Gesamtprobe: Der Aufbruch nimmt Gestalt an

2026-04-26T10:21:08+02:0026. April 2026|Allgemein, Auf ein Wort, Veröffentlichungen|

„Der Aufbruch“ nimmt Gestalt an

Gesamtprobe im CZA am 25.04.2026

Esther Dymel-Sohl

Die Bühne im Saal des Christus-Zentrums Arche wirkt heute wie ein lebendiger Organismus. Überall Bewegung, Stimmen, Musikfetzen, Lichtwechsel. Rund 60 Mitwirkende sind zur Gesamtprobe für das Musik- und Theaterprojekt „Der Aufbruch“ gekommen. Es ist kein gewöhnlicher Probentermin – es ist ein Vorgeschmack auf das, was an Pfingsten das Publikum erwartet.

Links auf der Bühne steht das Schlagzeug in einem Plexiglasraum. Dahinter sitzt Benjamin Neumerkel, Benni, der den Takt vorgibt. Neben ihm reihen sich Gitarre, Bass, Klavier und schließlich das Brass Ensemble auf. Hanjo Gäbler steht davor, aufmerksam, konzentriert, dirigierend – er hält die musikalischen Fäden zusammen.

Weiter rechts sitzt Christian Selent an einem Tisch mit Lampe. Warmes Licht fällt auf seine Manuskriptseiten. Er liest einzelne Textpassagen, während rechts daneben der große Chor steht: 40 Sängerinnen und Sänger schauen aufmerksam zu Angela Mumssen, Angie, die sie mit ruhiger Klarheit dirigiert.

Rechts davon sitzt Sebastian Gerigk in einem Sessel neben einer Stehlampe. Ausdrucksstark liest er Passagen aus der Apostelgeschichte. Hinter ihm, leicht schräg versetzt, wartet der schwarze Vorhang – der Ort, aus dem immer wieder, passend zu den Szenen, die Darsteller hervortreten.

Zwischen all dem bewegt sich Johannes Schäfer fast lautlos durch den Saal: Kamera in der Hand, Blick suchend. Er fängt Details ein: Gesten, Lichtwechsel, konzentrierte Gesichter, Freude und Spaß an dem Musik-/Theaterprojekt. Aus diesen Aufnahmen entsteht später ein Instagram-Reel – ein kurzer filmischer Vorgeschmack auf das große Projekt.

Dann setzt wieder Musik ein. Hans-Peter Mumssen, Pit, tritt als Solist nach vorn. Seine Stimme trägt durch den Raum: „Wenn dieser Gott jemanden wie uns beim Namen nennt … nicht von dieser Welt.“

Der Chor antwortet kraftvoll. Die Stimmen wachsen zusammen, füllen den Raum, tragen die Szene weit über die Bühne hinaus.

Parallel arbeitet im Saal das Technikteam. Axel Christiansen stimmt mit seinem Team die Lichteffekte ab. Plötzlich taucht rotes Licht die Bühne in Dramatik. Dann Grün. Dann grell helles Weiß. Bis zu den Aufführungen wird alles passend eingestellt sein.

Die Leser legen ihre Handmikrofone beiseite. Stattdessen tragen sie jetzt Headsets. Die Stimmen wirken unmittelbarer, klarer, näher am Geschehen.

Benni hat derweil seinen Plexiglas-Raum verlassen, um letzte Absprachen mit Hanjo zu koordinieren. Ein kurzer Moment der Verzögerung. Angie möchte weitermachen. Pit kommentiert schmunzelnd die Situation: „Moment noch, Benni ist noch aus dem Häuschen.“ Gelächter im Raum. Dann wieder Konzentration.

Steph Sprengel singt als Solistin eine Zeile – leise, beinahe flüsternd: „Ganz leise, damit es keiner hört.“ Doch die Band spielt zu kraftvoll. Hanjo hebt die Hand. „Takt 18 bis 21 bitte piano, dann wieder mezzoforte!“ Die Musiker nicken. Noch einmal.

Währenddessen bewegen sich die Darsteller zu den gelesenen Textpassagen. Schritte, Gesten, Blicke – alles greift ineinander. Geschichte wird sichtbar.

Angie schaut in die Runde. „Alles klar?“ Aus der Gruppe der Darsteller kommt prompt die Antwort: „Nein!“ Also beginnt das Finale noch einmal von vorn. „Alle in Position“, sagt sie ruhig. Ein kurzer Moment Stille. Dann setzt der Schlusschor ein:

„Ich will dich loben, Herr, am Morgen, am Abend, am Mittag
und manchmal auch mitten in der Nacht.“

Musik, Licht, Text, Bewegung. Die Probe ist noch nicht die Aufführung – aber sie zeigt bereits, was hier wächst: ein gemeinsamer Aufbruch. Eine Geschichte, die nicht nur erzählt wird, sondern spürbar wird. Und die weitergeht.

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