Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 22.09.2021

Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott.
Jesaja 40,1

Jesus ließ die Menge zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.
Lukas 9,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein starker Trost

Worauf bezieht sich der Trost, den der Prophet Jesaja dem Volk Gottes zuspricht? Das können wir aus dem Folgevers entnehmen: „Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist.“ (Jes. 40,2a) Das bezog sich zunächst einmal auf das Ende der Babylonischen Gefangenschaft. Der Trost bestand also darin, dass es Hoffnung gab. Eines Tages würde Gott das Schicksal seines Volkes ändern, sodass es eine Zukunft hat.

Im Weiteren bezieht sich aber der Trost auch auf das Kommen des Messias, denn ein wenig später heißt es: „Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!“ (Jes. 40,3) Dieses Wort bezieht sich auf Johannes den Täufer, wie wir dem Neuen Testament entnehmen können.(1) Er wiederum ist der Wegbereiter Jesu Christi.

Von Jesus Christus lesen wir im Lehrtext. Er sprach über das Reich Gottes, also darüber, wie Gott wirklich ist und welche Zukunft er für jeden Menschen bereithält. Weiterhin heilte Jesus, befreite und vergab Schuld. Nun war das Reich Gottes nahegekommen, was allerdings auch bedeutet, dass es noch nicht vollständig da war. Es war eher ein Vorgeschmack dessen, was Gott für uns bereithält.

Aus diesem Grunde sehe ich in den Zeichen und Wundern, die Jesus tat, und in den Zeichen und Wundern, die heute noch in seinem Namen geschehen, eine Andeutung auf das, was uns bei Gott erwartet. Deshalb können diese Wunder uns trösten, selbst wenn wir sie selber nicht erleben. Wenn Menschen die Nähe Gottes erleben oder sogar Heilung, Hilfe oder Befreiung erfahren, bedeutet das nicht, dass sie besonders privilegiert sind oder besser glauben als wir. Sie sind nur ein Beispiel dafür, was wir alle einmal erleben werden, die wir Jesus Christus unser Leben anvertraut haben. So können wir uns an allem freuen, was Gott heute tut, egal ob an uns oder an anderen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 3,3 Joh. 1,23


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Die Gedanken zur Tageslosung sind ein Dienst des Christus-Zentrums Arche, Elmshorn (www.cza.de)
Das Copyright der Losungen liegt bei der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine (siehe: www.ebu.de und www.losungen.de)

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 21.09.2021

Täglich rühmen wir uns Gottes und preisen deinen Namen ewiglich.
Psalm 44,9

Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass.
1. Thessalonicher 5,16-17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Allezeit und ohne Unterlass

Wenn ich das heutige Losungswort und den Lehrtext so auf mich wirken lasse, frage ich mich: Wie soll das gehen - täglich rühmen und preisen, allezeit fröhlich sein und ohne Unterlass zu beten? Man kann „allezeit“ und „ohne Unterlass“ allerdings auch so verstehen, dass wir in jeder Lebenssituation fröhlich sein und unser Gebetsleben nicht vernachlässigen sollen. Es geht also nicht darum, sich jede Sekunde zu freuen und zu beten, bis einem die Luft ausgeht, sondern immer wieder zur Freude und zum Gebet zurückzukehren.

Gerade die Freude an der Erlösung und der Drang zum Beten sind häufig großen Schwankungen unterworfen. Beim Gebet könnte man ja noch meinen, es mit einer gewissen Disziplin regelmäßig durchzuhalten. Man kann sich ebenfalls vornehmen, Gott täglich zu rühmen. Doch wie kriegt man es hin, in jeder Lebenssituation fröhlich zu sein?

Eine große Hilfe sehe ich darin, meine Gedanken auf das Gute auszurichten, was Gott mir in Jesus Christus geschenkt hat. Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen. Als unsere älteste Tochter für eine längere Zeit in die USA ging, war ich auf der einen Seite traurig. Sie fehlte mir und es war klar, dass sich die Familie von nun an verändert. Auf der anderen Seite freute ich mich für sie, weil für sie ein eigenständiges aufregendes Leben begann. Worauf sollte ich nun meine Gedanken richten? Auf meine Traurigkeit oder meine Freude? Ich glaube, etwas Ähnliches meinte Jesus Christus, als er zu seinen Jüngern sagte: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh. 16,33b) Worauf sollten die Jünger nun ihre Gedanken richten - auf die Angst oder auf den, der die Welt überwunden hat?

Wir können also nicht auf Befehl fröhlich sein, doch wir können unsere Gedanken auf das richten, was uns fröhlich macht: die Erlösung in Jesus Christus. Wenn wir das tun, wird auch das Beten, Rühmen und Preisen leichter. Sie sind nun keine Pflicht mehr, sondern ein Ausdruck unserer Dankbarkeit.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 20.09.2021

Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.
Psalm 118,17

Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.
Galater 2,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hoffnung auf Leben

Die Aussage des heutigen Losungsverses klingt fast trotzig, und tatsächlich beschreibt der Autor auch, wie er durch Gottes Hilfe Angriffen und Widrigkeiten trotzen konnte.(1) Was er mit Gott erlebt hatte, wollte er vor aller Welt bezeugen. Sowohl am Anfang als auch am Ende seines Liedes heißt es: „Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“ (Ps. 118,1 u. 29) Das könnte man nun für eine künstlerische Form halten, ich glaube jedoch, dass es die tiefe Überzeugung des Psalmisten ausdrückte: Gott ist gut.

Diese drei Worte klingen so einfach, doch wenn wir sie ernst nehmen, bewirken sie in unserem Leben einen gewaltigen Unterschied. Anstatt uns vor Gott zu fürchten, können wir ihm dann vertrauen, dass er es gut mit uns meint. Anstatt uns vor Menschen zu fürchten, können wir wie der Psalmist auf Gott schauen und ihn um Hilfe bitten. Anstatt uns vor der Zukunft zu fürchten, nehmen wir alles aus seiner Hand, da wir eine Hoffnung haben, die sogar über den Tod hinausgeht.

Diese Hoffnung gründet auf Jesus Christus. Ohne ihn gäbe es keine Hoffnung, kein ewiges Leben, keine Vergebung der Sünden, keinen Zugang zum Vater. Wir wären allem hilflos ausgeliefert, was über uns kommt. Doch mit ihm ist alles anders! Der Apostel Paulus, von dem der Lehrtext stammt, kannte den Unterschied nur zu gut. Erst als er Christus kennenlernte, begann er zu begreifen, was es mit Gottes Gnade und Güte auf sich hatte. Hatte er sich vorher im Gesetz und in Rechten bewegt, setzte er nun seine ganze Hoffnung auf Christus. Ja, er ging so weit, zu sagen: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ Damit sagte er: „Was vorher war, ist vorbei. Jetzt ist es Christus, der mein Leben bestimmt.“

Für jemanden, der Gott misstraut, ist hier Schluss. Wenn wir jedoch darauf vertrauen, dass Gott gut ist, ist hier der Anfang. Wir treten ein in all das Gute, das Gott für uns bereithält: Hoffnung und eine Zukunft, über den Tod hinaus.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 118,5-14

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 19.09.2021

Steh ab vom Zorn und lass den Grimm, entrüste dich nicht, dass du nicht Unrecht tust.
Psalm 37,8

Seht, wie klein ist das Feuer und wie groß der Wald, den es anzuzünden vermag! Auch die Zunge ist ein Feuer.
Jakobus 3,5-6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Entrüste dich nicht“

Der gesamte 37. Psalm, aus dem das heutige Losungswort entnommen wurde, handelt davon, sich weder durch Unrecht noch dem Reichtum anderer davon abbringen zu lassen, Gott zu vertrauen. Ich erlebe z.B., wie Menschen mit geringen Einkommen sich maßlos darüber ärgern, dass andere nach ihrer Wahrnehmung nichts tun und sogar noch mehr Geld vom Staat kassieren. Andere ärgern sich darüber, dass es Leuten, die andere betrügen, am Ende noch besser geht als ihnen. Immer wieder erinnert David, der Schreiber des Psalms daran, darauf zu vertrauen, dass Gott unseren Mangel ausfüllt.

Selbst wenn Menschen mit ihrer Kraft oder ihrem Einfluss protzen oder uns sogar bedrohen, sollen wir nie vergessen, dass Gott größer ist. Menschen, die Gott verachten, werden am Ende nicht bestehen. Stattdessen wird denen, die sich an Gott und an sein Wort halten, zugesagt, dass sie das Land ererben werden. Und weiterhin: „Freu dich am Herrn, und er wird dir geben, was dein Herz wünscht.“ (Ps. 37,4)

Wenn wir aber die beneiden, die es in unseren Augen nicht verdient haben, stehen wir in Gefahr, selber Unrecht zu tun. Das kann darin bestehen, dass wir Menschen vorverurteilen oder Gott nicht darin vertrauen, dass er selber Recht schaffen wird.

Tatsächlich erlebe ich nicht selten, dass sich auch Christen über andere empören. Irgendetwas gibt es immer, worüber man sich entrüsten kann. Meiner Erfahrung nach prüft kaum einer, ob sich das, was man anderen vorwirft, überhaupt so verhält. Im Lehrtext warnt der Apostel Jakobus geradezu davor, dem Ärger oder einer Mutmaßung einfach freien Lauf zu lassen. Wir ahnen manchmal nicht, was wir damit anrichten. Der Apostel sagt, unsere Zunge kann wie ein Feuer sein, was einen ganzen Wald in Brand setzt. Gott bewahre uns davor, denn was einmal ausgesprochen wurde, können wir nicht wieder zurückholen. Ich denke, hier wird unser Vertrauen und Respekt gegenüber Gott ganz praktisch.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 18.09.2021

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
4. Mose 6,25

Jesus sprach zu den Jüngern: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Johannes 20,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Segen Gottes

Das heutige Losungswort ist ein Ausschnitt aus dem Aaronitischen Segen, der auch heute noch in vielen Gottesdiensten gesprochen wird. Interessant ist, dass dieser Segen nicht ein gut gemeinter Wunsch eines Menschen ist, sondern von Gott selbst angeordnet wurde. So heißt es in den Versen davor: Dann sprach der Herr zu Mose: „Sag Aaron und seinen Söhnen Folgendes: ‚Segnet die Israeliten mit diesem Segen.‘ (4.Mos. 6,22-23)

Ich denke, wenn Gott selber einen Segen anordnet, drückt dieser etwas aus, was Gott dem Menschen schenken will. Zunächst will er sein Angesicht über uns leuchten lassen. Wie sollen wir das verstehen? Nun, wenn wir miteinander von Angesicht zu Angesicht sprechen, haben wir den direkten Kontakt zu unserem Gegenüber aufgenommen. Wir schauen einander an und beschäftigen uns z.B. nicht nebenbei mit unserem Smartphone. Wenn Gottes Angesicht also über uns leuchtet, geht er weder halbherzig noch teilnahmslos mit uns durchs Leben, sondern ist ganz da und erleuchtet uns unseren Weg.

Der zweite Teil des Segensspruches ist, dass der HERR uns gnädig sei. Gnade bedeutet, wie ich es sehe, mehr als die Vergebung unserer Schuld. Sie bedeutet ebenfalls, dass Gott unser Leben gelingen lässt und uns selbst in der Not Auswege schenkt. Sie ist quasi die überfließende Liebe Gottes und überwältigt mich immer wieder neu.

Nun lesen wir, dass dieser Segen Gottes anderen Menschen von uns zugesprochen werden soll. Gott schenkt uns also nicht nur seinen Segen, er beteiligt uns auch am Segnen.

Im Lehrtext bringt Jesus Christus dies ebenfalls zum Ausdruck. Er schenkt uns nicht nur Frieden, sondern sendet uns auch, diesen Frieden weiterzugeben. Wenn wir den Segen Gottes nicht weitergeben, staut sich dieser sozusagen sinnbildlich in uns. Wollen wir neuen frischen Segen empfangen, sollten wir Segen auch weitergeben. Und genau das wünsche ich uns: einen neuen frischen Segen von Gott.

In diesem Verständnis wünsche ich uns einen gesegneten Tag
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 17.09.2021

Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!
Psalm 103,22

Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.
Lukas 13,29

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Lobe den HERRN!

Der heutige Losungsvers ist der letzte Teil eines umfassenden Gotteslobes von David. Schon zu Anfang des Psalmes 103 heißt es: „Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!“ (Ps. 103,1) In den letzten drei Versen jedoch holt David richtig aus. Die Aufforderung, Gott zu loben, richtet er nicht nur an sich selbst, sondern ebenso an Gottes Engel, an alle Geschöpfe und an jeden Ort von Gottes Herrschaft.(1)

Der Gedanke, Gott in einer Gemeinschaft zu loben, hat sich durch die Jahrhunderte in Gebeten und Liedern umgesetzt. Deshalb hat es viele schmerzlich getroffen, als Gottesdienstbesuche im letzten Jahr teilweise nur eingeschränkt möglich waren. Doch hängt unsere Möglichkeit, Gott zu loben, wirklich davon ab, ob ich mich in einem Gottesdienst befinde? Ich meine, nein. Wie David können wir uns innerlich mit all denen verbinden, die Gott anbeten, ob wir sie nun sehen oder nicht. Auf diese Weise werden wir unabhängig von äußeren Umständen, bleiben aber auf Gott ausgerichtet und können so Spannungszustände besser ertragen. Der Wunsch nach der Erfüllung unserer Sehnsucht ist dann zwar da, zermürbt uns aber nicht.

Im Lehrtext lesen wir von solch einer Erfüllung, wenn am Ende der Zeit von überallher Menschen zusammenkommen, um mit Gott Gemeinschaft zu haben. Es ist kein geringerer als Gott selbst, der dieser Sehnsucht nach Gemeinschaft Raum gibt. Dann wird es nichts mehr geben, was das Zusammensein aufhält. Keine Sünde, keine Krankheit oder Seuche, noch nicht einmal der Tod wird dann noch zwischen Gott und denen stehen, die zu ihm kommen wollen. Es wird eine unvorstellbare Gemeinschaft mit Menschen aus allen Himmelsrichtungen und mit Gott selbst sein.

Auf dieses Ziel läuft alles hin. Und auf dem Weg zum Ziel loben wir Gott - mal alleine und mal gemeinsam mit Menschen und Engeln. Auch heute können wir sagen: „Lobe den HERRN, meine Seele!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 103,20-22

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 16.09.2021

HERR, du hilfst Menschen und Tieren.
Psalm 36,7

Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.
Matthäus 6,26

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Fürsorge

Der Psalm, aus dem das heutige Losungswort stammt, beginnt mit einer Beschreibung böser Menschen. Von ihnen heißt es zum Beispiel: „Die Aufsässigkeit gegen Gott liegt den Bösen im Blut, nichts ist ihnen heilig.“ (Ps. 36,2) Doch plötzlich nimmt der Psalm eine Wende und beschreibt im Gegensatz zu bösen Menschen Gott. Dort lesen wir: „HERR, deine Güte reicht bis an den Himmel und deine Treue, so weit die Wolken ziehen!“ (Ps. 36,6) Während ein böser Mensch nur sich selbst im Mittelpunkt sieht, schaut Gott offensichtlich auf alle seine Geschöpfe, also auf Menschen und auch auf Tiere, wie wir im Losungswort lesen.

Der Hintergrund des Lehrtextes ist, dass Jesus Christus seine Jünger aufforderte, zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit zu trachten. Alles andere würde ihnen dann zufallen. (nach Matt. 6,33) Er begründete seine Worte mit der Fürsorge Gottes für Tiere, hier speziell für die Vögel.

Nun wird uns heutzutage immer deutlicher, dass die ganze lebende Natur einen Zusammenhang bildet, aus dem wir uns nicht einfach herausnehmen können. Wir sind Teil eines Ganzen und die Fürsorge Gottes gilt dementsprechend nicht nur uns, sondern der gesamten Natur. Dass David extra erwähnt, dass Gott Menschen und Tieren hilft, deutet ebenfalls darauf hin, wie wichtig Gott die gesamte Natur ist. In diesem Sinne können wir auch die Aufforderung verstehen, die wir am Anfang der Bibel lesen: „Füllet die Erde und machet sie euch untertan.“ (1.Mos. 1,28b) Damit hatte Gott gewiss nicht Raubbau gemeint, sondern dass wir mit der Erde so umgehen, wie er mit ihr umgeht. Im Neuen Testament finden wir sogar diesbezüglich eine Warnung: „Aber die, die die Erde zugrunde richten, werden nun selbst zugrunde gerichtet werden.“ (Offb. 11,18c)

In diesem Sinne sind meine Gedanken zur heutigen Losung: Dankbar für Gottes Fürsorge zu sein und selbst sorgsam mit dem umzugehen, was Gott uns anvertraut hat.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 15.09.2021

Du wirst ferne sein von Bedrückung, denn du brauchst dich nicht zu fürchten, und von Schrecken, denn er soll dir nicht nahen.
Jesaja 54,14

Jesus spricht: Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Johannes 14,27

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Meinen Frieden gebe ich euch“

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen, durch den wir ein tieferes Verständnis für das Losungswort erhalten. Dieses wirft nämlich bei einigen die Frage auf, inwieweit dieser Zuspruch überhaupt glaubwürdig ist in Anbetracht der schrecklichen Ereignisse in Afghanistan, Nordkorea und anderen Teilen der Welt. Was sollen Christen dort mit solch einem Wort anfangen, wenn ihr Leben und das ihrer Familie ständig bedroht sind?

Im Lehrtext sagt Jesus Christus: „Meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.“ Wie ich es sehe, ist dies der Friede mit Gott, dem Vater - ein Friede, der in uns existiert und wirkt. Der Apostel Paulus beschrieb das einmal so: Wenn jemand zu Christus gehört, ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen; etwas ganz Neues hat begonnen! (2.Kor. 5,17) Dieses neue Leben ist direkt mit Gott verbunden, weil wir Frieden mit ihm haben. Keine Macht der Welt kann das zerstören.(1) Darum brauchen wir uns weder zu erschrecken noch zu fürchten. Auf diese Weise verwirklicht sich das Losungswort an denen, die zu Jesus Christus gehören.

Trotzdem leiden wir und viele andere in dieser Welt. Äußerlich gesehen ist niemand fern von Bedrückung. Diese beiden Aspekte betrachtete auch der Apostel Paulus: Was kann uns da noch von Christus und seiner Liebe trennen? Not? Angst? Verfolgung? Hunger? Entbehrungen? Lebensgefahr? Das Schwert? Mit all dem müssen wir rechnen, denn es heißt in der Schrift: „Deinetwegen sind wir ständig vom Tod bedroht; man behandelt uns wie Schafe, die zum Schlachten bestimmt sind.“ Und doch: In all dem tragen wir einen überwältigenden Sieg davon durch den, der uns so sehr geliebt hat. (Röm. 8,35-37)

Die Frage ist also: Wo suchen wir die Erfüllung der heutigen Losung? Ich meine, wir finden sie nur in Christus.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Röm. 8,38-39

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 14.09.2021

Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! Den wird der HERR erretten zur bösen Zeit.
Psalm 41,2

Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Matthäus 5,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Segen der Barmherzigkeit

Es gibt einen Ausspruch, der häufig im Negativen verwendet wird: „Man erntet, was man sät.“ Die heutigen Verse sagen etwas Ähnliches, jedoch im Positiven: Wer barmherzig handelt, wird Barmherzigkeit erfahren.

Nun liegt es ja in unserem persönlichen Ermessen, ob und wie barmherzig wir sind. Wenn wir Gott jedoch ernst nehmen, ist es nicht nur eine Frage des Persönlichkeitstyps, ob wir unsere Herzen weit oder eng machen. Seine Haltung zu den Armen, Schwachen und Hilfsbedürftigen ist ganz eindeutig: Er ist auf ihrer Seite, ja, er identifiziert sich sogar mit ihnen. So sagt Jesus in Bezug auf Barmherzigkeitshandeln an den Armen: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matt. 25,40)

Nun wäre es zu kurz gegriffen, Barmherzigkeit auf die Hilfe an Bedürftigen zu reduzieren. Immerhin ist es eines der Wesensmerkmale Gottes, barmherzig zu sein und zu handeln, wie wir in zahlreichen Stellen der Bibel erkennen können. Seine Barmherzigkeit führte immer wieder zur Vergebung und Wiederherstellung. Am deutlichsten sehen wir das darin, dass er seinen Sohn zu uns sandte, der die Sünde der Welt trug und den Weg zu Gott dem Vater frei machte. Und als Vater erwartet er von seinen Kindern, dass sie so handeln wie er.(1)

Gleichzeitig gibt es aber auch deutliche Warnungen vor Unbarmherzigkeit. Wer bei anderen ein strenges Maß anlegt, muss damit rechnen, mit demselben Maß gemessen zu werden.(2) Wer Hilfe versagt, die er geben könnte, läuft Gefahr, selber keine Hilfe zu erhalten, wenn er in Not gerät. Wer nicht vergibt, darf nicht mit Vergebung rechnen.(3)

Das sind ernste Worte. Aber sie zeigen auf, wie ernst es Gott ist, wenn es um Barmherzigkeit geht. Seine Wege sind erfüllt davon. Ohne Barmherzigkeit wären wir verloren. Doch durch sie finden wir Leben und Segen im Überfluss für uns und für andere. Geben wir das weiter?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Luk. 6,37 (2) Matt. 7,2 (3) Matth. 18,23-35

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 13.09.2021

Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, erschaffe es.
Jesaja 45,8

Der Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit.
2. Korinther 9,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Früchte der Gerechtigkeit

Der Hintergrund des heutigen Losungswortes mag verblüffen. Das Kapitel beginnt nämlich mit der Berufung eines persischen Königs, Kyrus. Gott bezeichnete ihn sogar als seinen „Gesalbten“, obwohl Kyrus ihn nicht kannte. Gott berief also einen heidnischen König, um für Israel Gerechtigkeit zu schaffen. Tatsächlich half Kyrus, den Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen.

Immer wieder fällt mir auf, dass Gott in sehr vielen Fällen nicht unmittelbar, sondern mittelbar wirkt. Er benutzt natürliche Kräfte, normale Menschen, ja sogar Menschen, die ihn gar nicht kennen, um etwas Göttliches zu schaffen. Er selber wirkt im Verborgenen, aber das Resultat ist für alle sichtbar. Es heißt, er lässt Gerechtigkeit regnen und Heil und Gerechtigkeit aufwachsen. Wo diese Gerechtigkeit herkommt, sieht man nicht genau, doch man sieht, wenn sie da ist.

Manchmal treffe ich Christen, die meinen, Gott wirke nur da, wo ein übernatürliches Wunder geschieht. Wenn also jemand z.B. durch ärztliche Behandlung gesund wird, war das aus ihrer Sicht nicht Gott, der gewirkt hat. Das halte ich für eine Fehleinschätzung. Gott wirkt im Verborgenen, die Resultate jedoch bleiben nicht verborgen. Wenn also jemand gesund wird oder aus einer Notlage herauskommt, ist es egal, wodurch es geschah, es ist immer Gott, der letztendlich dahintersteht. Deshalb sollten wir ihm auch, wie ich meine, in allem danken.

Der Lehrtext nun spricht von Früchten der Gerechtigkeit. Ich meine, dass damit Eigenschaften gemeint sind, die uns zum Segen für andere machen. Auch das kommt letztendlich von Gott. Es beginnt im Verborgenen, doch es endet im Sichtbaren. In diesem Sinne möge das, was Gott in uns begonnen hat, als wir anfingen, seinem Wort zu vertrauen, nicht verborgen bleiben, sondern für alle sichtbar werden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 12.09.2021

HERR, du siehst es ja, denn du schaust das Elend und den Jammer; es steht in deinen Händen.
Psalm 10,14

Der Vater des kranken Kindes sprach zu Jesus: Wenn du etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!
Markus 9,22

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Es steht in deinen Händen“

Im heutigen Losungswort beklagte sich der Schreiber, dass Gott anscheinend zusieht, wie Menschen, die nicht nach Gott fragen, andere unterdrücken und ihnen das Leben zur Hölle machen. „HERR, du siehst es ja, denn du schaust das Elend und den Jammer“, betete er in seiner Not. Dieser Schrei zu Gott, dieses Klagen und Fragen hat bis heute nicht an Aktualität verloren. Noch immer gibt es Unterdrücker. Einige von ihnen fragen nicht nach Gott und meinen, dass da niemand ist, der sie einmal zur Rechenschaft ziehen wird. Andere haben ihren eigenen Gott und meinen sogar, dass dieser sie belohnt, wenn sie ihren Mitmenschen ihr System aufzwingen. So oder so führt es zu großem Leid und zu einem Aufschrei der Unterdrückten.

Sehr wichtig ist, wie ich meine, dass die Blicke und Gedanken des Psalmisten nicht an den Unterdrückern hängen blieben. Vielmehr blickte er auf Gott und bat ihn, einzugreifen. Nur in seinen Händen steht es, Dinge zu ändern und uns zu helfen. Ich hoffe, diese Erkenntnis geht uns nicht verloren, denn oft vergessen die Menschen, den anzurufen, der allein helfen kann.

Der Lehrtext nun berichtet von einem Vater, der für sein krankes Kind Hilfe suchte und zunächst einmal enttäuscht wurde. Er brachte nämlich das Kind zu den Jüngern Jesu, damit diese bzw. ihre Gebete das Kind von seiner Plage befreien. Doch nichts geschah. Vielleicht kennen das auch einige von uns: Christen können enttäuschen. Manchmal erwarten wir vielleicht zu viel von ihnen und manchmal versprechen sie vielleicht auch zu viel. Doch was diese Begebenheit auch deutlich zeigt: Christus enttäuscht nicht. Der Vater war zwar skeptisch und sein Glaube war eher ein Wunsch, als er zu Jesus sagte: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Mark. 9,24b) Doch das hinderte Jesus nicht, das Kind zu heilen. Jesus Christus hat die Macht, zu helfen und zu heilen. Deshalb sollten wir nicht vergessen, ihn darum zu bitten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 11.09.2021

Der HERR wird vor euch herziehen und der Gott Israels euren Zug beschließen.
Jesaja 52,12

Jesus spricht: Wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin.
Johannes 14,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Versprechen

In den heutigen Bibelversen sehen wir, dass Gott für seine Kinder sorgen will. Er versprach den Israeliten, dass sie sich bei ihrem Auszug aus Babel nicht hetzen müssten, denn er selbst wollte von vorne und von hinten um sie sein, wie wir im Losungsvers lesen. Das bedeutete, dass er sie aus der Gefangenschaft führen und sich zwischen sie und ihre Feinde stellen wollte. Er wollte sie mit seiner Gegenwart umgeben.

Im Lehrtext spricht Jesus mit seinen Jüngern, nachdem er mit ihnen das letzte Passahmahl genommen hatte. Er sprach auch davon, fortzugehen und dass sie ihm nicht dahin folgen könnten.(1) Doch er würde dort Vorbereitungen treffen, wiederkommen und sie dann zu sich holen. Bei den Jüngern sorgten diese Ankündigungen für Verwirrung, Unsicherheit, Fragen und Fehleinschätzungen. Was bedeutet das nun für uns?

Ich denke, dass es uns als Christen manches Mal ebenso geht. Wir lesen etwas in der Bibel, wir hören eine Predigt oder ein prophetisches Wort - und sind erst mal irritiert. Was ist damit gemeint? Was ist nicht gemeint? Gilt das für alle? Und was ist mit denen, die nichts davon wissen? Und warum, und wann, und wo usw.? Auch die Jünger hatten viele konkrete Fragen an Jesus, doch ob sie mit seinen Antworten sofort etwas anfangen konnten, halte ich für fraglich.(2) Dennoch enthielten seine Antworten und Ankündigungen ewige Wahrheiten, die sie dann im Laufe der Zeit mehr und mehr verstanden.

Wenn wir also Gottes Reden und auch seine Versprechen nicht gleich richtig erfassen oder einordnen können, mag uns das vielleicht Probleme machen, für Gott selbst ist das jedoch kein Problem. Er brachte die Israeliten aus Babel zurück nach Israel. Und Jesus ging hin, um auch für uns „die Stätte zu bereiten“, damit wir bei ihm sein können, davon bin ich überzeugt. Denn Gott erfüllt seine Versprechen, ob wir sie nun verstehen oder nicht.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Joh. 13,33 (2) Joh. 13,36-14,11

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 10.09.2021

Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist uns Hilfe und Schild.
Psalm 33,20

Wir sind gerettet auf Hoffnung hin.
Römer 8,24

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Weltbilder

Die heutigen Losungsverse möchte ich aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachten, indem ich das Weltbild, das hinter diesen Versen steckt, mit unserem heutigem Weltbild vergleiche. Meiner biblischen Erkenntnis nach betrachtet sowohl der Schreiber des Losungswortes - vermutlich David - als auch der Apostel Paulus im Lehrtext die gesamte Schöpfung als Gottes direktes Wirken. Er hat nicht nur alles geschaffen, er ist auch in allem gegenwärtig. Im Gegensatz dazu wird heute das Universum als ein Zusammenspiel von unpersönlichen Kräften und Gesetzen angesehen, in dem Gott faktisch keine Rolle spielt.

Für unseren Glauben bedeutet das: Wenn Gott in allem ist, spielt unsere Beziehung zu ihm die wesentliche Rolle. Es ist wie in einer Familie. Dort gibt es zwar Regeln, doch es liegt in der Hand der Eltern, Ausnahmen zu machen. Die Naturgesetze sind in diesem Fall die Regeln, doch Gott ist der Urheber dieser Regeln und kann jederzeit eine Ausnahme machen.

Nach heutiger Sicht sind wir dagegen Teile eines unpersönlichen Mechanismus‘, der keine Ausnahme kennt. Wo also nichts mehr hilft, hilft auch nicht Gott, es sei denn, er greift ein - und genau das passt nicht in das heutige Weltbild.

Die Kraft, die in den heutigen Losungsversen steckt, entfaltet sich also da, wo wir verstehen, dass wir nicht dem Lauf der Dinge ausgeliefert sind. Gott kann jederzeit für seine Kinder eine Ausnahme machen, denn es geschieht nichts ohne ihn. Von solchen Ausnahmen lesen wir häufig in der Bibel. Wir nennen sie Wunder. In diesem Sinnen können wir sagen: Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist uns Hilfe und Schild.

Der Hintergrund des Lehrtextes ist, dass die gesamte Schöpfung darauf wartet, dass der Tod und die Vergänglichkeit nicht das letzte Wort haben. Und tatsächlich ist der Tod in der Auferstehung Jesu Christi entmachtet. Bisher war das Sicherste im Leben der Tod. Doch nun ist das Sicherste im Leben und im Tod das Leben. Das ist die Hoffnung, in der wir Christen leben dürfen, denn das letzte Wort spricht Gott!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 09.09.2021

Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der HERR, und arbeitet! Denn ich bin mit euch.
Haggai 2,4

Paulus schreibt: Wir sind Gottes Mitarbeiter.
1. Korinther 3,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Mitarbeiter

Im heutigen Losungswort ermutigt der Prophet Haggai seine Landsleute, zu arbeiten. Gemeint war die Arbeit am Tempel, der nach ihrer Rückkehr aus dem babylonischen Exil nur noch eine Ruine war. Es geht in diesem Fall also nicht um eine Arbeit für den Lebensunterhalt, sondern um Arbeit am Tempel Gottes.

Im Lehrtext wiederum geht es um die Personen, die in und an der Gemeinde Jesu Christi arbeiten. Leider war die Gemeinde in Korinth in verschiedene Parteiungen zerfallen, was der Apostel Paulus schon am Anfang seines Briefes kritisierte. Dort schrieb er: Einige von euch sagen: „Ich bin ein Anhänger von Paulus.“ Andere bekennen sich zu Apollos oder Petrus, und manche sagen: „Ich folge nur Christus.“ (1.Kor. 1,12) Dass Paulus selber Anhänger hatte, stimmte ihn offensichtlich nicht glücklich. Ihm ging es um die Einheit der Christen, nicht um einen Fanklub. Deshalb stellte er sich in eine Reihe mit den anderen favorisierten Personen und machte klar: „Wir sind alle Gottes Mitarbeiter.“ Gemeint war: Niemand ist besser oder schlechter, wir haben nur verschiedene Aufgaben.

Was bedeutet das nun für uns? Ich meine, zunächst geht es um die Arbeit an Gottes Sache. In den meisten Fällen ist das die Mitarbeit in einer Gemeinde oder christlichen Gemeinschaft. Solch eine Arbeit ist nicht immer leicht. Wir erleben neben den Freuden ebenfalls Enttäuschungen, sind frustriert und manchmal auch verletzt. Ab und zu entstehen Konkurrenzkämpfe oder es kommen Leute dazu, die mehr Anerkennung erhalten als wir.

Trotzdem sollten wir nicht aufgeben, denn Gott ist mit uns. Außerdem können wir wie Paulus erkennen, dass wir Teil eines Ganzen sind. Wir sind weder das Maß der Dinge noch sind wir unnötig. Dass jemand etwas ganz anders macht als wir, bedeutet nicht, dass einer von uns beiden falsch liegen muss. Nein, zusammen sind wir Mitarbeiter Gottes und ergänzen uns. Wenn wir das bedenken, wird unsere Mitarbeit gewiss leichter und vor allem auch schöner.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 08.09.2021

Siehe, das ist mein Knecht, den ich halte, und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.
Jesaja 42,1

Sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde kamen, und sprachen: Ist das nicht Josefs Sohn?
Lukas 4,22

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ist das nicht Josefs Sohn?

Im heutigen Losungsvers lesen wir eine Ankündigung auf den auserwählten Knecht Gottes. Wir als Christen glauben, dass diese Ankündigung sich in der Geburt des Jesus von Nazareth erfüllt hat. Seine Mutter, Maria, hatte ihn auf übernatürliche Weise von Gott empfangen.(1) Als er getauft wurde, bekannte sich Gott folgendermaßen zu ihm: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen. (Luk. 3,22)

Bald danach fing Jesus an, öffentlich zu lehren, auch in den Synagogen. Als er nun wieder in seine Heimatstadt Nazareth kam, ging er ebenfalls in die Synagoge, wo ihm das Buch Jesaja gereicht wurde, aus dem er Folgendes vorlas: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ (Luk. 4,18-19) Dann setzte er sich. Alle schauten ihn erwartungsvoll an und er sagte: „Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.“ (Luk. 4,21)

Als er von Gottes rettender Gnade redete, waren sie einerseits von dem, was er sagte, völlig überwältigt. Andererseits wunderten sie sich, denn für sie war er doch „nur“ Josefs Sohn, den sie ja von klein auf kannten. Das, was sie jetzt erlebten, passte mit dem, was sie über ihn wussten, nicht zusammen. An dieser Stelle möchte ich einmal einhaken, denn ich glaube, auch wir meinen manchmal, Dinge aufgrund unseres Wissens beurteilen zu können.

Bei den Menschen aus Nazareth führte das dazu, dass sie Jesus nach dem ersten Erstaunen wütend aus der Stadt hinaus stießen.(2) Die „Worte der Gnade“ waren vergessen. Doch wenn wir unser Wissen über Gottes rettende Gnade stellen, stoßen wir Jesus hinaus. Gott bewahre uns davor.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Luk. 1,30-35 (2) Luk. 4,29

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 07.09.2021

Der HERR, dein Gott, hat dein Wandern durch diese große Wüste auf sein Herz genommen.
5. Mose 2,7

Jesus spricht zu Petrus: Die Pforten der Hölle sollen meine Gemeinde nicht überwältigen.
Matthäus 16,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wüstenzeiten

Im heutigen Losungswort lesen wir, dass Gott sein Volk Israel nicht vergessen hat, sondern in ihrer gesamten Wüstenwanderung bei ihnen war, ja, sie die ganze Zeit auf seinem Herzen lagen.

Nun war die Wüste ja kein schöner Ort. Es gab dort weder etwas zu essen noch zu trinken. Warum also schickte Gott sein Volk in die Wüste? Ich meine, weil er ihnen gerade dort am nächsten war. An diesem Ort war Israel komplett abhängig von Gottes Gnade und Versorgung. Ohne seine Nähe waren sie verloren. Das war auch Mose klar, als er zu Gott betete: „Wenn du nicht selbst mit uns gehst, dann führe uns nicht von hier weg.“ (2.Mos. 33,15)

Was bedeutet das nun für uns? Ich meine, genau wie mit Israel zieht Gott auch mit uns durch unser Leben - auch durch Zeiten der Dürre, des Mangels, der Verzweiflung und der Ohnmacht. In diesen Zeiten ist er uns aber oft am nächsten. Gerade da, wo wir angreifbar und verletzbar sind, wird die Zusage im heutigen Lehrtext bedeutsam: Die Pforten der Hölle werden die Gemeinde Jesu Christi nicht überwinden. Ich verstehe das so: Gott selber sorgt dafür, dass wir in solchen „Wüstenzeiten“ nicht untergehen.

Was vielen in solchen Zeiten nicht leicht fällt, ist die totale Abhängigkeit von Gottes Gnade, Kraft, Leitung und Versorgung. Doch im Nachhinein stellen wir oft fest, dass das die intensivsten Zeiten mit Gott waren. Obwohl ich mir nicht wünsche, dass sich gewisse Zeiten noch einmal wiederholen, möchte ich sie im Nachhinein auch nicht missen, denn Jesus Christus war bei mir.

Doch auch in der Kirchengeschichte können wir erkennen, dass die Pforten der Hölle die Gemeinde Jesu Christi nicht überwinden konnten. Zwar ging die Kirche durch viele Irrungen und Wirrungen, große Fehler und entsetzliche Exzesse - doch der Glaube an die Erlösung Jesu Christi lebt heute noch. Vielleicht nicht an jedem Ort, jedoch an vielen. Und das macht mich zuversichtlich: Gott ist bei uns, auch in der Wüste.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 06.09.2021

Wir haben gesündigt samt unsern Vätern, wir haben unrecht getan und sind gottlos gewesen.
Psalm 106,6

Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Schuld bekennen können

Im heutigen Losungswort bekennt der Psalmist seine und die Sünden seines ganzen Volkes inklusive der ihrer Vorfahren. Solche Töne hören wir heute eher selten. Meistens heißt es: „Ihr habt gesündigt und euch schuldig gemacht.“ Der gerade stattfindende Wahlkampf ist voll von Aussagen, was andere falsch gemacht haben oder machen. Geschehen eigene Fehler, kommen in den meisten Fällen auch gleich Erklärungen dazu, welche die persönliche Schuld ein wenig abmildern sollen. Genau das tut der Schreiber des Losungswortes nicht. Im Gegenteil, er zählt sämtliche Sünden seines Volkes gnadenlos auf und auch, dass Gott immer wieder barmherzig war, sie aber trotzdem ständig von ihm abfielen.

Alles mündet am Ende in eine schlichte Bitte: „Hilf uns, HERR, unser Gott!“ (Ps. 106,47a) Nun stellt sich die Frage: Gibt es einen Weg, der uns hilft, ehrlicher mit unserem eigenen Versagen umzugehen? Ich bin fest davon überzeugt, dass es einen gibt. Dieser Weg hat etwas mit unserem Selbstwert zu tun. Meiner Erfahrung nach steckt nämlich hinter dem Verheimlichen von Schuld oder auch einem selbstgerechten Verhalten meistens die Furcht, abgewertet zu werden. Wir schützen im gewissen Sinne unseren Selbstwert. Und genau das brauchen wir nicht mehr, wenn wir unser Leben Jesus Christus anvertrauen.

Er ist ja für Sünder gekommen, nicht für Gerechte. Im Lehrtext lesen wir, dass er sich selbst für uns gegeben und von aller Ungerechtigkeit erlöst und gereinigt hat. Unser Wert wird jetzt nicht mehr davon bestimmt, was wir leisten oder wie andere auf uns reagieren. Unser Wert ist Jesus Christus selbst, dass wir zu Gott gehören dürfen und dass er uns immer mehr befähigt, Gutes zu tun. Wenn wir unseren Wert also nicht mehr schützen müssen, weil er in Christus unzerstörbar geborgen ist, dann können wir auch ohne Furcht unsere Fehler bekennen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 05.09.2021

Lass dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird belohnt werden, spricht der HERR.
Jeremia 31,16

Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen?
Lukas 18,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nicht egal

„Warum greift Gott nicht ein?“ oder: „Wie kann Gott das zulassen?“, solche Fragen hört man immer wieder. Und es gibt ja wahrhaftig mehr als genug Elend auf der Welt, sodass man auch als Christ die Dinge nicht immer einfach einordnen kann. Manche Fragen bleiben hier auf der Erde offen, und die Aussicht, dass sie dann irgendwann im Himmel beantwortet werden, hilft nicht jedem. Es ist wahr, es gibt viel „Schreien und Weinen“ und auch viele Tränen. Manch einer schließt daraus, dass wir Gott egal sind. Doch ist das wirklich so?

Die heutigen Bibelverse geben darauf eine für mich eindeutige Antwort. Im Losungsvers spricht Gott durch den Propheten Jeremia zum Volk des ersten Bundes, Israel. Für sie plante er eine gute Zukunft, als sie an der Gegenwart schier verzweifelten, und ließ ihnen tröstende und hoffnungsvolle Worte zukommen. Er würde sie wiederherstellen, sodass sie nicht mehr durch die Vergangenheit bestimmt werden sollten. Unter seinem Schutz sollten sie wachsen und gedeihen.

Auch im Lehrtext finden wir einen Hinweis darauf, dass Gott die Not seiner Kinder niemals gleichgültig ist. Im vorausgehenden Gleichnis erzählt Jesus von einer Frau, die einen ungerechten Richter so lange bestürmte, bis dieser beschloss, ihr Recht zu verschaffen, weil er befürchtete, sie könne sonst handgreiflich werden.(1) Wenn nun schon ein ungerechter Mensch auf anhaltende Bitten reagiert, sollte Gott sich da verschließen? Jesus zeigt da klare Kante: „Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze.“ Dann stellt er jedoch noch eine Frage: „Doch wenn der Menschensohn kommen wird, meinst du, er werde Glauben finden auf Erden?“ (Luk. 18,8)

Plötzlich liegt der Ball bei uns. Beten wir, auch in schweren Zeiten, oder reden wir nur darüber, was Gott unserer Meinung nach tun müsste, damit wir glauben oder beten können? Unsere Gebete sind ihm nicht egal. Er hört sie und will helfen - jederzeit.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Luk. 18,1-5

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 04.09.2021

Die Hebammen fürchteten Gott und taten nicht, wie der König von Ägypten ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben.
2. Mose 1,17

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Apostelgeschichte 5,29

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottgewollter Ungehorsam

Die heutigen Losungsverse sprechen ein Thema an, das unter Christen immer wieder Fragen aufwirft. Bis wann sollen wir uns einer Obrigkeit unterordnen und ab wann sollen wir ihr widerstehen? Ich denke da an Widerstandsbewegungen in der Nazizeit oder die Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King. Doch ist die Ablehnung der Corona-Verordnungen auch schon ein gottgewollter Widerstand oder nur eine Meinung? Und was ist mit kontroversen Sichtweisen über Ehe für alle, Abtreibung, sexuelle Orientierung oder die Evolutionstheorie?

Wir erleben es in unserem Land eher selten, dass Christen aufgrund ihres Bekenntnisses einen staatlichen Zugriff oder andere schwere Nachteile befürchten müssen. Und auch hier muss man, wie ich meine, unterscheiden, ob Christen von anderen etwas einfordern oder ob sie daran gehindert werden, ihrem Glauben gemäß zu leben.

Im Losungswort ging es darum, dass der Pharao aus Furcht, dass Israel zu stark wird, von den hebräischen Hebammen forderte, das neugeborene Kind zu töten, wenn es ein Junge war. Der Lehrtext wiederum handelt davon, dass den Aposteln verboten wurde, das Evangelium Jesu Christi zu verkündigen. Da sie sich aber nicht daran hielten, wurden sie vom Hohen Rat verhört. Daraufhin antwortete Petrus: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Kann man nun einfach diesen Ausspruch des Petrus für sich geltend machen, wenn man anderer Ansicht ist als die Regierung?

Ich meine, nein. Vielmehr beziehe ich die heutigen Losungsverse auf zentrale Wahrheiten Gottes. Bei beiden geht es letztendlich um einen Retter, nämlich um Mose, den Retter aus der Sklaverei, und Jesus Christus, den Retter der Welt. Weiterhin hat niemand das Recht, uns zu zwingen, gegen unser Gewissen zu handeln. Ansonsten schreibt der Apostel Paulus an Titus: „Erinnere alle daran, sich der Regierung und ihren Vertretern unterzuordnen. Sie sollen gehorsam und zum Guten bereit sein.“ (Tit. 3,1)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 03.09.2021

Die Erde ist voll der Güte des HERRN.
Psalm 33,5

Sorgt euch nicht um euer Leben.
Matthäus 6,25

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Sorgen um Morgen

Im Psalm 33, aus dem das heutige Losungswort entnommen wurde, beschreibt David die Allmacht Gottes und einige seiner Eigenschaften. Gott ist der Schöpfer Himmels und der Erden und was er sagt, geschieht.(1) Das beschreibt seine Allmacht. Doch es geschieht nicht nur das, was er sagt, sondern er hält auch das, was er zusagt. Gott ist also treu und wahrhaftig. Er belügt uns nicht. Weitere Eigenschaften Gottes, die David aufzählt, sind Gerechtigkeit, dass er böse Absichten letztendlich scheitern lässt.(2) Und dann gibt es noch Gottes Güte, von der wir im Losungswort lesen.

Welche Auswirkungen haben diese Beschreibungen Gottes nun für uns? Ich denke, dass wir uns auf Gott verlassen können. Die Erde ist eben nicht „voll der Gleichgültigkeit des HERRN“, sondern „voll der Güte des HERRN“. Er überlässt uns also nicht uns selbst. All das wird uns im Psalm 33 mitgeteilt, damit wir Gott und seiner Treue vertrauen. Denn wir erleben in unserer Lebensrealität oft Dinge, die so aussehen, als hätte Gott uns allein gelassen. Diese Durststrecken können wir nur überwinden, wenn es in unserem Glauben ein „Trotzdem“ gibt. Also z.B.: Obwohl mich zurzeit ein Unglück nach dem anderen ereilt, vertraue ich trotzdem darauf, dass am Ende Gottes Güte mich aus allem herausholt.

Wenn wir so Gott und seinen Zusagen vertrauen, werden wir unser Leben auch dementsprechend gestalten. Davon handelt der heutige Lehrtext. In ihm werden wir aufgefordert, uns nicht um unser Leben zu sorgen, weil Gott uns zusagt, dass er uns mit allem versorgt, was wir benötigen. Das bedeutet natürlich nicht, die Hände in den Schoß zu legen. Wie ich es sehe, geht es vielmehr darum, unsere Entscheidungen nicht vom Geld abhängig zu machen, sondern von der Führung Gottes. Von Zeit zu Zeit brauchen wir dann solch ein „Glaubens-Trotzdem“, damit wir unser Leben mit Blick auf Gottes Zusagen führen. Das hilft uns, freier und gelassener zu werden, denn das Sorgen um das Morgen hat schon manch einen innerlich aufgefressen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Ps. 33,6-9 (2) Ps. 33,4-5.10-11

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 02.09.2021

Wer ist es, der den HERRN fürchtet? Ihm weist er den Weg, den er wählen soll.
Psalm 25,12

Paulus schreibt: Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung.
Philipper 1,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Geistliche Dynamik

In den heutigen Bibelversen können wir mehreres entdecken. Im Losungsvers sieht man, dass Gott uns führen will, wenn wir ihn ernst nehmen. David, dem Psalmisten, war es ein großes Anliegen, Gottes Wege zu erkennen. So betete er: „HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige!“ (Ps. 25,4) Gleichzeitig wusste er um seine Fehlbarkeit. Deshalb betete er auch darum, dass Gott ihm seine Schuld vergeben möge.(1) Im darauf folgenden Losungsvers benennt David schließlich die Zusammenhänge zwischen Gottesfurcht und Wegweisung.

Unsere Beziehung zu Gott führt also zu einer Orientierung, und diese wiederum fördert unsere Beziehung zu Gott. Etwas Ähnliches finden wir im Lehrtext: eine wachsende Liebe, die „an Erkenntnis und aller Erfahrung“ zunimmt. Das Ziel des Apostels Paulus waren nicht positive Gefühle, sondern dass die Leser seines Briefes in die Lage kamen, prüfen zu können, „was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi, erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lobe Gottes.“ (Phil. 1,10-11) Sie sollten unterscheiden können, was vor Gott richtig und falsch war, damit sie ihr Leben dementsprechend führen konnten.

Nun gibt es auch hier - wie so oft - einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Oder besser gesagt: zwischen dem, was Gott durch Christus in uns sieht, und dem, was wir hier sehen, sowohl bei uns selbst als auch bei anderen. Gerade da finde ich die heutigen Verse sehr hilfreich. Wenn wir zu Jesus Christus gehören, haben wir den Weg gefunden, der zu Gott führt. Diesen Weg gehen wir jedoch nicht unter Eigenregie, sondern unter seiner Leitung, denn wir folgen Jesus nach. Auf dem Weg mit ihm entwickelt sich unsere Beziehung zu ihm mehr und mehr und wir lernen von ihm. Wir sind vielleicht noch nicht am Ziel, aber wir sind auch nicht mehr dort, wo wir mal waren. Wir sind errettet und auf dem Weg.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Ps. 25,11

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 01.09.2021

Ich bete, HERR, zu dir zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.
Psalm 69,14

Jesus spricht: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er‘s euch geben.
Johannes 16,23

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Gunst der Stunde

Der Psalm, aus dem das heutige Losungswort stammt, beginnt mit einem Hilferuf Davids. Feinde bedrohten und Gegner verlachten ihn. Doch obwohl David wohl ein Opfer von Intrigen war, stellte er sich vor Gott nicht nur als unschuldiges Opfer dar, sondern sagte: „Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schuld ist dir nicht verborgen.“ (Ps. 69,6) Nicht unsere Unschuld bewirkt, dass Gott uns erhört, sondern seine Güte - das können wir aus Davids Verhalten lernen.

Trotz allem wollte David also sein ganzes Vertrauen in die Güte Gottes zu setzen. Er spricht von der „Zeit der Gnade“. Ja ist denn Gott nicht immer gnädig? Nun, das Alte Testament berichtet von Zeiten, in denen Gott sich nicht erbarmen wollte.(1) Und auch im Neuen Testament gibt es Verse wie diesen: „Ermahnt und ermutigt einander immer wieder, solange jenes „Heute“ gilt und Gott zu euch redet.“ (Hebr. 3,13a) Das bedeutet, dass die Tür zu Gott auch irgendwann geschlossen wird.

Ich denke aber, dass David im Losungswort nicht so tiefgründig über ein Ende der Gnade Gottes nachdachte. Vielmehr gibt es Zeiten, in denen wir in unseren Gebeten plötzlich eine große Gewissheit bekommen, dass Gott sie erhören will. Solche Zeit erlebte z.B. Mose, dem Gott zusprach, ihm gnädig zu sein. Mose nahm diese Zusage nicht nur zur Kenntnis, sondern reagierte sofort darauf und brachte sogleich alle seine Bitten und Wünsche vor Gott.(2) Im gewissen Sinne nutzte Mose die Gunst der Stunde.

Ich denke, genau das sollten wir auch tun. Im Lehrtext fordert uns Jesus Christus geradezu dazu auf, die Liebe und Gnade Gottes zu nutzen. Er will uns erhören. Selbst dann, wenn das eine oder andere Gebet von Gott nicht erhört wurde, gilt Jesu Angebot immer noch. Manchmal muss man sich, wie ich meine, von schlechten Erfahrungen lösen und es neu wagen, auf die Zusagen Jesu Christi einzugehen. Es lohnt sich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Jer. 11,11 (2) 2.Mos. 33,12-19

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 31.08.2021

So spricht der HERR: Gleichwie ich über dies Volk all dies große Unheil habe kommen lassen, so will ich auch alles Gute über sie kommen lassen, das ich ihnen zugesagt habe.
Jeremia 32,42

Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden.
1. Johannes 3,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Doppelte Gunst

Heute möchte ich einmal mit dem Lehrtext beginnen. Der Apostel Johannes spricht denen, die an Jesus Christus glauben, zu, dass sie Gottes Kinder sind. Diesen Zuspruch brauchten die Christen damals und gewiss auch heute, weil man das nicht immer gleich erkennen geschweige denn beweisen kann. Wir glauben einfach dem, was Gott uns zuspricht. So heißt es am Anfang des Johannesevangeliums: „All denen, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.“ (Joh. 1,12) Ob wir zu Gott gehören, ist keine Sache des Gefühls oder des Wunsches, sondern liegt allein bei Gott selbst. Alles, was wir tun können, ist, seinem Wort zu vertrauen und unser Leben danach auszurichten.

Wie sehr die Dinge bei Gott liegen, vermittelt uns das Losungswort. Dort spricht der Prophet Jeremia seinem Volk letztendlich Hoffnung zu. Gott wird Gutes über sie kommen lassen. Doch es ist derselbe Gott, der auch das Unheil der Verschleppung nach Babylon über sie kommen ließ. Gott hat also Macht zu strafen und Macht zu verzeihen, zu zerstören und auch wieder aufzubauen, wegzuführen und auch wieder zurückzuholen. Das ist nicht immer leicht zu verdauen. Doch genau diese Feststellung begeistert mich immer wieder neu, wenn wir sie vom Neuen Testament her betrachten.

Die Strafe nahm nämlich Jesus Christus für uns auf sich - von der Vergebung wiederum profitieren wir.(1) Oder um es in den Worten des Losungswortes zu sagen: Das Unheil ließ Gott auf Jesus Christus kommen, das Gute auf uns. Ist das nicht Zentrum des christlichen Glaubens? Zwar legen einige die Bibel völlig anders aus und können nicht an den stellvertretenden Tod Jesu Christi glauben. Doch es lohnt sich, an Gottes doppelter Gunst festzuhalten. Durch sie dürfen wir trotz unserer Fehlerhaftigkeit schon jetzt Gottes Kinder sein.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Jes. 53,5

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 30.08.2021

Weh denen, die mit ihrem Plan verborgen sein wollen vor dem HERRN und mit ihrem Tun im Finstern bleiben und sprechen: „Wer sieht uns, und wer kennt uns?“
Jesaja 29,15

Alles wird offenbar, wenn‘s vom Licht aufgedeckt wird.
Epheser 5,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Aufgedeckt

Der heutige Losungsvers klingt fast nach Verschwörung. Heimliche Pläne und dunkle Machenschaften, ausgeführt mit der Meinung, nicht erwischt zu werden, nach dem Motto: „Frechheit siegt!“ Allzu oft sieht es ja so aus, als würde so etwas auch funktionieren. Offenbar war das schon zu Zeiten des Propheten Jesaja nicht anders. Gott wurde missachtet, Menschen wurden unterdrückt und ausgebeutet, das Recht wurde gebeugt. Zwar gab man sich fromm, doch es waren nur hohle Worte und Äußerlichkeiten.(1)

Doch Gott kann man nicht blenden, denn er sieht ins Herz der Menschen. Er griff bei Jesaja ein und warnte diejenigen, die meinten, sie könnten sich alles erlauben, und ließ sie wissen: „Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!, und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts!“ (Jes. 29,16) Dieser Rollentausch, der in eine Überheblichkeit Gott gegenüber mündet oder Gott sogar leugnet, ist etwas, auf das wir bis heute immer wieder stoßen. Im Losungsvers geht es allerdings um Menschen, die Gott ganz bewusst an die Seite drängen und sich selbst als die Hauptinstanz sehen.

Vor solch einer Haltung warnte auch der Apostel Paulus in seinem Brief an die Epheser, aus dem der Lehrvers stammt. „Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten.“ (Eph. 5,6) Doch woran erkennt man, welche Worte leer oder hohl sind? Ein Kriterium ist, ob Wort und Tat miteinander übereinstimmen. Anders gesagt: Es muss sichtbar werden. Davon ist im Lehrtext die Rede: Wenn Licht in eine Sache kommt, wird sie offenbar - also sichtbar.

Die gute Botschaft ist, dass wir uns dank Christus nicht mehr davor fürchten müssen, denn er verurteilt nicht, sondern rettet und hilft uns. Waren wir ohne ihn Finsternis, mit ihm sind wir Licht, weil wir mit ihm verbunden sind. In seinem Licht wird sich alles verändern.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Jes.29,13

 

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 29.08.2021

Der HERR spricht: Wenn du dich zu mir hältst, so will ich mich zu dir halten.
Jeremia 15,19

Jesus spricht: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.
Johannes 14,23

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott und Mensch

Auf einer Familienfreizeit erlebte ich einmal einen Vater, dessen Sohn weinend zu ihm kam, weil er mit seinem Fahrrad gestürzt war. Die Reaktion des Vaters war: „Siehst du, weil du heute Morgen deine stille Zeit nicht hattest, ist das jetzt passiert.“ Diese Antwort bestürzte mich. Sie hatte eine innere Logik, die mir immer mal wieder begegnet. Diese lautet: Wie wir uns Gott gegenüber verhalten, so verhält er sich auch uns gegenüber. Ist das nun die Botschaft der heutigen Losungsworte? Hält Gott erst dann zu uns, wenn wir uns zu ihm halten? Liebt uns der Vater erst dann, wenn wir Jesus Christus lieben und sein Wort halten?

Ich vergleiche unser Verhältnis zu Gott gern mit einem Ballspiel. Den ersten Ball wirft uns Gott zu. Alles beginnt bei ihm. Der Apostel Johannes formulierte es einmal so: „Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat.“ (1.Joh. 4,10a) Doch nun sind wir an der Reihe. Werfen wir diesen Ball zurück zu Gott und reagieren so auf seine Liebe? Ich meine, genau an dieser Stelle setzen Losungswort und Lehrtext an.

Im Lehrtext erklärte Jesus Christus seinen Jüngern, woran man erkennt, dass wir ihn „zurück-lieben“ - wenn wir nämlich sein Wort ernst nehmen und halten. Jetzt ist - in diesem Bild gesprochen - der Ball wieder bei Gott. Der wirft ihn uns nun abermals zu, indem er nämlich zu uns kommt, um in uns wohnen. Jetzt sind wir wieder an Reihe. Der Apostel Paulus schrieb einmal an die Galater: „Ich erleide noch einmal Geburtswehen, bis Christus in eurem Leben Gestalt annimmt.“ (Gal. 4,19b) Wenn der Vater und der Sohn im Heiligen Geist in uns wohnen, können sie dann auch in und durch uns wirksam werden und so Gestalt annehmen?

In diesem Sinne sind die heutigen Bibelverse nur ein Teil des Ganzen, das mit Christus beginnt und endet. Doch dazwischen bewegt er uns und wir bewegen ihn.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Samstag, den 28.08.2021

Ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben.
Hesekiel 11,19

Euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.
Apostelgeschichte 2,39

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Von innen neu

Eine der wichtigsten Fragen überhaupt ist, wie wir als Menschen dahinkommen, uns nicht gegenseitig Leid zuzufügen. Anders formuliert: Wie werden wir zu besseren Menschen? An Antworten auf diese Frage mangelt es nicht. Z.B. bessere wirtschaftliche Verhältnisse für alle Menschen. Ein politisches System, in dem die Menschenrechte gelten. Bessere Erziehung, mehr Bildung und vieles mehr. Ich glaube jedoch, das eigentliche Problem liegt in uns. Genau darauf geht das heutige Losungswort ein.

Im Zusammenhang lautet es folgendermaßen: „Und ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun. Und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.“ (Eze. 11,19-20) Hier wird die Frage beantwortet, weshalb wir überhaupt ein anderes Herz und einen neuen Geist brauchen. Ohne diese Erneuerung sind wir offensichtlich nicht in der Lage, dauerhaft das Richtige zu tun. Die Folgen sind dann Konflikte, die in Zerwürfnisse, Trennungen oder gar offene Gewalt ausarten können.

Oft neigen wir dazu, uns selber als die Guten zu sehen. Böse sind immer die anderen. In Wahrheit sind wir aber alle erlösungsbedürftig. Ohne ein Wunder Gottes müssen wir Unrecht nicht nur ertragen, wir erzeugen es auch. Vielleicht kann jemand mit dieser Sicht nichts anfangen oder lehnt sie sogar ab. Andere fragen, wo man denn bei den Christen sehen kann, dass diese Erlösung von innen her tatsächlich einen Menschen zum Guten verändert. Nun, ich begegne immer wieder Christen, bei denen ich genau das entdecke.

Es ist ja ein freiwilliges Geschehen. Das, denke ich, geht klar aus dem Lehrtext hervor. Gott ruft uns, er drückt es uns nicht auf. Die Frage ist also: Sind wir dazu bereit? Möchten wir von innen her neu werden? Gott schenke es uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Freitag, den 27.08.2021

Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Unverständigen weise.
Psalm 19,8

Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.
2. Timotheus 3,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Weise werden

Der heutige Losungsvers enthält Begriffe wie „das Zeugnis des HERRN“, „die Unverständigen“ oder auch „weise“. Vermutlich hören wir diese Begriffe im Alltag eher weniger oder verstehen sie anders, als sie hier gemeint sind. Deshalb möchte ich den Vers einmal in der Übersetzung der „Hoffnung-für-alle Bibel“ wiedergeben: „Auf die Gebote des Herrn kann man sich verlassen. Sie machen auch den klug, der bisher gedankenlos in den Tag hineinlebte.“

Wenn jemand gedankenlos in den Tag hineinlebt, heißt das nicht, dass er dumm ist. Dennoch kann auch ein kluger Mensch dumme Dinge tun. Manchmal wider besseres Wissen, manchmal aber auch, weil er es nicht besser weiß. Im Losungsvers wird so jemand als unverständig bezeichnet - er oder sie versteht vielleicht etwas, erfasst aber noch nicht genug, um klug zu handeln.

Nun mag es kaum jemand, wenn er als unverständig bezeichnet wird. Ich will hier einmal eine Brücke bauen, die einigen vielleicht nicht unbekannt ist: Wir lernen ein Leben lang. Das klingt natürlich besser, drückt aber auch aus, dass wir es nötig haben, ein Leben lang zu lernen. In Bezug auf den Glauben sagte der Apostel Paulus einmal, dass unsere Erkenntnis und unser Wissen Stückwerk - also unvollständig - ist.(1) Auch da werden wir ein Leben lang lernen.

Im Lehrtext finden wir einen Hinweis auf das, was uns in diesem Prozess hilft: „Alle Schrift, von Gott eingegeben“. Das zeigt mir, dass Gott uns nicht in unserer Unvollständigkeit sitzen lässt. Im Gegenteil, er stellt uns alles zur Verfügung, damit wir „weise“ werden können. Das beginnt damit, dass wir sein Wort ernst nehmen. Denn: „Den HERRN ernst nehmen ist der Anfang aller Erkenntnis. Wer ihn missachtet, verachtet auch Weisheit und Lebensklugheit.“ (Spr. 1,7) Nach dem Anfang geht es dann weiter. Manchmal belehrt uns sein Wort, manchmal korrigiert es uns. Die Frage ist, ob wir es aufnehmen und danach streben, es umzusetzen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Kor. 13,9

 

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 26.08.2021

Hilf deinem Volk und segne dein Erbe und weide und trage sie ewiglich!
Psalm 28,9

Ihr seid das Volk, das er sich zu eigen machte, damit ihr verkündet die Wohltaten dessen, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.
1. Petrus 2,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ihr seid das Volk

Im heutigen Losungswort geht es um Gottes Volk und sein Erbe. David, der Schreiber des Psalms, meinte damit das Volk Israel. Wie er gingen sehr viele Israeliten davon aus, dass Gott ihr Volk unter allen Völkern erwählt hat. Nicht sie nannten sich einfach „Volk Gottes“, sondern Gott selbst tat es. Deshalb lautet die Bitte im Losungswort auch nicht: „Hilf meinem Volk“, sondern „Hilf deinem Volk!“

Auch unter Christen heißt es oft „unsere Gemeinde“ oder „meine Gemeinde“. Doch es ist weder unsere noch meine Gemeinde, es ist seine, nämlich Jesu Gemeinde. Viele Dinge rücken so in ein anderes Licht. Ein Satz wie: „Ich fühle mich in meiner Gemeinde nicht mehr wohl“, würde dann so klingen: „Ich fühle mich in seiner Gemeinde nicht mehr wohl.“ Mein Gegenüber sind dann nicht die Gemeindemitglieder oder der Pastor, sondern Jesus Christus selbst.

Doch - um auf die Losung zurückzukommen - wer gehört nun eigentlich zum Volk Gottes? Kurz bevor Jesus Christus anfing zu wirken, predigte Johannes der Täufer eine irritierende Botschaft: „Bringt Frucht, die zeigt, dass es euch mit der Umkehr ernst ist, und meint nicht, ihr könntet euch darauf berufen, dass ihr Abraham zum Vater habt. Ich sage euch: Gott kann Abraham aus diesen Steinen hier Kinder erwecken.“ (Matt. 3,8-9) Bisher schien die Abstammung die Garantie dafür zu sein, zu Gottes Volk zu gehören. Doch das galt plötzlich nicht mehr. Seit Jesus Christus kam, ist unsere Verbindung zu ihm entscheidend - das ist eine der Grundwahrheiten des christlichen Glaubens.

Das Gleiche besagt auch der Lehrtext, der sich an Christen richtet. Er beleuchtet, was es bedeutet, zu Gottes Volk zu gehören, nämlich die Veränderung unseres Lebens von der Finsternis in Gottes wunderbares Licht. Ich glaube, dieser Aspekt ist wichtig, damit es nicht nur um Bezeichnungen geht, sondern um das wunderbare Wirken Gottes in unserem Leben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 25.08.2021

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn und schuf sie als Mann und Frau.
1. Mose 1,27

Im Herrn ist weder die Frau ohne den Mann noch der Mann ohne die Frau; denn wie die Frau von dem Mann, so ist auch der Mann durch die Frau; aber alles von Gott.
1. Korinther 11,11-12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Frauen und Männer

Die heutigen Losungsverse schildern die Erschaffung und die Beziehung zwischen Frau und Mann. In diesem Punkt gibt es weltweit sehr kontroverse Ansichten - auch unter Christen. Gerade in diesen Tagen fürchten viele Frauen in Afghanistan, völlig entrechtet zu werden - und ich muss gestehen, ich leide ein Stück mit ihnen. Doch auch in unserer eigenen Geschichte gab es lange die Vorstellung, Frauen wären minderwertig. Auch mancher Bibelvers ist schwer verdaulich, wie dieser, der aus dem Kapitel des Lehrtextes stammt: „Der Mann hat Christus als Haupt über sich, die Frau hat den Mann als Haupt über sich, und Christus hat Gott als Haupt über sich.“ (1.Kor. 11,3b) Wie sollen wir das alles verstehen?

Bevor ich darauf eingehe, möchte ich einmal etwas Persönliches sagen. Meine Frau und ich lieben uns. Niemand von uns will über die andere Person herrschen. Auch stellen wir nicht gegenseitig unseren Wert infrage oder versuchen, den anderen in eine Rolle zu zwängen. Was wir gelernt haben, ist, dass die Liebe zueinander und das tiefe Vertrauen in Jesus Christus viele dieser Fragen entkräften.

Aus dem Losungswort und Lehrtext können wir entnehmen, dass erst Frau und Mann zusammen dem Bild Gottes entsprechen. Was aber vielen zu schaffen macht, ist das Thema der Unterordnung. Nun haben wir Christen ja kaum ein Problem, uns Jesus Christus unterzuordnen. Warum eigentlich? Nun, ich meine, weil Jesus seine Macht nie gegen uns verwendet, sondern sich im Gegenteil für uns hingegeben hat. Wenn Jesus Christus unser Vorbild ist, dann kann es nie darum gehen, unser Gegenüber klein zu halten oder in einen Machtkampf zu geraten. Ich glaube, das ist es, was uns der Apostel Paulus vermitteln will, denn auch dieser Satz stammt von ihm: „Da ist nicht Mann und Frau. Denn ihr seid alle eins in Christus Jesus.“ (Gal. 3,28b)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

 

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 24.08.2021

Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.
Daniel 7,14

Gott hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes.
Kolosser 1,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein ewiges Reich

Das heutige Losungswort stammt aus einer Prophetie Daniels, in der es um verschiedene Reiche geht, die nacheinander die Welt beherrschen. Doch dann kommt ein Herrscher, dessen Reich „kein Ende“ hat. Von den anderen hingegen heißt es, dass ihre Zeit bis auf Tag und Stunde bemessen war.(1)

Diesen Versen kann man entnehmen, dass es Gott ist, der festlegt, wie lange Menschen regieren. Seit der Zeit Daniels sind viele Herrscher gekommen und wieder verschwunden. Viele von ihnen herrschten mit Gewalt und kümmerten sich nicht um Gottes Plan. Dennoch kann niemand das aufhalten, was Gott beschlossen hat, nicht einmal die „Macht der Finsternis“, von der im Lehrtext die Rede ist. Denn auch sie muss sich vor Gott beugen. Es wird einen Tag geben, an dem das Böse sich nicht länger in der Finsternis verstecken kann. Noch sehen wir in dieser Welt viel Gewalt und Not, doch Gott wird alldem ein Ende bereiten, und zwar dann, wenn Jesus Christus wiederkommt. Dann, so schreibt der Apostel Paulus, „wird der Böse offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus umbringen mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt.“ (2.Thes. 2,8)

Einige halten das für einen christlichen Zukunftsmythos oder eine Wunschvorstellung. Doch der Glaube an die Wiederkunft Christi hat seine Wurzel darin, dass Gott seinen Sohn in die Welt gesandt hat, um uns zu retten. Ebendiese Rettung bezeugt Paulus im Lehrtext. Für den, der glaubt, bewirkt sie schon im Jetzt eine Befreiung aus der Gewalt des Bösen. Auch wenn es um uns herum noch viel Böses gibt, sind wir ihm nicht mehr unterworfen. Und wir sind jetzt schon Teil des ewigen Reiches Gottes. Der Himmel wartet nicht nur auf uns, in Christus ist er bereits zu uns gekommen.

Und die Macht der Finsternis? Ihre Tage sind angezählt. Denn es wird nur ein ewiges Reich geben: das Reich Christi. Alles andere wird vergehen.(2)

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Dan. 7,12 (2) Offb. 21,1

 

Gedanken zur Losung für Montag, den 23.08.2021

Der HERR spricht: Entweiht nicht meinen heiligen Namen.
3. Mose 22,32

Wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.
1. Petrus 1,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Berufen, heilig zu sein

Was verstehen wir eigentlich unter „heilig“? Wie sollen wir uns das vorstellen, dass wir heilig sein sollen, wie auch Gott heilig ist? Oft haben wir gewisse Bilder im Kopf, was es bedeutet, heilig zu leben. Die meisten Bilder scheinen allerdings nicht besonders attraktiv zu sein. Da geht es um Absonderung, um Enthaltsamkeit, um Selbstbeherrschung und darum, möglichst alles zu meiden, was irgendwie Spaß bringen könnte.

Doch diese Bilder sind, wie ich meine, ein Zerrbild dessen, was mit „heilig“ gemeint ist. Das Wort „heilig“ schildert zunächst Gottes unvergleichbares Wesen. Heilig zu leben bedeutet demzufolge, so zu handeln, wie es dem Wesen Gottes entspricht. Letztendlich ist dann das, was wir tun oder lassen und wie wir uns verhalten, nicht mehr eine Frage von Regeln und Normen, sondern unserer Verbundenheit mit Gott.

Nun heißt es im heutigen Losungswort: „Entweiht nicht meinen heiligen Namen.“ Es geht um Gottes Einzigartigkeit, was auch wieder mit dem Wort „heilig“ zum Ausdruck gebracht wird. Gott ist nicht vergleichbar mit anderen Göttern oder irgendetwas anderem. Deshalb sollen wir Gott nicht unsere eigenen Worte in den Mund legen oder Dinge in seinem Namen tun, die er nie angeordnet hat. So lautet ein Gebot Gottes: „Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen.“ (2.Mos. 20,7a)

In der heutigen Losung geht es aber nicht nur darum, Gottes Heiligkeit zu betrachten, sondern ebenso unsere eigene Heiligkeit. Gott ist nicht nur in unseren Augen einzigartig - wir sind es auch in seinen Augen. Wir sind besonders und dazu berufen, seine Besonderheit widerzuspiegeln, so verstehe ich den Lehrtext. Unser Vorbild ist dabei Jesus Christus, der von sich sagt: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen!“ (Joh. 14,9b) Wie Jesus nur in der Verbindung zum Vater den Vater widerspiegeln konnte, so können auch wir nur Jesus Christus widerspiegeln, wenn wir mit ihm verbunden sind.

Diese Verbundenheit wünsche ich uns
Pastor Hans-Peter Mumssen


 

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