Glaube nicht nur am Sonntagmorgen
Christian Turkat
Zur Zeit befinden wir uns als Gemeinde mitten in einer Themenreihe über den Heiligen Geist. Die Predigten aus den Sonntagsgottesdiensten vertiefen wir unter der Woche dann in den Kleingruppen, und dort gibt es auch Raum für Austausch und Gebet. Besonders schön finde ich, dass zusätzlich zu den bestehenden Kleingruppen für diese Zeit sogar noch acht Projekt-Kleingruppen entstanden sind. Das zeigt, dass viele aus unserer Gemeinde diese Wochen ganz bewusst nutzen möchten, um sich neu auf Gottes Geist und sein Wirken auszurichten.
Gerade darin wird auch etwas deutlich, was für unser Glaubensleben sehr wichtig ist: Glaube ist nicht nur etwas für den Sonntagmorgen. Natürlich ist der Gottesdienst ein zentraler Ort, an dem wir Gott begegnen, sein Wort hören und Gemeinschaft erleben. Aber unser Glaube und unsere Beziehung zu Gott begleiten uns ja gerade in den Alltag hinein – in unsere Gespräche, Entscheidungen, Herausforderungen und Gedanken. Gerade unter der Woche zeigt sich oft ganz praktisch, wie sich unser Glaubensleben mit unserem Leben verbindet.
In den Sprüchen lesen wir: „Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen“ (Sprüche 3,5–6). Diese Worte sprechen sehr direkt in unsere Zeit hinein. Wir leben in einer Welt, in der wir vieles schnell erklären, vergleichen oder nachschlagen können. Und doch merken wir immer wieder, dass uns unser eigener Verstand bei den eigentlichen Fragen des Lebens an Grenzen bringt. Was gibt unserem Leben wirklich Halt? Worauf bauen wir innerlich? Was trägt uns, wenn Dinge anders laufen als gedacht?
Manche Menschen versuchen, diese Fragen mit Dingen zu beantworten, die zunächst vielversprechend erscheinen. Besitz, Erfolg, Ablenkung oder auch Beziehungen können für eine Zeit hilfreich oder schön sein, aber sie können nicht dauerhaft das erfüllen, was nur Gott schenken kann. Wir sind von ihm und für ihn geschaffen. Deshalb wird unser Herz letztlich nur in seiner Nähe und unter seiner Führung wirklich zur Ruhe kommen. Wenn wir Jesus von ganzem Herzen vertrauen, so verspricht er uns nicht immer den einfachsten Weg, aber den richtigen – einen Weg, auf dem er uns leitet, trägt und immer wieder neu ausrichtet.
Paulus schreibt: „Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln“ (Galater 5,25). Das bedeutet doch, dass wir in direkter Verbindung mit dem Heiligen Geist und von ihm durchdrungen unseren Alltag leben dürfen. Er möchte ganz praktisch unseren Lebensweg prägen. Ich wünsche uns allen, dass wir gerade in diesen Wochen über Gottes Geist nicht nur nachdenken, sondern ganz neu lernen, mit ihm im Alltag zu leben.
->> Hier können Sie unseren Hirtenbrief als Newsletter abonnieren …
->> Hier geht’s zu den „Andachten zur Tageslosung“ …
Letzte Beiträge:
Christian Turkat: Glaube nicht nur am Sonntagmorgen
Glaube nicht nur am Sonntagmorgen Christian Turkat Zur Zeit
Hans-Peter Mumssen: Vom Glauben zum Schauen
Vom Glauben zum Schauen Hans-Peter Mumssen Allmählich nähern wir
Hanjo Gäbler: Nur Geduld
Nur Geduld Hanjo Gäbler „Es genügt, Gott in der

