Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 26.02.2020

O dass mein Leben deine Gebote mit ganzem Ernst hielte.
Psalm 119,5

Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war, dass Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, da wandte er das Angesicht, entschlossen, nach Jerusalem zu wandern.
Lukas 9,51

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Entschlossen

Im heutigen Losungswort lesen wir, wie der Psalmist Gott anfleht, sein Leben nach dessen Geboten führen zu können. Offensichtlich war ihm klar, dass es nicht genügte, Gottes Gebote mal gehört zu haben. So betonte er die Notwendigkeit, sich mit ihnen zu beschäftigen und Gott zu suchen.(1) Der gesamte Psalm 119 zeugt von der Entschlossenheit des Psalmisten, genau das zu tun.

Meiner Meinung nach stoßen wir hier auf einen Schlüssel zu einem erfüllten Glaubensleben. Damit meine ich ein Leben, in dem Gott eine wesentliche Rolle spielt. In dem man nicht nur von ihm hört oder weiß, sondern in das er ganz konkret hineinsprechen kann. Die Bibel ist dann nicht nur irgendein Buch, sondern sein Wort. Auch wenn man noch nicht alles kennt oder versteht, ist das, was er uns darin mitteilt, wichtig. Sie ist vergleichbar mit einem wichtigen Dokument, durch das wir nicht nur Informationen über einen besonderen Ort bekommen, sondern auch Hinweise, wie wir Zugang dazu finden. Würde man so etwas missachten, wenn man entschlossen ist, dorthin zu gelangen? Selbst wenn es in Hieroglyphen geschrieben wäre, würde man sich damit beschäftigen.

Die gute Nachricht ist die, dass Gott selbst uns in Christus entgegengekommen ist. Bevor wir ihn suchten, hatte er uns schon im Blick. Bevor wir merkten, dass wir verloren waren, hatte er bereits einen Plan für unsere Rettung beschlossen.(2) Und als „die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen.“ (Gal. 4,4-5) Nun leben wir in der Zeit, in der Gott durch seine Gnade zu uns spricht.

Im Lehrtext sehen wir, wie Jesus sich auf den Weg nach Jerusalem machte, wo das Kreuz auf ihn wartete. Gnade für uns kostete ihn das Leben. Doch er war „entschlossen“. Wie entschlossen sind wir für ihn?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 119,10.11 (2) 2.Tim. 1,9-10


Diese Andachten sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 25.02.2020

Ich will euch mehr Gutes tun als je zuvor, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.
Hesekiel 36,11

Gott kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk.
2. Korinther 9,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Volle Genüge

Der heutige Losungsvers ist ein prophetisches Wort, das interessanterweise nicht an Menschen, sondern an die Berge Israels gerichtet ist. Es beginnt mit der Anweisung: „Und du, Menschenkind, weissage den Bergen Israels und sprich: Hört des HERRN Wort, ihr Berge Israels!“ (Eze. 36,1) Doch wieso redet Gott zu den Bergen?

Es gab sehr viel, was diese Berge erdulden mussten. Israels Feinde waren über sie hinweggezogen, hatten sie verwüstet und sich dabei sogar höhnisch und größenwahnsinnig verhalten. Die Berge mussten also unter all dem, was geschah, leiden, obwohl sie es gar nicht verursacht hatten. Damit stehen sie, wie ich es sehe, für Menschen, die unschuldig in das schuldhafte Handeln anderer hineingerissen wurden.

Zu diesem Thema kommen mir viele Bilder: Autofahrer, die in ein Wettrennen geraten und dabei verunglücken. Kinder, in deren Land ein Krieg stattfindet, und vieles mehr. Doch aus Gottes Sicht kommen noch andere Menschen dazu, die wir nicht sofort vor Augen haben.

Ich denke an Christen, die um Christi willen auf Dinge verzichten. Die ins Abseits geraten, weil sie z.B. nicht lügen wollen. Die sich in Gefahr begeben, um Menschen zu helfen und ihnen die Gute Botschaft zu bringen. In etlichen Ländern und Kulturen werden Christen wegen ihres Glaubens aus ihrem sozialen Netz verbannt, stehen mittellos oder sogar bedroht da. Sie zählen, wie ich es sehe, in Gottes Augen auch zu den Unschuldigen, weil sie ihre Schuld bekannt und Vergebung in Christus gefunden haben.

Im Lehrtext lesen wir davon, dass Gott uns Christen „volle Genüge“ schenken will. Ich verstehe darunter nicht grenzenlosen Reichtum, sondern dass Gott denjenigen Gutes tun will, denen das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit wichtiger sind als ein gutes Auskommen. Sie sollen wissen, dass Gottes Gnade sie sowohl versorgt als auch befähigt, weiterhin Gutes zu tun.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 24.02.2020

Lasst uns unsere Wege prüfen und erforschen, und lasst uns zurückkehren zum HERRN!
Klagelieder 3,40

Wer dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit ihm.
1. Korinther 6,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein Geist mit Gott

Das heutige Losungswort ist ein Vers aus den Klageliedern. Der Schreiber - vielleicht der Prophet Jeremia - fordert dort sich und sein Volk auf, die eigenen Wege zu prüfen und zu Gott zurückzukehren. Dieser Aufruf erfolgte in einer großen Leidenszeit. Israel und Juda waren besiegt und nach Babylon verschleppt worden. Der Tempel war zerstört und viele Menschen gingen durch eine Zeit des Schreckens. Wie kann man in solch einer Situation die Leute auch noch dazu auffordern, ihre Wege zu überdenken? Hatten sie nicht schon genug Lasten zu tragen?

Der Schreiber hatte jedoch eine völlig andere Sicht auf die Geschehnisse. Er ging davon aus, dass nichts geschieht, was Gott nicht selber initiiert hat. So schreibt er: „Kann überhaupt irgendetwas geschehen, ohne dass der Herr es will? Kommt nicht Böses und Gutes aus dem Mund des Allerhöchsten?“ (Klgl. 3,37-38) Das ist eine völlig andere Sicht als die, bei der von Gott nur Gutes kommt und alles Schlechte vom Teufel. Vielleicht irritiert die Sicht des Schreibers den einen oder anderen, doch sie hat auch etwas Glaubensstärkendes. Wenn wirklich alles von Gott kommt, dann ist es nur ein kleiner Schritt, dass er das Schicksal seines Volkes verändern kann.

Genau davon gehen die Klagelieder aus. Denn dort lesen wir: „Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.“ (Klgl. 3,24) Entscheidend ist demnach, in welcher Beziehung wir zu Gott stehen. Deshalb fordert uns der Schreiber auf, unsere Wege zu überprüfen und zu Gott zurückzukehren. Mit anderen Worten, zu prüfen, ob wir auf ihn bezogen leben.

Auch der Lehrtext spricht von unserer Beziehung zu Gott. In ihr geht es nicht nur darum, ob wir auf Gott bezogen leben, sondern dass er sich in Christus auch mit uns verbindet. Wir sind ein Geist mit Jesus Christus. Was kann es Größeres geben, denn nun wissen wir, dass sich Gott in seiner Allmacht nie gegen uns stellen wird. Was für ein Geschenk!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 23.02.2020

Ihre Gemeinde soll vor mir fest gegründet stehen.
Jeremia 30,20

Durch Jesus Christus wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn.
Epheser 2,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Gemeinde Gottes

In den heutigen Bibelversen lesen wir etwas über Gottes Gemeinde. Sie soll fest gegründet sein, so das Losungswort, und, wie im Lehrtext steht, durch Jesus Christus zusammengehalten werden. Da das Losungswort aus dem Alten Testament stammt, könnte man denken, mit der Gemeinde dort wäre das Volk des Alten Bundes - also Israel - gemeint. Das stimmt auch, doch aus den vorlaufenden Versen geht hervor, dass es sich um Israel im Neuen Bund handeln muss. Dort heißt es nämlich: „Dann werden sie dem HERRN, ihrem Gott, dienen und David, ihrem König, den ich für sie auftreten lasse.“ (Jer. 30,9) Gemeint ist nicht David selbst, der ja schon gestorben war, sondern „der Sohn Davids“, also der Messias.

Hier verbinden sich Losungswort und Lehrtext. Die Vorgeschichte zum Losungswort ist allerdings dramatisch. Sie beginnt mit der Zusage, dass Gott das Geschick seines Volkes wenden will. Doch dann wird berichtet, was geschehen wird und weshalb es geschehen musste. Israel muss aufgrund seiner Schuld durch eine unbeschreiblich schreckliche Zeit gehen. Doch auch den Peinigern Israels droht Gott in diesem Kapitel. Wörtlich heißt es auszugsweise: „Wehe, es ist ein gewaltiger Tag und seinesgleichen ist nicht gewesen, und es ist eine Zeit der Angst für Jakob; doch soll ihm daraus geholfen werden … Habe ich dir doch solches getan um deiner großen Schuld und um deiner vielen Sünden willen. Doch alle, die dich gefressen haben, sollen gefressen werden, und alle, die dich geängstigt haben, sollen alle gefangen weggeführt werden … Aber dich will ich wieder gesund machen und deine Wunden heilen, spricht der HERR.“ (Jer. 30,7-17)

Letztendlich ist Jesus Christus die einzige Rettung für uns alle. Nur in ihm finden wir Vergebung. Nur auf ihn können wir unser Leben gründen und nur durch ihn werden wir gemeinsam zu einem Volk, zu einer Gemeinde, zu „einem heiligen Tempel“, in dessen Mitte Gott wohnt. Mögen das noch viele Menschen erkennen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 22.02.2020

Ihr sagt: „Der Herr handelt nicht recht.“So höret nun, ihr vom Hause Israel: Handle denn ich unrecht? Ist‘s nicht vielmehr so, dass ihr unrecht handelt?
Hesekiel 18,25

Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
1. Johannes 1,8-9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ungerechtigkeit

Die heutigen Bibelverse schneiden zwei Themen an, denen man immer wieder begegnet. Erstens: „Was Gott tut, ist nicht gerecht!“ Und zweitens: „So schlecht bin ich doch gar nicht …“ Beide Aussagen höre ich häufig, wenn Menschen ihre Schwierigkeiten in Bezug auf Gott, den Glauben oder die Kirche schildern. Deshalb denke ich, es ist gut, sich einmal damit auseinanderzusetzen.

Im Losungswort gab Gott den Israeliten, die ihm vorwarfen, ungerecht zu handeln, eine klare Antwort: „Ihr selbst tut das, was ihr mir vorwerft!“ Sie fanden, die Kinder müssten für die Schuld der Väter bezahlen.(1) Gott jedoch sagte: „Nur wer sich schuldig macht, muss sterben.“ (Hes. 18,4 Hfa) Damit gab er dem Einzelnen die Möglichkeit, sich neu zu positionieren, unabhängig von dem, was die Generation vor ihm getan hatte. Das war für jeden, dessen Familie „Dreck am Stecken“ hatte, Morgenluft. Andere wiederum fühlten sich in ihrem Ruf nach Gerechtigkeit und Vergeltung betrogen.

Im Lehrtext nun begegnen wir einem Wort, das in unserer Gesellschaft nicht mehr so richtig Platz hat: „Sünde“. Außerdem heißt es da, dass man sich selbst betrügt, wenn man von sich sagt, man hätte keine Sünde. Manch ein Christ fühlt sich dadurch veranlasst, anderen ihre Sünde aufzuzeigen. Ich glaube jedoch, es geht darum, wie wir uns selbst vor Gott positionieren - und nicht vor anderen Menschen. Da kann man vieles sagen. Doch vor Gott zählt nur noch die Wahrheit. Er weiß, was wir getan haben und was nicht. Er weiß, wo wir uns schuldig gemacht haben. Er möchte, dass wir das bekennen. Doch nicht, um uns dafür zu bestrafen - sondern um uns in Christus zu vergeben und alles abzuwaschen. Er ist es, der „treu und gerecht“ ist.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hes. 18,19

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 21.02.2020

Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen. Und der Mensch gab einem jeden seinen Namen.
1. Mose 2,19.20

Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?
Matthäus 6,26

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Keine Sorgen

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. Dieser steht unter der großen Überschrift: „Sorget euch nicht!“ Anhand der Natur erklärte Jesus Christus seinen Jüngern, dass sie sich nicht von den Sorgen des Alltags aufreiben lassen sollten. Hätte nämlich die Sorge um ihr tägliches Auskommen ihr Handeln bestimmt, wären die Jünger nicht in der Lage gewesen, das zu tun, wozu Jesus Christus sie berufen hatte. Deshalb gab Jesus ihnen ein Versprechen: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Matt. 6,33)

Doch wie macht man das? Wie fest muss man an dieses Versprechen Jesu glauben, um ohne menschliche Garantien sorgenfrei durchs Leben zu gehen? Ich glaube nicht, dass wir unsere Sorgen einfach abstellen können. Doch das müssen wir auch nicht. Wichtig ist, dass sie uns nicht beherrschen. Sich nicht zu sorgen, bedeutet ja nicht, dass man sich um nichts mehr kümmert. Vielmehr geht es um die Frage: „Was bestimmt eigentlich mein Handeln?“

Nun vergleicht Jesus die Versorgung, die Gott uns zukommen lassen will, mit dem, wie dieser die Vögel unter dem Himmel versorgt. Im Losungswort wird deutlich, dass Gott selber ihr Schöpfer ist. Ist es dann so fern, zu glauben, dass er auch ihr Versorger ist?

Beim Lesen der Bibel entdeckte ich, dass Gott viele mittelbare Wunder tut. Er lässt etwas Natürliches geschehen, hinter dem aber ein übernatürliches Handeln durch ihn steckt. So ernährte er z.B. den Propheten Elia durch Raben, die ihre Beute genau dort fallen ließen, wo dieser war.(1) Auch für unsere Versorgung benutzt Gott natürliche Mittel, doch hinter all dem steht er. Deshalb müssen wir uns tatsächlich keine Sorgen machen, wenn wir für ihn leben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Kön. 17,4-6

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 20.02.2020

So spricht der HERR: Ich habe zu euch gesprochen, immer wieder mit Eifer gesprochen, ihr aber habt nicht auf mich gehört!
Jeremia 35,14

Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.
Lukas 11,28

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hören und bewahren

Versetzen wir uns einmal in die Zeit, in der das heutige Losungswort des Propheten Jeremia verkündigt wurde. Was waren wohl die Fragen der Zuhörer? Ich denke, zum Beispiel: „Woher sollen wir wissen, dass wirklich Gott zu uns geredet hat? Vielleicht ist es ja auch nur Jeremia, der uns Angst machen will.“

Diese Frage hat sich bis zum heutigen Tag nicht verändert. Viele Menschen sehen in der Bibel eher ein Menschenwerk als ein Reden Gottes. Das Losungswort und ebenso der Lehrtext gehen allerdings davon aus, dass Gott redet und dass wir sein Reden verstehen können. Hat das Hören nun etwas mit unserem Wollen zu tun?

Meines Erachtens können wir jedes gehörte Wort glauben oder nicht, annehmen oder ablehnen. Egal, was es ist. Was für den einen selbstverständlich ist, ist es für den anderen noch lange nicht. Was für den einen klar erwiesen ist, bezweifelt der andere. Die Frage ist also nicht, ob Gott zu undeutlich redet, sondern mit welcher inneren Einstellung wir hören.

Jeremia benutzt dafür ein Beispiel. Er berichtet von den Nachkommen Jonadabs, die keinen Wein tranken, weil ihr Vater es ihnen so geboten hatte. Damit bekundeten sie ihren Respekt gegenüber Jonadab. Ihre innere Einstellung war also, die Erkenntnisse und Gebote ihrer Vorfahren ernst zu nehmen. Und genauso möchte Gott, wie ich es verstehe, in seinem Wort ernst genommen werden.

Wenn wir mit dieser Einstellung an die Bibel gehen, werden uns so manche Geistesblitze aufgehen. Zumindest erlebe ich das so. Plötzlich entdecken wir Wahrheiten und Weisheiten, die uns in die unmittelbare Nähe Gottes hineinziehen oder auch diese Welt besser verstehen lassen. Im Lehrtext heißt es: „Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.“ Das Wort „selig“ kann man auch mit „gesegnet“ oder „glücklich“ wiedergeben. Wenn wir also Gottes Wort hören und bewahren wollen, kann uns das richtig glücklich machen. Was kann uns Besseres geschehen?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 19.02.2020

Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
Psalm 50,1

Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
2. Korinther 5,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Wort von der Versöhnung

Im heutigen Losungswort wird uns Gottes Allmacht vor Augen geführt. Das ist wichtig, damit wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. Es geht hier nicht um irgendjemanden, der da redet, oder um Meinungen wie in einer Talkshow. Gott ist es, der redet. Durch sein Wort ist das gesamte Universum entstanden. Auch wir würden ohne sein Wort nicht existieren. Wenn also Gott redet, so tun wir, wie ich meine, gut daran, hinzuhören, was er zu sagen hat. Doch was ist es, was er uns sagen will?

Im weiteren Verlauf des Psalms lesen wir, dass Gott bei uns eine Herzensverbindung sucht, nicht das Abspulen von religiösen Handlungen. Damals geschah das bei den Opferritualen, die von vielen nur noch halbherzig vorgenommen wurden. Menschen meinten, sie könnten Gott mit einer religiösen Pflichterfüllung zufriedenstellen. Deshalb versuche auch ich, darauf zu achten, dass meine Gebete, Gesänge, Gottesdienstbesuche, Predigten - und auch Andachten - nicht halbherzig werden. Gott sucht eine Herzensbeziehung. Diese wird im Verlauf des Psalms so ausgedrückt: „Opfere Gott Dank und löse ihm deine Versprechen ein! Und wenn du in Not bist, rufe mich an! Dann will ich dich retten - und du wirst mich ehren!“ (Ps. 50,14-15)

Von solch einer Not spricht unter anderem auch der Lehrtext. Es ist die Not, die die Bibel Sünde nennt. Das sind nicht nur schlechte Taten, sondern auch unterlassene gute Taten. Sünde bedeutet Zielverfehlung. Wenn z.B. zwei Ehepartner alle ihre ehelichen Pflichten erfüllen, jedoch nur kaltherzig, dann hat ihre Ehe das Ziel verfehlt. Liebe ist mehr als Pflichterfüllung. So gesehen ist Sünde mehr als schlechte Taten.

Wer das für sich erkennt, empfindet die Not, in der man zu Gott ruft: „Herr, sei mir Sünder gnädig!“ Und genau darauf gehen die heutigen Bibelverse ein. Die Antwort ist Christus: Er ist unsere Versöhnung.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 18.02.2020

Fürchte dich nicht, liebes Land, sondern sei fröhlich und getrost; denn der HERR hat Großes getan.
Joel 2,21

Groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.
1. Timotheus 3,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Geheimnis des Glaubens

Im Umfeld des heutigen Losungsverses geht es einerseits um Gottes Gericht, dem sich keiner entziehen kann. Andererseits jedoch spricht Gott seinem Volk zu, Mitleid mit ihnen zu haben und sie zu verschonen.(1) Wie passt das zusammen - Gericht und Errettung?

Aus menschlicher Sicht gar nicht, so meine ich. Wenn man schuldig ist, muss auch eine Verurteilung erfolgen, sonst ist es ungerecht. Wer sich verfehlt, kann nicht einfach ohne Strafe davonkommen. Man mag die Dinge zwar verschieden beurteilen, doch wenn man etwas als unrecht empfindet, erwartet man von einem Gericht, dass es Recht schafft. Und doch sagt Gott hier so etwas wie: „Habt keine Angst, ich werde euch hier herausholen. Ich halte etwas Großes für euch bereit!“ Ist Gott denn parteiisch, dass er die einen bestraft und bei den Seinen beide Augen zudrückt?

Um es vorwegzusagen: Ich glaube das nicht. Ich glaube im Gegenteil, dass Gott die Sünde der Menschen - auch die seiner Kinder - deutlicher sieht, als wir manchmal meinen. Denn genau sie ist der Grund für seine Menschwerdung. Von diesem „Geheimnis des Glaubens“ lesen wir im Lehrtext. Es schließt sich auf in Jesus Christus, denn er ist es, von dem es heißt: „offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.“

Ohne Christus wird der Glaube immer ein Geheimnis bleiben. Doch durch ihn steht uns das offen, was er durch seinen Tod am Kreuz erworben hat: Vergebung der Sünden und ewiges Leben. Wer Christus hört und dem glaubt, der ihn gesandt hat, „der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ (Joh. 5,24) Diese Möglichkeit bietet Gott jedem Menschen an. Wie fällt unsere Antwort aus?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Joel 2,18

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 17.02.2020

Es werden sich zum HERRN bekehren aller Welt Enden.
Psalm 22,28

Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
1. Timotheus 2,4

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein Herzensanliegen Gottes

Psalm 22, aus dem das heutige Losungswort entnommen wurde, schildert in erstaunlicher Weise die Leiden Jesu Christi in der Kreuzigung - und zwar aus der Perspektive Jesu. Er beginnt mit den Worten, die auch Jesus am Kreuz ausgerufen hat: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Ps. 22,2a) Dieser Psalm ist also prophetisch und beschreibt verblüffende Details der Kreuzigung. Z.B. heißt es dort: „Sie haben meine Hände und Füße durchgraben.“ (Ps. 22,17b) Und: „Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.“ (Ps. 22,19)

Nun gibt es theologische Deutungen, welche die prophetischen Aussagen insofern relativieren, als dass sie Teile des Psalms in verschiedenen Zeitepochen ansiedeln. Ich persönlich glaube das nicht. Vielmehr glaube ich, dass Gott einen Gedanken oder ein Empfinden Davids benutzte, um etwas in dessen Mund zu legen, das sich letztendlich auf Jesus Christus bezog.

Das Spannende an diesem Psalm ist nämlich, dass er nicht nur die Kreuzigung, sondern auch in indirekter Weise die Auferstehung Jesu erwähnt. In Vers 22 heißt es am Ende: „Du hast mich erhört!“ (Ps. 22,22b) Alles, was dann folgt, sind Verse voller Dankbarkeit und Lobpreis - und zwar von der Person, deren Todesleiden gerade beschrieben wurde. Und dann heißt es, dass sich Menschen aus aller Welt zu Gott bekehren werden. Genau das geschah, nachdem Jesus Christus von den Toten auferstanden war - und es geschieht bis zum heutigen Tag.

Dieser Psalm ist für mich ein großer Segen. Er schenkt mir Gewissheit, dass Gott alles in seiner Hand hält. Am Ende werden sich alle Dinge so erfüllen, wie wir es in der Bibel lesen. Weiterhin bestätigt dieser Psalm das, was wir im Lehrtext lesen. Gott will wirklich, dass jeder Mensch gerettet wird und zur Erkenntnis der Wahrheit kommt. Das macht mich betroffen. Es geht hier um mehr als ein paar fromme Wünsche einiger missionseifriger Christen. Es geht um ein Herzensanliegen Gottes.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 16.02.2020

Der du mich tröstest in Angst, sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!
Psalm 4,2

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Matthäus 5,4

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Trost in der Angst

Seit einiger Zeit mache ich mir Gedanken zum Thema „Angst“. Was ist eigentlich Angst und wie ist es möglich, in ihr Trost zu empfangen? Ich denke, jeder von uns hat schon erlebt, was es bedeutet, Angst zu haben. Fast immer bezieht sich Angst auf mögliche Ereignisse, die auf einen zukommen. Sie ist quasi der Schatten, den diese Ereignisse schon im Vorfeld auf unsere Seele werfen. Es gibt allerdings auch Ängste, die völlig irreal erscheinen. Sie haben keinen erkennbaren Grund, sondern sind einfach da, schnüren unsere Seele zusammen und machen uns handlungsunfähig.

Häufig sind Ängste aber noch nicht das eigentliche Ereignis, vor dem wir Angst haben. So sagte einmal jemand: „Viele sterben tausend Tode, ehe sie den einen wirklichen Tod sterben.“ Im Positiven warnen uns Ängste, um Gefahren zu meiden. Doch im Negativen lähmen sie uns einfach.

Nun bezeichnet David, der Schreiber des heutigen Losungswortes, Gott als jemanden, der ihn in seiner Angst tröstet. In anderen Übersetzungen heißt es, dass Gott Raum in der Bedrängnis schafft. Während also Angst unsere Seele zusammenschnürt, schafft der Trost eine innere Weite. Der schlichte Grund für diese Weite ist, dass man darauf vertraut, dass Gott größer ist als das, was einem Angst macht.

Diese Größe Gottes spricht Jesus Christus seinen Zuhörern unter anderem in den Seligpreisungen zu. Eine davon ist der heutige Lehrtext. Sei es noch so bedrückend, wie z.B. Leid, Verfolgung, Unrecht, Gott setzt immer etwas, das Hoffnung bringt, entgegen. So will er Leidende trösten und nach Gerechtigkeit Hungernde satt machen. Den Verfolgten spricht er das Reich Gottes zu. Jesus schenkt uns also einen Blick über das hinaus, was uns Angst macht, und gibt so unserer Seele Raum. Selbst wenn uns Ängste grundlos quälen, können wir glauben und hoffen, dass uns Jesus Christus daraus befreit. Wir können ihn darum bitten. Möge Gott uns allen einen weiten Raum für unsere Seele schenken.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 15.02.2020

Kommt nun, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!
Jesaja 2,5

Ihr habt die Zeit erkannt, dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen.
Römer 13,11-12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Auf zum Licht

In den Versen, die dem heutigen Losungswort vorangehen, wird eine Zeit verheißen, in der der Berg, auf dem Gottes Tempel steht, höher als alle anderen Berge sein soll. Menschen aus aller Welt, aus verschiedenen Völkern, Kulturen und Religionen werden dort hinkommen, um von Gott Weisung zu erhalten. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umwandeln.(1)

Ich denke, es ist klar, dass diese Bilder auf ein Friedensreich hindeuten, in dem die Menschen Gott erkennen und suchen werden. Wann und wie kann das geschehen? Geschieht es, wenn Gott sich weltweit offenbart? Das kann natürlich sein, doch ich sehe noch eine andere Möglichkeit. Man kann den erhobenen Tempel Gottes auch so verstehen, dass alles andere am Boden liegt. Dass also Politik, Religion, Vernunft oder auch Stärke nicht zum Frieden geführt, sondern im Gegenteil ein weltweites Chaos angerichtet haben. Wo können Menschen in solch einer Situation noch Halt finden?

Nun, wenn Jesus Christus wirklich unser Fundament ist, können sie das bei uns. Nicht, weil wir so stark sind oder auf uns vertrauen. Sondern weil wir auf Gottes Gnade vertrauen. Vor uns liegt also ein Auftrag, nämlich Licht und ein Fels in der Brandung zu sein. In diesem Sinne können wir auch das Losungswort und den Lehrtext verstehen. Wir begeben uns in sein Licht, damit wir selber zu einem Licht in der Finsternis werden. Wir erheben uns vom Schlaf, weil wir spüren, dass wir gebraucht werden.

Viele Menschen werden noch um Christi willen verfolgt, verlacht oder ignoriert. Doch die Dinge können sich schnell ändern. Jemand sagte einmal: „Viele Herren kommen und gehen, doch unser Herr kommt!“ Diese Hoffnung trägt uns nicht nur, sie macht uns auch tragfähig - für Menschen, die einen Halt suchen. So verstehe ich in der heutigen Zeit diesen Vers: „Kommt nun, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Jes. 2,2-4

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 14.02.2020

Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel?
2. Samuel 12,9

Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens.
Hebräer 12,1-2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Kampf

Das heutige Losungswort sagte der Prophet Nathan zu König David, nachdem dieser mit der Frau eines anderen Mannes geschlafen hatte. Als sie daraufhin schwanger wurde, versuchte David, das Kind ihrem Ehemann unterzuschieben. Dies misslang, und so sorgte David dafür, dass dieser starb, indem er ihn als „Kanonenfutter“ benutzte.(1)

David hatte also seine Macht und seine Stellung dazu gebraucht, um ein Unrecht nach dem anderen zu begehen. Und nach außen hin tat er so, als wäre alles in Ordnung. Schließlich war er ja der König. Er war jedoch nur deshalb König, weil Gott ihn dazu gesetzt hatte.(2) Das bringt uns zu der Frage, wie jemand, der von Gott erwählt, berufen und in ein Amt gesetzt ist, sich so verfehlen kann. Da geht es nicht mehr nur um David, sondern auch um andere. Und vielleicht sogar um uns selbst.

Denn auch wir sind auserwählt und berufen, wenn wir an Christus glauben. Auch wir haben ein Amt, nämlich Christus zu bezeugen. Dennoch geschieht es im Großen wie im Kleinen, dass Gottes Kinder sich verfehlen. Im Lehrtext lesen wir etwas von einem „Kampf, der uns bestimmt ist“. Wir sollen alles ablegen, „was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt.“

Ich denke, diese Zeilen machen klar, dass wir in der Nachfolge Christi mit Widrigkeiten zu rechnen haben. Wir sollen uns von dem trennen, was hinderlich ist, so, wie ein Läufer Kleidung ablegt, die ihn am Vorwärtskommen hindert. Sünde wird hier als etwas beschrieben, das uns umstricken, umgarnen, umschlingen möchte. Sie ist also ganz nah an uns dran, mit dem Ziel, uns zu Fall zu bringen. Was können wir ihr entgegensetzen?

Ich meine, wir sollten auf Jesus schauen, den „Anfänger und Vollender des Glaubens“. Er wird zu Ende bringen, was er in uns begonnen hat. In ihm finden wir Vergebung, Hoffnung und - Sieg.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Sam. 11 (2) 1.Sam. 16,1-13

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 13.02.2020

Der HERR, der selber vor euch hergeht, der wird mit dir sein und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht!
5. Mose 31,8

Jesus spricht: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.
Johannes 10,27-28

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nachfolge

Im heutigen Losungswort machte Mose seinem Volk Mut, sich nicht vor ihren Feinden zu fürchten. Gott würde nicht nur mit ihnen sein, sondern sogar vor ihnen hergehen und sie nicht verlassen. Damals ging es um die Einnahme des Gelobten Landes. Israel war zu der Zeit ein Volk von ehemaligen Sklaven ohne Heimat. Nach ihrer Befreiung führte Mose sie im Auftrag Gottes in dieses Land, das er ihren Vorvätern versprochen hatte. Doch bevor sie hineingingen, gab Mose ihnen diesen Zuspruch und machte ihnen Mut.

Gott ging also im Unsichtbaren vor ihnen her und sie sollten ihm im Sichtbaren und im Angesicht ihrer Feinde folgen. Das erforderte ein großes Vertrauen in die Zusagen Gottes. Genauso ergeht es uns Christen, wie ich meine. Wir folgen Jesus Christus, der für uns heute genauso unsichtbar ist wie damals Gott für die Israeliten. Auch wir können das nur, wenn wir seinem Wort vertrauen.

Und genau dieses Wort sagt im Lehrtext, dass wir die Stimme Jesu Christi hören können. Dass wir dieser Stimme dann folgen und sie uns ins ewige Leben hineinführen wird. Doch wie können wir seine Stimme hören?

Natürlich einmal durch das Lesen der Bibel. Doch die Bibel selbst kündigt uns den Heiligen Geist an. Dieser wird als Stellvertreter oder auch Tröster beschrieben, der uns an Jesu statt direkt mit Gott verbindet.(1) Manchmal sagen Christen zu mir: „Ich habe noch nie die Stimme Jesu gehört.“ Ich glaube jedoch, dass jeder Christ schon einmal die Stimme Jesu vernommen hat. Wir könnten sonst gar nicht glauben und würden ihm auch nicht unser Leben anvertrauen. Deshalb können wir ebenfalls darauf vertrauen, auch in Zukunft die Stimme Jesu Christi vernehmen zu können und so das Ziel unseres Lebens zu erreichen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joh. 14,16-19

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 12.02.2020

Ich will gedenken an meinen Bund, den ich mit dir geschlossen habe zur Zeit deiner Jugend, und will mit dir einen ewigen Bund aufrichten.
Hesekiel 16,60

Der Gott aller Gnade, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.
1. Petrus 5,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Wende

Im gesamten 16. Kapitel des Buches Hesekiel, aus dem das heutige Losungswort stammt, vergleicht Gott sein Verhältnis zu Israel mit der Liebe eines Mannes zu seiner sehr schönen Frau. Er machte einen Bund mit ihr und stattete sie herrlich aus. Doch sie verließ sich mehr auf ihre Schönheit als auf ihren Ehemann - Gott. So trieb sie ständig Ehebruch mit allen möglichen Männern, womit der Götzendienst Israels beschrieben wird, in dem sie sogar ihre Kinder den Götzen opferten.

Gott schildert sich hier als eifersüchtigen Ehemann, der so zornig wird, dass er Tod und Verderben über Israel kommen lässt. Wörtlich heißt es: „Und dann liefere ich dich deinen Liebhabern aus … Sie werden deine Häuser niederbrennen und vor den Augen vieler Frauen das Strafgericht an dir vollstrecken.“ (Teile aus Eze. 16,39-41) Das klingt so gar nicht nach einem immer gütigen und verzeihenden Gott. Gott ist jedoch auch ein eifersüchtiger Gott, wie wir ebenfalls im Neuen Testament lesen.(1)

Dann aber wendet sich das Blatt. Gott gedenkt seines Bundes und will einen ewigen Bund mit Israel aufrichten. Das alles erfüllte sich, wie wir ja glauben, in Jesus Christus und gilt für alle Menschen. Diese Gnade führt dazu - so schildert es der Prophet -, dass die Menschen sich dessen schämen werden, was sie zuvor getan haben. Die Liebe Gottes bringt uns also dazu, unsere Sünden zu erkennen und zu bereuen.

Nun sind wir mit Gott versöhnt. Das hat allerdings nicht gleich zur Folge, dass es uns in allen Belangen gut geht. Vielmehr werden weltweit Christen oft angefeindet und leiden darunter. Doch auch hier verspricht uns der Lehrtext eine Wende. Gott wird uns sogar mitten im Leid aufrichten, stärken und uns auf festen Grund stellen. Darauf dürfen wir besonders in schweren Tagen hoffen!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Kor. 10,21-22

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 11.02.2020

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Psalm 23,3

Jesus spricht: Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.
Johannes 10,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Auf rechter Straße

Das heutige Losungswort aus Psalm 23 ist ein gewaltiger Zuspruch für unser Leben: Gott will uns auf rechter Straße leiten. Im Lehrtext geht es ebenfalls darum, dass uns Jesus Christus, der gute Hirte, leiten will. Das setzt voraus, dass wir mit ihm in Verbindung stehen. Doch auch das spricht er uns zu, denn wir lesen, dass er uns kennt und wir ihn. Aber wie führt er uns nun auf rechter Straße?

Ich möchte einmal mehrere Fälle unterscheiden. Es geht ja immer um die Frage, den richtigen Weg zu finden. Zunächst können wir uns fragen, ob ein Weg dazu führen würde, Gottes Wort zu brechen. Wenn wir z.B. dafür lügen, anderen Unrecht tun, unseren Glauben an Jesus Christus verleugnen, in eine bestehende Ehe einbrechen oder die eigene verlassen. In diesem Fall leitet uns Gottes Wort dahin, diesen Weg nicht zu gehen.

Andererseits kann uns Gottes Wort auch dazu leiten, einen bestimmten Weg bewusst einzuschlagen. Wenn es z.B. darum geht, jemandem Barmherzigkeit zu erweisen, Menschen, die uns feind sind, Gutes zu tun oder gebefreudig zu sein, anstatt nur auf die Wohltaten anderer zu warten.

Doch wie ist es, wenn beide Wege gut oder möglich erscheinen? Wenn wir nicht erkennen können, wohin sie am Ende führen? Welchen Beruf sollen wir anstreben, gründen wir ein Unternehmen oder nicht? Auch die Frage, ob und wen wir heiraten sollten, können wir nicht nur nach dem Grad der Verliebtheit beantworten. Und immer wieder erlebe ich Christen, die sehr in ihrer Ehe leiden und sich fragen, ob eine Scheidung nicht besser wäre. In all diesen Fragen benötigen wir neben Gottes Wort die persönliche Leitung Jesu Christi. Dafür hat er uns den Stellvertreter, den Heiligen Geist gegeben, der uns in alle Wahrheit leitet.

Für diese Art der Leitung gibt es kein Patentrezept. Es ist ein Beten, Hören, Glauben und Wagen. Letztendlich vertraue ich darauf, dass Gott größer ist und uns auch dann auf die rechte Straße zurückbringt, wenn wir uns einmal irren sollten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 10.02.2020

Der HERR wird seinen Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben.
1. Mose 24,40

Die Jünger geleiteten uns alle mit Frauen und Kindern bis hinaus vor die Stadt, und wir knieten am Ufer nieder, beteten und nahmen Abschied voneinander.
Apostelgeschichte 21,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Auf der Reise

Bei den meisten Reisen, die wir unternehmen, planen wir, wieder nach Hause zurückkehren. So ging es auch Abrahams Knecht, der im heutigen Losungsvers zu Wort kommt. Er war von seinem Herrn zu dessen Verwandten geschickt worden, um eine Braut für Isaak, Abrahams Sohn, mit nach Hause zu bringen. Der Knecht äußerte Abraham gegenüber Zweifel, ob er erfolgreich sein werde. Abrahams Antwort darauf war: „Der HERR, vor dem ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben … (1.Mos. 24,40)

Offensichtlich war für Abraham der Ausgang dieser Reise schon klar, bevor der Knecht sie überhaupt begonnen hatte. Woher nahm er diese Gewissheit? Ich denke, er schöpfte aus der langen Erfahrung seines Lebens mit Gott: „Der HERR, vor dem ich wandle.“ Diese Zuversicht, dass Gott handeln würde, sprach er nun seinem Knecht zu. Gleichzeitig befreite er ihn von Last, Erfolg haben zu müssen. Würden die Verwandten sich weigern, wäre der Knecht von seiner Aufgabe entbunden.(1)

Übertragen wir das einmal auf unser Glaubensleben. Die Frage ist, wer der Herr ist: Gott oder wir? Lautet unser Gebet: „Gott, tu doch dies und jenes!“ oder „Gott, was möchtest du, das ich tun soll?“ Im ersten Fall erwarten wir, dass Gott etwas tut. Im zweiten Fall kann es passieren, dass wir etwas tun sollen. Was daraus wird, liegt jedoch nicht in unserer, sondern in Gottes Hand.

Im Lehrtext wird berichtet, wie der Apostel Paulus mit seinen Begleitern Abschied von ihm lieb gewordenen Menschen nahm. Das Besondere daran war, dass alle wussten, Paulus würde sich mit der Weiterreise in Gefahr begeben.(2) Doch er wusste, was Gott von ihm wollte. Auch wenn es schwer war, er war bereit. Alles, was er brauchte, war Gottes Gnade.

Es mag auch bei uns schwere, vermeintlich „erfolglose“ Wege geben. Gerade dann brauchen wir Gottes Gnade ganz besonders.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Mose 24,41 (2) Apg. 21,4

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 09.02.2020

Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN!
Psalm 118,26

Jesus Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt.
Epheser 2,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Im Namen des HERRN

Erinnern wir uns noch, was am 30. September 1989 geschah? Damals waren ca. 4.000 Bürger der damaligen DDR in die deutsche Botschaft in Prag geflohen, um von dort aus in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen zu können. Doch zunächst saßen sie dort fest. Aber zurück wollten sie auf keinen Fall. Die hygienischen Verhältnisse waren teilweise katastrophal, die Hoffnung auf Freiheit jedoch ließ sie all das ertragen. Und dann erschien der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher auf dem Balkon der Botschaft, um dort um 18:58 Uhr Folgendes mitzuteilen: „Liebe Landsleute, wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise (tausendfacher Aufschrei und Jubel) … möglich geworden ist.“

Diese Worte konnte Hans-Dietrich Genscher nicht im eigenen Namen verkündigen. Nein, er verkündigte sie im Namen der Bundesrepublik Deutschland und im Namen der Staatsmächte, die dieser Ausreise zugestimmt hatten. Deshalb hatten seine Worte Gültigkeit.

Auch das heutige Losungswort spricht von jemandem, der nicht im eigenen Namen, sondern im Namen Gottes kommt. Diesem Wort geht ein Hilferuf voraus: „O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!“ (Ps. 118,25) Die Antwort auf diesen Hilferuf ist der, der „im Namen des HERRN“ kommt. Deshalb heißt es auch „Gelobt sei“ und nicht „Gefürchtet sei“. Denn der, der „im Namen des HERRN“ kommt, ist ein Befreier aus großer Not und seine Worte haben Gültigkeit. Wir wissen, dass kein anderer damit gemeint ist als Jesus Christus.

Das damalige Geschehen in der deutschen Botschaft in Prag macht deutlich, welch einen Jubel eine befreiende Botschaft nach sich ziehen kann. Wie viel größer und mächtiger aber ist die befreiende Botschaft Jesu Christi! Er verkündet uns Frieden mit Gott, wie wir im Lehrtext lesen, Vergebung der Sünden und Erlösung von allem, was uns von unserem Vater im Himmel trennen will. Wer immer sich danach sehnt, darf sich von Herzen freuen - Jesus kam für einen jeden von uns und sein Wort gilt.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 08.02.2020

Singet dem HERRN, rühmet den HERRN, der des Armen Leben aus den Händen der Boshaften errettet!
Jeremia 20,13

Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.
Lukas 1,52

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Grund zur Freude

Beim Lesen des heutigen Losungswortes würde man wohl kaum vermuten, was im anschließenden Vers steht. Dort spricht Jeremia: „Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren bin; der Tag soll ungesegnet sein, an dem mich meine Mutter geboren hat!“ (Jer. 20,14) Wie passen diese beiden Verse zusammen?

Nun, Hintergrund des Ganzen ist, dass Jeremia sich in einer Zerreißprobe befand. Seine Aufgabe war es, Juda zu prophezeien, dass sie alle entweder getötet oder nach Babel weggeführt werden würden. Das passte überhaupt nicht in das Bild der übrigen Propheten, die immer nur Gutes verhießen. Jeremia ging quasi mit seiner Botschaft unter, wurde geschlagen, in den Block gelegt und ernstlich bedroht. In den Augen seiner Umgebung war er verrückt und erfolglos.

Darunter litt Jeremia. Dann wurde ihm bewusst, dass Gott ja auf seiner Seite stand und ihn und andere Mitleidende aus den Händen der Boshaften retten wird. Dafür rühmte ihn Jeremia. Doch direkt danach sah er wieder auf seine momentane Lebensrealität und wünschte, nie geboren worden zu sein.

Solch eine Zerreißprobe ist auch uns Christen nicht fremd. Im Lehrtext lesen wir, dass Gott „die Gewaltigen vom Thron“ stößt und „die Niedrigen“ erhebt. Aber oft erleben wir scheinbar das glatte Gegenteil. Die Macht Gottes, die wir in etlichen Liedern besingen, scheint sich in der Wirklichkeit nicht widerzuspiegeln. Doch ist das wirklich so?

Bei jedem Menschen, der Jesus Christus in sein Leben aufnimmt, findet ein Herrschaftswechsel statt. Jesus Christus, der sich bis zum Tod erniedrigen ließ, wird jetzt zum Herrn. Darüber freuen sich sogar die Engel im Himmel.(1) Während einige also eine sichtbare Demonstration der Macht Gottes erwarten, findet diese bereits im Unsichtbaren statt. Auch das ist Wirklichkeit. Deshalb, glaube ich, tun wir gut daran, uns ebenfalls von Herzen darüber zu freuen. Denn jedes Mal, wenn ein Mensch zu Gott umkehrt, wird ein Gewaltiger vom Thron gestoßen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Luk. 15,10

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 07.02.2020

Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden.
5. Mose 6,6-7

Das Ziel der Unterweisung ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungeheucheltem Glauben.
1. Timotheus 1,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ziel der Unterweisung

Welche Wirkung haben eigentlich Worte - besonders Worte Gottes? Im heutigen Losungswort werden die Israeliten aufgefordert, die Worte, die Gott ihnen gab, sich nicht nur selber zu Herzen zu nehmen, sondern auch an die nachfolgende Generation weiterzugeben.

Die Wichtigkeit von Worten im Allgemeinen können wir täglich sehen. Durch sie geben wir Erfahrungen und Entdeckungen weiter. Ohne sie gäbe es keinen Fortschritt. Wo Worte nicht mehr weitergegeben oder gar verhindert werden, drohen Fehler sich zu wiederholen. Jede Generation müsste beispielsweise neu durch leidvolle Versuche erlernen, welche Pilze gut und welche giftig sind. Gleiches gilt für ein Geschichtsbewusstsein. Wenn es verloren geht bzw. verleugnet wird, wird sich die Geschichte wiederholen. Ich denke, wir erleben das gerade in der heutigen Zeit.

Nun sprechen ja das Losungswort und der Lehrtext nicht von irgendwelchen Erkenntnissen, die wir weitergeben sollen, sondern von den Worten Gottes. Diese haben ein Ziel - etwas, das sie bewirken sollen. Im Lehrtext schreibt der Apostel Paulus, dass dieses Ziel „Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungeheucheltem Glauben“ ist. Gott gibt uns also sein Wort nicht, um andere damit zu unterjochen oder nur äußerlich darauf einzugehen, sondern damit seine Liebe unser Herz erreichen und dann wieder von uns ausgehen kann.

Wie aber kann ein Wort Liebe freisetzen? Das geschieht, wenn dahinter eine Realität steht. Wenn jemand mir sagt, dass Gott mich liebt, so ist es zunächst einmal nur ein Wort. Erlebe ich dann aber, dass diese Person Liebe ausstrahlt, ist es schon mehr als nur ein Wort. Wenn ich wiederum darauf eingehe, in der Bibel lese und anfange, zu Gott zu beten, dann erlebe ich das Wort. Nun kann in mir das entstehen, was Gott plant: dass wir aufrichtig und aus reinem Herzen lieben können.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 06.02.2020

Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter.
Psalm 105,8

Jesus spricht: Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen.
Markus 13,31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Versprechen

Die heutigen Bibelverse weisen darauf hin, dass Gottes Versprechen so sind, wie er selbst ist: ewig. Im Gegensatz zu uns Menschen, die schnell vergessen können, was sie einmal versprochen haben, behält Gott seine Worte in Erinnerung. Ja, er „gedenkt“ ihrer, wie es im Losungsvers heißt. An etwas zu gedenken, bedeutet, es sich bewusst in Erinnerung zu rufen. In Psalm 105, aus dem der Losungsvers stammt, kann man das sehr gut sehen.

Am Anfang fordert der Psalmist dazu auf, Gott und „seiner Wunderwerke, die er getan hat“, zu gedenken. (Ps. 105,5) Und dann beginnt er, aufzuzählen, was Gott alles getan hat. Interessant ist, dass es dabei nicht um ihn als Einzelperson geht. Sondern was seine Vorfahren bis hin zu Abraham erlebt haben. Er berichtet von dem Versprechen Gottes, Jakob und dessen Nachkommen Kanaan zu geben(1). Weiterhin berichtet er davon, wie diese nach Ägypten zogen, dort dann versklavt und von Mose schließlich befreit wurden. Er gedenkt der Plagen in Ägypten, aber auch der Wunder in der Wüste. Und er nennt Gottes Ziel mit ihnen: „damit sie seine Gebote hielten und seine Gesetze bewahrten.“ (Ps. 105,45)

Der Psalmist ist mir in dem, wie er Gott erhebt, ein Vorbild. Er schöpft aus dem, was er von Gott weiß, Vertrauen, auch wenn es „nur“ Überlieferung ist. Er sah sich als Teil des Bundes, dessen Gott „ewiglich“ gedenken will. Also galt auch ihm „das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter.“
Im Vorfeld zum Lehrtext sprach Jesus über das, was in der letzten Zeit geschehen sollte. Und dann sagt er zu den Umstehenden einen rätselhaften Satz: „Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht.“ (Mark. 13,30) Auf wen bezog er sich da? Ich denke, er meint die Nachkommen Jakobs. Sie werden immer noch da sein und sehen, wie Gott auch dieses Versprechen einlöst. Denn seine Worte „werden nicht vergehen.“ Darauf können alle seine Kinder vertrauen. Auch wir.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 105,11

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 05.02.2020

Der HERR hat mir geholfen, darum wollen wir singen und spielen im Hause des HERRN!
Jesaja 38,20

Der Gelähmte sprang auf, stellte sich auf die Füße und konnte gehen; und er ging mit ihnen in den Tempel hinein, lief hin und her, sprang in die Höhe und lobte Gott.
Apostelgeschichte 3,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Freude der Erlösten

Das heutige Losungswort schildert die Freude Hiskias. Als er todkrank war, flehte er zu Gott und dieser erhörte sein Flehen. Der Lehrtext wiederum schildert die Freude eines Menschen, der von Geburt an gelähmt war. Er benötigte ständig Hilfe von außen und wünschte sich wahrscheinlich sehnlichst ein Wunder. Und tatsächlich, das Wunder geschah, als nämlich Petrus und Johannes ihm im Namen Jesu Heilung zusprachen.

Ich denke, dass bei jedem von uns solch eine Freude aufkommt, wenn etwas für uns Bedeutsames geschieht. Das kann eine dramatische Heilung sein oder auch Bewahrung oder Hilfe in großen finanziellen Nöten. Doch was ist letztlich für uns bedeutsam? Und wie bedeutsam ist für uns das Zentrum des Evangeliums, das Kreuz Jesu Christi und Christi Auferstehung? Natürlich kennen wir die theologische Bedeutung, doch hat es für uns noch eine tiefe lebensverändernde Bedeutung?

Ich möchte dies einmal an einem Beispiel verdeutlichen. Für mich hat der Moment, an dem ich meine Frau kennenlernte, eine große Bedeutung. Ebenso der Moment, als sie mir vor Gott ihr Jawort gab, denn das macht mich bis heute zu einem glücklichen Ehemann. Für andere hat das Jawort leider an Bedeutung verloren. Sie haben sich irgendwann von ihrer Ehe verabschiedet. Genauso gibt es Christen, für die das Kreuz Jesu an Bedeutung verloren hat. Für sie ist es nur noch ein Relikt.

Das Kreuz und die Auferstehung Jesu Christi haben also dann für uns Bedeutung, wenn sie eine direkte Auswirkung auf unser Leben heute haben. Welche Auswirkung aber ist das? Es ist die Gemeinschaft mit Gott, dass er uns leitet, dass wir mit ihm reden können und er mit uns. Dass er uns Zuversicht und Kraft schenkt, wir nie allein sind und er unser Innerstes mit seiner Gegenwart erfüllt. So bleiben für uns Christen das Kreuz und die Auferstehung Jesu Christi stets aktuell.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 04.02.2020

Die Elenden und Armen suchen Wasser, und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören.
Jesaja 41,17

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offenbarung 21,6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Lebendiges Wasser

Im heutigen Losungsvers möchte ich unser Augenmerk auf den Anfang lenken. Dort ist von den „Elenden und Armen“ die Rede. Weshalb werden sie so besonders betont? Betrifft eine Wasserknappheit, von der ja das Losungswort berichtet, nicht alle Menschen? Ja und nein. Wohlhabende Menschen haben nämlich oft noch Möglichkeiten, an das wenige Wasser, das noch da ist, heranzukommen. Gewöhnlich verteuern sich die Dinge, wenn sie knapp werden, sodass Wohlhabende sie sich leisten können, während die Armen schon leer ausgehen.

So sind es also die Elenden und Armen, die zuerst nach Wasser schreien, und deshalb erstaunlicherweise auch die Privilegierten, die Gottes Wunder zuerst erleben dürfen. Denn er will ihr Gebet erhören. Am Ende des Losungsverses heißt es: „Ich, der Gott Israels, werde sie nicht im Stich lassen.“ (Jes. 41,17c)

So lesen wir im nächsten Vers: „Ich werde auf kahlen Höhen Flüsse entspringen lassen und in den Tälern Quellen öffnen. In den Wüsten werden Teiche entstehen. Das trockene, verdorrte Land wird Wasserquellen bekommen.“ (Jes. 41,18)

Genauso verhält es sich, wie ich es dem Lehrtext entnehme, auch im Geistlichen. Wer ist es denn, den es nach lebendigem Wasser dürstet? Sind es nicht diejenigen, die sich innerlich arm fühlen, weil ihnen etwas Lebensnotwendiges fehlt? Obwohl es vieles gibt, was uns scheinbar Lebenssinn oder Lebenserfüllung vermittelt, bleibt bei ihnen dieser Durst bestehen. Denn alles kann uns genommen werden, nicht aber das lebendige Wasser. Es ist die Verbindung mit Gott selbst, die Verbindung mit dem Schöpfer des Lebens. Es kommt direkt aus dem Himmel. Niemand kann diese Quelle zerstören.

So sind diejenigen, die nach der Wahrheit dürsten, in ihren eigenen Augen vielleicht arm, da ihnen etwas Wesentliches noch fehlt. Doch in Wirklichkeit sind sie reich, denn sie werden das finden, was sie suchen - lebendiges Wasser.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 03.02.2020

Alle, die dem HERRN widerstehen, werden zu ihm kommen und beschämt werden.
Jesaja 45,24

Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Philipper 2,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Christus der Herr

Die heutigen Bibelverse betonen die souveräne Macht Gottes. Niemand kann letztendlich Gott oder seinem Wort widerstehen. Alle, die es trotzdem versuchen, werden beschämt werden - so das heutige Losungswort.

Auch der Lehrtext spricht von einer Situation, in der niemand mehr bezweifeln kann, dass Jesus Christus der Herr ist. Die Frage ist nur, wann das alles geschieht. Bezieht es sich auf eine ferne Zukunft oder können wir heute schon ein Teil dessen erleben? Woran können wir heute schon erkennen, dass Jesus Christus der Herr ist und die Wege Gottes die wahren sind?

Nun, ich denke, wir können dies an zwei Dingen deutlich sehen. Einmal am Volk Israel. Ich spreche nicht von der aktuellen Tagespolitik oder der Frage, ob diese richtig oder falsch ist. Doch dass Israel überhaupt noch als Volk und Nation existiert und das noch im Land ihrer Väter, ist eines der größten geschichtlichen Wunder unserer Zeit. Über Jahrtausende wurden sie diskriminiert, verfolgt und umgebracht. Darüber hinaus haben sie sich mehr als einmal von Gott abgewandt, begannen also, sich von innen her aufzulösen. Trotzdem sind sie noch da und bezeugen allein dadurch die Existenz und Größe Gottes.

Ähnlich verhält es sich mit den Christen. Die Geschichte der Christenheit ist voller Verfolgung von außen und Entartungen von innen. Viele Menschen in unserem Land entfernen sich von christlichen Kirchen und dem Glauben. Man könnte meinen, das Christentum löse sich allmählich auf. Doch gleichzeitig finden immer mehr Menschen zu Jesus Christus. Vertrauen ihm und seinem Wort, erleben Gebetserhörungen und richten ihr ganzes Leben auf Christus aus. Doch nicht nur in unserem Land, die Schar der Christen wächst weltweit. So vermutet man z.B. in China ca. 80 Millionen Christen, die oft heimlich ihre Gottesdienste feiern. So glaube ich, dass schon heute an der Gemeinde Jesu sichtbar wird, dass Jesus Christus wirklich „der Herr ist, zur Ehre Gottes“.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 02.02.2020

Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden.
Jesaja 50,7

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge.
Apostelgeschichte 26,22

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Hilfe

Der heutige Losungsvers stammt aus einem Teil des Buches Jesaja, in dem immer wieder vom Leiden des Gottesknechtes die Rede ist.(1) Das ist kein anderer als Jesus Christus selbst, in dem sich erfüllte, was Jesaja prophezeit hatte. Er ist „Gottes Hilfe“, die der Apostel Paulus im Lehrtext bezeugt.

Beschäftigt man sich nun näher mit dem Umfeld dieser Bibelverse, klingen die Umstände der „Gottesknechte“ nicht sehr glorreich. So heißt es bei Jesaja: „Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.“ (Jes. 50,6) Und auch Paulus redete nicht in Freiheit, sondern in Gefangenschaft aufgrund seines Glaubens. Das ist nicht unbedingt das, was man sich unter effektiver Hilfe vorstellt. Waren Gott die Dinge etwa entglitten? Hatte er seine Leute allein gelassen? Und wie sieht das heute für die aus, die seine Hilfe brauchen?

Wie ich die Bibel verstehe, war Gott gar nichts entglitten. Im Gegenteil, all das gehörte zu seinem Plan. Das war es auch, was Paulus in der Fortführung des Lehrtextes zu erklären versuchte: „Aber Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein und sage nichts, als was die Propheten und Mose vorausgesagt haben: dass Christus müsse leiden und als Erster auferstehen von den Toten und verkündigen das Licht seinem Volk und den Heiden.“ (Apg. 26,22-23) Dass Christus leiden musste, war aus menschlicher Sicht nicht glorreich. Doch was daraus entstand, ist mehr als das! Denn nach dem Leiden kam das, womit keiner mehr rechnete: Christi Auferstehung. Er begegnete seine Jüngern, sandte ihnen den Heiligen Geist, und die Geschichte seiner Gemeinde begann.

Aus all dem können auch wir heute Mut schöpfen, dass Gott für uns ebenfalls Wege in schweren Zeiten vorbereitet hat. Ob er uns nun heraus- oder hindurchführt - Christus, „Gottes Hilfe“, ist bei uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Jes. 49-53

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 01.02.2020

O dass du auf meine Gebote gemerkt hättest, so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.
Jesaja 48,18

Jesus Christus wurde für uns zur Weisheit durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.
1. Korinther 1,30

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Jesus Christus - unser Ein und Alles

Im heutigen Losungswort ist die Rede von Gottes Geboten und wie wichtig sie für Frieden und Gerechtigkeit sind. Einen Vers zuvor lesen wir: „So spricht der HERR, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst.“ (Jes. 48,17) Hier kommt deutlich zum Ausdruck, dass das, was Gott uns lehrt, nicht dazu dient, uns einzuengen, sondern uns im Gegenteil zu helfen.

Gottes Gebote sind also nicht gegen uns gerichtet. Doch welche von ihnen gelten heute noch für uns als Christen? An diesem Punkt gehen die Meinungen weit auseinander. Viel wichtiger jedoch als diese allgemeine Frage ist, wie ich meine, die Frage: Welches Gebot gilt für mich? Die verblüffende Antwort finden wir in der persönlichen Aufforderung Jesu an alle Menschen: „Folge mir nach!“ Das ist gleichbedeutend mit: „Kommt her zu mir!“ oder „Glaubt an mich!“ oder „Glaubt an das Evangelium!“ Der Start in ein neues Leben beginnt mit unserer Beziehung zu Jesus Christus. Alles andere - die Aussagen der Bergpredigt, Gebote, Verheißungen, die Relevanz des Alten Testaments und die Verordnungen des Neuen Testaments - folgt danach.

Sehen wir die Dinge nämlich nicht im Lichte Christi, verstehen wir sie nicht. Er wurde, wie der Lehrtext vermittelt, uns zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung gegeben. Z.B. ging Jesus mit dem Sabbatgebot ganz anders um, als es die Menschen seiner Zeit erwartet hätten. In ihren Augen war er ein Gesetzesbrecher, doch nicht in Gottes Augen - denn Barmherzigkeit ist größer als Opfer.(1)

Ich glaube, es ist sehr wichtig, sich mit den Geboten des Alten und Neuen Testaments auseinanderzusetzen - doch nicht, um sie äußerlich einzufordern, sondern um sie unter Gebet richtig, also christusgemäß zu verstehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 12,7-8 Hos. 6,6

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 31.01.2020

Ich habe mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet.
1. Samuel 1,15

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
1. Petrus 5,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Er sorgt für uns

Die Geschichte rund um das heutige Losungswort erzählt von Hanna, einer jungen Frau, die sich so sehr ein Kind wünschte, aber keines bekam. Ihr Mann Elkana hatte noch eine zweite Frau, Peninna, die schon mehrere Kinder bekommen hatte. Sie kränkte und beleidigte Hanna damit, denn in dieser Zeit hatten Frauen ohne Kinder ein geringes Ansehen. So kam es, dass Hanna bei einem Besuch des Tempels in Silo zu Gott flehte, er möge ihr doch ein Kind schenken. Sie schüttete ihr Herz und ihren ganzen Kummer vor ihm aus. Was bedeutet das alles nun für uns?

Die Frage ist, was wir mit dem tun, was in unserem Herzen ist - sei es Kummer, Schmerz, Angst, Fragen, die uns bewegen, oder auch Freude, Dankbarkeit oder Zuversicht. Jesus Christus sagte einmal: „Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.“ (Matt. 12,34b) Wir können also auf Dauer nicht verbergen, was in uns vor sich geht. Wenn wir es nicht aussprechen, kommt es irgendwie anders zum Vorschein. Hanna sprach es aus - allerdings ganz leise, sodass der Priester in ihrer Nähe zunächst meinte, sie sei betrunken, denn sie bewegte nur ihre Lippen, ohne laut zu sprechen.

Es geht also nicht um Lautstärke. Vielmehr geht es um den Adressaten. Wem erzählen wir unseren Kummer, unsere Freuden und unsere Fragen? Legen wir unsere Lasten auf andere Menschen in der Hoffnung, dass sie sie uns abnehmen? So etwas erlebe ich nicht selten. Andere wiederum wünschen, dass ein Seelsorger oder der Pastor für sie betet, bevor sie es selber tun. Doch sowohl die Losung als auch der Lehrtext fordern uns auf, alles direkt zu Gott zu bringen. Auch das, was uns besorgt. Ich möchte sogar noch einen Schritt weitergehen. Wir können auch Dinge zu Gott bringen, die uns fast schon zu peinlich sind, sie überhaupt einmal auszusprechen.

Gott kennt uns und nichts ist ihm verborgen. Doch er wartet, wie ich meine, darauf, dass wir uns ihm anvertrauen. Und wie Hanna kurze Zeit später schwanger wurde, dürfen auch wir damit rechnen, dass Gott für uns sorgen wird!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 30.01.2020

Du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen.
3. Mose 19,15

Haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person.
Jakobus 2,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ohne Ansehen der Person

Die Botschaft des heutigen Losungswortes und des Lehrtextes ist eigentlich klar. Wir sollen unsere Mitmenschen „frei von allem Ansehen der Person“ behandeln. Das 19. Kapitel des dritten Buches Mose beginnt mit dem Satz: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott.“ (3.Mos. 19,2b) Wir sollen also so miteinander umgehen, wie Gott mit uns umgeht. Er hat keine Lieblinge, die er bevorzugt, sondern ist gerecht gegenüber allen Menschen.

Das Problem liegt meiner Meinung nach nicht darin, diese Worte zu verstehen. Bei der Umsetzung jedoch gibt es noch „viel Luft nach oben.“ Es beginnt mit der Bevorzugung von Familienangehörigen oder von Leuten, die einem sympathisch oder zugewandt sind. Oder auch von Personen mit hohem Ansehen. All diese sollen weder bevorzugt noch benachteiligt werden. Es kann auch passieren, dass jemand aus Furcht vor Kritik, eine Person zu bevorzugen, diese am Ende benachteiligt. Interessanterweise lesen wir im Losungswort, dass wir weder den Geringen noch den Großen bevorzugen und gewiss auch nicht benachteiligen sollen. Um gerecht miteinander umzugehen, müssen wir frei von Neid sein.

Manchmal erlebe ich Leute, die schnell ein hartes Urteil über andere fällen. Wenn es sie dann aber selber trifft oder einen nahen Angehörigen, wird es oft sehr still um diese Person. Ich meine, wir gehen mit anderen besser so um, als ob es unsere eigenen Kinder wären.

Nun bedeutet ein gerechter Umgang miteinander nicht, alle „über einen Kamm zu scheren.“ Jesus Christus sagte einmal: „Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen.“ (Luk. 12,48b) Wir müssen, wie ich meine, schon die einzelne Person ansehen, um fair mit ihr umzugehen. Und über alldem steht - wie beim Vater im Himmel - die Barmherzigkeit. Wichtig ist, dass unser Glaube an Jesus Christus sich in unserem Handeln widerspiegelt. Das macht uns glaubwürdig und ehrt Jesus Christus.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Gal. 4,19

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 29.01.2020

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.
Jesaja 42,3

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Lukas 19,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott sucht uns

Die heutigen Bibelverse offenbaren einen Wesenszug Gottes: Er kümmert sich um diejenigen, die von sich aus kaum eine Chance haben, ihr Leben zum Guten zu wenden. Was für andere fast wertlos erscheint - wie das geknickte Rohr oder der glimmende Docht - erhält von ihm besondere Aufmerksamkeit. Und auch im Lehrtext lesen wir, dass der „Menschensohn“ gekommen ist, um das zu suchen und selig zu machen, „was verloren ist“.

In einer Welt, in der Perfektion und Kraft, Erfolg und gesellschaftliches Ansehen als wertvoll und erstrebenswert gelten, ist wenig Raum für Menschen, die in irgendeiner Form schwach sind. Deshalb versuchen wir oft, unsere Schwächen zu verbergen oder zu überspielen. Auch Christen stehen manchmal unter dem Druck von außen oder innen, besonders „gut“ sein zu müssen, da ihr Glaube ja sonst nicht echt wäre. Doch ist das wirklich so?

Im Vorfeld zum Lehrtext wird von einem Mann berichtet, der gesellschaftlich zwar nicht beliebt, aber durchaus erfolgreich war. Die Rede ist von Zachäus, dem Zöllner.(1) Er hatte ein Vermögen gemacht, allerdings nicht immer mit ehrlichen Mitteln, wie er Jesus gestand. Nun bin ich davon überzeugt, dass das für Jesus nicht Neues war. Vielmehr war genau das der Grund dafür, dass er Zachäus aufsuchte. Zachäus war nämlich trotz seines Wohlstandes „verloren“. Verloren als Mensch, verloren als Teil des Volkes Gottes. Es mag sogar einige gegeben haben, die ihm das aufgrund seines Verhaltens von Herzen gönnten.

Doch Jesus - der Menschensohn - war und ist gekommen, um das Verlorene zu suchen. Ob reich oder arm, stark oder schwach, spielt für ihn keine Rolle. Wo wir als Menschen manchmal durch das Äußere getäuscht werden, sieht er dahinter. Er sieht die geknickten Rohre und glimmenden Dochte in uns. Er sieht unsere Verlorenheit. Und er rettet uns! Am Kreuz trug er nicht nur unsere persönliche Schwachheit, sondern die der ganzen Welt. Sollte das nicht jeder erfahren?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Luk. 19,2-9

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 28.01.2020

Siehe, wenn Gott zerbricht, so hilft kein Bauen; wenn er jemand einschließt, kann niemand aufmachen.
Hiob 12,14

Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, und der zuschließt, und niemand tut auf: Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, die niemand zuschließen kann.
Offenbarung 3,7-8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Eine offene Tür

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. Er ist Teil eines Sendschreibens an die Gemeinde in Philadelphia. Insgesamt gibt es sieben Sendschreiben im Buch der Offenbarung. Sie alle haben die gleiche Struktur. Zunächst stellt sich Jesus Christus mit einem seiner Merkmale vor - in diesem Fall mit: „der Heilige, der Wahrhaftige“. Bei fünf Gemeinden erfolgt dann ein Lob. Wiederum bei fünf Gemeinden erfolgt ein Tadel. Dann folgen Aufrufe, Zusprüche und Gerichtsandrohungen. Philadelphia ist eine der beiden Gemeinden, die keinen einzigen Tadel bekommt, jedoch etliche Zusprüche. Insofern stellt sie ein erstrebenswertes Vorbild dar.

Doch was war so vorbildlich? Das lesen wir in der Fortsetzung von Vers 8: „Denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet.“ (Offb. 3,8) Wir benötigen also keine große Kraft, sondern die innere Entscheidung, Jesu Worte zu bewahren. Sie geben uns ein Verständnis für die ganze Bibel. Martin Luther beschrieb dieses Bibelverständnis einmal mit „was Christum treibet“.

Nun aber lesen wir von einer Zusage Gottes, die im Zusammenhang mit dem Lob steht: Er wird den Christen in dieser Gemeinde oder Stadt eine offene Tür geben, die niemand schließen kann. Dass Gott das kann, lesen wir auch im heutigen Losungswort. Was aber im Lehrtext so hervorleuchtet, ist, dass Gott seine Allmacht für die Seinen einsetzt.

Auch wir können damit rechnen, dass Gott uns eine Tür aufschließt, die niemand schließen kann. Selbst wenn wir vor anderen schwach erscheinen, ist es doch Gott, der sich für uns einsetzt. Es gibt keine ausweglosen Situationen. Gott kann selbst Türen öffnen, an die wir im Traum nicht gedacht hätten. Wichtig ist nur unsere Treue zu seinem Wort.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 27.01.2020

Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin‘s, der HERR, der Erste und bei den Letzten noch derselbe.
Jesaja 41,4

Gott hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.
Apostelgeschichte 10,36

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Bei den Letzten noch derselbe

Das heutige Losungswort enthält einen kleinen Passus, der direkt in unsere heutige Zeit hinein spricht. Gott ist auch bei den Letzten immer noch derselbe. Das Gleiche wird über Jesus Christus gesagt: Jesus Christus ist gestern, heute und in Ewigkeit derselbe. (Hebr. 13,8) Manchmal bekommt man jedoch den Eindruck, der Jesus, der heute verkündigt wird, wäre ein anderer als der vor 500 oder 2000 Jahren. Das hat etwas mit dem Verständnis der Bibel zu tun. Viele sehen sie heute als ein Buch, in dem sich Menschen Gedanken über Gott gemacht haben. Verändert sich die Zeit, verändert sich auch das Verständnis von Gott und damit scheinbar auch Gott selbst im Wandel der Zeit.

Im heutigen Losungswort lesen wir aber genau das Gegenteil: Gott ist immer derselbe und Jesus Christus auch. Die Zeit verändert weder Gott noch sein Wort. Um sein Wort in unsere Zeit umzusetzen, müssen wir allerdings dessen Bedeutung verstehen. Das Evangelium ist keine Liste von Anweisungen, die wir nur befolgen müssen. Vielmehr dreht sich alles um eine Person: Jesus Christus. Bei ihm startet und endet alles.(1) Das Wichtigste ist also unsere Verbindung mit Jesus Christus.(2) Sind wir aber mit ihm verbunden, dann auch mit dem, was er sagt. Denn nicht nur er ist ewig, seine Worte sind es auch!(3)

Im Lehrtext lesen wir, dass Jesus Christus Herr über alles ist. Hier schließt sich der Kreis. Er ist ewig, sein Wort ist ewig und er ist die höchste Autorität. Zu jeder Zeit und in jeder Kultur hatten Menschen das Bestreben, sich einen Gott zu formen, der ihnen entsprach. Doch solch ein Gott kann nicht helfen. Wie bin ich froh, dass unser Gott ewig ist, kein Produkt menschlicher Vorstellungen, und dass er uns in Jesus Christus nahekommt. An diesen Gott glaube ich und halte deswegen auch an seinem Wort fest.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Offb. 22,13 (2) Joh. 15,5 (3) Luk. 21,33

 

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