Gedanken zur Losung für Samstag, den 22.09.2018

Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er.
5.Mose 32,4

Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.
1.Johannes 1,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott ist gut

„Gott ist treu und nicht böse, sondern gerecht und wahrhaftig“, diese Botschaft verkündigte Mose in einem Lied, aus dem das heutige Losungswort entnommen wurde. Dabei wünschte er sich, dass dieses Lied sich tief in die Herzen seiner Zuhörer senkt. Doch wozu musste das überhaupt erwähnt werden? Ist es nicht klar, dass Gott gut und gerecht ist? Nun, wir wissen, dass das nicht immer so klar ist. Etliche Menschen klagen Gott an, weil er so viel Leid auf dieser Erde zulässt. Andere kommen über persönliche Schicksalsschläge nicht hinweg. Sie finden nicht, dass Gott gut und gerecht ist.

Mose jedoch glaubte an die Güte Gottes, weil er ihn so erlebt hatte. Gott hatte sie aus der ägyptischen Sklaverei geführt, sie durchs Meer hindurch gerettet, ihnen seine Gebote gegeben und ihnen trotz zahlreicher Verstöße immer wieder vergeben. Nun standen sie vor dem Gelobten Land, einem Land, in dem Milch und Honig floss. Ja, Gott ist wirklich gut. Mose zweifelte nicht daran.

Doch nicht jeder erlebt Gott so spektakulär, wie es ein Mose tat. Wie können wir trotzdem glauben, dass Gott gut ist? Ich meine, es gibt ein Geheimnis im Glauben. Es ist die tiefe Überzeugung, dass Gott es tatsächlich gut mit uns meint und einen guten Plan für unser Leben hat, ohne dass wir alles schon gesehen oder erlebt haben. Jesus Christus sagte einmal: „Glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ (Joh. 20,29b) Wenn wir nicht sehen und doch glauben können, erleben wir diese geheimnisvolle Gnade Gottes in unserem Herzen. Gott muss sich uns nicht beweisen. Sein Wort berührt unser Innerstes auch so.

Ich denke, so erging es ebenfalls denjenigen, denen der Apostel Johannes das schrieb, was wir im Lehrtext lesen. „Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis“ - so wurde es ihnen verkündigt und dem vertrauten sie. Dieses tiefe Vertrauen, dass Gott gut ist, wünsche ich uns allen - unabhängig davon, was geschieht.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 21.09.2018

Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.
1.Mose 2,15

„Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.“
Matthäus 5,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Auftrag und Erfüllung

Der heutige Losungsvers ist der erste Auftrag, den der Mensch von Gott erhielt. Ihm wurde der Garten Eden anvertraut, damit er diesen bestellen und bewahren sollte. Etwas zu bewahren bedeutet, es unter Umständen auch zu schützen. Mitunter ist es sogar erforderlich, das anvertraute Gut vor eigenen Begehrlichkeiten zu schützen. Doch genau hierin versagte der Mensch. Als Adam und Eva in Aussicht gestellt wurde, womöglich wie Gott sein zu können, verließen sie ihre Rolle als Bewahrer und handelten so, wie es ihnen für sich selbst vorteilhaft erschien. Die Folge war, dass sie den Garten Eden verlassen mussten.(1)

Dieses Verhaltensmuster hat sich seit Beginn der Menschheit unzählige Male wiederholt. Immer wieder haben Menschen Grenzen überschritten und sich das, was sie haben wollten, mit Gewalt angeeignet oder es zumindest versucht. Die Folgen waren fast immer negativ: Kriege, Streit, Feindseligkeiten, Missgunst und Rechthaberei sind nur einige davon. Selten hat es zum gewünschten Erfolg geführt, häufig aber jede Menge unerwünschter Folgen hervorgerufen, im Großen wie im Kleinen. Immer, wenn der Mensch nur auf seinen eigenen Vorteil sieht, läuft er Gefahr, aus dem Ruder zu laufen. Am besten also nichts mehr wollen oder anstreben?

So einfach ist das nicht. Erstens ist es illusorisch, nichts mehr zu wollen oder anzustreben. Zweitens hat Gott etwas in uns hineingelegt. Es sind nicht in erster Linie die Wünsche, die falsch sind, sondern die Art und Weise, sie zu erfüllen. Im Lehrtext lesen wir von den „Sanftmütigen“, die „das Erdreich besitzen“ werden. Warum gerade sie? Ich meine, weil sie eben nicht Gewalt anwenden, sondern stattdessen Gott vertrauen. Weil sie im Zweifelsfall den anderen höher als sich selbst achten.(2) Jesus Christus hat uns solch eine Gesinnung der Sanftmut vorgelebt. Und er hat uns seinen Geist gegeben, damit wir ebenfalls so leben. Folgen wir ihm nach?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Mose 3,1-24 (2)Phil. 2,3

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 20.09.2018

„Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf.“
Psalm 49,16

Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.
2.Timotheus 1,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Tod, wo ist dein Sieg?

Der Verfasser des heutigen Losungswortes sinniert in seinem Psalm zunächst darüber nach, dass jeder Mensch sterben muss. Ob reich oder arm, ob mit oder ohne Einfluss, ob weise oder töricht, gerecht oder gottlos - alle müssen einmal sterben. Der Tod triumphiert über alle - so scheint es. Doch plötzlich bekommt der Psalm eine Wende: Nein, der Tod triumphiert nicht über alle. „Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf“, lesen wir. Doch wie kommt er zu solch einer Gewissheit?

Ein paar Verse vorher kam ihm folgender Gedanke: „Vom Tod können sie (die Reichen) sich nicht freikaufen, sie können Gott kein Lösegeld zahlen. Der Kaufpreis für ein Leben ist zu hoch, niemand kann so viel zahlen.“ (Ps. 49,8-9) Ohne sich vielleicht darüber bewusst zu sein, spricht der Psalmist die Möglichkeit aus, sich vom Tod freikaufen zu können. Auch wenn selbst ein Reicher dazu nicht in der Lage ist, heißt das ja nicht, dass niemand dazu in der Lage wäre. Ich glaube, dass Gott dem Schreiber diesen Gedanken ins Herz gegeben hat, weil genau das geschehen sollte. Einer sollte kommen, der uns tatsächlich vom Tod freikauft: Jesus Christus.

Obwohl der Psalmist Hunderte von Jahren vor Christi Geburt lebte, gab Gott ihm offensichtlich diese innere Gewissheit, dass jemand für ihn einstehen und ihn aus der Gewalt des Todes erlösen würde. Wie viel mehr dürfen wir gewiss sein, dass der Tod keine Macht mehr über uns hat. Wir schauen auf das vollbrachte Erlösungswerk Jesu Christi. Wenn wir uns im Glauben mit ihm verbinden, verliert der Tod auch für uns seine Macht. Selbst wenn unser Körper stirbt, werden wir doch leben! Diese frohe Botschaft ergriff damals den Apostel Paulus so sehr, dass er diesen bekannten Satz aussprach: „Tod, wo ist dein Stachel. Hölle, wo ist dein Sieg!“ (1.Kor. 15,55) Wir leben also nicht mehr auf den Tod zu, sondern auf das Leben - was für ein Geschenk!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 19.09.2018

Du stillst das Brausen des Meeres und das Toben der Völker.
Psalm 65,8

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.
Philipper 4,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott ist für uns

Das heutige Losungswort beschreibt die Macht Gottes einmal von einer ganz anderen Seite. Gewöhnlich kann uns seine Allmacht ja auch Furcht einflößen. Gott kann die Kräfte des Universums ins Wanken bringen oder auch Schicksalschläge in unserem persönlichen Leben zulassen. Doch Gott kann auch ganz anders. Er kann und er will das, was uns Angst macht, wirkungslos machen. Damals waren es die Stürme auf dem Meer, denen die Seeleute völlig hilflos ausgeliefert waren. Heute mögen es andere Dinge sein, die uns Angst machen, doch Gott ist immer noch derselbe. Er stillt „das Brausen des Meeres und das Toben der Völker.“ Das Toben der Völker macht bis zum heutigen Tage den Menschen Angst. Gerade in der jetzigen Zeit erleben wir eine zunehmende Verunsicherung, ob wir es schaffen, weiterhin in Frieden zu leben.

Interessant ist, wie Gott das Brausen des Meeres und das Toben der Völker stillt. Viele erwarten, dass Gott in irgendeiner Weise eingreift und Einhalt gebietet. Doch Frieden beginnt an einer anderen Stelle, nämlich in uns. Von diesem Frieden ist im Lehrtext die Rede. Er übersteigt unsere Vernunft. Er ist ein Geschenk Gottes, weil Jesus Christus uns mit Gott versöhnt hat. Dieser Friede beginnt aufgrund unseres Glaubens in unserem Herzen. Und er hat die Macht, uns von unserer Angst zu befreien. Weil wir mit Gott versöhnt sind, dürfen wir darauf vertrauen, dass er seine Macht nicht gegen, sondern für uns einsetzt. Nun mögen die Meere brausen und die Völker toben, doch all das muss uns nicht mehr in Angst und Schrecken versetzen. Gott ist für uns. Daran dürfen wir festhalten. Ich kann mir zwar ausmalen, was alles geschehen könnte, wenn Gott nicht eingreifen würde, doch er greift ja ein und wird nicht mehr zulassen, als ich vertragen kann.(1) Darauf will ich vertrauen, und ich meine, darauf können wir alle vertrauen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Kor. 10,13

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 18.09.2018

Rede, HERR, denn dein Knecht hört.
1.Samuel 3,9

Was ihr gehört habt von Anfang an, das bleibe in euch.
1.Johannes 2,24

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hören

Im heutigen Losungswort und auch im Lehrtext geht es um das Hören. Wenn jemand wissen möchte, ob und wie Gott ist, so kann er das nur von Gott selbst erfahren. Wenn Gott nicht zu uns reden würde, wüssten wir nichts über unseren Schöpfer. Wir wüssten nichts von seiner Heiligkeit und nichts von seiner Barmherzigkeit. Wir wüssten nicht, wozu er uns geschaffen hat, und auch nicht, dass Jesus Christus unsere Schuld auf sich genommen hat. Jesus wäre dann nur ein weiser Mann, den man damals wie viele andere auch aus dem Weg geschafft hat. Tatsächlich gründet sich unser ganzer Glaube auf Gottes Reden.

Doch Reden allein genügt nicht. Es muss auch jemand zuhören. Deshalb rief Jesus Christus immer wieder seinen Zuhörern zu: „Wer Ohren hat, der höre!“ (Matt. 11,15) Es erstaunt mich manchmal, dass man heutzutage mittels Satelliten das All nach fremdem Leben abhorcht, aber kaum jemand darauf wartet, dass Gott zu ihm redet. Die Bibel hingegen ist voll von Menschen, zu denen Gott redete und die ihrerseits hinhörten. So auch der kleine Samuel, von dem im Losungswort die Rede ist. Im Laufe meines Lebens und auch in der Bibel habe ich entdeckt, dass Gott immer auf zweierlei Weise zu uns spricht. Zum einen durch eine Predigt, durch ein persönliches Wort und vor allem durch das Lesen der Bibel. Zum anderen direkt zu unserem Herzen. Durch dieses doppelte Wirken wird uns bewusst, dass es Gott ist, der gerade zu uns redet, und nicht ein Mensch. Wenn das der Fall ist, sind wir - wie im Lehrtext - aufgefordert, dieses Reden Gottes nicht wieder loszulassen. Sein Wort soll in uns bleiben.

Doch auch im Zwischenmenschlichen sind Hören und Zuhören sehr wichtig. Wenn jeder nur seine festgefasste Meinung zum Besten gibt, unsere Unterhaltungen also nur aus Monologen bestehen, wird sich kaum etwas ändern. Nur durch Zuhören nehmen wir unser Gegenüber wahr und nur durch Zuhören können Konflikte überwunden werden. Deshalb lohnt es sich, hören zu lernen. „Rede, HERR, ich will hören!“, so könnte unser tägliches Gebet lauten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 17.09.2018

Ich will sie retten von allen ihren Abwegen, auf denen sie gesündigt haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein.
Hesekiel 37,23

Ihm, der uns liebt und uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut und uns zu einem Königreich gemacht hat, zu Priestern vor Gott und seinem Vater, dem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Offenbarung 1,5-6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Retter und Erlöser

Der heutige Losungsvers stammt aus einer Prophezeiung, in der die Wiederherstellung des ersten Bundesvolkes Gottes - Israel - angekündigt wird. Der Prophet Hesekiel wird auf ein Feld geführt, auf dem er Totengebeine sieht.(1) Doch durch Gottes Wirken werden sie wieder lebendig und ihnen wird eine herrliche Zukunft in Gottes Gegenwart prophezeit.(2) Dieses Kapitel und seine Auslegung sind gewiss nicht ganz einfach, zumal sie sich nicht auf alle Menschen beziehen. Ich glaube jedoch, dass das, was in der Bibel steht, für alle Menschen eine Bedeutung hat. So gilt Gottes Rettungswille - im Losungsvers zu den Israeliten gesprochen - allen Menschen: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh. 3,16)

Für einige mag das abstrakt oder auch abgegriffen klingen. Dennoch hat es nichts von seiner Gültigkeit und Kraft verloren. Dieser eingeborene Sohn ist der, von dem im Losungsvers die Rede ist. Er ist es, der „uns erlöst hat von unsern Sünden mit seinem Blut“. Es ist niemand anders als Jesus Christus. Der Apostel Johannes, von dem der Lehrvers stammt, sah - ähnlich wie der Prophet Hesekiel - himmlische Dinge wie nicht jeder Mensch. Doch sein Glaube wurzelte nicht darin, sondern in seiner Beziehung zu Jesus - und Jesu Beziehung zu ihm. Johannes wusste sich von Jesus geliebt und erlöst. Die Frage an uns als Christen ist, ob wir das auch wissen. Erst dann werden wir uns über Christi Menschwerdung freuen können, für seinen Tod dankbar sein, die Kraft seiner Auferstehung erleben und uns auf sein Kommen freuen. Wir gehören dann als Priester vor Gott zu seinem Königreich. All das will Gott uns geben. Wollen wir?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hes. 37,1 (2) Hes. 37,21-28

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 16.09.2018

HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!
Psalm 90,13

Jesus spricht: „Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“
Johannes 16,22

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die beiden Pole

Psalm 90, aus dem das heutige Losungswort entnommen wurde, schildert in besonderer Weise die Beziehung zwischen Mose und Gott. Er beginnt mit den Worten: „Herr, du bist unsre Zuflucht für und für.“ (Ps. 90,1) Das ist quasi auch das tragende Element des gesamten Psalms. Selbst wenn Gott sich - wie im Losungswort - abkehrt, bleibt er doch die alleinige Hoffnung. Das bedeutet: Mose fühlte sich zu Gott hingezogen, egal, ob dieser gerade wohlgesonnen war oder zornig. Mose kam nicht auf den Gedanken, der Zorn Gottes könnte unberechtigt sein. Im Gegenteil, er ermahnte sogar seine Mitmenschen zur Gottesfurcht: „Wer glaubt's aber, dass du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm? Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Ps. 90,11-12)

Mose hatte also außerordentlichen Respekt vor Gottes Größe und Heiligkeit, doch gleichzeitig nannte er ihn auch seine Zuflucht. Diese beiden Pole beschreiben seine Beziehung zu Gott - und ich meine, sie können auch unsere Beziehung zu Gott beschreiben.

Ebenso beschreibt der Lehrtext zwei Pole, die unsere Beziehung zu Jesus Christus charakterisieren. Auf der einen Seite sind wir traurig, weil die Erfüllung aller Dinge fern erscheint. Jesus regiert noch nicht diese Welt und manchmal fühlen wir uns als Christen sehr allein. Doch auf der anderen Seite ist Jesus Christus durch seinen Geist mitten unter uns. Auf der einen Seite heißt es: „Die Jünger aber wurden erfüllt von Freude und Heiligem Geist.“ (Apg. 13,52) Auf der anderen Seite rief die erste Gemeinde voller Sehnsucht: „Maranata!“ (1.Kor. 16,22b) - „Amen, ja, komm, Herr Jesus!“ (Offb. 22,20b) Ich glaube, dass gerade diese Spannung unsere Beziehung zu Gott sehr tief und intensiv macht. So dürfen wir getrost traurig und gleichzeitig voller Freude sein, weil wir unsere Zuflucht bei Jesus Christus gefunden haben.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 15.09.2018

Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. Unser Gott kommt und schweiget nicht.
Psalm 50,2-3

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn.
Hebräer 1,1-2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott redet

Es kommt immer wieder vor, dass ich mit jemandem darüber diskutiere, ob es einen Gott gibt und, falls es ihn geben sollte, wie dieser Gott ist. Dabei stellt sich die Frage, wie wir überhaupt erkennen können, wie Gott ist. Ist Gott die Schnittmenge aller Religionen, wie einige meinen? Oder ist der wahre Gott der Gott der Bibel? Einige beschränken sich darauf, zu erforschen, wie Menschen sich zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Kulturen Gott vorgestellt haben. Das ist natürlich sehr interessant, beantwortet aber in keinster Weise die Frage, wie Gott tatsächlich ist.

Wir können es nur von Gott selber erfahren, wie er ist. Wenn er nicht zu uns redet, tappen wir im Dunkeln. Ich glaube, dass Jesus Christus deshalb das Reden Gottes so wichtig genommen hat, als er sagte: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“ (Matt. 4,4b)

Nun kann es für einen suchenden Menschen sehr irritierend sein, welcher Prophet und welches geschriebene Wort wirklich von Gott kommt. Mir ist das in der Anfangszeit meines Glaubens auch so ergangen. Viele behaupteten, das Sprachrohr Gottes zu sein - doch wer ist es wirklich? In dieser Zeit stolperte ich über den heutigen Lehrtext. Am Ende sprach Gott zu uns durch den Sohn - also durch den, der nicht nur von Gott hörte, sondern direkt von Gott kam!

Wenn jemand also wissen will, wie Gott ist, dann lohnt es sich, auf Jesus Christus zu schauen und seine Worte auf sich wirken zu lassen. Durch ihn redet Gott nicht nur zu unserem Verstand, sondern direkt in unser Herz. Wenn wir ihm über alles vertrauen, dann rücken die vielen menschlichen Meinungen über Gott allmählich in den Hintergrund. Am Ende hören wir nur noch ihn und wissen wie der Psalmist im heutigen Losungsvers: „Unser Gott kommt und schweiget nicht!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen