Gedanken zur Losung für Dienstag, den 14.07.2020

Man wird wieder hören den Jubel der Freude und Wonne, die Stimme des Bräutigams und der Braut und die Stimme derer, die da sagen: „Danket dem HERRN Zebaoth; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“
Jeremia 33,11

Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist?
Markus 2,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Braut und Bräutigam

In den heutigen Losungsversen ist von einer Hochzeit die Rede und von der Freude des Bräutigams und der Braut. Diese Freude ist im Losungswort ein Zeichen der Wiederherstellung Israels. Im Lehrtext wiederum bezieht es sich auf Jesus Christus, der sich selbst als Bräutigam bezeichnet. Doch wer ist die Braut? Und weshalb spielt dieses Bild der Hochzeit solch eine herausragende Rolle?

Man kann die Welt, in der wir leben, ja aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Man kann sie als Ablauf von Naturgesetzen sehen, die es zu erforschen gibt. Diese Perspektive ist uns in der westlichen Welt sehr geläufig. Dagegen hat die Bibel einen völlig anderen Blickwinkel. Das beginnt schon auf den ersten Seiten. Gott schuf diese Welt und er schuf uns - und zwar nach seinem Bild. In Gottes Welt geht es also vorrangig um eine Beziehung und nicht um Naturgesetze. Diese Beziehung steht im Mittelpunkt aller Geschehnisse, die wir dann in der Bibel lesen.

Auch das Kommen Jesu, seine Menschwerdung, seine Botschaft, sein stellvertretender Tod, seine Auferstehung, sein Wirken im Geist - immer geht um Beziehung oder besser gesagt, um die Wiederherstellung von Beziehung. Es geht um Glauben, also Vertrauen zu Gott, um Liebe, um Vergebung untereinander, um Barmherzigkeit und Verantwortung vor Gott und Menschen.

Was nun drückt all diese Eigenschaften besser aus als das Bild einer Hochzeit? Da vertrauen sich Menschen, lieben sich, geloben sich Treue in guten und schlechten Tagen und leben in gegenseitiger Hingabe. Genau dieses Bild entwirft Jesus Christus in seiner Beziehung zu uns Christen. Er ist in diesem Bild der Bräutigam und wir die Braut. Dadurch wird seine Liebe zu uns und unsere Liebe zu ihm anschaulich und greifbar. Denn welche Braut freut sich nicht, wenn der Bräutigam zu ihr kommt?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen


Diese Andachten sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)

Gedanken zur Losung für Montag, den 13.07.2020

Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!
Hosea 10,12

Zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Epheser 4,24

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erneuerung

Der heutige Losungsvers war eine dringliche Mahnung an das damalige Volk Israel, nicht länger auf eigenen Wegen zu gehen, sondern Gottes Wege zu suchen. Wir lesen zunächst die Aufforderung zu einem Neuanfang, gefolgt von dem Hinweis, dass es eine bestimmte Zeit gibt, Gott zu suchen, bevor er kommt und alle seine Gerechtigkeit erfahren.

Der Prophet Hosea nennt in einem einzigen Satz entscheidende Wahrheiten des Evangeliums. Eine Wahrheit ist, dass es eine Zeit gibt, in der man Gott suchen und finden kann. Seit Anbeginn der Zeit hat Gott sich den Menschen immer wieder offenbart und in Jesus Christus wurde er schließlich Mensch, um selbst zu uns zu kommen.(1) Mit Christus brach eine Zeit an, in der allein durch den Glauben an ihn ein vorher nicht da gewesener Zugang zu Gott möglich wurde, und zwar für alle Menschen. In dieser Zeit leben auch wir. Welche Bedeutung hat das nun für uns?

Zum einen ist es die Zeit, in der die gute Nachricht von Christus und dem, was er für uns getan hat, verbreitet werden kann, denn jeder soll sie hören. Es ist aber auch die Zeit, in der Christus in uns persönlich wachsen soll. Im Lehrtext lesen wir, wie der Apostel Paulus die Christen in Ephesus ermutigte, „den neuen Menschen“ anzuziehen. Er benennt auch, wie das aussehen soll.(2) Das Evangelium soll also nicht nur durch uns, sondern auch in uns sichtbar und hörbar sein.

Das ist nicht immer leicht, da wir nun mal Menschen sind. Wie gut ist es da, zu wissen, dass wir Gott suchen und um Hilfe bitten können. Denn auch das gehört zu dieser Zeit, in der wir leben. Allerdings wird sie irgendwann ein Ende haben - nämlich dann, wenn Christus wiederkommt. Ich will damit niemandem Angst machen, denn ich glaube an Gottes Barmherzigkeit. Ich glaube aber auch an seine Gerechtigkeit. Deshalb bin ich dankbar, dass er es heute schon möglich macht, durch Christus erneuert zu werden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hebr. 1,1.2 (2) Eph. 4,25-32

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 12.07.2020

Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen.
Daniel 9,7

Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.
Epheser 2,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Fürbitte

Das heutige Losungswort ist Teil eines Gebets von Daniel. Ich möchte einmal auf ein einzelnes Wort eingehen - das Wort „wir“. Daniel verbindet sich durch dieses „Wir“ mit seinem ganzen Volk und stellt sich mit unter dessen Schuld. Deshalb betete er, dass wir „uns alle heute schämen“ müssen. Dabei führte Daniel selbst ein vorbildliches Leben. Er weigerte sich trotz Lebensgefahr, Gottes Gebote zu übertreten. Er vertraute Gott in den extremsten Situationen. Wie kam er also dazu, sich selbst mit in die Schar derer einzureihen, die sich wegen ihrer Sünden schämen müssen?

Ich glaube, es lag daran, weil Daniel sich als Teil seines Volkes empfand. Er erstrebte nicht nur seine persönliche Rettung, sondern die seines ganzen Volkes.

Wie geht es uns eigentlich damit? Auch wir sind ja Teil eines Volkes, sogar in mehrfacher Weise. Als Christen sind wir Teil aller Christen weltweit. Doch auch im Natürlichen sind wir Teil einer Familie, einer Stadt und eines Landes. Wie sehr verbinden wir uns nun mit dem Schicksal derer, mit denen wir verbunden sind? Man könnte die Frage auch biblisch stellen: Wer ist unser Nächster?

Ich kenne Christen, die glauben an die stellvertretende Buße. Diese Theologie geht mir persönlich zu weit. Natürlich kann ich Gott bitten, dass er die Sünde anderer nicht anrechnet, doch zu Gott umkehren muss jeder für sich. Allerdings lesen wir im Lehrtext, dass selbst unser Glaube ein Geschenk Gottes ist. Von Gottes Gnade ist also alles abhängig.

Und genau dafür können wir beten und vor Gott eintreten: dass seine Gnade nicht nur uns geschenkt wird, sondern auch denen, mit denen wir zusammenleben. An dieser Stelle beginnt Fürbitte, die aus dem Herzen kommt, so wie es Daniel tat. Wir klagen nicht an, sondern beten. Wir ziehen uns nicht in unsere eigene Welt zurück, sondern nehmen Anteil an der Welt der anderen. Ganz wie Jesus Christus. Wäre er nicht in unsere Welt gekommen, hätten wir nicht den Weg zu ihm gefunden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 11.07.2020

Der HERR wird seinem Volk Kraft geben.
Psalm 29,11

Sie sahen aber den Freimut des Petrus und Johannes und wunderten sich; denn sie merkten, dass sie ungelehrte und einfache Leute waren, und wussten auch von ihnen, dass sie mit Jesus gewesen waren.
Apostelgeschichte 4,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Freimut

Verbindet man das heutige Losungswort mit dem Lehrtext, deutet diese Verbindung auf eine bestimmte Kraft hin, die Gott seinem Volk schenken will - nämlich Freimut. Freimut ist nicht etwas Selbstverständliches, sondern benötigt den Mut, frei zu sprechen, selbst wenn man bedroht wird. Das war nämlich der Fall, als Petrus und Johannes sich vor den Schriftgelehrten und Pharisäern zu Jesus Christus bekannten.

Freimut ist etwas anderes als die vielen Worte, die heute über die sozialen Medien ausgetauscht werden. Viele von ihnen sind unüberlegt einfach nur dahingeschrieben und bleiben meistens ohne Folgen. Petrus und Johannes hingegen konnten sich um Kopf und Kragen reden, denn ihr Gegenüber war ihnen nicht wohlgesonnen.

Doch nicht nur ein feindliches, auch ein überhebliches Gegenüber kann einem den Freimut rauben. Die Pharisäer und Schriftgelehrten sahen sich selbst als Gelehrte und wunderten sich, dass solch ungelehrte „Laienprediger“ überhaupt so freimütig daherreden konnten. Es ist ja nichts dagegen zu sagen, wenn Verkündiger des Evangeliums eine gute Ausbildung haben. Doch wenn sie überheblich auf andere herabblicken, die in ihren Augen nicht so gebildet sind, stellt sich Gott gegen sie. Das wird an mehreren Stellen in der Bibel bezeugt: „Macht euch im Umgang miteinander die Demut zu eigen, denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.“ (1.Petr. 5,5)

Genau das geschah offensichtlich mit Petrus und Johannes. Gott schenkte ihnen die Gnade, Jesus Christus ohne Angst als den zu bekennen, der alleine rettet.(1) Sie ließen sich nicht einschüchtern, auch wenn sie nicht so gebildet waren wie die Pharisäer und Schriftgelehrten. Ich glaube, Gott kann und will uns den gleichen Freimut schenken, nicht aufdringlich, doch ohne Furcht zu antworten, wenn wir nach unserem Glauben gefragt werden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Apg. 4,12

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 10.07.2020

Eine Generation rühmt der andern deine Werke, und deine mächtigen Taten verkünden sie.
Psalm 145,4

Die Gnade mehre sich durch die wachsende Zahl der Glaubenden, und so ströme der Dank reichlich zur Verherrlichung Gottes.
2. Korinther 4,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Immer mehr

In den heutigen Losungsversen geht es darum, wie der Ruhm Gottes wachsen und seine Gnade sich mehren kann. Um das zu verdeutlichen, betrachte ich einmal zwei Fallbeispiele.

Beispiel 1: Ein Mensch erlebt etwas Besonderes mit Gott. Das berichtet er anderen Personen, die es wiederum weitererzählen. Wenn diese Personen jedoch nicht selber etwas Ähnliches mit Gott erleben, rückt das ursprüngliche Geschehen in immer weitere Ferne. Am Ende ist es wie eine Fabel. Niemand weiß so recht, ob es sich tatsächlich so zugetragen hat. Der Ruhm und die Gnade Gottes nehmen ab.

Beispiel 2: Wieder erlebt ein Mensch etwas Besonderes mit Gott und berichtet anderen Personen davon. Einige von den Zuhörern hören aber nicht nur, sondern glauben auch, dass Gott erlebbar ist - auch für sie. Und ihr Vertrauen bleibt nicht ohne Folgen: Sie erleben ebenfalls etwas Besonderes mit Gott. Nun sind es plötzlich mehrere Personen. Sie erzählen anderen nicht nur von jemandem, der dieses oder jenes mit Gott mal erlebt hat. Sie erzählen ebenso von ihren eigenen Erfahrungen mit Gott. Wenn das so weitergeht, nehmen der Ruhm und die Gnade Gottes stetig zu.

Ein Problem ist es allerdings, wenn Christen nur noch von den Erlebnissen andere Personen berichten. Das erscheint dann so, als ob Gott nur woanders oder in der Vergangenheit wirksam ist bzw. war. Doch im Hebräerbrief lesen wir: „Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.“ (Hebr. 13,8) Das bedeutet doch, dass das, was er damals tat, auch heute tut und morgen tun wird. Wenn dem so ist, so dienen die Berichte anderer nicht nur dazu, sie zu bestaunen, sondern selber Ähnliches von Gott zu erwarten. Natürlich erleben wir nicht alle das Gleiche, doch wir erleben denselben Gott. Und genau das führt zu dem, was der Apostel Paulus im Lehrtext beschreibt, dass immer mehr Menschen Gott danken und so seinen Ruhm vermehren. Wollen wir auch dazugehören?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 09.07.2020

Der HERR ist deine Zuversicht.
Psalm 91,9

Weil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voller Freimut.
2. Korinther 3,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Bleibende Zuversicht

„Immer wieder dasselbe“, schrieb uns sinngemäß ein Leser der Losungsandachten, offensichtlich etwas genervt. „Strafgericht, Schuld, Kreuz, Amen.“ Tatsächlich ist es so, dass wir in der Bibel immer wieder denselben Botschaften begegnen. „Immer wieder dasselbe“, könnte man auch über die heutigen Bibelworte sagen, „dass Gott unsere Zuversicht ist, wissen wir schon …“

In unserem Glaubensleben geht es aber um mehr, als etwas zu wissen. Es geht um das, was in uns etwas bewirkt, und zwar dauerhaft und nachhaltig. Im Zusammenhang mit dem Lehrtext sprach der Apostel Paulus von Mose, dessen Angesicht nach seinen Begegnungen mit Gott leuchtete. Dieses Leuchten war zwar stark, aber nicht von Dauer. Deshalb verhüllte Mose sein Gesicht, damit das Verschwinden nicht bemerkt wurde.(1) Doch Paulus schrieb, dass es bei uns anders ist. Denn während Mose Gott nur punktuell begegnen konnte, „schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.“ (2.Kor. 3,18)

Gott ist für uns also nicht mehr verhüllt, da er sich den Menschen in Christus sichtbar gemacht hat. Doch erst in der persönlichen Begegnung mit ihm beginnt die Veränderung. In seiner Nähe erfahren wir Vergebung, Trost, Zurüstung, Freude, Liebe, Kraft, einfach alles, was wir zum Leben brauchen. Der Autor des Losungswortes beschreibt in Psalm 91, wie das aussieht. Wie konnte er das wissen, bevor Christus überhaupt geboren war?

Die Antwort ist ganz einfach: Christus war schon da, aber noch nicht als Mensch. Er war es auch, der Moses Angesicht zum Leuchten brachte. „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ (Hebr. 13,8) Christus bleibt. Er ist unsere Zuversicht und Hoffnung, dass wir nicht nur punktuell mit Gott in Berührung kommen, sondern dauerhaft mit ihm verbunden bleiben. Es ist zwar immer wieder dieselbe Botschaft. Doch durch sie entsteht täglich Neues.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Kor. 3,13

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 08.07.2020

Ich will auch hinfort mit diesem Volk wunderlich umgehen, aufs Wunderlichste und Seltsamste, dass die Weisheit seiner Weisen vergehe.
Jesaja 29,14

Viele, die Jesus zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er dies? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche Taten geschehen durch seine Hände?
Markus 6,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wunderlich und seltsam

Was mag damit gemeint sein, wenn es im heutigen Losungswort heißt, Gott will mit seinem Volk „wunderlich“ umgehen? Im Vers davor lesen wir: „Dieses Volk da behauptet, mich zu ehren. Aber sie ehren mich nur mit Worten, mit dem Herzen sind sie weit weg von mir. Ihr ganzer Gottesdienst ist sinnlos, denn er besteht nur in der Befolgung von Vorschriften, die Menschen sich ausgedacht haben.“ (Jes. 29,13) Ist also mit dem wunderlichen Vorgehen Gottes ein Strafgericht gemeint?

Ich meine, hier wird im Grunde das Geheimnis des Evangeliums beschrieben. Es ist tatsächlich ein Strafgericht und die Strafe ist auch berechtigt, das wird aus dem Vorvers deutlich. Und doch reagiert Gott auf das alles „aufs Wunderlichste und Seltsamste“, ja so, dass selbst ein weiser Mensch nicht darauf gekommen wäre. Gott legte nämlich die Strafe nicht auf die, die es verdient hätten, sondern auf den, der es nicht verdient hatte - seinen Sohn! Wenn das nicht wunderlich und seltsam ist.

Im Folgevers lesen wir nun: „Weh denen, die ihre Geheimpläne machen, ohne mit dem HERRN zu rechnen, die ihr Spiel im Dunkeln treiben und denken: Wer sieht uns denn? Wer merkt schon etwas davon?" (Jes. 29,15) Selbst wenn für solche Leute ein Gericht gerecht wäre, Jesus Christus starb auch für sie. Gottes Rettungswille steht über allem. Das ist die frohe Botschaft.

Allerdings müssen wir uns auch retten lassen wollen. Ich glaube, dass die Einsicht der eigenen Schuld untrennbar mit dem Evangelium verbunden ist. Deshalb kam Jesus Christus nicht nur, um für uns zu sterben. Er predigte auch, um uns zur Umkehr zu bewegen, und tat Wunder, damit wir erkennen, dass Gott uns liebt. Das können wir aus dem Lehrtext entnehmen.

Ja, in dieser wunderlichen Botschaft steckt eine Kraft, die uns direkt mit dem Himmel verbindet.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 07.07.2020

Ich sprach, da ich weglief vor Angst: Ich bin verstoßen aus deinen Augen. Doch du hast mein lautes Flehen gehört, als ich zu dir schrie.
Psalm 31,23

Am Wege saß ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Und als er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, fing er an zu schreien und zu sagen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und viele fuhren ihn an, er sollte schweigen. Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her!
Markus 10,46-48.49

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die erste Hoffnung

Das heutige Losungswort schenkt uns einen Blick in den Glauben Davids, des Autors von Psalm 31. Er schilderte eine Situation, die ihm offensichtlich Angst machte. An mehreren Stellen wird deutlich, dass es dabei um Menschen ging, die David nach dem Leben trachteten. Solch eine Situation ist mir nicht unbekannt. Vor Jahren erlebte ich mit, wie Personen aus dem Rotlichtmilieu aufgrund ihrer Bekehrung zu Jesus Christus teilweise mit dem Leben bedroht wurden. Anscheinend erfuhr David Ähnliches.

Wie würden wir in solch einer Situation beten? Vielleicht ja so: „Herr, bewahre mich vor diesen bösen Menschen.“ Gleichzeitig würden wir wahrscheinlich nach Möglichkeiten suchen, der Gefahr zu entgehen. Merkwürdigerweise reagierte David an dieser Stelle anders. Er machte alles von Gott abhängig. Deshalb fürchtete er sich vor allem davor, dass dieser ihn vielleicht verstoßen haben könnte. Gott war Davids erste Hoffnung, nicht seine letzte. Im Grunde kann man Davids Reaktion mit der eines Kindes vergleichen. Wenn Gefahr droht, sucht es zuerst den Kontakt zu seinen Eltern. So suchte David als Erstes den Kontakt zu Gott.

Ganz ähnlich erging es dem Bettler Bartimäus. Von ihm lesen wir im Lehrtext. Bartimäus erwartete seine Heilung allein von Jesus Christus. Deshalb schrie er laut, als Jesus vorbeikam, und ließ sich auch nicht davon abhalten. Und Jesus hörte seinen Ruf genauso, wie Gott Davids Flehen hörte.

Was können wir nun aus diesen Versen mitnehmen? Ich denke, als Erstes, dass wir Gott in jeder Lage zu unserer ersten Hoffnung machen. Und zweitens, dass wir jederzeit damit rechnen dürfen, dass er unser Flehen tatsächlich erhört.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 06.07.2020

So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
Psalm 103,12

Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.
Römer 5,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Sünde und Gnade

Die heutigen Losungsworte behandeln zwei zentrale Themen des christlichen Glaubens, nämlich dass Menschen sich schuldig machen und wie Gott damit umgeht. So ist im Losungsvers die Rede von „Übertretungen“. Offensichtlich war sich David, der Psalmist, ihrer bewusst, denn er versuchte weder, sich zu rechtfertigen noch sie abzustreiten. Das hing damit zusammen, dass Gottes Gebote für ihn der Maßstab waren. Deshalb waren Übertretungen für ihn auch leichter auszumachen als für jemand, der die Gebote gar nicht kannte.

Interessanterweise blieb er nicht an den Verfehlungen hängen, sondern schaute darauf, wie Gott damit umging. Und hier lesen wir im Losungsvers eine tief greifende Aussage: Gott bewirkt, dass unsere Schuld so weit von uns entfernt wird, wie Morgen und Abend voneinander entfernt sind. Wenn ich darüber nachdenke, finde ich es überwältigend, denn Morgen und Abend treffen niemals aufeinander. Gott nimmt also etwas, das ich verursacht habe, und befördert es so weit von mir weg, dass ich nicht mehr damit in Berührung komme. Warum tut er das? David kannte die Antwort: „Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.“ (Ps. 103,8)

Nun ist Gottes Gnade nicht etwas, das wir deshalb einfach einfordern können. Vielmehr ist sie ein Geschenk, das Gott uns durch Christus anbietet. In ihm zeigt sich Gottes Gnade in ihrem vollen Ausmaß. Durch seinen Tod am Kreuz geschah das, was wir im Losungsvers lesen: Weil er unsere Sünde trug, ist sie nun so weit weg von uns wie der Morgen vom Abend. Sie mag mächtig gewesen sein, doch Gottes Gnade ist noch viel mächtiger. Im Umfeld des Lehrtextes wies der Apostel Paulus darauf hin, dass die Sünde eines Menschen für die gesamte Menschheit Auswirkungen hatte. Gleichzeitig aber zeigt er auf, dass Christus die Macht des Todes und der Sünde beendet hat.(1)

Die Frage an uns ist, was wir für mächtiger halten. Unsere Übertretungen und Verfehlungen oder Gottes Gnade?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Röm. 5,17-19

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 05.07.2020

Freut euch und seid fröhlich im HERRN, eurem Gott.
Joel 2,23

Durch Christus Jesus, unsern Herrn, haben wir Freimut und Zugang in aller Zuversicht durch den Glauben an ihn.
Epheser 3,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Fröhlich im HERRN

Wenn man das zweite Kapitel des Buches Joel liest, würde man kaum dieses Losungswort erwarten. Es geht nämlich los mit der Ankündigung, dass ein großes Heer auf Israel zumarschiert, das völlig unerschrocken alles überrennt, was sich ihm in den Weg stellt. Doch dann fordert Gott sein Volk auf, sich ihm wieder zuzuwenden. Im Folgenden werden nun die Segnungen beschrieben, die Gott dann seinem Volk zukommen lassen will. Von Getreide, Wein und Öl in Fülle ist da die Rede und dass Gott dieses gewaltige Heer wieder umkehren lässt. Wenn das geschieht, sollen sich die Menschen freuen und fröhlich sein.

Die Freude hatte also einen Anlass, nämlich die Rettung vor dem Untergang. Die Israeliten sollten nicht Freude spielen, weil Gott sie fröhlich sehen wollte. Nein, diese Freude würde auch ohne Aufforderung aus ihnen herausbrechen.

Auch wir haben gewiss Anlass zur Freude. Davon lesen wir im Lehrtext. Er berichtet von dem, was Jesus Christus uns erworben hat. Er hat uns die Tür zu Gott geöffnet. Wir können zuversichtlich in Gottes Gegenwart treten, ihn erleben, zu ihm reden, Antworten erhalten, unser Herz vor ihm ausschütten und neue Kraft empfangen. All das ist nicht selbstverständlich, sondern Gottes Geschenk an uns. Wenn wir allerdings diese offene Tür nicht benutzen und Gottes Geschenk in Vergessenheit gerät, dann verblasst auch unsere Freude an und in Gott.

Nun kann man sich tatsächlich auch an ein Leben gewöhnen, in dem die Freude „im HERRN“ kaum noch eine Rolle spielt. Es gibt ja genügend andere Möglichkeiten, sich ein Stück Freude und Lebensglück zu verschaffen. Doch was bleibt, wenn diese Möglichkeiten einmal zerbrechen? Die Freude im HERRN hat da eine ganz andere Qualität. Sie verbindet uns mit der Ewigkeit und wird alles andere überdauern. Ich glaube, je öfter wir diese offene Tür zu Gott benutzen, desto mehr wird unsere Freude an und in ihm wachsen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 04.07.2020

Der HERR spricht: Ich will mich zu euch wenden und will euch fruchtbar machen und euch mehren und will meinen Bund mit euch halten.
3. Mose 26,9

Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zur Ehre.
2. Korinther 1,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Fruchtbarkeit

Das heutige Losungswort ist ein Segenswort Gottes, das sich dann erfüllen sollte, wenn die Menschen das erste Gebot beachteten. Wenn sie also weder einem anderen Gott folgten noch sich vor Bildern oder Statuen niederwarfen. Hielten sie sich aber an Gott, sollten sie in Frieden leben, mehr ernten, als sie verbrauchen konnten und - so das Losungswort - fruchtbar sein.

Der Lehrtext wiederum nimmt direkt Bezug auf diese Verheißungen und Zusprüche Gottes. Er besagt, dass sie sich alle in Jesus Christus erfüllen. Wenn wir uns also an ihn halten, so erfüllt sich auch die Verheißung, die wir im Losungswort lesen: Fruchtbarkeit. Doch wollen wir das überhaupt?

Einige sagen: „Die Welt ist ohnehin schon überbevölkert.“ Eine junge Klimaaktivistin äußerte vor einiger Zeit, das CO2-Intensivste sei, ein Kind in die Welt zu setzen. Andere beklagen die Überdüngung von Feldern und das Abholzen von Wäldern, um neue Ackerflächen zu schaffen. Während einige Tierarten in Massen gezüchtet werden, sterben andere aus. Ist am Ende Fruchtbarkeit ein Fluch und kein Segen?

Ich glaube das nicht. Nicht Fruchtbarkeit ist ein Fluch, sondern Maßlosigkeit. Und Maßlosigkeit ist meines Erachtens das Produkt einer nimmersatten Seele. Genau das aber ändert sich, wenn Christus in unser Leben hineinkommt. Er bringt unsere Seele zur Ruhe, füllt sie aus mit seiner Liebe und schenkt uns einen tiefen inneren Frieden. Wenn unsere Seele nun nicht mehr leer ist, können wir unser Leben mit Maß gestalten. Fruchtbarkeit wirkt sich dann auf vielen Ebenen aus. Die einen haben viele Kinder, andere vielleicht keines. Andere wiederum nehmen Kinder auf. Was aber wirklich Frucht bringt, ist das, was wir in die Herzen derer hineinsäen, die Gott uns anbefohlen hat. Auf diese Weise kann unser aller Leben fruchtbar sein.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 03.07.2020

Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; unterweise mich, dass ich deine Gebote lerne.
Psalm 119,73

Und das ist sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und lieben uns untereinander.
1. Johannes 3,23

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Glaube und Liebe

Das heutige Losungswort stammt aus Psalm 119. In ihm geht es um Gottes Weisungen und wie kostbar sie für uns sind. Deshalb ist es der Wunsch des Psalmisten, in ihnen zu leben. Denn das ist, so meine ich, damit gemeint, wenn er sagt: „Unterweise mich, dass ich deine Gebote lerne.“ Das beinhaltet für mich mehr, als etwas auswendig zu lernen. Es bedeutet, es ebenfalls zu verinnerlichen.

Gottes Wort auf diese Art und Weise in sich aufzunehmen, wird nicht ohne Folgen bleiben. Es ist wie ein Same, aus dem Glauben entsteht. Und Glaube wiederum bewirkt, dass wir Gottes Realität wahrnehmen können. „Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, sodass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.“ (Hebr. 11,3) Glaube bewirkt also unter anderem, dass wir Gott als den Schöpfer erkennen. Der Psalmist brachte dies zum Ausdruck. Sein Wunsch, von diesem Schöpfer unterwiesen zu werden, war eine Folge dieser Erkenntnis. Wer sonst wäre dafür geeigneter?

Und es gibt noch eine weitere Folge des Glaubens: Liebe. Im Lehrtext werden Gottes Gebot, der Glaube an Christus und die Liebe untereinander in einem Atemzug genannt. Sie sind also untrennbar miteinander verbunden. Ich meine, das liegt daran, dass wir in Christus ihre Erfüllung finden. Er ist Gottes Wort, das Fleisch wurde.(1) In ihm offenbarte Gott seine Liebe.(2) Durch Christus gab er uns ein neues Gebot, nämlich einander zu lieben.(3)

Kehren wir noch einmal zu unserem Psalmisten zurück. Ist es uns wie ihm ein Anliegen, nicht nur von Gottes Weisungen zu hören, sondern in ihnen zu leben? Es mag manchmal herausfordernd und sogar schwer sein, zu glauben und zu lieben, sowohl in Bezug auf Menschen als auch auf Gott. Dennoch wird es sich immer lohnen, danach zu streben. Wir leben dann mit Gott verbunden, der uns alles geben wird, was wir dazu brauchen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Joh. 1,14 (2) Joh. 3,16 (3) Joh. 15,12

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 02.07.2020

HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen.
Psalm 8,2

Maria sprach: Er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.
Lukas 1,49

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Glauben an einen großen Gott

Im heutigen Losungswort preist David, der Schreiber, die Herrlichkeit und Größe Gottes. Er beschreibt in einem Psalm, wie Gott im Großen und auch im ganz Kleinen wirkt. Auf der einen Seite schaut David nach oben und betrachtet den Himmel, den Mond und die Sterne. Wie gigantisch der Himmel tatsächlich ist, konnte David damals nur erahnen. Und auch wir, die wir viel wissen über Galaxien, Sonnensysteme, schwarze Löcher und vieles mehr - auch wir können nur staunen über Gottes Werk. Auch wenn einige glauben, dass Gott für dies alles gar nicht nötig war, meine ich: Das ist ihr Glaube, meiner nicht. Je mehr man über dieses Universum herausfindet, desto mehr entdecke ich, dass Gott noch größer ist, als ich bisher erfassen konnte.

Doch Gott wirkt auch im Kleinen. So sagte David: „Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.“ (Ps. 8,3) Kinder, ja selbst Säuglinge, sind Gott nicht zu klein, um nicht durch sie zu wirken. Das ist, wie ich meine, sehr ermutigend. Wir müssen nicht erst in allem gelehrt sein, damit Gott etwas durch uns bewirken kann. Jemand sagte einmal: „Wir brauchen keinen großen Glauben, sondern den Glauben an einen großen Gott!“

Wie wirken sich diese Betrachtungen aber auf unser Leben aus? Nun, im Lehrtext wird beschrieben, wie Maria, die Mutter Jesu, überwältigt davon war, dass sie den Retter der Welt in sich trug. Für Maria wurde Gottes Größe konkret und anfassbar. Und genau das ist der Schlüssel: Wenn der Schöpfer des Universums in unser Leben tritt, wird es spannend. Wenn er unser Gebet erhört, wird Glaube anfassbar. Oft stellen wir erst rückwirkend fest, wie gut Gott uns geleitet hat, dass unser ganzes Leben mit ihm verwoben ist. Das Größte aber ist und bleibt, dass der allmächtige Gott Mensch wurde. Mitten in diesem riesigen Universum sind wir ihm wichtig. Ist das nicht fantastisch?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 01.07.2020

Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?, spricht der HERR.
Jeremia 23,24

Wenn jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.
1. Korinther 8,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erkannt oder ertappt?

In den heutigen Bibelversen heißt es, dass Gott uns sieht. Doch was im Losungswort eher eine Drohung ist, ist im Lehrtext eine Verheißung. Wie kommt es zu solch einem Unterschied?

Es liegt wohl am Herzen der Menschen. Im Losungswort geht der Prophet Jeremia mit den falschen Hirten und Propheten ins Gericht. Sie waren der Meinung, Gott sähe sie nicht, wenn sie in seinem Namen Dinge redeten, die er nie gesagt hatte. Sie dachten, es fiele nicht auf, wenn sie ihre Stellung ausnutzten, um sich selbst zu bereichern, anstatt auf das Wohlergehen von Gottes Volk zu achten. Doch wie kommt es, dass Menschen so etwas denken?

Ich meine, das liegt daran, dass Gott nicht immer sofort reagiert. So kann es sein, dass über Jahrzehnte hinweg nichts passiert und Menschen glauben, es werde auch in Zukunft so weitergehen. Doch durch die ganze Bibel hindurch kündigen alle Schreiber und Propheten an, dass es einen Tag geben wird, an dem Gott die Dinge ans Licht bringen wird. Für die einen wird es ein Tag des Schreckens sein, für die anderen ein Tag der Freude.

Ich erinnere mich noch daran, wie nach der Wiedervereinigung Deutschlands die Stasiakten der ehemaligen DDR geöffnet wurden. Für die einen bedeutete es, dass ihnen endlich Gerechtigkeit widerfährt, doch andere befürchteten, dass ihre verborgenen Taten nun ans Licht kommen würden.

Ich persönlich möchte lieber von Gott erkannt als von ihm ertappt werden. Doch wie kommen wir dahin? Der Lehrtext gibt uns dazu eine einfache Antwort. Wenn wir Gott lieben, müssen wir uns nicht davor fürchten, von ihm erkannt zu werden. Im Gegenteil, da ist vielmehr eine tiefe Vertrautheit zwischen ihm und uns. Tief in uns wissen wir, dass er es gut mit uns meint. Das geschieht durch den Geist Christi, in dem wir Gott als unseren Vater erkennen. Eben diese Vertrautheit bewirkt, dass wir uns nicht mehr vor ihm verbergen oder verstellen müssen.

Das wünsche ich uns allen,
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 30.06.2020

Mein Herz hält dir vor dein Wort: „Ihr sollt mein Antlitz suchen.“Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz.
Psalm 27,8

Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
Philipper 4,6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

In Gottes Nähe

Im heutigen Losungsvers stoßen wir auf einen Begriff, der sich etwas altertümlich anhört. Ich meine den Begriff „Antlitz“. David, der Autor des Psalms 27, aus dem der Losungsvers stammt, gebraucht ihn gleich zwei Mal. Einmal als Aufforderung Gottes, dessen „Antlitz“ zu suchen, und dann als Reaktion darauf, es auch zu tun. Doch was ist damit eigentlich gemeint?

Jemandes Antlitz oder Gesicht zu sehen, bedeutet, ihm wirklich nahe zu sein. Darum ging es David, deshalb suchte er Gottes Nähe und berief sich dabei gleichzeitig auf Gottes Aufforderung, das zu tun. Denn wenn wir Gott um etwas bitten, was er selber will, können wir es voll Vertrauen darauf tun, dass er unser Gebet erhören wird.(1) Die Frage ist, wie sich das in unserem Leben umsetzen kann. So ist es durchaus möglich, theoretisch zu wissen, dass Gott da ist und ihn dennoch links liegen zu lassen. Seine Nähe hat dann keinen weiteren Einfluss auf unser Leben, da wir gar nicht nach seinem „Antlitz“ suchen.

Ganz anders ist es, wenn wir nicht einfach abhaken, dass Gott da ist, sondern wenn diese Erkenntnis etwas in uns auslöst. Das kann die Sehnsucht sein, mehr von ihm zu sehen oder ihm näherzukommen. Es kann auch das Vertrauen sein, dass man ihm alles sagen und ihn um alles bitten darf. Davon spricht der Apostel Paulus im Lehrtext. Er ermutigte die Philipper, sich in jeder Lage an Gott zu wenden. „Sorgt euch um nichts“, schreibt er, und zeigt dann die Alternative auf, nämlich alles vor Gott zu bringen. In einem alten Chorus wurde das einmal so ausgedrückt:

„Richte den Blick nur auf Jesus, schau auf in sein Antlitz so schön!
Und die Dinge der Welt werden blass und klein in dem Licht seiner Gnade geseh‘n.“

Die Dinge der Welt können uns zwar manchmal in Sorge versetzen. Doch wenn wir auf Christus schauen und seine Nähe suchen, werden die Sorgen sich vor ihm beugen müssen. Er allein ist Herr!

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Joh. 5,14

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 29.06.2020

Daniel sprach: Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, sodass sie mir kein Leid antun konnten.
Daniel 6,23

Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.
2. Korinther 4,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Spät, doch nie zu spät

Das heutige Losungswort handelt von Daniel, einem ins babylonische Reich verschleppten Juden, der dort jedoch einen hohen Posten einnahm. Nun gab es auch Neider. Diese brachten den König dazu, per Gesetz nur noch sich anbeten zu lassen. Weil Daniel dennoch täglich dreimal zu seinem Gott betete, wurde er in eine Löwengrube geworfen. Doch wie wir im Losungswort lesen, taten ihm die Löwen nichts an. Ein Engel hatte ihnen den Rachen zugehalten.

Nun ist es recht unwahrscheinlich, dass jemand von uns in eine Löwengrube geworfen wird. Gewöhnlich sind wir anderen Gefahren ausgesetzt. Einige kommen einfach über uns, wie ein Unwetter, eine Panik oder eine Pandemie. Das Besondere bei Daniel war aber, dass er dieser Gefahr hätte ausweichen können, wenn er „nur“ aufgehört hätte zu beten, was er aber nicht tat. Das soll uns ermutigen, zu unserem Glauben an Jesus Christus zu stehen, auch wenn es uns Nachteile oder sogar in Gefahr bringt.

Trotz seiner Treue zu Gott bewahrte Gott Daniel allerdings nicht davor, in die Löwengrube geworfen zu werden. Bis zu diesem Moment schien Gott zu schweigen. Das müssen wir manchmal auch aushalten. Wir wünschten uns, Gott würde uns vor einer Gefahr bewahren, doch häufig bewahrt er nicht vor, sondern in der Gefahr. Das fordert unseren Glauben natürlich bis aufs Äußerste heraus. Die beste Haltung ist, meine ich, die Bereitschaft, notfalls auch sein Leben zu verlieren. Das klingt nicht schön. Doch nur so werden wir nicht zu Gefangenen unserer Ängste.

Diese Bereitschaft hatte auch der Apostel Paulus. Von ihm lesen wir im Lehrtext. Er riskierte sein Leben, weil er wusste, dass ihm sein eigentliches Leben in Christus niemand nehmen konnte. Auch ihn hat Gott nicht immer vor, aber in der Gefahr bewahrt. Deshalb glaube ich, dass auch wir darauf vertrauen können. Gottes Hilfe mag spät kommen - doch sie kommt nie zu spät.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 28.06.2020

Ich habe den HERRN allezeit vor Augen.
Psalm 16,8

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.
Lukas 9,62

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mit Jesus um die Ecke gehen

„Mit Jesus um die Ecke gehen“, so lautete eine Predigt, die ich vor Jahren hielt. Diese kam mir beim heutigen Losungswort und Lehrtext wieder in den Sinn. David, dem Schreiber des Losungswortes, war es wichtig, Gott allezeit vor Augen zu haben. Das Wort „allezeit“ möchte ich einmal näher beleuchten.

Vergleichen wir doch einmal unsere Beziehung zu Gott mit einer Ehe oder einer guten Freundschaft. Anfangs ist man oft neugierig und versucht, sein Gegenüber besser kennenzulernen. Manchmal versteht man sich auf Anhieb, manchmal muss man sich erst verstehen lernen. Doch nach einer gewissen Zeit meint man, die andere Person zu kennen. Auf Dauer kann das zu einem Problem werden. Erstens verändern sich Menschen im Laufe der Zeit und zweitens kannte man sein Gegenüber vielleicht doch nicht so gut. Mitunter ist man dann gemeinsam einsam.

Das kann nicht nur mit Menschen, sondern auch in unserer Beziehung zu Gott passieren. Nach einer gewissen Zeit meinen wir, ihn zu kennen und zu wissen, was er will und wie er ist. Ich glaube allerdings, wir sollten bei Gott immer mit Überraschungen rechnen. Seine Wege sind manchmal verblüffend anders, als wir dachten. Stellen wir uns einmal vor, Jesus Christus geht buchstäblich vor uns her. Irgendwann denken wir, wir hätten die Richtung, die er geht, verstanden. Also gehen wir auf diesem Weg weiter, bis uns plötzlich auffällt, dass wir Jesus nicht mehr sehen können. Er war nämlich um die Ecke gegangen, doch wir haben es nicht bemerkt.

Im Lehrtext will auch jemand Jesus Christus folgen. Zuvor wollte er sich jedoch noch zu Hause verabschieden. Aber Jesus widersprach ihm. Wer nachfolgen will, muss den vor Augen haben, dem er nachfolgen will. Das mag erschrecken, doch wir müssen uns schon entscheiden: Soll Jesus Christus uns folgen oder wollen wir ihm folgen? Ich persönlich glaube: Wenn wir Jesus Christus so konsequent folgen, regelt sich vieles auf dem Weg. Wichtig ist nur, dass wir auf seinem Weg sind.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 27.06.2020

Gott, gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben und dir zum Erbteil erlöst hast.
Psalm 74,2

Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.
2. Korinther 8,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Trotz Not

Das heutige Losungswort stammt aus einem Psalm Asafs, den dieser offensichtlich in großer Not sang. So fragte er: „Gott, warum verstößest du uns für immer und bist so zornig über die Schafe deiner Weide?“ (Ps. 74,1) Asaf hatte für seine Fragen gute Gründe, denn er beschreibt sowohl die Zerstörung des Tempels als auch einen geistlichen Niedergang in seinem Volk. Da waren nur noch Ratlosigkeit und der verzweifelte Ruf zu Gott.

Doch dann erinnerte sich Asaf: „Gott ist ja mein König von alters her, der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.“ (Ps. 74,12) Er begann, die großen Taten Gottes aufzuzählen. Darin liegt ein Geheimnis: Gott und seine Macht werden ins Zentrum gerückt. Anstatt sich nur noch mit dem Elend zu befassen, in dem man sich gerade befindet, wird der Blick nach oben auf den gehoben, der alles in seiner Hand hält. Anders gesagt: Wir erkennen dann, dass da noch etwas anderes ist als das, was wir gerade erleben. So geschieht es immer wieder, dass Christen sogar in den schlimmsten Umständen Freude und Zuversicht erfahren.

Auch der Apostel Paulus, von dem der Lehrtext stammt, kannte schwierige Situationen. Vor allem aber kannte er den, der ihn hindurchbringen konnte, nämlich Jesus Christus. So machte er den Korinthern Mut, mehr auf das zu schauen, was Christus in seiner Gnade getan hatte, als auf sich selbst. In ihrem Fall ging es darum, sich an einer Sammlung für Notleidende zu beteiligen. Ich glaube, die Korinther waren da nicht anders als wir. Ganz schnell kann man sich da überfordert fühlen. Deshalb legte Paulus ihnen nahe: „Denn wenn der gute Wille da ist, so ist er willkommen nach dem, was einer hat, nicht nach dem, was er nicht hat.“ (2.Kor. 8,12)

Ich glaube, dass wir uns ganz besonders in Notzeiten mit dem befassen sollten, was wir in Christus haben. Er wurde arm, damit wir es nicht mehr sind. Darin liegt unsere Zuversicht.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 26.06.2020

Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!
Psalm 106,3

Die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
1. Johannes 2,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Wille Gottes

Manchmal stellt sich für Christen die Frage: Sind wir eigentlich frei oder sind uns durch Gebote und Normen enge Grenzen gesetzt? Im heutigen Lehrtext heißt es ja: „Die Welt vergeht mit ihrer Lust.“ Das hört sich so an, als ob Menschen ohne Gott tun könnten, worauf sie Lust haben, während wir Christen vieles von dem meiden sollten, weil es uns ja nicht erlaubt ist. So kommt es, dass Christen manchmal in den Augen anderer verklemmt und unfrei wirken. Doch ist das wirklich mit den heutigen Losungsversen gemeint?

Im Losungswort wird beschrieben, dass ein Segen auf denen liegt, die Gottes Gebote halten. Der Grund ist, wie ich meine, ganz einfach: Gott weiß, wie dieses Leben funktioniert. Er weiß genau, was gut und was schlecht ist. Dass es Gutes und Schlechtes gibt, weiß jeder Mensch. Wenn z.B. ein Familienvater sich die Freiheit nimmt, sich mit seinen Arbeitskollegen im Rotlichtviertel zu amüsieren, so mag er sich dabei zwar frei fühlen, doch in Wahrheit läuft er Gefahr, seine ganze Familie zu zerstören. Es gibt eine Form von Freiheit, die Leben zerstört, und es gibt Gesetze, die es erhalten. Deshalb machen Gottes Gebote nicht unfrei, sondern bewahren uns davor, unser Leben und das Leben anderer zu zerstören.

Leider wurden im Laufe der Kirchengeschichte oft Gesetze und Regeln zu Gottes Geboten hinzugefügt, die Gott nie gegeben hat. Das hat oft den Glauben an Jesus Christus in Verruf gebracht. Schaue ich aber auf das, was Jesus Christus uns z.B. in der Bergpredigt sagt, dann denke ich: „Ja, so will ich leben.“ Die eigentliche Frage ist nur: „Kann ich auch so leben?“ Nicht Gebote und Normen schränken mich ein, sondern meine Unfähigkeit, das zu tun, was ich selbst als gut und richtig ansehe. Und genau aus diesem Gefängnis befreit uns Jesus Christus, indem er mir und uns allen ein neues Leben schenkt. Ein Leben voller Vergebung, voller Gnade und voller Kraft, Gottes Willen tun zu können!

Das wünsche ich uns an jedem Tag,
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 25.06.2020

Ich, der HERR, bin dein Heiland, und ich, der Mächtige, dein Erlöser.
Jesaja 60,16

Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?
Römer 8,35

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Zusagen

Der Vers, aus dem das heutige Losungswort stammt, lautet folgendermaßen: „Du sollst Milch von den Völkern saugen, und der Könige Brust soll dich säugen, auf dass du erfahrest, dass ich, der HERR, dein Heiland bin und ich, der Mächtige Jakobs, dein Erlöser.“ (Jes. 60,16) Was ist damit gemeint?

Das ganze Kapitel handelt davon, dass Gott das Schicksal seines Volkes Israel wenden will. So heißt es z.B.: „Es werden gebückt zu dir kommen, die dich unterdrückt haben, und alle, die dich gelästert haben, werden niederfallen zu deinen Füßen und dich nennen "Stadt des HERRN", "Zion des Heiligen Israels".“ (Jes. 60,14) Es kommt also eine Zeit, in der Gottes Volk nicht mehr beherrscht wird, sondern selber herrscht. Wenn das alles geschieht, soll Israel erkennen, dass Gott ein Retter, ein Mächtiger und ein Erlöser ist. Das Losungswort ist das Resultat der Güte und Retterliebe Gottes. Doch was hat dieses Wort uns zu sagen?

Ich habe bewusst einmal den Hintergrund ein wenig beleuchtet, damit erkennbar wird, dass die Zusagen Gottes nicht einfach nur im leeren Raum stehen. Vielmehr sind sie verbunden mit seinem vorausgehenden Handeln. Das gilt auch für den Lehrtext. Die Zusage, dass uns niemand von der Liebe Christi scheiden kann, klingt zwar gut, könnte aber auch nur eine gut gemeinte Behauptung sein. Doch diesem Satz geht etwas voraus. Einen Vers vorher lesen wir: „Wer sollte uns verurteilen? Christus Jesus selbst ist ja für uns gestorben. Mehr noch, er ist der Auferstandene. Er sitzt auf dem Ehrenplatz zur rechten Seite Gottes und tritt für uns ein.“ (Röm. 8,34)

Gott hat also gehandelt. Und er handelt immer noch, indem Jesus Christus gerade jetzt für uns eintritt. Das können wir erleben, wenn Gott uns z.B. bewahrt oder auf unsere Gebete reagiert. Und genau dieses Handeln Gottes gibt uns die Sicherheit, dass uns wirklich niemand von der Liebe Christi scheiden kann. So können auch wir erkennen, dass Gott wirklich ein Retter, ein Mächtiger und ein Erlöser ist.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 24.06.2020

Wie die Erde hervorbringt, was sprießt, so wird Gott der HERR Gerechtigkeit sprießen lassen und Ruhm vor allen Nationen.
Jesaja 61,11

Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird gesät in Frieden für die, die Frieden stiften.
Jakobus 3,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Frucht der Gerechtigkeit

In den heutigen Bibelversen wird Gerechtigkeit wie ein Same beschrieben, der sprießt und wächst. Im Losungsvers kündigt der Prophet Jesaja eine Zeit an, in der Gott für die, die zu ihm gehören, Gerechtigkeit sprießen lässt. Im Lehrtext erklärt der Apostel Jakobus, bei wem die Frucht der Gerechtigkeit gesät wird.

Haben wir uns schon einmal darüber Gedanken gemacht, was damit gesagt wird? Zuerst ist da nur ein Same - d.h., eine Frucht ist noch nicht da. Der Ruf nach Gerechtigkeit mag berechtigt sein, erzeugt aber noch keine. Sie kann auch nicht einfach verordnet werden. Echte Gerechtigkeit braucht einen Nährboden: Frieden. Deshalb heißt es im Lehrtext, dass sie bei denen gesät wird, die Frieden stiften. Unfrieden und Streit werden niemals Gerechtigkeit hervorbringen, was in der Geschichte der Menschheit deutlich zu sehen ist.

Das gilt ebenso für das Zwischenmenschliche. Jakobus benennt das ganz klar: „Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und lauter böse Dinge.“ (Jak. 3,16) Und er nennt das Gegenstück: „Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter, dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei.“ (Jak. 3,17)

Menschlich gesehen erscheint das vielleicht unerreichbar. Doch im Losungsvers sehen wir den Ursprung dieser guten Früchte: Gott. Friede, Güte, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, all das kommt von ihm. So bietet er dem Menschen seinen Frieden an, und zwar in Jesus Christus. Von ihm heißt es, dass Gott „durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.“ (Kol. 1,20) Wer das für sich in Anspruch nimmt, hat Frieden mit Gott - und damit einen Nährboden für den Samen der Gerechtigkeit. Nun ist es möglich, Frieden zu stiften, auch wenn es nicht immer leicht sein mag. Doch Christi Frieden bringt Gerechtigkeit.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 23.06.2020

Er sendet seine Rede auf die Erde, sein Wort läuft schnell.
Psalm 147,15

Gottes Wort ist nicht gebunden.
2. Timotheus 2,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Reden

Heute möchte ich einmal mit dem Lehrtext beginnen. Dieser Text ist ein Wortspiel, das der Apostel Paulus aus der Gefangenschaft schrieb. Er war nämlich gebunden - das Wort Gottes jedoch nicht. Wie kann es sein, dass Gottes Wort nicht zu bremsen ist, selbst wenn man die Verkündiger gefangen nimmt?

Nun, in Paulus‘ Fall lag es daran, dass die Römer ihm gestatteten, sich vor den Juden, die ihn anklagten, zu verteidigen. Die Römer fanden nämlich keine Schuld an ihm, die eine Gefangenschaft rechtfertigte. Der Grund, dass sie es dennoch taten, waren persönliche Verstrickungen und die Tatsache, dass das Evangelium Jesu Christi, das Paulus predigte, an vielen Orten zu erheblichen Streit führte. Die Freiheit in Christus erzürnte die Juden und die Abkehr von den Götzen wiederum die Heiden, also die nicht jüdischen Völker. Dennoch konnte Paulus selbst in Gefangenschaft Menschen mit dem Evangelium unterweisen.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb das Wort Gottes nicht aufzuhalten ist. Es hat nämlich enorme Auswirkungen bei denen, die es glauben. In Gottes Wort steckt nicht nur eine Botschaft, sondern auch die Kraft, diese Botschaft umzusetzen. Besonders deutlich wurde das, als Jesus Christus dem Sturm und den Wellen befahl, zu verstummen, und es so geschah.(1) Einigen fällt es schwer, so etwas zu glauben. Natürlich - für Menschen mag das unmöglich sein, aber nicht für Gott. Das ist eben das Besondere an seinem Wort. Es erklingt nicht nur, sondern es geschieht.

Ich denke, das Losungswort will uns nichts anderes sagen. Doch obwohl Gottes Wort solch eine Macht hat, scheint es vor uns Menschen geradezu anzuhalten und darauf zu warten, dass wir es in unser Leben hineinlassen. Deshalb meinen auch einige, das Wort Gottes sei schwach. Doch ich sehe einen anderen Grund: Gott will uns seinen Willen nicht aufzwingen. Wir sollen ihm freiwillig vertrauen. Mich beeindruckt das zutiefst, denn das bedeutet ja, dass Gott uns liebt und mit uns auf Augenhöhe umgeht. Welch ein Gott!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Luk. 8,24

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 22.06.2020

Du krönst das Jahr mit deinem Gut.
Psalm 65,12

Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts.
Jakobus 1,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes gute Gaben

Das heutige Losungswort ist ein Dank an Gott für unsere Versorgung. Genauer gesagt dankte David, der Schreiber des Psalms 65, Gott für eine reiche Ernte, für Regen und alles, was zum Wachsen und Gedeihen notwendig war. Auch wenn wir heute gewöhnlich unsere Lebensmittel im Supermarkt besorgen, hat sich an diesem Grundsatz nichts geändert. Wenn Gott nicht das Gedeihen schenkt, hätten wir nichts zu essen.

An der Stelle möchte ich uns einmal für Menschen sensibilisieren, die hungern müssen. Nicht überall gedeiht alles. Liegt das daran, dass die Menschen dort Gott nicht fürchten? Nein, ich glaube viel eher, dass Gott uns herausfordert, ob wir bereit sind, zu teilen. So war es auch damals zu Beginn des Christentums. Die Not der Christen in Judäa wurde von vielen anderen Gemeinden mit abgepuffert.(1) Wenn es uns also möglich ist, Menschen zu unterstützen, denen es schlechter geht als uns, dann dürfen wir das gerne tun.

Letztendlich ist unser Wohlstand und unser gutes Auskommen ein Segen Gottes. Manchmal staune ich, wie sehr Gott unser Land segnet und wie wenig wir ihm dafür danken. Denn alle guten Gaben kommen von Gott, wie wir im Lehrtext lesen. Doch was auch immer andere tun oder nicht tun, wir Christen wissen, woher alles kommt und können Gott dafür danken. Das hilft uns übrigens auch, nicht ständig auf das zu schauen, was uns noch fehlt.

Neben der Versorgung schenkt uns Gott aber noch andere gute Gaben. Ein wichtiger Teil der Botschaft Jesu Christi war, dass wir Menschen für die Ewigkeit geschaffen sind. Es geht nicht nur um das Hier und Heute, sondern um das ewige Reich Gottes. Die größte Gabe, die Gott uns schenkt, ist eine offene Tür in dieses Reich. Diese Tür ist Jesus Christus. Durch ihn kommen wir wieder mit Gott in Verbindung und das hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Bei ihm finden wir Rat, Weisheit, Erhörung, Freude, Hoffnung, Kraft und Vergebung. Ich denke, wir haben sehr viel Grund, Gott immer wieder zu danken!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Apg. 11,28-30

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 21.06.2020

Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen.
Psalm 92,2-3

Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Römer 15,5-6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wort zum Sonntag

Dem heutigen Losungswort geht folgender Vers voraus: „Ein Psalmlied für den Sabbattag.“ (Ps. 92,1) Nun haben wir heute zwar Sonntag, aber ich denke, wir können diese Aussage für den Tag nehmen, an dem wir Zeit für Gott und Gottesdienste haben. Im Losungsvers beginnt diese Zeit schon morgens früh und geht bis tief in die Nacht hinein. Sie ist angefüllt mit Liedern, aber auch mit Verkündigung. Gottes Namen, seine Gnade und Wahrheit stehen im Fokus. Das hört sich fast wie das Idealbild für einen Sabbat oder Sonntag an, von dem wir mitunter weit entfernt sind, aus welchen Gründen auch immer.

In meinem Glaubensleben stoße ich immer wieder auf solche Beschreibungen in der Bibel, die sich nach einem unerreichbaren Ideal anhören. So auch im Lehrtext, wo es heißt, dass wir untereinander „einträchtig gesinnt“ sein sollten. Das ist gewiss ein gutes Ziel, doch oft sind wir noch nicht da. Bevor wir aber nun nach Ursachen suchen, möchte ich unseren Blick einmal auf den Anfang des Lehrtextes lenken. Da steht nämlich, durch wen wir das bekommen können: durch den „Gott der Geduld und des Trostes“.

Wie Gott hier bezeichnet wird, halte ich für keinen Zufall. Geduld brauchen wir besonders dann, wenn es länger dauert, als uns lieb ist. Trost benötigen wir wiederum, wenn es schwer wird. Das kann sowohl durch uns selbst verursacht werden als auch durch andere. Gerade im Miteinander sind Geduld und Trost immer wieder auf dem Prüfstand. Ob in Familie oder Gemeinde, mit dem Nachbarn oder mit Verwandten, es bleibt eine lebenslange Aufgabe, untereinander so gesinnt zu sein, „wie es Christus Jesus entspricht“.

Damit das geschehen kann, braucht es Gottes Hilfe. Doch auch unser Sehnen danach, das sich im Gebet ausdrückt, gehört mit dazu.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 20.06.2020

Was der HERR tut, das ist herrlich und prächtig, und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
Psalm 111,3

Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt.
2. Timotheus 2,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Dranbleiben

In Psalm 111, aus dem das heutige Losungswort stammt, werden alle guten Eigenschaften Gottes beschrieben. Was er tut, ist herrlich, seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich, er gibt Speise denen, die ihn fürchten, seine Ordnungen sind recht und verlässlich. In der ganzen Aufzählung taucht nicht ein Hauch von Zweifel oder Hinterfragen auf. Was Gott macht, ist nur gut und wir können uns zu hundert Prozent auf ihn verlassen. In anderen Psalmen tauchen auch schon mal Fragen auf, wie z.B. in Psalm 22: „Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen? Warum bist du so fern und hörst meine Hilferufe nicht?“ (Ps. 22,2) Doch nicht in Psalm 111. Ist das nicht unehrlich? Werden hier negative Glaubenserfahrungen einfach ausgeblendet?

Nun, die Bibel versucht nicht, immer alles zu jeder Zeit völlig ausgewogen darzustellen. Und ich glaube, das hat seinen Grund. Wenn wir vor einer Weggabelung stehen, können wir entweder nur nach rechts oder nach links weitergehen. Was wir tun, das dürfen wir ganz tun. Preisen wir Gott, dann ohne Wenn und Aber. Lachen wir, so brauchen wir nicht zu denken, dass es auch Gründe gäbe, traurig zu sein. Und wenn wir traurig sind, müssen wir uns auch nicht zum Lachen zwingen.

Diese Einstellung kann uns in unserem gesamten Glaubensleben helfen. Wenn wir, wie wir es im Lehrtext lesen, den Namen des Herrn nennen, dann nicht halbherzig, sondern mit allem, was dazugehört. Dazu zählt auch ein Leben fern von Ungerechtigkeit. Und wenn wir versagen? Nun, dann müssen wir uns nicht ständig den Kopf zerbrechen, wie das nur geschehen konnte. Nein, wir können nach vorn schauen, Gott und Menschen um Vergebung bitten und weitergehen.

So bleiben wir im Glauben an Jesus Christus dran. Wenn wir alles hinterfragen, geht es nur mühselig voran. Wenn wir aber Jesus Christus vertrauen und wie der Psalmist sagen: „Was der Herr tut, das ist herrlich und prächtig“, kann auch ein schwerer Weg leichter werden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 19.06.2020

Der HERR spricht: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.
Psalm 32,8

Versteht, was der Wille des Herrn ist.
Epheser 5,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Verstehen, was Gott will

Psalm 32, aus dem das heutige Losungswort stammt, ist ein Bußpsalm. Wahrscheinlich bezog David, der Schreiber, sich dabei auf seinen Ehebruch mit Batseba und den Mord an ihrem Mann. Rückblickend beschreibt er, wie Gott ihm trotz seiner großen Schuld vergab und wie es ihm dabei ergangen war. Doch wie konnte er in Zukunft davor bewahrt bleiben, etwas Ähnliches noch einmal zu tun?

Nun könnte man sagen: „David, du weißt doch, was richtig und was falsch ist. Kannst du nicht einfach das Falsche unterlassen?“ Nun, wir alle haben wahrscheinlich schon einmal erlebt: wissen, was richtig ist, ist eine Sache, es tun, eine andere. Der Apostel Paulus beschrieb dies so: „Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ (Röm. 7,19)

Hier geht es also nicht nur um Wissen, sondern ebenfalls darum, ob unsere Erkenntnis Einfluss auf unser Handeln hat. Wir benötigen jemanden, der Schritt für Schritt mit uns geht und uns so möglichst unbeschadet ans Ziel bringt. So etwas kann nur Gott. Besonders brauchen wir ihn, wenn wir wie David in Situationen kommen, in denen unser Urteilsvermögen durch Verführung und Begehren oder auch die Furcht, zu kurz zu kommen, gemindert wird. Oft können wir dann nicht mehr klar unterscheiden, was vor Gott richtig ist und was nicht. Teilweise will man das sogar in solch einer Situation auch nicht mehr, sondern handelt einfach nur noch drauf los.

Doch Gott schaltet sich in seiner Güte in unser Leben ein. Er überlässt uns nicht irgendwelchen Kräften, sondern spricht uns - wie auch einem David - zu: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.“ Aber auch wir sollen unser Teil dazugeben, das lesen wir im Lehrtext und dessen Fortsetzung. Wir sollen verstehen, was Gottes Wille ist, und uns nicht mit Alkohol oder Ähnlichem betäuben, sondern voll Geistes werden.(1) Dann wird er uns leiten und sicher durch die Klippen des Lebens führen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Eph. 5,17-18

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 18.06.2020

Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
1. Mose 6,22

Es ist der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
Hebräer 11,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott vertrauen

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Noah, der Sintflut und der Rettung durch die Arche? Im heutigen Losungsvers lesen wir, wie Noah darauf reagierte, als Gott ihn anwies, eine Arche zu bauen: Er machte alles genau so, wie Gott es ihm aufgetragen hatte. Vermutlich wirkte es für seine Umgebung absurd, solch einen Kasten zu bauen. Und wofür? Eine Flut war weit und breit nicht in Sicht. Doch Noah nahm das, was Gott ihm gesagt hatte, sehr ernst. Er nahm Gott überhaupt ernst, im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen.

Deshalb lesen wir über ihn: „Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.“ (1.Mos. 6,8) Die Bereitschaft, sein Leben auf das auszurichten, was Gott sagt, halte ich für entscheidend, sowohl bei Noah als auch bei uns. Noahs Handlungen bezogen sich direkt darauf, sowohl im Bau der Arche als auch später, als er „Passagiere“ an Bord holte. Auch hier wird berichtet, dass er alles tat, was Gott ihm aufgetragen hatte.(1) Was kann das nun für uns bedeuten?

Schauen wir einmal kurz auf den Lehrtext. Hier finden wir eine Beschreibung dessen, was Glaube ist: ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht, zumindest nicht mit den menschlichen Augen. Es gibt jedoch mehr als das, was wir sehen können. Unsere innere Ausrichtung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Noahs Ausrichtung auf Gott zeigte sich darin, dass er nicht nur hörte, sondern dementsprechend handelte, indem er die Arche baute, bevor man irgendetwas sah, einfach, weil er Gott vertraute.

Wie ist das bei uns? Wie ernst nehmen wir das, was wir aus Gottes Wort verstehen? Und was machen wir, wenn wir etwas nicht verstehen? Wenn sich unser Vertrauen zu Gott nur auf unser Verstehen gründet, werden wir in Notsituationen schnell untergehen. Gründet es sich jedoch direkt auf Gott, werden wir überwinden. Mit dem Blick auf Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, werden wir ans Ziel kommen. Er selbst ist die Arche, die uns hindurchbringt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Mos. 7,5

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 17.06.2020

Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
Psalm 100,2

Sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht.
Kolosser 1,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Freude selbst im Leid

Es gibt ein Thema, das uns durch die gesamte Bibel hindurch begleitet: Freude. Bei Gott ist Freude, und sein Ansinnen ist es, dass wir uns freuen. Der Weg zu dieser Freude ist nicht immer einfach und oft mit Leid, Verlust und Demütigungen gepflastert, doch das Ziel ist, dass wir uns einmal mit einer unaussprechlichen Freude freuen dürfen.

Für einige ist dieses Leben schon gefüllt mit Freude, doch für andere ist es manchmal ein Leiden ohne Ende. Manchmal bekommen meine Frau und ich Zuschriften von Menschen, die uns von schrecklichen Schicksalsschlägen berichten. Von schweren Krankheiten oder - was für viele noch schlimmer ist - dem Verlust eines Kindes. Wie soll man da dem HERRN mit Freuden dienen und vor sein Angesicht mit Frohlocken kommen? Welche Bedeutung hat also das heutige Losungswort für Menschen, denen überhaupt nicht nach Freuen zumute ist? Sollen sie sich zwingen, ein fröhliches Gesicht zu machen?

Nein, ich glaube, das heutige Losungswort ist eine Aufforderung und Verheißung in einem. Für die einen ist es wichtig, ihren Missmut abzulegen und sich wieder neu bewusst zu machen, dass Gott uns in Christus angenommen hat. Es ist ein Privileg, ihm dienen zu dürfen, und keine Strafe. Doch für andere bedeutet dieses Wort eher: „Auch wenn du dich heute nicht freuen kannst - du wirst dich einmal freuen!“ Und dieses „einmal“ ist nicht erst im Himmel.

Ich glaube, dass Gott immer mal wieder den Himmel auf Erden bringt. Manchmal sogar in die dunkelsten Stunden unseres Lebens hinein. Es ist dann so, als ob jemand plötzlich das Licht anmacht, und wir erkennen, was Gott uns in Jesus Christus geschenkt hat.

Davon berichtet ebenfalls der Lehrtext. Wir erben mit denen, die uns in ihrem Glauben an Jesus Christus vorausgegangen sind. Und ein Teil dieses Erbes ist Freude. Das wird uns helfen, für Gott zu leben - in guten und schlechten Tagen. Denn er schenkt uns selbst im Leid eine tiefe Freude.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 16.06.2020

Das alles hast du dir doch selbst bereitet, weil du den HERRN, deinen Gott, verlässt, sooft er dich den rechten Weg leiten will.
Jeremia 2,17

Jesus spricht: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger.
Johannes 8,31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Konsequenzen

Die heutigen Losungsverse werfen eine Frage auf. Hat es negative Konsequenzen, wenn jemand Gott verlässt oder sein Wort missachtet? Das Losungswort bejaht diese Frage. Um welche Konsequenzen es sich handelt, lesen wir direkt davor: „Das Land wurde zerstört; jetzt liegen die Städte in Trümmern; keiner wohnt mehr darin. Sogar die Ägypter sind aus Memfis und Tachpanhes gekommen und haben dich jeglicher Macht beraubt.“ (Jer. 2,15-16) Die Israeliten wurden also fremd beherrscht und der Prophet Jeremia nennt ihnen den Grund dafür: Sie hatten Gott verlassen.

Doch wie ist es mit dem Lehrtext? Er schildert ja keine negativen Konsequenzen, sondern eher positive. Die lesen wir im nachfolgenden Vers: „Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh. 8,32) Darüber empörten sich allerdings einige Zuhörer. Waren sie denn unfrei? Doch Jesus Christus erklärte ihnen, was er damit meinte: „Ich sage euch die Wahrheit: Jeder, der sündigt, ist ein Gefangener der Sünde.“ (Joh. 8,34)

In beiden Fällen geht es um Fremdbeherrschung - einmal von außen und einmal von innen. Und in beiden Fällen will Gott uns daraus befreien, wenn wir bereit sind, ihm und seinem Wort zu vertrauen. Wenn wir nämlich nicht Gott vertrauen, werden wir jemand anderem vertrauen, mitunter auch nur uns selbst. Dann folgen wir gewissermaßen einem Bergführer, der selber den Weg nicht kennt.

In der heutigen Zeit gehen die Meinungen weit auseinander, welcher Politiker bzw. Politikerin, welcher Wissenschaftler oder welcher Influencer die richtigen Antworten hat. Das führt zu Spaltungen, auch unter Christen. Doch es gibt nur einen, der in Wahrheit die richtigen Antworten hat: Jesus Christus. Davon bin ich überzeugt. Deshalb ist es, wie ich meine, wichtig, auf seine Worte zu hören. Sie haben die Kraft, uns von innen her zu verändern. Und das ist das, was am Ende zählt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 15.06.2020

Deine Toten werden leben.
Jesaja 26,19

Wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus.
2. Korinther 4,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hoffnung auf Leben

Wie mögen die heutigen Verse auf die wirken, die mit dem Tod konfrontiert sind? Manchmal wird er zwar als Erlösung empfunden, besonders, wenn ein großes Leid vorausging. Doch meistens zieht er eine düstere Spur hinter sich: Trauer, Verlust, je nach den Umständen auch Wut und Verzweiflung. Immer wieder geschieht es, dass Menschen, wenn sie jemanden verloren haben, Gott enttäuscht den Rücken kehren. Wie kommen nun die Autoren der heutigen Losungsverse dazu, geradezu positiv der Tatsache des Todes ins Auge zu blicken?

Im Losungswort ist es der Prophet Jesaja, und er sagte diese Worte aus Umständen heraus, die keineswegs nur rosig waren. Doch er setzte seine Hoffnung auf Gott: „HERR, wenn Trübsal da ist, so suchen wir dich …“ (Jes. 26,16) Und dann kommt diese verblüffende Aussage: „Deine Toten werden leben.“ Das bedeutete, er verließ sich darauf, dass Gott nach dem Tod etwas bereithält - nämlich Leben.

Auf der anderen Seite bedeutet es jedoch auch, dass man dem Tod nicht ausweichen kann. Das zu akzeptieren, fällt uns manchmal sehr schwer. Im Lehrtext lesen wir, was der Apostel Paulus diesen Nöten entgegensetzte. Er baute - wie Jesaja - auf Gott. Voller Zuversicht brachte er zum Ausdruck, dass die Auferweckung Jesu kein Einzelfall war, sondern sich auch auf ihn und seine Glaubensgeschwister bezog.

Jeder, der an Jesus Christus glaubt, darf an dieser Hoffnung teilhaben. Die Frage ist, ob wir sie den Widrigkeiten, dem Leid und den Schmerzen, die uns auf unserem Lebensweg begegnen, entgegenhalten. Das bedeutet nicht, dass wir solche Dinge nicht erleben werden. Doch es bedeutet, dass sie nicht das letzte Wort haben. Das hat immer noch Gott. Wenn wir ihm vertrauen, werden wir erleben, wie seine Kraft uns hilft, durch Dinge hindurchzugehen, die uns zu überwältigen drohen. Paulus macht uns Mut: „Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.“ (2.Kor. 4,16) Darauf dürfen wir hoffen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 14.06.2020

Du hast den Menschen zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan.
Psalm 8,7

So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat.
Epheser 5,1-2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Verantwortung und Liebe

Das heutige Losungswort wird in der Bibel selbst auf zweifache Weise gedeutet. Auf der einen Seite beziehen sich dieser Vers und auch vorlaufende Verse auf Jesus Christus.(1) Doch auf der anderen Seite beschreibt der Psalm die Verantwortung, die Gott dem Menschen übertragen hat. Diesen Aspekt will ich einmal näher betrachten.

Gott hat uns also zum Herrn über seine Schöpfung gemacht, so lesen wir es im Losungswort. Damit hat er uns eine Verantwortung übertragen, für die wir auch einmal Rechenschaft abgeben müssen. Wie nehmen wir nun diese Verantwortung wahr? Ich denke zunächst wie mit einem anvertrauten Gut.

Wenn uns bewusst ist, dass alles, was wir besitzen, anvertrautes Gut ist, gehen wir entsprechend respektvoll damit um. Das gilt sowohl für Sachen als auch für alles, was lebt. Ja, selbst unsere Kinder sind uns von Gott anvertraut und nicht unser Besitz. Das gilt in meinen Augen für geborene und ungeborene Kinder, für Kinder mit und ohne Gendefekt. Eine besondere Aufgabe, die Gott uns übertragen hat, ist das Schwache zu schützen.

Doch weil wir durch Wissenschaft und Technik fast schon das Unmögliche möglich machen können, stehen wir oft vor vielen grundsätzlichen Fragen. Sollten wir wirklich alles tun, wozu wir in der Lage sind? Sollten wir Gene, vielleicht auch von Menschen, im Labor verändern? Ich glaube, das Wichtigste dabei ist unsere Gesinnung. Fast jede Erfindung kann ein Segen oder auch ein Fluch sein - je nachdem, wofür wir sie verwenden.

An dieser Stelle gibt uns der Lehrtext eine Orientierung. Die Liebe Christi ist nicht nur ein Wort. Vielmehr verändert sie uns von innen her und schenkt uns eine gute Gesinnung, weil sie uns von Egoismus, Profitgier und Machtgelüsten befreit. Mit ihr, und ich glaube, nur mit ihr können wir verantwortlich mit Gottes Schöpfung umgehen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Kor. 15,27 Ps. 8,5-7 => Hebr. 2,6-8

 

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