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Gedanken zur Tageslosung

für Freitag, den 19.06.2026

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Losungswort
Du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Psalm 31,9

Lehrtext
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Galater 5,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Weiter Raum

Heute möchte ich einmal vom Lehrtext ausgehen. In ihm geht es um Freiheit im Gegensatz zur Knechtschaft. Der Hintergrund dafür war, dass einige Mitglieder der Gemeinde in Galatien meinten, man müsse sich als Christ beschneiden lassen. Die Beschneidung wiederum war ein Zeichen dafür, dass man sich verpflichtete, das mosaische Gesetz einzuhalten. Dem widersprach der Apostel Paulus vehement. Gleich nach dem Losungsvers schreibt er: „Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen.“(1) Das sind harte Worte. Dabei geht es nicht um den Akt der Beschneidung an sich, sondern um einen Irrweg des Glaubens. Dieses Problem haben wir, wie ich es wahrnehme, bis auf den heutigen Tag.

Viele halten das Christentum für eine Reformation des Judentums, in dem einige Gesetze und Gottesbilder aus dem Alten Testament aufgehoben oder verändert wurden. Im Grunde geht es aber immer noch um Gesetze, also um die Fragen: Was darf und soll man, und was darf man nicht? Heute erleben wir Veränderungen in einigen moralischen Fragen. Was früher als falsch galt, wird heute als richtig angesehen, und was früher als richtig galt, wird heute als falsch angesehen. Wenn ich aber die Gebote verändere, unterwerfe ich mich immer noch einem Gesetz – auch wenn es verändert wurde.

Genau das ist jedoch das Problem. Jesus Christus kam nicht in diese Welt, um aus uns bessere Menschen zu machen. Er kam, um uns zu erlösen. Erlöst werden wir aber nicht durch irgendwelche Vorschriften – auch nicht durch ein Leben ohne Vorschriften –, sondern dadurch, dass der Geist Christi in uns wohnt und wir eine neue, gottgemäße Natur bekommen. Dann sollen wir nicht nur irgendwie christusgemäß leben, dann wollen und werden wir es, weil er in uns lebt.

Diese Erlösung ist wie ein weiter Raum, in den Gott uns stellt. Endlich sind wir da, wo wir eigentlich hingehören: in der direkten Gemeinschaft mit Gott, unserem Vater.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Gal. 5,2 [Luther 2017]

Gebet:
Vater im Himmel, ich danke dir so sehr, dass du mir ein neues Leben geschenkt hast. Ich danke dir für Jesus Christus. Für Vergebung und Erlösung von all dem, was mich von dir trennt. Ich danke dir, dass dein Heiliger Geist mich leitet und mein Wesen verändert. Gelobt sei dein Name. Amen.


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