Gedanken zur Losung für Montag, den 21.05.2018

Wer dem Geringen Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer.
Sprüche 14,31

Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!
Philipper 4,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Herr ist nahe

Wenn ich mir diese Welt so anschaue, komme ich zu der Erkenntnis: Am Ende setzt sich fast immer der Stärkere durch. Ob er nun im Recht ist oder nicht, ob er sich moralisch verhält oder nicht, ob er die Wahrheit sucht oder auch nicht, entscheidend ist, ob er am längeren Hebel sitzt. Zwar versuchen Politik, Ethikkommissionen und Verbände den Schwächeren zu schützen, doch das funktioniert in der Regel nur dann, wenn diese Institutionen selber genug Druckmittel haben - also stark sind. Stärke finden wir in vielen Bereichen: politisch, wirtschaftlich, militärisch oder auch in der Ansammlung von Daten. Wer wird sich wohl womit durchsetzen? Nun, in den meisten Fällen bleibt der Schwache dabei auf der Strecke.

Bei Gott ist das völlig anders. Das heutige Losungswort ist ein gewaltiger Kontrapunkt zu dem, was wir weltweit erleben. Gott stellt sich auf die Seite des Geringen. Er warnt den Starken, sich mit Gewalt gegen den Geringen durchzusetzen. Wer das tut, legt sich mit dem Allmächtigen an. Allerdings fragen sich viele, weshalb Gott dann nicht sofort eingreift, wenn jemandem Unrecht zugefügt wird. Es ist wahr, Gott greift nicht immer sofort ein. Das müssen wir akzeptieren, auch wenn wir es häufig nicht verstehen. Er wird aber eingreifen - davon bin ich überzeugt. Und zwar auf zweierlei Weise. Zum einen durch uns. Das geht besonders aus dem Lehrtext hervor. Gottes Güte, sein Erbarmen und seine Liebe zu den Geringen sollen durch uns sichtbar werden. Doch dann kommt noch ein kleiner Nachsatz: „Der Herr ist nahe!“ Gott wird auch direkt eingreifen und wir müssen uns alle einmal vor ihm verantworten.

Wir dürfen uns aber trotz der Fragen, die wir noch haben, darüber freuen, dass Gott auf der Seite des Geringen steht. Denn damit steht er auch auf der Seite dessen, der sich für Schwache und Missachtete einsetzt. Wenn wir das tun, sind wir vielleicht keine „Global Player“, aber unsere Arbeit ist nicht umsonst, denn „der Herr ist nahe!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 20.05.2018

Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht taub geworden, sodass er nicht hören könnte, sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott.
Jesaja 59,1-2

Jesus spricht: Ich werde den Tröster zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht.
Johannes 16,7-8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erkenntnis

Heute feiern wir Pfingsten. Auch wenn wir vielleicht wissen, dass Pfingsten mit der ersten Ausgießung des Heiligen Geistes zusammenhängt(1), bleibt einiges doch recht geheimnisvoll. Einige sehnen sich nach solch einem kraftvollen Ereignis, andere halten das eher für extrem, wieder andere fürchten sich sogar davor. Doch geht es wirklich um äußere Kraftwirkungen? Ich denke, nein. Deshalb möchte ich die Auswirkungen des Heiligen Geistes einmal unter den Gesichtspunkten betrachten, die in unseren heutigen Bibelversen angesprochen werden.

Im Losungsvers wird etwas zum Ausdruck gebracht, was man als Vorwurf auffassen könnte. Tatsächlich ist es aber eine Richtigstellung. Die Menschen dachten, es läge an Gott, wenn ihre Gebete nicht erhört wurden. Der Prophet Jesaja jedoch zeigte ihnen, was sie von Gott trennte: Es war die eigene Schuld. Wieso konnten sie das nicht einfach selbst erkennen? Im Lehrtext finden wir einen Hinweis auf die Antwort. Es gibt nämlich jemand, der uns „die Augen auftun“ kann. Dann erkennen wir nicht nur uns selbst, wir können auch Gott und sein Reich erkennen. Ohne den „Tröster“, wie Jesus den Heiligen Geist an dieser Stelle nennt, wird man im Dunkeln tappen.(2) Deshalb können wir uns wirklich zutiefst freuen, dass Jesus seinen Geist sandte. Schon bei der ersten Ausgießung wurde sichtbar, dass dieser Geist nicht für einige wenige bestimmt war, was sich in der Apostelgeschichte immer wieder bestätigte.

Und so zieht sich die Erkenntnis des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes wie ein Band durch die Jahrhunderte bis zum heutigen Tag. Sie mag begleitet werden von starken Zeichen oder auch nicht. Entscheidend ist, dass Gott sich uns zuwendet - und wir uns ihm.

Einen gesegneten Pfingstsonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) Apg. 2,1-41 (2) Jes. 59,10

Gedanken zur Losung für Samstag, den 19.05.2018

Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.
Psalm 147,3

Jesus ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften.
Lukas 9,11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Reich Gottes

Das heutige Losungswort beleuchtet ein Wirken Gottes, das mich immer wieder neu begeistert: Er schenkt Menschen umfassende Heilung. Das gesamte Erlösungswerk Gottes ist im Grunde darauf ausgerichtet, etwas wieder heil zu machen. Zunächst unsere Beziehung zu Gott. Der Apostel Paulus beschreibt es folgendermaßen: Da wir nun durch den Glauben von Gott für gerecht erklärt worden sind, haben wir Frieden mit Gott durch das, was Jesus, unser Herr, für uns tat. (Röm. 5,1) Doch auch das, was zwischen Menschen zerstört ist, will Gott heilen. Der Apostel Johannes schreibt darüber: Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, sind auch wir schuldig, einander zu lieben. (1.Joh. 4,11) Damit endet Gottes Heilungsplan jedoch noch nicht. Er will ebenfalls unser Herz und unseren Körper heilen. Das sehen wir am deutlichsten in dem, was Jesus Christus hier auf Erden tat. Der Lehrtext berichtet davon.

Immer wieder erreicht mich die Frage: „Wie ist es aber, wenn keine Heilung geschieht, wenn erlöste Christen unversöhnt nebeneinander leben, wenn jemand von Gott tief enttäuscht ist? Wie kann man dann glauben, dass Gott alles heil macht?“ Ich verstehe diesen scheinbaren Widerspruch zwischen Gottes Zusagen und ihrer Erfüllung so:

Im Lehrtext heißt es, Jesus sprach vom Reich Gottes. Ist dieses Reich der zukünftige Himmel oder findet es schon jetzt statt? Meine biblische Erkenntnis ist die: Das Reich Gottes ist das Himmelreich, das ewige Friedensreich. Doch es kommt uns in Jesus Christus nahe. Ja, es wohnt durch den Heiligen Geist sogar in uns. Das, was wir hier von Gott bekommen, ist schon ein Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. So können wir jederzeit Heilung in jeder Beziehung erwarten, aber nicht einfordern. Das Vollkommene erwartet uns im Himmel. Diese Sicht kann uns, wie ich meine, ermutigen, Gott um alles zu bitten. Gleichzeitig bewahrt sie uns aber auch vor Enttäuschungen, wenn sich noch nicht alles erfüllt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 18.05.2018

Sie haben sich Götter von Gold gemacht. Vergib ihnen doch ihre Sünde!
2.Mose 32,31.32

Was mit Händen gemacht ist, das sind keine Götter.
Apostelgeschichte 19,26

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der unsichtbare Gott

Es ist ein altes menschliches Bestreben, das sichtbar zu machen, an was man glaubt. Weiter gibt es seit Menschengedenken die Vorstellung, dass bestimmte Handlungen oder Gegenstände eine übernatürliche Wirkung haben können. All das führte zu dem, was in der Bibel als Götzenkult bezeichnet wird. Unsichtbare Wesen wie Geister, Götter, Dämonen oder Verstorbene wurden in Stein gemeißelt. Ihr Aussehen spiegelte ein Stück die ihnen zugeschriebene Macht und Eigenschaft wider. Und ehe man sich versah, glaubten Menschen, dass von diesen Statuen selber eine Macht ausging.

Solche Götzen und Gottesbilder waren Gott ein Gräuel. Auch das heutige Losungswort und der Lehrtext betonen die Ablehnung von selbst gemachten Göttern. Schon in den ersten Geboten verankerte Gott das Verbot, ihm irgendetwas gleichzustellen oder sich ein Bild davon zu machen. Dort heißt es: Dann sprach Gott folgende Worte: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat. Du sollst außer mir keine anderen Götter haben. Du sollst dir kein Götzenbild anfertigen von etwas, das im Himmel, auf der Erde oder im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie weder verehren noch dich vor ihnen zu Boden werfen, denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott! (2.Mos. 20,1-5)

Es geht also nicht in erster Linie darum, ob wir uns durch solche Handlungen in okkulte Abhängigkeiten bringen, sondern dass wir unsere Beziehung zu Gott damit zerstören. Gott ist nun einmal unsichtbar und seine Allmacht sprengt all unsere Vorstellungen. Deshalb geht es auch nicht darum, Gott zu begreifen, sondern ihn im Glauben zu ergreifen.

Nun stehen wir kurz vor Pfingsten und erinnern uns an das Kommen des Heiligen Geistes. Genau dieser Heilige Geist hilft uns, Gott zu erleben, ohne dass wir uns ein Bild von ihm machen müssen. Ich glaube, dass wir uns so tief mit Gott verbunden wissen dürfen, auch wenn wir ihn nicht sehen und vielleicht auch gerade nicht spüren können.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 17.05.2018

Der HERR wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.
Psalm 102,18

Jesus spricht im Gleichnis: Der Zöllner stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus.
Lukas 18,13-14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Verlassen

Das heutige Losungswort richtet sein Augenmerk auf Menschen, die verlassen wurden. Ihnen spricht Gott zu, in besonderer Weise auf ihre Gebete hören zu wollen. Gott tut also genau das Gegenteil von dem, was verlassene Menschen erlebt haben - er verlässt sie nicht. Doch um welche Menschen handelt es sich? Wer sind die Verlassenen?

Nun, in der Zeit, als der Psalm geschrieben wurde, waren es insbesondere Frauen, die von ihren Männern verstoßen worden waren. Sie waren völlig hilf- und mittellos. Heutzutage erleben wir so etwas z.B. noch in Indien. Wenn dort eine hinduistische Frau Christ wird, kann es ihr passieren, dass sie verstoßen wird. Würden Freunde oder eine Gemeinde ihr nicht helfen, bliebe oft nur noch der Weg in die Prostitution, um zu überleben. Man kann sich vorstellen, mit welch einem Schmerz und einer Intensität solch ein verstoßener Mensch zu Gott fleht.

Aber auch in unseren westlichen Gesellschaften gibt es viele verlassene Frauen und Männer. Oft haben sie anderen Menschen zutiefst vertraut und wurden dann belogen, betrogen oder weggeschoben. Diese Erfahrungen bohren sich tief in die Seele eines Menschen. Es geht zwar nicht ums nackte Überleben, doch der Schmerz und die Trauer sind ähnlich. Häufig erlebe ich, dass jemand, der verlassen wurde, sich nicht nur von Menschen, sondern auch von Gott verlassen fühlt. Manch einer hört dann auf, zu beten und denkt bei sich: „Wenn Gott es zugelassen hat, dass ich verlassen wurde, dann hat er mich ebenfalls verlassen.“

Doch genau das ist ein Trugschluss. Gott verlässt uns nicht. Das gilt sogar auch dann, wenn wir Schuld auf uns geladen haben - wie der Zöllner, von dem der Lehrtext berichtet. Selbst dieser Mann durfte erleben, wie Gott ihn angenommen hat. Wichtig ist nur, dass wir uns an ihn wenden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 16.05.2018

Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.
Psalm 145,9

Auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.
Römer 8,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gut zu allen

Wie gut können wir das glauben, was wir im heutigen Losungsvers lesen? Es passieren ja so viele Dinge, die Fragen in uns aufwerfen. Wenn Gott zu allen gut ist, warum gibt es dann unheilbare Krankheiten, warum so viel Elend und Not? Und was ist mit all der Gewalt, die auf unserer Erde geschieht? So manch einer fragt sich, wo da Gott ist, von seiner Güte ganz zu schweigen.

Ich persönlich glaube nicht, dass es auf diese Fragen eine schnelle und einfache Antwort gibt. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass es nicht unsere primäre Aufgabe ist, diese Dinge alle zu verstehen. Nicht, dass solche Fragen verboten wären. Wir sollten jedoch darauf achten, ob sie uns davon abhalten, Gott zu vertrauen. Solange wir auf dieser Erde leben, werden wir uns immer in einer gewissen Spannung befinden, weil eben noch nicht alles erfüllt ist, woran wir glauben und worauf wir hoffen. Das bedeutet, dass auch so ein Satz wie das Losungswort für uns nur unvollständig sichtbar wird.

Der Lehrtext bringt diese Spannung zum Ausdruck, indem er besagt, dass etwas geschehen wird. Das heißt aber nicht, dass noch gar nichts geschehen ist. Es ist nur noch nicht vollständig. Im Natürlichen kennen wir das aus ganz vielen Prozessen. Etwas beginnt, wächst heran und kommt schließlich zur Vollendung. Ob es nun materiell greifbare oder auch ideelle Dinge sind, wir erleben immer wieder, wie etwas entsteht, was wir vorher noch nicht kannten. Sollte nun Gott nicht möglich sein, was sogar uns Menschen möglich ist?

Im Folgevers des Lehrtextes heißt es, dass „die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet.“ (Röm. 8,22) Unsere Gefühle sind also gar nicht unangebracht. Sie sind jedoch nicht entscheidend! Entscheidend ist nämlich unsere Hoffnung auf Christus, den wir zwar nicht sehen, der aber dennoch da ist. Das Einzige, was wir nun tun müssen, ist - abzuwarten. Gott wird erfüllen, was er verspricht, an uns und allen anderen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 15.05.2018

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.
Psalm 98,1

Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.
Epheser 5,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ein Lied im Herzen

Immer wieder stoßen wir im Alten Testament auf die Aufforderung, „dem HERRN zu singen“ - wie im heutigen Losungswort. Dabei geht es nie nur darum, um des Singens wegen zu singen. Vielmehr wird immer dann dazu aufgefordert, wenn es einen Anlass gibt. Ein solcher Anlass ist z.B., wenn Gott ein Wunder getan oder jemanden aus Todesnot errettet hat. Ein anderer Anlass ist wiederum, Gottes Größe und Güte zu besingen - einfach so, weil Gott eben groß und gütig ist. Oft wurden auch Erzählungen in Lieder verpackt und so die Ereignisse vergangener Tage besungen. Doch auch Nöte, Zweifel, Zorn, Schicksalsschläge, ja sogar Sündenbekenntnisse wurden in Liedern weitergegeben. Geistliche Lieder waren also nicht nur ein Ausdruck der Freude, sondern auch der Trauer. Unser gesamtes Leben und Erleben mit Gott wird von Liedern begleitet.

Während nun das Alte Testament voller Anweisungen und Aufforderungen ist, sieht es im Neuen Testament dagegen recht spärlich aus. Eigentlich gibt es nur zwei Aufforderungen zu singen. Eine davon lesen wir im heutigen Lehrtext. In beiden Fällen werden wir aufgefordert, in unseren Herzen zu singen. Was soll das denn bedeuten? Spielt der Gesang für Christen keine wichtige Rolle mehr?

Nein, das glaube ich nicht. Vielmehr sehe ich in dieser Aufforderung, dass wir keinen äußerlichen Anlass mehr benötigen, um zu singen. Der Geist Christi in uns, die direkte Verbundenheit mit Gott, die uns in Christus geschenkt wurde, lässt ein Lied nach dem anderen in unserem Inneren entstehen. So schön das auch ist, diese ursprüngliche Dynamik des Heiligen Geistes in uns kann leider auch gedämpft, ja fast zum Absterben gebracht werden. Das geschieht, wenn wir uns mehr von äußeren Geschehnissen abhängig machen als davon, dass Christus in uns wohnt. Dann singen wir nur noch, wenn etwas Bewegendes geschehen ist oder gerade geschieht. Davor möge uns Gott bewahren. Besser ist es, wenn wir dem Geist Gottes in uns Raum geben und so dem Herrn in unserem Herzen singen und spielen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 14.05.2018

Die Erde ist voll der Güte des HERRN.
Psalm 33,5

Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Matthäus 5,44-45

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Güte

Ist Güte eigentlich gerecht? Natürlich liebe ich es, wenn Gott zu mir gütig ist. Doch wie ist es, wenn er zu jemandem gütig ist, der mir sehr viel Schaden zugefügt hat? Da Gottes Güte keine Belohnung, sondern ein Geschenk ist, kann sie auch Menschen treffen, die sie in unseren Augen nicht verdient hätten. In diesem Sinne ist Güte nicht gerecht. Interessanterweise lautet aber der gesamte heutige Losungsvers: Er liebt Gerechtigkeit und Recht; die Erde ist voll der Güte des HERRN. (Ps. 33,5) Ist das nicht ein Widerspruch?

Als Christen glauben wir, dass sich dieser Widerspruch in Jesus Christus auflöst. Unrecht und Schuld werden weder unter den Teppich gekehrt noch fallen sie auf uns zurück - Jesus Christus nahm sie freiwillig auf sich. Deshalb hat die Güte Gottes jetzt freie Bahn. Da ist nichts mehr, was uns anklagt. Das ist natürlich sehr befreiend, doch gilt diese Freisetzung nicht nur uns, sondern auch denen, die wir als Feinde bezeichnen würden.

Ich glaube, dass genau das die tiefe Botschaft des Lehrtextes ist. Gott möchte offenbar, dass wir uns als seine Kinder den Menschen gegenüber ähnlich verhalten, wie er es tut. Lässt er einen bösen Menschen nicht im Dunkeln stehen, sollen wir es auch nicht tun. Versorgt er Gerechte und Ungerechte, sollen auch wir sie ungeachtet der Person versorgen. Die Feindesliebe ist eine Eigenschaft Gottes. Von ihm heißt es: Wir sind ja mit Gott durch den Tod seines Sohnes versöhnt worden, als wir noch seine Feinde waren. (Röm. 5,10a)

Nun nennen wir Christen ja Gott unseren Vater. Was meinen wir damit? Ich denke, dass wir seine Eigenschaften in uns tragen. Dazu gehört auch die Feindesliebe. Das ist gewiss sehr herausfordernd, aber nicht unmöglich. Deshalb möchte ich uns Mut machen, diese Herausforderung anzunehmen. Mit unserem Vater im Himmel werden wir es schaffen, sogar die zu lieben, die uns ablehnen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen