Gedanken zur Losung für Dienstag, den 23.05.2017

Wer seinen Nächsten verachtet, versündigt sich; aber wohl dem, der sich der Elenden erbarmt!
Sprüche 14,21

Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergelte, sondern jagt allezeit dem Guten nach füreinander und für jedermann.
1.Thessalonicher 5,15

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Das Gute im Blick

Das heutige Losungswort spricht ein Thema an, das uns immer wieder begegnet: Verachtung. Doch gleichzeitig wird uns auch ein Ausweg aus diesem falschen Verhalten angeboten: sich des Elenden zu erbarmen.

Warum neigen wir eigentlich dazu, bestimmte Menschen zu verachten, uns über sie lustig zu machen, sie als dumm oder unfähig zu titulieren oder von oben auf sie herabzuschauen? Der simple Grund ist, dass wir uns dadurch in unseren eigenen Augen größer und wichtiger machen. Doch warum tun wir das? Könnte es sein, dass wir uns unseres Wertes nicht sicher sind und versuchen, uns an den Schwächen anderer aufzuwerten? Nun, wenn das der Grund ist, gibt es eine einfache Lösung: Wir sollten auf den Wert schauen, den Gott uns gibt. Diesen Wert erkennen wir am Gegenwert - und das ist Jesus Christus der Gekreuzigte! Allerdings haben auch andere diesen Wert bei Gott. Deshalb sollen wir uns nicht höher einschätzen als sie, sondern, wenn nötig, das ergänzen, was dem anderen fehlt. Im Falle des Losungswortes bedeutet das, dass wir uns des Elenden erbarmen - jedoch mit Respekt, weil auch er von Gott geliebt ist.

Auch der Lehrtext mahnt uns - nämlich, nicht Böses mit Bösem zu vergelten. Hier kommt eine andere menschliche Schwäche zu Vorschein: die Rache. Wir nehmen uns das Recht heraus, einem anderen Menschen zu schaden, wenn dieser uns geschadet hat. Doch dieses Recht haben wir nicht. So heißt es sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament: „Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.“ (Röm. 12,19b) Doch wie überwinden wir unsere Rachegefühle? Ich denke, indem wir uns auf etwas anderes konzentrieren, nämlich das Gute im Blick zu behalten. So können wir Menschen segnen, die uns Böses wollten. Wir können ihnen sogar helfen, wenn sie in Not sind. Wenn wir so handeln, dann handelt Christus durch uns.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Montag, den 22.05.2017

Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!
Jeremia 4,3

Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
Römer 12,2

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Säet nicht unter Dornen

„Säet nicht unter die Dornen!“ - was mag dieser Satz im heutigen Losungswort bedeuten? Praktisch geht es darum, eine gute Saat auf einen Boden auszusäen, der diese auch aufwachsen lässt und nicht erstickt. Doch geht es hier nicht um Ratschläge für Gärtner und Landwirte. Das Losungswort hat eine übertragene Bedeutung. Im Vorfeld dieses Wortes werden die Israeliten aufgefordert, sich von ihren Götzen abzuwenden. Warum eigentlich? Ist es nicht egal, woran jemand glaubt? - Zumindest denken viele Menschen so.

Ich möchte einmal einen Aspekt zum Thema Götzen anhand eines Beispiels aufzeigen: Eine scheinbar gläubige Frau überzeugte ihre Freundin davon, dass sie - die Frau - ein großes Erbe bekommen würde. Gott hätte ihr das gezeigt und - dass ihre Freundin ihr schon einmal Geld leihen sollte. Sie bekäme es dann vielfach zurück. Nun, die Freundin glaubte der Frau, nahm einen hohen Kredit auf und gab das Geld der Frau. Diese lebte in Saus und Braus, während ihre Freundin in die Privatinsolvenz ging. Sie konnte den Kredit nicht mehr bedienen. Für die Freundin war diese scheinbar gläubige Frau ein Götze, dem sie ihren ganzen Besitz geopfert hatte. Sie hatte gewissermaßen das Gute, das sie besaß, unter Dornen gesät, weil sie einer Betrügerin geglaubt hatte.

Götzendienst treibt Menschen in den geistlichen Ruin. Sie verschwenden ihre Kraft und Hingabe für nichts und säen so unter Dornen. In meinem Beispiel war die Frau der Götze. In anderen Fällen ist es vielleicht die Hoffnung auf einen Lottogewinn. Stellen wir jedoch unsere Kraft und unser Vermögen Gott zur Verfügung, so säen wir ein Neues. Dann kommt alles zur Frucht, dann wirkt er in und durch uns. Eine dieser Wirkungen wird im Lehrtext beschrieben. Wenn Gott unseren Sinn erneuert, können wir prüfen, was sein Wille ist. Das hätte die Freundin in unserer Geschichte gut gebrauchen können.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Sonntag, den 21.05.2017

Der HERR sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist.
1.Könige 3,5.9

Wem es unter euch aber an Weisheit fehlt, der erbitte sie von Gott, der allen vorbehaltlos gibt und niemandem etwas zum Vorwurf macht: Sie wird ihm zuteil werden.
Jakobus 1,5

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Vorbehaltlos

Wenn über den heutigen Losungsvers gesprochen wird, liegt der Fokus oft auf dem, worum Salomo bittet: um Weisheit. Auch im Lehrtext geht es darum, Gott um Weisheit zu bitten. Dennoch will ich einmal auf etwas anderes eingehen, was auch in diesen Versen enthalten ist. Es ist die Einladung Gottes, ihn zu bitten. Im Falle Salomos erschien ihm Gott in der Nacht in einem Traum und gab ihm quasi einen geistlichen Blankoscheck. Dass Salomo dann um Weisheit bat, gefiel Gott sehr gut. Dennoch hätte er ihm vorbehaltlos etwas anderes auch gegeben, wenn Salomo darum gebeten hätte. So gab er Salomo alles andere noch dazu.

Dies zeigt uns etwas von Gottes Wesen und seiner Großzügigkeit. Zuerst einmal ist er es selbst, der uns auffordert, uns mit unseren Bitten an ihn zu wenden. Wir können damit gar nichts falsch machen. So sagt Jesus zu seinen Zuhörern: „Bittet, so wird euch gegeben.“ (Matt. 7,7) Diese Aufforderung ist jedoch nur der Auftakt. Im Lehrtext lesen wir, dass Gott „allen vorbehaltlos gibt und niemandem etwas zu Vorwurf macht.“ Vorbehaltlos geben heißt, gerne und willig zu helfen. Übersetzt bedeutet das, Gott will auch uns gerne und willig helfen!

Nun fällt es manchem schwer, das zu glauben. Gott scheint ihnen zu fern, also bitten sie ihn gar nicht. Andere wiederum würden schon gerne, trauen sich aber nicht. Und zwar nicht deshalb, weil sie nicht glauben, sondern weil sie sich schämen. „Ich bin so schlecht, ich habe gar nicht verdient, dass Gott mir hilft …“ Doch genau dem widerspricht das, was Jakobus schreibt. Gott schimpft nicht mit uns, wenn wir zu ihm kommen. Durch seinen Sohn Jesus Christus vergibt er uns und wäscht alles Schmutzige von uns ab. Wenn nun Gott keine Vorbehalte mehr hat, warum sollten wir dann noch welche haben?

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen


Gedanken zur Losung für Samstag, den 20.05.2017

Ist denn die Hand des HERRN zu kurz?
4.Mose 11,23

Was Gott verheißt, das kann er auch tun.
Römer 4,21

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Festhalten

Die heutige Losung hat eine klare Botschaft: Sie will uns ermutigen, nicht aufzugeben, sondern an Gottes Zusagen festzuhalten. Die Vorgeschichte zum Losungswort ist, dass Israel in der Wüste nicht nur das Manna, sondern Fleisch essen wollte. Daraufhin sprach Gott zu Mose, dass er dem Volk für einen Monat Fleisch geben würde. Das konnte Mose nicht glauben. Für 600.000 Leute Fleisch - wie sollte das gehen? Da antwortete Gott ihm: „Ist denn die Hand des HERRN zu kurz?“

Kurz danach ließ Gott einen Wind aufkommen, der vom Meer her Wachteln in Scharen kommen ließ. Diese fielen um das Lager herum zu Boden. So erfüllte sich Gottes Zusage tatsächlich. Die Frage ist allerdings: Glauben wir das?

Auch heute glauben wir Christen an Dinge, die völlig außerhalb menschlicher Möglichkeiten liegen. Wir glauben an die Auferstehung Jesu Christi und erwarten die Auferstehung aller Menschen. Wir glauben, dass Jesus Christus zum Himmel gefahren ist, und erwarten ihn auch von dort zurück. Alles, was wir erwarten, hat seinen Ursprung in Gottes Wort. Dort stehen all die Zusagen und Verheißungen, von denen es im Lehrtext heißt, dass Gott sie auch tun kann. Zu ihnen gehören auch Zusagen wie Vergebung, Heilung und Vollmacht in dem Namen Jesu. Doch erleben wir auch die Erfüllung dieser Zusagen oder werfen sie eher Fragen auf?

Wie können wir trotz der Fragen weiter am Glauben festhalten? Der Widerspruch ist doch manchmal erdrückend. Überall hört man: „Die Bibel ist nicht wirklich glaubwürdig.“ Wenn dann selbst unsere Erfahrungen anders sind als die Zusagen Gottes, wie kann man da noch an das direkte Eingreifen Gottes glauben?

Was hilft, ist, den Glauben folgendermaßen zu definieren: Ich glaube nicht zuerst an das Eingreifen Gottes, ich glaube einfach Gott! Er belügt mich nicht in seinem Wort. Daran halte ich fest. Ist das nicht zu naiv? Mag sein, doch mir geht es da nicht anders als den Jüngern Jesu, die einmal sagten: „Herr, zu wem sollten wir gehen? Nur du hast Worte, die ewiges Leben schenken.“ (Joh. 6,68)

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen

Gedanken zur Losung für Freitag, den 19.05.2017

Der HERR verschafft den Unterdrückten Recht, den Hungernden gibt er zu essen.
Psalm 146,7

Die Jünger sprachen zu Jesus: Wir haben hier nichts als fünf Brote und zwei Fische. Und er sprach: Bringt sie mir her!
Matthäus 14,17-18

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Hunger

Beim heutigen Losungswort kommen mir zwei verschiedene Gedanken.

1. Hunger ist ein weltweites Problem. Die Welthungerhilfe fordert, Hunger beim nächsten G20 Gipfel als zentrales Thema zu behandeln. Die andauernde Dürre in Afrika und die nicht aufhörenden Kriege treiben alles auf die Spitze. Wir sitzen dabei im Großen und Ganzem auf der anderen Seite des Tisches. Wir müssen nicht hungern. Unsere Sorge ist häufig, zu viel und zu ungesund zu essen. Der Farmer in Äthiopien sorgt sich hingegen darum, überhaupt ein Stück Brot an diesem Tag für seine Familie und sich zu bekommen.

Nun können wir unseren Reichtum nicht einfach nach Afrika oder Asien transportieren. Auch sind die Ursachen für Hungersnöte vielfältig, wie wenig effektiver Anbau, kaputte oder nicht vorhandene Bewässerung oder auch Kriege. Wir sollten uns aber hüten, den Hunger der anderen lediglich zu kommentieren. Vielleicht sind gerade wir es, die für einen hungernden Menschen zur Gebetserhörung werden. So lesen wir in den Sprüchen: Gesegnet sind die Großzügigen, denn sie geben den Armen zu essen. (Spr. 22,9)

2. Im Lehrtext geht es um die Speisung der 5000. Dass Jesus Christus hier ein Wunder tat, war nicht unbedingt eine Reaktion auf eine Hungersnot. Vielmehr wollte er den Menschen und besonders seinen Jüngern deutlich machen, dass er immer für sie sorgt und aus Nichts etwas schaffen kann. Da die meisten von uns jeden Tag etwas zu essen auf dem Tisch haben, haben wir oft nicht gelernt, uns allein auf Gott zu verlassen, wenn es um unsere Versorgung geht. Deshalb fällt es uns oft schwer, einem Ruf Gottes zu folgen, der uns an ganz andere Orte dieser Welt führt. Denn dort lauern Gefahren, Krankheiten, Mangel und vieles mehr. Sollten wir dafür unser gutes und sicheres Leben einfach aufgeben? Ich denke, je mehr wir lernen, Gott in Bezug auf unsere Versorgung zu vertrauen, je eher sind wir bereit, mutige Schritte im Glauben zu gehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen


Gedanken zur Losung für Donnerstag, den 18.05.2017

Die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte.
1.Mose 3,6

Welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst?
Lukas 9,25

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Der Sündenfall

Das heutige Losungswort ist wohl eines der bekanntesten Worte der Heiligen Schrift. Allerdings unterliegt gerade dieses Wort dem sogenannten Wertewandel. Der Begriff „Lust für die Augen“ oder auch „Augenlust“ bekam im Laufe der Zeit eine positive, ja geradezu erstrebenswerte Deutung. So benutzt die Werbung Verführung eher als Anreiz denn als Warnung. Da frage ich mich: Wie bewusst ist uns eigentlich, welch eine Katastrophe sich dort im Paradies anbahnte?

Es geht bei dieser Begebenheit ja nicht um eine sexualfeindliche Verdammung der Lust. Sondern um eine Form der Zügellosigkeit und Übergriffigkeit, die uns bis zum heutigen Tage das Leben zur Hölle macht. Eva und ebenso Adam griffen nach etwas, was ihnen nicht gehörte! Sie machten das, weil es ihnen begehrenswert erschien. Ein Dieb macht nichts anderes. Unzählig viele Menschen leiden unter der Übergriffigkeit anderer und sind vielleicht auch selbst in bestimmten Bereichen übergriffig. Es mag klein beginnen, doch wo endet es? Gewalt in der Ehe, gegen Kinder, gegen Völker, gegen Rassen, gegen Andersgläubige, gegen Ureinwohner, gegen Frauen, gegen scheinbar Minderwertige. Wo man auch hinschaut: Gewalt.

Wir können uns glücklich schätzen, dass wir in einem Land leben, in dem unser Alltag nicht von Angst und Schrecken bestimmt wird. Damit das auch so bleibt, benötigen wir eine Kultur der freiwilligen Einschränkung. Und genau dazu befähigt uns Jesus Christus. Wir sind ihm wichtiger als alles andere. Deshalb starb er für unsere Schuld. Wenn auch er uns wichtiger ist als alles andere, greifen wir nicht nach dem, was uns nicht zusteht. Wir bedrücken auch nicht den anderen, der ja auch ein Geschöpf Gottes ist. Vor allem aber hilft uns der Geist Christi, unsere Augen auf das zu richten, was er uns zugedacht hat: die Fülle Gottes und ebenso die Not des Nächsten. Ja, in Jesus Christus können wir den Sündenfall überwinden.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen


Gedanken zur Losung für Mittwoch, den 17.05.2017

Der HERR lässt es hören bis an die Enden der Erde: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt!
Jesaja 62,11

Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja.
2.Korinther 1,20

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Ja und Amen

Das 62. Kapitel im Buch Jesaja ist voller Verheißungen, so auch im heutigen Losungswort. „Siehe, dein Heil kommt!“, spricht Gott zu seinem Volk. Er wird sich zu ihnen stellen wie ein Bräutigam zu seiner Braut. Er wird ihnen Wohlstand schenken. Was sie angebaut haben, wird ihnen auch zugutekommen, nicht mehr Fremden. Und noch vieles mehr verspricht Gott seinem Volk. Doch wann erfüllen sich all diese Verheißungen?

Die Spanne zwischen einer Verheißung Gottes und ihrer Erfüllung ist für viele eine Glaubensprüfung. Schon Abraham musste bis ins Greisenalter auf den versprochenen Nachwuchs warten. Das Volk Israel lebte ca. 400 Jahre in Ägypten, lange Zeit als Sklaven. Erst dann kam Mose, um sie im Auftrag Gottes herauszuführen. Auch der angekündigte Messias ließ Jahrhunderte auf sich warten und wurde von vielen nicht erkannt, als er kam. Auf die Wiederkehr Jesu Christi warten wir bis heute - 2000 Jahre, nachdem Jesus sie angekündigt hat. Der Apostel Petrus schrieb schon damals, dass manche dazu sagen werden: „Jesus hat doch versprochen wiederzukommen? Wo bleibt er denn? So weit ein Mensch nur zurückdenken kann, ist doch alles genauso geblieben, wie es immer schon war, seit die Welt erschaffen wurde.“ (2.Petr. 3,4) Doch Jesus sagte öfters, dass sich sein Kommen verzögern könnte.

Es gilt also an dem festzuhalten, was uns in Gottes Wort zugesagt wird. Es gibt aber auch Verheißungen, auf die wir nicht mehr warten müssen. Eine davon ist die Verheißung des Heiligen Geistes. Im Lehrtext steht, dass in Jesus Christus das Ja zu allen Verheißungen ist. Im weiteren Verlauf des Verses heißt es: Deshalb sagen wir „Amen“, wenn wir Gott durch Christus ehren. (2.Kor. 1,20b) Mit unserem Amen drücken wir unsere feste Zuversicht aus, dass es geschehen wird. Wenn wir nun Gott um seinen Heiligen Geist bitten und erfahren, wie Gott unser Gebet erhört, können wir auch zuversichtlich bleiben in Bezug auf die Verheißungen, die noch ausstehen.

Einen gesegneten Tag wünscht
Pastor Hans-Peter Mumssen


Gedanken zur Losung für Dienstag, den 16.05.2017

Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen, spricht der HERR, ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.
Psalm 12,6

Sollte Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen?
Lukas 18,7

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine

Gott steht auf

Die heutigen Bibelverse sprechen eine Frage an, die viele Menschen bewegt: Kümmert sich Gott eigentlich um diejenigen, die in Not sind? Oder sind sie ihm egal? Manch einer macht sogar seinen Glauben davon abhängig: „Wenn es Gott wirklich gibt, warum lässt er dann so viel Elend zu? An so einen Gott kann ich nicht glauben …“

Nun, ich will nicht behaupten, alles beantworten zu können. Dennoch denke ich, dass wir eines sowohl dem Losungsvers wie auch dem Lehrtext entnehmen können: Gott will denen helfen, die in Not sind. Sie sind ihm also nicht egal. Er sieht das Leiden derjenigen, die Gewalt erleiden, er hört das Seufzen der Armen. Er weiß, wer sich nach Hilfe sehnt. Er will all dem begegnen. Oder wünschen wir uns das vielleicht nur?

Angesichts des Elends auf der Welt will es manchmal so scheinen, als würde nichts geschehen. Die Frage ist, ob das immer daran liegt, dass Gott nichts tut. Tatsächlich hat Gott nämlich von Anfang an den Menschen selbst mit in die Pflicht genommen. So hat er ihm die Erde anvertraut.(1) Er hat ihm Gebote gegeben, wie er leben soll.(2) Der Hauptgrund für vieles Leid und Unrecht ist das, was Menschen tun oder auch nicht tun. „Da müsste Gott doch mal eingreifen!“, höre ich immer wieder.

In vielerlei Hinsicht hat Gott das bereits getan. Er hat seinen Sohn gesandt. Als Jesus hier auf der Erde war, wandte er sich den Elenden und Armen zu und half ihnen. Von ihm ist die Aussage des heutigen Lehrtextes, dass Gott seinen Auserwählten ganz gewiss „Recht schaffen“ wird. Für unser Recht bezahlte er am Kreuz mit seinem Leben. Er blieb jedoch nicht im Grab, sondern stand wieder auf und schickte seinen Geist. Dadurch vervielfältigt sich das, was Gott tun will. Nehmen wir diesen Impuls Gottes, aufzustehen, in uns wahr und lassen das weiterfließen, was er uns anvertraut hat? Gott helfe uns dazu.

Einen gesegneten Tag wünscht
Angela Mumssen

(1) 1.Mos. 1,28 (2) 2.Mos. 20,1-17