Gedanken zur Losung für Samstag, den 25.05.2019

Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist!
Psalm 81,2

Paulus schreibt: Ich will beten mit dem Geist und will auch beten mit dem Verstand; ich will Psalmen singen mit dem Geist und will auch Psalmen singen mit dem Verstand.
1. Korinther 14,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Singen und beten

Im heutigen Losungswort lesen wir die Aufforderung, Gott fröhlich zu singen. In den nachfolgenden Versen wird das sogar konkretisiert: „Stimmt Lieder an und schlagt die Pauken! Lasst die Saiten von Zither und Harfe erklingen! Stoßt in die Trompete zum jährlichen Fest! „(Ps. 81,3-4a) Es wird also richtig aufgefahren - allerdings nicht für eine Party, sondern aus Begeisterung darüber, dass Gott unsere Stärke ist.

Im Lehrtext wird das Ganze etwas geheimnisvoller. Der Apostel Paulus unterscheidet, ob wir mit bzw. im Geist beten oder singen oder aber mit unserem Verstand. Was bedeutet das? Und worin liegt der Unterschied?

Im Vorfeld des Lehrtextes geht es darum, ob ein Gebet oder Lied von den Zuhörern verstanden werden kann oder ob es sich nur zwischen Gott und der betenden Person abspielt. Paulus plädiert für ein verständliches Singen und Beten. Damit ist für so manch einen das Kapitel abgeschlossen: Wozu im Geist beten oder singen - das macht eh keinen Sinn. Doch ich meine, das stimmt so nicht. Sonst wäre der Lehrtext nur eine hohle Formel. Ich denke, es geht eher darum, die Dinge zur richtigen Zeit zu tun. Was aber bedeutet überhaupt, mit oder im Geist zu beten und zu singen?

Es gibt verschiedene Gründe, warum man betet oder singt. Ich kann zu Gott beten oder auch für jemand anderen. Ich kann auch mein Herz vor Gott ausschütten. Für viele ist Gebet eine Art Einbahnstraße - man redet zu Gott und das war‘s. Doch etwas ganz Besonderes ist es, wenn Gott selber in mir ein Gebet oder ein Lied inspiriert. Dann redet er nicht nur zu, sondern sogar durch mich. Da berühren sich Himmel und Erde. Einige platzen fast vor Freude, wenn sie das erleben, andere weinen ergriffen, wieder andere werden ganz ruhig und spüren diesen göttlichen Frieden in ihrem Inneren.

Deshalb: Auch das Beten und Singen im Geist darf, ich glaube sogar, sollte einen Platz in unserem Glaubensleben haben.

Ich wünsche es uns,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 24.05.2019

Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue.
4. Mose 23,19

Er trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort.
Hebräer 1,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wort und Herz

Das heutige Losungswort ist eine Prophezeiung Bileams, einer zwielichtigen Person in der Zeit der Wüstenwanderung Israels. Der König der Moabiter, Balak, hatte Bileam dafür gerufen und bezahlt, dass dieser das Volk Israel verfluchen sollte. Balak meinte, wenn ein Prophet diesen Fluch ausspricht, wäre die Erfüllung garantiert. Allerdings war es Bileam nicht möglich, Israel zu fluchen. Stattdessen segnete er das Volk, sehr zum Verdruss von Balak. Doch Bileam erklärte ihm, dass Gott nicht so ist wie ein Mensch. Man kann ihn nicht vor den eigenen Karren spannen.

Diese Begebenheit zeigt mir, dass wir nicht schutzlos irgendwelchen Mächten gegenüberstehen. Selbst wenn sich die ganze Hölle gegen uns zusammenbraut, wird sich Gott immer dazwischenstellen. An ihm geht nur das vorbei, was er vorbeigehen lässt. Er kann sogar Fluch in Segen verwandeln. Er hält die ganze Welt durch sein Wort zusammen, wie wir es sinngemäß im Lehrtext lesen oder es in einem alten Spiritual lautet: „He‘s got the whole world in his hands!“

Dennoch kommt vielleicht bei dem einen oder anderen Bibelkundigen die Frage auf: Lässt Gott sich wirklich nichts gereuen? Immerhin lesen wir an mehreren Stellen, dass es so war. Zum Beispiel reute es Gott, dass er die Menschen gemacht hatte, weil sie so böse waren. Die Folge war die Sintflut.(1) Als Israel sich das Goldene Kalb gebaut hatte, wollte Gott sein Volk vernichten. Doch auf Moses Bitte hin gereute es ihn.(2) Wie passen also die Aussagen des Losungswortes zu diesen Ereignissen?

Nun, wir wissen, dass Gott in sich Gerechtigkeit und Barmherzigkeit vereint. Doch die Barmherzigkeit ist sein Herz. Wenn wir von dieser Barmherzigkeit ergriffen sind und Gott um etwas bitten, so treffen wir sein Herz, sodass er nicht ausführt, was er durch sein Wort angedroht hat. Wenn aber jemand darauf spekuliert, dass Gott Fünfe gerade sein lässt, dann gilt: Gott ist kein Mensch, dass ihn etwas gereue.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Mos. 6,5-7 (2) 2.Mos. 32,14

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 23.05.2019

Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth.
Jeremia 15,16

Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.
Lukas 11,28

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die größte Freude

Was stellen wir uns unter dem Begriff „das Wort Gottes“ vor? Für die einen ist es die Bibel, am besten in der Lutherübersetzung, denn das ist für sie das Original. Dass Gott heute noch reden könnte, erscheint ihnen eher suspekt. Andere laufen sogenannten „Propheten“ geradezu hinterher, da sie deren „Gottesworte“ aktueller und auch persönlicher empfinden als das, was in der Bibel steht. Deshalb lesen sie auch kaum darin. Was sie darüber wissen, stammt aus zweiter Hand.

Jeremia, von dem der heutige Losungsvers stammt, kannte beides: die Schrift und Gottes direktes Reden. Für ihn war es kein entweder - oder, sondern jeweils ein Teil vom Ganzen. Wären die Schriften der Bibel alles, was wir haben, wäre die Bibel ein Buch unter vielen. Doch genau das ist sie nicht, und zwar aus folgendem Grund: Sie enthält das, was Gott den Menschen mitteilen möchte. Das ist auch der Grund, warum Jesus zu den Menschen sprach. Sie sollten von Gott hören.

Im Lehrtext lesen wir, was Jesus sagte, als eine Frau überschwänglich auf seine Botschaft reagierte. Sie pries Maria, Jesu Mutter, selig, da diese ihn empfangen, getragen und genährt hatte.(1) Ich bin immer wieder überrascht und beeindruckt, welche Antworten Jesus den Menschen gibt. Er kommentiert die begeisterte Verehrung nicht, sondern weist mit ihr auf etwas noch viel Größeres hin: das Wort Gottes. Wer es hört - also empfängt - und bewahrt - also trägt und nährt -, der wird selig sein. Anders ausgedrückt: Freuen darf sich, wer Gottes Wort hört und sein Leben danach ausrichtet.

Da sind wir ganz dicht bei dem, was Jeremia sagte: „Dein Wort ist meines Herzens Trost und Freude.“ Gottes Wort aufzunehmen, öffnet die Tür in eine neue Dimension, denn es hat einen Namen: Jesus Christus.(2) Er kommt von Gott und er führt zu Gott. Wer ihn hört, der hört Gott. Wer ihn aufnimmt, nimmt Gott auf. Und wird erleben, wie Buchstaben mit Leben erfüllt werden und Gott redet.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Luk. 11,27 (2) Joh. 1,14

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 22.05.2019

Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.
Jesaja 25,9

Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk.
Lukas 1,68

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Besuch

Es klingelt an der Tür. Als sie kurz darauf geöffnet wird, steht draußen der Pastor der Gemeinde. In diesem Moment entscheidet sich, ob das ein Anlass zur Freude oder zum Schrecken ist. Einige sagen: „Oh wie schön, dass du mich besuchst!“ Andere sagen: „Das wurde aber auch mal Zeit!“ Dritte machen mit einem kurzem „Was willst du?“ deutlich, dass man stört. Und Vierte erschrecken sogar und fragen: „Was habe ich denn falsch gemacht, dass du bei mir einen Kontrollbesuch abhältst?“

Ein Besuch kann also sehr unterschiedlich empfunden werden. Oft schon, bevor der Besucher ein Wort sagen kann. Das hat etwas mit unserer inneren Erwartung zu tun. Sehnen wir uns danach oder stört es uns eher? Einige möchten nur besucht werden, wenn man sich verabredet hat. Ein spontaner Besuch ist ihnen unangenehm - vielleicht, weil die Wohnung noch nicht aufgeräumt ist.

Im heutigen Lehrtext ist auch von einem Besuch die Rede. Gott besucht uns - und das, ohne eine Zeit mit uns verabredet zu haben, also aus unserer Sicht spontan. Plötzlich ist er da. Doch Zacharias, der Vater von Johannes dem Täufer, lobte Gott und war voller Dankbarkeit. Allerdings hatte Zacharias auch so seine Startschwierigkeiten. Als ihm nämlich ein Engel begegnet war und angekündigt hatte, dass Zacharias und seine Frau Elisabeth ein Kind bekommen würden, konnte er es nicht glauben. Der Besuch des Engels erschrak ihn und dessen Botschaft erschien ihm unglaubwürdig. Deshalb war Zacharias stumm bis zur Geburt seines Sohnes. Manchmal brauchen wir Zeit, um zu begreifen, wie wertvoll ein Besuch ist - besonders, wenn er von Gott kommt.

Nun, wir wissen nicht, wann Gott uns persönlich begegnen will. Doch im heutigen Losungswort steht, dass wir darauf hoffen können. Wenn wir das tun, werden wir weder erschrecken noch uns gestört fühlen. Im Gegenteil, wir werden uns freuen und fröhlich sein. Also: Wenn es klingelt, vergessen wir nicht - es könnte ein Engel vor unserer Tür stehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 21.05.2019

In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott.
Psalm 31,6

Das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
Römer 8,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erlösung

Das heutige Losungswort zeigt uns, wie wir Erlösung erleben können. Zunächst möchte ich auf den Begriff „Erlösung“ eingehen.

Erlösung ist etwas anderes als Vergebung. In der Vergebung wird uns unsere Schuld erlassen, doch in der Erlösung werden wir frei von dem, was uns gefangen nimmt. Das können äußerliche Zwänge, Bedrohungen, körperliche oder auch seelische Schmerzen sein. Es können aber auch innere Zwänge sein, wie ein vorlautes Verhalten, Ängste oder der Hang, sich zu versündigen. Erlösung befreit uns also von den Ursachen, Vergebung hingegen von den Folgen unseres Handelns. Wir benötigen beides.

In der Losung heißt es nun: „In deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Dieser kurze Satz erklärt, wie Erlösung konkret stattfindet. Man könnte sie mit einer OP vergleichen. Damit wir z.B. frei von einem Tumor werden, müssen wir uns in die Hände der Ärzte begeben. Wir können uns nicht selbst davon befreien. Genauso ist es bei Gott. Wenn wir uns ihm anbefehlen, räumt er in unserem Leben auf und erlöst uns von allem, was uns innerlich bindet. Das eine geht nicht ohne das andere.

Genauso beschreibt es auch der Lehrtext. Kurz zuvor beschrieb der Apostel Paulus, was ihn gefangen nahm - nämlich die in ihm wohnende Neigung zur Sünde. So heißt es: „Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ (Röm. 7,19) Wie kommt man aus solch einem Teufelskreis heraus? Nur durch ein Wunder Gottes. Genau davon spricht Paulus kurz danach: „Müssen wir denn nun noch damit rechnen, verurteilt zu werden? Nein, für die, die mit Jesus Christus verbunden sind, gibt es keine Verurteilung mehr.“ (Röm. 8,1) Diese nicht stattfindende Verurteilung ist noch nicht die Erlösung, aber deren Voraussetzung. Was nun folgt, ist, dass der Geist Gottes uns von den Ursachen befreit, die uns von Gott trennen wollen - nicht auf einen Schlag, doch jeden Tag ein Stückchen mehr.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 20.05.2019

Der HERR ist dein Ruhm, und er ist dein Gott.
5. Mose 10,21

Jesus Christus spricht: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
Offenbarung 22,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

A und O

Im heutigen Losungswort lesen wir: „Der HERR ist dein Ruhm!“ Was ist mit dem Wort „Ruhm“ gemeint? Sollen wir stolz darauf sein, dass der Schöpfer des Himmels und der Erde unser Gott ist? Oder bedeutet es eher, dass wir Gott rühmen sollen? Die Bibelübersetzungen geben es verschieden wieder. Ich tendiere mehr zu dieser: Er ist dein Lobgesang, er ist dein Gott. Wir können aber auch stolz im Sinne von dankbar dafür sein, dass Gott sich uns zugeneigt hat.

Diese Zuwendung wird in einer besonderen Weise im Umfeld des Lehrtextes beschrieben. Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, lesen wir, was diejenigen erwartet, die ihre Hoffnung auf Jesus Christus gesetzt haben. Er selbst wird alle ihre Tränen abwischen. Was auch immer war, es ist vorbei. Gott und Jesus Christus werden direkt bei uns sein. Wir werden nicht mehr sterben und auch nicht mehr in Angst leben. Eine unvorstellbare Zukunft wartet auf uns.

Doch was meint Jesus Christus damit, wenn er sagt, dass er der Anfang und das Ende ist? Nun, ich habe mich einmal selbst gefragt, woher ich wissen kann, dass ich nach meinem Tod in den Himmel komme. Ich hörte von Christen, die an ihrem Lebensende plötzlich von großen Zweifeln heimgesucht wurden. Die Antwort auf diese Frage liegt, so meine ich, in diesem Vers. Jesus Christus war schon da, bevor ich an ihn glaubte. Er war es, der mich dahin führte, nach ihm zu fragen. Er war es, der mir antwortete und mein Herz mit Sehnsucht erfüllte. Er ist also nicht nur weltgeschichtlich, sondern auch ganz persönlich der Erste, der Anfang, das A.

Bei einem Urlaub in Spanien sah ich einige Bauruinen. Die Besitzer hatten mit dem Bau begonnen, konnten ihn aber aus Kostengründen nicht beenden. Genau das wird bei Gott nicht geschehen. Derjenige, der mit uns begonnen hat, wird es auch vollenden. Der Jesus, der heute unser Leben erfüllt, wird auch unser Leben nach dem Tod erfüllen. Unsere Sicherheit für morgen ist heute schon da. Wer das A hat, hat auch das O!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 19.05.2019

Sieht Gott nicht meine Wege und zählt alle meine Schritte?
Hiob 31,4

Kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.
Hebräer 4,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott sieht mich

Dass Gott uns sieht, kann einerseits Trost für uns bedeuten, andererseits ist es möglich, dass wir das gar nicht wollen. Zumindest nicht immer. Mitunter gibt es Dinge, die uns peinlich sind oder für die wir uns sogar schämen. Deshalb versuchen wir dann, sie bedeckt zu halten, vor Menschen - und manchmal auch vor Gott.

Das heutige Losungswort stammt von einem Mann namens Hiob, der nichts mehr zu verlieren hatte, nachdem ein Unglück nach dem anderen über ihn hereingebrochen war. Um die Aussage herum, dass Gott ihn sieht, finden wir eine Aufzählung all dessen, was Hiob in seinem Leben richtig gemacht oder an Sünden unterlassen hat. Einige Ausleger nennen das „selbstgerecht“. Doch Hiob hatte nicht übertrieben, Gott selbst sagte über ihn, dass keiner so gerecht war wie er.(1) Ja, wenn schon so jemand in Schwierigkeiten gerät, was bleibt dann denjenigen, die nicht alles richtig machen? Die manchmal sogar regelrecht daneben greifen?

Es bleibt die Flucht zu Gott. Zu dem, der alles sieht und weiß, vor dessen Augen „alles bloß und aufgedeckt“ ist, wie es im Lehrtext heißt. Vor ihm können wir nichts verbergen - und müssen es auch gar nicht. Es ist nämlich nicht unsere Gerechtigkeit, die den Weg zu ihm frei macht, sondern die Gerechtigkeit, die wir durch die Verbindung mit Jesus Christus erhalten. Heißt das nun, dass dann alles egal ist, weil Gott zuständig ist und nicht wir?

Ich glaube, wenn uns bewusst wird, was es für Jesus bedeutet hat, uns seine Gerechtigkeit zu geben - nämlich den Tod am Kreuz - wird klar, dass es nicht egal sein kann, wie wir handeln. Weder uns noch Gott, „dem wir Rechenschaft geben müssen.“ Dennoch dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns gnädig sein wird, wenn wir in Verbindung mit Christus leben. Seine Gnade ist aber nicht billig, denn unsere Gerechtigkeit in Christus ist teuer erkauft. Dass Gott uns sieht, darf uns also ermutigen und dazu führen, ihn ernst zu nehmen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hiob 1,8

Gedanken zur Losung für Samstag, den 18.05.2019

Als jene ganze Generation zu ihren Vorfahren versammelt worden war, kam nach ihnen eine andere Generation, die weder vom HERRN wusste, noch von dem Werk, das er für Israel getan hatte.
Richter 2,10

Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten.
2. Timotheus 2,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Die nächste Generation

Das heutige Losungswort aus dem Buch der Richter erzählt von einer Zeit nach dem Tod Josuas und seiner Mitstreiter. Diese hatten den Glauben an den Gott Israels noch hochgehalten. Doch danach vergaßen die Menschen Gott und wandten sich den Götzen der umliegenden Völker zu. Dabei hatte Gott seinem Volk spezielle Gebote gegeben, die genau das verhindern sollten. So sollten z.B. alle sieben Jahre beim Laubhüttenfest dem gesamten Volk die Gebote und Verordnungen Gottes vorgelesen werden. Wörtlich heißt es: „Tut dies, damit eure Kinder, die diese Gebote noch nicht kennen, sie hören. Sie sollen lernen, dem Herrn, eurem Gott, mit Ehrfurcht zu begegnen.“ (5.Mos. 31,13a) Es waren also die Traditionen, die Rituale und die Feiertage, die dazu dienten, den Glauben an Gott aufrechtzuerhalten. Trotzdem fielen die Israeliten immer wieder von ihm ab.

Wie ist es nun unter Christen? Sollen auch bei uns die Traditionen, Rituale und Feiertage den Glauben an Jesus Christus in die nächste Generation weiterleiten? Öfters begegne ich der Meinung, man könne die eigenen Kinder zu Christen erziehen, wenn man sie nur anhält, sich christlich zu verhalten. Doch der Glaube an Jesus Christus kann meiner Erkenntnis nach nicht einfach anerzogen werden. Jeder Mensch - jung oder alt - benötigt eine persönliche Offenbarung, um an Jesus glauben zu können. Wir können Christus bezeugen, doch nicht einfach übertragen.

Wovor wir uns allerdings hüten sollten, ist, von unseren Kindern ein bestimmtes Verhalten einzufordern, aber selber in unserem Charakter nicht Christus widerzuspiegeln. Natürlich halten wir unsere Kinder an, das Gute zu tun und das Böse zu meiden. Doch unser Leben ist auf Gnade gegründet. Das sollten wir im Gedächtnis behalten. Wenn unsere Kinder das bei uns entdecken, wird es ihnen Mut machen, ebenfalls nach Christus zu fragen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen