Wer Durst hat, der trinke
Peter Seeling
Als letztens der Dieselpreis bei uns auf 2,30 €/l fiel, standen die Autos an den Tankstellen in längeren Schlangen. Viele fragen sich mittlerweile, wie man das oder die anderen steigenden Kosten des täglichen Lebens noch bezahlen kann. Wir überlegen, wie wir mehr Geld einsparen oder verdienen können, um den Lebensstandard, den wir haben, halten zu können.
In Offenbarung 21,6 (NGÜ) heißt es: „Nun ist alles erfüllt. Ich bin das A und das O, der Ursprung und das Ziel aller Dinge. Wer Durst hat, dem werde ich umsonst von dem Wasser zu trinken geben, das aus der Quelle des Lebens fließt.“
Umsonst! Ich glaube, den Begriff haben wir schon länger nicht mehr gehört. Gott nennt sich in der Bibelstelle „den Ursprung und das Ziel aller Dinge“. Was sind unsere Ziele? Viele differenzieren zwischen kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Zielen. Danach richten wir dann viele unserer Entscheidungen aus, und ich denke, dass unsere Ziele der Grund sind, warum wir manchmal auch ein Stück verzweifelt versuchen, die Dinge am Laufen zu halten und den Standard zu halten. Denn sonst stünden ja unsere Ziele in Gefahr, nicht erreicht zu werden.
In der Bibelstelle wird jedoch ein Ziel mit Ewigkeitscharakter angesprochen: Gott selbst ist dieses Ziel. Bei ihm – das heißt, in seiner unmittelbaren Gegenwart und mit ihm verbunden zu sein – ist ein Teil dessen, was Gott hier anspricht. Was kostet es uns, dieses Ziel zu erreichen? Nichts – und alles. Auf der einen Seite erhalten wir das Wasser des Lebens umsonst. Auf der anderen Seite kostet es uns unseren gesamten Lebensentwurf, da wir, um dieses Ziel zu erreichen, unsere persönlichen Ziele diesem Ziel unterordnen müssen.
Vielleicht denken wir ja beim nächsten Tanken daran: „Wer Durst hat, dem werde ich umsonst von dem Wasser zu trinken geben, das aus der Quelle des Lebens fließt.“
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