Israelreise mit Angela und Hans-Peter Mumssen

Vom 14. bis zum 21. Sept. 2016
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Gedanken zur Losung für Montag, den 30.05.2016

Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde.
2.Mose 3,14

Jesus Christus spricht: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Matthäus 28,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der „Ich bin“

Die heutigen Bibelverse zeigen uns etwas über Gottes Namen und sein Wesen. Im Losungswort antwortet Gott Mose, als dieser nach seinem Namen fragte: „Ich werde sein, der ich sein werde.“ In anderen Bibelübersetzungen heißt es auch: „Ich bin, der ich bin.“ So oder so ist es ein ganz außergewöhnlicher Name. Durch ihn kommt zum Ausdruck, dass dieser Gott außerhalb unserer Dimension steht: unveränderlich und ewig. Er ist der immer „seiende“ Gott. Für uns mag es gestern, heute und morgen geben, doch Gott ist immer: „Ich bin.“ Aus unserer Sicht bedeutet das, er war, ist und wird sein, weil wir von unserem ersten Atemzug an der Zeit unterworfen sind. Doch Gott steht außerhalb als der „Ich bin“. Wer sonst kann so etwas von sich sagen? Niemand. Von wem sonst könnte man so etwas behaupten? Von keinem. Es gibt niemand, der so unwandelbar ist, weil niemand so „seiend“ ist wie Gott.

Wenn wir nun sagen, Gott verändert sich nicht, bedeutet das nicht, dass er starr und unbeweglich wäre. Im Gegenteil, weil er immer absolut im Jetzt ist, ist er auch so lebendig und präsent wie niemand anders. Wie anders sind da wir Menschen: Oft nimmt uns die Vergangenheit oder auch die Zukunft so in Beschlag, dass uns für das Jetzt kaum Luft bleibt. Manchmal erscheint auch das Jetzt so groß, dass wir das Gefühl haben, kaum bestehen zu können. So ging es z.B. den Israeliten zur Zeit des Mose. Doch genau da hinein sprach Gott: „Ich bin.“ Und setzte hinzu: „Und ihr sollt auch sein.“(1) Und zu Mose ganz direkt: „Ich will mit dir sein.“(2)

Da Gott der ewig Seiende ist, hat sich diese Botschaft bis heute nicht geändert. Durch alle Zeiten hindurch hat er zu den Menschen geredet. Schließlich sandte er seinen Sohn, Jesus Christus. Als dieser zum Vater in den Himmel zurückkehrte, sagte er das, was im heutigen Lehrtext steht: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Durch ihn ist Gottes Präsenz also auch bei uns - immer seiend und ganz persönlich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 2.Mos. 3,9 (2) 2.Mos. 3,12


Gedanken zur Losung für Sonntag, den 29.05.2016

Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land.
Psalm 143,6

"Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken."
Matthäus 11,28

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Seelendurst

Im Psalm 143, aus dem das heutige Losungswort stammt, beschreibt David seine Sehnsucht, Gott zu begegnen. Er spricht davon, dass seine Seele nach Gott dürstet. Tatsächlich glaube ich, nur Gott kann diesen Durst einer Seele stillen.

Es gibt ja viele Dinge, die sich Menschen wünschen, wonach ihr Herz verlangt. Das können Güter, Reichtum, Ansehen oder ein erotisches Abenteuer sein. Andere sehnen sich nach einem Partner, der sie wirklich liebt. Doch der Durst der Seele ist, denke ich, etwas anderes. Diesen Durst kann kein Mensch stillen. Es kann sein, dass jemand alles hat, was das Herz begehrt, doch der Durst der Seele ist immer noch da.

Jesus Christus unterhielt sich einmal mit einer Frau am Brunnen und bot ihr lebendiges Wasser an. Dieses Wasser sollte nicht den körperlichen, sondern den seelischen Durst stillen. Zuerst verstand die Frau nicht, was Jesus meinte, doch dann sprach er einen wunden Punkt im Leben dieser Frau an: „Geh und hole deinen Mann hierher!“, sagte Jesus. „Ich habe keinen Mann“, entgegnete die Frau. „Das ist richtig“, erwiderte Jesus. „Du hast keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Da hast du etwas Wahres gesagt.“ (Joh. 4,16-18) Der wunde Punkt im Leben dieser Frau waren ihre Beziehungen. Doch Jesus kritisierte sie nicht. Ich glaube, dass er ihr zeigen wollte: „Dein Seelendurst kann nicht von Männern gestillt werden - nur Gott kann ihn stillen.“

Und Gott will ihn stillen! Das geht klar und deutlich aus dem Lehrtext hervor. Was können wir daraus lernen?

Zunächst, dass wir selber immer wieder zu der Quelle gehen, wo der Durst unserer Seele gestillt werden kann - zu Jesus Christus. Des weiteren können wir lernen, Fehlverhalten anderer nicht sofort zu verurteilen, sondern zu schauen, ob dahinter nicht der Durst ihrer Seele steckt. In diesem Fall ist die Botschaft des Lehrtextes treffender als eine Bußpredigt. Darauf lasst uns achten.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 28.05.2016

Gott hat mich erlöst, dass ich nicht hinfahre zu den Toten, sondern mein Leben das Licht sieht.
Hiob 33,28

Gott hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch seine Kraft.
1.Korinther 6,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Durch seine Kraft

Das heutige Losungswort stammt von einem der Freunde Hiobs, die diesen besuchten, als er schwer krank war. In einer langen Rede versuchte Elihu Hiob zu erklären, dass er selbst für seinen Zustand verantwortlich war. Das erscheint uns vielleicht gefühllos, aber die Menschen haben schon zu allen Zeiten nach Ursachen und Gründen gesucht. Das Losungswort war nicht als Ermutigung gemeint, sondern als Warnung. Laut Elihu würde Gott jemand vielleicht zwei oder drei Mal „von den Toten“ zurückholen und „ihn mit dem Licht der Lebendigen“ erleuchten.(1) Deshalb sollte Hiob besser seine Schuld zugeben, bevor alles vorbei wäre. Elihus Botschaft lautete kurz gesagt: „Gott ist gnädig - aber seine Gnade hat irgendwann ein Ende. Wenn du bis dahin deine Dinge nicht geregelt hast ...“

Wer das Buch Hiob kennt, weiß, dass Elihus Botschaft nicht unbedingt falsch war - aber leider auch nicht richtig. Sie ging an Hiobs Situation vorbei. Es gab nämlich nichts, was Hiob hätte regeln können. Weil Gott das wusste, verlangte er das auch gar nicht. Die Freunde Hiobs jedoch waren sich in ihrer Sicht der Dinge sehr sicher.

Wie ist das nun bei uns? Forschen wir bei schwierigen Situationen nach Hintergründen und Erfahrungen, um dann die Lösung zu präsentieren? Dann kann es uns gehen wie Elihu: nicht falsch, aber auch nicht richtig. Wir können jedoch auch den Weg Hiobs gehen, der auf seine Fragen keine Antwort fand, das so stehen ließ und sich direkt an Gott wandte. Im Umfeld des Lehrtextes heißt es: „Wer aber dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit ihm.“ (1.Kor. 6,17) Dieser Geist - nämlich der Geist Jesu Christi - wird uns in alle Wahrheit führen.(2) Wir werden verstehen, was wir verstehen müssen. Was wir nicht verstehen, wird uns jedoch nicht das Leben kosten. Das erhalten wir nämlich durch Christus und seine Auferstehung. Deshalb leben wir nicht durch Erkenntnis, sondern durch seine Kraft.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hiob 33,29f (2) Joh.16,13

Gedanken zur Losung für Freitag, den 27.05.2016

HERR, lass den Geringen nicht beschämt davongehen.
Psalm 74,21

„Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“
2.Korinther 12,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Nicht beschämt

Ist Schamgefühl etwas von gestern? Ich denke, nein. Auch heute schämen sich Menschen, arm und bedürftig zu sein. Für so manchen ist es eine seelische Tortur, in Ämter zu gehen, um dort Wohngeld oder Grundunterstützung zu beantragen. Viele Frauen und Männer, die einmal sexuell missbraucht wurden, schämen sich, als wären sie selbst daran schuld. Andere schämen sich, wenn sie durch eine Erkrankung unansehnlich werden. Andere möchten nicht, dass Freunde und Kollegen von ihrem Glauben an Jesus Christus wissen. Sie schämen sich, zu ihrem Glauben zu stehen und z.B. vor dem Essen zu beten.

Scham hat immer etwas mit der Furcht zu tun, dass etwas ganz Persönliches aufgedeckt wird und andere darüber herfallen. Es ist die Furcht, gedemütigt oder bloßgestellt zu werden.

Nun bittet der Psalmist im heutigen Losungswort, dass der Geringe nicht beschämt davon gehen muss. Wie erhört Gott dieses Gebet? Verändert er die Menschen um uns herum? Ich glaube nicht. Vielmehr glaube ich, dass Gott an uns selbst etwas verändert. Ein Beispiel dafür ist der Apostel Paulus.

Paulus war ja für das Evangelium unterwegs. Es wäre doch gut gewesen, wenn Paulus voller Kraft und Gesundheit, makellos und mit göttlicher Vollmacht das Evangelium verkündigt hätte. Das hätte sicher viele Menschen überzeugt. Doch nach Galatien kam Paulus mit einer unansehnlichen Krankheit.(1) Diejenigen, die er missionieren wollte, mussten sich um ihn kümmerten. Er war der Schwache und sie die Starken. Doch er wartete nicht, bis er wieder stark war. Er schämte sich nicht wegen seiner Schwachheit, denn er wusste, dass Gottes Kraft in den Schwachen mächtig ist! Das gilt auch für uns. Durch Jesus Christus sind wir rein. Gottes Kraft ist nicht abhängig von unserer. Deshalb müssen wir uns weder vor uns selbst noch vor anderen schämen. Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.(2) Niemand muss sich mehr verkriechen - nicht vor Gott und deshalb auch nicht vor Menschen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Gal. 4,13-14 (2) 2.Kor. 5,17


Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 26.05.2016

Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist!
Jesaja 12,4

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.
Markus 16,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mission

Die Worte Missionierung und Evangelisation geraten zunehmend in Misskredit. Der Hintergrund sind Zwangsmissionierungen, welche die sogenannte „freie Welt“ schockieren. Noch heute habe ich die Bilder von syrischen Christen vor Augen, die vor ihren Scharfrichtern knieten, um hingerichtet zu werden. Hätten sie sich zum Islam bekannt, würden sie noch leben. Da ich mit Christen aus Indien in enger Beziehung stehe, weiß ich, dass auch dort, verborgen vor unseren Augen, eine Welle von Zwangskonvertierungen zum Hinduismus über das Land rollt. Viele indische Christen leiden unter Diskriminierung, Rechtsbeugung und teilweise brutaler Gewalt. Wenn man dann noch in die eigene Vergangenheit schaut, in der auch bei uns das Christentum teilweise unter Zwang und Todesdrohungen den Menschen aufgezwungen wurde, kann man vielleicht Menschen verstehen, für die Mission ein rotes Tuch ist. Sollten wir besser gar nicht über Gott reden?

Würde jemand ein wirksames Medikament gegen Aids oder Krebs entdecken, wäre es seine Bürgerpflicht, diese Entdeckung nicht geheim zu halten. Eine gute Botschaft sollte also allen Menschen zugänglich gemacht werden, eine persönliche Meinung oder Neigung aber niemand anders aufgezwungen werden. So denken die meisten Menschen in unserem Land.

Wie verstehen wir nun den Missionsbefehl der Bibel, der sowohl im heutigen Losungswort als auch im Lehrtext zum Ausdruck kommt? Wir Christen wissen, dass das Evangelium die beste Botschaft aller Zeiten ist, die jedem Menschen zugänglich gemacht werden sollte. Doch wie kann das geschehen, wenn unser Gegenüber befürchtet, dass ihm etwas übergestülpt wird? Ich denke durch drei Vorgehensweisen:

1. Indem wir uns durch unsere Worte und vor allem durch unser Verhalten zu Jesus Christus bekennen.
2. Indem wir es leben. Nur so erkennt man seine Kraft.
3. Indem wir uns den Menschen zuwenden, ihre Fragen ernst nehmen und auf das Wirken des Heiligen Geistes vertrauen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 25.05.2016

Der HERR hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Psalm 91,11-12

Paulus schreibt: Der Herr stand mir bei und stärkte mich.
2.Timotheus 4,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Auf allen Wegen

Wenn man den heutigen Losungstext liest, könnte man meinen, dass einem als Christ nichts mehr passieren kann. Von Engeln behütet, sodass man sich nicht mal mehr den Fuß stößt - was kann uns da noch geschehen? Nun, wir wissen sowohl aus der Bibel als auch aus unserem Leben, dass uns sehr wohl sehr vieles passieren kann. Einer, der das bis zur Neige erfahren hatte, war der Apostel Paulus, von dem der heutige Lehrtext stammt. Tatsächlich schrieb er diese Zeilen aus dem Gefängnis, in Erwartung eines baldigen Todes. Paulus hatte in seiner Nachfolge alles erlebt, sowohl Höhen als auch Tiefen. Im Umfeld des Lehrtextes beschreibt er, wie er von vielen verlassen und von einigen sogar angefeindet wurde. Gerade in diesen Nöten hatte er jedoch erfahren, was der Lehrtext sagt: „Der Herr stand mir bei und stärkte mich.“

Gottes Schutz zeigt sich also nicht nur darin, uns vor schlimmen Dingen zu bewahren. Mit diesem Gedanken wollte der Teufel auch Jesus versuchen und zitierte das, was im Losungswort steht.(1) Doch Jesus wusste, dass Gottes Schutz noch mehr als das beinhaltet: nämlich uns durch alles hindurchzubringen.

Lesen wir die Losung so, bekommt sie eine tiefere Dimension. Seine Engel behüten uns auf allen Wegen, auch und ganz besonders auf den schweren. Sie tragen uns, wo wir nicht mehr können, und achten darauf, dass wir nicht zu Fall kommen, wenn wir schwach sind. Für den Starken ist ein bisschen Stolpern nämlich kein Problem - für den Schwachen schon. Wir dürfen uns jedoch tatsächlich darauf verlassen, dass Gott seine Hand über uns hält - auf allen Wegen. In dem bekannten Lied „Lobe den Herren“ heißt es an einer Stelle: „In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet!“ Besser kann man es nicht sagen. Wer erlebt hat, wie Gott ihn in schlimmen Zeiten festgehalten hat, wird darin aus vollem Herzen einstimmen können.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Matth. 4,5-6


Gedanken zur Losung für Dienstag, den 24.05.2016

Weh denen, die unrechte Gesetze machen, um die Sache der Armen zu beugen und Gewalt zu üben am Recht der Elenden!
Jesaja 10,1.2

Was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?
2.Korinther 6,14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Recht und Gerechtigkeit

Im heutigen Losungswort geht es vor allem darum, dass das Recht nicht gebeugt wird - besonders bei denen, die sich nicht wehren können. Nun haben wir in unserem Land in vielen Bereichen ein sehr gutes Rechtssystem. Es gibt einen Rechtsbeistand für mittellose Menschen, ein Insolvenzrecht für Überschuldete, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Minderheitenschutz, Gewaltenteilung (Legislative, Judikative und Exekutive) und vieles mehr. In vielen Ländern wird den dort lebenden Menschen solch eine Rechtssicherheit nicht gewährt.

Natürlich gibt es auch in unseren Gesetzen empfindliche Lücken, z. B. beim Schutz des ungeborenen Lebens. Doch wie auch immer wir Christen darauf reagieren, wir haben die Freiheit, das Leben unserer werdenden Kinder nicht anzurühren. In Härtefällen können wir uns gegenseitig helfen. Niemand darf hier eine schwangere Frau dazu zwingen, ihr Kind abzutreiben. In anderen Ländern, z.B. in China, haben die Menschen dieses Recht nicht oder müssen hohe Beträge bezahlen, um ihr Kind behalten zu dürfen.

Was die Rechtssicherheit in unserem Land anbelangt, können wir also nicht sagen: „Bei uns Christen ist das Licht und in der Welt die Finsternis.“ Doch was meint der Lehrtext, der deutlich Licht und Finsternis unterscheidet? Nun, dieser Text bezieht sich auf Gerechtigkeit, und das ist etwas anderes. Das Recht ist dazu da, Unrecht einzudämmen. Gerechtigkeit hingegen produziert überhaupt kein Unrecht. Ein Gerechter bräuchte noch nicht einmal ein Gesetz, weil er aus sich heraus seinem Nächsten nicht schaden will. In diesem Sinne ist die Vielzahl der Gesetze sogar ein Indiz für die Ungerechtigkeit im Herzen des Menschen. Nur Jesus Christus kann das ändern. Seine Vergebung, seine Kraft und der innewohnende Heilige Geist machen uns gerecht. Deshalb sind wir Christen berufen, im Licht zu leben und nicht mehr in der Finsternis.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 23.05.2016

Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren.
3.Mose 19,32

Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
Römer 12,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ehrerbietung

Wie steht es eigentlich mit dem Respekt vor der älteren Generation und überhaupt mit der Ehrerbietung gegenüber anderen? Weshalb gebietet uns das heutige Losungswort, das Alter zu ehren?

Nun, ein Mensch kann sich vieles in kurzer Zeit aneignen - z.B. Wissen, Sprachkenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten. Doch eines benötigt immer Zeit und ist nicht abzukürzen: Lebenserfahrung. Man kann zehn Lehrbücher über die Ehe gelesen haben, eine gelebte Ehe ist immer anders. Man kann das soziale Verhalten von Hartz 4 Empfängern studiert haben, doch den Abstieg in die eigene Arbeitslosigkeit zu erleben, ist etwas anderes. Die Partei der Grünen wollte niemals einem Militäreinsatz der Bundeswehr zustimmen, doch im Kosovokrieg 1999 stand sie plötzlich vor der Frage: zuschauen oder eingreifen? All das sind Lebenserfahrungen, die man sich nicht theoretisch aneignen kann.

Im Buch der Könige wird berichtet, dass Rehabeam, der Sohn Salomos, den Rat der älteren Berater seines Vaters verwarf und nur auf den seiner Altersgenossen hörte.(1) Diese Torheit führte dazu, dass in Israel ein Bürgerkrieg ausbrach und sich das Volk in zwei Reiche aufspaltete. Ich selbst habe in einer afro-amerikanischen Gemeinde zu Jesus Christus gefunden. Dort hatte man einen hohen Respekt vor den älteren Glaubensgeschwistern. Von ihnen habe ich etliche weise Ratschläge bekommen, die mein Leben bis zum heutigen Tag begleiten.

Zurück in Deutschland erlebte ich zumindest teilweise zwei Dinge: 1.) Die Neigung junger Leute, Erkenntnisse und Lebensformen Älterer über den Haufen zu werfen. 2.) Das fehlende Mitdenken einiger älterer Christen, den jüngeren Menschen zeitgemäße Antworten auf ihre Fragen zu geben.

Der Lehrtext spricht von einer Kultur der Ehrerbietung. Das sollten wir alle anstreben, ob nun jung oder alt, Akademiker oder Hilfsarbeiter, Ausländer oder Deutscher. Niemand sollte auf seinen Nächsten herabblicken, denn auch wir möchten nicht, dass jemand auf uns herabblickt.

Einen gesegneten Wochenbeginn wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Kön. 12,2-15