Israelreise mit Angela und Hans-Peter Mumssen

Vom 14. bis zum 21. Sept. 2016
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Gedanken zur Losung für Sonntag, den 26.06.2016

Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und will dich segnen.
1.Mose 26,24

„Sie sahen den Freimut des Petrus und Johannes und wunderten sich; denn sie merkten, dass sie ungelehrte und einfache Leute waren, und wussten auch von ihnen, dass sie mit Jesus gewesen waren.“
Apostelgeschichte 4,13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Segen konkret

Das heutige Losungswort sind Worte Gottes an Isaak, als er diesem im Traum erschien. Gott versprach Isaak, ihn genau wie seinen Vater Abraham zu segnen und ein großes Volk aus ihm hervorgehen zu lassen. Dieses „Fürchte dich nicht“ bezog sich aber nicht nur auf Nachkommenschaft, sondern ebenso auf das tägliche Leben. Isaak hatte nämlich gerade Konflikte mit den Völkern und Sippen, die um ihn herum lebten. Es gab Streitigkeiten wegen verschiedener Brunnen, die Isaak gegraben hatte. Nachdem nun Gott Isaak erschienen war, bekamen seine Feinde hohen Respekt vor ihm. Sie merkten, dass Gott mit ihm war. An solchen Begebenheiten wird deutlich, dass Gottes Segen ganz konkrete Auswirkungen hat. Auch wir müssen uns nicht fürchten, wenn Gott auf unserer Seite steht.

Gott stand auf Isaaks Seite um dessen Vater Abrahams willen. Auf unserer Seite steht er um Jesu Christi willen. Das erlebten die Jünger Jesu in erstaunlicher Weise. Sie waren einfache Fischer gewesen. Den Schriftgelehrten und Pharisäern schienen sie ungelehrt und einfach. So lesen wir es im Lehrtext. Doch dann hörten sie Petrus predigen und waren überaus erstaunt. Woher hatten die Jünger so viel Weisheit? Nun, auch das ist ein Segen, den Gott auf seine Kinder legt.

Als ich das erste Mal in die USA reiste und dort Christen kennenlernte, die aus sehr einfachen Verhältnissen kamen, war ich verblüfft über deren Weisheit. Als Student hatte ich bei meinen Jobs im Lager oder im Fuhrbetrieb Sprüche gehört, die manchmal kaum zu ertragen waren. Was für ein Unterschied erlebte ich nun gerade mit diesen einfachen Christen! Wo kam ihre Weisheit her? Ich entdeckte zwei Quellen: das tägliche Lesen der Bibel und der Segen Gottes auf ihrem Leben. Beides können auch wir haben, denn Gott ist mit uns und eine Bibel wahrscheinlich nur ein paar Schritte von uns entfernt.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen


Gedanken zur Losung für Samstag, den 25.06.2016

Die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten.
Psalm 103,17-18

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
Hebräer 13,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ewige Gnade

„Gott hat keine Enkelkinder!“, habe ich schon manches Mal gehört. Gemeint ist damit, dass man Glauben nicht so einfach weitervererben kann wie ein Haus oder anderen materiellen Besitz. Heißt das denn nun, unser Glaube hat auf die nachfolgenden Generationen keinerlei Einfluss? Der Losungsvers klingt da doch sehr anders. „Die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten“, heißt es da, „und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten.“

Hat Gott also doch Enkelkinder? Nein - aber er hat Kinder, und zwar in jeder Generation! Für alle seine Kinder ist er immer derselbe - der Vater im Himmel. Wenn sich heute jemand als Gottes Kind bezeichnet, hat er keinen anderen Vater im Himmel als die Kinder Gottes zu allen Zeiten. Gott ist also der ewige Vater. Diese Bezeichnung gebraucht der Prophet Jesaja in folgender Prophezeiung: Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. (Jes. 9,5) Damit ist niemand anders gemeint als Jesus Christus, von dem der Lehrtext sagt, dass er „gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ ist. Was heißt das nun für uns persönlich, aber auch für unsere Nachkommen?

Es bedeutet für den, der glaubt, dass Gott ihn persönlich als sein Kind annimmt. Diese Kindschaft beginnt zwar im Heute, hat jedoch Auswirkungen für die Ewigkeit, wie das Losungswort beschreibt. Seine Gnade bleibt dann über uns. Dadurch kommen unsere Kinder und Kindeskinder mit dem ewigen Vater in Berührung. Auch wenn wir unseren Glauben nicht vererben können - weitergeben können wir ihn schon. Das geschieht in der nachfolgenden Generation zuallererst dann, wenn sie sieht, dass wir selber diesem Vater im Himmel vertrauen und mit ihm leben. Seine Gerechtigkeit hält er auch für sie bereit - als ihr persönlicher Ewig-Vater.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen


Gedanken zur Losung für Freitag, den 24.06.2016

Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!
Psalm 34,4

Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten.
Johannes 1,6-7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Aus ganzem Herzen

Was war der Hintergrund des heutigen Losungswortes? David hatte sich vor König Abimelech wahnsinnig gestellt, weil dieser erkannt hatte, wer David war. Doch Gott ließ David seine List gelingen und dafür lobte dieser Gott aus ganzen Herzen. Sein Lob war keine Pflichterfüllung und auch nicht halbherzig, sondern kam aus tiefer Ergriffenheit und Dankbarkeit. Das war die Art, wie David generell seine Berufung lebte. Ob nun als Musiker und Sänger, als König oder als Kämpfer, er war immer ganz bei der Sache.

Auch Johannes der Täufer, von dem der Lehrtext berichtet, war ganz bei der Sache. Seine Berufung war es, die Menschen auf das Kommen des Messias vorzubereiten. Das tat er nicht im Vorübergehen, nicht zwischen Tür und Angel, sondern mit seinem ganzen Leben. Wie bei David war auch sein Dienst, Gott zu erhöhen. Das tat er allerdings nicht mit Liedern - zumindest ist nichts Derartiges überliefert - sondern mit seinen Worten und seinem Lebensstil.

Nun, auch unsere Berufung ist, Gott zu erhöhen, und zwar mit allem, was wir tun, reden, singen oder denken. Doch unser Herz ist ein umkämpfter Ort. So kann es schnell geschehen, dass wir Dinge nur halbherzig tun. Da spendet jemand sein altes Wohnzimmer für seine Kirchengemeinde, weil er jetzt ein neues hat. Das ist gewiss gut gemeint, doch manch eine Gemeinde ist so schon zum Altwarenlager geworden. Sagen wir nicht: „Das Beste für den Herrn!“? Wenn im Gottesdienst gesungen wird, singen viele nur auf halber Lunge. Bei Feiern oder bei einem Fußballspiel, da wird es schon mal intensiver. Gehören nicht beide Lungenflügel unserem Erlöser? Ist er es nicht wert, laut gepriesen zu werden? Man könnte die Liste fortsetzen mit Fragen zum Gebet, zum Lesen der Bibel oder zum Bekenntnis unseres Glaubens. Wie auch immer - ich möchte uns Mut machen: Lasst uns doch das, was wir für Gott tun, aus ganzer Kraft und aus ganzem Herzen tun.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 23.06.2016

Du gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte stärkt mich.
Psalm 18,36

Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft.
1.Korinther 4,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kraft

Der 36. Psalm, aus dem das heutige Losungswort stammt, ist ein Lied Davids, das er schrieb, um Gott zu danken. Dieser hatte ihn vor seinen Feinden und dem eifersüchtigen König Saul gerettet. Weiterhin hatte Gott ihn mit Kraft ausgestattet, sodass David „Kriegsvolk zerschlagen“ und mit seinem „Gott über Mauern“ springen konnte.(1) Interessant ist, was David in diesem Psalm über seine Gerechtigkeit sagt: „Der Herr hat mich belohnt, weil ich recht tue und weil ich mich vorbildlich verhielt.“ (Ps. 18,25) Widerspricht solch eine Aussage nicht dem Evangelium Jesu Christi? Heißt es doch: Denn alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren. Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht. Es ist sein Geschenk an uns durch Jesus Christus, der uns von unserer Schuld befreit hat. (Röm. 3,23-24) War David selbstgerecht?

Nun, die Psalmen sind oft Momentaufnahmen. In anderen Psalmen thematisiert David offen seinen Schuld und Gottes Barmherzigkeit. Ich persönlich glaube, dass dieser Psalm uns herausfordert, unseren Zustand als Christen einmal von einer anderen Seite zu betrachten. Natürlich sind wir „begnadigte Sünder“, wie viele es ausdrücken. Doch wir sind auch Gerechte und Heilige, wie es uns an mehreren Stellen des Neuen Testaments mitgeteilt wird.(2) Erlauben wir uns doch auch einmal solch eine Momentaufnahme wie David. Schauen wir also nicht auf unser Versagen in der Vergangenheit und auch nicht auf unser zukünftiges Versagen. Schauen wir stattdessen auf das, was Gottes Wort ebenso über uns sagt: gerecht und heilig. Nun, genau das ist unsere Stellung im Reich Gottes, das laut Lehrtext nicht nur in Worten, sondern in Kraft besteht. Diese geschenkte Gerechtigkeit ist also unsere Kraft. Doch sie muss auch angenommen und geglaubt werden, sonst bleibt sie wirkungslos. So denke ich nicht, dass David selbstgerecht war, sondern dass er auf die Gerechtigkeit Gottes baute. Tun wir das auch?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Ps. 18,30 (2) 1.Kor. 6,11 1.Kor. 1,2


Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 22.06.2016

Nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, noch von dir, als dass du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele?
5.Mose 10,12

Wer sein Wort bewahrt, in dem ist die Liebe Gottes wirklich zur Vollendung gekommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind.
1.Johannes 2,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kann man Liebe fordern?

Das heutige Losungswort hat eine eigenartige Formulierung. Gott fordert, dass wir ihn lieben. Ist Liebe denn nicht freiwillig? Auch im Lehrtext verbindet Jesus Christus die Liebe Gottes in uns mit der Bereitschaft, sein Wort zu bewahren. Wenn wir auf der Grundlage der beiden Losungsverse einmal Liebe definieren würden, so käme in etwa Folgendes heraus: Liebe zeigt sich in Gottesfurcht, im Wandeln auf Gottes Wegen, in der Bereitschaft, ihm zu dienen, und generell in der Treue zu seinem Wort.

Nun schauen wir uns einmal Gottes Liebe zu uns an. Wie zeigt Gott uns seine Liebe? Hat Gott auch Ehrfurcht vor uns? Nun, in einem gewissen Sinne respektiert Gott unsere Entscheidungen, selbst wenn sie schlecht sind. Deshalb sind wir auch verantwortlich für das, was wir tun und sagen. Die nächste Frage wäre: Wandelt Gott denn auch auf unseren Wegen? Ich meine: sogar sehr oft. Jesus Christus sagte einmal von sich: „Der Menschensohn ist gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten.“ (Luk. 19,10) Und wie ist es mit dem Dienst? Auch hierzu hat Jesus etwas zu sagen: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um anderen zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben.“ (Matt. 20,28) Nun sollen wir ja auf Gottes Wort eingehen. Geht er denn auch auf unsere Worte ein? Ja, das tut Gott auf zweierlei Weise. Einmal zu unserem Segen: „Bittet, so wird euch gegeben!“ (Luk. 11,9a) Und einmal zum Gericht: „Denn aufgrund deiner eigenen Worte wirst du freigesprochen oder verurteilt werden.“ (Matt. 12,37)

Unsere Liebe zu Gott ist also keine einseitige Forderung. Im Gegenteil: Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat(1) - und zwar genau so, wie wir ihn lieben sollen!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Joh. 4,19


Gedanken zur Losung für Dienstag, den 21.06.2016

Du sollst heute wissen und zu Herzen nehmen, dass der HERR Gott ist oben im Himmel und unten auf Erden und sonst keiner.
5.Mose 4,39

Er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.
Apostelgeschichte 17,27-28

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Näher, als man denkt

Immer wieder fragen sich Menschen, ob es einen Gott gibt, wo man ihn finden kann und wie er wohl aussieht. Nun, die ersten beiden Fragen hatte das Volk Israel von Gott persönlich beantwortet bekommen. Er hatte sich ihnen als der „Ich bin“ offenbart, war zu ihnen gekommen und hatte sie aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Für sie war es nun keine Frage mehr, ob es Gott gab und wo man ihn finden könnte. Sein Aussehen beschäftigte sie allerdings sehr. Da er sich ihnen aber nicht sichtbar zeigte, bastelten sie sich eigene Gottesbilder. Das Erste war das Goldene Kalb, doch andere folgten. Im Kapitel, aus dem das heutige Losungswort stammt, geht Mose noch einmal auf diese Ereignisse ein. Sein Ziel dabei war, ihnen Gott als den einzigen, wahren Gott vor Augen zu stellen - unsichtbar, aber wahrnehmbar.

Dasselbe tat der Apostel Paulus, als er in Athen war. Dennoch war es ganz anders. Paulus sah die religiösen Bemühungen der Athener. Nun hätte er sie ja aufgrund ihres Götzendienstes ganz im Stil des Mose streng verwarnen können. Doch das tat er nicht. Im Gegenteil, er lobte sie sogar fast: „Ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt.“ (Apg. 17,22) Warum machte Paulus das?

Ich denke, Paulus hatte verstanden, dass Gott wirklich an den Menschen interessiert ist. Aus eigener Erfahrung wusste er, dass man in Glaubensdingen völlig daneben liegen kann, solange man Gott nicht persönlich kennt. Doch Gott war ihm in Christus begegnet, aus Saulus war Paulus geworden. Die Vorstellungen und Überlieferungen über Gott waren der persönlichen Beziehung zu ihm gewichen. Dasselbe wollte er den Athenern ermöglichen.

Wo setzen wir an, wenn wir über den Glauben reden? An Fehlern und Fehlendem? Oder glauben wir dem, was Paulus sagt: „Er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.“ Gott ist zwar nicht sichtbar - aber in Christus kann ihn jeder wahrnehmen. Denn er ist da.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen


Gedanken zur Losung für Montag, den 20.06.2016

Der HERR ist hoch und sieht auf den Niedrigen und kennt den Stolzen von ferne.
Psalm 138,6

Das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt.
1.Korinther 1,28

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Oben und unten

Manchmal höre ich Leute sagen: „Die da oben machen ja doch, was sie wollen.“ Gemeint ist, dass Leute mit Einfluss sich nicht wirklich um die Belange derer kümmern, für die sie eigentlich verantwortlich sind. In der Bibel lesen wir krasse Worte zu diesem Thema: „Ich (Gott) will ein Ende damit machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden.“ (Eze. 34,10b) Auch Jesus ermahnte seine Jünger mit folgenden Sätzen: „Die Könige herrschen über ihre Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen. Ihr aber nicht so!“ (Luk. 22,25-26a) Nun gab es in der Geschichte der Menschheit immer wieder Revolutionen und Aufstände, in denen die Oberen abgesetzt oder umgebracht wurden. Wenn allerdings der Mensch über den Menschen zu Gericht sitzt, kommt meistens auch nur Menschliches heraus. Als nämlich die Unteren plötzlich oben saßen, handelten sie nach kurzer Zeit nicht anders als ihre Vorgänger.

Wenn Gott auf die Niedrigen schaut, wie wir im heutigen Losungswort und Lehrtext lesen, dann sind diejenigen gemeint, die von anderen als minderwertig angesehen werden. Einige sprechen so etwas offen aus, andere zeigen das durch ihre Handlungen. Das ist übrigens unabhängig davon, ob man zu den Oberen oder Unteren gehört. Nun stellt sich Gott offensichtlich auf die Seite der Erniedrigten. Auch Jesus Christus machte seinen Jüngern klar: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Matt. 25,40) Das beinhaltet sowohl eine Warnung wie auch einen Trost. Eine Warnung an diejenigen, die andere Menschen offen oder heimlich gering schätzen und einen Trost für diejenigen, die gering geachtet werden.

Die Frage ist, nehmen wir das ernst, was Gott über die Hohen und die Niedrigen sagt? Dann werden wir unseren Wert und unsere Ehre nicht bei Menschen suchen, sondern bei Gott. Das wird unsere Seele stabil machen und uns befähigen, auch andere neidlos wertzuschätzen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen


Gedanken zur Losung für Sonntag, den 19.06.2016

So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße! Was ist denn das für ein Haus, das ihr mir bauen könntet?
Jesaja 66,1

„Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus; siehe, da ist er!, so glaubt es nicht.“
Markus 13,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Haus Gottes

Im heutigen Losungswort will Gott uns etwas verdeutlichen: Er ist der Allmächtige. Er lässt sich nicht einzwängen auf ein Haus, sei es noch so groß und faszinierend. Er lässt sich auch nicht mit religiösen Riten abspeisen. Darauf gehen die nachfolgenden Verse ein. Weder Opferhandlungen noch Weihrauch kommen bei ihm an, wenn die Herzen der Menschen weit weg von ihm sind.

Nun wissen wir aber, dass sich Gott trotz all dieser Dinge entschieden hat, unter den Menschen zu wohnen. Diesen Ort nennen wir das Haus oder den Tempel Gottes. Zu Jesajas Zeiten war es der Tempel in Jerusalem, den Salomo gebaut hatte. Doch was ist es heute? Das Neue Testament gibt uns darüber Aufschluss: Zunächst bezeichnete Jesus seinen Körper als Tempel Gottes.(1) Doch nach seiner Himmelfahrt und nach Pfingsten wird die Gemeinde Jesu als Tempel Gottes bezeichnet.(2) Das bedeutet also, wir Christen sind der Wohnort Gottes auf Erden. Das ist eine hohe Berufung und auch eine hohe Verantwortung.

Im Laufe der Geschichte haben Kirchbauten diesen Platz wieder eingenommen - zumindest in unserer Vorstellung. Es gibt überhaupt keinen biblischen Beleg dafür, dass Gott in einem Kirchgebäude wohnt. Doch gibt es etliche Belege dafür, dass Gott in uns wohnt. Die Frage ist: Was machen wir daraus?

Ich glaube, diese Wahrheit ist vielen Christen verloren gegangen oder ins Abseits verschoben worden. Das führt dazu, dass wir Christus gewissermaßen an den falschen Stellen suchen. Der Lehrtext ist ein Beispiel dafür. Jesus warnt seine Jünger, nicht darauf zu hören, wenn jemand sagt: „Hier ist der Christus.“ Wir müssen nicht jedem hinterherlaufen, denn der Geist Jesu Christi wohnt in uns. Wo wir sind, da ist auch Jesus. Das klingt ungeheuerlich, ist aber wahr. Lasst uns mit dieser Erkenntnis, wer wir sind, verantwortungsbewusst umgehen!

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joh. 2,19-21 (2) 1.Kor. 3,16