Gedanken zur Losung für Dienstag, den 12.11.2019

Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.
Hesekiel 34,11

Als Jesus das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren geängstet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.
Matthäus 9,36

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der gute Hirte

Schon in der gestrigen Andacht ging es darum, wie wichtig der direkte Kontakt zu Gott bzw. zu Jesus Christus ist. Diese Verbindung, in der wir sowohl zu Gott reden als ihn auch hören können, ist ein Kernstück des Evangeliums. Gottes Wort - die Bibel - und unsere direkte Verbindung zu Gott ergeben ein Ganzes.

Im heutigen Losungswort prophezeit der Prophet Hesekiel, dass Gott sich selber seiner Herde annehmen will. Wie kam es dazu? Nun, die Hirten, die eigentlich dafür eingesetzt waren, sorgten nur für sich selbst. Gott hatte also Menschen berufen, die man hören und spüren konnte. Sie sollten das Volk Israel leiten und lehren. Doch weil sie es nicht taten, trat Gott selbst an ihre Stelle - und zwar so, dass man ihn ebenfalls hören und spüren konnte. Das alles erfüllte sich in Jesus Christus.

Er kam als Mensch, um uns Menschen zu suchen. Das geht sehr deutlich aus dem Lehrtext hervor. Er ist der gute Hirte und sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir.“ (Joh. 10,27) Damit hat Gott selber den direkten Kontakt zu uns hergestellt.

Nun ist Jesus Christus ja nicht mehr als Mensch unter uns. Wie sollen wir aber einem Hirten folgen, den wir weder sehen, hören noch spüren können? Die Antwort gibt Jesus selbst: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.“ (Joh. 14,18) Er meinte damit das Kommen des Heiligen Geistes. Doch was bedeutet das für uns Christen? Viele erleben vielleicht Stimmungen oder auch ein Gefühl von Nähe, doch ein direktes Reden Gottes erscheint etlichen eher suspekt. Das mag auch mit daran liegen, dass andere Personen sich selbst zu Sprachrohren Gottes erklären, auf die jeder unbedingt hören sollte. Doch darum geht es nicht.

Der gute Hirte redet direkt zu den Seinen. Ganz häufig, indem unser Herz uns drängt, etwas im Geiste Christi zu tun. Ich glaube, dass wir oft mehr mit ihm verbunden sind, als wir vielleicht denken.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 11.11.2019

Werdet ihr der Stimme des HERRN nicht gehorchen, so wird die Hand des HERRN gegen euch sein wie gegen eure Väter.
1. Samuel 12,15

Paulus schreibt: Ich will, dass ihr weise seid zum Guten, aber geschieden vom Bösen.
Römer 16,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Stabilität in unruhigen Zeiten

Das heutige Losungswort stammt aus einer Rede des Propheten Samuel an das Volk Israel. Israel wünschte sich nämlich einen König, obwohl doch eigentlich Gott ihr König war.(1) Weshalb aber wünschten sie sich einen menschlichen König? Nun, ich denke, sie wollten jemanden, den sie sehen und hören können, jemanden, der sie führt und ihnen klare Ansagen gibt.

Dieser Wunsch vereinfacht in gewisser Weise das Leben, weil man sich über „richtig“ und „falsch“, „gut“ und „böse“ nicht so viele Gedanken machen muss. Da ist ja jemand, der das für uns tut. Doch was passiert, wenn dieser König nicht auf Gottes Stimme hört? Letztendlich ersetzt weder ein König noch das buchstäbliche Einhalten von Gesetzen unsere persönliche Verantwortung vor Gott. Damit ermahnte Samuel sein Volk, nachdem er ihnen einen König gegeben hatte.

Vor zwei Tagen gedachten wir der Reichspogromnacht. Damals hatten die Menschen unseres Landes einen Führer und es wurde das als „gut“ verkauft, was heute „böse“ ist. Viele, jedoch nicht alle, taten einfach das, was ihnen vorgeschrieben wurde, oder schwiegen zu den Ereignissen. Vielleicht mit einem schlechten Gewissen, vielleicht auch aus Angst, doch sie taten es. Für mich bedeutet das: Ohne eine direkte Beziehung zum dreieinigen Gott sind wir den zeitgemäßen Definitionen von „gut“ und „böse“ ausgeliefert. Doch am Ende sind wir Gott gegenüber verantwortlich, nicht nur Menschen.

Deshalb bin ich so dankbar, dass wir durch Jesus Christus einen direkten Zugang zu Gott und seinem Wort haben. Das beinhaltet mehr als eine Auflistung dessen, was richtig bzw. falsch ist. Den guten und richtigen Willen Gottes erfahren wir im Umgang mit Jesus Christus und mit seinem Wort. Er schenkt uns Weisheit, zu erkennen, was in einer bestimmten Situation gut oder auch böse ist. Das gibt uns Stabilität in unruhigen Zeiten und sowohl Mut als auch Kraft, Gottes Wege zu gehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Sam. 12,12

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 10.11.2019

Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.
Psalm 127,1

So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
1. Korinther 3,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Segen Gottes

Die heutigen Losungsverse machen deutlich, wie Gott mit uns Menschen zusammenarbeitet. Er ist weder derjenige, der alles für uns erledigt, noch derjenige, der uns uns selbst überlässt. Es ist ein Zusammenwirken, wobei Gott oft die Abdeckung dessen übernimmt, was wir tun. Wir nennen das Segen. Steht unser Handeln unter Gottes Segen, gelingt unser Vorhaben. Steht Gott jedoch nicht dahinter, mühen wir uns umsonst.

Nun könnte man meinen, dass wir Gottes Segen immer daran erkennen, ob etwas gelingt. Doch das ist oft zu kurz gedacht, weil wir Erfolg mitunter falsch definieren. Ein Beispiel dafür schildert David Wilkerson, der Gründer von Teen-Challenge. Er empfand eine große Not für junge Menschen in New York, die in Drogen und Gewalt gefangen waren. Deshalb reiste er zu einem Mordprozess gegen solch eine Bande und blamierte sich dort bis auf die Knochen. Er unterbrach nämlich den Prozess, weil er mit dem Richter sprechen wollte, hielt dabei seine Bibel hoch und wurde sofort von den Sicherheitsleuten als potenzieller Attentäter zu Boden gezwungen. All das erschien in den Zeitungen, die David Wilkerson als verrückten Geistlichen darstellten. Sein Einsatz war also ein blanker Misserfolg - scheinbar.

Tatsächlich aber öffnete ihm dieses Ereignis eine Tür zu diesen Banden von Jugendlichen. Dadurch nahmen viele von ihnen Jesus Christus an und etliche wurden von ihrer Drogensucht frei. Ich glaube, so ist das häufig bei Gott. Er segnet unser Handeln, doch mitunter auf eine andere Weise, als wir dachten.

Nun ist es ja heute so, dass viele Menschen der Meinung sind, dass es weder einen Gott gibt, noch dass sie von seinem Segen abhängig sind. Und tatsächlich gelingt vieles scheinbar auch ohne Gott. Das kann auch Christen irritieren, besonders, wenn ihnen nur weniges gelingt. Doch ich möchte uns ermutigen, nicht von Gott loszulassen, denn, davon bin ich überzeugt, wird letztendlich nur das bestehen, was auf Christus gebaut ist.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 09.11.2019

Wer bestimmt den Geist des HERRN, und welcher Ratgeber unterweist ihn?
Jesaja 40,13

Wir sollen nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht.
Apostelgeschichte 17,29

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wahrhaft göttlich

In den heutigen Bibelversen geht es um das Thema, ob wir Gott mit unseren menschlichen Maßstäben messen können. Nun möchte man vermuten, dass das Christen nicht so schnell passieren kann. Immerhin haben sie ja schon von Gott gehört, ja vielleicht sogar schon ganz erstaunliche Erfahrungen mit ihm gemacht. Dennoch geschieht es auch unter Christen immer wieder, dass sie menschliche Verhaltens- oder Denkmuster auf Gott übertragen. Das geht dann von „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie Gott das und das gemacht hat bzw. machen soll“ bis zur Aufforderung an ihn, nach unseren Vorschlägen zu handeln oder sich für bestimmte Dinge zu rechtfertigen.

Sowohl im Losungsvers als auch im Lehrtext werden wir darauf gestoßen, dass zwischen Gott und uns oder unseren Gedanken über ihn ein wahrhaft himmelweiter Unterschied besteht. Gottes Geist kann unseren Geist lenken, unserer den seinen nicht. Gott kann uns in jeder Situation beraten - wir ihn nicht.

Im Lehrtext lesen wir, dass er nicht wie das ist, was Menschen selbst durch höchste und wunderbare Kunst zustande bringen. Das schließt übrigens die Gedankenwelt mit ein.(1) Nichts von dem, was Menschen hervorbringen, ist auch nur im Ansatz wie Gott, auch wenn es menschlich bestaunenswert sein mag. „Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich.“ (Jes. 40,28) Diesen Maßstäben wird kein Mensch gerecht werden können. Was bedeutet das aber für uns?

Ich denke, wir tun gut daran, uns nicht mit Gott auf eine Stufe zu stellen, sondern ihn stattdessen als Schöpfer, Allmächtigen und Ewigen zu erkennen. Ebenso gilt es, nicht von uns auf ihn zu schließen. Zwar war er in Christus ein Mensch wie wir, aber dennoch Gott. Durch ihn erhalten wir Zugang zu dem, was so viel höher ist als wir - wahrhaft göttlich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Jes. 55,9

Gedanken zur Losung für Freitag, den 08.11.2019

Die Israeliten sprachen zu Samuel: Lass nicht ab, für uns zu schreien zu dem HERRN, unserm Gott, dass er uns helfe.
1. Samuel 7,8

Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet.
Jakobus 5,16

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Schrei des Gerechten

Auffällig im heutigen Losungswort ist das Wort „schreien“. Samuel sollte nicht nur zu Gott beten, sondern schreien. Der Grund war ein Angriff der Philister auf das Volk Israel. Alle hatten große Angst. Und tatsächlich schrie Samuel zu Gott. Im nächsten Vers heißt es: „Samuel nahm ein Milchlamm und opferte dem HERRN ein Brandopfer - als Ganzopfer - und schrie zum HERRN für Israel und der HERR erhörte ihn.“ (1.Sam. 7,9)

Weshalb wird das Wort „schreien“ hier mehrfach erwähnt? Gott ist doch nicht schwerhörig. Nun, ich glaube nicht, dass irgendeine Form des Betens großen Einfluss auf die Erhörung hat. Was ich aber sehe, ist, dass Samuel seinem Herzen Luft machte. Und das ist, wie ich glaube, eine Haltung, die Gott gefällt. Das war auch so, als Jesus Christus nach Jerusalem einzog und die Kinder „Hosianna“ schrien. Den Pharisäern und Schriftgelehrten passte das nicht. Sie fanden es unwürdig.(1) Doch Gott schaut zuerst auf unser Herz und nicht auf unser Benehmen.

Letztlich geht es nicht um Schreien oder Nicht-Schreien. Es geht darum, von Herzen ehrlich vor Gott zu werden. Wie schwer das manchmal sein kann, sehen wir im Lehrtext. „Bekennt also einander eure Sünden“, heißt es da. Gemeint sind nicht nur Dinge, die andere gut nachvollziehen können - dass man z.B. mal ärgerlich auf einen anderen geworden ist. Gemeint sind auch Dinge, die man lieber nicht erzählen möchte, weil sie entweder peinlich oder schockierend sind. So bekannte mir einmal ein christlicher Mann, dass er oft Lust habe, seine Frau mit einem Messer zu erstechen. Nach außen wirkte er ganz fromm, doch innerlich tobte in ihm ein Geheimnis. Doch er überwand seine Scham und bekannte seine Schuld. So bekam er Frieden in seiner Seele.

Es lohnt sich also, unser Herz ganz ehrlich vor Gott zu öffnen, auch wenn man sich dazu überwinden muss. Der Schrei des Gerechten geht an Gottes Ohr nicht vorüber.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt. 21,15-16

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 07.11.2019

Wir sind Fremdlinge und Gäste vor dir wie unsere Väter alle. Unser Leben auf Erden ist wie ein Schatten und bleibet nicht.
1. Chronik 29,15

Jesus spricht: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.
Johannes 14,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Viele Wohnungen

Der Hintergrund zum heutigen Losungswort ist, dass König David in Israel eine Sammlung für den Tempel machte. Zusammen kamen zentnerweise Gold, Silber, Eisen und Edelsteine. Auch David gab aus seinem Privatvermögen eine Menge dazu. Nun waren alle erfreut über die großen Gaben und David dankte Gott, dass er sie so reich ausgestattet hatte. Wer waren sie, dass Gott sie so segnete? Eigentlich ja nichts Besonderes - eben Fremdlinge und Gäste vor Gott, sterbliche und gewiss auch fehlerhafte Menschen.

David wurde also klar, dass sie diesen Segen nicht verdient hatten. Es war allein Gottes Gnade. Heute glauben wir, dass diese Gnade bei David noch gar nicht ihren Höhepunkt erreicht hatte. Denn Jesus Christus macht aus Fremdlingen Kinder Gottes, aus fehlerhaften und schuldbeladenen Menschen Gerechte. Aus vergänglichen Geschöpfen wurde ein unvergängliches Volk, für das Gott schon einen Platz im Himmel vorbereitet hat.

Die Worte Jesu, die wir im Lehrtext lesen, berühren mich immer wieder. Unser Vater im Himmel hält Wohnungen für uns bereit! Und damit wir auch nicht daran zweifeln, bestätigt Jesus seine Worte mit: „Wenn's nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?“ (Joh. 14,2b)

Als Pastor werde ich öfters auch zu Sterbenden gerufen. Sterben ist nicht leicht und kann oft auch sehr leidvoll sein. Umso mehr wünsche ich jedem, wenn es einmal so weit ist, diese wunderbare Zuversicht. Nach unserem letzten Atemzug kommen wir an einen Ort, den Gott uns bereitet hat. Die Verbindung, die wir heute mit Jesus Christus eingehen, wird mit unserem Tod nicht enden. Deshalb lesen wir am Ende der Bibel: „Ab jetzt kann sich jeder freuen, der im Vertrauen auf den Herrn stirbt!“ „Ja“, antwortete der Geist, „sie dürfen von ihrer Arbeit und ihrem Leiden ausruhen. Der Lohn für all ihre Mühe ist ihnen gewiss!“ (Offb. 14,13) An dieser Zuversicht können wir festhalten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 06.11.2019

Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren.
Psalm 86,9

Es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.
Matthäus 24,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Alle Völker

Das heutige Losungswort beschreibt die Größe Gottes. Keiner ist wie der Gott Israels, der seinen Sohn in die Welt sandte, um uns zu erlösen. Ihn rufen wir als Vater an. Vor ihm werden laut Losung alle Völker anbeten und seinen Namen ehren. Werden sich denn am Ende alle Menschen zu Gott bekehren und in Christus Erlösung finden?

Betrachten wir das Wort „anbeten“ einmal näher. Für die meisten Christen hat Anbetung eine positive Bedeutung. Viele singen dabei Lieder, schauen nach oben oder heben die Hände. Doch Anbetung kann auch etwas ganz anderes bedeuten - nämlich die Knie vor Gott zu beugen oder sich vor ihm niederzuwerfen. Das werden auch Menschen tun, die Gott weder gefürchtet noch an ihn geglaubt haben - ja sogar diejenigen, die gegen ihn gearbeitet haben.

Doch bevor das alles geschieht, soll jeder Mensch auf dieser Welt davon gehört haben, dass Jesus Christus der Erlöser ist. Im heutigen Lehrtext lesen wir, dass das Evangelium überall verkündigt werden soll. Wer immer dann Jesus Christus vertraut und seinen Namen anruft, wird die Knie nicht aus Angst beugen, sondern, weil er bzw. sie von der Liebe Gottes überwältigt ist. So wird es wohl am Ende aller Zeiten zwei Formen der Anbetung geben: von denen, die sich Gott zuwenden und ihn als Vater anrufen, und von denen, die sich vor seiner Macht beugen müssen.

Das alles wirft ein neues Licht auf Jesu Missionsbefehl. Zunächst sollen alle einfach wissen, wer Jesus Christus ist und wie wir seine Erlösung in Anspruch nehmen können. Doch auch wenn jemand nicht auf das Evangelium reagiert, soll er davon erfahren. Kein Bekenntnis, keine Predigt und kein Werben ist also umsonst, selbst wenn niemand darauf eingeht. Das befreit uns von missionarischem Erfolgsdruck und bewahrt uns davor, andere mit Druck zum Glauben zu bewegen. Alle sollen davon gehört haben - das ist unser Auftrag. Alles andere liegt bei Gott.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 05.11.2019

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!
Jesaja 60,1

Jesus spricht: Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.
Johannes 12,46

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Licht

Ohne Angst verbreiten zu wollen, empfinde ich dennoch, dass viele Menschen in unserer Welt die Zukunft eher finster sehen. Ob es nun um den Klimawandel geht, um politische Machtverschiebungen, Angst vor kriegerischen Konflikten usw., es herrscht eine Stimmung der Unsicherheit und Befürchtungen. Das geschieht auch unter Christen. Manchmal kommen da sogar noch Ängste dazu, wie die Furcht vor dämonischen Kräften, Unsicherheit, ob man wirklich zu Gott gehört oder Sorge, auf falsche Lehren hereinzufallen.

Die heutigen Bibelverse können uns da meiner Meinung nach eine große Hilfe sein. Im Losungsvers lesen wir eine Verheißung des Propheten Jesaja. Er spricht von einem Licht, das kommen wird. Direkt im Folgevers heißt es: „Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jes. 60,2) Wer würde sich da nicht wünschen, dort zu sein, wo das Licht die Finsternis überstrahlt?

Im Lehrtext sagt Jesus Christus, dass er „als Licht in die Welt“ gekommen ist, und zwar mit einem ganz konkreten Ziel: Menschen aus der Finsternis herauszuholen. Er sagt es denjenigen zu, die an ihn glauben. Was bedeutet das nun für uns, wenn wir das tun?

Es bedeutet, dass wir der Finsternis und dem Dunkel dieser Welt nicht mehr ausgeliefert sind. Was auch immer kommt, das Licht der Welt ist bei uns. Jesus sagte seinen Jüngern - und damit auch uns - Folgendes zu: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh. 8,12) Licht in der Finsternis zu haben, bedeutet nicht immer, dass es nicht dunkel sein kann. Tatsächlich sehen wir die Finsternis manchmal um so schärfer. Doch das Licht bewahrt uns davor, blindlings in Dinge hineinzutappen. Und da Jesus selbst das Licht ist, können wir uns darauf verlassen, dass er uns hindurchbringt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen