Gedanken zur Losung für Montag, den 24.04.2017

Die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hoch gelobt!
Psalm 40,17

Jesus sprach: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.
Lukas 19,5-6

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

„Die dein Heil lieben“

Vor Kurzem sprach ich mit einer Gruppe von iranischen Christen. Sie waren im moslemischen Glauben aufgewachsen, hatten sich dann aber zu Jesus Christus bekehrt. Ihre Hinwendung zu Jesus Christus geschah teilweise auf dramatische Art und Weise. Einige hatten Träume, andere lernten Christen einer Untergrundkirche im Iran kennen. Wieder andere wurden erst in Deutschland Christen. Für Menschen, die so aufgewachsen sind und teilweise gezwungen wurden, ihre Religion nicht zu hinterfragen, ist es nicht einfach, das Evangelium zu verstehen.

Einer von ihnen stellte mir die Frage: Seine Mutter sei gestorben. Sie hat Jesus Christus nie kennengelernt. Ja, es war ihr verboten, sich überhaupt mit dem Evangelium zu beschäftigen. Nun fragte er besorgt: „Wo ist meine Mutter jetzt? Geht sie verloren, weil sie nicht an Jesus Christus geglaubt hat und eigentlich auch keine Möglichkeit dazu hatte?“ Eine schwierige Frage.

Nun, ich erklärte ihm, dass alle Menschen, die vor Jesu Kommen lebten, ihn ja auch nicht aufnehmen konnten. Trotzdem sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Viele Menschen, werden aus der ganzen Welt herbeiströmen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.“ (Matt. 8,11) Was hat Abraham, Isaak und Jakob und, wie ich meine, noch viele andere zu Himmelsbürgern gemacht? Die Antwort lesen wir im Losungswort: Sie haben das Heil Gottes ihrer Erkenntnis gemäß geliebt. Sie suchten Gott, ehrten ihn und verließen sich nicht auf religiöse Rituale.(1) Gott allein kennt das Herz des Menschen und weiß, ob jemand ihn aufrichtig sucht. Solch ein Mensch wird, so glaube ich, Jesus Christus mit Freuden aufnehmen, wenn er die Gelegenheit dazubekommt. Genauso war es mit Zachäus, der in den Augen der Leute ein Schlitzohr war, aber im Herzen das Heil Gottes suchte. Als Jesus ihn ansprach, wusste er, dass er es gefunden hatte. Wie ist es mit uns?

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

(1) Ps. 40,7

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 23.04.2017

So halte nun die Gebote des HERRN, deines Gottes, dass du in seinen Wegen wandelst und ihn fürchtest.
5.Mose 8,6

Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt.
Römer 13,8

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gebote oder Liebe?

Im heutigen Losungsvers finden wir die Aufforderung, Gottes Gebote zu halten. Der Lehrtext beginnt ebenfalls mit einer Aufforderung, hat jedoch ein überraschendes Fazit: Wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt. Das hört sich für manchen schon fast zu einfach an. Andere schrecken davor zurück, weil ihnen der Begriff „Liebe“ zu groß oder zu wenig greifbar ist. Die Gebote scheinen für sie da etwas klarer zu sein. Die Liebe ist vielleicht doch mehr für die Emotionaleren …

Meinem Verständnis nach schließen sich Gebote und Liebe jedoch nicht gegenseitig aus, sondern gehören sogar unmittelbar zusammen. Sie sind zwei Teile eines großen Ganzen. So schreibt Paulus zu diesem Thema an Timotheus: „Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben.“ (1.Tim. 1,5) Wenn die Liebe nun die Hauptsumme ist, was sind dann die Zwischensummen? Die Unterweisungen - also die Gebote. Bei der Liebe geht es allerdings nicht um warme Gefühle und bei den Geboten nicht um das Abarbeiten eines Forderungskataloges. Vielmehr führen sie jeweils zueinander hin. Gott gab die Gebote aus Liebe und Fürsorge.(1) Erwidern wir diese Liebe wiederum, werden wir seine Gebote halten.(2) Dafür brauchen wir die Verbindung zu Gott: Jesus Christus. In ihm sind wir vor Gott gerechtfertigt, denn er starb für unsere Verfehlungen. Durch seinen Geist wird Gottes Liebe in unsere Herzen ausgegossen.

Nun geht es bei der Liebe, die Paulus als Hauptsumme bezeichnet, nicht nur um Gefühle. Ohne Zwischensummen gibt es nämlich keine Hauptsumme. Deshalb kann es manchmal als mangelhaft wirken, wenn von Liebe gesprochen wird, aber die entsprechenden Taten fehlen. Doch auch umgekehrt bleiben selbst „große“ geistliche Taten ohne Liebe hohl.(3) Gott helfe uns, in beiden Bereichen zu wachsen.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Angela Mumssen

(1) 5.Mos. 4,40 (2) 1.Joh. 5,3 (3) 1.Kor. 13,1

Gedanken zur Losung für Samstag, den 22.04.2017

Er wird mich ans Licht bringen, dass ich seine Gnade schaue.
Micha 7,9

Und es geschah, als Jesus mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach‘s und gab‘s ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn.
Lukas 24,30-31

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Im Licht

Der heutige Losungsvers lautet als ganzer Vers: Ich will des HERRN Zorn tragen - denn ich habe wider ihn gesündigt -, bis er meine Sache führe und mir Recht schaffe. Er wird mich ans Licht bringen, dass ich seine Gnade schaue. (Mich. 7,9) Hier spricht kein Selbstgerechter, bei dem das Leben von Sieg zu Sieg gegangen wäre. Obwohl der Prophet Micha den Zorn Gottes als gerecht ansah und auch bereit war, ihn zu ertragen, wartete er darauf, dass Gott ihm Recht verschaffte. Wie kann man aber, wenn man sich selbst fehl verhalten hat, trotzdem auf eine Rechtfertigung warten? Ich denke, dass Micha auf den Messias wartete - auf den Erlöser, der Sünden vergibt und aus Gnade gerecht macht.

Nun erwartete Micha diese von Gott geschenkte Gerechtigkeit nicht nur irgendwann. Er wollte sie mit eigenen Augen schauen, hier und jetzt. Es gibt Leute, die hoffen zwar, dass Gott im Himmel alles ungeschehen macht und sie dort aufnimmt, doch hier und jetzt ist es ihnen nicht so wichtig, diese Gottesgnade schon einmal zu erleben. Das könnte ja dazu führen, dass man sein Leben ändern müsste. So halten sie sich in diesem Leben Gott vom Leibe und hoffen, dass der sie versteht und nach dem Tod einmal aufnimmt.

Ich kenne aber auch Menschen, die sich danach sehnen, Gottes Gnade heute schon zu erleben. Und sie tun es auch. Ein Beispiel sind die beiden Jünger im Lehrtext, denen sich der auferstandene Jesus zugesellt hatte. Sie erkannten ihn nicht äußerlich, doch ihr Herz erkannte ihn bereits, bevor ihnen die Augen geöffnet wurden. Im Grunde war ihr Herz schon im Licht Gottes, auch wenn sie es mit ihren Augen noch nicht erkannten.

Ich glaube, genauso bringt Gott uns an sein Licht. Zuerst mit dem Herzen und dann mit unseren Augen. Zuerst spüren wir, dass er gnädig ist, dann erleben wir es. Deshalb meine ich, dürfen wir ruhig einmal auf unser Herz hören, wenn es von Gottes Liebe berührt wird.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 21.04.2017

Sie warfen Daniel zu den Löwen in die Grube. Der König aber sprach zu Daniel: Dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, der helfe dir!
Daniel 6,17

Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um.
2.Korinther 4,9

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das letzte Wort spricht Gott

Daniel, von dem das heutige Losungswort handelt, ist sowohl ein Beispiel für Verfolgung wie auch für den Beistand Gottes. Als junger Mann war Daniel von den Babyloniern verschleppt worden. Doch schon schnell erkannte man, dass in ihm ein besonderer Geist der Weisheit und der Prophetie wohnte. Es war der Geist Gottes, der Daniel diese Fähigkeiten gab. So wurde er als Berater des Königs von diesem geschätzt.

Für mich ist Daniel ein Beispiel dafür, dass Menschen, die mit Jesus Christus verbunden sind, nicht nur in einer anderen Welt schweben, sondern sehr wohl mit Weisheit die Probleme unserer Zeit meistern können. Ein Merkmal Daniels war, dass er sich nicht religiös anpasste und auch nicht die Lebensgewohnheiten der Babylonier übernahm, die zu Gottes Wort im Widerspruch standen. Ich glaube, Anpassung macht uns nicht gesellschaftsfähiger. Vielmehr brauchen wir Weisheit von Gott.

Doch Daniel hatte auch Neider, die versuchten, ihn zu Fall zu bringen. So brachten sie ein Gesetz auf den Weg, das verbot, weder einen anderen Gott noch Menschen um etwas zu bitten als nur den König von Babel. Auf diese Weise wurde Daniel in die Illegalität getrieben, denn er betete ausschließlich zu Gott - drei Mal täglich. So kam es, dass man ihn in die Löwengrube warf. Am meisten bedauerte dieses der König selbst, denn er merkte, dass man ihn manipuliert hatte, solch ein unsinniges Gesetz zu unterschreiben. Im Stillen hoffte der König, dass Gott Daniel beschützte - und genauso kam es auch.

Auch der Lehrtext spricht von Verfolgung. Wenn es etwas gibt, womit wir Christen rechnen müssen, dann ist es Diskriminierung und Verfolgung. Doch gerade in solchen Zeiten erleben Christen die Nähe und den Beistand Gottes in einer noch nie da gewesenen Intensität. Weil das so ist, möchte ich uns Mut machen, keine Angst zu haben. Das letzte Wort spricht Gott!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 20.04.2017

Richtet euer Herz zu dem HERRN und dient ihm allein.
1.Samuel 7,3

Paulus schreibt: Eins ist wichtig: Ihr sollt als Bürger eurer Stadt leben, wie es dem Evangelium von Christus entspricht.
Philipper 1,27

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Glaubwürdig leben

Das heutige Losungswort hat eine interessante Vorgeschichte. In einem der vielen Kämpfe zwischen den Philistern und Israeliten eroberten die Philister die Bundeslade Gottes. Sie stellten sie neben einen ihrer Götzen mit Namen Dagon auf. Doch am nächsten Morgen lag er mit dem Gesicht zur Erde vor der Bundeslade. Am Morgen darauf waren sogar Hände und Kopf vom Rumpf abgeschlagen. Dann folgte eine Beulenpest unter den Philistern, sodass sie beschlossen, die Bundeslade inklusive einiger Geschenke zurück nach Israel zu bringen.

Unter denen, die Gott nicht kannten, war eine Gottesfurcht ausgebrochen. Doch wie sah es in Israel aus? Nun, Israel benötigte eine ernste Ermahnung des Propheten Samuel, wie wir aus dem Losungswort ersehen können. Daraufhin taten die Israeliten die Götzenfiguren weg. Das bedeutet ja, dass sie vor dieser Ermahnung ohne Gottesfurcht lebten. Die Philister wiederum mussten erkennen, dass der Gott Israels der allein wahre Gott war. Man könnte sagen: verdrehte Welt.

Das erinnert mich an eine Situation, als ich erlebte, wie sich Menschen aus dem Rotlichtmilieu zu Jesus Christus bekehrten. Sie waren froh, das alte Leben, das von Sex, Gewalt, Lüge und Schamlosigkeit geprägt war, endlich hinter sich lassen zu können. Doch dann trafen sie auf Christen, die gerade den umgekehrten Weg beschritten. Sie nahmen sich verschiedene Freiheiten heraus, lebten unverbindlich zusammen, erzählten sich schlüpfrige Witze und meinten, die Freiheiten eines Christenmenschen entdeckt zu haben. Schon wieder eine verdrehte Welt.

Schnell kam das Argument: „Wir wollen doch nicht gesetzlich sein.“ Das meine ich auch - doch wir sollen glaubwürdig leben. Dazu fordert uns der heutige Lehrtext auf. Es geht dabei nicht um Gesetze, Vorschriften oder Regeln, sondern um die Frage: Wenn es wahr ist, dass Jesus Christus uns erlöst hat, muss es dann nicht auch irgendwo sichtbar werden? Möge unser Licht leuchten!

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 19.04.2017

Ihr sollt einer mit dem andern reden: „Was hat der HERR geantwortet?“und „Was hat der HERR gesagt?“
Jeremia 23,35

Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.
Kolosser 3,1

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ausrichtung

Im Umfeld des heutigen Losungsverses geht Gott hart mit selbst ernannten Propheten ins Gericht.(1) Er gebot dem Volk, nicht auf sie zu hören.(2) Der Grund war einfach: Diese Propheten hatten keinerlei Einblick in das, was Gott tun wollte. Stattdessen verkündeten sie, was ihnen in den Sinn kam oder was die Leute gerne hören wollten. Die Folge war, dass nur noch wenige nach Antworten bei Gott suchten, da sie ja bereits eine vermeintliche Antwort und Ausrichtung hatten.

Dieses Verhalten können wir bis heute immer wieder sehen. Menschen verkünden im Brustton der Überzeugung, was Gott gesagt hat. Andere wiederum wissen ganz genau, was er nicht gesagt hat und wie er auf keinen Fall ist. Nun, der Apostel Paulus schrieb dazu etwas sehr Interessantes: „Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.“ (1.Kor. 13,9) Das heißt für mich im Klartext: Egal, wie viel ich weiß - ich weiß noch nicht alles. Selbst Prophetie bleibt unvollständig. Ja, worauf kann man sich dann verlassen? Wonach können wir uns denn ausrichten?

Die heutigen Bibelverse weisen in dieselbe Richtung: Wir sollen nach Gott suchen und ihn fragen. Im Losungsvers lesen wir, dass die Israeliten sich gegenseitig nach den Antworten Gottes fragen sollten. Das setzt voraus, dass sie Gott vorher befragten, und zwar jeder für sich. Diese persönliche Anbindung und Beziehung zu Gott ist das Kennzeichen seiner Kinder, durch die Jahrhunderte hindurch, über alle Kulturen hinweg. Die Antworten können da durchaus verschieden sein, da Gott mit seinen Kindern ganz individuelle Wege geht. Entscheidend ist dabei unsere Ausrichtung. Suchen wir nach dem, „was droben ist“, wie es im Lehrtext heißt? Dann können wir darauf vertrauen, dass derjenige, der uns „mit Christus auferweckt“, zu uns reden wird. So finden wir Antwort auf die Frage: „Was hat der HERR gesagt?“ Er führt uns weiter.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) Jer. 23,32 (2) Jer. 23,16

Gedanken zur Losung für Dienstag, den 18.04.2017

Freu dich, wenn du einen Glückstag hast. Und wenn du einen Unglückstag hast, dann denke daran: Gott schickt dir beide, und du weißt nicht, was als Nächstes kommt.
Prediger 7,14

Paulus schreibt: Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden; ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.
Philipper 4,12-13

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Tiefes Vertrauen

Das heutige Losungswort sprengt einmal wieder landläufige Vorstellungen von Gott. Etliche denken: „Gott schenkt mir Glück, Unglück kommt durch den Teufel oder eigenes Verschulden.“ Doch im Losungswort behauptet der weise König Salomo, beides käme von Gott. Ja, wie kann man dann noch Gott vertrauen, wenn man nicht einmal weiß, ob er heute einen Glücks- oder Unglückstag für mich plant?

Betrachten wir den Sinnzusammenhang, in dem das Losungswort steht, so geht es zum einen um den positiven Effekt von negativen Ereignissen. So schreibt Salomo: Trauern ist besser als Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert. (Pred. 7,3) Solch ein Gedanke kann helfen, das Losungswort besser einzuordnen. Weiterhin stellte Salomo fest: Da ist ein Gerechter, der geht zugrunde in seiner Gerechtigkeit, und da ist ein Gottloser, der lebt lange in seiner Bosheit. (Pred. 7,15) Wie kann das angehen? Sollte es nicht umgekehrt sein? Oder sind Gott womöglich die Dinge aus den Händen geglitten?

Ich meine, es geht um etwas ganz anderes - nämlich um die Qualität unseres Vertrauens zu Gott. Vertrauen wir ihm, weil er uns Gutes tut? Oder weil er Gott ist und wir seine Nähe suchen, was auch immer er tut? Von solch einer Qualität des Glaubens berichtet der Apostel Paulus im Lehrvers. Er hatte gelernt, sich nicht von Glück oder Unglück, Erfolg oder Misserfolg, Überfluss oder Mangel abhängig zu machen. Das fällt nicht immer leicht, weil jeder Erfolg uns leise ins Ohr flüstert: „Da hast du was richtig gemacht!“ Jeder Misserfolg dagegen: „Du hast bestimmt etwas falsch gemacht!“ Über diesen Punkt kommen wir nur hinweg, wenn wir uns wie Paulus völlig an Jesus Christus binden - wenn er unser ein und alles ist.

Dieses tiefe Vertrauen wünsche ich uns,
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 17.04.2017

Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?
Jeremia 8,4

Spricht Jesus zum dritten Mal zu Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
Johannes 21,17

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Wieder aufstehen

Das heutige Losungswort ist eigentlich eine rhetorische Frage. Die Antwort ist klar: „Niemand würde gerne fallen und nicht wieder aufstehen.“ Doch der Prophet Jeremia beklagte, dass das Volk Israel nicht so handelte. Sie jagten den toten Götzen nach, selbst wenn das sie in immer tiefere Krisen stürzte. Ich denke, dass die Frage des Propheten sie aufrütteln sollte. Doch leider gibt es Menschen, die den Gedanken, sie könnten irren, einfach nicht an sich heranlassen.

Wie anders war da ein Petrus, von dem der Lehrtext berichtet. Die Frage Jesu, ob Petrus ihn lieb hat, hat eine dramatische Vorgeschichte. Petrus meinte, Jesus Christus über alles zu lieben und sogar bereit zu sein, für ihn zu sterben. Als es jedoch plötzlich konkret wurde, versagte Petrus auf ganzer Ebene und leugnete Jesus zu kennen: Da fing Petrus an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen (Jesus) nicht. (Matt. 26,74a) Doch als Petrus sein Versagen klar wurde, weinte er bitterlich und kehrte zu den anderen Jüngern zurück. Und nun rief ihn plötzlich der auferstandene Jesus. Würde er ihn jetzt abkanzeln und ihm sein Versagen noch einmal vor Augen malen? Nein. Jesus Christus bat ihn, seine Schafe zu weiden.

Was können wir aus dem Losungswort und Lehrtext lernen? Nun, Gott hat kein Problem mit unserem Versagen. Nicht unsere Schwachheit hält uns fern von ihm, sondern nur unser Stolz. Wir müssen uns nicht größer machen als wir sind. Doch - und das lerne ich auch aus dem Lehrtext - wir dürfen uns auch nicht klein machen, wenn Gott uns etwas anvertraut. Er vertraut tatsächlich Versagern seine Schafe an. Das Einzige, was dazu notwendig ist, ist, dass wir ihn lieben.

Einen gesegneten Ostermontag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen