damit beginnt eine neue Welt, in der es gerecht zugeht, der Tod keine Macht mehr hat und der Friede Christi unsere Herzen und Sinne regiert.

Je mehr wir diese Botschaft verbreiten und leben - davon bin ich überzeugt -, je mehr Hoffnung werden Menschen finden und fröhlich bekennen: „Der HERR regiert!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 24.04.2022

Ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.
Habakuk 3,18

Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.
Lukas 10,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Dennoch

Der heutige Losungsvers lautet vollständig: „Aber ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.“ Dieses kleine Wort „Aber“ - in anderen Übersetzungen „dennoch, trotzdem“ - halte ich für sehr wichtig. Habakuks Entschluss, sich zu freuen, entsprang weder den Umständen, in denen er sich befand, noch dem, was auf ihn zukam. In einer Zeit, in der Gewalt und Gottlosigkeit an der Tagesordnung waren, sah er im Geist, wie Gott die Erde richtet. „Pest geht vor ihm her, und Seuche folgt, wo er hintritt. Er steht auf und lässt erbeben die Erde; er schaut und lässt erzittern die Völker. Zerschmettert werden die uralten Berge, und bücken müssen sich die uralten Hügel.“ (Hab. 3,5-6)

Das, was Gott ihm offenbarte, ließ Habakuk zutiefst erschrecken.(1) Und dann ist es, als ob er sich innerlich aufrichtet: „Selbst wenn nichts mehr so ist, wie es war, ja selbst, wenn alle Lebenssicherheit dahingeht - ich will mich dennoch in Gott freuen! Er ist meine Kraft!“

Im Lehrtext lesen wir, was Jesus den Jüngern sagte, als sie nach dem Auftrag, Gottes Reich zu verkünden, begeistert wiederkamen. Sogar über Dämonen hatten sie Macht gehabt! Man kann nur erahnen, wie es gewesen sein muss, als 72 Jünger von ihren Erlebnissen berichteten. Jesu Reaktion wirkte auf sie wahrscheinlich überraschend: Sie sollten sich nicht darüber freuen, dass die Dämonen ihnen gehorchen mussten, sondern darüber, dass ihre Namen im Himmel aufgeschrieben waren.

All das zeigt, so meine ich, dass Glaube sich nicht aus den Umständen nährt, sondern aus der direkten Beziehung zu Gott gespeist wird. Zwar können uns Erfolge, wie die Jünger sie erlebten, inspirieren. Sie sind jedoch nichts im Vergleich dazu, dass unsere „Namen im Himmel geschrieben sind“. Zu Gott zu gehören und sein Heil zu kennen, das war es, was auch Habakuk Kraft gab, egal, was kommen würde. Wenn wir wissen, dass Gott uns kennt und wir ihn, werden wir selbst in den größten Herausforderungen ein „Dennoch“ finden.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hab. 3,16

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 23.04.2022

Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.
Jesaja 58,11

Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.
Johannes 4,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Quelle

Die Zusage, die wir im heutigen Losungswort finden, war an bestimmte Bedingungen geknüpft. Der Prophet Jesaja prangerte im Namen Gottes eine äußerliche Frömmigkeit an, die jedoch ohne Inhalt war. Speziell ging es um das Fasten. Die Leute beklagten sich darüber, dass ihr Fasten ohne Wirkung blieb. Eigentlich erhofften sie sich Gebetserhörungen und Orientierung von Gott, doch nichts geschah. Der Grund war, dass sie nur ein religiöses Pflichtprogramm abspulten, in ihren Handlungen jedoch das Gegenteil taten. Sie bedrückten ihre Mitmenschen, kümmerten sich nicht um die Armen und redeten gerne schlecht über andere.

So teilte Gott ihnen mit, dass das wahre Fasten darin besteht, seinen Willen zu tun. Wenn sie darauf eingingen, sollten sie „sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt“, wie wir im Losungswort lesen.

Gelten diese Bedingungen eigentlich auch für uns, die wir an Jesus Christus glauben? Schenkt er uns denn das Wasser des Lebens nicht umsonst, wie wir es im Lehrtext erfahren? Ich meine: ja, das tut er - jedoch nicht, damit es in uns versickert, sondern vielmehr selber zu einer Quelle wird, von der Leben ausgeht. Das Resultat ist also genau das, was in Jesajas Abhandlung über das wahre Fasten beschrieben wird. Dieses lebendige Wasser - und damit ist ja die Gnade Jesu Christi gemeint - versetzt uns in die Lage, so handeln zu können. Was uns Christen kennzeichnet, ist eben nicht nur, dass wir zusammen Gottesdienste feiern und beten. Es sind vor allem unsere Handlungen, unser Vertrauen in Gott und unser Umgang mit anderen. Das alles macht diese Quelle möglich. Es lohnt sich, Jesus Christus um dieses Leben spendende Wasser zu bitten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 22.04.2022

Mach dich auf und handle! Und der HERR möge mit dir sein.
1. Chronik 22,16

Mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.
Apostelgeschichte 4,33

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mach dich auf und handle!

Im heutigen Losungswort fordert David seinen Sohn Salomo auf, den Tempel zu bauen. Er selbst hatte schon viele Materialien dafür herbeigeholt, doch bauen sollte er den Tempel nicht. Als Grund hatte Gott zu ihm gesagt: „Du hast viel Blut vergossen und große Kriege geführt; du wirst meinem Namen kein Haus bauen, denn du hast vor mir viel Blut auf die Erde fließen lassen.“ (1.Chr. 22,8) Den Tempel Gottes sollte offensichtlich jemand bauen, der nicht so kriegerisch war wie David.

Nun gibt es im Alten Testament Personen, die nicht nur für sich stehen, sondern bestimmte Eigenschaften verkörpern, die sich auf den kommenden Messias beziehen. David war solch eine Person, denn es heißt, dass Jesus Christus auf dem Thron Davids sitzt.(1) Auch Salomo gehört dazu. Von ihm wird gesagt: „Der wird meinem Namen ein Haus bauen. Und er wird mir Sohn sein, und ich werde ihm Vater sein. Und ich werde seinen königlichen Thron über Israel fest machen für alle Zeit.“ (1.Chr. 22,10) Dieses Wort hat sich bei Salomo nicht vollständig erfüllt, erfüllte sich aber in Jesus Christus, der Gott einen ewigen Tempel gebaut hat - seine Gemeinde.(2)

Aus all dem können wir erkennen, dass die Gemeinde Jesu Christi nicht auf dem Fundament kriegerischer Handlungen gebaut wird. Dementsprechend verhielten sich die Apostel. Sie verkündigten die Auferstehung Jesu Christi, zwangen aber niemanden dazu, daran zu glauben. Auch kämpften sie nicht mit Waffen, sondern verließen sich auf die Gnade Gottes. All dies geht aus dem Lehrtext und anderen Bibelstellen klar hervor.(3) Deshalb meine ich: Was auch immer andere tun und entscheiden, als Christen haben wir denselben Auftrag wie die Apostel, sowohl inhaltlich als auch in der Durchführung. In diesem Sinne können wir das Losungswort direkt auf uns beziehen: „Mach dich auf und handle! Und der HERR möge mit dir sein.“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Luk. 1,32 (2) 1.Kor. 3,16 (3) 2.Kor. 10,3-5 Eph. 6,12

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 21.04.2022

Hasst das Böse und liebt das Gute, richtet das Recht auf im Tor, vielleicht wird der HERR, der Gott Zebaoth, gnädig sein.
Amos 5,15

Lebt als Kinder des Lichts. Das Licht bringt nichts als Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.
Epheser 5,8-9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kinder des Lichts

An was denken wir, wenn wir solch einen Satz lesen: „Hasst das Böse“? Sind damit Menschen gemeint, die Böses tun? Im Laufe meines Glaubenslebens habe ich festgestellt, dass es in meiner Beziehung zu Gott nicht so sehr um das geht, was andere tun oder lassen, sondern um das, was ich persönlich tue. Anstatt mit den Fingern auf andere zu zeigen, soll ich mich um das kümmern, was Gott von mir möchte.

Im Losungsvers forderte Gott die Israeliten dazu auf, das Böse zu hassen und das Gute zu lieben. Das Böse war, dass sie Arme unterdrückten und ausbeuteten, das Recht beugten und dabei meinten, Gott mit Opfern gefallen zu können.(1) Gottes Kinder handelten also offensichtlich nicht so, wie es ihm entsprach. Dem Ganzen setzten sie jedoch noch die Krone auf, indem sie sich den Tag des Herrn herbeiwünschten, an dem er mal so richtig aufräumen würde. Doch Gott machte ihnen klar, dass dieser Tag vor allem für sie persönlich schlimm sein würde.(2)

Das liest sich für mich hochaktuell. Wir leben in einer Zeit, in der für viele die einzige Lösung auf Gewalt größere Gewalt bedeutet. Dass Menschen dabei zu Schaden kommen oder sogar sterben, können wir täglich in den Nachrichten sehen. Weltweit sehen wir Unterdrückung, Ausbeutung, Ungerechtigkeiten. All das geht nicht ab, ohne dass Menschen Schuld auf sich laden, und niemand kann sich so einfach davon ausklammern. Wie bekommen wir das mit dem zusammen, was der Apostel Paulus im Lehrtext schreibt? Kann man denn einfach beschließen, „nichts als Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit“ hervorzubringen?

Hier geht es meiner Meinung nach vor allen Dingen darum, Gott als Vorbild zu haben, der sich in Christus für uns geopfert hat.(3) In ihm finden wir Licht, Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. Durch ihn kommt all das wiederum in uns hinein - und nach seinem Willen durch uns in diese Welt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Amos 5,10-12.22 (2) Amos 5,18-20 (3) Eph. 5,1-2

 

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