Gedanken zur Losung für Dienstag, den 22.08.2017

Der HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.
2.Könige 13,23

Gehört ihr Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.
Galater 3,29

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Abrahams Kinder

Im zweiten Buch der Könige, aus dem auch das heutige Losungswort stammt, wird die Geschichte der Könige von Israel und Juda erzählt. Israel war damals in zwei Königtümer gespalten: Israel und Juda. Besonders die Könige von Israel praktizierten fast andauernd den Götzenkult der umliegenden Völker. Immer wieder wird berichtet, dass Gott sie daraufhin ihren Feinden auslieferte, sie dann in ihrer Not nach ihm schrien und er sie wieder erlöste und annahm.

Nun lesen wir im Losungswort, weshalb Gott Israel immer wieder angenommen hat. Er erinnerte sich an den Bund, den er mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hatte. Es waren also nicht die guten Taten Israels, sondern ein Bund mit den Vorvätern, weshalb Gott sich immer wieder erbarmte. Dieses Vorgehen Gottes lässt uns auch den heutigen Lehrtext verstehen.

Dass wir von Gott angenommen werden, liegt weder an uns noch an dem, was wir Gutes getan haben. Vielmehr hat es damit zu tun, mit wem wir verbunden sind. Die Menschen in Israel waren abstammungsmäßig mit Abraham, Isaak und Jakob verbunden. Also erstreckte sich der Bund auch auf sie. Wir stammen aber weder von Abraham noch von Jesus Christus ab. Nun gibt es aber neben der leiblichen Abstammung auch eine geistliche Abstammung, von der uns die Bibel berichtet. Es werden verschiedene Bilder dafür benutzt, z.B. das Bild des Einpfropfens.(1) Ein wilder Ölzweig wird in einen edlen Ölbaum eingepfropft und steht so in Verbindung mit der Wurzel. Gemeint ist, dass wir im Glauben und Vertrauen gegenüber Gott z.B. mit Abraham verbunden sind. Im Glauben verbinden wir uns auch mit Jesus Christus, indem wir ihm in allem vertrauen. Um Jesu Willen nimmt uns Gott an und verbindet uns mit den Zusagen, die er damals Abraham gegeben hat, so als ob wir seine direkten Nachkommen wären. Was für ein Privileg!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Röm. 11,17

Gedanken zur Losung für Montag, den 21.08.2017

Der HERR verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.
Klagelieder 3,31-32

Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.
1.Petrus 5,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Gott aller Gnade

Das heutige Losungswort kann zu denken geben. Da steht einerseits, dass Gott sich nach seiner großen Güte unserer erbarmt. Doch dann steht da auch das kleine Wörtlein „wieder“ - er erbarmt sich wieder. Weshalb wieder? Weil er davor verstoßen und betrübt hat. Gewöhnlich kennen wir es so: Da ist eine Person, die jemand betrübt, und da ist eine andere Person, die sich erbarmt. Doch im Losungswort ist es immer Gott. So etwas kennen wir nur von Eltern gegenüber ihren Kindern - zumindest in einem gesunden Elternhaus. Einerseits betrüben sie, bestrafen oder disziplinieren, doch andererseits trösten sie, richten auf und machen Mut. Gott verhält sich also wie ein Vater und nicht wie ein Sklaventreiber oder ein Tyrann. Als ein guter Vater hat er etwas Gutes mit uns im Sinn, selbst wenn er strafend eingreifen muss. Deshalb nennt der Apostel Petrus ihn auch den Gott aller Gnade.

Ich denke, das sollten wir bei allem, was uns passiert, im Hinterkopf behalten. Vor einiger Zeit fragte mich eine Frau, die als Kind und Jugendliche missbraucht wurde, warum Gott so etwas zugelassen hat. Ich kann solch eine Frage nicht beantworten. Was ich aber weiß, ist, dass Gott zurzeit dem Bösen in dieser Welt nicht oder nur teilweise widersteht und wir deshalb mitunter schreckliche Dinge ertragen müssen. Und doch halte ich daran fest, dass er ein gutes Ziel mit uns verfolgt. Auch Petrus, der Schreiber des Lehrtextes, erlebte viel Leid und Ungerechtigkeit - und zwar nicht nur, weil er sich zu Jesus Christus bekannte. Die Zeit, in der er lebte, war voller Unrecht und Willkür. Doch er richtet unseren Blick auf unsere Berufung: dass wir nämlich Anteil an der Herrlichkeit Christi haben. Außerdem versichert er uns, dass Gott uns mitten im Leid aufrichten, stärken und festigen wird. Es ist gut, das nicht zu vergessen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 20.08.2017

Die den HERRN lieb haben sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht!
Richter 5,31

Ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.
Epheser 5,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kinder des Lichts

Im heutigen Losungswort finden wir das Bild der aufgehenden Sonne. Diese Zeile wurde am Ende eines Siegesliedes von der Richterin Debora und dem Krieger Barak nach einem Sieg über ihre Feinde gesungen. Wie die Sonne über die Finsternis hatten sie durch Gottes Hilfe triumphiert. Sowohl der Losungsvers als auch der Lehrtext sprechen denen, die zu Gott gehören, etwas Großartiges und Glanzvolles zu. Das erscheint denn manch einem schon fast utopisch. Die Realität sieht für den Betrachter oft ganz anders aus. „Christen sollen Kinder des Lichts sein? Da sehe ich aber etwas ganz Anderes …“ Und schon geht es los mit den Vorwürfen - übrigens auch unter Christen selbst.

Nun, eines ist wahr: Aus uns heraus können wir kein Licht produzieren. Im Lehrtext schreibt Paulus: „Ihr wart früher Finsternis.“ Das ist also das, was war. Doch wie ist diese Veränderung von der Finsternis zum Licht möglich, von der im Lehrtext die Rede ist? Sie geschieht durch Gott selbst - durch Jesus Christus. Denn der Gott, der gesagt hat: Aus der Finsternis soll Licht aufstrahlen, er ist es, der es hat aufstrahlen lassen in unseren Herzen, so dass die Erkenntnis aufleuchtet, die Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes auf dem Angesicht Jesu Christi. (2.Kor. 4,6) Niemand kann sich selbst zu einem Kind des Lichts machen, doch so, wie Gott zu Beginn der Schöpfung in die Finsternis Licht hineinsprach, tut er es bis heute. Und so, wie damals das Licht in die Welt kam, kommt es auch in jedes Herz, in das Gott hineinspricht.

Dieses Licht der Welt ist niemand anders als Jesus Christus. Wer ihn erkennt, erkennt Gott.(1) Wer ihn aufnimmt, nimmt Gott auf und wird so zu seinem Kind - einem Kind des Lichts. Diese Veränderung geschieht zwar in uns verborgen, soll sich aber nach außen Bahn brechen. So, wie die aufgehende Sonne sich jeden Tag neu Bahn bricht und die Finsternis vertreibt. Gottes Licht soll sichtbar werden - in jedem seiner Kinder.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Joh. 14,7

Gedanken zur Losung für Samstag, den 19.08.2017

Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein.
Jesaja 60,20

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1.Petrus 1,3

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ewiges Licht

Das heutige Losungswort schließt uns einen der ersten Verse der Bibel auf. Dort steht: Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. (1.Mos. 1,3) Nun schuf Gott allerdings das Sonnenlicht erst am vierten Schöpfungstag.(1) Was ist also mit diesem ersten Licht gemeint? Ich glaube, die Schöpfungsgeschichte birgt ein tiefes Geheimnis. Sie schildert nämlich die Schöpfung aus einer höheren Dimension - eine Schöpfung, in der Gott selber mit drin ist. Das wird schon im zweiten Vers der Bibel deutlich: Und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. (1.Mos. 1,2b) Gleich danach sprach Gott: „Es werde Licht!“ Ich glaube, es handelt sich hier um dasselbe Licht, von dem wir im heutigen Losungswort lesen. Auch am Ende der Bibel wird von diesem Licht gesprochen. Dort heißt es: Auch sind weder Sonne noch Mond nötig, um der Stadt Licht zu geben. Sie wird von der Herrlichkeit Gottes erhellt; das Licht, das ihr leuchtet, ist das Lamm. (Offb. 21,23) Gott selber und auch Jesus Christus sind also dieses Licht!

Zurzeit kennen wir nur physikalisches Licht. Es erhellt uns die Welt, aber nicht die Seele eines Menschen. Was Menschen in ihrem Herzen tragen, ist uns verborgen. Das kann uns Angst machen, besonders, wenn Menschen Böses planen, wie gerade in Barcelona geschehen. Wenn wir aber Jesus Christus unser Leben anvertrauen, wird es hell in uns. Dann beginnt ein anderes Licht zu leuchten, das sich nicht mit dunklen Plänen, Lügen, Neid oder Eifersucht verbindet. Vielmehr ist dieses Licht voller Wahrhaftigkeit und Liebe zu Gott und zu Menschen. All das verdanken wir Jesus Christus und Gottes Erbarmen, wie uns der Lehrtext mitteilt. Doch das Schönste ist: Dieses Licht, das heute in uns leuchtet, wird einmal die ganze Welt beleuchten - Gottes ewiges Licht!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Mos. 1,14-19

Gedanken zur Losung für Freitag, den 18.08.2017

Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Brunnen des Heils.
Jesaja 12,3

Jesus spricht: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
Johannes 7,37-38

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Lebensschichten

In der gestrigen Losung ging es darum, dass der Gerechte viel leiden muss. Heute lesen wir, dass wir aus dem Brunnen des Heils mit Freuden Wasser schöpfen werden. Welche dieser beiden Aussagen trifft denn nun zu? Oder handelt es sich um eine Abfolge von Ereignissen: erst Leid, dann Freud? Ich meine, es findet alles gleichzeitig statt.

Bei meinem Wohnort befindet sich eine Senke, um die steile Abhänge sind. Dort kann man verschiedene Gesteinsschichten sehen. Sie stammen zwar aus unterschiedlichen Zeiten, doch sind nun alle gleichzeitig da. Auch wir machen im Laufe der Zeit unterschiedliche Erfahrungen - freudige, traurige, schöne und schreckliche. All das sammelt sich in unserem Herzen und ist jetzt gleichzeitig in uns vorhanden. Entscheidend ist allerdings, welche Schicht unser Lebensfundament ist. Besteht sie aus Argwohn, Enttäuschung, Selbstmitleid oder auch Selbstherrlichkeit, wird das alle höher liegenden Schichten beeinflussen. Ein argwöhnischer Mensch wird auch der schönsten Botschaft keinen Glauben schenken.

Nun glaube ich, dass gerade die heutige Losung und der Lehrtext sich am tiefsten Ort unserer Persönlichkeit ansiedeln möchten. Ihre Botschaft trägt und erträgt alles. Auf sie können wir uns total verlassen. Gott ist uns wohlgesonnen. Sein Ziel ist, dass wir uns freuen. Seine Gabe ist lebendiges Wasser - damit ist der Heilige Geist gemeint. Was geschieht nun, wenn uns dieser Geist erfüllt? Bestimmt wissen wir, wie es ist, wenn Angst oder Enttäuschung uns erfüllt. Sie nehmen unser Denken und Fühlen völlig in Anspruch und drängen uns dazu, auch andere mit hineinzuziehen. Genau umgekehrt verhält es sich meiner Erkenntnis nach mit dem Heiligen Geist. Auch er erfüllt unser Denken und Fühlen, doch nicht mit Angst oder Bitterkeit, sondern mit Freude, die nach außen drängt. Möge diese Freude alle anderen Schichten unseres Lebens beeinflussen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 17.08.2017

Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR.
Psalm 34,20

Paulus schreibt: Als wir zuvor gelitten hatten und misshandelt worden waren in Philippi, wie ihr wisst, fanden wir dennoch in unserm Gott den Mut, bei euch das Evangelium Gottes zu sagen in hartem Kampf.
1.Thessalonicher 2,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Mutig im Leid

Unser Leben ist mit Leid verbunden und ebenso mit Freude. Alles hat seine Zeit, das sagte schon der weise König Salomo. Bisweilen erhöhen wir unser Leid durch unweises Handeln, doch andererseits kann es auch vorkommen, dass wir leiden, obwohl wir weise und fair mit anderen umgegangen sind. Es gibt auch Leid ohne erkennbare Ursache. Wer meint, dass wir als Christen von Leid verschont bleiben, der irrt. Das geht aus dem heutigen Losungswort klar hervor. Es ist keine Drohung, sondern beschreibt schlicht unsere Lebensrealität.

Doch dann lesen wir, dass Gott aus allem heraushilft. Was ist damit gemeint? Der Lehrtext macht es deutlich. Dort schildert der Apostel Paulus, wie er in all den Leiden und Misshandlungen ein „Dennoch“ fand. Gott half ihm nicht dadurch heraus, dass Paulus nicht mehr angegriffen wurde, sondern gab ihm den Mut, nicht aufzugeben oder zurückzuweichen. Paulus wurde also von innen her geholfen. Was bedeutet das für uns heute?

Auch für uns ist diese innere Hilfe Gottes elementar wichtig. Ansonsten würde Leid oder mögliches Leid unsere Entscheidungen beugen. Wir würden alles meiden, was mit Schwierigkeiten zu tun haben könnte. Uns z.B. nicht zu unserem Glauben an Jesus Christus bekennen, wenn wir befürchten, dass man uns deswegen ablehnen könnte. Ein Sprichwort sagt: „Ein gebranntes Kind scheut das Feuer.“ Wenn uns jemand verletzt hat, wollen wir nicht noch einmal verletzt werden, also meiden wir diese Person. Manchmal meiden wir dann auch die Gruppe, zu der diese Person gehört. Doch der Mut, den Paulus bei Gott fand, überwindet solche Befürchtungen. Selbst wenn wir noch einmal verletzt werden, versuchen wir den Weg zu gehen, den Jesus Christus gehen würde - und der ist immer auf die Menschen zu. Aus diesem Grund wünsche ich uns immer wieder diesen Mut, der uns trotz Leid nicht aufgeben lässt.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 16.08.2017

Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Amos 5,24

Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit.
2.Korinther 9,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Unerschöpflich

Wasser, Recht, Gerechtigkeit, Brot, Samen, Früchte, all diese Worte können wir in den heutigen Bibelversen lesen. Vielleicht können wir nicht sofort einen Zusammenhang in dieser herausgegriffenen Aufzählung erkennen, und doch haben alle etwas gemeinsam: Ein Leben ohne eines von ihnen ist ein bedrohtes Leben. Wir alle brauchen Nahrung und Wasser, niemand möchte ungerecht behandelt werden. Das Recht soll uns schützen und nicht beugen, sonst empfinden wir es nicht als Recht. Genau darüber sprach der Prophet Amos im Umfeld des heutigen Losungswortes zu den Israeliten. Gott warnte sie davor, sein Recht zu beugen, indem sie sich über Arme hinwegsetzten.
Ich will das einmal ganz menschlich ausdrücken: Gott hat einen sensiblen Punkt. Das ist seine Verbindung zu Menschen, auf die er besonders achthat. Wer sind diese Menschen? Zum einen sind es natürlich seine Kinder, denn er ist ja ein Vater. Doch ganz besonders schaut er auf die Bedürftigen. Mit ihnen verbindet er sich.(1) Und er schaut nicht nur auf sie, sondern auch darauf, wie andere mit ihnen umgehen. Deshalb sprach er durch Amos ernste Worte. Statt frommer Rituale wollte Gott sehen, wie seine Zuwendung zu den Armen durch sein Volk umgesetzt wird. Sein Recht sollte wie nie versiegendes Wasser fließen.

Auch im Umfeld des Lehrtextes geht es um Bedürftige. Der Apostel Paulus schrieb an die Korinther und ermutigte sie dazu, für Arme zu sammeln. Dabei legte er auf zwei Dinge besonderen Wert:

1. Der Geber sollte selbst überlegen, wie viel er geben will.

2. Es sollte nicht aus Zwang geschehen, sondern freiwillig.

Schließlich erklärte Paulus am Bild des Sämanns, von dem wir im Lehrtext lesen, dass Gott selbst der ursprüngliche Geber ist. Von ihm kommt der Samen sowie das Wachstum. Durch Geben geschieht Vermehrung, nicht Verminderung. Denn Gott ist unerschöpflich.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Matth. 25,40.45

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 15.08.2017

Gott spricht: Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus.
Psalm 81,8

Es kam zu Jesus ein Aussätziger, der bat ihn, kniete nieder und sprach zu ihm: Willst du, so kannst du mich reinigen. Und es jammerte ihn und er streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will‘s tun; sei rein! Und alsbald wich der Aussatz von ihm und er wurde rein.
Markus 1,40-42

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Derselbe noch?

Eine der häufigsten Fragen bei Christen ist: „Wirkt Gott heute noch so wie damals?“ Oder etwas resigniert: „Warum wirkt Gott heute nicht mehr so wie damals?“ Die Antworten fallen sehr verschieden aus. Die einen sagen: „Gott hat nie so gewirkt. Das sind alles nur Mythen.“ Andere sagen: „Das war in dem Maße nur damals. Heute geschehen nur noch vereinzelt Wunder.“ Wieder andere sagen: „Wenn keine Wunder geschehen, machen wir etwas falsch.“ Und dann gibt es noch diejenigen, die von Wunder über Wunder erzählen, sodass andere entweder begeistert sind oder zweifelnd die Stirn runzeln.

Nun, fest steht, dass sowohl im Alten als auch im Neuen Testament von Wundern berichtet wird. Im Umfeld des heutigen Losungswortes wird erzählt, wie Gott das Volk Israel aus der ägyptischen Sklaverei befreite. Allein dieser Befreiungsakt war voller Wunder: die zehn Plagen, die Verwandlung des Stabs von Mose in eine Schlange, der Gang durch das Rote Meer und vieles mehr. Im Losungswort erinnert Gott sein Volk daran. Sie riefen ihn an und er hörte ihr Schreien. Allerdings geschah das alles nicht sofort. Nachdem Gott Mose als Baby gerettet hatte, vergingen noch achtzig Jahre bis zum Auszug aus Ägypten. Manchmal vergessen wir die Zeiteinheiten, in denen Gott handelt. Deshalb geben wir mitunter zu schnell auf, zu beten und zu glauben.

Doch Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Was er damals getan hat, dürfen wir auch heute erwarten. Was sollen wir also tun, wenn wir schon so lange auf eine Gebetserhörung warten? Wenn eine Krankheit schier unbezwingbar erscheint? Ich denke: Einfach nicht aufgeben! In einem alten Lied heißt es: „Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht!“

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen