Gedanken zur Losung für Montag, den 27.03.2017

Der HERR wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Psalm 121,3

Jesus streckte die Hand aus und ergriff Petrus und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?
Matthäus 14,31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gehalten

Immer wieder stoßen wir in der Bibel auf das Thema, dass es in unserem Leben kleine und auch große Krisen geben kann. Über allen Zeiten jedoch steht die Zusage Jesu, dass er immer bei uns ist.(1) Sowohl das heutige Losungswort als auch der Lehrtext verdeutlichen das. So finden wir in Psalm 121, aus dem das Losungswort stammt, unter anderem auch Verheißungen, also Zusagen Gottes. Ganz konkret heißt es hier, Gott wird nicht zulassen, dass wir stolpern und fallen. Doch manchmal ist unser Leben genau davon gekennzeichnet. In dieser Spannung zwischen Gottes Zusagen und dem, was uns widerfährt, zu leben, ist manchmal eine große Herausforderung.

Der Lehrtext berichtet davon, wie der Apostel Petrus in solch eine Situation geriet. Angefangen hatte es mit großem Glaubensmut: Als er Jesus auf dem Wasser gehen sah, war auch Petrus dafür bereit - falls Jesus das wünschte. Nun, Jesus rief ihn tatsächlich aufs Wasser und am Anfang lief alles wunderbar. Doch nach kurzer Zeit realisierte Petrus, wo er sich befand. Er spürte das Wasser und den Wind und er sah die Wellen. All das war ihm als Fischer ja nicht unbekannt, aber jetzt war er nicht mehr in seinem gewohnten Schutzraum, dem Boot. Es geschah das, was er am meisten fürchtete: Er sank. Gleichzeitig jedoch erinnerte er sich, wer bei ihm war - Jesus. Sofort schrie er zu ihm um Hilfe. Wie Jesus reagierte, lesen wir im Lehrtext. Warum nun nannte Jesus Petrus kleingläubig? Immerhin hatte dieser sich ja aufs Wasser getraut, was sonst keiner gewagt hatte.

Vielleicht meinen wir, dass man großen Glauben braucht, um auf dem Wasser zu gehen. Doch Jesus sucht den Glauben, der darauf vertraut, dass er uns nicht untergehen lässt. Egal, worin wir uns befinden, er ist da und hält uns. Derjenige, der uns vor dem ewigen Tod errettet hat, wird nicht zulassen, dass wir nach dieser Errettung verloren gehen. Darauf dürfen wir auch heute vertrauen. Er ist bei uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Matth. 28,20

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 26.03.2017

Es gibt Hoffnung auf Zukunft für dich. Spruch des HERRN.
Jeremia 31,17

Die Nachbarn und die, die den Blinden früher als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
Johannes 9,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Es gibt Hoffnung

Der Hintergrund des heutigen Losungswortes ist eine Zusage Gottes an sein Volk Israel. Der Prophet Jeremia sagt in diesem Kapitel eine glückliche Zeit voraus. Es wird Essen und Trinken die Fülle geben. Junge und Alte werden sich zusammen im eigenen Land freuen, Tanz und Reigen wieder stattfinden und Gott wird sein Volk über die Maßen segnen.

Als Jeremia diese Prophezeiung aussprach, war noch nichts von all dem zu sehen. Doch wer ihm glaubte, bekam neuen Lebensmut, weil es eine Hoffnung auf die Zukunft gab. Diese damals ausgesprochene Hoffnung hatte eine große Kraft, sodass die Menschen über Jahrtausende hinweg daran festhielten. Das heutige Israel wäre nicht ohne diese Hoffnung.

Doch inmitten dieser Mut machenden Prophezeiungen kam plötzlich ein Vers, der so gar nicht hineinzupassen scheint. Zwei Verse vor dem Losungswort lesen wir: So spricht der Herr: „Schreie der Angst ertönen in der Stadt Rama - das Klagen und Trauern nimmt kein Ende. Rahel weint um ihre Kinder und lässt sich nicht trösten - denn sie sind alle tot.“ (Jer. 31,15) Was hat dieser Vers denn mit dem Übrigen zu tun? Nun, im nächsten Vers lesen wir: Aber so spricht der HERR: „Lass dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird noch belohnt werden.“ (Jer. 31,16) Dieses schreckliche Ereignis, das sich kurz nach der Geburt Jesu ereignete, wurde vorhergesagt, damit die Menschen nicht daran verzweifeln. Es geschah nämlich auch etwas anderes. Gott schickte den, durch den sich alles erfüllen sollte: Jesus Christus. Das erlebte z.B. ein blinder Mann, den Jesus gesund machte. Der Lehrtext berichtet davon.

Auch wir dürfen hoffen, dass Jesus Christus uns aus allem herausholen wird, was uns heute bedrückt und gefangen nimmt. Lasst uns wie Israel an dieser Hoffnung festhalten, auch wenn sich die Dinge nicht gleich ändern. Früher oder später wird es geschehen, denn Gott hält, was er verspricht.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 25.03.2017

Wer ruft die Geschlechter von Anfang her? Ich bin‘s, der HERR, der Erste und bei den Letzten noch derselbe.
Jesaja 41,4

Gott hat Christus von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.
Epheser 1,20-21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Erste und der Letzte

Im heutigen Losungswort wird uns erklärt, wer Gott wirklich ist. Man muss dabei bedenken, dass zu Jesajas Zeiten jedes Volk seine eigenen Götter hatte. Es ging den Menschen damals nicht so sehr um die Frage, wer der wahre Schöpfergott, sondern welcher Gott der stärkere war. Interessanterweise sind wir heute von diesen Anschauungen nicht weit entfernt. Wir haben vielleicht nicht viele Götter, doch etliche meinen, dass Gott - falls es ihn überhaupt gibt - unvorstellbar und unbeschreibbar ist. Alle Religionen haben dieser Ansicht nach eine gewisse Erkenntnis von Gott. Deshalb möchten tolerante Menschen keiner Religion absprechen, einen Weg zu Gott darzustellen.

Doch neben dieser Toleranz entwickelt sich ein Kampf der Religionen. Welche wird sich am Ende durchsetzen? Wird Deutschland eventuell islamisch? Die Angst davor macht sich breit. Ist unsere Toleranz vielleicht nur ein Beschwichtigungsversuch gegenüber Andersgläubigen? In all diese Gedanken und Befürchtungen spricht das Losungswort hinein: „Ich bin‘s!“ Doch wer ist „Ich“? Es ist niemand anders als Jesus Christus. Er ist der Erste und der Letzte!(1) Durch ihn wurde alles geschaffen!(2) Er sitzt zur Rechten Gottes, wie uns der Lehrtext mitteilt. Er steht über allen Reichen, Gewalten, Mächten und Herrschern. Wenn wir zu diesem Jesus gehören und ihm vertrauen, vor wem sollten wir uns fürchten?

Ich hoffe, das wird uns Christen immer wieder bewusst. Unsere Sicherheit liegt nicht darin, dass alle Menschen Christen werden, sondern dass Christus herrscht und niemand sonst. Wenn wir andere zum Glauben an Jesus Christus rufen, dann nicht um unsertwillen, sondern um ihretwillen. Denn Jesus ist der Erste und der Letzte, darauf lasst uns fest vertrauen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Offb. 1,17 (2) Hebr. 1,2

Gedanken zur Losung für Freitag, den 24.03.2017

Er wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande.
Jesaja 11,4

Jesus spricht: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer.
Lukas 6,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Richter der Armen

„Er wird die Armen mit Gerechtigkeit richten“, so heißt es im heutigen Losungswort. Doch was bedeutet das? Wird Gott die Armen verurteilen oder sie rechtfertigen? Ist ein armer Mensch per se schon unschuldig, ein Reicher dagegen schuldig? Ganze Denksysteme machen sich am Unterschied zwischen Arm und Reich fest. Die einen beschuldigen faktisch jeden Reichen, ein Unterdrücker und Dieb zu sein. Andere dagegen sagen, der Arme hätte seinen Zustand selbst verschuldet. Auch in christlichen Kreisen fallen die Meinungen da sehr verschieden aus. Wie mag Gott das wohl sehen?

Vor vielen Jahren fragte ich Gott einmal: „Herr, weshalb geht es mir so gut und anderen so schlecht?“ Die Antwort Gottes erreichte schnell mein Herz: „Damit du denen hilfst, die es brauchen!“ Gott ist ein Gott des Ausgleichs. Er erhöht das Niedrige und erniedrigt das Hohe. Erniedrigen wir uns aber selbst, werden wir von Gott erhöht. Das ist der einzige Weg, der uns davor bewahrt, auf Kosten anderer zu leben, dass nämlich Gott uns nach oben bringt und nicht wir selbst. Das gilt für alle Menschen, denn auch Arme können auf Kosten anderer leben und sich daran gewöhnen.

Nun gab es zu Jesu Zeiten kein Sozialsystem, wie wir es heute haben. Arme Menschen hatten kaum eine Chance, aus diesem Zustand herauszukommen, besonders, wenn sie krank oder aus anderen Gründen arbeitsunfähig waren. Diesen Menschen sprach Jesus Christus etwas Gewaltiges zu. Im Lehrtext heißt es, dass ihnen das Reich Gottes gehören soll. Das, was niemand mit Geld erwerben kann, wird denen zugesprochen, die nichts haben. Ich verstehe das so: Ein armer Mensch lebt von der Gnade und der Zuwendung anderer. Nicht anders ist das Reich Gottes. Nur die Gnade und Zuwendung Gottes lässt uns dort hineinkommen. Deshalb hat ein wohlhabender oder angesehener Mensch es oft schwerer, Gottes Reich zu verstehen und anzunehmen. Wenn wir uns aber von der Gnade Gottes abhängig machen, dann sind wir wie ein Armer.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 23.03.2017

Die Nationen, die dann rings um euch übrig geblieben sind, werden erkennen, dass ich, der HERR, aufgebaut habe, was niedergerissen war, bepflanzt habe, was verwüstet war.
Hesekiel 36,36

Simeon betet: Meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.
Lukas 2,30-32

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Vor aller Augen

Der heutige Losungsvers ist eine Verheißung, die der Prophet Hesekiel im Auftrag Gottes dem Volk Israel gab. Obwohl sie vor langer Zeit ausgesprochen wurde, hat sie sich noch nicht erfüllt. Sie besagt, dass es eine Zeit geben wird, in der alle Nationen erkennen werden, dass es Gott ist, der an Israel handelt. Sie werden in dem Land wohnen, das er schon ihren Vorfahren gegeben hatte. Sie werden ihn als Gott anerkennen, weil er ihnen ein neues Herz und einen neuen Geist schenken will.(1)

Nun, auch wenn wir schon erkennen können, dass die Dinge sich anbahnen, wissen wir doch, dass die gesamte Welt das noch nicht so sieht. Es ist ja auch noch nicht alles geschehen. Doch warum sehen so viele nicht das, was bereits geschehen ist?

Ich meine, im Lehrtext finden wir eine Antwort. Hier wird von einem Mann mit Namen Simeon gesprochen. Von ihm heißt es, dass er gottesfürchtig und der Heilige Geist auf ihm war.(2) Als nun Josef und Maria mit dem neugeborenen Jesus in den Tempel kamen, war Simeon auch da, weil der Heilige Geist ihn dahin geführt hatte. Gott hatte ihm nämlich versprochen, er würde nicht sterben, bevor er den Messias mit seinen Augen gesehen hätte. Simeon erkannte sofort, wer dieses Kind war und betete das, was wir im Lehrtext lesen. Er sprach von einem Heil, das vor aller Augen geschieht, von einem Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Herrlichkeit Israels. Doch nur wenige sahen das damals auch so.

Um zu erkennen, wer Jesus ist, brauchen wir nämlich den Heiligen Geist. Er öffnet unsere Augen für Dinge, die wir vorher nicht sehen konnten. Wenn ein Mensch Jesus als seinen Retter erkennt und annimmt, wird er mehr und mehr von dem sehen, was Gott tut. Doch ohne Jesus bleibt man blind dafür.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Hes. 36,24-28 (2) Luk. 2,25

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 22.03.2017

Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für.
Daniel 3,33

Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.
Lukas 12,32

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Größe

Das heutige Losungswort handelt von der Größe und Erhabenheit Gottes. Man kann diese Größe aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Der eine Blickwinkel ist ein ehrfürchtiges Staunen, wie man etwa einen sehr hohen Berg, ein riesiges Bauwerk oder einen sehr starken Menschen bestaunt. Man sieht dann Gott in seiner Größe, doch es hat nur wenig mit einem selbst zu tun. Ein hoher Berg ist zwar sehr erhaben, doch er wird mir nie zur Seite stehen, wenn ich einmal schwach bin. Durch die Jahrhunderte hindurch bis zum heutigen Tag wird Gott immer wieder so dargestellt - manchmal durch Lieder, manchmal durch Gebäude und manchmal durch die Art, wie über ihn gesprochen wird.

Ich glaube, dass Gott seine Größe anders verstanden haben will. Das verdeutlicht, meine ich, der Lehrtext. Da ist also eine kleine Herde - das sind wir Christen. Sie ist nicht stark und alles andere als perfekt. Doch Gott, dessen Größe, Kraft und Erhabenheit alles übersteigt, hat sich dieser kleinen Herde angenommen. Nun hat Gottes Größe etwas mit mir zu tun. Sie ist nicht nur etwas zum Bewundern, sie ist mein Schutz und meine Hilfe. Ja, der Lehrtext geht noch weiter. Unserem Vater im Himmel hat es wohlgefallen, uns das Reich zu geben. Das bedeutet, er lässt uns teilhaben an seiner Größe. Nun hat die Größe Gottes noch mehr etwas mit mir zu tun. Sie schützt mich nicht nur, sie wird ein Teil meiner selbst!

Viele Menschen betreten ehrfurchtsvoll große Kirchen. Diese Kirchen wollen ein Stück die Größe Gottes vermitteln. Da stehe ich nun als kleiner Mensch unter einer riesigen Kuppel. Doch dieses Gebäude wird vergehen - ich aber nicht! Jesus Christus starb auch nicht für dieses Gebäude, doch er starb für mich. Wir nennen es häufig „Haus Gottes“, doch das Haus Gottes sind in Wahrheit wir.(1) So lässt uns Gott an seiner Größe teilhaben - was für ein Geschenk!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joh. 14,23 1.Kor. 6,19

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 21.03.2017

Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit.
Jesaja 53,3

Pilatus ließ den los, der wegen Aufruhr und Mord ins Gefängnis geworfen war, um welchen sie baten; aber Jesus übergab er ihrem Willen.
Lukas 23,25

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Unwert

Das heutige Losungswort ist die prophetische Ankündigung des Opfertodes Jesu Christi. Dort wird nicht nur beschrieben, dass Gottes gerechter Diener, wie Jesaja ihn nennt, an unserer statt die Strafe auf sich nahm. Es wird auch berichtet, dass er nicht als Held starb, den alle bewunderten. Im Gegenteil, er starb wie einer, der in den Augen der Menschen nichts wert war. Jesus Christus musste also neben seinen körperlichen auch noch seelische Schmerzen ertragen.

Immer wieder begegne ich Menschen, die sich wertlos und verachtet fühlen. Ich weiß nicht, ob es jemanden tröstet, doch genau das musste Jesus ertragen. Die, die ihn schätzten, liefen alle weg. Anstatt zu ihm zu halten, war ihnen ihr Leben wichtiger als seins. Wir erfahren jedoch im selben Kapitel des Propheten Jesaja, dass Jesus Christus all das für diejenigen auf sich nahm, die ihn verachteten oder für wertlos hielten. Wie konnte er das aushalten? Er war zwar Gottes Sohn aber auch ganz Mensch, wie du und ich. Sogar ein Verbrecher wurde ihm vorgezogen, wie wir im Lehrtext lesen.

Ich denke, Jesus Christus kannte trotz aller menschlichen Ablehnung seinen wahren Wert. Am Ende des Kapitels schreibt Jesaja: Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. (Jes. 53,11a) Diesen Vers kannte Jesus. Er wusste, dass er in Gottes Augen im höchsten Maße wertvoll war - auch deshalb, weil er sich freiwillig entwerten ließ.

Wie ist das bei uns? Wissen wir, was unser wahrer Wert ist? Jesus sagte einmal über einige Menschen: Die Anerkennung der Menschen war ihnen wichtiger als die Anerkennung durch Gott. (Joh. 12,43) Solange das bei uns der Fall ist, haben andere Macht über uns, weil sie unseren Wert bestimmen. Suchen wir jedoch unseren Wert bei Gott, sind wir frei. Was ist nun unser Wert bei Gott? Ganz einfach - wir erkennen ihn an dem, was Gott für uns in die Waagschale geworfen hat: seinen Sohn!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 20.03.2017

Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land; mir ist ein schönes Erbteil geworden.
Psalm 16,6

Gott kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk.
2.Korinther 9,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Volle Genüge

Das heutige Losungswort berichtet von einem Geschenk Gottes. In einer anderen Übersetzung lautet es: Das Land, das du mir geschenkt hast, ist ein schönes Land und ein wunderbarer Besitz! Für ein Geschenk muss man weder bezahlen noch arbeiten, um es zu bekommen. Man muss es nur annehmen. Doch was so einfach klingt, ist nicht immer einfach. Zunächst müssen wir erkennen, dass Gott uns etwas geschenkt hat. Weil wir Gott ja nicht sehen können, hat jedes Geschenk auch einen natürlichen Ursprung - z.B. ein Erbe von den Eltern. Manchmal mühen wir uns sogar ab, um etwas zu bekommen, bemerken aber später, dass hinter all dem Gottes Gnade stand - wir also Beschenkte sind.

Weiterhin müssen wir ein Geschenk Gottes auch annehmen. Das fällt nicht immer leicht, besonders dann, wenn man sich nicht gern etwas schenken lässt. Nun heißt es im Lehrtext, dass Gott uns Gnade und volle Genüge schenkt. Weil solch ein Geschenk nicht sofort sichtbar ist, müssen wir der Zusage glauben, um in ihren Genuss zu kommen. Wie ist es aber, wenn jemand gerade seinen Arbeitsplatz verloren oder einen anderen Schicksalsschlag erlitten hat - können wir dann auch noch glauben, dass Gott uns volle Genüge schenkt?

Nun, beim genauen Hinsehen erkennen wir, dass es im Losungsvers nicht um ein Schlaraffenland geht, das Gott uns schenkt. Das liebliche Land hat zwar einen guten Boden, muss aber im Schweiße unseres Angesichtes bearbeitet werden. Reichliche Gnade bedeutet, dass Gott die Voraussetzungen schenkt, volle Genüge zu erhalten. Laut Lehrtext versetzt Gott uns in die Lage, gute Werke zu tun, also nicht nur für uns selbst zu sorgen. Ich denke, genau das ist das Geheimnis zu einem erfüllten Leben. Egal, wie es uns materiell geht, wenn wir Gutes tun, wird unsere Seele immer volle Genüge haben - und am Ende erleben wir sogar, dass Gott sich auch um unser materielles Wohl kümmert.

Einen gesegneten Wochenanfang wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen