Gedanken zur Losung für Dienstag, den 24.01.2017

Alles, was der HERR will, das tut er im Himmel und auf Erden, im Meer und in allen Tiefen.
Psalm 135,6

Die Menschen verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind?
Matthäus 8,27

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Dein Wille geschehe“

Betrachten wir nur das heutige Losungswort, so müsste es im Vaterunser heißen: „Dein Wille geschieht!“ Denn das Losungswort ist keine Bitte, sondern eine Feststellung. Es geht um Gottes souveränen Willen, der durch nichts und niemand vereitelt werden kann. Warum also bitten wir Gott darum, dass sein Wille geschehen möge, wenn er sowieso das macht, was er will?

Nun, der souveräne Wille Gottes ist nicht nur, die Winde zu bewegen, die Ägypter zu zwingen, sein Volk ziehen zu lassen, oder die Herzen der Mächtigen wie Wasserbäche zu lenken.(1) Sein Wille ist ebenso, auf die Bitten der Seinen einzugehen. Das ist ja das Unbeschreibliche: Gott thront nicht nur über uns, er erniedrigt sich auch unter uns. Der Allmächtige und der Gekreuzigte sind eins. Sein Wille geschieht dann, wenn wir ihm vertrauen und ihn darum bitten. Gott will mit uns handeln und nicht nur um uns herum.

Wir erkennen diese Tatsache sehr gut am Wirken Christi. Der Lehrtext berichtet davon, wie er den Sturm stillte. Gott, der Vater, legte es also in Jesu Hände, solch ein Wunder zu tun. „Nun“, sagt vielleicht jemand, „Jesus war ja auch Gottes Sohn und hatte alle Macht im Himmel und auf Erden.“ Das stimmt natürlich. Doch in wessen Hände legte Jesus wiederum seine Vollmacht? Wir lesen im Johannesevangelium, wie er zu seinen Jüngern sagte: „Ich versichere euch: Wer an mich glaubt, wird die Dinge, die ich tue, auch tun; ja er wird sogar noch größere Dinge tun. Denn ich gehe zum Vater.“ (Joh. 14,12) „Dein Wille geschehe“ bedeutet nicht, dass Gott Probleme hätte, seinen Willen durchzusetzen. Ich meine, es bedeutet vielmehr: „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auch durch uns auf Erden!“ Um nicht falsch verstanden zu werden: Wir sind nicht Gottes Vollstrecker und richten auch kein politisches Reich für ihn auf - wir sind seine Söhne und Töchter, um so an den Menschen zu handeln, wie Jesu es tat!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Spr. 21,1

Gedanken zur Losung für Montag, den 23.01.2017

Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du ruhen.
2.Mose 34,21

Christus hat für euch bezahlt und euch freigekauft, sodass ihr jetzt ihm gehört. Darum macht euch nicht zu Sklaven menschlicher Maßstäbe!
1.Korinther 7,23

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Christi Eigentum

Ein Zusammenhang zwischen dem heutigen Losungswort und dem Lehrtext ist nicht so schnell zu erkennen. Auf der einen Seite ist das Sabbatgebot, auf der anderen wird klargestellt, dass Christus uns erworben hat und wir nun ihm gehören. Alleine, dass wir jemanden „gehören“ sollen, ist für einige schon ein rotes Tuch: „Ich gehöre niemand!“ Doch wie frei sind wir wirklich? Der amerikanische Sänger Bob Dylan sang in einem Lied: „Irgendjemand musst du dienen - entweder dem Teufel oder Gott!“ Für einige ist diese Aussage zu extrem. Interessant ist jedoch, das Ganze einmal von einer völlig anderen Seite zu sehen. Wenn es nämlich darum geht, was Gott für uns getan hat.
Im Lehrtext wird gesagt, dass Christus uns freigekauft hat. Das bedeutet doch, dass wir gar nicht frei waren, sonst hätte er uns nicht freikaufen können. Der Preis dafür war nicht weniger als sein eigenes Leben. Er gab sich hin, damit wir frei sein können. Lehnen wir diese Freiheit jedoch ab, werden wir weiter unter der Herrschaft der Sünde und des Todes bleiben.

Um uns sein eigen nennen zu können, diente Christus nicht nur - er wurde das Opfer für uns. Weder der Teufel noch die Welt könnten so etwas für uns tun. Und so möchte ich einmal frei nach Bob Dylan fragen: „Irgendjemand hat mir mit seinem Leben gedient - war es der Teufel oder Gott?“ In Christus erhalten wir Leben statt Tod, Vergebung statt Verdammnis, Gemeinschaft mit statt Trennung von Gott. Wir erhalten statt Gefangenschaft Freiheit. Weil er mit seinem Leben für uns bezahlt hat, können wir uns sicher sein, dass er uns auch erhalten will. Und da erschließt sich für mich die Brücke zum Losungsvers. Sowohl Arbeit wie auch Ruhezeiten sind ein Segen Gottes. Er zeigt uns, dass sie in einem bestimmten Verhältnis stehen sollen. Da wir Freiheit in ihm haben, legt er es in unsere Hände, wie wir damit umgehen. Wenn wir klug sind, hören wir auf seine Worte und leben danach.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 22.01.2017

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Jesaja 66,13

Unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort.
2.Thessalonicher 2,16-17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mutter und Vater

Das heutige Losungswort und der Lehrtext haben zum Inhalt, dass Gott uns tröstet. Doch es geht nicht nur darum, dass Gott uns tröstet, sondern wie er es tut. Er tröstet uns, wie eine Mutter tröstet. Im Lehrvers ist es der Vater, der tröstet. Was will Gott uns mit diesem Vergleich von Mutter und Vater mitteilen? Dass er männlich und weiblich zugleich ist, was ja heute an etlichen theologischen Fakultäten heftig diskutiert wird? Ich glaube allerdings eher, dass es um die Art und Weise geht, wie Gott uns nahekommt und uns gibt, was wir benötigen.

Ich erinnere, wie ich in unserer Gemeinde auf ein kleines weinendes Kind stieß und es trösten wollte. Doch in dem Moment, in dem es mich sah, schrie es noch viel lauter. Ja merkte dieses Kind denn nicht, dass ich es gut mit ihm meinte? Außerdem war ich doch der Pastor, da schreit man doch nicht einfach los! Doch es nützte alles nichts, also versuchte ich, den Vater oder die Mutter zu finden. Sowie das Kind nun seine Mutter sah, wurde es ruhiger. Warum nicht bei mir? Ganz einfach: weil es mich nicht kannte. So nähert sich Gott uns nicht als ein Unbekannter, vor dem wir uns erschrecken, sondern in einer Art und Weise, die uns vertraut ist - wie eine liebende Mutter oder wie ein liebender Vater.

Nun bleibt es beim Trost nicht stehen. Im Lehrtext lesen wir, dass Gott, unser Vater, uns tröstet und stärkt in allem guten Werk und Wort. Das deutet darauf hin, dass der Grund der Traurigkeit eigenes Versagen ist. Jemand möchte also für Gott leben, doch scheitert immer wieder. Er möchte geduldig sein, schafft es aber nicht. Er möchte etwas zu Ende führen, wirft aber immer wieder vorzeitig das Handtuch. Genau in solch einer Situation tröstet uns Gott wie ein Vater und eine Mutter und macht uns Mut, nicht aufzugeben. Was haben wir doch für einen wunderbaren Gott!

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 21.01.2017

Der HERR sprach zu Gideon: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben. Da baute Gideon dem HERRN dort einen Altar und nannte ihn: „Der HERR ist Friede“.
Richter 6,23-24

Jesus spricht: Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
Johannes 14,27

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Innerer Friede

Im Vorfeld des heutigen Losungswortes wird berichtet, wie ein Engel zu Gideon, einem jungen, israelitischen Mann, kam. Gideon hatte jedoch einige Zweifel an dem, was der Engel ihm sagte, und ob dieser wirklich von Gott käme. Also bat er um ein Zeichen.(1) Als klar wurde, dass es sich wirklich so verhielt, wie der Engel gesagt hatte, bekam Gideon große Angst. Er fürchtete, aufgrund dieser Begegnung sterben zu müssen. Die Antwort Gottes und Gideons Reaktion darauf lesen wir im Losungsvers.

Nun sind Zweifel und Furcht nicht selten Begleiter auch unseres Glaubenslebens. Zweifel, ob es wirklich Gott ist, der spricht. Furcht, falsch zu handeln. Der Wunsch nach Sicherheit meldet sich und fast gleichzeitig die Angst vor dem, was kommt, wenn wir Gottes Reden folgen. Eigentlich geht es uns nicht anders als Gideon. Wenn Gott in unser Leben spricht, ist das immer auch eine Herausforderung, denn unser natürlicher Mensch kommt da nicht mit.

Als Jesus seine Jünger darauf vorbereitete, dass er sie bald verlassen würde, wusste er, dass sie keine Ahnung hatten, was auf sie zukam. Er wusste, Judas würde ihn verraten, Petrus würde ihn verleugnen und die anderen würden fliehen. Dennoch ging er nicht ins Detail, sondern sprach ihnen seinen Frieden zu. Dabei stellte er klar, dass sein Friede anders ist als das, was die Welt kennt. Was ist der Unterschied? Nun, Jesu Friede ist unabhängig von äußeren Umständen. Die Welt braucht äußeren Frieden, doch Jesus sprach seinen Jüngern Frieden in Situationen zu, wenn ihr Herz erschrickt. Damit sagte er ihnen - und auch uns - zu, inneren Frieden haben zu können, egal, was um uns herum geschieht. Wer Christus in sein Herz aufnimmt, erhält Christi Geist - und mit ihm diesen Frieden, von dem Jesus im Lehrtext spricht.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Rich. 6,17

Gedanken zur Losung für Freitag, den 20.01.2017

Besser wenig mit der Furcht des HERRN als ein großer Schatz, bei dem Unruhe ist.
Sprüche 15,16

Achtet auf die Raben: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben weder Vorratskammer noch Scheune: Gott ernährt sie. Ihr seid doch viel mehr wert als die Vögel!
Lukas 12,24

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Prioritäten

Das heutige Losungswort beginnt mit dem Wort „Besser“. Der Schreiber wägt zwischen zwei Möglichkeiten ab, welche von ihnen ihm wichtiger und wertvoller erscheint. Hier ist es der Vergleich zwischen Gottesfurcht und Reichtum. Wie soll man sich entscheiden, wenn beides nicht zusammen erhältlich ist? Das ist z.B. der Fall, wenn nur eine Lüge oder ein bewusstes Verschweigen von Tatsachen zum Geld führt. Es gibt ja Lebenseinstellungen, die sagen: „Alles ist erlaubt, wenn es zum gewünschten Erfolg führt.“ Doch die Gottesfurcht denkt nicht so, denn sie möchte das Verhältnis zu Gott nicht durch Lug oder Betrug gefährden. Die Botschaft des Losungswortes lautet also: Die Priorität eines jeden Menschen sollte sein Verhältnis zu Gott sein.

Die umgebenden Verse vermitteln uns noch weitere wichtige Prioritäten. Z.B.: „Lieber einen Teller Suppe mit einem geliebten Menschen als ein schönes Stück Fleisch mit einem Menschen, den du hasst.“ (Spr. 15,17) Hier wird die Beziehung zu einem Menschen höher gestellt als der Genuss eines guten Essens.

Doch brauchen wir überhaupt solche Prioritäten? Können wir nicht einfach aus dem Bauch heraus entscheiden, was gerade das Beste für uns ist? Nun, das Bauchgefühl führt nicht immer zu der richtigen Entscheidung. Es wird gespeist von unseren Bedürfnissen, Sympathien und auch Ängsten und Vorurteilen. Besser ist es, wenn wir Grundsätze - also Prioritäten - haben.

Eine solche Priorität gibt uns Jesus Christus im Lehrtext. Es geht um die Furcht, nicht genug zu haben, wenn man sich hauptsächlich um Gottes Reich und seine Gerechtigkeit kümmert. Jesus zeigt uns, dass man die Dinge auch anders sehen kann. Nicht eine feste Anstellung, nicht ein bombensicheres Geschäft, nicht eine erwartete Erbschaft versorgt uns, sondern alleine Gott. Wenn wir für ihn leben, kümmert er sich um uns. Die Frage ist: Glauben wir das?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 19.01.2017

Man soll nicht mehr von Frevel hören in deinem Lande noch von Schaden oder Verderben in deinen Grenzen, sondern deine Mauern sollen „Heil“ und deine Tore „Lob“ heißen.
Jesaja 60,18

Der Seher Johannes schreibt: Ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein.
Offenbarung 21,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Am Ziel

Das heutige Losungswort und der Lehrtext blicken prophetisch in eine ferne (vielleicht auch nicht so ferne) Zukunft. Im Grunde genommen malt Gott denen, die mit ihm und bei ihm leben wollen, das Ziel vor Augen. Wer mit Gott leben will, spürt, dass er hier nicht zu Hause ist, ob das Leben nun schwer und voller Schicksalschläge ist oder leicht und problemlos. Man sehnt sich nach einer Welt, in der Gott immer nahe ist, in der das und der Böse besiegt wurden und nicht Angst, sondern Freude die Seele erfüllt. Ein Lied, das ich geschrieben habe, lautet: „Wie wird das sein, wenn ich Jesus seh‘? Wie wird das sein, wenn ich vor ihm steh‘? Wie wird das sein, wenn er meinen Namen ruft? Wie wird das sein, wenn er wiederkommt?“ Dieses Lied ergreift mich immer wieder. Wenn das wahr wird, bin ich angekommen.

Ich stelle allerdings auch fest, dass bei etlichen Christen diese Hoffnung in den Hintergrund gerückt ist. Sie wünschen sich das Wirken Gottes hier und jetzt - was ja auch nicht falsch ist. Manch einer wünscht sich fast gar kein Wirken Gottes mehr, sondern eher Wohlstand, eine glückliche Beziehung, Gesundheit und einen erfüllenden Beruf. Mauern, die „Heil“ heißen und Tore, die „Lob“ heißen - ja was kann man damit denn anfangen?

Wenn wir allerdings in diese Welt hineinschauen, müssen wir feststellen, dass Millionen unserer Glaubensgeschwister in großer Not sind. Sie werden verfolgt, gefoltert, gedemütigt und ausgestoßen. Wenn wir uns mit ihnen innerlich verbinden, so leiden wir auch ein Stück mit ihnen. Dann beten wir für sie und versuchen, zu helfen. Und plötzlich stellen wir fest: Die Sehnsucht ist wieder da. Wann endlich sind wir am Ziel - am Ziel bei Gott?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 18.01.2017

Ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.
Habakuk 3,18

Der Kämmerer zog seine Straße fröhlich.
Apostelgeschichte 8,39

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Dennoch

Wenn wir den heutigen Losungsvers zusammen mit dem Vers davor lesen, bekommt er eine besondere Tiefe. Dort heißt es: Zwar blüht der Feigenbaum nicht, an den Reben ist nichts zu ernten, der Ölbaum bringt keinen Ertrag, die Kornfelder tragen keine Frucht; im Pferch sind keine Schafe, im Stall steht kein Rind mehr. Dennoch will ich jubeln über den Herrn und mich freuen über Gott, meinen Retter. (Hab. 3,17-18) Habakuks Freude im HERRN oder das Fröhlichsein in Gott war offensichtlich völlig unabhängig von der momentanen Situation, in der sich der Prophet gerade befand.

Nun frage ich mich: Ist eigentlich auch unsere Freude unabhängig von der Situation, in der wir uns gerade befinden? Oder wird sie zumindest durch unsere Stimmung beeinflusst? Ich denke, das hängt davon ab, wie wir unseren Glauben leben. Gibt es in unserem Leben ein „Dennoch“? Gemeint ist, dass wir unseren Glauben und unsere Gefühle direkt an Jesus Christus binden und nicht an das, was wir gerade erleben. Dieses „Dennoch“ lässt uns in jeder Lebenssituation dankbar sein und macht deutlich, dass unsere Hoffnungen nicht zerstörbar sind. Der, der uns hoffen lässt, lebt, und das für alle Zeiten.

Das „Dennoch“ ist auch nicht realitätsfern. Das war Habakuk auch nicht. Er sah, was um ihn herum geschah, doch er ließ sich davon nicht irritieren. Größer als alle Realität ist der, der sie geschaffen hat. Ihn können wir zwar nicht sehen, so wie das, was um uns herum geschieht, doch trägt er alles in seiner Hand. Deshalb können und sollen wir uns in ihm freuen.

Im Lehrtext wird von einem Mann berichtet, der einen hohen Posten im Land Äthiopien hatte. Auf dem Weg von Jerusalem in seine Heimat begegnete ihm Philippus, der ihm die Botschaft von Jesus Christus nahebrachte. Der Mann wurde Christ, doch er konnte nicht unter Christen bleiben, denn er musste zurück in seine Heimat. Trotzdem zog er fröhlich seine Straße. Weshalb? Weil er wusste, dass ein Größerer in ihm wohnte. Wovor sollte er sich fürchten?

Einen Tag in dieser Freude wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 17.01.2017

Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN.
Psalm 146,5

Paulus schreibt: Ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, dass er bewahren kann, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag.
2.Timotheus 1,12

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gewissheit

Beim Lesen der heutigen Losungsverse habe ich darüber nachgedacht, wie jemand wohl diese Verse verstehen würde, der sehr skeptisch zu Glauben und Religion steht. Da wird uns im Losungswort zugesprochen, dass es gut für uns ist, unsere Hoffnung auf den HERRN zu setzen. Hinter dem großgeschriebenen Wort HERR steht der Gottesname Jahwe („ich bin“ oder „der Seiende“). Nun steht im Vers aber nicht nur ein geheimnisvoller Gottesname, sondern auch eine deutliche Zuordnung: der Gott Jakobs. Damit wird klar, es geht nicht um einen allgemeinen Gott, den man sich beliebig vorstellen kann, sondern um den Gott, an den Jakob glaubte und der ihn zu dem gemacht hat, was er später war: der Stammvater Israels.

Spätestens an dieser Stelle regen sich häufig Widerspruch und Zweifel. Weshalb gerade der Gott Israels? Könnte man den Losungsvers nicht auch so formulieren: „Wohl dem, der seine Hoffnung auf irgendeinen Gott setzt?“ Ganz Kritische würden sogar sagen: „Wohl dem, der seine Hoffnung nicht auf einen Gott, sondern auf die Vernunft setzt.“ Was können wir als Christen dieser Relativierung oder sogar Ablehnung des Glaubens entgegensetzen? Argumente? Ich glaube nicht. Meine Erfahrung ist, dass sogar viele Christen durch diese Denkströmungen völlig verunsichert werden. Und wenn sie schon einmal unsicher sind, dann stellt sich wiederum die Frage, weshalb jemand sich noch an Gottes Ordnungen halten sollte, wenn sowieso alles unklar ist.

Ganz anders klingen da die Worte des Apostels Paulus, die wir im Lehrtext lesen: „Ich weiß, an wen ich glaube, und ich bin gewiss!“ Gewissheit entsteht weder durch Argumente noch durch Belehrung. Sie entsteht durch Erfahrung und einem geheimnisvollen Wirken Gottes in unserem Inneren. Diese innere Gewissheit ist die Triebfeder des Glaubens. Denn Glauben bedeutet nicht „Nicht wissen“, sondern sich mit allem, was man ist und hat, Gott anzuvertrauen.

Diese Gewissheit wünsche ich uns allen,
Pastor Hans-Peter Mumssen