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Losungswort Ich liege gefangen und kann nicht heraus, mein Auge vergeht vor Elend. HERR, ich rufe zu dir täglich. Psalm 88,9-10 Lehrtext Es wurde ein Mann herbeigetragen, der war gelähmt von Mutterleibe an; den setzte man täglich vor das Tor des Tempels, das da heißt das Schöne, damit er um Almosen bettelte bei denen, die in den Tempel gingen. Apostelgeschichte 3,2
Ermutigung
Der Psalm, aus dem das heutige Losungswort stammt, ist ein einziges Klagelied. Die Not, in der sich der Psalmist befindet, scheint ausweglos zu sein. Ähnlich erging es dem gelähmten Mann, von dem der Lehrtext berichtet. Sein Schicksal erinnert mich an eine Begebenheit in Indien: In einer Einkaufsstraße sah ich einen Mann am Boden liegen, der mit einer kleinen Handtrommel auf sich aufmerksam machte. Zum einen wollte er verhindern, dass Leute auf ihn traten, zum anderen sammelt ein blinder Mann, der neben ihm saß, Geld für beide. „Was für einen Wert hat eigentlich solch ein Leben?“, fragte ich mich. Doch offensichtlich wollten beide leben. Das Leben an sich war für sie wertvoll. Vereinzelt schreiben uns Menschen, dass ihnen die Andachten zu wenig positiv sind. Sie benötigten Auferbauung. Nun, wir alle benötigen Auferbauung. Was wir aber nicht benötigen, ist, Dinge schönzureden oder Not einfach zu ignorieren. Ein Klagelied ist auch ein Ventil, um der inneren Not, der Verzweiflung und der Traurigkeit einen Ausdruck zu geben. „Sometimes I feel like a motherless child …“ – „Manchmal fühle ich mich wie ein mutterloses Kind …“, dieses alte Spiritual gab vielen auf geheimnisvolle Weise Kraft in ausweglosen Lebenslagen. Das Lied endet mit der Zeile: „It‘s a long way from home.“ – „So weit weg von zu Hause.“ Ja, manch einer fühlt sich weit weg von zu Hause. Aber es gibt ein zu Hause. Und es ist näher als wir vielleicht denken. So erging es dem gelähmten Mann. Minuten später sprang er im Tempel umher, denn Petrus und Johannes hatten ihn im Namen Jesu geheilt. Ich sehe den Schlüssel zu allem immer in Jesus Christus. Er ist bei uns im Leid, und er ist derjenige, der in einem Augenblick alles ändern kann. Er ist für mich die Quelle jeder Ermutigung.
Einen gesegneten Tag wünscht Pastor Hans-Peter Mumssen Gebet: Herr Jesus Christus, du bist für mich die Quelle jeder Ermutigung. Du tust Wunder und rettest aus tiefer Not. Doch auch mitten in der Not bin ich geborgen in dir. Herr, ich danke dir. Halte mich fest in deiner Hand. Dein Name sei gelobt. Amen.
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