Wenn Gott spricht
Hanjo Gäbler
In Sprüche 30,5 lesen wir: „Jedes Wort, das Gott spricht, ist wahr. Er beschützt alle, die bei ihm Schutz suchen“ (Neues Leben Bibel). Dieser Vers ist unverhandelbar und geradlinig – zwei Eigenschaften, die ich mehr und mehr zu schätzen weiß. Wenn Gott spricht …
In den letzten Wochen war ich in vielen Sitzungen und Online-Calls. Manchmal bekommen Sitzungen gewisse zeitliche Längen, frei nach dem Motto: „Es ist zwar schon alles gesagt – aber eben noch nicht von jedem.“ Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler, sagte es einmal so: „Die Zehn Gebote Gottes sind deshalb so eindeutig, weil sie nicht erst auf einer Konferenz beschlossen wurden.“ Und ich bekomme eine Ahnung davon, was er meint.
Da hat zum Beispiel jemand eine Idee oder stellt eine Behauptung auf. Was nun geschieht, ist der normale Lauf der Dinge: In einer Gruppenleistung wird relativiert, indem das Thema aus allerlei Sichtweisen beleuchtet und angepasst wird. Jeder muss dabei kompromissbereit sein, sowohl der Ideengeber oder Sprecher als auch die Zuhörer. Was am Ende übrig bleibt, nennt man dann oft den „Konsens“. Adenauer meinte wahrscheinlich genau das.
Gottes Wort jedoch ist eindeutig, weil es kein Konsens oder gar eine gefällige und aufbereitete Schein-Wahrheit ist. Es heißt: „Jedes Wort, das Gott spricht, ist wahr.“ Wir brauchen es nicht „behandeln“ oder infrage stellen. Wir müssen es nicht an den Zeitgeist oder die Gesellschaftstauglichkeit anpassen, sondern genießen den Reingehalt an Wahrheit in seinem Wort.
Dann geht der Vers weiter, fast wie eine Folge auf diese erste Einsicht: „Er beschützt alle, die bei ihm Schutz suchen.“ Ich verstehe das so: Ich mindere sein Wort nicht, indem ich es relativiere und meinen Wünschen und Gefühlen angleiche, sondern suche aktiv den Schutz meines Gottes. Warum? Weil ich ihm Vertrauen schenke. Ich traue seinem Wort und wende es auf mein Leben an. Wenn ich anfange, zu relativieren, wie könnte ich dann andere wohlwollende Gedanken und Verheißungen Gottes nicht auch infrage stellen?
Ich nehme sein Wort also auf – ob es mich nun gerade streichelt oder mir gegen den Strich geht. Gerade mit zunehmendem Alter kann das herausfordernd sein, da wir uns dann für besonders klug halten. Hüten wir uns davor, Gottes Wort zu relativieren. Bleiben wir lieber wie die Kinder. Denn die hören – und glauben. Das will ich auch. Seid Ihr dabei?
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