Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 18.07.2019

Der HERR ist geduldig und von großer Kraft, doch ungestraft lässt er niemanden.
Nahum 1,3

Erachtet die Geduld unseres Herrn für eure Rettung.
2. Petrus 3,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes große Geduld

Die heutige Losung möchte ich aus der Sicht des Lehrtextes betrachten. Im dritten Kapitel seines zweiten Briefes umreißt der Apostel Petrus die Geschehnisse um die Wiederkunft Christi. Menschen werden nicht mehr darauf warten, und zwar mit der Begründung: „Es war schon immer so und es bleibt auch so!“ Dass Gott schon einmal ein großes Gericht über die Menschheit kommen ließ, nämlich die Sintflut, wird verdrängt bzw. nicht ernst genommen.(1)

Sieht man sich heutzutage um, trifft das in vollem Maße zu. Und nimmt man das ernst, was der Apostel schreibt, kann man davon ausgehen, dass Christi Wiederkunft bevorsteht. Wie das aussehen wird, beschreibt Petrus folgendermaßen: „Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden.“ (2.Petr. 3,10)

Dieses Ereignis wird an niemandem vorübergehen. Alle Naturgewalten, die wir bisher kennen, werden dagegen wie nichts erscheinen. Dennoch schreibt Petrus, als ob das etwas Ersehntes wäre. Denn genau das ist es für diejenigen, die auf Christus warten. Sie vertrauen darauf, dass Gott danach das Vollkommene errichten wird.(2) An sie schreibt Petrus: „Darum, meine Lieben, während ihr darauf wartet, seid bemüht, dass ihr vor ihm unbefleckt und untadelig im Frieden befunden werdet.“ (2.Petr. 3,14) Dann folgt der Hinweis auf Gottes Geduld, wie wir im Lehrtext lesen.

Verbinden wir diese Aussagen einmal mit dem, was wir im Losungsvers lesen. Auch da ist ja von Gottes großer Geduld die Rede, aber auch davon, dass er niemanden ungestraft lässt. Wieder ein Hinweis darauf, dass Gott Gericht halten wird. Es gibt nur einen Grund, warum es noch nicht geschieht: damit wir uns vorbereiten können. Wie? Indem wir uns im Vorwege durch Jesus Christus retten lassen und dann in seiner „Gnade und Erkenntnis“ wachsen. (aus 2.Petr. 3,18)

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Petr. 3,3-6 (2) 2.Petr. 3,13

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 17.07.2019

Der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut.
Daniel 9,14

Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis.
Jakobus 1,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Gerechtigkeit

Zum heutigen Losungswort ist es gut, den gesamten Vers und dessen Hintergrund zu betrachten. Er lautet: „Darum ist der HERR auch bedacht gewesen auf dies Unglück und hat's über uns kommen lassen. Denn der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut; aber wir gehorchten seiner Stimme nicht.“ (Dan. 9,14)

Gottes Gerechtigkeit wird also daran festgemacht, dass er über Israel die Verschleppung nach Babylonien hatte kommen lassen. Dieses Wort wurde von Daniel ausgesprochen, der selber ein Israelit war. Im Grunde ist das ganze neunte Kapitel ein Gebet, in dem es um die Frage ging, wann Gott seinem Volk wieder vergeben will. Deshalb bekannte Daniel seine und die Schuld seines Volkes, denn sie hatten nicht auf Gott gehört.

In diesem Schuldbekenntnis betete Daniel unter anderem: „Darum trifft uns auch der Fluch, den er geschworen hat und der geschrieben steht im Gesetz des Mose.“ (Dan. 9,11b) Gemeint ist der Fluch, den Gott denen bis in die dritte Generation androht, die andere Götter anbeten oder sich ihnen unterwerfen.(1) Manchmal höre ich von Christen, die sagen, der Teufel habe noch Anrechte im Leben von Christen, wenn sie selbst oder ihre Vorfahren Abgötterei betrieben haben. Ich glaube das nicht, sondern widerspreche dieser Aussage sogar. Nicht der Teufel hat Anrechte an uns, sondern Gott allein. Wenn Gott uns aber um Christi willen vergibt, dann sind wir frei! Unsere Zugehörigkeit zu Christus bricht jeden Fluch.

Nun lesen wir im Lehrtext, dass Gott sich nicht verändert. Er ist und bleibt gerecht. Und doch erleben Christen in aller Welt anstatt Strafe viel mehr die Barmherzigkeit Gottes. Obwohl wir schuldig wurden, verurteilt uns Gott nicht, denn: „Die Strafe liegt auf ihm (Christus), auf dass wir Frieden hätten.“ (Jes. 53,5b) Das ist und bleibt, wie ich meine, die beste Botschaft aller Zeiten!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 2.Mos. 20,5

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 16.07.2019

Wo Träume sich mehren und Nichtigkeiten und viele Worte, da fürchte Gott!
Prediger 5,6

Wenn es jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt.
Jakobus 1,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Weisheit zur Unterscheidung

Das heutige Losungswort spricht einen wichtigen Punkt in unserem Glaubensleben an. An vielen Stellen lesen wir in der Bibel von Träumen und Visionen, mit denen Gott zu Menschen redete. Wir erleben auch Christen, die behaupten, etwas von Gott empfangen zu haben. Doch manchmal erweist es sich am Ende bestenfalls als Wunschtraum. Die Reaktion auf solche Fehlentwicklungen ist häufig entweder Ignoranz - Irrtümer werden verdrängt - oder eine innere Abwehr gegen alles, was prophetisch erscheint. Aber beides führt nicht zum Ziel.

Wie aber kann man das eine vom anderen unterscheiden? Ich möchte dazu einige Kriterien nennen, die mir persönlich helfen:

1. Ich lege immer die Bibel als Maßstab an - und zwar die gesamte Schrift. Entspricht das, was ich höre, dem Geiste Jesu? Falls nicht, muss ich es nicht annehmen.

2. Nun kann es ja sein, dass ich selber Träume, Visionen oder Eingebungen habe. Auch mit ihnen gehe ich wie gerade beschrieben um. Zusätzlich achte ich darauf, dass ich mich selbst nicht so wichtig nehme, weil ich sonst in Gefahr bin, aus jedem Bauchzwicken ein Wort des HERRN zu machen.

3. Es gibt Botschaften, die wir nicht sofort einordnen können. Sind sie von Gott oder nur ein Produkt menschlicher Fantasie? Solche Botschaften kommen bei mir in eine Art Warteraum. Ich verwerfe sie nicht, doch ich kann auch noch nicht auf sie eingehen. Das entspricht ein wenig dem, was von Maria, der Mutter Jesu, gesagt wurde: „Maria aber bewahrte alle diese Dinge in ihrem Herzen und dachte oft darüber nach.“ (Luk. 2,19)

4. Jesus Christus sagte einmal: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ (Matt. 7,16a) Das gilt für falsche Propheten genauso wie für Personen, die es lieben, andere wegen ihrer Fehler zu brandmarken.

Ich glaube, in all dem benötigen wir ein Stück Gelassenheit und den direkten Kontakt zu Gott, der uns mit seiner Weisheit hilft, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 15.07.2019

Der HERR, euer Gott, versucht euch, um zu erfahren, ob ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieb habt.
5. Mose 13,4

Wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung.
Römer 5,3-4

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Sich bewähren

Der heutige Losungsvers irritiert uns vielleicht. Gott versucht uns, um herauszufinden, ob wir ihn wirklich lieben? Das kann schon verunsichernd wirken. Allerdings wird die Versuchung sehr konkret benannt. Es ging darum, sich nicht von einem falschen Propheten irreführen zu lassen. Doch wer würde das schon tun? Das ist vielleicht weniger abwegig, als man meinen könnte. Im Vorfeld des Losungsverses wird ein Beispiel genannt. Falls ein Prophet Zeichen und Wunder ankündigte und diese eintrafen, der Prophet dann aber zum Götzendienst aufrief, so sollte man ihm nicht folgen.

Das klingt erst mal völlig nachvollziehbar. Doch eine Versuchung, die uns nicht reizt, ist keine Versuchung. Fragen wir uns einmal selbst, wie verführbar wir wären, wenn jemand vor unseren Augen Zeichen und Wunder ankündigte. Einige sind da vermutlich sowieso skeptisch. Doch was wäre, wenn sie dann wirklich einträfen? Wäre das denn nicht der Beweis, dass das ein echter Prophet ist? Und dass auch das, was er sagt, richtig ist?

Ich denke, die heutigen Bibelverse mahnen uns, nicht das aus dem Blick zu verlieren, was Gott uns mitgeteilt hat. Sein Wort ändert sich nicht. Zeichen und Wunder sind nicht zwangsläufig der Beweis dafür, dass in Gottes Auftrag gehandelt wird. „Prüft aber alles und das Gute behaltet“, schreibt der Apostel Paulus in Bezug auf die prophetische Rede. (1.Thes. 5,21)

Nun ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, ob etwas gut ist oder nicht. Gefühle und Meinungen können uns irreleiten - und wie wir oben sehen, auch Menschen. Dennoch gibt es meiner Meinung nach Möglichkeiten, das wirklich Gute zu entdecken. Zum einen ist das der Blick in Gottes Wort. Doch auch der Blick darauf, wo etwas hinführt, kann Licht ins Dunkel bringen. Das Gute mag nicht immer leicht fallen und kann sogar „Bedrängnis“ bringen, wie wir im Lehrtext lesen. Sich darin zu bewähren, führt uns tiefer in die Gemeinschaft mit Gott.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 14.07.2019

Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.
Psalm 80,19

Jesus sprach zu dem Blinden: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott.
Lukas 18,42-43

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Dein Glaube hat dir geholfen“

Jeder Mensch kommt irgendwann einmal in Not, manchmal sogar in Todesnot. Von solch einer Todesnot lesen wir im heutigen Losungswort. In diesem Fall handelte es sich aber nicht nur um eine einzelne Person, sondern um ein ganzes Volk, nämlich Israel. Es wurde angegriffen und teilweise zerstört. Nun fürchteten die Übrigen um ihr Leben.

Doch wo suchten sie ihre Hilfe? Das ist die entscheidende Frage. Sie suchten sie bei Gott und wollten für ihn leben, wenn er sie überleben ließ. Ich kenne Berichte von Menschen, die Gott im Krieg versprachen, für ihn zu leben, wenn er sie heil herausbringt. So ähnlich muss es dem Psalmisten ergangen sein.

Nun sind unsere Nöte nicht immer so ausweglos wie die während eines Krieges. Wo suchen wir unsere Hilfe? Suchen wir sie bei Gott? Der Blinde, von dem wir im Lehrtext lesen, tat es. Er erkannte, dass Jesus Christus von Gott gesandt war, denn er rief ihn mit folgenden Worten an: „Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“ (Luk. 18,39c) Das war eine Umschreibung für den Messias. Und noch bevor Jesus ihn heilte, sagte er diesen denkwürdigen Satz zu ihm: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ Worin zeigte sich aber der Glaube des Blinden? Ich meine, darin, dass er seine Hilfe bei Jesus Christus suchte.

Dieser Glaube kann auch uns helfen. Manchmal verwechseln einige Glauben mit einer Art Konzentration. Fest glauben heißt für sie, sich total auf die Heilung zu konzentrieren und jeden Zweifel auszuklammern. Nach meiner Erkenntnis ist das nicht der Glaube, den Jesus hier anspricht. Ich denke, es geht wirklich nur darum, dass der Blinde seine Hilfe bei dem Sohn Gottes suchte. Und das können wir ebenfalls. Ich höre zwar schon die „Abers“, denn so manch ein Hilferuf wurde scheinbar nicht beantwortet. Ich möchte uns trotzdem Mut machen, nicht nachzulassen. Unsere Hilfe kommt immer noch von dem HERRN, auch wenn sie manchmal anders eintrifft, als wir erwartet haben.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 13.07.2019

Weh dem, der sein Gut mehrt mit fremdem Gut, wie lange wird‘s währen?
Habakuk 2,6

Jesus spricht: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.
Lukas 12,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nicht auf Kosten anderer leben

Die heutigen Bibelverse haben eine klare Aussage - und sind doch nicht immer einfach umzusetzen. Das hat nicht nur etwas mit Habgier zu tun, sondern auch mit der Frage, wo die Grenzen sind. Wann z.B. mehren wir unser Gut mit fremdem Gut? Rauben wir eventuell unwissentlich andere Länder aus, damit wir hier im Überfluss leben können? Die Meinungen dazu sind höchst unterschiedlich.

Auch mit der Habgier ist es nicht so einfach. Wo beginnt sie? Benötigen wir nicht alle gewisse Güter? Und wer will schon in unseren Breitengraden nur von dem Allernotwendigsten leben? Wie also können wir das heutige Losungswort praktisch umsetzen?

Als Erstes schlage ich vor, dort zu beginnen, wo die Sachlage offensichtlich ist. Wenn wir nicht auf fremde Kosten leben wollen, so fahren wir nicht schwarz, hintergehen nicht die Steuer, verschweigen nicht gewisse Mängel, wenn wir etwas verkaufen, und bezahlen andere nicht mit Dumpinglöhnen. Ein gutes Mittel gegen Habgier ist übrigens, freigiebig zu sein.

Manchmal höre ich, dass Christen sich Geld leihen, es aber nicht zurückzahlen. Oder bei anderen einen Schaden anrichten, aber nicht dafür aufkommen wollen. Das ist ebenfalls Habgier. Selbst wenn man nur wenig hat, kann man zumindest um Aufschub oder Erlass bitten. Auch ein armer Mensch kann in seinem Herzen habgierig sein. Wir sehen also, dass es viele Lebensgebiete gibt, in denen wir sehr wohl unterscheiden können, ob wir uns mit fremdem Gut bereichern oder nicht.

Ein sehr guter Maßstab ist, wie ich meine, die Aussage Jesu: „Mit welchem Maß ihr messt, wird man euch wieder messen.“ (Mark. 4,24) Das gilt im Positiven wie auch im Negativen. So schildern auch die nachfolgenden Verse des Losungswortes, dass den Habgierigen von anderen Habgierigen alles genommen wird. Doch trotz einer biblischen Orientierung bleibt noch so manch eine Frage offen. Die dürfen wir dann vertrauensvoll vor Gott bringen. Er wird uns leiten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 12.07.2019

Der HERR spricht: Werdet ihr meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein.
2. Mose 19,5

Gott hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt.
2. Timotheus 1,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Berufungen

In den heutigen Bibelversen lesen wir von Berufung. Diese beginnt zunächst mit einem Ruf. Als Nächstes muss der bzw. die Gerufene antworten, sonst verhallt der Ruf. Außerdem ist eine Berufung immer mit einem Auftrag verbunden. Wir werden zu etwas berufen.

In diesem Sinne handelten die Vorfahren des Volkes Israel, z.B. Noah, Abraham oder Jakob. Auch Mose war seiner Berufung gefolgt und leitete so sein Volk aus der Sklaverei in die Gegenwart Gottes. Alle waren von Gott berufen, obwohl sie nicht perfekt waren. Im Gegenteil, wir lesen von Lügen, von Feigheit und von übermäßigem Alkoholkonsum. Doch Gott beruft einen Menschen nicht, weil er so gut, so tapfer oder so moralisch ist. Gott beruft gefallene Menschen, Menschen, die Vergebung und Erlösung brauchen, Menschen wie dich und mich. Nicht der Grund der Berufung ist, wie ich meine, entscheidend, sondern das Ziel.

Einen Vers nach dem Losungsvers lesen wir: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern, ein heiliges Volk sein.“ (2.Mos. 19,6a) Das Ziel für Israel war und ist also, ein Volk von Menschen zu sein, das für andere vor Gott einsteht und ihm selber zur Verfügung steht.

Nun gehört aber zu einer Berufung, dass jemand auch darauf eingeht. Wie steht es da mit unserer Berufung als Christen? Von ihr lesen wir im Lehrtext. Das Ziel unserer Berufung lesen wir z.B. im folgenden Bibelvers: „Dazu hat er euch auch berufen durch unser Evangelium: Ihr sollt die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus Christus erlangen.“ (2.Thes. 2,14) Wir sind also zu nichts Geringerem berufen, als Jesus Christus in allem ähnlich zu werden. Dass wir dieses Ziel noch nicht erreicht haben, ist, glaube ich, allen klar. Doch wie ist es? Gehen wir auf unsere Berufung ein? Streben wir sie an und leben dafür?

Ich wünsche es uns!
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 11.07.2019

Der HERR wird zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln.
Jesaja 2,4

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
Lukas 2,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Friede auf Erden

Das heutige Losungswort klingt für manche Ohren fast pazifistisch, zumindest der Teil: „Schwerter zu Pflugscharen“. So wurde denn auch dieses Teilzitat in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts zu einer Redewendung, durch die viele Menschen ihre Sehnsucht nach Abrüstung und Frieden ausdrückten. Gott spielte dabei keine wesentliche Rolle.

Im Losungsvers ist das sehr anders. Gleich am Anfang steht da, dass es der „HERR“ ist, der hier eingreift. Dass die Menschen dann aus ihren Waffen Ackergeräte machen, ist eine Folge davon. Wenn wir jedoch in unsere Welt blicken, sehen wir, dass wir weit von dem entfernt sind, was hier beschrieben wird. Tatsächlich leben wir eher auf einem Pulverfass, das jederzeit in die Luft gehen kann. Muss uns das nun in Angst und Schrecken versetzen?

Die Antwort auf diese Frage steht und fällt damit, was oder besser gesagt wen wir für entscheidend halten. Sind es Menschen oder ist es Gott? Wenn es Menschen sind, werden wir zittern. Die Mächtigen dieser Welt mögen zwar von Frieden reden, haben aber nicht die Macht, ihn zu machen. Die hat tatsächlich nur einer: Gott. Im Losungsvers können wir einen Hauch davon erkennen.

Im Umfeld des Lehrtextes wird berichtet, was ein Engel zu den erschrockenen Hirten sagte, als Jesus geboren wurde: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird.“ (Luk. 2,10) Diese Freude war der Heiland der Welt. Deshalb lobten dann die himmlischen Heerscharen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Dieser Ausruf gilt in seinem vollen Umfang. Gott gebührt alle Ehre. Und sein Friede soll sich unter den Menschen ausbreiten. Dort, wo Gott hineinspricht, wo Menschen auf ihn hören, wird das geschehen. Denn Gott hat die Macht, Frieden zu schaffen, sowohl in unserem Herzen als auch untereinander. Glauben wir das? Und wollen wir uns danach ausstrecken?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen