Gedanken zur Losung für Dienstag, den 12.12.2017

Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind gerecht.
Psalm 119,172

Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.
Kolosser 3,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Alle Gebote gerecht?

Das heutige Losungswort ist eine Lobeshymne auf Gottes Wort und seine Gebote. Der Psalmist bezeichnet sie alle als gerecht und richtig. Heute erleben wir, wie es auch innerhalb der Kirche viele Fragen zu diesen Geboten gibt. Nehmen wir allein nur einmal die Zehn Gebote. Schon die Frage nach dem einen und einzigen Gott spaltet die Geister, denn Gott identifiziert sich eindeutig als der Gott Israels.(1) Es folgt das Gebot gegen den Missbrauch seines Namens. Wo fängt das an, wo hört es auf? Ist ein Scherz, in dem Gott genannt wird, schon Blasphemie? Dann das Sabbatgebot - versündigen wir uns, wenn wir den Sonntag feiern? Weiter sollen Kinder ihre Eltern ehren - auch die schlechten Eltern? Ehebruch ist ebenfalls verboten - doch was ist, wenn Menschen in ihrer Ehe unter Kälte oder sogar Gewalt leiden? Dürfen sie sich nicht scheiden lassen und wieder heiraten?

Gottes Gebote sind zwar gut und gerecht, doch kommen viele damit nicht zurecht. Auf der Suche nach Auswegen erklären die einen gewisse Gebote als nicht mehr gültig. Andere ziehen sie streng durch - oft, bis sie selber damit in Konflikt geraten. Können wir als Christen überhaupt in diesen Lobgesang des Psalmisten mit einstimmen?

Ich meine, ja! Zwar glaube ich nicht, dass Jesus Christus Gottes Gebote einfach aufgehoben hat, aber ich glaube, dass er uns einen völlig neuen Weg führt. Dieser Weg kennt letztlich nur ein Gebot: Jesus lieben und nachfolgen. Durch ihn erfahren wir, wie Gott es wirklich meint. Wir erfahren ebenfalls seine Barmherzigkeit und bekommen Kraft, anders leben zu können. Rückblickend werden wir einmal staunen, wie dann Gottes Worte und Gebote immer mehr Raum in uns bekamen. Doch nicht aus Angst, sondern weil Jesus Christus in uns Gestalt gewonnen hat. Deshalb können wir uns einander zusingen, wie wir es im Lehrtext lesen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 2.Mos. 20,2-3

Gedanken zur Losung für Montag, den 11.12.2017

Der HERR segne dich und behüte dich.
4.Mose 6,24

Segnet, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.
1.Petrus 3,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Aktiver Segen

Die heutigen Bibelverse nehmen uns mit hinein in ein tiefes Geheimnis: das Geheimnis des Segens und des Segnens. Segen ist etwas Mächtiges, das unsichtbar beginnt und dann sichtbar wird. Es geht also um etwas, was noch nicht da ist, aber durch den Segnenden in Existenz kommt. Bei dieser Beschreibung merken wir sehr schnell, dass das nur einer kann - nämlich Gott selbst. Er kann das, was nicht ist, ins Dasein rufen.(1)

Im Losungsvers nun lesen wir, was Aaron in seiner Funktion als Priester dem Volk Israel sagen sollte, wenn er sie segnete. Ja, kann ein Mensch das denn überhaupt? Ist das nicht vermessen? Er ist ja nicht der Schöpfer, sondern nur ein Geschöpf. Doch da fangen wir an, in das Geheimnis vorzudringen. Gott selbst war es ja, der Aaron durch Mose beauftragte, diesen Segen auszusprechen. Wenn Aaron das tat, handelte er also als Bevollmächtigter Gottes. Demnach waren es keine menschlichen Segenswünsche, sondern ein Segen, der zwar durch einen Menschen ausgesprochen wurde, aber dennoch göttlich und deshalb kraftvoll war. Das ist ein Teil des Geheimnisses um echten Segen.

Von einem anderen Teil lesen wir im Lehrtext. Hier geht die Aufforderung zum Segnen nicht mehr an Einzelne oder an Spezielle. Sie geht an alle, die Jesus Christus folgen. Interessant ist, in welchem Zusammenhang sie steht. So heißt es im ersten Teil des Lehrtextes: „Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr.“ (1.Petr. 3,9) Erst dann folgt das, was wir im Lehrtext lesen. Segnen hat demnach nicht nur etwas mit guten Worten oder Wünschen zu tun, sondern mit einer inneren Haltung. Entsprechend sind denn auch die nachfolgenden Verse: „Wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, … wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.“ (1.Petr. 3,10-11) Hier wird es ganz deutlich: So, wie Aaron nur durch die Verbindung mit Gott aktiv segnen konnte, können auch wir es nur in Verbindung mit Jesus Christus tun. Und werden selbst dabei gesegnet.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Röm. 4,17

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 10.12.2017

Abram sprach zu Lot: Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Brüder.
1.Mose 13,8

Es sind viele Glieder, aber der Leib ist einer.
1.Korinther 12,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Weitherzigkeit

Das heutige Losungswort ist ein Paradebeispiel für eine gelungene Konfliktlösung. Abraham, der damals noch Abram hieß, und sein Neffe Lot waren aus ihrer ursprünglichen Heimat ausgewandert und hatten sich im Land Kanaan angesiedelt. Beide hatten große Herden, wohnten aber beieinander. Als nun die Herden immer größer wurden, wurde das Land zu eng, sodass sich die Hirten von Lot und Abraham in die Quere kamen. Wie reagierte nun Abraham auf diesen Konflikt? Da Lots Vater, Abrahams Bruder, gestorben war, war Abraham eine Art Ersatzvater für Lot. Von der Stellung her war Abraham also derjenige, der bestimmen konnte, was nun geschehen sollte. Doch Abraham war mehr an einer friedlichen Lösung interessiert als daran, sich durchzusetzen. Deshalb bot er Lot Folgendes an: „Es ist besser, wenn wir uns trennen. Das ganze Land liegt vor dir. Wenn du nach links ziehen willst, werde ich nach rechts ziehen. Gehst du jedoch nach rechts, werde ich mich nach links wenden.“ (1.Mos. 13,9) Abraham ließ also Lot die Wahl, sich das bessere Land auszusuchen, was dieser auch tat.

Wie kam Abraham zu dieser weitherzigen Entscheidung? Ich denke, er vertraute einfach Gott, der aus jedem Land ein fruchtbares Land machen kann. Abrahams Gottvertrauen hatte also eine direkte Auswirkung auf seine Beziehung zu anderen Menschen. Wie sieht das bei uns aus?

Oft erkennt man unsere Beziehung zu Gott daran, dass wir beten, uns mit Gottes Wort beschäftigen und gemeinsame Lieder singen. Doch erkennt man unser Gottvertrauen auch daran, dass wir bereit sind, finanzielle Nachteile in Kauf zu nehmen oder ungerecht behandelt zu werden? Sind wir bereit, unser Vormachtstellung zurückzustellen, andere weder zu kontrollieren noch zu bedrücken? An unserer Weitherzigkeit können auch Menschen, die uns noch nie in einem gläubigen Umfeld erlebt haben, unser Gottvertrauen erkennen. Wie viel mehr diejenigen, mit denen wir in Christus verbunden sind.

Einen gesegneten zweiten Advent wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 09.12.2017

Den Demütigen wird der HERR Gnade geben.
Sprüche 3,34

Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.
Philipper 2,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Demut

Im heutigen Losungswort geht es um Demut. Demut ist eine Eigenschaft, die in der gesamten Bibel immer wieder betont wird. Jesus Christus geht uns da als Beispiel voran, indem er uns in einem der bekanntesten Verse der Bibel zu Folgendem auffordert: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Matt. 11,29) Im Losungswort werden Demut und Gnade in Beziehung gesetzt. Da Gnade ja keine Belohnung ist, sondern uns aus freien Stücken geschenkt wird, kann man den Losungsvers auch so verstehen: Der Demütige ist empfänglich für Gottes Gnade.

Das erklärt auch, was mit Demut gemeint ist. Ein demütiger Mensch ist nicht das Gleiche wie ein gedemütigter Menschen. Demut kann man jemandem nicht aufdrücken, sie geschieht freiwillig. Fordert sie z.B. jemand von uns zu seinem eigenen Vorteil ab, so geht es nicht wirklich um Demut, sondern um Macht. Was Demut wirklich ist, können wir am Besten an Jesus Christus ablesen, der ja von sich selber sagt, dass er demütig ist.

Jesus war kein Kuscher, keiner, der immer ängstlich zurückwich. Doch er hat seine eigene Person und seine eigenen Bedürfnisse nach hinten gestellt. Was er tat, das tat er für Gott und für uns. Der größte Beweis seiner Demut war, dass er für uns gestorben ist. Aber auch die vielen Stunden, die er mit seinen Jüngern verbracht hat und ihnen zeigte, wie Gott wirklich ist, und als er den Verdrehern der Worte Gottes widerstand - all das war auch Demut. Er tat es ja nicht für sich, sondern für uns.

Der Lehrtext fordert uns auf, so miteinander umzugehen, wie Jesus Christus mit uns umgeht. Das bedeutet, dass wir uns selbst nicht so wichtig nehmen, sondern eher die Sache Jesu und unseren Nächsten. Das widerspricht zwar unserer menschlichen Natur, aber es entspricht der Natur Jesu. Das hat etwas Befreiendes. Menschen, die immer nur um sich selbst kreisen, sind oft ihre eigenen Gefangenen. Dagegen setzt uns Demut frei.

Und das wünsche ich uns,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 08.12.2017

Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
Psalm 51,14

Die Apostel sprachen zu dem Herrn: Stärke uns den Glauben!
Lukas 17,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein williger Geist

Im heutigen Losungswort betet David zu Gott, nachdem er von seinem Ehebruch mit Batseba überführt worden war. Er bat Gott, ihm zu vergeben. Doch das, was ihn in den Ehebruch getrieben hatte, war damit noch nicht verschwunden. Deshalb bat er Gott um Hilfe und um einen willigen Geist. Im Grunde beschreibt David hier aus eigener Erfahrung das, was in der Bibel öfters als Kampf zwischen Geist und Fleisch bezeichnet wird. Was ist damit gemeint? Das Fleisch steht für den natürlichen Menschen, der von Gott getrennt ist. Seine Wünsche und Begehrlichkeiten haben großen Einfluss auf seine Entscheidungen. Genau das war David ja gerade zur Falle geworden, denn Batseba war eine sehr schöne und begehrenswerte Frau.

Dem gegenüber steht der Geist. Gemeint ist der Geist Gottes, der im Losungswort als „williger Geist“ bezeichnet wird. Wenn dieser Geist Herr über unsere Entscheidungen ist, handeln wir auch in schwierigen Situationen christusgemäß. Das bedeutet nicht, dass uns alles plötzlich leicht fällt. Wir werden immer noch Ängste haben, die uns beherrschen wollen, Wut, die aus uns herausplatzen will. Auch wird es weiterhin Verlockungen und Verführungen geben, die uns fast magnetisch anziehen. Doch das letzte Wort spricht dann nicht mehr unser „Fleisch“, sondern der Geist Christi in uns.

Auch im Vorfeld des Lehrtextes wird von Sünde und Verführung gesprochen. Wie schützen wir uns davor? Die Jünger Jesu baten nicht um weniger Verführer, sondern um mehr Glauben. Der Schutz kommt von innen, denn im Brief an die Galater lesen wir: „Führt euer Leben im Geist, und ihr werdet dem Begehren des Fleisches nicht nachgeben!“ (Gal. 5,16)

Doch wie ist es mit der Vernunft? Sollte nicht sie unser Leben bestimmen? Nun, nach meiner Erfahrung setzt die Vernunft immer gerade da aus, wo man sie am dringendsten bräuchte - in Spannungen, Demütigungen und Verlockungen. Dagegen entfaltet der Geist Gottes gerade in solchen Situationen seine größte Kraft.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 07.12.2017

HERR, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Gebote.
Psalm 119,64

Dient einander - ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat - als gute Haushalter der vielfältigen Gnade Gottes.
1.Petrus 4,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Vielfalt

Das heutige Losungswort stammt aus dem längsten Psalm. In ihm werden unter anderem Gottes Anordnungen mit den verschiedensten Bezeichnungen erhoben und gepriesen. Beim Lesen dieses Psalms wird deutlich, wie der Psalmist zu diesen Anordnungen - oder Geboten, wie es im Losungsvers heißt - steht: Für ihn sind sie vollkommen und deshalb erstrebenswert. Dabei war er keineswegs weltfremd. Immer wieder berichtet er von Begegnungen und auch Konflikten mit anderen, für die Gottes Wort nicht wichtig war. Doch sein Entschluss stand fest: Er wollte nahe bei Gott und seinem Wort bleiben.

Das mag sich erst einmal abstrakt anhören. Ich glaube jedoch, dass es großen Einfluss auf unser Leben hat, wie wir uns zu dem stellen, was Gott sagt. Und nicht nur auf unser Leben - auch auf das unserer Familien, Freunde, auf unser gesamtes Umfeld. Der Lehrtext macht das sehr plastisch. Da ist die Rede von Gaben, die jeder empfangen hat. Nehmen wir das ernst? Glauben wir, dass Gott auch uns etwas anvertraut hat? Manch einer fragt sich, was das wohl bei ihm sein könnte …

Ich möchte all denen, die da unsicher sind, Mut machen. Wenn in der Bibel von Gaben die Rede ist, können wir darauf vertrauen, dass da auch ein Geber ist: Gott. Zu ihm können wir mit all unseren Unsicherheiten kommen. Er wird uns zeigen, was er uns gegeben hat. Es muss gar nicht das sein, was andere haben. Im Gegenteil - gerade in der Verschiedenartigkeit seiner Kinder möchte Gott seine Vielfalt zeigen. Das hat, so finde ich, etwas Befreiendes und Ermutigendes. Wir können uns in ihm bergen und entdecken, was er für und durch uns bereithält.

Im Lehrtext werden wir nun aufgefordert, diese Gaben mit anderen zu teilen. Sei es im Geistlichen oder auch im ganz Praktischen, alles, was wir haben und sind, kommt von Gott. Er hat es uns anvertraut, damit die Welt, in der wir leben, es erhält und seine Vielfalt auch durch uns persönlich sichtbar wird. Glauben wir das?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 06.12.2017

Ich will meiner Herde helfen, dass sie nicht mehr zum Raub werden soll.
Hesekiel 34,22

Christus hat die Gemeinde geliebt und hat sich selbst für sie dahingegeben.
Epheser 5,25

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der gute Hirte

Das heutige Losungswort ist Teil einer Strafrede Gottes gegen die geistlichen Leiter Israels. Diese werden mit Hirten verglichen, die sich nur selbst weiden und es zugelassen haben, dass die Schafe sich zerstreuten und zum Fraß für wilde Tiere geworden sind. Dieser Vorwurf Gottes lastet schwer. Hirten, die sich selber weiden, Leiter, die ihre Amtsautorität missbrauchen. Menschen, die eigentlich Vorbild und Orientierung geben sollten, entpuppen sich als Heuchler und Egomanen. Wohin führt solch ein Verhalten? Der Prophet Hesekiel beschreibt es: Die ihnen anvertraute Menschen werden orientierungslos und irren umher auf der Suche nach ein wenig Glück, Lebenssinn und Erfüllung. Es ergeht ihnen so, als ob jemand über Nacht alle Wegweiser und Hinweisschilder verdreht hat.

Heuchelei und fehlendes Vorbild von geistlichen Leitern ist bis heute ein Problem in der weltweiten Christenheit. Viele Leiter in allen Konfessionen versuchen ernsthaft, authentisch dem Glauben gemäß zu leben. Doch einige wenige können mit ihrem Verhalten ganze Bewegungen, Glaubensgemeinschaften und Kirchenbünde in Verruf bringen.

Manch einer hat deshalb der Kirche den Rücken zugekehrt. Andere sind in eine Glaubenskrise geraten, weil sie erleben mussten, wie Vorbilder im Glauben ein Doppelleben führten. Sie alle sind eine Art Raub geworden - ihnen wurde der Glaube geraubt. Doch im Losungswort wird deutlich, dass Gott diesen Zustand nicht auf Dauer gewähren lässt. Er wird eingreifen und seine Schafherde jemandem anvertrauen, der sie gut weiden wird. Dieser Jemand ist Jesus Christus, der gute Hirte. Er wird nicht nur für die Seinen sorgen, sondern ebenfalls das suchen, was verloren gegangen ist - z.B. Menschen, die sich in einer Glaubenskrise befinden.

Wie sehr Jesus Christus unser Wohl im Auge hat, lesen wir im Lehrtext. Er gab sich selbst für uns hin und verzichtete auf sein eigenes Leben, damit wir Leben haben. Diesem Hirten können wir gewiss vertrauen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 05.12.2017

Mose sprach: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge. Denn es ist nicht ein leeres Wort an euch, sondern es ist euer Leben.
5.Mose 32,46.47

Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.
Johannes 1,6.8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wegweiser

Überall, wo es in unserem Land Wege gibt, gibt es auch Wegweiser. Ob im Straßenverkehr, für Fahrradfahrer, Fußgänger oder Wanderer. Jeder dieser Wegweiser wurde irgendwann einmal von Leuten aufgestellt, die sich in der Gegend auskennen. Sie sind quasi Zeugen, deren Urteil wir Glauben schenken. In diesem Sinne meinte es auch Mose, als er - wie im heutigen Losungswort beschrieben - seinem Volk die Worte Gottes bezeugte. Wie kam es aber, dass sich Mose in den Worten Gottes auskannte und die Israeliten ihm Glauben schenken sollten? Nun, der Grund war, dass Gott Mose direkt begegnet war. Das fing schon an, als er Mose berief, Israel aus der ägyptischen Sklaverei zu befreien. Gott hatte ihn dazu beauftragt und alle konnten erleben, wie sich die Zusagen Gottes Stück für Stück erfüllten.

Auch im Lehrtext ist von einem Wegweiser die Rede - von Johannes dem Täufer. Er sollte etwas bezeugen, was er noch nicht kannte, nämlich die Ankunft des Sohnes Gottes, dem Licht der Welt. Als Jesus von Nazareth dann kam, war Johannes schlagartig klar, wer dieser Mann war. Gott hatte ihm dieses Wissen ins Herz geschrieben. So wurde auch Johannes zu einem Wegweiser.

Wie ist es eigentlich mit uns Christen? Benötigen wir auch einen Wegweiser, eine Person, die uns sagt, wo es lang geht? Es ist bemerkenswert, was Jesus selber dazu sagt: „Der Vater wird euch in meinem Namen den Helfer senden, der an meine Stelle tritt, den Heiligen Geist. Der wird euch alles Weitere lehren und euch an alles erinnern, was ich selbst schon gesagt habe.“ (Joh. 14,26) Unser Wegweiser ist der Heilige Geist in Verbindung mit dem Wort Gottes.

Doch auch wir selbst sind Wegweiser, also Zeugen. Wir bezeugen das, was wir glauben, und das, was wir mit Jesus Christus erlebt haben. Damit werden wir zu einem Wegweiser für andere, und ich hoffe, dass viele noch darauf eingehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen