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Gedanken zur Tageslosung

für Freitag, den 17.07.2026

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Losungswort
So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht?
Jesaja 63,15

Lehrtext
Jesus spricht: Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.
Johannes 14,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Ich komme zu euch“

Der gesamte Losungsvers von heute lautet: „So schau nun vom Himmel und sieh herab von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist nun dein Eifer und deine Macht? Deine große, herzliche Barmherzigkeit hält sich hart gegen mich.“ Gerade der letzte Satz macht deutlich, dass der Psalmist auf das Eingreifen Gottes wartete. Schon in den ersten Versen des Psalms wird Gottes Hilfe in der Vergangenheit beschrieben: wie er sein Volk vor den Ägyptern rettet, als er sie durch das Meer entkommen ließ. Doch nun scheint Gott so fern zu sein.

Viele von uns kennen vermutlich das alte Kirchenlied: „So nimm den meine Hände“. Eine Passage lautet: „Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht.“ Hier bekennt der Liederdichter, dass Gott zwar gefühlsmäßig fern erscheinen mag, doch in Wirklichkeit ist er da und handelt ganz konkret. Es gibt auch den umgekehrten Fall, dass jemand sagt, er spüre die Gegenwart Gottes – doch konkret geschieht nichts. Immer dann, wenn unser Leben in eine echte Bedrohung gerät, bitten wir Gott nicht nur darum, seine Nähe zu spüren, sondern ebenfalls zu handeln.

Ich glaube, das meinte Jesus Christus auch, als er seinen Jüngern zusprach, sie nicht allein zu lassen. Unmittelbar vor dem Lehrtext kündigte er das Kommen des Heiligen Geistes an. Dann sagte er sogar: „Ich komme zu euch.“ Sagte er das, damit wir spüren, dass er da ist? Das natürlich auch – doch vor allem, dass er konkret so handeln will, wie er es zuvor getan hat. Wenn er aber als menschliche Person nicht anwesend ist, wie will er dann handeln? Die Antwort lesen wir ein paar Verse vor dem Lehrtext. Dort sagte Jesus: „Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater.“(1)

All das bedeutet für mich: Gott will handeln – und zwar mit und durch uns. Er kommt zu uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joh. 14,12 (Luther 2017)

Gebet:
Herr Jesus Christus, ich danke dir, dass du uns nicht allein zurückgelassen hast. Dein Geist ist in den Deinen. Nun willst du weiterhin helfen, befreien, heilen, Menschen in deine Nachfolge rufen und die gute Nachricht vom Reich Gottes verkündigen. Wirke du in diesem Sinne auch in mir und durch mich. Dafür danke ich dir, Amen.


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