Gedanken zur Losung für Sonntag, den 18.11.2018

Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.
Psalm 50,23

„Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.“
1.Thessalonicher 5,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Dank opfern

„Wer Dank opfert, der preiset mich.“ Das klingt schon etwas merkwürdig im heutigen Losungswort. Wieso sollte jemand Dank opfern? Ich dachte immer: Wer dankbar ist, dankt, ohne sich dazu überwinden zu müssen. Denn sonst wäre der Dank ja eher geheuchelt. Doch im Losungswort steht, dass wir Dank opfern sollen. Und ein Opfer ist ja nun mal etwas, was man nicht unbedingt gerne gibt. Wie also ist das gemeint?

Nun, im gesamten 50. Psalm wird mit einer irrigen Meinung aufgeräumt. Etliche gläubige Menschen dachten damals, dass sie Gott dann zufriedenstellen, wenn sie ihm, wie vorgeschrieben, Tiere opfern. Doch nun fragte Gott direkt, ob die Menschen denn meinten, dass er etwas zu essen oder zu trinken benötigte. Er stellte klar, wie unsinnig das reine Opfern von Tieren ist, wenn das Wesentliche fehlt - nämlich Dankbarkeit. Wir können Gott also nicht mit irgendwelchen frommen Riten zufriedenstellen. Er sucht unser Herz.

Manchmal sagen Leute: „Es wäre nicht ehrlich, wenn ich nur so tue, als ob ich dankbar bin.“ Doch häufig passiert es, dass wir all das Gute, das Gott uns gibt, übersehen, weil wir uns auf irgendeine negative Sache fixieren. Man kann auch auf einem hohen Niveau klagen. Wenn das der Fall ist, dann wird es Zeit, Dank „zu opfern“. Das bedeutet, dass wir bewusst von dem wegschauen, was uns stört, und auf das Gute achten, das Gott uns geschenkt hat. Dann schmettern wir auch Dankeslieder, wenn uns gerade nicht so danach ist. Ich meine, es gibt immer einen Grund, Gott dankbar zu sein.

Doch Dank ist nicht nur eine Frage der Überwindung. Dankbarkeit bringt auch zum Ausdruck, dass wir uns in Gottes guter Hand wissen. Sie bezieht sich laut Lehrtext nicht nur auf Gott selbst, sondern auf alles, was uns in unserem Leben begegnet. Das macht uns in allen Lebenslagen zu freundlichen und fröhlichen Christen, die wissen, dass Gott einen guten Plan mit ihnen hat.

In diesem Sinne wünsche ich uns heute einen Tag voller Dankbarkeit,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 17.11.2018

Die Tage deiner Trauer werden ein Ende haben.
Jesaja 60,20

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.
Offenbarung 7,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Himmel

Im heutigen Losungswort beschreibt der Prophet Jesaja den Himmel - das, was nach dieser Schöpfung kommen soll. Er beschreibt eine uns noch verborgene Welt mit Worten unserer Welt. Nun gibt es in Bezug auf den Himmel verschiedene Sichtweisen. Ja, es gibt sogar Leute, die sich am Himmel ärgern, weil sie meinen, dass man sich nicht auf den Himmel vertrösten lassen, sondern hier etwas verändern sollte. Einige sind der Ansicht, dass der Himmel im Hier und Jetzt stattfindet.

Ich persönlich meine auch, dass wir, wenn wir etwas verbessern können, es auch tun sollten. Doch es geht um mehr, wenn wir in der Bibel etwas vom Himmel, vom ewigen Leben und von einer ewigen Gemeinschaft mit Gott lesen. Es geht darum, dass wir eine ewige Existenz haben. Jesus Christus macht das deutlich, wenn er davon spricht, dass alle Menschen einmal von den Toten auferstehen werden.(1) Dieses Universum hingegen wird nicht ewig existieren. Es wird entweder verschwinden oder erkalten - darüber rätselt die Wissenschaft noch. Wenn wir also ewig existieren, das Universum aber nicht, wo werden wir dann sein?

Jesaja beschreibt, wo diejenigen sein werden, die ihre Hoffnung auf Gott gesetzt haben. Der gesamte Losungsvers lautet folgendermaßen: „Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben.“ (Jes. 60,20) Gott selber wird also unser Licht sein. Alles Leid, das wir hier erdulden mussten, wird ein Ende haben. Gott selber wird sich persönlich um uns kümmern und alle unsere Tränen abwischen. Was für einen unglaublich schöne Zukunft wartet auf uns!

Ich meine nicht, dass uns die Hoffnung auf den Himmel passiv macht. Im Gegenteil, es lohnt sich, im Sinne Jesu zu leben und zu handeln. Ich meine aber auch nicht, dass der Himmel schon hier auf Erden stattfindet. Allerdings - ein wenig schon, denn mit Jesus Christus ist das Himmelreich uns nahegekommen.(2)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Matt.22,31-32 Joh. 5,28-29 (2) Matt. 10,7

Gedanken zur Losung für Freitag, den 16.11.2018

Es ist kein Fels, wie unser Gott ist.
1.Samuel 2,2

Jesus spricht: Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Matthäus 7,24

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Fels

In den heutigen Bibelversen ist die Rede von einem Felsen. Im Losungswort bezieht sich der Fels direkt auf Gott, im Lehrtext auf die Worte Jesu. Was für eine Bedeutung hat solch ein Fels für unser Leben heute?

Das Losungswort ist Teil eines Dankgebetes von Hanna. Sie konnte kein Kind bekommen und bat Gott deshalb inständig, ihr eines zu schenken. Eine Frau ohne Kinder hatte in der damaligen Gesellschaft einen schlechten Stand. Darunter litt Hanna sehr. Das mag bei uns jetzt anders sein, doch manch eine Frau leidet auch heute darunter, kinderlos zu sein. Aber dann wurde Hanna schwanger und bekam einen Sohn: Samuel. Nun lobte sie Gott und bezeichnete ihn als Fels für alle Menschen. Ein Leben auf Gott aufgebaut steht sicher - das beinhaltet, wie ich meine, der Ausdruck „Fels“.

Doch was heißt das? Geschieht uns nun kein Unglück mehr? Wird uns alles gelingen? Nun, ich glaube schon, dass es gut ist, unsere Vorhaben vor Gott zu bringen, ehe wir damit beginnen. Das garantiert zwar nicht immer Erfolg, jedoch können wir darin ruhen, das Richtige zu tun. Erfolg kommt manchmal ganz anders oder auch später, als wir meinen. Selbst ein Unglück ist leichter zu ertragen, wenn wir mit Gott verbunden sind. Er hat die Macht, unser Geschick zu wenden.

Im Lehrtext benennt Jesus Christus diesen Fels, auf dem wir bauen sollen. Es geht darum, das, was wir in der Bergpredigt hören, umzusetzen. Im Laufe meines Dienstes als Pastor habe ich festgestellt, dass so manche Nöte entstehen, wenn wir die Grundregeln der Bergpredigt nicht genug beachten. Eheprobleme z.B. bahnen sich meistens zuerst im Inneren an. Jesus kommt darauf zu sprechen. Konflikte können eskalieren, weil wir nicht versöhnungsbereit sind. Verwerfungen bis hin zu Gewalttaten beginnen oft mit respektlosen Worten - von denen es heutzutage viele gibt. All das lehrt uns Jesus Christus. Wir können also heute schon erleben, wie Gottes Wort ein Fels für unser Leben wird.

Und genau das wünsche ich uns allen,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 15.11.2018

Der HERR ist seines Volkes Stärke.
Psalm 28,8

Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!
1.Korinther 15,57

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott sei Dank!

Wie oft hören wir diese Worte: „Gott sei Dank!“ Doch nicht selten ist es einfach eine Floskel, die eine Erleichterung darüber ausdrückt, dass etwas gut ausgegangen ist. Wie ist das bei uns? Sagen wir es nur so oder meinen wir es auch? Sind wir Gott überhaupt dankbar oder halten wir Dinge für selbstverständlich? Vielleicht denken wir ja auch, dass wir immerhin hart dafür gearbeitet haben, also steht es uns auch zu.

David, der Psalmist, aus dessen Lied der heutige Losungsvers stammt, sah sich selbst nicht als die Quelle der Kraft, sondern rief zu Gott. Er erlebte sich als Mensch mit Begrenzungen und wandte sich vertrauensvoll an den, der unbegrenzt ist: Gott. Im Umfeld des Lehrtextes spricht der Apostel Paulus von einer Grenze, an die auch der stärkste und erfolgreichste Mensch irgendwann stößt, nämlich den Tod. Er redet von der Auferstehung der Toten und davon, dass der Tod besiegt wird.(1) Schließlich erklärt er, wodurch bzw. durch wen das geschieht. Es ist kein anderer als Jesus Christus. Er hat bereits die für uns unüberwindbare Grenze des Todes durchschritten und ihn besiegt. Was bedeutet das nun für uns?

Ebenso, wie die Folgen des Sündenfalls nicht nur Adam und Eva, sondern alle, die nach ihnen kamen, betrafen, betrifft die Überwindung des Todes durch Christus alle. So schreibt Paulus: „Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.“ (1.Kor. 15,22) Auch wenn wir sterben, werden wir leben. Aus unserem sterblichen Leib wird Christus etwas Unsterbliches machen. Wir werden dann leben, aber der Tod wird verschlungen werden.

Das mag sich vielleicht utopisch anhören, ist aber eine Kernbotschaft des Evangeliums. Glauben wir das? Um uns auf diesen Moment vorzubereiten, ist Jesus Mensch geworden und schließlich sogar ans Kreuz gegangen. Das Neue Testament bezeugt dies immer wieder. Wir wissen nicht, wann das alles geschehen wird. Aber wir dürfen sicher sein, dass es geschehen wird - Gott sei Dank!

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Kor. 15,51-55

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 14.11.2018

Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, erschaffe es.
Jesaja 45,8

Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!
2.Korinther 6,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Willkommene Zeit

Der heutige Losungsvers steht in einem Zusammenhang, der nicht immer leicht zu verstehen ist. Bevor das Gute, was Gott vorhat, in ihm beschrieben wird, wird die absolute Souveränität Gottes zum Ausdruck gebracht. So lesen wir nur einen Vers vorher: „Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel, ich bewirke das Heil und erschaffe das Unheil. Ich bin der Herr, der das alles vollbringt.“ (Jes. 45,7)

Wie gehen wir mit solchen Aussagen um? Es widerspricht einem Weltbild, in dem Gott alles Gute und der Teufel alles Böse macht. Hier ist es Gott selbst, der alles in allem schafft. Was bei uns zunächst vielleicht Fragen oder Ängste erzeugt, hat aber noch eine andere Seite. Weil nämlich Gott alles in allem schafft, gibt es niemanden, der ihm das streitig machen könnte. Wir leben nicht in einer Welt, in der die Finsternis gegen das Licht kämpft - und das mit ungewissem Ausgang. Nein, unser Ausgang ist gewiss, weil Gott alles in allem ist. Die vielleicht schwer zu verstehenden Verse vor dem Losungswort geben diesem so eine besondere Wucht: Es wird garantiert so geschehen - Ausgang gewiss!

Gott wird also Heil und Gerechtigkeit schaffen und die Erde damit erfüllen. Doch das ist noch nicht alles. Im Lehrtext lesen wir, dass die Zeit der Erfüllung bereits begonnen hat. Der Apostel Paulus proklamiert in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth geradezu, dass mit Jesus Christus der Tag des Heils angebrochen ist. Doch wo kann man das denn sehen? Ist unsere Welt nicht nach wie vor voller Ungerechtigkeit?

Ich glaube, die Erfüllung geschieht nicht von außen, sondern von innen. Es ist der Geist Jesu, der vom Himmel „träufelt“ und in jedem Menschen wirksam wird, der an Jesus Christus glaubt. Solch ein Mensch ist ein Kind des Friedens. So erfüllt sich Gottes Wort vor unseren Augen. Wichtig ist nur, dass wir sein Wort nicht verpassen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 13.11.2018

Der HERR spricht: Ihr habt gesehen, wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.
2.Mose 19,4

Dem, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter.
Epheser 3,20-21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Reaktionen

Manchmal scheint alles auf dem Kopf zu stehen. Es gibt Menschen, die sehen, doch glauben nicht. Andere wiederum glauben, obwohl sie es nicht sehen. Von diesen beiden Menschengruppen lesen wir heute im Losungswort und im Lehrtext.

Nachdem die Israeliten erlebt hatten, wie Gott sie aus der Sklaverei Ägyptens in die Freiheit geführt hatte, lagerten sie sich in der Wüste. Dort verkündigte Mose ihnen das, was er von Gott gehört hatte. Nachdem sie erlebt hatten, wie mächtig und gütig Gott ist, forderte Mose sie auf, Gott ihr ganzes Vertrauen und ganzen Gehorsam entgegenzubringen. Doch es dauert nicht lange, da tanzten sie um das Goldene Kalb. Sie sahen, doch sie glaubten nicht.

Ganz anders die Christen in Ephesus, denen der Apostel Paulus schrieb. Ihre Glaubensgrundlage waren nicht in erster Linie Zeichen und Wunder, wie die Israeliten sie erlebt hatten. Ich denke, es war eher die Kraft, die in ihnen wirkte. Dieses innere Wirken Gottes gab ihnen die Zuversicht, dass er ihre Gebete nicht nur beantworten, sondern sie weit darüber hinaus beschenken würde.

In beiden Texten wird deutlich, dass Gott etwas Gutes für uns im Sinn hat. In beiden Fällen geht es um Erlösung. Bei Israel um Erlösung von der Sklaverei und bei den Christen in Ephesus um Erlösung von allem, was uns von Gott trennt. Durch Jesus Christus sind wir mit Gott verbunden und kommen in den Genuss seiner überschwänglichen Güte. Doch führt diese Güte auch dazu, dass wir Gott vertrauen und zu seiner Ehre leben wollen? Als Mose seinem Volk diese Frage stellte, antworteten alle mit Ja. Doch kurz darauf hatten sie es schon wieder vergessen. Ich hoffe - nein, ich bin mir sicher, bei uns ist es anders. Denn in Christus schenkt uns Gott sowohl das Wollen als auch das Vollbringen!(1)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Phil. 2,13

Gedanken zur Losung für Montag, den 12.11.2018

Wer ist bereit, dem HERRN heute eine Gabe zu bringen?
1.Chronik 29,5

„Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.“
2.Korinther 9,6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Saat und Ernte

Im heutigen Losungswort ging es um den Tempelbau. König David hatte von Gott zwar die Order, nicht selber einen Tempel zu bauen, doch sein Sohn Salomo sollte es tun. Dafür hatte David schon zu Lebzeiten viele wertvolle Materialien gesammelt und auch seinen Privatbesitz noch zugefügt. Nun fragte er die Bürger seines Volkes, wer noch bereit sei, etwas von seinem Besitz dazuzugeben. Viele waren außerordentlich freigiebig, sodass eine stattliche Menge an Gold, Silber, Bronze, Eisen und Edelsteinen zusammenkam.

Im Lehrtext erklärt der Apostel Paulus den Gläubigen in Korinth etwas in Bezug auf freiwillige Gaben. Er war nämlich mit der Mission unterwegs, neben der Verkündigung des Evangeliums auch für die in Not geratene Gemeinde in Jerusalem zu sammeln. Deshalb erklärte er den geistlichen Hintergrund des Gebens. Wir lesen etwas über den Zusammenhang von Saat und Ernte. Nun, wenn man Korn aussähe, kann man erwarten, dass es wächst und viel Frucht bringt. Kann man dieses Prinzip jedoch auch auf Geld übertragen? Eigentlich ist es doch einfach weg und kommt nicht wieder. Wenn ich etwas spende, erwarte ich normalerweise auch keinen Gegenwert. Dennoch es gibt ein unsichtbares Geschehen, das Paulus versucht, zu erklären.

Letztlich ist nämlich alles, was wir besitzen, ein Geschenk Gottes. Wir arbeiten zwar gewöhnlich für unser Geld, doch ohne Gottes Segen würden wir uns umsonst bemühen. Wenn der Regen ausbleibt oder wenn keiner das, was ich herstelle, haben will, dann habe ich umsonst gearbeitet. Doch wie gehen wir mit dem anvertrauten Gut um? Wenn Gott nun sieht, dass wir nicht alles für uns selber behalten wollen, sondern gerne auch davon abgeben, wird er uns dann nicht mehr anvertrauen? Ich meine, wenn wir dieses Geheimnis für uns erkennen, dann verstehen wir auch das Prinzip von Saat und Ernte in Bezug auf unsere Gaben. Und - wir werden staunen - es funktioniert tatsächlich. Am Ende haben wir mehr als am Anfang.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 11.11.2018

Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.
2.Mose 20,2

Da gingen Paulus und Silas aus dem Gefängnis und gingen zu der Lydia. Und als sie die Brüder und Schwestern gesehen und sie getröstet hatten, zogen sie fort.
Apostelgeschichte 16,40

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nach der Befreiung

Aus den heutigen Bibelversen und ihrem Umfeld können wir erkennen, dass es Gott nicht nur darum geht, seine Kinder zu befreien. Der Losungsvers ist der Anfang der Zehn Gebote. Diese kamen nicht einfach irgendwie zu irgendwem. Nein, Gott hatte einen Plan. Deshalb hatte er die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Alles, was er ihnen nun mitteilte, galt ihnen als „Nicht-mehr-Sklaven des Pharao“. Sie gehörten nun zu Gott und er zu ihnen. Dazu hatte er sie befreit, denn er will Gemeinschaft mit seinen Kindern haben.

Das ist etwas, was ich immer wieder überwältigend finde, wenn ich in der Bibel lese. An so vielen Stellen wird sichtbar, dass Gott das von Anfang an geplant hat. Nichts, was die Menschen taten, hielt ihn davon ab, dieses Ziel zu verfolgen. Selbst wenn Maßnahmen und Methoden sich änderten, sein Ziel war und bleibt, dass Menschen seine Kinder werden und für immer mit ihm zusammen sein können. Dafür sandte er seinen Sohn. Dafür schenkt er uns Glauben, damit wir dieses Ziel erreichen können.

Manchmal bleiben wir jedoch bei der Befreiung stecken. Gerade wenn wir noch darauf warten, sei es bei uns selbst oder bei einer anderen Person, geschieht manchmal eine heimliche Verschiebung. Das Ziel heißt plötzlich nicht mehr Gemeinschaft mit Gott, sondern Befreiung. Im Lehrtext lesen wir von Paulus und Silas, die gerade aus dem Gefängnis entlassen worden waren. Ihre Befreiung geschah durch „ein großes Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Und sogleich öffneten sich alle Türen und von allen fielen die Fesseln ab.“ (Apg. 16,26) Interessanterweise flohen sie nicht sofort, sondern halfen dem Aufseher und berichteten ihm von Jesus. Sie wussten sich in Christus befreit, um sein Reich zu bauen. Sie wollten mit ihm und den Seinen zusammen sein, egal, wo sie sich befanden. Kennen wir diese Freiheit?

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen