Hanjo Gäbler: Der Clou – Vergebung

2026-11-01T11:07:08+01:0001. November 2026|Allgemein, Auf ein Wort, Veröffentlichungen|

Der Clou – Vergebung

Hanjo Gäbler

Der Clou des Evangeliums ist der freie Weg zu Gott – unsere Schuld ist vergeben und wir dürfen Gemeinschaft und Beziehung mit ihm leben. In einem Bußpsalm Davids lesen wir: „Eine Unterweisung Davids. Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist! Denn da ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.“ (Psalm 32,1-3)

David berichtet hier von einer hässlichen Episode seines Lebens. Er hatte einen treuen Soldaten seines eigenen Heeres ermorden lassen, damit nicht herauskommt, dass er, der König selbst, ein Verhältnis mit der Frau dieses verdienten, treuen Mannes hatte. Diese Geschichte lässt sich nur schmerzhaft lesen. Sämtliche Vertuschungsversuche scheitern. Davids Geist ist erfüllt von Falschheit und Vertuschung. Doch dann kommt ein Mann Gottes. Nathan, so sein Name, führt David dessen schwere Schuld vor Augen. Aus David platzen Scham und Bedauern hervor.

Für mich als Leser gibt es einen Unterschied zwischen der „Reue des Ertappens“ und der des „initiativen Selbsteingeständnisses“. Aber Gott ist ein Prüfer der Gedanken und überführt uns bis heute in seine Heiligkeit hinein. Er macht da keine Unterschiede. Er will Gemeinschaft mit uns haben, und Schuld und Scham sind die absoluten Beziehungskiller – nicht nur zwischenmenschlich. Darum ist der Heilige Geist heute auch noch aktiv und überführt uns, noch bevor wir es selbst für notwendig erachten.

Stark. Da will ich auch dranbleiben. Hören wir hin, wenn Gott auch uns etwas vor Augen führt, was Licht vertragen kann. Wo wir reinen Tisch machen dürfen. David hatte laut seines Bußpsalms wohl ernsthafte, psychosomatische Symptome. Es hielt ihn vor Kummer und Geheimnistuerei kaum noch auf den Beinen. Und es bricht aus ihm heraus wie aus einem reich Beschenkten: „Wohl dem, dem vergeben ist!“ Sehnsucht nach Versöhnung mit Gott und dem eigenen Gewissen. Tilgung der Schuld – nicht durch Selbstgerechtigkeit oder Vertuschung, sondern durch echte Buße und Gottes Vergebung.

Das Thema Schuld ist immer unbequem, immer persönlich. Aber das macht es vor Gott nicht zur Privatsache. Er ist die erste Adresse, wenn es um Sünde geht. Eigentlich so klar – und dennoch so oft vergessen …

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