Gedanken zur Losung für Freitag, den 20.10.2017

Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen „Mensch“.
1.Mose 5,2

Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
Römer 12,10

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gelebte Liebe

Das heutige Losungswort gibt uns einen tiefen Einblick, wer wir sind. Dort heißt es, dass Gott den Menschen als Mann und Frau schuf. Gott schuf also zwei und nannte sie „Mensch“ - hebräisch „Adam“. Das ist nicht nur der Eigenname eines Mannes, sondern auch die allgemeine Bezeichnung für einen Menschen. Doch ist der Mann mehr wert als die Frau? Oder die Frau mehr wert als der Mann? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Menschheit bis zum heutigen Tag. Bei der Erschaffung des Menschen geht es jedoch nicht um Wertigkeit oder eine Hierarchie. Sondern Gott schuf einen Raum für gelebte Liebe. Gott ist Liebe, so beschreibt ihn der Apostel Johannes.(1) Wenn wir nach dem Bild Gottes geschaffen sind, benötigt diese Eigenschaft der Liebe eine Möglichkeit, gelebt werden zu können. So verstehe ich den Ausspruch Gottes aus der Schöpfungsgeschichte: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“ (1.Mos. 2,18a) Liebe benötigt ein gleichwertiges Gegenüber, deshalb besteht „Adam“, der Mensch nicht nur aus einer, sondern aus zwei unterschiedlichen, sich ergänzenden Personen - aus Mann und Frau.

Leider hat der Sündenfall den Schöpfungsgedanken Gottes völlig verzerrt. Mit der Sünde kam nämlich auch der Wunsch auf, den anderen zu beherrschen. Immer wieder erleben wir in der Geschichte, dass Beherrschte sich zwar irgendwann befreien konnten, doch einige Zeit später selber begannen, andere zu beherrschen. So redet man scherzhaft, doch mit ernstem Unterton vom Kampf der Geschlechter. Wer befreit uns aus diesem nicht enden wollenden Kampf?

Ich bin überzeugt, dass das Evangelium Jesu Christi diese Befreiungskraft besitzt. Zunächst schenkt uns Gott in Jesus Christus Vergebung. Weil Jesus sein Leben für uns gab, sind wir Gott wertvoll. Wir benötigen deshalb keine besondere Position, um wertvoll zu sein. Nun können wir einander in Ehrerbietung begegnen, wie es im Lehrtext steht. Endlich ist der Raum wieder frei, Liebe zu leben - im Kleinen und im Großen!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) 1.Joh. 4,16

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 19.10.2017

HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.
Psalm 92,6

Lebt verwurzelt und gegründet in Jesus Christus und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und voller Dankbarkeit.
Kolosser 2,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Tiefe Gedanken

Das heutige Losungswort spricht von den tiefen Gedanken Gottes. Welche mögen das sein? Zunächst sind es gewiss Gedanken, die weiter als wir denken. Wie bei zwei Schachspielern, die nicht nur ihren nächsten Zug überlegen, sondern schon diverse Züge im Voraus planen, indem sie die Reaktion ihres Gegners mit einberechnen. Oft kann man die Genialität erst im Rückblick entdecken, wenn man den gesamten Spielverlauf sieht.

So ähnlich ergeht es mir auch bei Gott. Oft entdecke ich erst im Rückblick, wie unglaublich tief seine Gedanken sind. Eigentlich sind wir alle auf Gott hin erschaffen worden. Und doch gab er uns die Möglichkeit, uns für oder gegen ihn zu entscheiden. Doch bevor wir überhaupt erschaffen wurden, hat uns Gott in Christus erwählt, heilig, also ihm ähnlich zu sein.(1) Auch der Sündenfall konnte diesen Plan Gottes nicht vereiteln, denn der Ausweg war auch schon geplant. Jesus Christus kam und opferte sich für uns. Er besiegte den Tod und stellte die Verbindung zu Gott wieder her. Nun kann jeder Mensch ein Heiliger werden, selbst wenn er schwere Schuld auf sich geladen hat oder mit der einen oder anderen Unart noch kämpft.

Wenn wir schon heute vor Ende der Zeit erkennen, wie unglaublich tief und liebevoll Gottes Gedanken sind, sollten wir ihm auch unsere Zukunft anvertrauen. Wenn es irgendetwas für uns zu tun gibt, dann ist es, Jesus Christus in allem zu vertrauen, an seinem Wort festzuhalten und unser Leben komplett mit ihm zu verbinden. Das lesen wir sinngemäß im heutigen Lehrtext. Jeder kann das, egal ob arm oder reich, gebildet oder ungebildet, intelligent oder unintelligent, jung oder alt. Aus jedem sozialen Milieu, aus jeder Kultur kommen Menschen, die Jesus Christus vertrauen. Ja, Vertrauen zu Jesus Christus verbindet die unterschiedlichsten Menschen - Menschen, die sich normalerweise aus dem Weg gegangen wären. Wie tief sind doch Gottes Gedanken und Pläne!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Eph. 1,4-6

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 18.10.2017

Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel?
2.Samuel 12,9

Der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen; und: Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt.
2.Timotheus 2,19

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Kein doppeltes Maß

Was wir im heutigen Losungswort lesen, ist ein sehr ernstes Wort des Propheten Nathan an David. David hatte zuvor ein Verhältnis mit der Frau eines anderen Mannes begonnen. Weil diese nun schwanger wurde, versuchte David zunächst, das Kind Uria, ihrem Ehemann, der Soldat war, unterzuschieben. Dieser ging jedoch nicht zu seiner Frau, sondern übernachtete bei seinen Kameraden. Daraufhin schickte David Uria in ein Gefecht, in dem dieser keine Überlebenschance hatte.

Nun kam Nathan zu David. Doch statt ihn mit seiner Sünde zu konfrontieren, erzählte er ihm eine Geschichte von einem reichen Mann, der seinem armen Nachbarn dessen einziges Schaf wegnahm, um es als Mahl seinem Gast vorzusetzen. Daraufhin geriet David in Wut über solch eine Ungerechtigkeit, doch Nathan unterbrach ihn und sagte: „Du bist der Mann!“ Im Grunde hatte David sein eigenes Urteil gesprochen, als er den reichen Mann aus Nathans Geschichte töten lassen wollte, doch selbst eine noch schlimmere Sünde verheimlichte.

Häufig denken wir: Gott setzt bestimmte Maßstäbe, gibt Gebote und Anordnungen, und wir werden einmal danach gerichtet, ob wir diese auch gehalten bzw. erfüllt haben. Nun vertrauen wir ja Jesus Christus und können deshalb damit rechnen, dass uns vergeben wird und wir nicht gerichtet werden. Das wahre Problem sind aber nicht die Leute, die über Gottes Anordnungen stolpern. Sondern diejenigen, die mit doppeltem Maß messen - also andere maßregeln, aber selber an anderer Stelle Gottes Willen mit Füßen treten. Das kann schneller geschehen, als wir vielleicht denken, denn zwei der höchsten Gebote Jesu sind Barmherzigkeit und Liebe.

Wenn wir so den Lehrtext verstehen, dann geht es nicht nur um ein korrektes Christenleben, sondern um Ehrlichkeit vor Gott und Menschen. Versager können, wie ich denke, Erbarmen finden. Heuchler dagegen richten sich selbst.

Einen Tag im Lichte Gottes wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 17.10.2017

Wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden.
Joel 3,5

Klopfet an, so wird euch aufgetan.
Lukas 11,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Versprechen Gottes

Der heutige Losungsvers stammt aus einer prophetischen Schau über die sogenannte „Endzeit“ - die letzte Zeit, bevor Christus als Herrscher wiederkommt. In dieser Zeit sollen Dinge auf der Erde geschehen, wie die Menschheit sie vorher noch nicht erlebt hat. Gott wird seinen Geist auf „alles Fleisch“ ausgießen, es wird Zeichen am Himmel geben, die Sonne soll sich in Finsternis verwandeln und der Mond blutrot werden.(1) All das wird so machtvoll sein, dass sich niemand dem entziehen kann. Gottes Sohn, Jesus Christus, wird in Herrlichkeit sichtbar werden.

Liest man diese kurzen Verse im Buch Joel im Zusammenhang, kann die Ankündigung der verschiedenen Dinge überwältigend wirken. Schon ein einzelnes dieser Ereignisse würde uns vermutlich völlig umhauen. Ich denke, das macht deutlich, dass Gott so machtvoll ist wie niemand sonst. Da könnte man sich schon fürchten - wenn da nicht diese Zusage wäre: „Wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden.“

Wieder einmal wird sichtbar, dass Gott nicht unser Verderben will. Im Gegenteil, mitten in diesen Gewalten plant er einen Ausweg, damit wir errettet werden. Durch die Jahrhunderte hindurch hat er das immer wieder getan. Er ließ Noah eine Arche bauen, bevor die Sintflut kam. Er hat das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten hinausgeführt. Er sandte seinen Sohn Jesus, der unsere Schuld auf sich nahm. Ja, Gott sendet Gericht. Doch immer gibt es eine Rettung. Wer sie ergreift, kommt hindurch. Merkwürdigerweise wollen aber viele von Gottes Rettung nichts wissen. Zu Noahs Zeiten kümmerten sich die Menschen nicht um Gott, sondern lebten so, wie es ihnen passte. Jesus nahm auf dieses Verhalten Bezug, als er von der letzten Zeit sprach.(2) Auch heute ist das häufig so.

Dennoch hört Gott nicht auf, zu rufen, zu mahnen - und Rettung zu schenken. Der Lehrtext drückt etwas sehr Zentrales aus: Gott wird keinen abweisen, der zu ihm kommt. Denn das ist das Einzige, was wir tun müssen: Ihn anrufen und bei ihm anklopfen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Joel 3,1-4 (2)Luk. 17,26-27

Gedanken zur Losung für Montag, den 16.10.2017

Der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid zerfallen, und die darauf wohnen, werden wie Mücken dahinsterben. Aber mein Heil bleibt ewiglich.
Jesaja 51,6

Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus.
1.Thessalonicher 5,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Sein Heil bleibt!

Das heutige Losungswort mag erst einmal erschrecken, denn es prophezeit den völligen Untergang von Himmel und Erde. Doch das eigentliche Gewicht liegt, wie ich meine, auf dem Folgesatz: „Aber mein Heil bleibt ewiglich.“ Es geht um das Heil Gottes, zu dem jeder Mensch Zugang hat, wenn er davon erfährt. Den Untergang von Himmel und Erde können wir nicht verhindern - egal, ob jemand an Gott glaubt oder nicht. Doch wir können dem Untergang entgehen, wenn wir uns an den halten, der unsere Schuld auf sich genommen und den Tod überwunden hat: Jesus Christus. Gottes eigentliche Absicht ist nämlich nicht, uns zu richten, sondern uns zu retten.(1)

Man könnte es mit der Geschichte Lots vergleichen, den Gott aus Sodom gerettet hat. Die Sünden der Einwohner waren derart schlimm, dass Gott die Zerstörung der Stadt beschlossen hatte. Doch Lot hielt sich zu Gott. Deshalb besuchten ihn zwei Engel, die ihn und die Seinen aus der Stadt herausführen sollten.(2) Auf der einen Seite vertraute Lot der Botschaft der Engel, doch auf der anderen Seite zögerte er, die Stadt zu verlassen. Schließlich zogen ihn die Engel mit den Seinen aus der Stadt hinaus.

An dieser Begebenheit können wir das Zusammenspiel von Gottes Rettungsplan und unserer Mitwirkung erkennen. Gott hat Gedanken des Heils mit uns. Wir müssen allerdings auch darauf eingehen und seinem Wort - also Jesus - vertrauen. Zögern wir oder tun uns schwer damit, lässt er uns dennoch nicht einfach fallen. Er zwingt uns zwar nicht, doch er drängt uns wie einen Lot auf den richtigen Weg. So ist Gottes Drängen ein Zeichen seiner Liebe und Güte, selbst wenn es uns unangenehm erscheint. All das macht mich sehr dankbar gegenüber Gott. Wir sind ihm nicht gleichgültig. Es dient uns nur zum Guten, wenn wir ihm in allem vertrauen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Joh. 3,17 (2) 1.Mos. 19,1-17

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 15.10.2017

Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir.
Jona 2,8

Betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!
Lukas 22,40

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Selbsterkenntnis

„Als meine Seele in mir verzagte …“ So beginnt das heutige Losungswort. Es ist aus dem Lobgesang des Propheten Jona entnommen, als er sich im Bauch eines riesigen Fisches befand. Dieser war seine Rettung, denn man hatte Jona mitten in einem Sturm ins Meer geworfen, weil er durch seinen Ungehorsam Gott erzürnt hatte. Nun lag er da im Wasser als eine Art Opfer, damit Gott den Sturm stillte, und ein großer Fisch verschlang ihn in einem Stück. Dort war er, so verrückt das auch klingen mag, sicher. Dort fing er an, Gott zu danken.

Was tun wir, wenn unsere Seele verzagt - eventuell, wie bei Jona, wegen einer Sache, die wir selbst verschuldet haben? Erinnern wir uns dann an Gott? Manche Menschen, auch Christen, erinnern sich an Personen, die ihnen vielleicht helfen könnten. Sie lassen für sich beten, beten aber nur selten selbst. Ihr Kontakt zu Gott ist ein indirekter - über andere Personen. Doch Jona betete direkt und sein Gebet wurde ebenfalls direkt erhört.

Auch im Lehrtext werden wir aufgefordert, direkt zu Gott zu beten. Der Grund hier ist nicht eine akute Not, sondern eine mögliche Not in der Zukunft: „Damit ihr nicht in Anfechtung fallt!“ Gebet macht deutlich, dass wir ohne Gottes Hilfe nicht zurechtkommen. Das gilt für eine akute Not genauso wie für die Erkenntnis, dass wir ohne Gott im Glauben und Leben scheitern würden. Wer also vor Gott betet und fleht, demütigt sich unter dessen Hand. Viele tun das erst, wenn ihnen das Wasser bis zum Halse steht. Wer mag sich schon selbst erniedrigen? Doch gerade darin erleben wir Gottes überschwängliche Kraft und Güte.

Diese Kraft erlebte Jona mitten im Fisch. Diese Kraft erlebte der Apostel Paulus, als Jesus Christus ihm begegnete und sein Stolz an einem Tag in sich zusammenfiel. Und ich bin davon überzeugt, dass auch wir diese Kraft erleben können, wenn wir uns nicht auf unsere Fähigkeiten und Erkenntnis verlassen, sondern Gott um seine Kraft und Erkenntnis bitten.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Samstag, den 14.10.2017

Es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.
5.Mose 30,14

Die Menge fragte Johannes und sprach: Was sollen wir denn tun? Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso.
Lukas 3,10-11

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gottes Wort in uns

Das heutige Losungswort ist Teil einer prophetischen Schau auf das Schicksal Israels. Kurz bevor Israel das Gelobte Land erreichte, legte Mose ihm noch einmal Segen und Fluch vor, je nachdem, wie sie sich verhalten würden. Segen, wenn sie von ganzen Herzen Gottes Gebote hielten, doch Fluch, wenn sie die Gebote brächen und anderen Göttern nachliefen. Aber irgendwie war schon klar, dass sie genau das tun würden und so Gottes Fluch über sie kommen würde. Allerdings hört es dort nicht auf, sondern Gott bietet einen Rückweg an. Wenn sie sich nämlich wieder zu Gott bekehren, wird er sie in ihr Land zurückführen und segnen. Die ganze Rede ist also nicht nur ein Ruf zur Entscheidung, sondern gleichzeitig eine Prophetie.

Zum Ende dieser Rede erscheint der heutige Losungsvers, der besagt, dass Gott den Menschen seine Gebote in den Mund legen und in die Herzen schreiben wird. Diese Aussage wird im Neuen Testament wiederholt.(1) Sie beschreibt im Grunde den Neuen Bund Gottes mit den Menschen: „Der zukünftige Bund, den ich mit ihnen schließen werde, wird so aussehen: Ich werde - sagt der Herr - meine Gesetze in ihre Herzen legen und werde sie in ihr Innerstes schreiben.“ (Hebr. 10,16)

Doch was bedeutet das für uns? Dass wir Gottes Wort nicht nur äußerlich hören, sondern in unserem Inneren tragen, verdanken wir Jesus Christus. Er ist das Wort Gottes in Person.(2) Wenn wir ihn aufgenommen haben, haben wir auch Gottes Wort aufgenommen - z.B. auch die Worte, die Johannes der Täufer im heutigen Lehrtext verkündete. Was das bedeutet, möchte ich einmal so beschreiben: Viele Religionen, Philosophien oder politische Systeme haben versucht und versuchen, den Menschen zum Guten zu bewegen oder auch zu zwingen. Doch nur Jesus Christus ist es, der uns von innen her zum Guten befähigt!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Röm. 10,6-8 (2) Joh. 1,1-14

Gedanken zur Losung für Freitag, den 13.10.2017

Meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.
Jesaja 61,10

Jesus spricht: Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr sollt satt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen.
Lukas 6,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Im Hier und Jetzt

Immer wieder wird Christen nachgesagt, sie würden Menschen auf das Jenseits vertrösten, statt im Hier und Jetzt zu handeln. Die heutigen Bibelverse befassen sich damit, dass Gott für den Einzelnen erkennbar eingreift. So lesen wir im Losungswort, wie ein Mensch voller Dankbarkeit von dem Heil und der Gerechtigkeit, die Gott ihm geschenkt hat, berichtet. Das sind nämlich Dinge, die nicht erst im Jenseits erfahrbar sind. Sie betreffen unser Leben ganz elementar und sind für unseren inneren Menschen so wichtig wie für den äußeren Menschen die Luft zum Atmen.

Nun erscheint vielen der Gedanke an den Himmel realitätsfremd. Manchen ist es schlichtweg egal, ob noch etwas kommt, andere sagen: „Das weiß man ja nicht so genau …“ Wieder andere halten den Himmel einfach für eine Erfindung von Menschen. Alle haben jedoch etwas gemeinsam: Sie sind mit dem Himmel noch nicht in Berührung gekommen. Wenn das geschieht, ändert sich nämlich alles. Wo vorher Desinteresse oder Misstrauen war, entsteht plötzlich Vorfreude und Begeisterung. Der Losungsvers drückt solch eine Begeisterung aus. Hier ist von einer Fröhlichkeit die Rede, die jetzt stattfindet, weil Gott bereits gehandelt hat.

Doch wie erhält man diese „Kleider des Heils“ und den „Mantel der Gerechtigkeit“? Durch den, der sie gebracht hat: Jesus Christus. Durch ihn sandte Gott sein Heil.(1) Jesus Christus nahm durch seinen Tod am Kreuz unsere Schuld auf sich. Und noch mehr: Er schenkt uns seine Gerechtigkeit! Wer das annimmt, für den beginnt ein neues, ein ewiges Leben. Er wird mit dem verbunden, der den Tod besiegt hat. Das geschieht nicht erst nach dem Tod, sondern im Hier und Jetzt. Wie im Lehrtext spricht Christus in unser Heute, damit wir wissen, dass er sich um unser Leiden kümmert. Und Freude und Erfüllung für uns bereithält.

Einen Tag voller Vorfreude wünscht
Angela Mumssen
(1) 1.Thess. 5,9