Christian Turkat: Mehr, als du denkst

2026-08-23T20:42:43+02:0023. August 2026|Allgemein, Auf ein Wort, Veröffentlichungen|

Mehr, als du denkst

Christian Turkat

Im Buch Prediger heißt es: „Denk an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugend, bevor die schweren Tage kommen und die Jahre nahen, von denen du sagen wirst: Sie gefallen mir nicht.“ (Prediger 12,1)

Dieser Vers spricht zunächst junge Menschen an. Er erinnert daran, Gott nicht auf später zu verschieben, sondern schon früh nach ihm zu fragen. Gerade wenn noch vieles offen ist – Schule, Beruf, Beziehungen, Lebensweg und Zukunft –, ist es wichtig, herauszufinden: Wo hat Gott seinen Platz in meinem Leben, und was hat er mit mir vor? Genau um diese Fragen ging es auch in der ersten Sommerferienwoche auf einer unserer Jugendfreizeiten. Johanna Janke berichtet davon:

„Unter dem Motto „Made for More“ verbrachten wir mit 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine intensive und gesegnete Woche in Liensfeld (bei Eutin). Gemeinsam gingen wir der Frage nach, wozu Gott jeden Einzelnen berufen hat, und was es bedeutet, Jesus im Alltag nachzufolgen.

Jeder Tag begann mit einer gemeinsamen Gebetszeit. Außerdem hatten wir täglich Gottesdienste, Lobpreis und Zeiten des Austauschs in Kleingruppen. Dort entstanden unter anderem Minipredigten – auf Grundlage von Gegenständen wie Steinen, Klebeband oder Schuhanziehern –, eigene Psalmen und Theaterstücke. So gab es viele ernste, lustige und ermutigende Momente. Unser Tagesgast Carsten Aust, Missionar auf den Philippinen, gab uns am Mittwoch wertvolle Impulse zu den Themen Nachfolge und Vertrauen auf Jesus.

Neben den geistlichen Programmpunkten kam auch die Gemeinschaft nicht zu kurz: Zeit an der Ostsee, ein gemeinsamer Grillabend, Spiele und viele persönliche Begegnungen machten die Woche zu einer besonderen Zeit. Ein besonderes Highlight war der Mottoabend, an dem alle passend zum Thema „Berufung“ in den unterschiedlichsten Berufen verkleidet erschienen. Den Abschluss bildete am Samstag ein bewegender Lobpreisabend mit einer ausgedehnten Gebetszeit und persönlichen Zeugnissen.

Unsere Sommerfreizeit war für viele eine prägende Woche voller Gemeinschaft, Ermutigung und Begegnungen mit Gott. Wir sind dankbar für alles, was wir erleben durften, und gespannt darauf zu sehen, wie Gott das, was in dieser Woche begonnen hat, weiterführt.“

Natürlich gibt es im Leben schöne und ermutigende Zeiten wie diese Freizeit, aber eben auch Tage und Jahre, die schwerer werden und uns herausfordern. Umso wertvoller ist ein Glaube, der früh wachsen darf und Halt gibt, wenn wir ihn brauchen. Deshalb freue ich mich über jeden Moment, in dem Jugendliche anfangen, Gott Raum in ihrem Leben zu geben, Jesus bewusst nachzufolgen und nach ihrer Berufung zu fragen.

So dürfen wir den Vers aus dem Predigerbuch nicht nur als Wort an junge Menschen hören, sondern als liebevolle Einladung an uns alle: Gott nicht aufzuschieben, sondern ihn heute zu suchen – in jungen Jahren, in der Mitte des Lebens und auch im Alter. Denn wer an seinen Schöpfer denkt, wird daran erinnert, woher er kommt, wohin er gehört und bei wem sein Leben wirklich gehalten ist – in leichten wie in schweren Zeiten. Und vielleicht liegt genau darin auch die tiefere Bedeutung des Freizeitmottos „Made for More“: dass Gott mit unserem Leben mehr vorhat, als wir selbst oft sehen können.

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