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Hans-Peter Mumssen: Einer trage des anderen Last

2025-07-22T20:33:00+02:0022. Juli 2025|2025, Allgemein, Auf ein Wort, Veröffentlichungen|

Einer trage des anderen Last

Hans-Peter Mumssen

Heute möchte ich einmal etwas zu folgendem Bibelvers schreiben: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Gal. 6,2) Für jeden, der an Jesus Christus glaubt, ist dieser Vers verbindlich. Die Frage ist nur, wie man das machen soll. Wir können doch nicht jedermanns Lasten tragen. Nun, ich glaube, das ist auch nicht damit gemeint. Ich verstehe diese Aufforderung so:

Zunächst geht es darum, die Last eines Menschen, mit dem man in Berührung kommt, wahrzunehmen. Oft schließen wir von uns selbst auf andere. Wir meinen, dass das, was uns leicht fällt, auch dem anderen leicht fallen müsste. Doch dem ist nicht immer so. Manchmal braucht es Zeit, um unser Gegenüber zu verstehen. Je besser wir uns in eine andere Person einfühlen können, desto besser können wir auch ihre Last mittragen. Letztendlich geht es uns ja genauso. Auch wir möchten nicht nach den Maßstäben anderer bemessen werden.

Wenn wir uns gegenseitig helfen, die Lasten des Lebens zu tragen, zeigen wir damit, dass wir zusammengehören. Und in Christus gehören wir ja tatsächlich zusammen! Jesus sagte einmal, dass man an der Liebe, die wir zueinander haben, erkennen wird, dass wir seine Jünger sind. Das Gebot „Einer trage des anderen Last“ beschreibt die sichtbare und praktische Auswirkung dieser Liebe.

Nun erleben wir auch im Gemeindeleben immer wieder, dass es irgendwo einen Mangel gibt – zum Beispiel einen Mangel an Mitarbeitern. Da kann man sagen: „Der Herr segne euch mit neuen Mitarbeitern.“ Man kann Gott aber auch eine Frage stellen: „Bin ich es, Herr? Rufst du mich in die Mitarbeit, damit andere nicht überlastet sind?“ Solch ein Gebet könnte allerdings beantwortet werden – sind wir dann bereit, zu gehen? Ich glaube, wir sind es, denn die Liebe Christi verbindet uns.

Hans-Peter Mumssen

Hans-Peter Mumssen

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