Gedanken zur Losung für Sonntag, den 25.09.2016

Ich will sie reinigen von aller Missetat, womit sie wider mich gesündigt haben, und will ihnen vergeben.
Jeremia 33,8

Unser Heiland Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Titus 2,13-14

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Bereit, Gutes zu tun

Im heutigen Losungsvers kündigt Gott an, dass er Israel, sein Volk, reinigen will. Was hatte sie denn unrein gemacht? In unserem Vers lesen wir, dass es ihre eigenen Missetaten waren, von Gott „Sünde“ genannt. Interessanterweise verlangte Gott von ihnen nicht, das wieder in Ordnung zu bringen. Niemand kann nämlich das bereits Geschehene ungeschehen machen. Deshalb wollte Gott selbst sie davon reinigen und ihnen vergeben. Doch wie sollte das geschehen?

Im Lehrtext finden wir die Antwort: durch Jesus Christus. All das, was der Mensch nicht mehr in Ordnung bringen kann, da es bereits geschehen ist, hat Christus am Kreuz getragen. Durch ihn werden wir ebenso wie das Volk Israel von aller Ungerechtigkeit erlöst und gereinigt. Diese Erlösung und Reinigung ist vollkommen und bedarf keiner weiteren Aktionen von unserer Seite. Sie hat jedoch ein Ziel, von dem der Lehrtext ebenfalls berichtet: Wir sollen Gott gehören - nicht uns selbst oder anderen Menschen - und wir sollen uns danach ausstrecken, Gutes zu tun.

Leicht gesagt? Nun, ich glaube, wenn Gott das tut, was uns unmöglich ist, indem er uns von unseren Sünden reinigt und erlöst, dann lässt er uns nicht auf halber Strecke stehen. Wenn sein Wort sagt, dass er uns bereit macht, gute Werke zu tun, dann wird das auch so geschehen. Wir wissen vielleicht noch nicht, wie. Doch wir können darauf vertrauen, dass Gott das zu Ende bringt, was er angefangen hat. Um es mit Paulus Worten zu sagen: „Und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ (Phil. 1,6) Der Tag Christi ist der Tag, an dem Jesu wiederkommen wird. Bis dahin arbeitet Gott an uns und an vielen anderen. Er bereitet uns zu. Alles, was wir dazugeben können, ist unsere Bereitschaft. Wollen wir das tun?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen


Gedanken zur Losung für Samstag, den 24.09.2016

Du erkennst ja in deinem Herzen, dass der HERR, dein Gott, dich erzogen hat, wie ein Mann seinen Sohn erzieht.
5.Mose 8,5

Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus.
2.Petrus 3,18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Erziehung

Im heutigen Losungswort geht es um das Thema Erziehung. Erziehung ist notwendig für Menschen, die aus eigener Kraft und Erkenntnis nicht den richtigen Weg für ihr Leben finden können. Das sind besonders Kinder. Und so betrachtet Gott uns ja auch - als Kinder. Nun wird in den Versen davor die Erziehungsmethode Gottes geschildert. Dort heißt es: Er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit Manna, das du und deine Väter nie gekannt hatten. (5.Mos. 8,3a) Auf gut Deutsch: Gott strafte und Gott segnete. Doch das war nicht alles. Einen Vers vorher steht: Er demütigte und versuchte dich, damit kundwürde, was in deinem Herzen wäre, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. (5.Mos. 8,2b) Zu Gottes Erziehung gehört offensichtlich noch der Herzenstest. Für wen mag dieser sein? Weiß Gott nicht, was wir in unseren Herzen denken und beschließen? Gewiss weiß er das. Ich meine, der Herzenstest ist für uns, dass wir selber erkennen, wo wir stehen. Nur so kommen wir nämlich in die Dynamik des Lehrtextes.

Ich möchte das einmal mit Sport vergleichen. Wer in einem Wettkampf antritt, möchte gern gewinnen. Das klappt jedoch nicht auf Anhieb. Dann kommt ein Trainer hinzu, der besser als wir selber weiß, wie wir unser Potenzial nutzen können. Er beobachtet uns von außen und bemerkt Dinge, die wir an uns nicht bemerken. Solch ein Trainer sagt uns manchmal unangenehme Dinge und fordert uns bis an den Rand unseres Leistungsvermögens. Doch alles dient dazu, dass wir den Wettkampf gewinnen.

In diesem Sinne verstehe ich auch Gottes Erziehung - besonders im Neuen Bund. Denn diejenigen, die Jesus Christus als ihren Heiland - das heißt Retter - erkannt und ihn aufgenommen haben, möchten auch das große Ziel erreichen: das auszufüllen, wozu Gott uns berufen hat. Der Heilige Geist und die Bibel sind unsere Trainer. Unsere Aufgabe ist es, unseren Trainern zu folgen - den Rest macht er!

Einen gesegneten Trainingstag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 23.09.2016

O dass du auf meine Gebote gemerkt hättest, so würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.
Jesaja 48,18

Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet.
Römer 14,17-18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Verändertes Leben

In der Bibel geht es sehr häufig um unsere Beziehung zu Gott und besonders im Neuen Testament um ewiges Leben, Leben nach dem Tod und um das Gericht Gottes. Dies alles hat nun nicht sofort Auswirkungen auf unseren Alltag. Die heutigen Bibelverse allerdings zeigen uns, dass Gottes Wort auch im täglichen Leben viel verändern kann.

Da heißt es: „O dass du auf meine Gebote gemerkt hättest.“ Das erinnert mich an Christen, die eine gute Predigt hören, jedoch in ihre alten Gewohnheiten zurückfallen, sowie sie den Gottesdienst verlassen. Dann produzieren sie plötzlich statt Frieden Streit und statt Gerechtigkeit Unrecht. Es gibt Christen, die sind alles andere als bei ihren Familien oder Arbeitskollegen geachtet. Einige sind rechthaberisch, einige faul, einige mischen sich ständig in fremde Angelegenheiten ein und einige tyrannisieren ihre Familien. Wie kommt so etwas zustande? Die Antwort lesen wir in der heutigen Losung: Sie setzen Gottes Wort einfach nicht um.

Nun ist das ja auch nicht immer einfach, Gottes Gebote und Jesu Worte praktisch umzusetzen. Im Lehrtext lesen wir von Frieden und Freude im Heiligen Geist. Bedeutet das, unseren Mitmenschen immer gut gelaunt zu begegnen, ihnen ihre Fehler nicht gleich vorzuhalten, nicht beleidigt zu sein, wenn man uns übersieht, und bei Problemen nicht sofort zu klagen und zu meckern? Ja! Ich glaube, genau das bedeutet es. Doch Gott verlangt nicht, dass wir solch ein Verhalten aus uns heraus produzieren. Vielmehr hilft uns der Heilige Geist dabei. Auch das lesen wir im Lehrtext. Was der Prophet Jesaja im Losungswort beklagt - dass nämlich die Menschen das Wort Gottes nicht umsetzen - ist uns Christen durch die Erlösung Jesu Christi möglich. Deshalb lasst uns nicht in alten Gewohnheiten hängen bleiben, sondern das Neue ergreifen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 22.09.2016

Soll ich meines Bruders Hüter sein?
1.Mose 4,9

Ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.
Philipper 2,4

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Verantwortung

Wofür macht uns Gott eigentlich in Bezug auf unsere Mitmenschen verantwortlich? Das heutige Losungswort ist Kains Antwort auf die Frage Gottes: „Wo ist dein Bruder Abel?“ Diese Frage war allerdings rhetorisch, denn Gott wusste, dass Kain Abel gerade ermordet hatte. Sie war aber wiederum wichtig, denn sie gab Kain die Chance, seine Schuld zu bekennen - was er jedoch nicht tat. Wenn wir jetzt den Lehrtext noch hinzunehmen, kommen wir auf die Frage zurück: Wofür tragen wir Verantwortung?

Mit dem Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ spannt Gott ein Netz unter uns. Niemand lebt für sich selbst, sondern auch für die Personen, die sich in seiner Reichweite befinden. Auf der anderen Seite entscheidet auch jeder für sich selbst. Ich kann niemanden davon abbringen, willentlich einen falschen Weg zu gehen. Ich kann allerdings sagen, dass dieser Weg falsch oder gefährlich ist.

Oft fällt es allerdings Menschen schwer, das richtige Maß zu finden. Die einen wollen eine andere Person fast schon mit Gewalt davon abbringen, einen ihrer Meinung nach falschen Weg zu gehen, anderen scheint das völlig egal zu sein. Jesus Christus gibt uns einen guten Maßstab im Umgang mit dem anderen: So wie ich mir wünsche, dass andere mit mir umgehen, soll ich mit ihnen umgehen.

Nun geht es im Lehrtext eher darum, darauf zu achten, was dem anderen dient. Das setzt voraus, dass wir unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf uns selber lenken. So erlebte ich einen Mann, der ständig auf eine andere Person einredete und diese schon sichtlich genervt war - doch der Mann merkte es gar nicht. Weiterhin erlebe ich Leute, welche die Notsituation eines Menschen dazu benutzen, ein für sie gutes Geschäft zu machen. In der Werbung gibt es den Slogan: „Unterm Strich zähl ich!“ Dieser Slogan greift eine verbreitete Denkweise aus. Der Lehrtext allerdings widerspricht dieser Denkweise total. Deshalb halte ich es für uns Christen für notwendig, die Bedürfnisse unseres Nächsten nicht aus dem Auge zu verlieren.

Gott helfe uns dabei,

Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 21.09.2016

Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an.
Psalm 142,4

Gelobt sei Gott, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.
2.Korinther 1,3-4

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Glaube macht mutig

Das heutige Losungswort ist Teil eines Gebets Davids, als er sich vor Saul in einer Höhle versteckte, und Angst hatte, entdeckt zu werden. Wie würden wir in solch einer Situation reagieren? 3000 Mann waren hinter David her, um ihn umzubringen. Es gab keine Fluchtmöglichkeit. Die einzige Chance war, sich in einer Höhle zu verstecken. Und genau in diese Höhle begab sich Saul - allerdings allein, um seine Notdurft zu verrichten. Plötzlich drehte sich der Spieß um. Nicht mehr David war in Gefahr, sondern Saul. Doch David verschonte ihn.

Nun, das alles wusste David noch nicht, als er zu Gott schrie. Er sah nur die Gefahr und die Bedrohung seines Lebens. Doch tief in ihm steckte eine Zuversicht gegenüber Gott. Ohne zu wissen, wie Gott ihn retten würde, wusste David, dass Gott ihn retten würde. Und tatsächlich, die Rettung kam völlig unerwartet, indem Gott Saul in Davids Hand gab und nicht umgekehrt. Dass David diesen Zustand nicht ausnutzte, war wiederum ein fester Bestandteil seine Glaubens. So sagte David: „Der Herr bewahre mich davor, dass ich dem Gesalbten des Herrn etwas antue. Denn er ist ja der Gesalbte des Herrn.“ (1.Sam. 24,7) Der Glaube, der uns die Ängste nimmt, ist derselbe Glaube, der uns davor bewahrt, Unrecht zu tun.

Von diesem Glauben spricht auch Paulus im Lehrtext. Er spricht von Trost in Trübsal. Es handelte sich dabei nicht um irgendeine Trübsal, sondern um eine, die Paulus selbst verursacht hatte. Er geriet nämlich in große Trübsal, weil er das Evangelium Jesu Christi verkündigte. Doch anstatt es einfach sein zu lassen, vertraute Paulus darauf, dass Gott ihn trösten würde. Und diesen Trost spricht er anderen zu, die ebenfalls etwas für Jesus Christus und für das Evangelium wagen. So möchte ich uns ermutigen, es ebenfalls zu tun und uns in Wort und Tat zu unserem Erlöser, Jesus Christus, zu halten.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 20.09.2016

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Psalm 23,5

Als Jesus in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.
Markus 14,3.4.6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Bei ihm

Der heutige Losungsvers stammt aus einem der bekanntesten Psalmen überhaupt. Viele kennen Psalm 23 und lieben ihn aus den verschiedensten Gründen. Mich persönlich begeistert die Kombination von Gottes Zusagen mit schwierigen Umständen. So auch im heutigen Losungsvers: ein Tisch im Angesicht der Feinde. Das ist zuallererst einmal nicht der Platz, den man einnehmen möchte. Könnte Gott nicht woanders den Becher voll einschenken? Oder die Feinde entfernen, damit man in Ruhe die Salbung genießen kann?

Im heutigen Lehrtext lesen wir, was passierte, als Jesus sich einmal in Betanien aufhielt. Er ging in das Haus eines Aussätzigen, was schon für viele eine Provokation war, da ein Aussätziger als unrein galt. Doch dann kam auch noch eine Frau und goss kostbares Salböl über Jesus aus. Sofort erntete sie dafür Kritik: „Vergeudung!“ Jesus jedoch verteidigte sie. Was können wir nun aus den heutigen Versen lernen?

Beide Verse zeigen, dass es einen Ort gibt, wo Gott sein will. Dieser entspricht nicht immer den allgemeinen Vorstellungen oder auch unseren persönlichen Wünschen. Das können wir sowohl auf äußere wie auf innere Umstände beziehen. Manchmal ereignen sich Dinge anders als erwartet. Wichtig dabei ist nur eines: Suchen wir Gott darin? Die Frau in Betanien ging in das Haus eines Aussätzigen, weil sie zu Jesus wollte. Das war ihr wichtiger als alles andere. Was ist uns am wichtigsten? Jesu Gegenwart - auch im Angesicht von Schwierigkeiten? Dann werden wir erleben, wie er uns mit seinem Geist erfüllt und wie wir wiederum Dinge für ihn tun, die andere vielleicht kritisieren - er aber nicht.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 19.09.2016

Meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen.
Psalm 35,28

Hanna diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Sie trat hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Lukas 2,37-38

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gerechte Leute

Das heutige Losungswort ist der Abschlussvers des Psalms 35. Dieser ist ein Hilferuf Davids an Gott, ihn vor seinen Feinden zu retten und sie zu vernichten. David beschreibt hier, dass er sogar für seine Feinde gebetet und gefastet hatte, wenn sie krank waren. Diese hatten ihn aber ohne Grund angeklagt, ihm nachgestellt und sich über seinen Untergang gefreut. Immer wieder bittet David darum, dass alle erkennen, dass er recht hat und Gott auf seiner Seite steht.

Wenn man diesen Psalm so liest, könnte man meinen: „Das hört sich aber alles sehr selbstgerecht an.“ An dieser Stelle ist es gut, sich daran zu erinnern, dass die Summe aller Worte Gottes die Wahrheit ist(1), und nicht nur ein Teil. Es gibt nämlich auch etliche Psalmen, in denen David seine Schuld und Unzulänglichkeit beschreibt. Der letzte Vers des Psalms, also der Losungsvers, verdeutlicht diese Einstellung Davids. Er will nämlich nicht von seiner, sondern von Gottes Gerechtigkeit reden.

Nun gibt es aber etwas, was uns tatsächlich gerecht macht - unser Vertrauen zu Jesus Christus. Da David Jesus Christus noch nicht kennen konnte, war es für ihn sein Vertrauen in Gott und dessen Erlösung. Diese Art von Gerechtigkeit spricht Gott schon Abraham, der vorher Abram hieß, zu: Abram glaubte dem Herrn und der Herr erklärte ihn wegen seines Glaubens für gerecht. (1.Mos. 15,6)

In diesem Sinne war auch Hanna, eine Prophetin, eine gerechte Frau, denn sie wartete auf Gottes Erlösung - oder besser gesagt, auf den Erlöser. Im Lehrtext wird nun beschrieben, wie Gott auf solch eine Gesinnung reagiert: Er ließ Hanna erkennen, dass dieses kleine Baby, das von einem jungen Paar in den Tempel getragen wurde, der Erlöser Israels war - der Messias. Ich meine, Vertrauen zu Gott und das Warten auf Erlösung führen auch uns zu dem, in dem sich alles erfüllt - Jesus Christus!

Einen gesegneten Wochenbeginn wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Ps. 119,160

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 18.09.2016

Der HERR sprach: Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.
1.Mose 15,1

Abraham wartete in Geduld und erlangte die Verheißung.
Hebräer 6,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kinder Abrahams

Zurzeit befinde ich mich mit meiner Frau in Israel. Beim Besuch einer Synagoge erlebten wir mit, wie gläubige Juden ihren Gottesdienst feiern. Es war sehr liturgisch, aber aber auch intensiv und emotional. Frauen und Männer saßen getrennt. Einige der schwarzgekleideten Männer wippten nach vorn und hinten, wenn sie Worte Gottes lasen oder sangen. Es gibt jedoch auch in Israel eine große Zahl von Juden, die mit einem hingegebenen Glauben an Gott nicht viel im Sinn haben. Dennoch sind sie Nachkommen Abrahams.

Nun werden wir Christen im Neuen Testament ebenfalls Kinder Abrahams genannt. Dort heißt es: Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben. (Gal. 3,29) Wir sind sogar Erben. Was bedeutet das? Ich denke, Gottes Zusagen an Abraham gelten auch uns. Im heutigen Losungswort lesen wir, dass Gott Abrahams Schutz und Lohn ist - und somit auch für uns.

Schutz und Lohn sind zwei Dinge, die wir benötigen, wenn wir für Gott tätig sind. Bei einer Einladung nach Indien als Sprecher bei einer christlichen Konferenz - zu einer Zeit, als viele Christen von fanatischen Hindus bestialisch umgebracht wurden - wurde mir das sehr bewusst. Wo wäre ich ohne seinen Schutz?

Und der Lohn? Nun, was wir tun, muss sich lohnen, sonst geben wir schnell auf. Abrahams Lohn waren vor allem seine Nachkommen. Sie sind durch ein Wunder Gottes entstanden, denn Sara, seine Frau, konnte keine Kinder mehr bekommen. Doch auch unser Lohn ist ebenfalls ein Wunder Gottes. Gott reagiert darauf, wenn wir zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit trachten. Wenn für uns Geben wichtiger ist als Nehmen. Wenn wir uns trotz Anfeindung zu Jesus Christus bekennen. Er hilft uns finanziell, schenkt Glück und Lebensfülle, segnet unser Handeln und verspricht uns reichen Lohn im Himmel.

Doch eines ist wichtig in all dem: Geduld. Auch darin ist uns Abraham ein Vorbild, wie uns der Lehrtext berichtet. Daran lasst uns festhalten.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen