Gedanken zur Losung für Samstag, den 24.02.2018

Wasche dein Herz von der Bosheit, auf dass dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?
Jeremia 4,14

Legt also alles Gemeine und Schlechte ab und nehmt bereitwillig das Wort an, das Gott euch ins Herz gepflanzt hat. Es hat die Macht, euch zu retten.
Jakobus 1,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ermahnungen

Das vierte Kapitel des Buches Jeremia beginnt mit der Aufforderung, die Götzen zu entfernen und allein Gott zu vertrauen. Was dann folgt, ist eine Reihe von Androhungen, dass Israel und Jerusalem von einem Volk aus dem Norden angegriffen werden sollten. Fürsten und Propheten würden maßlos erschrecken und den Mut verlieren. Doch mitten in diese Androhungen erscheint der heutige Losungsvers - eine Aufforderung, sich Gott wieder von Herzen zuzuwenden und die Bosheit abzutun. Diese Aufforderung geht an Jerusalem. Es werden also keine Einzelpersonen, sondern eine ganze Volksgemeinschaft damit angesprochen.

Auch im Lehrtext aus dem Neuen Testament lesen wir ermahnende Worte. An wen sind sie gerichtet? An eine Nation oder eine Volksgemeinschaft? Nein, sie richten sich an Christen, die ja bekanntlich aus verschiedenster Herkunft und Kultur kamen. Ihre Gemeinsamkeit ist Jesus Christus als Herr und Erlöser. Beide Ermahnungen - sowohl im Losungswort als auch im Lehrtext - beziehen sich also auf Menschen, die schon eine Beziehung zu Gott haben.

Das bedeutet für uns Christen, dass wir nicht per se die Guten sind, weil wir zu Gott gehören. Offensichtlich gibt es noch etliche Dinge an uns, die Gott nicht gefallen. Deshalb macht es sich nicht gut, wenn wir anderen Menschen, die Gott noch gar nicht kennen, alle ihre Fehler vorwerfen, unsere eigenen aber unter dem Schleier der Gnade verstecken. Vielmehr hat uns Gott durch Jesus Christus auf einen guten Weg gestellt, auf dem er uns verändern will. Dazu gehören auch die Ermahnungen, schlechte Eigenschaften im Reden und Handeln abzulegen. Wenn wir in dieser Gesinnung andere Menschen auffordern, an Jesus Christus zu glauben, bedeutet das nicht, dass sie so werden sollen, wie wir jetzt gerade sind. Sondern dass wir uns gemeinsam mit ihnen von Gott verändern lassen wollen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 23.02.2018

Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten.
Psalm 34,7

„Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.“
Matthäus 5,4

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hilfe in Not

Im heutigen Losungswort berichtet David, der Psalmist, von Gottes Hilfe in großer Not. Auf der Flucht vor König Saul landete David bei Achisch, dem König von Gat. David war aber als israelischer Kriegsheld bekannt. Deshalb fürchtete er sich vor Achisch. Als dieser zu David kam, stellte der sich wahnsinnig, sodass ihn der König in Ruhe ließ. Diese Rettung rechnete sich David aber nicht selbst zu, auch nicht seinem schauspielerischen Talent, sondern allein Gott.

Aus dieser Geschichte können wir Folgendes lernen: Rettung und Hilfe Gottes verläuft nicht so, dass er alles tut und wir nichts. Es ist immer ein Zusammenwirken von Gottes Handeln und Reden und dem, was wir dazu tun können. David berichtet in seinem Dankespsalm: Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. (Ps. 34,5) Die Idee, sich wahnsinnig zu stellen, war also eventuell eine Antwort Gottes. Außerdem segnete Gott ihn mit Furchtlosigkeit, die er bei solch einer Aktion auch benötigte. Wenn Achisch etwas bemerkt hätte, wäre David auf der Stelle ein toter Mann gewesen.

Der Lehrtext verspricht dem Leidenden Trost. Gilt das für alle Leidenden? Ich meine, ja. Doch wie erfährt jemand, der leidet, diesen Trost? Ich glaube, Gott will auch dann mit uns zusammenwirken, wenn wir Trost und Hilfe brauchen. Die erste Frage ist: Wenden wir uns überhaupt an Gott, oder meinen wir, er müsse doch wissen, wie es uns geht, und uns zur Hilfe eilen? In den meisten Heilungsberichten im Neuen Testament kamen die Menschen zu Jesus. Einige schrien laut um Hilfe. Andere deckten ein Dach ab, um ihren Freund vor die Füße Jesu zu legen. Immer handelten auch Menschen - doch geheilt hat Gott! Dementsprechend ist die zweite Frage: Tun wir das, was Gott uns sagt? Jesus gab den Menschen, die Heilung suchten, häufig Anweisungen. Sie sollten sich z.B. waschen oder den Priestern zeigen. So hilft uns Gott in der Not. Doch auch wir sind aufgefordert, daran mitzuwirken.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 22.02.2018

Sollte Gott etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?
4.Mose 23,19

Jesus sprach zu Petrus: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
Matthäus 14,31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die Größe Gottes

Das heutige Losungswort ist ein Ausspruch Bileams, eines sehr zwielichtigen Propheten. Der Moabiterkönig Balak hatte ihn dazu gedungen, das Volk Israel zu verfluchen. Doch so oft Bileam es auch versuchte, er konnte es nur segnen, anstatt es zu verfluchen. Bileam konnte nämlich nur das prophezeien, was Gott ihm auszusprechen gab. Auf der anderen Seite hoffte Balak jedoch, Bileam hätte die Macht, die Kraft Gottes zu beschwören und für sich beliebig in Anspruch zu nehmen. An so etwas glauben ja z.B. Voodoopriester, die einen Zauberfluch auf andere Personen legen.

Doch Gott steht über allem und lässt sich weder manipulieren noch beschwören. Das ist gut für uns zu wissen. Manchmal erlebe ich Christen, die Angst davor haben, dass sie jemand verfluchen könnte. Andere sprechen von Flüchen aus der Vergangenheit, die bis in ihr Christenleben hinein wirksam seien. Im Umfeld des Losungswortes wird, meine ich, deutlich, dass Gott nur Segen für die Seinen hat. Und was er zusagt, das tut er auch.

Der Lehrtext macht das Gesagte an einem Beispiel deutlich. Als die Jünger Jesu in einem Sturm fast unterzugehen drohten, kam Jesus Christus ihnen auf dem Wasser entgegen. Nun, das war Jesus, der Sohn Gottes. Der kann natürlich so etwas. Doch Petrus wollte es auch einmal versuchen, aber nicht aus sich selbst heraus. Deshalb rief er Jesus zu: „Herr, wenn du es wirklich bist, befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.“ (Matt. 14,28) Jesus antwortete: „Komm!“ Nun hatte Gott durch seinen Sohn gesprochen. Glaubte ihm Petrus? Ja, er tat es und ging auch auf dem Wasser. Doch dann kam sein Glaube ins Wanken, als er den Wind und die Wellen sah. Petrus versank, doch Jesus half ihm wieder heraus.

So wie Petrus kann es uns auch ergehen. Gott tut das, was er sagt. Wir glauben es, aber später geraten wir ins Zweifeln. Ist damit alles vorbei? Nein! Gott ist sogar größer als unser Kleinglaube - am Ende zieht er uns sogar aus den Fluten des Zweifels.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 21.02.2018

Der HERR wird vor euch herziehen und der Gott Israels euren Zug beschließen.
Jesaja 52,12

Wir sollen desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.
Hebräer 2,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ans Ziel kommen

Im heutigen Losungsvers lesen wir eine Verheißung, die der Prophet Jesaja dem Volk Israel gab. Zuvor sagte er: „Denn ihr sollt nicht in Eile ausziehen und in Hast entfliehen.“ (Jes. 52,12) Gott selbst will dann vor ihnen hergehen und ihnen gleichzeitig Rückendeckung geben. Obwohl Israel inzwischen wieder als Staat existiert, ist dieser Zustand des sicheren und ruhigen Daseins noch nicht gekommen. Einer der Gründe ist die Beziehung zu Gott. Sein erklärter Wille ist es, vor und hinter Israel zu sein. Die Frage, die sich stellt, ist, ob bzw. wann Israel als Volk das auch will. Denn dann wird es geschehen.

Nun erlebe ich immer wieder, dass Christen solche Schriftstellen eins zu eins übertragen, z.B. auch auf unsere Nation. Verheißungen, Aufrufe zu Buße und Gebet haben sicher auch ihre Berechtigung, aber - und das möchte ich einmal sehr betonen - wir sind nicht das Volk des Alten Bundes. Durch Christus leben wir im Neuen Bund! Gesetz, Prophetie, Opfer, Versöhnung, die Erfüllung mit dem Heiligen Geist und vieles mehr muss vom Kreuz aus betrachtet werden. Ansonsten wird man unweigerlich wieder in den Alten Bund zurückfallen.

Was Gott zu Israel gesprochen hat, wird er ganz gewiss erfüllen. Wir als Christen müssen jedoch auf das achten, was er zu uns sagt. Damit will ich nicht sagen, dass das Alte Testament keine Bedeutung für uns hat. Weder Jesus noch die Apostel haben jemals so etwas gelehrt. Sie legten es jedoch auf Christus und sein Reich hin aus. Er hat für den Neuen Bund mit seinem Blut bezahlt. Jedes Mal, wenn wir das Abendmahl einnehmen, erinnern wir uns daran.(1)

Im Lehrtext werden wir ermahnt, auf das Wort zu achten. Gemeint ist damit das Wort vom Heil in Christus und kein anderes.(2) Zum einen ist es wichtig, dass Menschen davon hören. Das betrifft die Verbreitung des Evangeliums. Zum anderen ist es wichtig, darauf zu achten. Das betrifft jeden von uns ganz persönlich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Kor. 11,25 (2) Hebr. 2,2-3

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 20.02.2018

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR.
Psalm 111,4

Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?
1.Korinther 10,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gegen das Vergessen

Überall auf der Welt gibt es Denkmäler, Ausstellungen oder spezielle Feiertage, die nichts anderes bezwecken, als uns an historische Ereignisse zu erinnern. Diese Ereignisse haben in irgendeiner Form Auswirkung auf unsere Gegenwart. Für uns Deutsche sind das einerseits die warnenden Beispiele aus der Nazizeit, die uns vor Augen geführt werden, und andererseits auch prägende Ereignisse wie die Wiedervereinigung. All diese Dinge sollen nicht in Vergessenheit geraten, damit wir weder undankbar werden, noch die Fehler von damals wiederholen.

Im heutigen Losungswort wird auch von etwas gesprochen, was nicht in Vergessenheit geraten soll: die Wunder Gottes. Der Lehrtext wiederum spricht von der Feier des Abendmahls. Auch hier soll etwas nicht in Vergessenheit geraten, nämlich der Opfertod Jesu Christi. Im Abendmahl verbinden wir uns damit und nehmen so Gottes Vergebung für uns in Anspruch. Ob wir uns während des Abendmahls nur daran erinnern oder an die Realpräsenz Christi glauben, mag von Christen unterschiedlich gesehen werden. Was uns aber allen wichtig ist, ist, uns regelmäßig daran zu erinnern, dass Jesus Christus für uns gestorben ist.

Doch wozu benötigen wir diese Erinnerung an Gottes Wunder und an Jesu Opfer? Nun, die Erinnerung hat einen großen Einfluss darauf, wie wir mit gegenwärtigen Herausforderungen umgehen. Wenn wir uns an anderen Menschen oder an Gott schuldig gemacht haben und es uns leidtut, so sollen wir uns daran erinnern, dass Gott uns in Christus vergeben hat. Wenn jemand andererseits schon einmal erlebt hat, wie Gott durch schwere Zeiten durchträgt, verliert er bzw. sie die Angst vor solchen Zeiten. Es gibt eine simple Theologie, die besagt: Was Gott damals tat, kann er auch heute tun! Wenn wir also seine Wunder nicht vergessen, haben wir Glaubensmut für heute und morgen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 19.02.2018

Gefällt es euch nicht, dem HERRN zu dienen, so wählt euch heute, wem ihr dienen wollt. Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.
Josua 24,15

Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse.
1.Korinther 4,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Eine mutige Entscheidung

Nachdem das Volk Israel das verheißene Land eingenommen hatte, hielt ihnen Josua eine Rede. Darin durchlief er die gesamte Geschichte Israels, von den Vorfahren Abrahams, die noch anderen Göttern gedient hatten, über die Befreiung aus ägyptischer Sklaverei bis hin zu diesem Tag. Immer wieder wurde deutlich, wie Gott ihnen auf wunderbare Weise geholfen hatte. Doch nun kam die Stunde der Entscheidung. Wollten sie auch weiterhin Gott in allem vertrauen und seine Worte befolgen? Die Beantwortung dieser Frage stellte Josua jedem frei. Für sich selbst hatte er aber schon die Antwort gefunden, und zwar völlig unabhängig davon, wie andere entscheiden würden.

Sehr häufig werden unsere Entscheidungen durch unsere Umgebung beeinflusst. Kaum einer möchte als einsamer Einzelgänger durch die Welt gehen. So passen wir uns oft dem sogenannten Mainstream an. Für Christen in Ausbildung oder im Beruf ist das teilweise eine Zerreißprobe. Bekennen wir uns dort zu Jesus Christus, zu seinem Wort? Oder ducken wir uns weg und sind als Christen kaum mehr erkennbar?

Josua hatte den Mut, seine Entscheidung, für Gott zu leben, nicht abhängig von der Meinung anderer zu machen. Doch warum sollten auch wir diesen Mut aufbringen? Kommt man nicht besser durchs Leben, wenn man seine Fahne nach dem Wind richtet? Ich denke, der Lehrtext macht es deutlich. Wir sind Haushalter der Geheimnisse Gottes, dass nämlich Gott sich in Christus mit all den Menschen verbindet, die ihm vertrauen. Wir Christen sind der lebendige Beweis dafür. Verstecken wir uns, bleiben wir den Menschen um uns herum etwas schuldig. Das, glaube ich, meinte Jesus, als er sagte: „Ihr seid das Licht der Welt. Versteckt euer Licht nicht unter einem umgestülpten Gefäß!“ (Teile aus Matt. 5,14-15) Unser mutiges Bekenntnis dient also unseren Mitmenschen, selbst wenn sie den Glauben an Jesus Christus (noch) ablehnen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 18.02.2018

Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände nicht sinken! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland.
Zefanja 3,16-17

Stärkt die müden Hände und die wankenden Knie und tut sichere Schritte mit euren Füßen.
Hebräer 12,12-13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Fürchte dich nicht!

Der Hintergrund des heutigen Losungswortes ist sehr interessant. Zunächst beschreibt der Prophet Zefanja das Gericht und den Zorn Gottes über alle Ungerechtigkeit. Da heißt es: Denn mein Gericht besteht darin, Völker zu versammeln und Königreiche zusammenzubringen, um meine Wut und meinen brennenden Zorn über sie auszugießen. Dann wird die ganze Erde vom Feuer meines Eifers verschlungen werden. (Zeph. 3,8b) Nach diesen Sätzen könnte man vermuten, dass Gott alle Völker ausrottet und vielleicht nur noch die Gerechten übrig lässt. Doch im nächsten Vers lesen wir: An jenem Tag werde ich den Völkern reine Lippen schenken, damit sie alle den Namen des Herrn anrufen. (Zeph. 3,9a) Das bezieht sich auf dieselben Völker, auf Menschen, die sich vor Gott versündigt haben. Statt sie auszurotten, verändert Gott ihre Herzen. Das kommt auch in den Versen zum Ausdruck, die den heutigen Losungsvers einleiten: Zu dieser Zeit wirst du dich deiner ganzen Taten, mit denen du dich gegen mich aufgelehnt hast, nicht mehr schämen müssen. (Zeph. 3,11a) In diesem Sinnzusammenhang bezieht sich das „Fürchte dich nicht“ auf Menschen, die sich vorher gegen Gott aufgelehnt hatten.

Es geht also nicht um Selbstgerechtigkeit nach dem Motto: „Wir sind die Guten, deshalb steht Gott uns bei!“ Es geht auch nicht um Menschen, die sich immer vor den starken Bösen fürchten, sich selbst aber für schuldlos halten. Vielmehr geht es um Schuldige, denen vergeben wurde und die nun erkennen sollen, dass Gott auf ihrer Seite steht. Sie sollen sich weder selbst bezichtigen noch gerecht sprechen, sondern nur die Gnade Gottes für sich ergreifen und mutig vorangehen.

Die gleiche Botschaft vermittelt auch der Lehrvers. Er richtet sich an alle, die Jesus Christus vertrauen. Mutig, doch nicht hochmütig, demütig, aber nicht selbst anklagend, das ist die innere Ausrichtung, in der wir Gott sei Dank leben dürfen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 17.02.2018

Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen. Wach auf, meine Seele!
Psalm 108,2

„Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.“
Jakobus 5,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wach auf, meine Seele!

Dass jemand, wenn er vergnügt ist, ein Lied auf den Lippen hat, kennen wir bestimmt alle. Je nach Musikalität oder auch Mut wird dann leise vor sich hingesummt oder laut geschmettert. Diese Lieder hängen mit unserer inneren Stimmung zusammen und haben nicht zwangsläufig etwas mit unserem Glaubensleben zu tun. Dennoch glaube ich, dass Gott diese Möglichkeit des Ausdrucks auch geschaffen hat, damit wir sie in Bezug auf ihn anwenden. So erklärte David, der Autor des Psalms 108, aus dem der heutige Losungsvers stammt, Gott seine Bereitschaft, ihm zu singen und zu spielen. Das war eine klare und eindeutige Hinwendung zu Gott. Und dann sagt David diesen interessanten Satz: „Wach auf, meine Seele!“ Sein Herz war doch bereit. War seine Seele es nicht?

Ich glaube, hier können wir etwas darüber lernen, was sich in unserem Inneren so abspielt. Es kann passieren, dass wir uns nicht so fühlen, wie wir uns eigentlich fühlen wollen. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Irgendwie klafft eine Lücke zwischen unserem Sein und unseren Vorstellungen von dem, was wir uns erhoffen. Im Lehrtext lesen wir, wie Jakobus Anweisungen für Menschen in verschiedenen Umständen gibt. Der Leidende soll nicht so tun, als leide er nicht, sondern alles zu Gott im Gebet bringen. Derjenige, dem es gerade gut geht, soll singen.

Es geht also zum einem darum, seinen eigenen Zustand ehrlich zu erkennen. Doch dann müssen wir nicht darin verharren. Der Betende wird Trost erfahren. Dem Singenden wird vielleicht ein neues Lied geschenkt. Beiden gemeinsam ist die Zuwendung zu Gott, und zwar als ganze Person, mit allem, was zu einem gehört. Dieses Konzept der Ganzheitlichkeit ist keine Erfindung der Neuzeit. Wir finden sie schon bei Mose: „Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ (5.Mos. 6,5) Gott will uns helfen, ganz zu werden, in allem, was wir tun. Trauen wir es ihm zu?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen