Ein Gebet weit entfernt
Peter Seeling
Manchmal fühlt es sich in unserem Leben so an, als ob Gott sehr weit weg ist. Auf der Welt passieren Dinge, die vor Ungerechtigkeit nur so zum Himmel schreien. Auch in unserem persönlichen Leben kennen wir Momente, in denen wir uns die Frage stellen: „Wo ist eigentlich Gott?“ Und in der Gemeinde wünschen wir uns auch häufig Gottes mächtiges und wunderbares Wirken: die Heilung unserer Kranken, geistliche Erlebnisse in Gottesdiensten, die von Gottes Macht zeugen – Dinge, von denen wir beispielsweise in der Apostelgeschichte lesen.
In der Bibel wird Gott als derjenige beschrieben, „der oben thront in der Höhe, der niederschaut in die Tiefe, auf Himmel und Erde“ (Psalm 113,5-6). Das klingt nach einem Ort, den wir nicht aus uns heraus erreichen können. Wie gut, dass Gott durch Jesus diesen Ort verlassen hat, um zu uns, zu dir und mir, zu kommen. Eine Barriere zwischen Gott und uns existiert nun nicht mehr. Zu Gott zu kommen ist wirklich barrierefrei.
Es gibt verschiedene Lieder mit dem Titel „He’s only a prayer away“ – er ist nur ein Gebet weit entfernt. Wenn ich bei einer Arztpraxis anrufe, gehe ich innerlich schon davon aus, dass ich warten muss, bis ich tatsächlich im Gespräch bin. Ebenso kann es sein, wenn man Freunde oder jemanden aus der Familie anruft, dass die gewünschte Person zu dem Zeitpunkt, an dem man sie sprechen möchte, nicht erreichbar ist. Wie anders ist das bei Gott. An jedem Ort und zu jeder Zeit können wir beten und er ist da. Manchmal wünschen wir uns, dass wir mit Gott mal wie mit einem richtigen Menschen reden könnten, aber diese Qualität in der Kommunikation mit Gott ist einzigartig. Er hört uns immer zu und begleitet uns überall hin – das möchte ich dann doch eher nicht gegen einen echten Menschen eintauschen. Selbst Jesus hatte in der Zeit seines Wirkens auf der Erde das Problem, dass er nicht für alle gleichzeitig und an verschiedenen Orten da sein konnte, weswegen ihn die Menschen teilweise in Scharen bedrängten. Doch durch den Heiligen Geist, den er zu uns auf die Erde sandte, ist genau das möglich: Er ist nur ein Gebet weit entfernt.
Ich möchte uns ermutigen, zu beten. Jesus sagt: „Wer sucht, wird finden.“
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